NRW bleibt in der Mitte
Dauer: 24:27

NRW bleibt in der Mitte

Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen ist die AfD in allen Stichwahlen gescheitert. Die CDU erobert nach 80 Jahren erstmals wieder Dortmund, während die SPD in wichtigen Ruhrgebietsstädten wie Köln, Duisburg und Gelsenkirchen punktet. Diese Ergebnisse stärken sowohl CDU-Landeschef Henrik Wüst als auch Bundeskanzler Friedrich Merz vor wichtigen bundespolitischen Entscheidungen.

[01:30]


Der Bundeskanzler hat kein Verständnis für die deutsche Pessimismus-Mentalität. Wir seien zu larmoyant und zu wehleidig. Die Koalition kann bei der Kabinettsklausur zur Stimmungsaufhellung beitragen und eine umfassende Modernisierungsagenda mit Bürokratieabbau und digitaler Verwaltungsreform auf den Weg bringen.

[06:18]


In Deutschland soll das erste kommerzielle Fusionskraftwerk der Welt entstehen – das ist das erklärte Ziel. Das Münchner Startup Proxima Fusion arbeitet an dieser Vision. Und CEO Francesco Sciortino setzt dabei auf Dringlichkeit: „Was wir jetzt mit solchen Projekten brauchen, ist ein wenig Sense of Urgency." Er ist überzeugt, dass in den 2030er Jahren die ersten Reaktoren an den Start gehen. Es gehe nur um die Frage „wo das passiert." In den USA und China wird Kernfusion mit Milliardenbeträgen unterstützt.

[12:40]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Dortmund, die Stadt in Westfalen, wird erstmals seit 80 Jahren von der CDU regiert. Dafür gewinnen die Sozialdemokraten in Köln, Duisburg, Gelsenkirchen und in weiteren Städten. Jedenfalls die NRW-Kommunalwahlen zeigen, Schwarz-Rot kann doch noch gewinnen und die AfD kann tatsächlich verlieren.

Sprecher 3: Rückenwind für die Koalition, die kann sie auch gut gebrauchen, denn am Dienstag geht es in die Kabinettsklausur. Und da gibt es allerlei Schwieriges zu besprechen, zum Beispiel wie der Neustart vom Neustart gestaltet werden soll. Und Friedrich Merz nimmt die Wähler ins Visier. Was Sie wissen, ist gleich bei uns.

Sprecher 2: Die Zukunft unserer Energieversorgung kann oder wird durch Fusionskraftwerke gesichert. Das ist zumindest der Plan von Francesco Ciottino, dem CEO von Proxima Fusion. Auch die Bundesregierung glaubt an diese Technologie und will am Mittwoch den Aktionsplan Fusion im Kabinett beschließen. Warum dieser Manager daran glaubt, dass das erste Fusionskraftwerk in Deutschland stehen könnte, hat er unserem Kollegen Alex Rufmann erzählt.

Sprecher 3: Es ist eine kurze Woche. Am Freitag ist der Tag der Deutschen Einheit. 35 Jahre Wiedervereinigung feiern wir dann. Aber heute ist erst mal Montag, der 29. September. Schön, dass Sie mit uns gemeinsam in die Woche starten.

Sprecher 2: Helene, die blaue Welle scheitert im Ruhrgebiet. Entgegen mancher Prognosen konnte sich kein AfD-Kandidat in der Stichwahl durchsetzen. Duisburg, Hagen, Bergkamp oder Gelsenkirchen, alle bleiben in der Mitte. Regiert also entweder von Schwarzen oder von Roten.

Sprecher 3: Wobei, wenn man sich die Ergebnisse anschaut, das eben schon interessant ist. Gelsenkirchen, zum Beispiel Norbert Emmerich, AfD immerhin 33,5 Prozent, also ein Drittel der Wähler in dieser Stadt, entscheidet sich für die AfD in der einzigen absolut vollkommenen Hochburg der Sozialdemokraten. Das muss uns schon zu denken geben und wirft die Frage auf, wie begegnen wir dieser Partei? Und da geht es sicherlich nicht nur um die richtigen Rezepte, sondern vielleicht ist es auch eine andere Ansprache, die es braucht.

Sprecher 2: Es ist schwierig, da überhaupt Muster zu finden, außer dass sich natürlich alle Demokraten am Ende gegen diese AfD-Kandidaten ausgesprochen haben. Mal haben die Grünen mitgeholfen, an SPD-Kandidaten durchzuboxen, mal die SPD einem CDU-Kandidaten geholfen. Jedenfalls, ein Muster ist schwierig. Immerhin muss man sagen, diejenigen, die für die SPD im Ruhrgebiet gewonnen haben, vor allem Sören Link, der Mann aus Duisburg mit 78 Prozent in der Stichwahl, sind durchaus pragmatische Mitte-Sozialdemokraten, die über Arbeit geredet haben, über Wirtschaft, über Stadtentwicklung. Auch Thorsten Bohrmester übrigens, der neue Oberbürgermeister in der einzigen Millionenstadt in Nordrhein-Westfalen, ist ein alter Sch. Schröderianer, ein Seeheimer, der mit Sauberkeit und Sicherheit, Achtung, Sauberkeit und Sicherheit einen Wahlkampf bestritten hat und jetzt die Millionenstadt regieren darf. Also Sozialdemokraten, die Mitte ticken oder vielleicht ein bisschen rechter als linke Deutungshoheit in Berlin, die konnten gewinnen.

Sprecher 3: Ja, die vielleicht auch den Menschen das Gefühl geben, dass sie nah bei ihnen sind, dass sie ihre Probleme verstehen, dass sie nicht abgehobene Edite sind, irgendwie weit weg. Das ist vielleicht ein Punkt, wie man der AfD begegnet. Auch mal zuzuhören, was die Menschen eigentlich bewegt, das ernst zu nehmen, ist wahrscheinlich besser als einfach immer nur zu rufen, IGIT, das ist gefährlich, mit dem wollen wir nichts zu tun haben. So, aber Michael, schauen wir auf die Grünen. Für die war es ja ein schwarzer Abend.

Sprecher 2: Ja, die Grünen haben immerhin Münster gewinnen können, die grünste aller nordrhein-westfälischen Städte, die Fahrradstadt in der Republik. Aber in Köln hat man sich mehr erhofft. Auch in Bonn hat der CDU-Kandidat gewonnen gegen Katja Dörner, die ehemalige Abgeordnete. Also für die Grünen ist es weiterhin Krisenzeit.

Sprecher 3: Naja, Katja Dörner war an sich eine sehr anerkannte Kommunalpolitikerin. Sie ist aus dem Bundestag, du hast gerade dahin gewechselt, hat dort eine Karriere gemacht. Ich war kürzlich in Bonn, überall war Katja Dörner plakatiert und die Grünen waren ziemlich sicher, dass sie es doch schaffen würde, jetzt gegen die CDU verloren. Also in Köln und Bonn konnten die Grünen keinen Stich machen. Münster, ja, das ist aber auch der einzige Lichtblick der Grünen.

Sprecher 2: Die CDU hat in den Kreisen ihre Dominanz ausgebaut. Auch das darf man nicht vergessen. Sehr viele Landräte wurden gewählt. Auch die großen Städte, Düsseldorf zum Beispiel, die Landeshauptstadt, bleibt weiterhin in der Hand der CDU. Auch Bielefeld, Bonn, Solingen und Leverkusen sind CDU. Aber sicherlich der Star der CDU jetzt in Nordrhein-Westfalen, zumindest dieser Wahlen, ist Alexander Omar Khalouti, der man ist in Beirut geboren, hat eine ganz interessante Vita Helene, unter anderem Theater studiert am King's College in London, hat dann aber auch noch War Studies dort in London studiert, war überall in München, hat er beim Staatsminister für Wirtschaft gearbeitet und hat sich jetzt für eine offene, aber auch harte, klare Migrationspolitik in Dortmund eingesetzt, für Sicherheit, Sauberkeit, für Stadtentwicklung, also klassisch konservative Themen und hat gewonnen. Seit 80 Jahren erstmals die CDU in Dortmund.

Sprecher 3: Ja, Michael, die Frage ist jetzt, wer diesen Erfolg der CDU eigentlich für sich verbuchen kann. Ist es Henrik Wüst, der sagt, Nordrhein-Westfalen ist einfach gut regiert und das sehen wir jetzt auch bei den Oberbürgermeistern? Oder ist es Friedrich Merz, der ein bisschen Rückenwind tatsächlich ja gut gebrauchen könnte?

Sprecher 2: Gute Frage, zumal Friedrich Merz heute an diesem Montag beim... CDU-Landesvorstand zu Gast sein wird. Also er will diesen Erfolg auch für sich reklamieren, sonst würde er diesen Termin sicherlich nicht annehmen. Aber Henrik Wüst hat zum Beispiel, muss man klar sagen, bei Alexander Kaluti, aber auch bei Thomas Kufen in Essen, der auch gewonnen hat, oder bei Stefan Keller in Düsseldorf intensiven Wahlkampf gemacht. Ein Video nach dem anderen für diese örtlichen Kandidaten. Also diesen Erfolg der NRW-Kommunal. Und den wird sich Henrik Wüst nicht wegnehmen lassen, da bin ich ziemlich sicher.

Sprecher 3: So schätze ich ihn auch ein und das Ganze ist natürlich eine kleine Etappe in der Rivalität zwischen Unionsmännern, die alle ganz offensichtlich noch was werden wollen und einst Merz beerben wollen. Henrik Wüst, Jens Spahn, Markus Söder und ja, vielleicht gibt es noch jemanden, vielleicht gar irgendwann auch mal eine Frau.

Sprecher 4: Hören wir doch mal auf, so lamoyant und so wehleidig zu sein in diesem Land. Geben wir doch mal so ein bisschen, muss nicht alles nachmachen, was andere machen. Aber was mich an Amerika immer begeistert hat, bis heute, ist diese grundsätzlich positive Lebenseinschätzung und zu sagen, es macht Spaß, in diesem Land zu leben, es macht Spaß, in diesem Land zu arbeiten. Wir wollen es nach vorne bringen und wir wollen mit Zuversicht die Zukunft gestalten. Können wir uns nicht eine solche Mentalität in Deutschland auch mal...

Sprecher 3: Michael, manche regen sich auf, dass Merz das Wahlvolk beschimpft. Ich finde es genau richtig, sag es ja hier auch manchmal, hören wir doch mal auf, dieses Land schlecht zu reden. Dieses Land hat so viel Stärke. Wir können so viel machen mit diesem Land. Wir müssen einfach nur zugreifen und Hoffnung behalten. Ich will nicht sagen, dann wird alles gut und das ist ein Spaziergang, aber wir können hier was machen und wenn wir permanent sagen, es ist alles hoffnungslos, dann ist es irgendwann auch hoffnungslos.

Sprecher 2: Dann nehme ich mal hier die merzkritische Haltung ein, Helene. Wenn er nicht immer so viel überschießende Rhetorik und Ankündigungen machen würde, dann müsste er danach auch nicht immer... zurückrudern und den Menschen sagen, sie sollen doch bitte besser über dieses Land reden. Also mich erinnerte das spontan an Olaf Scholz, der das ja in den letzten drei Jahren seiner Amtszeit konsequent gemacht hat. Wir Medien und überhaupt, wir würden es alle nicht wirklich verstehen, wie gut er doch dieses Land regiert. Ich hoffe, dass sich Merz dann nicht gerade in so einen... Tunnel reinregiert, von dem aus er eigentlich das Licht da draußen und auch die Probleme da draußen nicht mehr erkennt, denn sie gibt es und es wird Zeit, dass diese Koalition Entscheidungen trifft und nicht nur über Entscheidungen redet.

Sprecher 3: Ja, die Mittelstands- und Wirtschaftsunion, bei der Friedrich Merz gesprochen hat, die fand das gar nicht so schlecht, was er gesagt hat. Aber ja, klar, es muss sich auch etwas tun. Die Optionen, was man tun kann, liegen auf dem Tisch. Auch da sollte er mal auf seine eigenen Worte hören und nicht zu wehleidig sein im Sinne von, das ist alles so kompliziert zu entscheiden, lass uns mal eine Kommission einsetzen, sondern eine Entscheidung treffen und denjenigen... Die von dieser Entscheidung frustriert sind, das Ganze erklären. Denn, so viel ist ja auch klar, es gibt keine Entscheidung, die für alle Menschen gleichermaßen gut ist, wo Applaus von allen Seiten kommt. Das gibt es einfach nicht.

Sprecher 2: Also immerhin soll es jetzt am Dienstag und Mittwoch die erste echte große Kabinettsklausur geben, die der Neustart des Neustarts des Neustarts darstellen soll. Und da wird wirklich was. Beschlossen, da diskutiert man nicht nur über Wettbewerbsfähigkeit, sondern da wird eine Modernisierungsagenda beschlossen. Also besser könnte es ja gar nicht klingen, Helene. Und die soll unter anderem Carsten Wildberger einbringen. Also konkrete Maßnahmen, dass du zum Beispiel dein Auto anmelden kannst von überall in Deutschland online. auf einem einzigen Portal oder dass man endlich es schafft, innerhalb von 24 Stunden eine Firma zu gründen, dass europäische Regeln nicht immer sofort mit neuen Bürokratie aus Deutschland überbordend umgesetzt werden, sondern nur so, wie sie bei der EU im Gesetzblatt stehen. Also Bürokratieabbau, Staatsmodernisierung steht auf dem Plan.

Sprecher 3: Das klingt alles sehr gut. Da müssen wir Deutschen noch ein bisschen an unserer Mentalität arbeiten, auch in der Umsetzung dieser Gesetze, in der Handhabung dieser Gesetze, also in der Anwendung etwas pragmatischer zu sein und nicht immer zu gucken, ob es vielleicht doch noch irgendein Problem gibt, das man aufmachen könnte.

Sprecher 2: One in, two out, heißt die Zauberformel, Helene. Weißt du, was das bedeutet?

Sprecher 3: Ja, natürlich weiß ich das. Wenn ein Gesetz kommt, müssen zwei andere abgeschafft werden.

Sprecher 2: Bisher ist das nie passiert, muss man ehrlicherweise sagen.

Sprecher 3: Und das liegt auch daran, dass Gesetze abschaffen gar nicht so einfach ist, wie es klingt. Man denkt ja, okay, schreib einen Paragrafen, da steht drin, Gesetz XY wird abgeschafft. Aber in Wahrheit gibt es in Deutschland so viele Stakeholder, die dann doch sagen, nein, irgendwas in diesem Gesetz ist doch gut für mich. Deswegen diese eine Vorschrift soll bitte bleiben und die anderen sagen, nein, diese andere Vorschrift soll bitte bleiben. Deswegen sage ich, ich bin ja... Gegen autoritäres Gehabe, absolut. Das ist nicht das, wofür ich jetzt spreche. Aber ich bin dafür, dass man bestimmte Entscheidungen auch trifft und dann auch Gegenwind aushält. Also diese Mutlosigkeit zu sagen, oh Gott, das könnte irgendwen aufregen, deswegen machen wir lieber nichts. Das ist sicherlich das größte Reformhemmnis in diesem Land.

Sprecher 2: Ja, und KI-Tools will er vorstellen mit... jemand, der ihre Ressourcen besser, effizienter nutzt, in der Bundesverwaltung, Ministerien sollen stärker und besser zusammenarbeiten. Und dann gibt es dieses wunderbare Wort NOTS oder N-O-O-T-S, National Once Only Technical System. Das ist das Herzensthema von Herrn Wildberger, nämlich, dass diese ganzen kommunalen und Landesebenen und Bundesebenen nicht verschiedene Software bauen und Apps bauen für ihre digitalen Verwaltungsleistungen, sondern eben, dass es diese eine einzige Schnittstelle gibt, egal wo du lebst, man lädt ein Dokument hoch oder seinen Ausweis oder bekommt Zugang zu seinen behördlichen Leistungen. Es wäre ein wunderbarer Traum. Und wenn diese schwarz-rote Koalition nur dies am Ende umsetzen würde, dann wäre ich schon halbwegs zufrieden.

Sprecher 3: Der Druck auf Friedrich Merz und die Bundesregierung ist natürlich insgesamt enorm hoch. In einer Insa-Umfrage sind 65 Prozent der Deutschen unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Und die AfD liegt weiter vor der Union mit 26 zu 25 Prozent. Die SPD bei 15 Prozent. Das ist alles bitter. Da ist diese Bestätigung aus NRW natürlich sehr willkommen, aber hilft jetzt auch nicht wirklich.

Sprecher 2: Vom Schloss Meseberg, wo die Ampel ja diverse Male zu einer Kabinettsklausur zusammenkam, aber irgendwie danach nie wirklich zusammenblieb, hat man jetzt gesagt, diese Bilder will man nicht mehr. Deswegen jetzt die Villa Borsig in Tegel vom Auswärtigen Amt. Allerdings dort wird nicht übernachtet. Die eine Quelle sagt uns, das liegt an den Legionellen im Wasser, dass man da nicht schlafen dürfe. Die anderen... Und sagen, nein, es sind einfach nur zu wenig Zimmer da. Jedenfalls ist der eine oder andere Minister durchaus froh, abends nicht auch noch mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Kabinett zusammen zu sein, sondern zu Hause zur Familie zu gehen. Also ich sage mal so, da wird immer noch eine Koalition jetzt physisch zusammengebracht, die so richtig zusammenkommen gar nicht will.

Sprecher 3: Dabei erinnern wir uns doch, wie bei der Ampel in Meseberg alle miteinander sich nicht nur geduzt haben, sondern auch ein Glas getrunken haben und plötzlich sogar Lauterbach und Buschmann sich gut vertragen haben. Also manchmal hilft es ja auch, wenn man abends ein bisschen zusammensitzt und nicht sofort nach Ende der offiziellen Veranstaltung wieder abhaut. Aber gut, wünschen wir der Koalition, dass sie jedenfalls mal gut zusammenarbeitet, denn das ist das ja, was sie machen will, eine Arbeitskoalition sein.

Sprecher 2: Saubere, grundlastfähige und vor allem günstige Energie, das ist das Ziel der Energiewende. Und ein Thema dabei ist die Fusionsforschung. Deutschland will, auch die schwarz-rote Regierung hat sich das ins Stammbuch geschrieben, führend bei dieser Technologie sein und den ersten Fusionsreaktor der Welt in Deutschland bauen. Das Grundprinzip der Fusion, naja, anders als bei der Kernspaltung, werden bei der Kernfusion leichte Atomkerne, zum Beispiel Wasserstoff, unter Einsatz von Energie dazu gebracht, miteinander zu schweren, größeren Atomkernen zu verschmelzen. Eigentlich ist das Prinzip, wie da Energie freigesetzt wird, wie bei Sternen oder wie bei der Sonne. Kernfusion. Und das könnte die zentrale Hoffnung für die Energiewende in den Industrieländern sein. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten seit Jahren daran, um diesen Traum von der Fusionsenergie wahr werden zu lassen. Wie geht das genau? Und haben wir da in Deutschland wirklich eine Chance? Das Münchner Startup Proxima Fusion hat gerade 200 Millionen Euro eingesammelt von Investoren, um die Forschung genau in diesem Bereich weiter voranzutreiben. Wie weit man ist, das hat Alex Hofmann, unserer Redaktionsleiter des CEO-Table, mit Francesco Ciortino, dem CEO von Proxima Fusion, besprochen.

Sprecher 5: Herzlich willkommen, Francesco Shortino, hier im Podcaststudio von Table Briefings.

Sprecher 6: Vielen Dank, ich bin sehr froh, hier zu sein.

Sprecher 5: Wann haben wir Fusionskernkraftwerke in Deutschland?

Sprecher 6: Wir werden die erste, first of all, kind. Fusionkraftwerke in die 30er Jahre und dann in die 40er Jahre. Wir werden ein Wachstum von Fusionkraftwerken und wir müssen sehr schnell dann bauen.

Sprecher 5: Seit meiner Kindheit ist Fusionsenergie immer so zwei, drei Jahrzehnte weit weg und das hat sich aber nie verändert. Das ist immer der gleiche Zeitraum geblieben, den man so vor sich her schiebt.

Sprecher 6: Aber jetzt, wir haben Privatfirmen, die dabei sind und wir haben verschiedene Arten von Fusionforschung, die kommen an die Wendepunkt. Wo wir denken, jetzt wir können ein kommerzielles Fusionkraftwerk bauen. Es ist nicht wie vor 30 Jahren. Jetzt ist es eine sehr interessante Zeit.

Sprecher 5: Die Regierung hat in den Koalitionsvertrag reingeschrieben, dass unbedingt das erste Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland stehen soll. Es soll endlich eine eigene Regulierung geben für Fusionskraftwerke, damit es nicht mit Atomkraft unter einen Hut fällt. Was ja sehr restriktiv dann für euch wäre. Und ihr habt eine Finanzierungsrunde über 200 Millionen Euro abgeschlossen. Was sind denn jetzt eure Next Steps? Wie geht es denn von hier aus weiter?

Sprecher 6: Ja, jetzt mit 200 Millionen Euro, wir werden kein Kraftwerk bauen, aber wir können unsere Forschung und Entwicklung sehr schnell machen. Bis 2027, wir arbeiten über die stärksten Magneten auf der Welt und wir arbeiten über das Design von einer Nettoenergie. Also das wird ein Stellarator sein. Ein Stellarator ist eine Magneteinschlusstechnologie, wo Deutschland wertführend ist. Wir haben in Deutschland den dicksten Stellarator auf der Welt. Das heißt, Wenderstein 7X ist in Greifswald. Wir sind als Firma die erste Ausgründung aus dem Max-Planck-Institut für Plasma-Physik. Wir gehen so schnell wie möglich und wir haben das Geld dafür. Wir wollen echt diese neue Stellarate bauen.

Sprecher 5: Stand jetzt ist es aber so, dass ihr zwar zeigen konntet, dass das in der Theorie funktioniert, aber das in der praktischen Umsetzung, sprich es kommt mehr Energie raus, als man reinpackt, das konntet ihr noch nicht nachweisen.

Sprecher 6: Wir wissen genau, dass das möglich ist. Es gibt keine große Roadblocker von der Wissenschaft. Die Frage jetzt ist, können wir das kommerziell machen und wie schnell können wir das machen? Und dafür, wir werden mehr als ein Milliarde Euro brauchen. Und wir suchen eine privat-öffentlich Partnerschaft mit dem Max Planck, aber auch mit den Regierungen, vielen anderen Universitäten und Forschungsinstituten in Deutschland.

Sprecher 5: Du sprichst mit vielen Politikern, gerade genau mit dem Ziel eben, an mehr Unterstützung vom Staat zu kommen. Wie laufen die Gespräche? Läufst du da offene Türen ein oder merkt man da Widerstand?

Sprecher 6: Was wir jetzt mit einem solchen Projekt brauchen, ist ein wenig Sense of Urgency. Wir brauchen... dass unser Ecosystem versteht, dass wir nicht mehr Zeit haben. Die Diffusion ist jetzt hier. Es ist nicht eine Frage von wann, es ist eine Frage von wo das passiert. Und Proxima ist jetzt in einem Moment, wo wir können da eine wichtige Realität von Europa sein. Und wir haben eine prima Partnerschaft mit dem Max-Planck-Institut. Wir sehen, dass die deutsche Regierung will ein Fusion-Leichtum-Projekt. Wir brauchen Geschwindigkeit am Moment.

Sprecher 5: Euer Wettbewerber Marvel Fusion ist ja um einen Demonstrator zu bauen in die USA gegangen, weil da so ein Public-Private-Partnership viel, viel einfacher ist. Habt ihr auch schon mit dem Gedanken gespielt?

Sprecher 6: Wir sind eine europäische Firma. Wir werden nicht nach San Francisco gehen. Es macht keinen Sinn für uns. Europa braucht ein solches Leuchtturmprojekt und Deutschland ist in Magneteinschlusstechnologie, in Fusion, weltweit führend. Deshalb ist es unsere Mission, hier die erste Stellarator-Fusionkraftwerk zu bauen.

Sprecher 5: In den USA haben ja Microsoft und Google schon mit privaten Fusionsfirmen Abnahmeverträge abgeschlossen, was ja auch so eine Art der Vorfinanzierung ist, weil auch die können ja noch nicht wirklich Energie liefern. Würdest du dir sowas auch von der deutschen Industrie wünschen?

Sprecher 6: Die europäische Industrie ist ziemlich konservativ. Man könnte sagen, wir kommen an den Zeitpunkt, wo wir brauchen mehr Innovationen für die Industrialisierung in Deutschland zu bleiben. Jetzt, wir brauchen Privatinvestoren, wir brauchen auch die Industrie und Regierung, zusammenzukommen, sodass wir diese Schlüsseltechnologie in Zukunft bringen können.

Sprecher 5: Wenn man mal ins Ausland guckt, sieht man ja einen sehr, sehr starken Wettbewerb. In Großbritannien passiert viel, in den USA passiert viel, in China sowieso. Da sind ganz andere Summen, die da bereitgestellt werden vom Staat, von der Wirtschaft. In China natürlich hauptsächlich durch den Staat gesteuert. Mit dem ehrgeizigen Ziel, wirklich hier das erste Fusionskraftwerk der Welt zu haben, ist das in Anbetracht dieses wahnsinnigen internationalen Wettbewerbs überhaupt noch möglich?

Sprecher 6: Wir sind am Beginn einer neuen Ära von Fusionfirmen, die versuchen, das erste Kraftwerk zu bauen. Am Moment mehr als 10 Milliarden von Dollar in Fusion investiert sind. Die USA hat die Mehrheit. China hat vor ein paar Jahren sehr stark investiert. Und Europa ist am Moment ein wenig zurück. Proxima mit 200 Millionen. Ist dabei. Wir sind jetzt eine von den zehn mehr kapitalisierten Firmen auf der Welt. Wir sind die größte Stellarato-Firma auf der Welt, aber wir haben viel zu tun. Wir brauchen, dass Privatinvestoren mit der Regierung zusammenarbeiten können. Es ist ein wichtiger Moment.

Sprecher 5: Wir hatten ja vorhin auch schon kurz angesprochen, die Zeit von jetzt bis es Fusionsenergie gibt. Wie sieht denn aus deiner Sicht so ein guter Energiemix bis dahin aus? Weil jetzt wird gerade ja auch wieder sehr viel drüber gesprochen, ob wir wieder Gaskraftwerke bauen. Ich glaube, letzten Endes werden wir nicht drum rumkommen. Aber wie viele, dann ist die Frage, wie viel Geld wird jetzt in Gaskraftwerke? investiert, wo es doch vielleicht sinnvoller in andere Energietechnologien investiert wäre. Wie ist dein Blick darauf?

Sprecher 6: Ich denke, Deutschland braucht eine pragmatische Strategie am Moment. Die Energiepreise sind viel zu hoch. Wir brauchen Lösungen jetzt, aber wir müssen auch über unsere Unabhängigkeit sprechen. In Energie darüber denken und deshalb wir müssen auch in Innovation investieren. Wenn man schaut nach 15 Jahren, wir brauchen Fusion. Wir haben keine gute Alternative für saubere, sichere Energie, die Grünlast. Wir brauchen jetzt Solar, wir brauchen Wind, leider wir brauchen auch Gas. Aber wenn wir echt über Klimawandel arbeiten wollen, dann brauchen wir diese saubere, sichere Energietechnologie. Und Fusion kann da sein.

Sprecher 5: Francesco, ganz herzlichen Dank für das Gespräch. Das war dein erster Podcast auf Deutsch. Wir fühlen uns sehr, sehr geehrt, dass du heute bei uns warst und wünschen euch viel Glück.

Sprecher 2: Vielen Dank. Es war ein Vorhinein.

Sprecher 3: Mick war noch was.

Sprecher 2: Dino-Freunde, liebe Helene, zum Beispiel mein Sohn vor wenigen Jahren noch, müssen jetzt besonders gut aufpassen. Denn ein Dino-Park in New Jersey muss schließen und verkauft seinen riesigen, überlebensgroßen Dino-Statut bei Facebook. Und die Dinger kosten zwischen 500 und 3500 Dollar. Also es ist echt ein Schnäppchen eigentlich. Allerdings, kleiner Haken, gerade für uns Europäer, man muss sich das Ding schon selber holen, selber demontieren und um den Transport kümmern. Aber wer ein echter Dino-Fan ist, für den dürfte das natürlich kein Thema sein.

Sprecher 3: Da hoffe ich jetzt einfach, dass meine beiden Jungs, die beide immer noch ziemliche Dino-Fans sind, das jetzt nicht hören und nicht überreden, das zu bestellen.

Sprecher 2: Ein kleiner Tyrannosaurus Rex bei dir auf dem Balkon.

Sprecher 3: Ja, herrlich. Aber das Aufbauen ist sicherlich nicht das Schlimmste an der Sache. Da spiele ich doch lieber mit meinen Kindern weiterhin das Dino Memory mit diesem wunderbaren Namen von Deinychos und Ankylosaurus. Das ist der mit der Knochenkugel hinten dran, wer es kennt. Das ist echt super, da lerne ich jedes Mal noch dazu.

Sprecher 2: Der Preis für einen T-Rex jedenfalls beginnt bei 2700 US-Dollar. Und der Chef dieses Parks, Guy Gzel, hat gegenüber der New York Post gesagt, Wohlhabender Mensch außerhalb dieses Landes wolle den T-Rex einfach in seinem Garten haben. Wir sind gespannt. Manches Leben muss eben größer sein als andere Dinge.

Sprecher 7: Wenn Sie mögen, sind wir Dienstag wieder da. Bis dahin, tschüss.