Kommt jetzt der Aufschwung?
Dauer: 24:03

Kommt jetzt der Aufschwung?

Spitzenvertreter der Wirtschaft haben Bundeskanzler Friedrich Merz im Kanzleramt die angespannte Lage geschildert. „Deutschland braucht mehr, Deutschland kann mehr", sagt BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter im Gespräch mit Helene Bubrowski. Die Verbände drängen auf eine Sozialstaatsreform, weniger Bürokratie und Veränderungen am Arbeitsmarkt. 

[04:43]


Donald Trump hat vor der UN-Vollversammlung eine einstündige Rede gehalten. Der US-Präsident griff die Vereinten Nationen scharf an und warf ihnen vor, Migration zu finanzieren. Die Klimakrise bezeichnete er als „größten Betrug der Welt".

[13:02]


Verkehrsminister Patrick Schnieder sorgt mit seiner neuen Bahnstrategie für Diskussionen. Christian Kern, ehemaliger österreichischer Bundeskanzler und Ex-ÖBB-Chef, sieht drei akute Probleme: marode Infrastruktur, fehlende Motivation beim Personal und drastisch gestiegene Trassenpreise. „Das muss gelöst werden, nicht 2027 oder 2028, sondern jetzt."

[10:26]



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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Rekordinvestitionen, Wirtschaftswende, es geht allmählich aufwärts. So lautet zumindest der Plan der Bundesregierung für das Jahr 2026. Heute wird der Bundeskanzler im Bundestag das alles versprechen. Aber was sagt die Wirtschaft? Wir sprechen mit dem Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter.

Sprecher 3: Donald Trump und die Vereinten Nationen, konnte das gut gehen? Nein, ist die klare Antwort. Eine Stunde hat der US-Präsident bei der UN-Vollversammlung gewütet und zwar ungefähr gegen jeden und jede. Ein Best-of, wenn man das denn so nennen kann, gleich bei uns.

Sprecher 2: Friedrich Merz hat es in diesen Tagen nicht leicht. Am Montag gab es eine schwierige Fraktionssitzung. Die Abgeordneten sind sauer, weil es angeblich zu wenig Geld für den Autobahnausbau gibt. Und sie stellen sich hinter ihren Verkehrsminister Patrick Schneider. All das gleich in einem kurzen Update.

Sprecher 3: Gestern Abend hat sich etwas Unglaubliches, man muss schon sagen, Ungehöriges ereignet. FV Wannsee Allstars hat tatsächlich nicht gewonnen gegen den FC Bundestag. Aber natürlich sind sie die Sieger der Herzen. Und eine Bitte doch an Außenminister Wadephul, künftig nicht nach New York zu fahren und Fußballer des Journalistenteams mitzunehmen, wenn sie gegen die Abgeordneten antreten sollen.

Sprecher 2: Und wir starten heute an diesem Mittwoch, den 24. Am 1. September unsere Sonderserie im ESG-Table zur Biodiversität. Das legen wir Ihnen sehr ans Herz. Schauen Sie doch einfach mal bei table.media. ESG hinein. Bestellen Sie das Briefing. Einfach mal vier Wochen gratis. Los geht's.

Sprecher 3: 520 Milliarden Euro will die Regierung im nächsten Jahr ausgeben. Ganz schön viel Geld, 18 Milliarden mehr als in diesem Jahr. Auch die Neuverschuldung steigt weiter auf 90 Milliarden Euro. Ganz schöne Summen.

Sprecher 2: Ja, und dazu kommen ja noch 84 Milliarden Euro für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz. Und natürlich auch noch die Bundeswehr mit ihrer Bereichsausnahme von der Schuldenbremse macht 174 Milliarden Euro neue Schulden. Also das müsste doch eigentlich alles der Impuls sein, den diese Regierung für die Wirtschaftsbelebung versprochen hat, oder?

Sprecher 3: Jedenfalls haben wir die zweite Haushaltswoche schon im Bundestag. Die vergangene Woche wurde verhandelt über den Etat 2025, den die Ampel ja nicht hinbekommen hatte. Jetzt geht es in dieser Woche um 2026. Gestern hat der Finanzminister Lars Klingbeil gesprochen.

Sprecher 4: Und für den kommenden Haushalt will ich das mal sehr konkret machen. 2026 werden wir Rekordinvestitionen haben. Im Kernhaushalt bleiben wir weiter, und das ist ja uns allen wichtig, bleiben wir weiter bei einer Investitionsquote von über 10 Prozent. Wir investieren also massiv in die Zukunft des Landes. Und natürlich habe ich auch, und das trifft auf uns alle sicherlich zu, In den letzten Wochen in Gesprächen immer wieder gemerkt, wie schwierig das ist zu erklären den Bürgerinnen und Bürgern, dass wir auf der einen Seite massiv jetzt in die Zukunft unseres Landes investieren, auf der anderen Seite wir aber auch gefordert sind, im Kernhaushalt massiv zu sparen.

Sprecher 3: Da ahnt man schon, was andere drüber denken, die beim Thema Investition sofort darüber nachdenken, dass das Sondervermögen ja eigentlich hätte anders ausgegeben werden sollen.

Sprecher 2: Dafür hat ja auch der Kanzler jetzt einen neuen Mann beauftragt, nämlich Martin Blessing, den ehemaligen CEO der Commerzbank, der jetzt diese Investitionen auch wirklich ins Land holen soll und der zentrale Ansprechpartner für die Investoren. Aber Helene, die internationale Stimmung ist, glaube ich, noch nicht so, wie es Friedrich Merz gerne hätte. Die OECD hat ihre Wachstumsprognose wieder nach unten korrigiert, leicht um 0,1 Prozent. Jetzt erwarten sie nur noch 0,3 Prozent in diesem Jahr. Das ist schon bitter. Wir sind letzter im OECD-Vergleich.

Sprecher 3: Ja, wobei ich immer vorsichtig bin bei diesen ganzen Geschichten. Rote Laterne, wie oft haben wir es schon gehört. Ich finde ja, Wirtschaft ist auch Psychologie. Wir sollten uns nicht beteiligen am Schlechtreden dieses Landes. Aber was natürlich stimmt, ist nach drei Jahren Rezession ist jetzt in diesem Jahr 0,3 ist ja auch ein faktischer Stillstand. Im nächsten Jahr rechnet man jetzt mit 1,1 Prozent. Das geht nach oben, aber natürlich viel zu langsam.

Sprecher 2: Du hast wie immer recht mit dem Schlechtreden, aber die Wirtschaftsverbände, auch die Vertreter der Unternehmen in Deutschland, sie waren ja positiv. Sie haben diesen Staat, diese Regierung, wie ich finde, sehr konstruktiv begleitet. Sie werden aber jetzt allmählich auch unzufrieden und ungeduldig. Sie waren ja jetzt am Montag beim Kanzler, die Vertreter der vier großen Wirtschaften. Also der DIHK-Chef Peter Adrian war da, der Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger mit seinem Geschäftsführer Steffen Kampeter, der BDI-Chef Peter Leibinger und der Handwerkspräsident Jörg Dietrich. Die kommen ja nicht einfach alle nur so mal eben zum Kanzler.

Sprecher 3: Ja, mit einem, der dabei war am Montagabend im Kanzleramt, haben wir gesprochen. Steffen Kampeter von der BDA. Und von ihm wollten wir mal wissen, ob das eigentlich ein Krisentreffen war. Hallo, schön, dass Sie da sind, Herr Kampeter.

Sprecher 5: Danke für Ihr Interesse.

Sprecher 3: Ja, sagen Sie mal, Sie waren im Kanzleramt. Was haben Sie denn mit dem Kanzler da besprochen?

Sprecher 5: Vertrauliche Gespräche bleiben weiterhin vertraulich, aber es ist ja kein Geheimnis, dass die Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände die Regierung auffordern, jetzt Reformen anzutreiben und sich nicht zufrieden zu geben mit dem, was im Koalitionsvertrag steht. Deutschland braucht mehr, Deutschland kann mehr und das bedeutet aus Sicht der Arbeitgeberverbände unter anderem eine umfassende Sozialstaatsreform, nicht mit der Kettensäge, wie manche befürchten, sondern mit Maß und Mitte. Aber die Bezahlbarkeit des sozialen Sicherungssystems ist mittelfristig nicht mehr gewährleistet und dann wird Deutschland nicht an der Spitze, sondern auf den Abstiegsplätzen der internationalen Wirtschaftsentwicklung stehen.

Sprecher 3: War das ein Krisentreffen, würden Sie das so bezeichnen? Ist die Stimmung in der Wirtschaft so schlecht, dass Sie zweifeln, ob der Kanzler es kann?

Sprecher 5: Also wir haben uns in den letzten sieben Tagen zum einen mit der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und zum anderen mit dem Bundeskanzler Friedrich Merz. Beide Treffen haben eine gewisse Kontinuität. Angela Merkel hat die für Wirtschaftspräsidenten regelmäßig eingeladen. Das hat der Nachfolger ebenso gemacht. Und jetzt führt das Friedrich Merz vor, dass im Augenblick die wirtschaftliche Lage eine Herausforderung ist. Es ist weder ein Geheimnis noch eine besonders erwähnenswerte Tatsache, dass wir uns darüber austauschen. Die Regierung muss handeln. Das ist unsere öffentliche Botschaft.

Sprecher 3: Was ist denn von dem, was getan werden muss? Da liegt ja viel auf dem Tisch. Viele Forderungen wurden erhoben. Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Punkte?

Sprecher 5: Ich glaube, Nummer eins ist, dass der in der nächsten Woche oder übernächsten Woche stattfindende Klausurgipfel zur Staatsmodernisierung und Entbürokratisierung etwas bringt, was zeitnah in den Betrieben zu einer bürokratischen Entlastung führt. Zweitens ist enorm wichtig, dass die Krankenversicherungsbeiträge und andere Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr tatenlos nach oben schießen und dass der Koalitionsvertrag dahingehend interpretiert wird, dass wir eine Sozialabgabenbremse brauchen. Es wird ehrlich gesagt nicht mehr möglich sein, die Investitionen nach oben zu ziehen, wenn Deutschland an der Spitze der Arbeitskosten liegt. Und drittens, ich glaube, dass wir eine Arbeitsmarktreform brauchen, die insbesondere die Verzahnung von Arbeit und Nichtarbeit intensiviert. Es geht dabei weit über die Missbrauch und Clankriminalität hinaus. Solche Themen wie Transfer in... Zugsraten, also die steuerliche Verbindung von Arbeit und Nichtarbeit müssen auf den Tisch und angegangen werden.

Sprecher 3: Wir haben jetzt bei uns heute den Verdi-Chef Wernicke im Interview in unserem ESG-Table und der sagt, die Gegner von Arbeitnehmerrechten nutzen die Situation der wirtschaftlichen Schwäche, um Axt anzulegen an grundlegende Schutzrechte. Was ist Ihre Antwort?

Sprecher 5: Das ist ja hanebüchener Unsinn. Es geht hier um den Erhalt des Sozialstaates durch Reform. Denn der Sozialstaat, der nicht mehr finanzierbar ist, wird mit radikalen Reformen zu reformieren sein. Je früher man anfängt, umso sozialer, umso gerechter und umso nachhaltiger wird die Substanz des Sozialstaates erhalten. Wir stehen zur sozialen Marktwirtschaft, aber wir stehen auch zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist die Grundvoraussetzung für die Finanzierbarkeit des sozialen Ausgleichs und der sozialen Sicherungssysteme. Herr Wernicke dreht die Ursache und Wirkung auf den Kopf und redet, glaube ich, eher im Hinblick auf seine Gewerkschaftsmitglieder als im Blick auf die verantwortliche Gestaltung der Zukunft Deutschlands.

Sprecher 3: Das liegt Ihnen natürlich völlig fern, Herr Kampeter.

Sprecher 5: Ich glaube, Frau Borowski, um das mal klar zu sagen, wir haben ein Interesse, dass möglichst viele Menschen bei uns in unseren Betrieben möglichst produktiv tätig sind. Das ist unsere unternehmerische Herausforderung. Wir konzentrieren uns nicht nur auf die eine Seite, dass wir Gewinne und Investitionen finanzieren können, sondern wir wissen, dass die Zufriedenheit unserer... unserer Beschäftigten ein wesentlicher Standortfaktor ist. Und deswegen glaube ich, dass wir einen gesamtwirtschaftlichen korrekten Blick haben.

Sprecher 3: Ich wollte Sie ja nur ein bisschen ärgern, Herr Kampeter. Und jetzt kommt noch eine letzte ernste Frage. Und zwar, man hört ja nun aus der Wirtschaft...

Sprecher 5: Ich habe mich ja gerne ärgern lassen. Ja, das weiß ich.

Sprecher 3: Deswegen habe ich es ja auch getan. So, aber jetzt nochmal ernsthaft bitte. Man hört aus der Wirtschaft von verschiedenen Stellen schon eine ziemliche Frustration über diese Bundesregierung, in die man ja so hohe Erwartungen gesetzt hat. Friedrich Merz hat jedenfalls in der ersten Zeit einen sehr dezidierten Wirtschaftswahlkampf gemacht. Das ändert sich in der letzten Phase. Aber wie enttäuscht sind Sie und wie viel Vertrauen haben Sie, dass Schwarz-Rot diese Reformen jetzt im Herbst oder wahrscheinlich wird es dann eher der Winter, vielleicht sogar das Frühjahr, auf die Kette kriegt?

Sprecher 5: Also richtig ist, die Erwartungen sind hoch und sie sind nicht erfüllt worden. Aber es ist natürlich auch Ergebnis eines Wahlergebnisses, was sich manche in der Wirtschaft so nicht gewünscht haben. Und deswegen muss man auch in der Kritik Maß und Mitte walten lassen. Wir haben den Eindruck aus den Gesprächen der vergangenen Tage, sowohl bei der Spitze der EU-Kommission, aber auch an der Spitze der Bundesregierung, ist die Ernsthaftigkeit der Lage angekommen. Und jetzt muss im Rahmen des konstitutionell und politisch Möglichen das getan werden, was zu tun werden ist. Weg mit Selbsterfahrung, weg mit Streit, vorwärts für Reformen, vorwärts für Entscheidungen.

Sprecher 3: Vielen Dank, Herr Kambeter, dass Sie heute bei uns waren.

Sprecher 5: Herzlich gerne.

Sprecher 2: Ja, Friedrich Merz hat ein Problem, aber Patrick Schieder hat auch ein Problem, denn er ist ja der Verkehrsminister, der gerade eine neue Bahnstrategie vorgestellt hat. Und die stößt auch auf Kritik, vor allem im eigenen Lager, nämlich im Bahnaufsichtsrat bei den Gewerkschaften. Die wollen seinen Vorschlag von Schieder für die Infrastruktursparte, also für den Herren der Netze, Dirk Rompf, heißt der Mann, Professor für Mobilität. Der war früher auch schon mal im Vorstand der Bahn tätig unter einem gewissen Ronald Profaller. Gilt als CDU-nah und kommt bei den Gewerkschaften gar nicht so gut an. Die wollen ihn verhindern, während sie die Chefin Evelyn Paller ganz gut finden. Das müssen wir mal besprechen mit einem, der sich auskennt, nämlich dem ehemaligen Chef der österreichischen Bundesbahn, Christian Kern, der auch Bundeskanzler war, dieses wunderbaren Nachbarlands und der Evelyn Paller und auch die Strategie der Deutschen Bahn ganz gut kennt. Einen schönen guten Tag, Herr Kern. Die erste Frage natürlich, was kann diese neue Bahnchefin, die Sie ja von der österreichischen Bundesbahn ganz gut kennen sollten?

Sprecher 6: Die Deutsche Bahn zu führen ist wahrscheinlich eine der schönsten, aber auch eine der komplexesten Aufgaben, die man sich vorstellen kann. Evelyn Baller ist ausgezeichnet darauf vorbereitet. Sie bringt alles mit, um dabei Erfolg zu haben. Vor allem hat sie auch verstanden, dass die wichtigste Ressource des Unternehmens die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind. Die hatten zuletzt wenig zu lachen, weiß das allerdings aus meiner eigenen Erfahrung. Die sind wirklich außergewöhnlich professionell und auch kompetent. Und die wieder zu mobilisieren. wird mit Sicherheit eine der ganz großen Herausforderungen sein. Die zweite liegt natürlich in der Sanierung der Infrastruktur, aber die dritte auch darin, das nicht so zu machen, dass man in Wahrheit den Güterverkehr und den Fernverkehr dabei versenkt. Und wir haben zuletzt gesehen, dass allein in den letzten drei Jahren die Trassenpreise für die Bahnnutzung um über 111 Prozent gestiegen sind. Das ist absurd, hält keinem Vergleich mit der Straße stand. Dazu sind Mehrkosten durch die Renovierung der Strecken gekommen für Umwegverkehre, höhere Energie, höhere Personalkosten, höhere Kapazitätskosten für viele Unternehmen. Das muss man in den Griff kriegen, weil sonst ist das eine Mission impossible im Güterverkehr und im Fernverkehr. Da darf man dann auch nicht das Management bezichtigen, weil selbst wenn Sie den Stephen Jobs exhumieren, wird das Ergebnis nicht besser sein. Das wird sich nicht ausgehen. Das muss man lösen. Da ist die Politik gefordert und das muss gelöst werden. Und zwar nicht 2027 oder 2028 oder irgendwann, sondern das muss jetzt passieren.

Sprecher 7: And I don't mind making this speech without a teleprompter because the teleprompter is not working. I feel very happy to be up here with you, nevertheless. And that way you speak more from the heart. I can only say that whoever's operating this teleprompter is in big trouble.

Sprecher 3: Donald Trump sprach also ohne Manuskript und das hatte Konsequenzen. Seine Rede dauerte nicht nur deutlich länger als geplant. Eine Viertelstunde sollte er reden und er sprach eine Stunde lang, sondern seine Redenschreiber konnten auch nicht das Schlimmste verhindern, sondern der Mann holte aus zu einem Rundumschlag an Vorwürfen, Belehrungen, Beleidigungen und natürlich einer ordentlichen Portion Eigenlob. Das wollen wir Ihnen hier kurz aufbereiten. Hauptgegner, so schien es in seiner Rede, ist die Organisation, vor der Donald Trump sprach, nämlich die Vereinten Nationen.

Sprecher 7: What is the purpose of the United Nations? The UN has such tremendous potential. I've always said it. It has such tremendous, tremendous potential. But it's not even coming close to living up to that potential. For the most part, at least for now, all they seem to do is write a really strongly worded letter. Never follow that letter up. It's empty words.

Sprecher 3: Er wirft der Organisation vor, ihm nicht geholfen zu haben, die Kriege zu beenden. Trump behauptet, er habe sieben Kriege auf der Welt beendet und natürlich habe er dafür den Friedensnobelpreis verdient. Und er wirft den Vereinten Nationen vor, dass alles, was er bekommen habe, eine kaputte Rolltreppe auf dem Weg zur Vollversammlung sei, wobei die First Lady fast hingefallen war und ein kaputter Teleprompter.

Sprecher 7: All I got from the United Nations was an escalator that on the way up stopped right in the middle. If the First Lady wasn't in great shape, she would have fallen. But she's in great shape. We're both in good shape. We both stood.

Sprecher 3: Ja, da lachten noch einige der versammelten Staats- und Regierungschefs. Aber das Lachen sollte ihnen bald vergehen, als Trump weiter wütete. Da war es doch ziemlich still im Raum. Keine Hand regte sich zum Klatschen und auch ansonsten ziemlich fassungslose Mienen. Denn es ging weiter mit einem Bashing auf die Vereinten Nationen. Sie lösten nicht nur nicht die Probleme, sondern sie schafften auch noch neue Probleme. Und dann kam er zu einem seiner Lieblingsthemen, nämlich die unkontrollierte Migration.

Sprecher 7: The United Nations is funding an assault on Western countries and their borders. In 2024, the UN budgeted $372 million in cash assistance to support an estimated 624,000 migrants journeying into the United States. Think of that. The UN is supporting people that are illegally coming into the United States, and then we have to get them out. The UN also provided food, shelter, transportation, and debit cards to illegal aliens. Can you believe that? On the way to infiltrate our southern border.

Sprecher 3: Und er warf natürlich auch den Europäern vor, das Migrationsproblem nicht in den Griff zu bekommen. Europa ist in großen Schwierigkeiten, so Donald Trump.

Sprecher 7: Europe is in serious trouble. They've been invaded by a force of illegal aliens like nobody's ever seen before. And because they choose to be politically correct,

Sprecher 3: Ein ganz leichten Anflug von Selbstkritik konnte man hören mit Blick auf die Ukraine. Zwar sagte er, das sei nicht sein Krieg, aber er gab zu, dass er sich etwas getäuscht habe. Er hätte gedacht, diesen Krieg sehr schnell zu beenden. Schließlich habe er so gute Beziehungen zu Putin. Aber wir wissen natürlich alle, dass das nicht geklappt hat. Aber die Schuld gibt er dann auch direkt an die Europäer weiter, indem er ihnen vorwirft, dass sie weiterhin Öl und Gas aus Russland kaufen.

Sprecher 7: I mean, you're much closer to the city. We have an ocean in between. You're right there. And Europe has to step it up. They can't be doing what they're doing. They're buying oil and gas from Russia. While they're fighting Russia. It's embarrassing to them, and it was very embarrassing to them when I found out about it, I can tell you that. They have to immediately cease all energy purchases from Russia. Otherwise, we're all wasting a lot of time.

Sprecher 3: Ziemlich unglaublich war dann auch das, was Trump über die Klimakrise sagte, die er als den größten Betrug bezeichnete, der jemals an der Welt... begangen wurde.

Sprecher 7: The carbon. Footprint is a hoax. Made up by people with evil intentions.

Sprecher 3: Das ist Fake News in reinen Formen. Es ist eine Verschwörungstheorie, die der amerikanische Präsident da von sich gibt. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass dieser Tage auch in New York wichtige Klimaverhandlungen stattfinden. Da kommt das wirklich zur Unzeit einiges Kopfschütteln, auch unter den Staats- und Regierungschefs. Johann Wadephul, der deutsche Außenminister, saß da auch und es regte sich gar nichts in seinem Gesicht. Man kann sich aber ungefähr vorstellen, was er gedacht hat. Denn Trump holte dann auch wieder nach gegen Deutschland aus. Deutschland habe einen sehr kranken Weg, so Trump, sowohl in der Migrationspolitik als auch eben in der Energiepolitik. Die Deutschen wollten grün werden und gingen pleite, so hat das gesagt, und ging dann zu einem Lob über für die neue Regierung. Wir haben ja schon gesehen, dass Herr Bundeskanzler Friedrich Merz ganz zugetan ist. Zweimal hat er ihn jetzt im Oval Office schon empfangen und beide Male hat er mit ihm rumgescherzt. Und aus Sicht von Merz ist alles gut gelaufen. Und in der Tat sagt Trump jetzt, die neue Regierung gehe in die richtige Richtung. Allerdings so ganz, was die neue Regierung treibt, hat er dann auch nicht verstanden. Denn er behauptet, die gingen zurück zu fossiler Energie. Da könnte man jetzt viel zu sagen, was Katharina Reich ist, neuer Kurs eigentlich. Aber auch zur Atomenergie und das stimmt ja so jedenfalls nun wirklich auch nicht, auch wenn vielleicht einige der CDU sich das wünschen.

Sprecher 7: Germany was being led down a very sick path. They were going green and they were going bankrupt. And the new leadership came in and they went back to where they were with fossil fuel and with nuclear, which is good. And they're doing well. I give Germany a lot of credit for that. They've said this is a disaster what's happening.

Sprecher 3: Tja, was bleibt jetzt von dieser Rede? Wir haben einen Donald Trump erlebt, der das sagt, was er wahrscheinlich denkt oder das sagt, was die Magerbewegung hören will, der ziemlich erratisch ist, aber in einem doch sehr klar ist, wir Europäer können uns auf diesen Mann nicht verlassen.

Sprecher 8: Ein kurzer Nachbericht vom Spiel der FV Wannsee Allstars gegen den FC Bundestag. Michael Brücker hat es ja die letzten Tage und Wochen schon fast groß angekündigt, dass dieses Spiel gestern Abend stattgefunden hat. Es sollte der große Tag der FV Wannsee Allstars werden, aber am Ende wurde es ein sportlicher Misserfolg. Und neben diesem sportlichen Misserfolg gab es dann aber tatsächlich auch etwas Ungewöhnliches bei so einem Benefiz- und Freundschaftsspiel zu sehen. Eine gelb-rote Karte. Und den Übeltäter haben wir jetzt direkt hier vom Mikrofon erzählt. Was war denn da los?

Sprecher 9: Also ich habe eine gelbe kassiert und auf einmal zuckt der Schiri dann noch die rote hinterher. Er dachte, ich hatte schon eine gelbe. War aber ein Fehler. Ich habe gesagt, lieber Schiri, bitte schau nach. Ich hatte noch keine gelbe. Turns out, ich hatte recht. Also er hat sich einfach vertan. Aber gut, kann passieren. Mit der gelben kann ich leben. Gelb-rot wäre auch ein bisschen hart gewesen.

Sprecher 8: Super, vielen Dank dafür. Kommen wir zum Kapitän des FV Wannsee. Michael Brücker. Angekündigt war ein Fallrückzieher-Tor und ein 4-0 für die Wannsee Allstars. Es ist ein 3-2 geworden ohne ein Tor von dir. Erklärung bitte.

Sprecher 2: Erhebliche konditionelle Mängel. Allerdings muss ich auch sagen, mir fehlte die Unterstützung aus dem Mittelfeld. Da kamen keine Pässe. Mich hat kaum einer gesehen, obwohl ich sehr gut gelaufen bin.

Sprecher 8: Bitte konkrete Namen. Wer hat dich vernachlässigt?

Sprecher 2: Ja, vor allem Micky Beisenherz.

Sprecher 8: Micky Beisenherz steht direkt daneben. Micky Beisenherz, was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?

Sprecher 2: Ja, also er hatte auf jeden Fall mehr Kontakt.

Sprecher 8: ins politische Berlin als mit dem Ball auf dem Feld. So viel kann man schon mal sagen. Wir fragen mal ganz kurz beim Gegner nach. Wer hat recht? Micky Beisenherz oder Mick Bröker?

Sprecher 10: Jetzt muss ich vorsichtig sein. Der eine schreibt mehr über mich.

Sprecher 8: Aber Herr Günzler, als Kapitän des FC Bundestags, jetzt können Sie mal ganz kritisch den Gegner bewerten.

Sprecher 10: Also wir waren überrascht. Wir haben ihn stärker eingeschätzt nach dem Hinspiel. Und wir haben alles gegeben. Wir haben uns Wochen vorbereitet auf dieses Spiel. Weil Micky Bröcker immer gesagt hat, er wird es uns zeigen. Er hat die Schlachtzeilen für 4-0, 5-0 und 8-0 vorbereitet. Und eingesprochen, bitte. Das muss alles gelöscht werden, weil er jetzt Verlierer des Tages ist. Von daher, ich nehme an, dass er auch bei der Bild morgen als Verlierer des Tages ist.

Sprecher 8: So viel von dem Spielfeldrand des Spiels FC Bundestag gegen die Wannsee Allstars. Trauriges Ergebnis für Michael Bröcker. Sehr unterhaltsam für alle anderen. Morgen früh von 4 Uhr wieder Table Today.