Wie fossil ist RWE, Herr Krebber?
Dauer: 25:06

Wie fossil ist RWE, Herr Krebber?

RWE-Chef Markus Krebber fordert mehr Pragmatismus und Tempo. Die Ausschreibung für die neuen Gaskraftwerke muss aus seiner Sicht schnellstens erfolgen, um die Stromversorgung sicherzustellen. Es wird eng im deutschen Stromsystem durch den Wegfall der Kohlekraftwerke. Die Diskussion über die europäischen Klimaziele ist aus seiner Sicht unnötig: „Mein Wunsch wäre, dass wir endlich von den Zieldebatten wegkommen und uns darum kümmern, was aktuell getan werden muss, um die Energieversorgung zu verbessern."

[11:09]


Union und SPD haben sich auf eine neue Richterin für das Bundesverfassungsgericht geeinigt. Die Wahl fiel auf Sigrid Emmenegger, bisher Richterin am Bundesverwaltungsgericht. Damit scheint der Personalstreit der vergangenen Monate beendet.

[01:22]


EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will Sanktionen gegen Israel verhängen. Die Bundesregierung scheint nicht bereit, diese Entscheidung mitzutragen.

[05:40]


Putin testet die NATO mit russischen Drohnen über polnischem Luftraum. Der Vorfall rückt den Krieg näher an Deutschland heran. Heute - am bundesweiten Warntag - werden wir per Smartphone-Nachricht und auch Sirenengeheul daran erinnert: Der Ernstfall kann eintreten. Wie gut sind wir vorbereitet?

[07:59]



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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Endlich weißer Rauch in der Koalition. Union und SPD präsentierten gestern eine neue Richterin für das Bundesverfassungsgericht und eine Anfrage von Table beschleunigt den kommunikativen Vorgang. Wir blicken mal hinter die Kulissen.

Sprecher 3: Die Europäische Union streicht die Unterstützung für Israel und sanktioniert einige israelische Minister. Die deutsche Bundesregierung hadert mit dieser Entscheidung und sucht nach einem Weg. Und am Freitag könnte es zu einer weiteren schweren Belastung für das deutsch-israelische Verhältnis kommen.

Sprecher 2: Kriegstreiber Wladimir Putin testet den Westen und die NATO. Drohnen schwirren über polnischen Luftraum. Welche Konsequenzen diese Provokation haben könnte und wie Deutschland eigentlich auf eine solche Situation vorbereitet wäre, dazu gleich mehr.

Sprecher 3: Wie sieht die Zukunft der deutschen Energieversorgung aus? Auch das müssen wir uns heute mal angucken. Setzen wir weiter auf Erneuerbare oder brauchen wir die Gaskraftwerke doch länger als gedacht? Das fragen wir Markus Kreber, den Chef von RWE.

Sprecher 2: Und zum Schluss reden wir über eine Mannschaft, die ein echtes Team ist und das uns träumen lässt. An diesem Donnerstag, den 11. September.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: Es war die wohl wichtigste Personale dieses Sommers, zumindest für den Fortbestand dieser schwarz-roten Koalition. Die erste Richterkandidatin, die SPD vorgelegt hatte, hat am Ende nach großem Streit zurückgezogen. Jetzt nominieren Union und SPD gemeinsam eine neue Kandidatin für das höchste Gericht. Sigrid Emmenegger heißt sie. Und du, Helene, hast gestern sehr früh diesen Namen gehört und dann angefangen zu recherchieren. Aber das war alles nicht ganz einfach.

Sprecher 3: Es gab überhaupt nur einen ganz kleinen Kreis, der den Namen kannte in der SPD und Union und ganz wenige Oppositionspolitiker und die wiederum haben alle gemauert wie sonst was. Lustigerweise wusste ich auch nur den Nachnamen Emmenegger und habe dann herausgefunden, dass es zwei Juristinnen mit dem Namen Emmenegger gibt und zwar auch noch eine, Susann Emmenegger, die in Bern lebt, also in der Schweiz. Da dachte ich mir, sie wird es wahrscheinlich nicht sein, wobei sie, wenn ich es richtig gesehen habe, auch Deutsche ist. Nein, es ist Sigrid Emmenegger, eine Richterin am Bundesverwaltungsgericht.

Sprecher 2: Und wie man das so macht im Journalismus, man braucht immer mindestens noch eine zweite Quelle, um eine Geschichte auch wasserdicht zu machen. Und dann sind wir beide auf die Suche gegangen nach dieser zweiten Quelle und da war viel eisiges Schweigen und man versuchte alles Mögliche. Aber am Ende gab es dann doch eine Bestätigung. Und vor allem eine vorgezogene Kommunikation von Union und SPD, nämlich der beiden parlamentarischen Geschäftsführer.

Sprecher 3: Ja, Micha und ich, wir haben beide wahrscheinlich insgesamt, was war? 35 bis 40 SMS geschrieben an alle möglichen Leute. Die, die nicht geantwortet haben, haben wir dann nochmal angerufen. Also der richtig unangenehme Teil aus Sicht von Politikern, was Journalisten so machen können.

Sprecher 2: Die viele auch einfach dann doch nicht rangehen, wenn sie eigentlich wissen, was wir wollen.

Sprecher 3: Auch ostentativ zeigen, wie genervt sie sind und irgendwo verstehe ich das natürlich auch. Das hat aber dazu geführt, wie wir im Nachhinein herausgefunden haben, dass die SPD und Unionsleute gesagt haben, oh, wenn das jetzt schon Journalisten wissen, dann müssen wir wohl auch erstmal unsere eigenen Leute informieren. Und so haben Steffen Bilger und Dirk Wiese, die beiden parlamentarischen Geschäftsführer der Koalitionsfraktion, einen Brief geschrieben und haben Sigrid Emmen-Egger, ihren Fraktionen vorgestellt, vorgeschlagen und gesagt, sie hätten in Gesprächen einen sehr positiven Eindruck von dieser Kandidatin gewonnen. Sprich, bitte jetzt keine Kritik an dieser Frau, sondern einfach abstimmen. Und zwar ziemlich bald schon. Geplant ist die Abstimmung für den 26. September.

Sprecher 2: Es war jedenfalls ein Vertrauenstest für diese Koalition, denn man vermutet den jeweils anderen Partner natürlich als möglichen Durchstecher dieses Namens. Die Grünen sind verärgert, sie wollten mehr eingebunden werden. Die Linke, die will natürlich jetzt auch, da eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag notwendig ist, will auch eingebunden werden und man möchte auch sprechen mit der Union und nicht nur mit der SPD. Wir werden sehen, ob es am Ende reicht.

Sprecher 3: Es sieht aber alles danach aus, sowohl die Grünen als auch die Linken haben signalisiert, Wir wollen jetzt aber wirklich beim Zeitplan nochmal mitreden, aber am Ende will, glaube ich, niemand ernsthaft da die Zweidrittelmehrheit gefährden. Und da haben ja auch diese vier Fraktionen, also Union, SPD, Grüne und Linke, einige über den Durst. Wenn alle da sein würden, dann könnten so ungefähr 50 bis 60 Abweichler sich die leisten. Das heißt, selbst wenn der eine oder andere Linke den Kandidaten der Union nicht so toll findet, würden diese drei am Ende dann eben doch gewählt.

Sprecher 2: Aber nochmal zurück zu der Frau Helene. Wer ist sie eigentlich? Gibt es was, was man wissen sollte?

Sprecher 3: Sigrid Emmenegger ist seit 2021 Richterin am Bundesverwaltungsgericht, dort für ziemliche Schwarzbrot-Themen zuständig, also zuständig unter anderem für das Bau- und Bodenrecht, Recht des Ausbaus von Energieleitungen und das Denkmalschutzrecht. Und das zeigt schon ein bisschen, sie ist eine gute Juristin, die eine tolle Doktorarbeit geschrieben hat, die sehr viel beachtet wurde mit dem schönen Thema Gesetzgebungskunst. Übrigens bei Andreas Voskule, dem ehemaligen Bundesverfassungsgerichtspräsidenten. Sie ist aber niemand anders als Frau Kobrosius-Gerstorf, die durch politische oder pointierte, provokante Äußerungen bisher in Erscheinung getreten ist. Und deswegen ist auch die allgemeine Stimmung innerhalb des Bundestags, diese Frau kann man wählen.

Sprecher 5: We will put our bilateral support to Israel on hold. Second, we will propose sanctions on the extremist ministers and on violent settlers. And we will also propose a partial suspension of the association agreement on trade-related matters.

Sprecher 2: Israel und kein Ende, Helene. Schon wieder gibt es eine umstrittene Entscheidung, diesmal von der EU-Kommission. Neue Sanktionen gegen Israel und Deutschland. Die deutsche Bundesregierung weiß nicht, wie sie damit umgehen soll.

Sprecher 3: Ja, die deutsche Bundesregierung hat ja verbal verurteilt, was da passiert ist, kürzlich nämlich der Angriff Israels auf die Hamas-Führung in Katar. Das fand ja sogar der amerikanische Präsident nicht richtig. Also Israel wird kritisiert, aber die Bundesregierung will dann eben nicht so weit gehen, dass sie Sanktionen mitträgt. So sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille gestern, dass es im Europäischen Rat ja keine Mehrheit gebe für Sanktionen. Also die deutsche Bundesregierung eiert ein bisschen rum.

Sprecher 2: Ja, und am Freitag darüber ist noch gar nicht so diskutiert worden, steht eigentlich eine viel brisantere Abstimmung an, nämlich über die saudisch-französische Initiative, die New Yorker Erklärung zur friedlichen Beilegung der Palästina-Frage. Darin geht es um ein Rückkehrrecht, the right of return, was in Israel sehr kritisch gesehen wird, also ein Rückkehrrecht für alle Palästinenser. In die... Diese Gebiete für die Israelis ist das aus ihrer Sicht, und so war es in einem Regierungspapier zu lesen, de facto das Ende des jüdischen Staates. Es würde bedeuten, dass ca. 700.000 Palästinenser nach Israel zurückkehren. Und aus Israels Sicht wäre das die Existenzgefährdung Israels. Wenn Deutschland da mitstimmt am Freitag und danach sieht es jetzt aktuell aus, wäre das wohl auch ein Game Changer in den deutsch-israelischen Beziehungen.

Sprecher 3: Die Befürworter dagegen sagen, das ist doch so etwas wie die Zweistaatenlösung, das mit dieser Erklärung organisiert wird. Da gehen, wie so oft beim Thema Israel, die Meinungen auseinander. Das Ganze zusammenbringen und jedenfalls leiten, muss die neue Präsidentin der UN-Generalversammlung, sie ist gerade vereidigt worden und heißt Annalena Baerbock.

Sprecher 2: Russische Drohnen in Polen und damit auf NATO-Gebiet, das ist die neueste Stufe der Provokation aus dem Kreml. Die polnische Luftabwehr ist und bleibt in Alarmbereitschaft auch an diesem Donnerstag. Die Anwohner wurden gebeten, in ihren Häusern zu bleiben und sich von möglichen Drohnen und Drohnenteilen fernzuhalten. Die NATO reagierte eigentlich natürlich entsetzt, aber doch noch nicht so, dass sie den Artikel 5 ausrufen wollen würde. Jedenfalls kommt der Krieg spürbar näher und auch in Deutschland wird längst darüber diskutiert, was wäre eigentlich, wenn uns mal ein solcher Angriff erwischt. Wie reagieren wir? Heute ist Sirenen- und Warntag in Deutschland. Da werden die Warn-Apps zum Einsatz kommen. Es wird wieder einmal geprobt, der Ernstfall. Die Frage ist natürlich nur, wissen wir überhaupt, was wir dann machen müssen? Gibt es überhaupt Schutzräume, an denen wir uns in Sicherheit bringen könnten? Ja, sagte Ralf Tiesler, der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, den wir neulich gesprochen haben.

Sprecher 6: Wir müssen eigentlich heute in der Lage sein, innerhalb von wenigen Minuten, das können wir an den Beispielen aus der Ukraine sehen, wenn dort die Sirenen losgehen, die Apps losgehen, dann müssen die Menschen innerhalb von vier, fünf Minuten irgendwo einen Schutzplatz gefunden haben. Und wir haben in Deutschland eine hervorragende Bausubstanz. Das heißt, wir können in öffentlichen Räumlichkeiten, die zur Verfügung stehen, beispielsweise in U-Bahn-Schächten, in Tunneln, in Tiefgaragen, unter öffentlichen Gebäuden, können wir Keller finden, in die wir schlüpfen können. Wir können auch unseren eigenen privaten Keller dazu nutzen. Da geben wir auch Tipps, wie man sowas machen kann. Das reicht eigentlich als Schutz heute aus, weil wenn wir damit rechnen, dass Deutschland betroffen sein könnte, dann rechnen wir nicht mit einem flächendeckenden Bombardement, sondern wir rechnen eher mit, so wie das in der Ukraine zu sehen ist, Angriff auf kritische Infrastrukturen. Das bedeutet, dass man in dem Umfeld solcher Infrastrukturen Schutz suchen muss, Schutz finden muss. Und das vor allem, egal wo man gerade ist. Ob man beim Einkaufen ist, bei der Arbeit ist oder ob man zu Hause ist.

Sprecher 2: Die Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, sie sind nicht mehr da, aber Keller, die gibt es natürlich, U-Bahn-Stationen und Tiefgaragen, sie würden ersatzweise zu Schutzräumen. Aber natürlich müssen wir auch an die Versorgung denken, an die Ausstattung in einem solchen Krisenfall. Auch dazu mal kurz hören, was Herr Thiesner gesagt hat.

Sprecher 6: Wir empfehlen immer, dass die Menschen sich darauf einstellen, bis zu zehn Tage sich selbst versorgen zu können. Das heißt, genügend Nahrungsmittel mitzunehmen, Getränke mitzunehmen. Dafür haben wir Empfehlungen, Checklisten, die man abarbeiten kann. Da steht das dann ganz genau drin, was das sein muss. Ein bisschen sollte man das danach auch tun, was einem selber schmeckt, was man gerne isst. Und wälzungsfähig deswegen auch sein sollte. Dann empfehlen wir natürlich immer, dass Sie ein Kurbelradio, eine Taschenlampe dabei haben. Es könnte ja dunkel werden, weil der Strom ausfällt. Und der Radioempfang ist manchmal auch das letzte Mittel, um noch Informationen empfangen zu können, die dann vielleicht nötigerweise... Wichtig werden können. Dann empfehlen wir natürlich, dass Sie immer an die Kinder denken, an die kleinen Kinder, an die Windeln, dass Sie an Ihre Medikamente denken, wenn Sie hauen. Haustiere haben, dann sollten sie auch an ihre Haustiere denken und ein bisschen was mitnehmen. An Dokumente sollten sie denken, denn es kann ja sein, dass sie evakuiert werden müssen und dann sollten sie das, was ihnen wirklich wichtig ist, gleich dabei haben.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: RWE, der Stromversorger aus Essen, ist zugleich einer der größten Energieversorger in Europa und längst nicht mehr so fossil, wie es manche Kritiker sagen. Denn über 40 Prozent der von RWE hergestellten Energie kam aus erneuerbaren Quellen. Überhaupt werden Milliarden, und zwar zweistellige Milliardenbeträge, in den Ausbau der Erneuerbaren gesetzt. Trotzdem, Markus Kreber, der CEO, will mehr Gaskraftwerke, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ist die Energiewende deshalb gescheitert, wenn er das fordert? Oder braucht es einfach mehr Zeit, um von den fossilen Energieträgern wegzukommen? Und was kann und muss die Politik tun, um die Wettbewerbsfähigkeit auch dieser Energiekonzerne eigentlich zu gewährleisten? Genau das finden wir jetzt heraus. Schön, dass Sie bei uns sind. Einen schönen guten Tag, Herr Kreber.

Sprecher 7: Freut mich, hallo.

Sprecher 2: Ich kriege eine einfache Frage zum Anfang. Wie fossil ist RWE eigentlich noch?

Sprecher 7: Ganz wenig. Wenn Sie sich angucken, wo wir investieren und Investitionen sind ja der beste Ausblick auf die Zukunft. Das ist alles in Erneuerbare. Wir haben in den letzten vier, fünf Jahren 25, 30 Milliarden investiert. Pläne bis 2030 weitere 20, 30 Milliarden zu investieren. Und das geht ganz klar in Erneuerbare.

Sprecher 2: Wenn Sie sich in öffentlichen Interviews aber dann Richtung Gaskraftwerke und Richtung Pragmatismus bei der Energiewende äußern, kriegen Sie sofort wieder die... Halbe Republik, die Ihnen unterstellt, der Mann will doch keinen Klimaschutz und keine Erneuerbaren.

Sprecher 7: Gaskraftwerke sind auch wichtig für Versorgungssicherheit und wir wollen auch da investieren, aber da ist im Moment unser Investitionsvolumen eher 3 Milliarden Euro, was geplant ist. Da sieht man auch ungefähr die Größenverhältnisse.

Sprecher 2: Frau Reiche, die Energie- und Wirtschaftsministerin hat gesagt, bis zu oder vielleicht auch gerne 20 Gigawatt neue Gaskraftwerke. Reicht das, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten?

Sprecher 7: Die Zahl, die diskutiert wird, 10 bis 15 Gigawatt sofort zu bauen, ist richtig. Langfristig muss Versorgungssicherheit über einen ordentlich designten Kapazitätsmarkt, da kann man einfach nach England gucken oder nach Belgien, haben die alle schon. Und damit kriegen wir es dann auch technologieoffen. Da kann man sehen, was ist der richtige Mix an Batterien, Gaskraftwerken und vielleicht auch Flexibilität auf der Nachfrageseite.

Sprecher 2: Also Sie sagen, relativ schnell die Ausschreibung für die ersten zehn machen, damit wir loslegen können?

Sprecher 7: Richtig, und dann direkten Kapazitätsmarkt hinterher, um den Markt möglichst effizient das Thema Versorgungssicherheit zu lösen lassen.

Sprecher 2: Erwarten Sie von dem Energiewende-Monitoring, das Frau Reiche jetzt vorlegen will, also noch einmal groß drauf geschaut, wo stehen wir, was fehlt, erwarten Sie da eigentlich Überraschungen?

Sprecher 7: Erstmal würde ich sagen, da ist auch viel Kritik geäußert worden, ist natürlich absolut richtig, mal innezuhalten und zu gucken, sind die Ziele erreichbar, sind die Ziele richtig, sind die Maßnahmen, die wir implementieren, um die Ziele zu erreichen, noch passgenau oder müssen wir nachschärfen. Das macht jeder bei jeglicher Entscheidung. Ich glaube, wir werden vor allen Dingen im Monitoringbericht sehen, dass die angenommene Stromnachfrage bei Weitem nicht so hoch sein wird wie in den alten Planungen. Das bedeutet natürlich, Natürlich auch, dass wir nicht so viel Netzausbau brauchen. Das bedeutet auch, dass wir nicht so viel Erzeugungskapazität zubauen müssen.

Sprecher 2: Warum sagen Sie das? Die Stromnachfrage wird geringer sein, als sie prognostiziert wurde von den früheren Regierungen?

Sprecher 7: Ja, wir sehen zwei wesentliche Effekte. Der eine ist, die Industrienachfrage ist nicht wieder auf das Vor-Corona-Niveau hochgegangen, was die alte Annahme war.

Sprecher 2: Weil wir gerade eine Wirtschaftskrise haben.

Sprecher 7: Ja, aber wir haben auch strukturelle Nachfrage verloren, vor allen Dingen infolge der Energiekrise und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und dann des Einstellens der russischen Energielieferung. Und das Zweite ist, wir sehen auch deutlich, dass die Elektrifizierung langsamer kommt und vor allen Dingen die Produktion von grünem Wasserstoff in Deutschland, in Europa nicht hochkommt, so schnell wie gedacht. Und das führt zu deutlich geringer Stromnachfrage.

Sprecher 2: Aber ich hatte gedacht, diese KI-basierten Geschäftsfelder, die Gigafactories, treiben den Strombedarf.

Sprecher 7: Die werden auch kommen, langsam in Europa, langsamer als in den USA. Aber die Projektionen sind alle so, dass am Ende 3 bis 5 Prozent der gesamten Stromnachfrage auf KI entfällt. Das dauert aber wahrscheinlich 15 Jahre, dass wir bei den 3 bis 5 Prozent sind. Das heißt, es wird in den nächsten Jahren keinen Unterschied machen.

Sprecher 2: Haben wir denn im Moment Probleme bei der Versorgungssicherheit immer wieder mal tageweise oder haben wir die eigentlich nicht?

Sprecher 7: Wir haben ja vor einigen Monaten interessanterweise gesehen, dass wir eine ganz knappe Situation hatten, die nicht im Winter lag. Wir haben alles, was in Deutschland verfügbar war, am Netz gehabt und mussten noch alle Importkapazität, die Deutschland hat, von unseren Nachbarn nutzen. um die Stromnachfrage zu decken. Und dann steht natürlich auch noch bevor, dass immer mehr gesicherte Leistungen, die ganzen Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, abgeschaltet werden sollen und zum Teil auch, weil sie älter als 50, 55 Jahre am Ende ihrer Lebenszeit sind. Das heißt, wir haben einerseits steigende Stromnachfrage, es wird abgeschaltet und es ist heute schon knapp. Ich glaube, mehr Indikationen, dass dringend was getan werden muss, braucht man nicht.

Sprecher 2: Und von allen Gaskraftwerken, die Sie in den nächsten Jahren bauen wollen, würden oder dürften, die werden alle am Ende wasserstoffbasiert sein?

Sprecher 7: Wir werden für jedes Kraftwerk, wo wir neu investieren, einen klaren Plan haben zu dekarbonisieren. Und für uns ist die Wahl, irgendwann auf Wasserstoff umzustellen. Das heißt, alle unsere Kraftwerke werden in der Nähe des Wasserstoffkernnetzes, was geplant ist, stehen.

Sprecher 2: Was halten Sie denn von der Debatte rund um das Klimaziel 2045 Europa? Es scheint in der Politik gerade nichts anderes zu geben, als dieses Ziel irgendwie nach hinten zu schieben. Was sagt einer, der ja als Unternehmer in Planungssicherheit liebt?

Sprecher 7: Politische Ziele bieten keine Planungssicherheit, das sind ja Absichtserklärungen. Mein Wunsch wäre, dass wir mal endlich von diesen Zieldebatten wegkommen und uns um das kümmern, was aktuell getan werden muss, um sozusagen die Energiewende, die Energieversorgung, es geht ja nicht nur um Dekarbonisierung, es geht auch um Energieversorgungssicherheit als Importland. Was getan werden muss, um das zu verbessern. Und da haben wir die Gaskraftwerke schon angesprochen. Wir müssen aber auch darüber reden, dass die Wasserstoffwirtschaft nicht hochkommt durch Überregulierung. Wir müssen darüber reden, dass die Offshore-Auktionen ein Flop waren. Also im Grunde genommen geht es darum, was muss eigentlich in den nächsten Jahren getan werden, damit Investoren... Investitionsentscheidungen getroffen werden und ob wir die Ziele dann erreichen, stellen wir in 15, 20 Jahren.

Sprecher 2: Aber Stand jetzt würden Sie sagen, wir sind auf einem guten Weg, die Ziele zu erreichen oder nicht? Die jetzt existierenden?

Sprecher 7: Nein, ich glaube, da muss nachgeschärft werden. Und das kann man auch überall nachlesen. Ich glaube, die EU-Kommission selber ist mit ihrem Industrial Deal auf dem richtigen Weg, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung zu verknüpfen.

Sprecher 2: Was heißt das nachschärfen? Was konkret meinen Sie?

Sprecher 7: Am Ende geht es um Kosteneffizienz. Wir müssen sehen, dass wir die Energie so günstig wie möglich zur Verfügung stellen. Und da gibt es viele Sachen, die heute eigentlich keinerlei positive Wirkung haben, aber uns das Leben schwer und komplex machen. Wir haben ein CO2-Handelssystem in Europa, was eigentlich dazu führt, dass CO2 immer da eingespart wird, wo es am günstigsten möglich ist.

Sprecher 2: Ein wunderbarer Mechanismus.

Sprecher 7: Ein wunderbarer Mechanismus und die Politik hat den Stellhebel in der Hand, indem sie entscheidet, wie viel von diesen CO2-Zertifikaten werden eigentlich emittiert. Damit ist das ganze Thema Dekarbonisierung eigentlich gelöst. Die Politik muss nur sagen, wie schnell. Richtig. Aber jetzt gibt es auch in dem Bereich, der davon abgedeckt ist, noch Detailregelungen. Zum Beispiel, was ist die Definition von grünem Wasserstoff? Ich brauche eine neue Erneuerbarenanlage, die muss neben dem Elektrolyseur stehen. Es gibt Diskussionen zum Umschalten der Gaskraftwerke auf grünen Wasserstoff. Und all diese Sachen, die ich eigentlich nicht bräuchte, weil sie haben keinerlei Wirkung auf die EU-weiten CO2-Emissionen. Aber sie machen es teuer und langsam. Und damit verlieren wir natürlich auf der Kostenseite Wettbewerbsfähigkeit und am Ende droht die Akzeptanz. für die Energiewende verloren zu gehen. Die Politik muss sich zurücknehmen und bei dem Instrument der Wahl, EU-ETS-Handelssystem bleiben und die ganze Überregulierung und Detailvorgaben darunter müssen weg.

Sprecher 2: Sie haben sich unlängst ja auch zur PV und Solarenergie und wie man da die Kunden und die Verbraucher inzentivieren sollte, geäußert. Wo sehen Sie Nachschärfungsbereich für auch die Wirtschaftsminister beim Thema Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland?

Sprecher 7: Ich gebe Ihnen zwei Beispiele. Es gibt Planungen, Offshore sehr weit draußen auf See zu bauen. Da empfehlen wir, und das geht eigentlich gegen die RW-Interessen, weil wir gerne Offshore bauen, das nochmal zu überdenken, weil am Ende die Netzanschlusskosten so hoch sind, dass der Strom, eigentlich wenn man die mit einkalkulieren würde, nicht wettbewerbsfähig ist. Aber diese Netzanschlusskosten werden auf alle verteilt. Die trägt nicht derjenige, der den Strom da produziert. Und das Gleiche haben wir beim Häuslebauer, der sich Solardach baut und den Strom zu festen, sehr hohen Strompreisen, wenn er ihn selber nicht braucht, ins Netz einspeisen kann, keinen Beitrag zu den Netzkosten bezahlt und am Ende auch diese Kosten, die da auflaufen, von allen getragen werden müssen, üblicherweise dann von den Mietern, die sich kein eigenes Solardach leisten können. Das sind Anreize, die sind nicht systemdienlich. Mir geht es hier gar nicht darum, irgendjemandem was wegzunehmen. Ich glaube, Investitionen, die getätigt sind, stehen unter Investitionsschutz. Das heißt, die sollten auch zu den alten Regeln gelten. Aber nach vorne blicken können wir an vielen Stellen so nicht weitermachen, weil am Ende... keine Kosteneffizienz gewahrt ist. Und da war unser Hinweis, bitte mal hinzugucken, ob man da nicht diejenigen, die Netzausbau auslösen, an den Kosten beteiligt. Egal ob Privatmann oder Unternehmen.

Sprecher 2: Autarkie ist das große Thema. Die geopolitischen Konflikte sorgen dafür, dass alle... Länder, Kontinente versuchen, sich selbst zu versorgen, um nicht erpressbar zu werden. Wir kamen aus Russland, sind in einer neuen Abhängigkeit durch China. Ist es überhaupt möglich, als Europa in 10, 20, 30 Jahren energieautark zu sein?

Sprecher 7: Ich würde nie als Ziel ausgeben, dass wir komplett autark sein sollen. Ich glaube, internationaler Handel hat einen Wert, er wirkt auch stabilisierend. Man muss es umdrehen. Man muss verhindern, dass man kritische Abhängigkeiten hat, die wir zum Beispiel ja leider durch die Energielieferung von Russland hatten. Und so rum drauf geguckt ist immer die Frage, was ist denn die Alternative, wenn dann ein Lieferant dann doch ausfällt? Und unter dem Blickwinkel drauf geguckt, würden wir, glaube ich, uns besser fühlen, wenn wir... Stärkere Lieferketten in Europa hatten. Es ist heute unmöglich für uns zum Beispiel eine europäische Batterie zu kaufen.

Sprecher 2: Right?

Sprecher 7: Gibt es nicht.

Sprecher 2: Kriegt keiner hin, weil es nicht wettbewerbsfähig ist, das hier zu produzieren.

Sprecher 7: Ja.

Sprecher 2: Weil die Energiekosten wiederum zu hoch sind, um ein Land dort hier...

Sprecher 7: Ja, aber auch, weil es keinen...

Sprecher 2: Die Innovationsfähigkeit hätten wir ja und die technologische Exzellenz würden wir wohl hinkriegen in Europa.

Sprecher 7: Ja, es gibt auch keinen Anreiz, europäisch zu produzieren. Was die alte amerikanische Regierung meines Erachtens richtigerweise gemacht hat, ist, sie hat klare Incentives gegeben, auch Amerikanisch einzukaufen. Wir können heute, wenn wir unsere amerikanischen Investitionsprojekte angucken, sehr gut amerikanische Produktion einkaufen, egal ob es Batterien sind oder Solarpanel. Das geht in Europa nicht. Damit reduziert man natürlich die Abhängigkeit. Natürlich heißt es, dass es ein bisschen teurer wird. Aber lieber ist es ein bisschen teurer und wir haben einen signifikanten Teil der Wertschöpfung in Deutschland, als ein bisschen billiger und gar keine Wertschöpfung hier.

Sprecher 2: Sagt der Mann des europäisch größten und wichtigsten Energieunternehmens RWE, Markus Krebber. Vielen Dank für das Gespräch.

Sprecher 7: Herzlichen Dank.

Sprecher 8: Mick, war noch was?

Sprecher 2: Flo, du hast ja gestern Abend hoffentlich auch den Basketball-Krimi im Viertelfinale der EM geschaut, oder?

Sprecher 8: Ich muss zugeben, ich war zwischenzeitlich kurz davor zu sagen, so das schaffen die eh nicht mehr und auszuschalten, damit ich nicht ganz so gefrustet bin. Bin dann aber doch hängen geblieben und habe es Gott sei Dank nicht bereut.

Sprecher 2: Ich habe auch schon aufgegeben nach dem dritten Viertel, aber man muss sagen, Wie viel Psychologie doch in einem Mannschaftssport steckt. Da macht dieser eine Tristan diesen Wahnsinnswurf von der Mittellinie kurz vor der Halbzeit. Und plötzlich sind alle irgendwie wieder gut drauf. Und man spürt einen ganz neuen Spirit. Und dann kriegst du wieder einen Lauf. Also ich finde es immer wieder faszinierend. Die Topstars haben gar nicht funktioniert so richtig, muss man sagen. Schröder und Wagner, ja klar, haben ihre Punkte gemacht. Aber erstaunlich schwache Quoten aus dem Feld. Aber dann kommt die Bank, dann kommen die Ersatzspieler. Also Teamwork. Am Ende ist es eben Teamwork. Und wir haben gewonnen. Wir sind im Halbfinale.

Sprecher 8: Muss jetzt nicht immer so knapp sein. Ab und zu ist natürlich ein bisschen mit Zittern auch ganz schön. Aber so ein Start-Ziel-Sieg ist dann doch deutlich gesünder und entspannter zum Zugucken.

Sprecher 2: Für unseren Puls auf jeden Fall. Aber jetzt ist diese Mannschaft erst recht, glaube ich, ready für Finnland, den Halbfinalgegner und vielleicht sogar bereit für den Finalsieg dann am Wochenende. Es wäre schön.

Sprecher 8: Und wir hören uns dann hier wieder Freitag 5 Uhr Table Today. Bis dahin. Tschüss.

Sprecher 2: Ciao, ciao.

Sprecher 9: House on the ground, freeze when I squeeze. Drop to your knees, you must obey. I'm in his space, ready to take you around the way. So you ready for this? Make your own guess. Cause I am back, yeah, the microphone's this. Need to sit, go to school in the gym. Ready, ready, ready for this. You just get close up, be impressed by the words I joke. So once again, kicking it live, doing everything you're just to survive. Above the wall, I think I stand, here on stage with all my kids.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.