Hat Trump einen Plan?
Donald Trumps Politik wirkt chaotisch und unberechenbar, doch im Hintergrund gibt es einen Aoparat, der eine Strategie verfolgt, sagt David Graham. Der Journalist von „The Atlantic" analysiert das „Project 2025". Im Gespräch mit Helene Bubrowski beschreibt Graham, wie die erzkonservativen Verfasser des Projekts den Präsidenten benutzen, um ihre eigene Agenda voranzutreiben. Ihr Ziel sei die Zerstörung der „checks and balances", sodass die USA am Ende eine fundamental andere Nation sein könnten.
[11:48]
Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst haben ein weiteres Mal Einigkeit demonstrert und Harmonie ausgestrahlt. Merz war zu seinem Antrittsbesuch in Nordrhein-Westfalen, wo in knapp zwei Wochen Kommunalwahlen sind. Wohl auch deshalb haben beide jede Andeutung von Meinungsverschiedenheit vermieden. Michael Bröcker und Helene Bubrowski diskutieren, welche versteckten Botschaften dennoch gesendet worden sind.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Dreimal in sechs Tagen haben sich Friedrich Merz und Hendrik Wüst getroffen. Man will ganz klar zeigen, wie gut man zusammenarbeitet. Und nun stand gestern auch noch der formale Antrittsbesuch an, nämlich des Kanzlers in seinem eigenen Heimatbundesland Nordrhein-Westfalen. Ein Treffen voller äußerer Freundlichkeiten und versteckter Botschaften. Wir analysieren es gleich.
Sprecher 3: Donald Trumps Politikstil wird von vielen als chaotisch, erratisch, planlos wahrgenommen. Aber es steckt mehr System dahinter, als viele denken. Das sagt zumindest David Graham, der Autor des Buches Der Masterplan der Trump-Regierung. Er ist Journalist bei The Atlantic. Helene hat mit ihm mal über seinen Politikstil und das berühmt-berüchtigte Project 2025 gesprochen.
Sprecher 2: Und am Ende müssen wir nochmal über Köln reden. Wir waren ja gerade beide da. Eine Stadt, die mich jedenfalls immer wieder begeistert. Und das wage ich zu sagen, Michael, auch beim World's Loneliest Cities Report liegt Köln allerdings auf Platz 1. Aber das ist, anders als man denken könnte, eine gute Nachricht. Dienstag, 2. September. Schön, dass Sie dabei sind.
Sprecher 4: Ich freue mich zu sehen, wie dieses Bundesland in den letzten Jahren weiterentwickelt worden ist und wie wir hier auch gemeinsam vieles tun können, um es auch in eine gute gemeinsame Zukunft zu führen.
Sprecher 5: Zur Atmosphäre, gut, sehr gut. Kann ich nur sagen, wir sind festfall, wir müssen nicht viele Worte machen. Wenn es sehr gut war, sagen wir es so, sehr gut.
Sprecher 3: Glänzende Euphorie, große Begeisterung. Friedrich Merz trifft auf Henrik Wüst und pure Harmonie liegt in der Luft. Nein, ich übertreibe natürlich etwas, aber die beiden haben das schon ganz gut hinbekommen mit dem Treffen im historischen Friedenssaal des Rathauses Münster. Da gab es ganz wenig Dissens und viel Gemeinsamkeit, die da beide gestern auf der Bühne inszenierten oder vielleicht auch tatsächlich einfach so empfanden.
Sprecher 2: Wüstwochen für den Kanzler, kann man sagen. Und ja, nach außen gestellte Freundlichkeit, wobei man sagen muss, der Satz, ich sehe die Weiterentwicklung von Nordrhein-Westfalen mit Freude, das ist schon ganz schön paternalistisch. Michael, stell dir mal vor, ich würde es für dich sagen, ich finde, du hast dich ganz gut weiterentwickelt in Dachner-Funktion als Chef. Das sagst du doch ständig, Helene, ständig. Wenn ich sage, es ist jedenfalls wirklich, kommt es wirklich von Herzen und ist nett gemeint.
Sprecher 3: Ja, man muss bei den beiden auf die Zwischendöde achten, da hast du schon recht.
Sprecher 2: Ich bin absolut immer offen und straight. Nein, aber ich meine, ich sehe die Weiterentwicklung mit Freude. Das ist schon, da spricht schon der Vater zum Sohn irgendwie so. Ja, ein bisschen merkwürdig. Vielleicht ist es ja auch so. Vielleicht wird eines Tages... Henrik Wüst, Friedrich Merz beerben, man weiß es nicht. Aber Friedrich Merz möchte jedenfalls nicht, dass darüber jetzt gesprochen wird. Und Wüst, ja, der sagte auch, alles gut, hat aber dann den Kanzler doch ganz schön festgenagelt zum Thema Altschulden.
Sprecher 5: Aber wenn man einen schwierigen Weg zu gehen hat, wie die hochverschuldeten Kommunen es haben, hilft es umso mehr, wenn Bund und Land dabei unterstützen. Aber dass der Bund sagt, wir packen eben auch mit an. Und das ist nun wirklich eine historische Hilfe, die lange, lange nicht möglich war, obwohl es sich auch die letzte Regierung vorgenommen hatte.
Sprecher 3: Ja, und das ist auch so ein kleiner versteckter Hinweis, dass der Bundeskanzler bei dem Thema liefern soll. Und es ist wirklich überraschend. Nicht nur hat die Bundesregierung ja bei den Kosten der Unterkunft, bei der Migration, bei der inneren Sicherheit und natürlich jetzt auch bei den Steuerausfällen schon sehr, sehr viel Geld quasi an die Länder überwiesen. Jetzt gab es eben auch noch die Zusage, die Altschulden, und dazu muss man wissen, von den 350 Kommunen in NRW ungefähr, ist die Hälfte hoffnungslos überschuldet. Und jetzt sagt dieser Kanzler, ich, der Bundeskanzler, ich werde einen Teil dieser Altschulden übernehmen, was eigentlich die Länder machen müssen. Und Hendrik Wüst hat ihn öffentlich jetzt darauf festgenagelt.
Sprecher 2: Ja, beide brauchen einander und jetzt ganz besonders, denn am 14. September sind Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen. Das ist der erste Stimmungstest nach der Bundestagswahl und da will man zeigen, dass die CDU überzeugt. Das soll jetzt bewiesen werden. werden und da sind ja die Werte auf Bundesebene jetzt nicht besonders gut. Aber was die CDU natürlich auf gar keinen Fall möchte, ist das, was schon so oft passiert ist in der Geschichte, dass ein halbes Jahr nach einer erfolgreichen, wobei da muss man schon ein Fragezeichen machen bei der CDU, aber sei es drum, sie stellen den Kanzler, also nach einer erfolgreichen Bundestagswahl, dass es dann in den Ländern und Kommunen schlecht läuft für die Regierungspartei.
Sprecher 3: Eins muss man wissen, Nordrhein-Westfalen ist nicht nur das mitgliederstärkste Bundesland innerhalb der CDU, natürlich ist es auch das größte und relevanteste. Und der NRW-CDU-Vorsitzende ist immer automatisch auch der Doyen der Landesvorsitzenden. Und wenn also Friedrich Merz irgendwo mal ein Revolutionchen spüren könnte, dann ginge es nur über NRW oder mit NRW. Und Henrik Wüst verweist immer wieder darauf, wie stabil gerade dieses Land ist. Er hat mehr Lehrer eingestellt, mehr Polizisten eingestellt. Die Umfragen sind wirklich gut. 35 Prozent, Helene, gerade für diese Wüst-CDU. Wir sehen im Bund ja 25, 26 nur für die März-Union. Also darauf verweist er gerne. Aber man muss auch ehrlicherweise sagen, in Hessen übrigens Boris Rhein 36 Prozent, Schleswig-Holstein, Daniel Günther 39 Prozent. Also es gibt auch noch andere populäre Landesväter.
Sprecher 2: Ja, eigentlich müsste man dann sich fragen, warum nicht Friedrich Merz auch bei stabil über 30 Prozent steht, wenn diese bevölkerungsreichen Länder doch eigentlich der CDU zugetan sind. Stellt sich die Frage, sind sie vielleicht doch eher ihren eigenen Ministerpräsidenten zugetan und nicht so sehr dem Bund? Naja, sollte es auf kommunaler Ebene jetzt schlecht laufen für die CDU? Am 14. September weiß man ja schon, was passiert. Michael, dann wird es aus NRW heißen, da hatten wir leider keinen Rückenwind, sondern Gegenwind aus dem Bund. Und sollte es gut laufen, wird natürlich Friedrich Merz diesen Wahlerfolg auch für sich verbuchen. Also dieses Blame Game. Beziehungsweise Abgreifen vom Sonnenschein zwischen Bund und Ländern, das haben wir schon vielfach beobachtet, wird auch jetzt so sein. In Wahrheit sind natürlich Landeswahlen nie nur Landesthemen, sondern haben immer auch etwas mit der Performance der Partei im Bund zu tun.
Sprecher 3: Jedenfalls hat Henrik Wüst penibel darauf geachtet und auch diejenigen in seinem Umfeld, die das Ganze geplant haben, dass eben keinerlei Botschaften, Initiativen, Ideen oder sogar Sätze irgendwie gegen den Kanzler gewünscht werden können. Denn die Union ist und bleibt am Ende, auch wenn sie manchmal mit Merz hadert, eine Partei, die es nicht mag, wenn man gegen den Kanzler agiert. Und die Querschüsse aus den Ländern, die kommen nie gut an. Ich glaube, das hat Henrik Wüst auch verstanden nach seinen Attacken vor zwei Jahren gegen den noch nicht Kanzler, aber schon CDU-Chef. Also der hat sich auch in Hintergrundgesprächen, muss man ja sagen, ist kein Wort der Kritik an Merz zu hören. Er verpackt das eher immer in so kleinen inhaltlichen Botschaften, wie er sich denn seine CDU so vorstellen würde.
Sprecher 2: Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass Nordrhein-Westfalen selten so viel Einfluss auf Bundesebene hatte wie jetzt. Also fassen wir alleine mal die Besetzung der wichtigsten Posten zusammen. Kanzler kommt aus Nordrhein-Westfalen, Generalsekretär kommt aus Nordrhein-Westfalen, Fraktionsvorsitzender kommt aus Nordrhein-Westfalen. Außerdem. Zwei Minister. Ist am Mindestmal haben Nordrhein-Westfalen Bezug. Katharina Reiche und Wildberger haben länger dort gewohnt bzw. Wohnen noch dort. Und wenn wir auf die Parteigruppierungen schauen, da haben wir auch ganz schön viel NRW, nämlich CDA. Der Chef war gestern gerade bei uns. Der neue Chef der Seniorenunion, Hubert Hüppe, auch er kommt aus Nordrhein-Westfalen. Also da kann man sich auch sagen, da könnten es sich die beiden auch wirklich nicht leisten, überkreuzt zu sein. Denn ohne Nordrhein-Westfalen scheint es in der CDU derzeit nicht zu gehen. Es sind keine acht Monate, Michael, die wir jetzt Donald Trump im Weißen Haus erleben. Man kann auch sagen, ertragen müssen. Es fühlt sich deutlich länger an, finde ich, eigentlich schon wie eine ganze Legislaturperiode. Der Mann hat was bewirkt, kann man sagen, im Guten wie im Schlechten. Vor allem hat er große Worte gemacht, die einige Konsequenzen hatten. Schauen wir uns mal ganz kurz an, was allein in den letzten zehn Tagen passiert ist. Da hat er zum Beispiel angekündigt, die Nationalgarde nach Chicago entsenden zu wollen.
Sprecher 6: They should be saying, please come in. We may or may not. We may just go in and do it, which is probably what we should do. The problem is, it's not nice when you go in and do it and somebody else is standing there saying, as we give great results, say, well, we don't want the military. They need help badly. Chicago desperately needs help.
Sprecher 3: Nicht nur Chicago, eigentlich hat er alle von Liberalen und Demokraten regierten Großstädte im Visier. Und das ist wirklich ein Angriff, nicht nur auf die andere Partei, das ist auch ein Angriff eigentlich auf die innere Verfasstheit dieses Landes, auf die Zivilgesellschaft, wenn dort plötzlich die Panzer und bewaffnete Nationalgardisten rumstehen, nur weil angeblich irgendeine Kriminalitätsstatistik ihm nicht gepasst hat, wobei de facto ja in Washington, wenn ich es richtig verstehe, und auch in Chicago die Kriminalität zurückgegangen ist in den letzten Jahren. Also das ist schon ein bisschen, naja, Diktatur ist vielleicht zu früh gesagt, aber er nimmt sich Dinge raus, die passen nicht zu dieser stolzen alten Demokratie.
Sprecher 2: Ja, und Stichwort Diktatur. Er spekuliert ja sogar darüber, ob die Amerikaner nicht vielleicht doch lieber einen Diktator hätten. Und ein Diktator, mit dem er sich schon in seiner ersten Amtszeit getroffen hat, ist Kim Jong-un. Wir erinnern uns an die Bilder dort an der Grenze. Was davon ist eigentlich geblieben außer diesen Bildern? Ehrlich gesagt gar nichts. Also das große Inszenieren als der Friedensbringer. Da sind es auch wirklich eher Worte als Taten. Auch das Aufspielen als Vermittler zwischen Indien und Pakistan. Da hatte Trump selbst den Friedensnobelpreis ins Spiel gebracht. Das hat zwischen diesen beiden verfeindeten Staaten nicht wirklich Bewegung gebracht. Nun jedenfalls hat er wieder seine Sympathie für Kim Jong-un erklärt.
Sprecher 3: Ja, und die dritte Amtszeit, die thematisiert er ja auch schon immer wieder, während sich manch ein europäischer Regierungschef denkt, naja, es sind doch nur noch drei Jahre. Liebäugelt er immer wieder bei Auftritten mit der dritten Amtszeit. Es gibt ja auch Kapten, die schon Trump 2028 signalisieren. Aber die Gegenbewegung läuft ja auch schon. Was die können, können wir auch, sagen manche Demokraten und twittern jetzt Land auf Land ab Obama 2028 als die ideale Gegenbewegung. Naja, wer weiß, was da kommt. Es ist allerdings, um das mal zu sagen, nicht leicht, diese Verfassung zu ändern. Wenn er wirklich ein drittes Mal antreten wollen würde, müssten, glaube ich, mehr als zwei Drittel beider Parlamentskammern in den USA zustimmen, um das, was da in der Verfassung zusteht, zu ändern.
Sprecher 2: Wobei auch das, und das ist das eigentlich Schlimme, nicht ausgeschlossen zu sein scheint. Also man hat jetzt so viel gesehen, dass nichts außerhalb der Vorstellungskraft liegt. Erratisch, chaotisch, unberechenbar, so wirkt dieser Donald Trump. Und trotzdem sagen manche, die näher dran sind an ihm, dahinter steckt ein Plan. Und deswegen ist es so gefährlich, weil es eben nicht nur erratisch ist. Einer, der Donald Trump kennt, der sogar schon Interviews mit ihm geführt hat, ist David Graham, Redakteur beim renommierten Magazin The Atlantic, ein preisgekrönter Wahlkampfjournalist. Er hat ein Buch geschrieben über das Project 2025. Es heißt Der Masterplan der Trump-Regierung und ist gerade auf Deutsch erschienen. Wir haben das Gespräch auf Englisch geführt. Hello David, good to have you in our podcast.
Sprecher 3: Thank you for having me.
Sprecher 2: So, David, before we dive into the project 2025, I have to ask you how you do your job. You cover this administration.
Sprecher 7: day by day? And how do you even keep up? I mean, we're watching it from Germany, and it feels like every few hours, Trump drops another bombshell, and we can't even keep up with it. So how do you do that?
Sprecher 8: I would say it is challenging. I think the first Trump administration offered us a bit of a test run and was not quite so radical then, but there was still so much news. So we got a little bit of a run with that. But I'd say it's very challenging and I worry all the time that I am not giving stories enough attention or overlooking stories simply because there's so much to cover.
Sprecher 7: And it seems very chaotic in a way. So let's look at this week alone. So Trump's out there talking about meeting Kim Jong-un again, and then he wants to send the National Guard to Chicago. And then he's doing this whole Putin whisperer thing. What do you think? Is there a master plan in action or is this just Trump being Trump?
Sprecher 8: I think it's a little bit of a mix. For Trump, there are a few very few key priorities. He's interested in international recognition. He's interested in seeming like a winner. He's interested in revenge against his enemies. And a lot of it is just instinctive and reflexive for him from there. There's also people in his administration who are working to create a regime and create a system. And that stuff goes on at the same time. So, for example, you know, just now we're looking at Trump trying to fire one of the governors of the Federal Reserve Bank. And that's part. of a long-running effort to seize more control for the executive branch, but it also serves Trump's purposes. So these things, I think, get intertwined every day.
Sprecher 7: But look, there's something I don't get. Trump is a man who's never been following anyone else's playbook, at least it seems. And now you're telling us that Project 2025 is different. What makes you think that he will actually stick to it this time? Or is it not him, but the people around him? So how does these two things come together?
Sprecher 8: To be honest, when the administration started, I doubted he would follow it as closely as he has. And I think the reason that they have managed to get him to stay on the plan or the reason they've managed to get as much of the plan done is that they have cleverly figured out the things that he cares about and the things he doesn't. So they're giving him things he wants. They're giving him the ability to get revenge, the ability to seize control, for example, of the Justice Department, the ability to enforce immigration laws very strictly. And then what they get in return is also a great deal of power over the executive branch and the ability to work on their top priorities, which is partly destroying checks and balances. It's partly installing this very religious view of society. So they found ways to work around him and to use him as a vessel.
Sprecher 7: And when you look at this project 2025, are we basically talking about Viktor Orban's playbook coming to the U.S.?
Sprecher 8: I think that Orban is an important inspiration for them. You know, they take a lot of inspiration from his assault on institutions and from his view of traditional conservative Christian values. And they've looked at the way he has succeeded in Hungary as a model. But they're also, I think, working on, you know, long-term American conservative principles. They're, you know, they're interested in things like banning abortion. They're interested in pushing back civil rights laws, things that the American right has been talking about now for decades, but has not until now made a great deal of progress on.
Sprecher 7: So let's look at the European leaders who were traveling to the U.S. Recently with Zelensky. And we saw them sitting in the White House and everyone just tried to cheer Trump. They tried to appease him as much as possible. What do you think? Is this a smart approach from Ukraine's perspective and bringing peace to Ukraine?
Sprecher 8: It seems to have worked at least to get Trump to back off of his opposition to Ukraine. They seem to have figured out how to appeal to his ego a little bit and, you know, to keep him from acting rashly. I think it also helps them that Putin, despite Trump's conviction that he is a friend, Putin keeps refusing to do things Trump asks. He's not helping out on the peace effort. He continues to attack Ukraine. And so that's driving Trump away a little bit. You know, I was also impressed, I would say, by Chancellor Murtagh's willingness to challenge Trump in that meeting. And it works where you have some of the leaders sort of. laying on praise and then him making a strong point there. So there's a little bit of a dual act. I don't know what the long-term solution is, but for the short term, it definitely seems to have moved the Trump administration a little bit away from Russia and a little bit towards Ukraine.
Sprecher 7: Yeah, it's true. It was also our impression in Germany that it was almost brave of Chancellor Merz to say something which was not in total agreement with Trump. But isn't this very bizarre, you know, that in the European-U.S. Relation, we see, you know, we always say it's almost brave if someone, you know, says his opinion?
Sprecher 8: It's extremely bizarre. You know, people have become accustomed to how to deal with Trump's ego and his way of dealing with things. But it's certainly not normal. And I don't think it lends itself to effective diplomacy. And it doesn't lend itself to, you know, the U.S. Building alliances in any kind of lasting way.
Sprecher 7: And at the same time, you know, we Europeans chose the way of cheering Trump. On the other hand, we see that he actually respects people like Putin who do the opposite. They don't try to cheer him. So what is in the end that impresses Trump the most?
Sprecher 8: What we've seen from Trump consistently is less respect for people who challenge him than respect for people who govern in an authoritarian manner. Throughout his time in politics, he has voiced respect for Putin, for Erdogan in Turkey, for Kim Jong-un. North Korea, consistently he views these leaders who he thinks of as strong, who are autocratic, as models of strength. And that's clearly something that appeals to him. And so it's very hard to reason with him on a question of sort of national interest or shared interest because the language that he seems to speak is just this one of perceived strength.
Sprecher 7: David, let's look ahead and then we see we have three more years of this, at least probably of this. And by the time 2028, are we then looking at a fundamentally different America? Are you sometimes afraid what could happen in another three years?
Sprecher 8: At this moment, I feel like I'm afraid what could happen in three weeks. I very much am. I think the U.S. Government is going to look very different from the way it looked when Trump took over. We're going to see a government with less capacity, with fewer employees, but also with less reach around the globe, but also with much more power within the United States, with fewer checks and balances, and with a goal of reworking American society in a drastic way. And so I don't quite know what it looks like exactly or what that means for Americans domestically or for the world. But I don't think that this is just another presidency. I think we're going to see much more change by the time Trump leaves office this time than we did when he left office in 2021.
Sprecher 7: We sometimes try to tell ourselves that the U.S. Has a very stable democracy with a very long tradition and that one person cannot rule. And this, do you share this sort of hope?
Sprecher 8: I certainly share that hope, and I am not sure how much it still feels true. One of the things that Trump has done is showed how much many of the sort of guardrails in American governance are informal. And if somebody is not constrained and doesn't have a lot of shame, can blow right through them. So things that I thought were much stronger and more resilient have gone down. I still see a great deal of popular resistance to Trump. I still see the Constitution in place for now. And so I think those are important. But he has been much more successful in plowing through the rules than I would have anticipated.
Sprecher 7: And then last question, what's the role of the Democratic Party? We don't hear much from them now. It seems that, you know, they're still looking for their role.
Sprecher 8: I think they haven't figured out what their voice is. They seem to be perpetually a little bit on the defensive and they haven't figured out who their leader is. You know, it's a curious moment because there is, if you look at polling, you know, Trump's approval is very low. His approval on particular issues is low. We have seen huge protests that show the popular opposition. And yet the Democratic Party doesn't seem to know quite how to use that opposition or how to lead it or how to come up with a message that can take Trump on. I think they thought for a long time that Trump was a bit of an anomaly and that his election in 2016 was a fluke. And since the 2024 election, they haven't figured out what they should be now.
Sprecher 2: Thank you very much, David, journalist at the magazine The Atlantic. Thank you for enlightening us about, you know, Trump's politics and what we're going to expect in the U.S. Thank you for being with us.
Sprecher 8: Oh, thank you for having me.
Sprecher 2: Miek, du bist auch aus dem Rheinland zurück. Wie schön gab es denn noch was?
Sprecher 3: Ich habe den Abschluss dieser Rheinland-Veranstaltung, die war natürlich offiziell Friedrich Merz und Henrik Wüst, na klar, aber für mich viel bedeutender war selbstverständlich der Sonntagabend, dass 4-1 des 1. FC Köln im Stadion live verfolgt. Einen Drei-Tore-Unterschied-Sieg habe ich in meiner langen Karriere als FC-Fan zu Hause noch nie erlebt. Und ich habe noch was viel Schöneres erlebt, nämlich ein gewisser Christian Klein, seines Zeichens SAP-CEO. Und damit ja Chef nicht nur eines der wichtigsten und wertvollsten Unternehmen Deutschlands, sondern auch noch Sponsor und Quasi-Eigentümer, Miteigentümer von Hoffenheim, hat eigentlich offenbart, dass er seit früher Kindheit FC-Fan ist. Und das zeigt mir immer wieder, am Ende kommt man nicht an diesem Verein vorbei.
Sprecher 2: Es ist eine Herzensangelegenheit, da kann man noch so viel Geld für einen anderen Verein ausgeben. Ist doch schön, du hast ihn hoffentlich sofort in unseren Podcast eingeladen, um mit ihm über die Loyalität zu sprechen.
Sprecher 3: Selbstverständlich und er kommt, er wird auf jeden Fall kommen. Aber eigentlich wollte ich gar nicht über ihn reden, sondern über den... World's Loneliest Cities Report. Und da ist Köln auf der Eins, aber nicht so, wie Sie denken, sondern als Stadt mit dem geringsten Einsamkeitsrisiko. Auch das logisch, weil wenn du in Köln irgendwo hingehst, bist du ja nie länger als drei Minuten alleine, weil dich irgendeiner immer anquatscht und spätestens nach 20 Minuten und zwei Reisdorf Kölsch hat man enge, gute Freunde gefunden.
Sprecher 2: Ja, enge Freunde für die nächsten zehn Minuten, sagen wir mal. Ich liebe es ja sehr dort, aber manchmal denke ich so, kann ich ganz kurz mal einen ganz kleinen Moment nachdenken, alleine sein. Auch das soll ja gelegentlich helfen.
Sprecher 3: Naja, Berlin ist jedenfalls nur Platz sieben, meine liebe Helene, und dein Hamburg auch nur Platz acht. Also da bin ich lieber oberflächlich mit freundlichen, oberflächlichen Freunden in Köln und glücklich und zufrieden als einsam und alleine, aber dafür sehr authentisch in Hamburg.
Sprecher 2: Ja, also genau. Wobei ich ja als Hamburgerin auch trotz allem viel Rednerin und Anquatscherin bin.
Sprecher 3: Du bist wirklich eine rheinische Hamburgerin oder eine hamburgische Rheinländer.
Sprecher 2: Ja, so vermischt sich das doch alles. Es wächst zusammen, was zusammengehört in diesem Land.
Sprecher 3: Aber es ist schon so, in Köln, da ist man am Ende immer irgendwie auch eine große Familie.
Sprecher 9: Bis Mittwoch, wir freuen uns. Tschüss.
Sprecher 10: Living life is fun and we've just begun to get our share of this world's delight. High hopes we have for the future and our goals inside. We know we don't get depressed. Here's what we call our golden rule. Have faith in you and the things you do. You won't go wrong. Oh, no. This is our family, Jew. We are family. I can hear you die. I think that you are the best. We are family.