Merz' neuer Sicherheitsrat
Dauer: 24:41

Merz' neuer Sicherheitsrat

Deutschland bekommt einen Nationalen Sicherheitsrat. Das Bundeskabinett beschließt heute die Einrichtung des NSR. 

Der 35-jährige Jakob Schrot, Büroleiter des Kanzlers, wird Koordinator des Sicherheitsrates.

Terror-Experte Peter Neumann hat das Konzept ausgearbeitet: "Es basiert letztlich auf dem Goodwill der beteiligten Personen. Und wenn sich die Minister weigern, aus diesem Gremium etwas zu machen, dann wird es auch nicht klappen."


Die deutsche Marine ist mit dem Versorgungsschiff "Berlin" in der Arktis im Einsatz. Die strategische Bedeutung der Arktis wird weiter zunehmen, ist Vize-Admiral Jan-Christian Kaack überzeugt. Im Interview beschreibt er, wie Russland eine Remilitarisierung" auf hoher See betreibt.

Die Deutsche Marine verstärkt ihre Präsenz in der Arktis, die geopolitisch immer wichtiger wird. Die Marine hat das Versorgungsschiff „Berlin" in den Norden geschickt, um an einem Manövern mit NATO-Partnern teilzunehmen. 



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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Wird Deutschland ab heute sicherer? Der Nationale Sicherheitsrat wird vom Bundeskabinett ins Leben gerufen. An der Spitze ein 35-jähriger Kommunikationswissenschaftler und Politologe. Wir sagen Ihnen, was Sie zu diesem neuen Gremium wissen müssen.

Sprecher 3: Berlin heißt das Versorgungsschiff, das die Deutsche Marine jetzt zum ersten Mal nach Grönland geschickt hat. Warum ausgerechnet jetzt mehr Präsenz im hohen Norden angezeigt ist, das hat Lisa Martina Klein von unserem Security Table mit dem Vizeadmiral und Inspekteur der Marine Jan-Christian Kark besprochen.

Sprecher 2: Zum Schluss reden wir noch darüber, warum meine Fernsehzeit ab heute rapide ansteigen wird.

Sprecher 3: Vor dem Bildschirm oder hinter dem Bildschirm?

Sprecher 2: Vor dem Bildschirm.

Sprecher 3: Ah, okay. Also man kann dich nicht sehen, aber man kann mit dir fernsehen vielleicht.

Sprecher 2: So sieht's aus. Am Mittwoch, den 27. August, haben wir spannende Themen für Sie. Los geht's.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 3: Schon seit vielen Jahren wird über einen nationalen Sicherheitsrat geredet. Die Union hat das Thema mehrfach im Wahlkampf gesetzt. Ami Laschet hat 2021 darüber gesprochen. Bisher ist nie etwas draus geworden. Es war auch durchaus umstritten, ob das was bringt, ein neues Gremium. Jetzt ist er da, der neue nationale Sicherheitsrat. Heute soll er entstehen.

Sprecher 2: Er wird im Bundeskanzleramt verankert, da wo natürlich am Ende der Chef über alle Sicherheitsfragen entscheiden muss. Es ist aber nicht Friedrich Merz, der dieser Koordinator ist, der heute im Kabinett eingesetzt wird, sondern Jakob Schroth, ein 35-jähriger Politologe und Kommunikationswissenschaftler, zu dem wir gleich noch einiges sagen müssen. Aber zunächst mal, was soll dieser Sicherheitsrat bilden? Am Ende ist das entscheidende Wort, Helene, Lagebild. Ein Lagebild schaffen, wo eventuell Risiken auf Deutschland zukommen, von globalen Gesundheitsfragen bis Ernährung, bis Pandemien, bis Terrorattacken.

Sprecher 3: Also der Koalitionsvertrag hilft uns jedenfalls bei der Frage, was dieses Gremium konkret machen soll, nicht wirklich weiter. Dort steht folgendes. Wir entwickeln den Bundessicherheitsrat im Rahmen des Ressortprinzips zu einem nationalen Sicherheitsrat im Bundeskanzleramt weiter. Also nicht auswärtiges Amt. Auch das war mal umstritten damals zwischen Scholz und Annalena Baerbock. Dieser Rat soll die wesentlichen Fragen einer integrierten Sicherheitspolitik koordinieren, Strategieentwicklung und strategische Vorausschau leisten, eine gemeinsame Lagebewertung, Michael, das Wort hast du schon genannt, vornehmen und damit das Gremium einer gemeinsamen politischen Willensbildung sein. Viele schöne Worte. Die Frage ist, was ist der Unterschied zum Status Quo?

Sprecher 2: Ich glaube, das Strategische, das Planerische, das müsste der Unterschied sein. Also diese Perspektiven, die frühzeitig dort mit den relevanten Sicherheitsleuten diskutiert werden. Die Ministerien schicken ihre Vertreter in diesen Sicherheitsrat, die mit sicherheitspolitischen Fragen zu tun haben oder geopolitischen. Und im Idealfall ist das ein Frühwarnsystem für die Risiken, für die die Regierung jetzt schon vorsorgen muss, die aber morgen vielleicht erst akut werden. Und wenn das funktioniert, das ist jetzt die Theorie, dann wäre es eine sinnvolle und sicher gute Konstruktionslinie, die übrigens in ganz vielen Ländern längst Alltag ist.

Sprecher 3: Vielleicht so etwas wie das GTATS, das gemeinsame Terrorabwehrzentrum, das es ja seit einigen Jahren gibt. In Berlin-Treptow, dort kommen ja die Vertreter aller Sicherheitsbehörden zusammen und beraten zum Thema Terror. Und zwar dauerhaft. Der Nationale Sicherheitsrat soll aber auch und vor allem in der konkreten Gefahrenlage aktiv sein. Also in einer Zeit, in der die Ministerien Krisenstäbe einsetzen, entweder für... Auswärtige Krisen oder für interne Krisen, Bedrohungen oder Szenarien wie etwa die Pandemie, Soll einem Silo-Denken vorgebeugt werden? Soll die Koordination zwischen den Ressorts verbessert werden? Will man sich also im Nationalen Sicherheitsrat treffen und abstimmen? Die Idee ist immer richtig, sich zu vernetzen und sich abzustimmen. Man würde denken, eigentlich sollte das doch auch innerhalb einer Koalition funktionieren, ohne ein neues Gremium, oder?

Sprecher 2: Absolut richtig, aber es gab eben, und das ist der Knackpunkt, immer die... diese diametral gegenüberstehenden Interessen zwischen Außenministerium und Kanzleramt. Wer macht da wirklich die Sicherheitspolitik? Und auch deswegen hat ja Friedrich Merz gesagt, ich will einen CDU-Außenminister, ich will auch einen Unionsinnenminister, damit die Sicherheits- und Außenpolitik zumindest in einer Parteifarbe ist. Das hat er immerhin hinbekommen. Und einer, der diese Grundkonzeption für diesen Nationalen Sicherheitsrat frühzeitig aufgeschrieben hat, ist Peter Neumann, der Terror-Experte und Sicherheitsexperte am King's College in London. Einen schönen guten Tag, Herr Neumann.

Sprecher 5: Hallo, Herr Bröcker.

Sprecher 2: Sie haben sich früh für einen nationalen Sicherheitsrat nach einem britischen Modell ausgesprochen. Das, was das Kabinett heute an diesem Mittwoch beschließen will. Wie nah kommt das dem Idealmodell, was Sie mal skizziert haben?

Sprecher 5: Naja, es kommt dem britischen Modell schon recht nah, weil Deutschland natürlich ähnlich wie Großbritannien auch eine parlamentarische Demokratie ist. Deswegen habe ich immer gesagt, wir sollten uns nicht so sehr am amerikanischen Modell orientieren. Das ist ja ein präsidiales System, sondern an Ländern, die uns ähnlich sind. Und die Briten haben eben auch einen Kabinettsausschuss, haben eben auch ein Modell, wo im Prinzip der Premierminister diesem Nationalen Sicherheitsrat vorsitzt und die verschiedenen Minister, die zuständig sind, einlädt und wo eben nationale Sicherheitsthemen koordiniert werden. Und genau das passiert jetzt auch in Deutschland. Insofern nicht genau identisch das Gleiche, aber ähnlich.

Sprecher 2: Was ist denn Ihrer Meinung nach der zentrale Unterschied im neuen Konstrukt, sicherheitsgeopolitische Risiken politisch zu antizipieren und zu bündeln, in dem Modell, wie es bisher die Bonin... Bundesregierung gemacht haben.

Sprecher 5: Ja, bisher gibt es einfach dieses Koordinationsgremium nicht. Es geht zum einen darum, außenpolitische, sicherheitspolitische Fragestellungen miteinander zu verzahnen. Also Außensicherheitspolitik, Verteidigung, Entwicklungszusammenarbeit, Außenministerium, Kanzleramt besser miteinander abzusprechen. Und zum anderen geht es eben auch darum, innen- und außenpolitische Sicherheitsthemen besser miteinander zu koordinieren. Da gibt es ja immer mehr Themen, die sind sicherheitspolitisch, aber die sind nicht klar innen- oder außenpolitisch. Terrorismus, Cyber, Pandemien, das sind alles Fragestellungen, wo verschiedene Ministerien innen- und außenpolitisch besser miteinander zusammenarbeiten müssen. Und dann geht es natürlich auch darum, in die Zukunft zu schauen und Deutschland besser auf strategische Gefahren vorzubereiten. All das könnte dieser nationale Sicherheitsrat leisten.

Sprecher 2: Aber wenn ich mir die Krisen, die möglichen Krisen auf der Welt anschaue, die auch ein Sicherheitsthema werden könnten, von der Ernährung bis zu Wasser, bis zu Logistik, bis hin zur Klimakrise, dann müssten ja eigentlich alle Kabinettsmitglieder irgendwie beteiligt sein.

Sprecher 5: Ja, ich glaube, es ist auch wichtig, dass man eine Gruppe von Kabinettsmitgliedern hat, die immer dabei sind. Dann je nach Thema kann man natürlich dann auch Leute dazuholen. Also wenn Ernährung das Thema ist, tatsächlich kann man sich vorstellen, dass der Landwirtschaftsminister mit dazu eingeladen wird, aber nicht bei jedem anderen Thema. Also ich glaube, da ist auch schon wichtig, dass man eine gewisse Flexibilität auch hat.

Sprecher 2: Jakob Schroth, der ehemalige Stabschef der Unionsfraktion, jetzt Büroleiter des Bundeskanzlers, wird dieser Koordinator. In den USA ist das eine sehr mächtige Position, hier ist es eher eine koordinierende. Kann er diese Doppelaufgabe überhaupt leisten?

Sprecher 5: Im Prinzip natürlich schon und ganz wichtig ist, dass er das Vertrauen des Bundeskanzlers hat und den Bundeskanzler dort gewissermaßen repräsentiert. Das ist ganz wichtig auch für seine Autorität. Und dann geht es natürlich auch und vor allem darum, was die beteiligten Minister aus diesem Gremium machen und zu machen bereit sind. Denn es ist kein exekutives Gremium. Es basiert letztlich auf dem Goodwill der beteiligten Personen. Und wenn sich die Minister weigern, aus diesem Gremium etwas zu machen, dann wird es auch nicht klappen. Also was draus wird, das wird man erst im Laufe der Zeit sehen.

Sprecher 2: Sagt der Politikwissenschaftler, frühere Berater des UN-Sicherheitsrats und der EU-Kommission, Peter Neumann, direkt aus London. Vielen Dank für diese ersten Einschätzungen.

Sprecher 5: Dankeschön.

Sprecher 3: Ja, Peter Neumann war durchaus im Gespräch als einer, der diesen Sicherheitsrat leiten sollte, jedenfalls mal die Geschäftsführung in den Händen halten sollte. Aber er ist es nicht geworden. Er lehrt weiter am King's College in London. Stattdessen wurde die Leitung Jakob Schroth übertragen, der außerdem schon Leiter des Büros des Kanzlers ist. 35 Jahre ist er alt, Kommunikations- und Politikwissenschaftler, bestens vernetzt in der außenpolitischen Community. Seit Teenager-Zeiten, so ist es zu. Hören, interessiert er sich für die Außenpolitik gleichwohl? Besonders viel Erfahrung hat der Mann nicht.

Sprecher 2: Ja, schon früh zeigte sich bei Jakob Schroth jedenfalls die politische Leidenschaft. Mit 19 Jahren war er Gast in der damaligen ZDF-Show Ich kann Kanzler und hat sie sogar gewonnen, weil er eben politische, rhetorische Fähigkeiten gezeigt hat. Und kurz danach, ein paar Jahre danach, war er mal in einem brandenburgischen Lokalfernsehsender SKB und hat geantwortet darauf, warum er sich für Politik interessiert, dass er eben... Gerne über den Tellerrand hinausschaut, wie in anderen Gesellschaften Politik gemacht wird und dass er doch ein früher und überzeugter Transatlantiker wurde. Hier sagt er, warum er seine Zeit in den USA nicht missen möchte. Hören wir mal kurz rein.

Sprecher 6: Man braucht mal einen Blick über den Tellerrand. Also gerade in Deutschland merke ich immer wieder, wie wir manchmal in unserer eigenen Suppe irgendwie schwimmen und wir diskutieren die gleichen Probleme mit den gleichen Ansätzen. Und manchmal hilft es, mal über den Atlantik zu gucken und sehen, wie würden andere das machen? Was können wir daraus lernen? Was können wir nicht daraus lernen? Also was mich wahrscheinlich am meisten beeindruckt hat, ist die gesellschaftliche Solidarität, die dort ausgestrahlt wird. Also es ist selbstverständlich, dass die Gesellschaft sich immer zuerst selbst hilft und dann nach dem Staat ruft. Es ist selbstverständlich, dass Dinge wie Suppenküchen oder Obdachlosenheime privat finanziert werden, weil die Menschen das gerne machen. Und in Deutschland haben wir, glaube ich, manchmal die Angewohnheit zu glauben, dass alle Probleme sich durch ein Gesetz oder durch eine Verordnung regeln lassen. Ich glaube aber, wenn die Gesellschaft selbst ein Problem erkennt und sich darum kümmert, ist es... sehr viel effizienter zu lösen und im Übrigen auch sehr viel demokratischer zu lösen. Es tut einer Gesellschaft gut, wenn sie sich gegenseitig füreinander einsetzt. Und das hat mich unglaublich beeindruckt.

Sprecher 3: Es gibt wie überall auch die bösen Zungen, die sagen, der Mann überschätzt sich selbst beziehungsweise vielleicht auch überschätzt Friedrich Merz diesen Mann. Den er kennengelernt hat noch vor gar nicht so langer Zeit, nämlich kurz nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden, arbeitet Jakob Schroth im Konrad-Adenauer-Haus, also im Frühjahr 2022. Erst haben sich die beiden kennengelernt. Vorher war Jakob Schroth persönlicher Referent von Armin Laschet, in dessen Kanzlerwahlkampf 2021. Man sagt, Jakob Schroth habe einen guten Job gemacht, gleichwohl. Wir wissen, wie der Wahlkampf gelaufen ist. Also seit 2022 kennen sich nun Merz und Schroth und er soll mittlerweile einer der engsten Vertrauten von ihm gewesen sein. Im Oval Office saß er Greg gegenüber von J.D. Vance, also quasi in der Pole Position von Merz Tross.

Sprecher 2: Viel Vertrauen, aber auch große Herausforderungen, ob er das Ding wuppt angesichts der globalen und geopolitischen Krisen, die wir gerade zu managen haben. Wir sind gespannt und werden Sie hier sicherlich darüber informieren.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: Die Arktis ist weit mehr als eine Eiswüste im Norden. Geopolitisch hochrelevant und sie wird immer relevanter, weil das Eis nach und nach verschwindet und dadurch neue Seewege frei werden. Vor allem Russland und China buhlen hier um Macht und Einfluss. Aber auch Amerika und Europa haben natürlich ihre Interessen. Die NATO will ihre Präsenz erhöhen und die deutsche Marine hat zum ersten Mal jetzt Grönland angesteuert, um von dort aus ein gemeinsames Manöver mit Kanada und später auch mit den USA durchzuführen. Mit an Bord ist unsere Kollegin vom Security Table, Lisa Klein. Sie hat auch die Gelegenheit genutzt, um mit dem Vizeadmiral und Inspektor der Marine, Jan-Christian Kark, über die wachsende Bedeutung der Arktis zu sprechen.

Sprecher 7: Was war denn der Anlass jetzt für die Deutsche Marine hier in die Arktis zu fahren?

Sprecher 8: Dieser Trip, diese Fahrt mit der Berlin ist auch, um zu zeigen, wie ernst wir die Veränderungen in der Arktis sehen. Sie alle wissen, dass durch das Abschmelzen des Eises neue Fragen aufkommen. Fragen von Seeverbindungswegen, Nordostpassage, Nordwestpassage, aber auch Fragen, wie denn die Ressourcen hier im Meer verteilt werden sollen. Die Bundesrepublik Deutschland hat hier natürlich ein klares Interesse. Sie hat Arktis-Leitlinien entwickelt, in dem zum ersten Mal auch die Sicherheit in diesem Seegebiet zum Ausdruck gebracht wird. Wir zeigen unser Commitment. Wir zeigen, dass wir kooperieren und zusammenarbeiten wollen mit den Playern, die hier arbeiten. Und das sind im Wesentlichen natürlich unsere NATO-Partner, darunter auch Dänemark.

Sprecher 7: Die Bundesregierung hat angekündigt, sich mehr in der Arktis engagieren zu wollen. Was heißt das für die deutsche Marine?

Sprecher 8: Das heißt, für die Deutsche Marine wird ganz klar, dass wir in der Priorisierung unserer Aufgaben hier noch ein größeres Augenmerk drauf legen. Das passt aber auch 100 Prozent mit dem Kurs Marine, den wir gerade im Mai vorgestellt haben, indem wir davon ausgehen, dass wir bei einem bekannten Gegner in zwei Operationsgebieten uns aufstellen müssen, primär. Das eine ist die Ostsee und die Ostseezugänge. Das andere sind der Nordatlantik, die Arktis mit den wichtigen Seeverbindungswegen von der USA bis ins Baltikum. Und im Wesentlichen auch der Schutz vor durchbrechenden U-Booten hier oben bei Island.

Sprecher 7: Wenn Sie jetzt in die kommenden Jahre schauen, welche Entwicklungen hier in der Arktis bereiten Ihnen Sorgen? Worauf muss die Marine, aber auch die NATO reagieren in Zukunft?

Sprecher 8: Wir sehen im Wesentlichen, dass durch das Freiwerden der Seewege, und wir gehen davon aus, dass etwa in 2050, vorsichtige Schätzung, das auch zur kommerziellen Nutzung offen sein könnte, jedenfalls die Nordostpassage. Dass Russland eine Remilitarisierung betreibt, alte Stützpunkte wieder aufbaut, intensiv mit China kooperiert. Und neben Russland ist China, glaube ich, etwas, auf das wir auch achten müssen, wenn China sich zu einer Near Arctic Nation erklärt und die Grenzen, die durch die ausschließlichen Wirtschaftszonen bisher gezeichnet sind, infrage stellt. Dann muss uns das interessieren. Und wenn das unsere Partner in dieser Region umtreibt, wie Norwegen, wie Dänemark, wie Island und andere, dann müssen wir in einer Allianz auch einer für alle und alle für einen dafür einstehen.

Sprecher 7: Nochmal, welchen genauen Beitrag kann Deutschland, die Deutsche Marine da beitragen?

Sprecher 8: Das, was sie zur Verfügung hat. Und das sind unsere Schiffe, das sind unsere U-Boote, das sind die unbemannten Systeme, die jetzt langsam kommen in der Luft, auf See und unter Wasser. Und das sind natürlich unsere neuen Maritime Patrol Aircraft.

Sprecher 7: Sie fahren ja nach Grönland, dann nach Kanada und auf dem Weg üben Sie mit den kanadischen Partnern. Warum ist die Zusammenarbeit, die transatlantische, so wichtig?

Sprecher 8: Wir sind ja in dieser Sache zusammen drin. Und insofern, wenn wir wollen, dass die Kanadier sich in der Ostsee engagieren oder in unserem Teil der Welt, dann müssen wir unser Commitment hier auch zeigen. Die Übung Nanook wird mit kanadischen, mit dänischen und mit französischen Einheiten zur See und in der Luft durchgeführt werden. Mit der Berlin bringen wir hier eine Einheit rein, die fantastisch ist. Also für die Übungen, die vorgesehen sind zum Aufbau eines bewährten Lagebildes. Für Search-and-Rescue-Operationen, für ein Medical-Exercise genau die richtige Einheit. Und nebenbei ist jeder... Ja, froh, wenn er eine Tankstelle hat, an der er eben mal durchschnaufen kann. Und wenn wir hier noch mit dem Kreiskrankenhaus quasi reinkommen, denn Berlin hat ja die Fähigkeiten, auf Niveau eines Kreiskrankenhauses zu unterstützen, dann ist das für diese Übung genau richtig.

Sprecher 7: Was sind denn so die Herausforderungen für ein deutsches Kriegsschiff in der Arktis?

Sprecher 8: Herausforderungen, die nicht nur einem deutschen Kriegsschiff den Tag etwas schummrig machen können, das ist insbesondere die Natur. Und ich glaube, Sie haben es auf Facebook gesehen, die Bilder, wo die Berlin quasi in einem fast Orkan operiert hat, aber keine Schäden mitgenommen hat. Das ist schon ganz beeindruckend, diese Naturgewalten zu erleben. Das sind extreme Herausforderungen.

Sprecher 7: Lassen Sie uns doch mal auf die eigene Haustür gucken, auf die Ostsee. Was beobachten Sie da aktuell an Verhalten russischer Schiffe und vor allem, wie reagiert die Marine darauf?

Sprecher 8: Vielleicht vorne weggestellt, wir begegnen den russischen Einheiten fast täglich in See. Wir sehen ihr Verhalten, wir sehen, wie sie sich breiter aufstellen, wir sehen, dass sie aggressiver agieren gegenüber unseren NATO-Einheiten. Und das führt uns natürlich zu Rückschlüssen. Wir sehen zusammen mit dem, was wir in der Heimat sehen, mit Sabotageversuchen, dass man uns hier testen will. Wir haben ja reagiert, die NATO hat sehr eindeutig reagiert, indem sie dem Hauptquartier CTF Baltik in Rostock den Auftrag gegeben hat, mit der Operation Baltic Sand. ein bewährtes Lagebild aufzubauen, um eben Entscheidungen treffen zu können, um die Hauptquartiere besser miteinander zu verschalten und um schneller zu werden. Und nur als Beispiel, schneller hat eine Reaktion auf das Erkennen einer Gefahr vor Bolt X-Ramp die 17 Stunden gedauert, sind wir jetzt bei unter einer Stunde. Das sind schon enorme Dinge. Was machen wir national? Alle unsere Kommandanten haben Handlungsrichtlinien an der Hand. Dass sie wissen, wie sie agieren, wenn ihnen gegenüber aggressiv aufgetreten wird. Und warum das? Weil wir verhindern wollen, dass es unbeabsichtigt zu einer Eskalation kommt.

Sprecher 7: Wenn man ein solches Lagebild aufbaut, wie Sie es auch gerade beschrieben haben, welche gesetzlichen Grundlagen fehlen Ihnen dann vielleicht heute noch, um wirklich effektiv arbeiten zu können? Oder sagen Sie, es ist rechtlich alles geklärt auf der Aussee?

Sprecher 8: Für das Lagebild fehlt uns eigentlich nicht viel, sondern da fehlen uns technische Dinge, die wir aber in diesem oder im nächsten Quartal noch abstellen werden und dann auch gemeinsam mit unseren Partnern teilen. Das sind Fragen, mit welchen Mitteln kann ich wirklich ein sauberes Lagebild erstellen? Und wir wollen, das nennt sich vom Seabed to Space, alle Sensoren, alle Daten, die wir bekommen haben, in einem Lagebild zusammenbringen. Vom Satelliten über das Flugzeug, über ein unbewandertes Unterwasserfahrzeug bis hin zu Sensoren, die wir auf dem Boden haben. Wir arbeiten dafür mit der Industrie zusammen, letztendlich mit dem Ziel, durch ein bewährtes Lagebild zu sagen, hier ist eine Gefährdung, möglicherweise, dass man in Deutschland der Bundespolizei sagen könnte, bitte schaut da mal hin oder auch eigene Einheiten in die oder auch unseren Partnern das zu sagen. Wofür ich immer plädiere ist, dass es im Wesentlichen in unseren Hoheitsgebieten, Hoheitsgewässern und der ausschließlichen Wirtschaftszone, dass wir zu einer bedrohungsgerechten rechtlichen Handlungsgrundlage kommen. Und da sind wir in guten Gesprächen mit den verschiedenen Ressorts in Deutschland. Und ich denke mal, dass wir in der nächsten Zeit zu guten Lösungen kommen werden.

Sprecher 7: Wir haben ja zuletzt auch Sabotageakte gegen die Deutsche Marine gesehen, gegen Marinestützpunkte und Schiffe. Wie rüstet sich die Marine da dagegen?

Sprecher 8: Wir haben uns diese Frage natürlich sehr intensiv gestellt und sehr akut auch gearbeitet. Wir haben die ersten Maßnahmen sofort eingeführt, wie zum Beispiel das Anschaffen der sogenannten RADIS-Anlagen, mit denen wir unbemannte Flugdrohnen auffassen können, nachverfolgen können und der Polizei Anweisungen geben, wo der Drohnenpilot steht. Und da sind auch mehrere Menschen schon in Haft genommen worden von der Polizei. Aber die großen drei Bereiche, an denen wir arbeiten, ist einmal Lagebild und Präsenz, ist Resilienz für so einen Stützpunkt. Und ist das, was ich Drohnenflotte nenne. Lage, Bild und Präsenz, so schnell wie möglich viele kleine Einheiten beschaffen. Da geht es um Schlepper, die einen Container tragen können, die verschiedenste Aufgaben erfüllen können. Aber in der Masse, dass wir eine große Anzahl von... ein Netzwerk rausbringen, um ein Lagebild aufzubauen und auch vor den Häfen agieren zu können. Da geht es auch um Flugobjekte, unbemannt und bemannt, mit Sensorik drauf, um Aufklärungsergebnisse zu bekommen. Im Bereich Resilienz und Schutz sind es Unterwasserdrohnen, sind es Überwasserdrohnen, sind es Abwehrmechanismen. Und bei der Drohnenflotte gebe ich noch ein Beispiel, den Blue Whale, den wir gerade erprobt haben, von dem wir in diesem Jahr noch den ersten beschaffen, der uns in vielen Bereichen eine wesentliche Verbesserung bereiten wird.

Sprecher 7: Die Bundesregierung plant ja einen neuen Wehrdienst von mindestens sechs Monaten. Er soll ein erlebnisorientierter Dienst werden, glaube ich, sagt man immer. Wie ist die Marine darauf vorbereitet, plötzlich ganz viele junge Menschen aufzunehmen und die dann auch auszubilden? Und vielleicht noch gleich die Anschlussfrage, wie wollen Sie die an die Bundeswehr binden, Stichwort Reserve?

Sprecher 8: Ja, wenn ich ganz kurz ausholen darf. Ich habe vor drei Jahren schon gesagt, dass wir dringend ein Mittel finden müssen, um die Anzahl derer, die wir bewerben dürfen, zu erhöhen. Und habe eine Art von Wehrdienst schon damals auch vorgeschlagen intern. Ich bin froh, dass wir diesen Weg gehen, ganz ehrlich. Wir werden alles dafür tun, wir tun alles dafür, dass dieser Schuss sitzt. Wir werden an unseren drei Schulen und in zwei Stützpunkten eine Grundausbildung anbieten, die Modular aufgebaut. gebaut ist und die wirklich viele interessante Dinge anbietet, wie Drohnentraining, Drohnenabwehrtraining, Bootfahren, alles mit dem Ziel, hinterher auch den Schutz der eigenen Liegenschaften hinzubekommen. Und wir wollen, dass die jungen Menschen sehr viel Zeit an Bord verbringen, um einfach dieses besondere Gefühl einer Gemeinschaft an Bord erleben zu können. Und damit, da sind wir uns ziemlich sicher, werden wir den Zauber der Marine rüberbringen können und erwarten dann, dass viele Menschen sagen, das kann ich mir auch für länger vorstellen. Überlegen Sie, dass wir auf der Goych Fock zum Beispiel Work and Travel jetzt anbieten. Das soll man sich mal genauer angucken. Denn da läuft dann der Schauer runter, wenn man daran denkt.

Sprecher 2: Vielen Dank, Herr Admiral. Helene, war noch was?

Sprecher 3: Michael, ich versuche meinen Söhnen abzutrainieren, zu viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen. Du bist ihr großes Idol, immer wenn der Name Michael fällt, fragen sie, ist das Michael Bröker? Also jetzt verbringst du mehr Zeit vorm Fernsehen, erklärst mir.

Sprecher 2: Du hast wunderbare, sehr sympathische und kluge Kinder, das merkt man immer wieder. Ich werde ab heute selbstverständlich noch mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen, als ich ohnehin durch den Start der Fußballsaison ja bereits wieder muss. Denn jetzt beginnt auch noch die Basketball-Europameisterschaft. Deutschland, der Weltmeister von 23, startet gegen Montenegro mit den großen NBA-Stars wie Dennis Schröder und Franz Wagner. Ich freue mich riesig darauf. Insofern bitte jetzt keine Bildschirmzeit, Helene, mir geben, sondern mich einfach machen lassen.

Sprecher 3: Michael, wie könnte ich da widersprechen?

Sprecher 2: Die Besten der Besten im Basketball, einer der athletischsten Sportarten überhaupt. Ich empfehle es dringend und wenn nicht, auch egal. Hauptsache morgen wieder Table Today hören ab 5 Uhr.

Sprecher 3: Da bin ich auch dabei. Tschüss.

Sprecher 9: Be students, be teachers, be politicians, be preachers. Be believers, be leaders, be astronauts, be champions, be truth seekers. Be students, be teachers, be politicians, be preachers. Be believers, be leaders, be astronauts, be champions.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar. Ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank4Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.