Müssen wir jetzt auch Linken-Politiker beobachten, Herr Schuster?
Dauer: 25:03

Müssen wir jetzt auch Linken-Politiker beobachten, Herr Schuster?

Armin Schuster warnt vor wachsendem Linksextremismus. Bei der Linkspartei sieht Schuster „ein taktisches Verhalten zur Gewaltanwendung." 

Seine Verfassungsschutz-Behörde mache keine Unterschiede zwischen links und rechts: "Es gibt keine bessere Form von Extremismus“, sagt der sächsische Innenminister im Gespräch mit Helene Bubrowski.

Ein AfD-Verbotsverfahren hält er für juristisch kaum durchsetzbar und kritisiert die öffentliche Debatte: „Über Verbote spricht man nicht. Man macht sie oder man lässt es.“

[08:21]


Der innerdeutsche Flugverkehr hat sich seit 2019 halbiert. Geschäftsreisen mit dem Flugzeug nehmen ab, viele steigen auf die Bahn um. Bernhard Pötter vom Climate Table sieht darin eine Veränderung der Mobilität, stellt aber die Frage, ob der Rückgang in Deutschland global überhaupt Wirkung zeigt.

[01:34]


Am Samstag startet die erste Table Today CEO Edition. dm-Chef Christoph Werner spricht mit Alex Wiedmann über Reformstau und macht konkrete Vorschläge für Veränderungen. Er kritisiert, dass die Bundesregierung zu wenig anpackt und mahnt einen klaren Kurs an. Werner macht im Podcast Reformvorschläge, die über eine Legislaturperiode hinausreichen.

Das Gespräch hören Sie in der ersten CEO-Edition von Table Today: „Fehlt Deutschland ökonomischer Sachverstand?“ Morgen früh ab 5 Uhr.

[06:36]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: 65.000 Mitarbeiter allein in Deutschland, 2.100 Filialen und rund 12 Milliarden Euro Umsatz. Es gibt wohl keinen Deutschen, der nicht schon einmal in einem DM-Markt eingekauft hat. Und meist ist es doch so, man will eine Sache kaufen und kommt mit zehn Sachen oder gar einer ganz dicken Tüte raus. Der Chef von Europas größter Drogeriemarktkette, Christoph Werner, war bei uns zu Besuch. Und er sagt uns, wie er sein Sortiment aussucht und warum er gerade nicht so gut auf die Politik zu sprechen ist. Einen Ausschnitt dieses Gesprächs hören Sie heute und am Samstag hören Sie das ganze Gespräch in unserer neuen CEO-Reihe.

Sprecher 3: Innerdeutsche Flüge sind dramatisch eingebrochen. Seit Corona hat sich das Angebot nahezu halbiert. Eine Ursache natürlich die hohen Standortkosten, aber auch Geschäftsreisen mit dem Flieger werden immer weniger. Das ist gut fürs Klima, aber was heißt das eigentlich noch? Wir sprechen mit dem Redaktionsleiter unseres Climate Table, Bernhard Pötter.

Sprecher 2: Hätte ein AfD-Verbotsverfahren eine Chance auf Erfolg? Innenminister Dobrindt sagt nein. Jedenfalls das Gutachten des Verfassungsschutzes reiche dafür nicht aus. Andere sehen es anders und wir sprechen mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster über den Kampf gegen rechts, aber auch den gegen links.

Sprecher 3: Zum Schluss legen wir noch ein Handtuch auf eine Liege am Pool. Ganz digital diesmal. Es ist Freitag, der 22. August. Wir starten ins Wochenende.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: Vor einigen Jahren noch wollten die Grünen die Inlandsflüge verbieten und nun ist es auch ganz ohne Verbot passiert. Die deutsche Luftfahrtbranche schrumpft vor allem bei den Inlandsflügen. Die haben sich in den vergangenen fünf Jahren halbiert. 2019, also vor der Corona-Pandemie, gab es 238.000 innerdeutsche Flüge. 2024 waren es nur noch 117.000. In anderen europäischen Ländern sieht es anders aus. In Spanien zum Beispiel wird sogar mehr geflogen als 2019. Und weltweit ist der Flugverkehr sowieso im Wachsen. Sprechen wir über dieses Phänomen mit dem Mann, der diese Geschichte für uns recherchiert hat, genauer gesagt für den Climate Table. Es ist der Chef des Climate Table, Bernhard Pötter. Und hier ist er auch schon. Hallo Bernhard.

Sprecher 5: Hallo Helena.

Sprecher 2: Rückgang der Inlandsflüge, Halbierung in fünf Jahren, das ist ja schon wirklich relevant. Woran hat das gelegen?

Sprecher 5: Das liegt vor allem daran, dass die Leute einfach weniger fliegen. Die Luftfahrtindustrie sagt, es liegt vor allem auch daran, dass das Fliegen teurer geworden ist durch die staatlichen Abgaben und Steuern. Und dass sich einfach die Bewegungsmuster der Menschen verändert haben.

Sprecher 2: Obwohl die Bahn in Deutschland so schlecht ist, kann man das messen, dass sie stattdessen auf die Bahn umsteigen in innerdeutschen Verkehr?

Sprecher 5: Die Bahn hat ein bisschen zugelegt in der Zeit. Der Autoverkehr hat auch verloren in der gleichen Zeit. Also wir reden ja immer nur von Fernstrecken hier. Das heißt, es hat sich einfach grundsätzlich was verändert. Die Leute sind nicht mehr so viel unterwegs, nicht so mobil. Das hat sicherlich auch was damit zu tun, dass sich sowas verändert hat wie Dienstreisen. Also es gibt mehr Online-Meetings zum Beispiel. Aber all das ist ja in den anderen europäischen Ländern auch so. Und da hat es diesen Unterschied nicht gegeben. Ich glaube, es hat auch was damit zu tun, dass einfach manchen Leuten der Flug zwischen Köln und Hamburg oder zwischen Leipzig und... Stuttgart inzwischen nicht mehr so wichtig ist und dass man im Zweifel die Bahn nimmt.

Sprecher 2: Vielleicht hat es ja auch etwas mit einem Bewusstseinswandel zu tun, den es jedenfalls in Teilen der Bevölkerung dann doch gegeben hat. Flugscham lautet das Stichwort. Also Bernhard, sag mal, in der deutschen Politik gibt es immer wieder die Diskussion, braucht es Verbote oder geht es auch durch Anreize oder durch Nudging und anderes? Wie siehst du das? Ist das nicht der Beweis, dass es auch ohne Verbote geht?

Sprecher 5: Ja, in dem Fall ist es ohne Verbote gegangen, denn es gab ja kein Verbot, sondern es gab die Situation, dass die Leute weniger unterwegs waren und dann, dass die staatlichen Rahmenbedingungen so geworden sind, dass es sich reduziert hat. Wir reden nur von den innerdeutschen Kurz- und Flügen. Wir reden auch nicht von den Flügen, die innerdeutsch zu den großen Drehkreuzen wie Frankfurt und München gehen, um dann interkontinental oder Fernflüge zu nehmen, sondern wir reden tatsächlich von den Flügen, die hauptsächlich ja auch von Geschäftsleuten genutzt werden. Ich glaube auch, dass den Leuten irgendwann mal klar geworden ist, dass es gar nicht so viel schneller ist, von Köln nach Hamburg zu fliegen, wenn man jeweils zum Flughafen raus und wieder rein muss. Und wo es direkte Verbindungen mit Zügen zum Beispiel gibt, dass die Leute irgendwann gesagt haben, Das macht eigentlich mehr Sinn, auf die Schiene umzusteigen. Also ich glaube nicht, dass das eine große umweltpolitische Maßnahme ist, denn wir fliegen nicht weniger, also global sowieso nicht, da nimmt es stark zu. Auch der Fernverkehr hat nicht groß abgenommen, sondern es ist eher eine Frage, was ist sinnvoll und was ist machbar und was ist praktikabel innerdeutsch.

Sprecher 2: Ja, du hast es gerade gesagt, global nimmt der Flugverkehr zu. Deswegen, bevor wir uns jetzt zu sehr freuen, dass hier ein Beitrag zur Rettung des Klimas geleistet wird, was bringt überhaupt so eine innerdeutsche Erhebung, wenn wir sehen, dass es in Frankfurt zwar jetzt nur noch 60 Millionen Fluggäste in diesem Jahr gibt, aber in Dubai dagegen 260 Millionen. Ist das nicht doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, den wir hier beobachten?

Sprecher 5: Ja, das ist es ganz klar. Also wir reden ja auch nur von zwei Millionen Tonnen CO2, die sich auf eine Million Tonnen CO2 reduziert haben oder Treibhausgase. Natürlich, es geht nicht um die großen Fragen, auch um die großen Flüge, die natürlich noch viel schädlicher fürs Klima sind, also Langstreckenflüge, als die innerdeutschen Flüge. Aber es ging ja bei dieser Debatte eher immer um die Frage Lärmbelästigung. Abgasbelästigung und vor allem auch, was ist eine rationalere Verkehrspolitik, wenn ich genauso schnell mit der Bahn von A nach B komme, warum muss ich dann fliegen? Eine andere Sache, die fürs Klima sogar möglicherweise schlechter sein könnte, ist, wenn diese Slots, also wenn diese Start- und Landegedämigung an den Flughäfen frei werden, dadurch, dass niemand fliegt, Innerdeutsch könnte es sein, dass die dann für längere Flüge genutzt werden. Und das wäre tatsächlich sogar kontraproduktiv fürs Klima. Da gibt es keine Daten darüber, ob das bisher schon passiert ist, weil ohnehin es in Deutschland ja... Zurückgeht mit der Fliegerei, jedenfalls die Auslastung der Flughäfen im Augenblick. Aber das könnte natürlich der Fall sein und das wäre genau das Gegenteil von dem, worüber sich alle freuen.

Sprecher 2: Vielen Dank, lieber Bernhard, dass du das heute hier für uns analysiert hast. Und den ganzen Text können Sie natürlich in unserem Climate Table lesen unter table.media.com.

Sprecher 5: Sehr gern.

Sprecher 3: DM ist der unangefochtene Spitzenreiter der Drogeriemärkte in Deutschland. Knapp 30 Prozent ist der Marktanteil des Karlsruher Familienunternehmens, das täglich ca. 2 Millionen Kunden in einem dieser 2100 Märkte begrüßt. Zugleich ist das Unternehmen aber auch spannend, weil es besonders viel Wert auf Nachhaltigkeit und Good Governance legt. Der Waldorf-Discounter, so hat das Manager-Magazin mal die Firmenphilosophie der DM-Gruppe benannt. Eine Erfolgsgeschichte sicherlich und ein Chef, der eigentlich selten im öffentlichen Rampenlicht steht. Aber die Politik macht ihm allmählich Sorge und das möchte er auch ganz gerne mal kommunizieren. Das hat er jetzt unserem Kollegen Alex Wiedmann aus dem CEO-Table verraten, der mit ihm eine neue Serie bei uns beginnt, jeden zweiten Samstag, der CEO-Podcast bei Table Today. Hören wir mal rein, was Christoph Werner Alex Wiedmann gesagt hat.

Sprecher 6: Am Ende ist entscheidend, was wirklich gemacht wird und nicht, was angekündigt wird. Da sind zu wenig konkrete Dinge im Moment, die tatsächlich angepackt werden. Also ich glaube, dass wir in Deutschland sehr von dem noch zehren, was in der Vergangenheit gemacht wurde. Und da wurde vieles richtig gemacht. Also das ist sozusagen die Stärke, die wir haben. Aber es ist natürlich die Ernte der Saat von gestern. Solange ich Lust auf Zukunft habe, ist Veränderung ein Aufbruch in die Zukunft. Also es sind Chancen, die ich habe. Wenn ich keine Lust auf Zukunft habe und das Bestehende behalten möchte, dann sind Veränderungen eine Bedrohung. Ich glaube schon, dass es drei Dinge gäbe, die wir machen könnten in diesem Land, die zu einer echten Veränderung führen würden.

Sprecher 3: Das hören Sie morgen alles ab 5 Uhr in unserer CEO-Edition.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: In der jüngsten Forsa-Umfrage vom 19. August liegt die AfD vor der CDU-CSU mit 26 Prozent, respektive 25 Prozent für die Union.

Sprecher 3: Knapp 70 Prozent der Deutschen rechnen sogar mit einem AfD-Ministerpräsidenten. Und naja, wir haben ja nächstes Jahr fünf Landtagswahlen und unter anderem auch in ostdeutschen Bundesländern. Allein in Sachsen-Anhalt liegt die AfD bei 30 Prozent knapp. Knapp, nur noch knapp hinter der CDU. Also zum Thema AfD-Verbot, Helene. Man würde eine Partei verbieten, die gerade in einigen Landesteilen und Kommunen die stärkste Partei ist.

Sprecher 2: Kann man eine Partei verbieten, die so groß schon ist, Und was würde eigentlich mit den Leuten passieren, die diese AfD wählen, mit ihr sympathisieren, vielleicht sogar Mitglieder sind? Alles nicht so einfach, aber trotzdem, die Diskussion um das AfD-Verbot, die schwelt weiter, auch in der Politik. Und Alexander Dobrindt bleibt bei seiner Devise, dass das derzeit nicht anstehe, schon weil es ehrlich gesagt an einem Antragsteller fehlt. Und weil er sagt, dass das, was der Verfassungsschutz vorgelegt hat, nicht ausreiche für ein Verbot.

Sprecher 3: Es gibt aber auch Juristen, die das alles etwas anders sehen als der Innenminister, zum Beispiel Markus Ogorek, der in einer Untersuchung, die wir gestern im Berlin Table veröffentlicht haben, immerhin gewisse Erfolgschancen sieht für ein Parteiverbotsverfahren. Denn es gibt eben in der AfD und zwar in relevanten Teilen der AfD Bestrebungen, die sich gegen die Frage stellen. Freiheitlich-demokratische Grundordnung richten.

Sprecher 2: Und vor allem argumentiert er, dass das, was das Bundesverfassungsgericht einst beim KPD-Verbot gesagt hatte, nämlich dass es eine aggressiv-kämpferische Überwindung des Systems brauche, dass das heute anders zu verstehen sei, dass ein planmäßiges Vorgehen reiche und dass das eben doch auch im Gutachten des Verfassungsschutzes drinstehe, dass die AfD zumindest zielgerichtet und planvoll vorgehe. Allerdings, wenn wir uns anschauen, was wie eigentlich der Stand der Dinge ist, müssen wir sagen, naja, das OVG Münster, das noch entscheiden muss, ob die Gesamtpartei wirklich gesichert rechtsextrem ist. Diese Entscheidung steht noch aus. Und von den 16 Landesämtern für Verfassungsschutz haben nur vier die Landesverbände als rechtsextrem eingestuft. Also wir können jetzt auch noch nicht davon sprechen, dass die AfD jetzt deutschlandweit als rechtsextremistisch angesehen wird.

Sprecher 3: Aber nicht nur der Rechtsextremismus ist ein Riesenthema, vielleicht auch das größte Problem dieser Demokratie. Wir müssen auch nach links schauen, wo der Linksextremismus ja extrem gewachsen ist in den vergangenen Jahren. Und deswegen wünscht man sich Verfassungsschützer in Bund und Ländern, die schlicht und einfach einen nüchternen, aber klaren 360-Grad-Blick auf alle Formen des Extremismus in diesem Land haben.

Sprecher 2: Ja, der ehemalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Haldenwang, hat es mal passend formuliert und sagte, die Kunden in allen Bereichen nehmen zu, rechts und links und natürlich der Islamismus. Aber die öffentliche Aufmerksamkeit, die ist nicht immer gleich verteilt. Vor einigen Jahren haben wir uns vor allem für den Islamismus interessiert und in den vergangenen Jahren. Da waren sich die Politiker fast alle einig, dass die größte Gefahr vom Rechtsextremismus ausgeht. Aber wir dürfen nicht vergessen, nach links zu gucken, denn auch dort grassiert der Extremismus, nicht zuletzt in Leipzig-Konnewitz. Und der Mann, der für das Bundesland zuständig ist, in dem Leipzig liegt, das ist Armin Schuster, Innenminister in Sachsen seit 2022. Und deswegen wollen wir mit ihm sprechen über den Linksextremismus und auch den Rechtsextremismus. Hallo, schön, dass Sie bei uns sind, Herr Schuster.

Sprecher 7: Guten Tag, Frau Dr. Obroski.

Sprecher 2: Herr Schuster, wie groß ist die Gefahr, die vom Linksextremismus ausgeht für unsere verfassungsmäßige Ordnung?

Sprecher 7: Die bundesweite Gefahr durch Linksextremismus halte ich weiterhin für hoch. Wir haben hohe Brutalität, gezielte Aktionen, professionelle Umsetzung. Wir empfinden jedenfalls einen sachlichen Handlungsdruck und deswegen sind wir da auch sehr intensiv unterwegs.

Sprecher 2: Heidi Reicheneck, die linken Chefin, hat im Bundestag im Januar gesagt, auf die Barrikaden und hat dafür viel Applaus bekommen, auch aus dem sogenannten bürgerlichen Lager, aus der Mitte der Gesellschaft. Das fanden viele irgendwie zwischen skurril und... Berechtigt, damals ging es um die gemeinsame Abstimmung von Union und AfD. Manchmal frage ich mich, was wäre eigentlich gewesen, hätte die AfD gesagt auf die Barrikaden? Ist es berechtigt, dass die Gesellschaft beim Linksextremismus ja ein etwas gemäßigteren... verständnisvolleren Blick hat.

Sprecher 7: Halte ich nicht für gerechtfertigt. Wachsen hat ja in der Hauptsache das Thema Rechtsextremismus. Wenn man so intensiv mit den Abwägungen beschäftigt ist bei einer Partei, ist das erwiesen rechtsextremistisch? Geht das Richtung Parteiverbot? Oder wie zunehmend ja auch einige Sachverständige mittlerweile öffentlich diskutieren, muss man nicht sogar von erwiesen rechtsextremistisch vielleicht sogar wieder herabstufen. Das ist das, was uns im Bereich Rechts ganz stark bewegt und mein Landesamt. Und wenn ich dann gleichzeitig von der linken Seite... Permanent. Unter anderem durch Herr Reichenick höre, sie will die Systemfrage stellen, den Kapitalismus stürzen, auf die Barrikaden. Muss man einfach verstehen, dann springen bei uns die gleichen Alarmglocken an. Wir sind ja nicht beim Golfen. Wir können keiner Partei ein Handicap geben. Und es gibt keine bessere Form von Extremismus, egal ob links oder rechts. Wer von Systemüberwindung spricht, da springen da uns die Motoren an.

Sprecher 2: Bei der Linken werden ja bestimmte Untergruppen noch vom Verfassungsschutz beobachtet oder wurden das jedenfalls bis vor einigen Jahren in einigen Landesverbänden. Halten Sie da eine Ausweitung, so klang das jetzt fast, für erforderlich, dass die Verfassungsschützer sich auch die Linkspartei wieder näher anschauen?

Sprecher 7: So weit würde ich jetzt nicht gehen. Für die Einstufung als erwiesen extremistisch musst du keine Gewalt anwenden. Es reicht, wenn du durch deine Zielverfolgung, durch deine Rhetorik und Programmatik jedenfalls klar zu erkennen gibst, dass du die freiheitlich-demokratische Grundordnung beeinträchtigen oder sogar beseitigen möchtest. Diese Frage müssen wir uns permanent stellen, wenn Sie jetzt darauf nochmal achten, dass das politisch linke Spektrum ja ein sehr taktisches Verhalten zeigt, wenn es um Gewalttaten geht von Autonomen, von Antifa, von dogmatischen Linken. Distanzieren, die sich eigentlich von Gewalt sagen, da gibt es ja oft auch eine Bekennung. Nein, wenn dann die Spitze einer Partei sich nur äußert, dann kommst du in die Nähe der Fragen, die wir auf einem ganz anderen Feld gegenüber längst beantworten. Wenn Sie sich vorstellen, dass wir... Parteiverbotsdebatten haben massiver Art bei der AfD und vergleichen dort mal Wortwahl und kämpferisch aggressives Vorgehen mit Gewaltanwendung vielleicht durch nahestehende Gruppierungen. Wenn Sie den Vergleich machen, dann habe ich Ich würde das dann die Bitte, dass die Linken sich mal einschließen und sich mal die Frage stellen, ob das wirklich von Erfolg gekrönt sein kann. Dauer dafür glauben, es gibt eine bessere Form von Extremismus.

Sprecher 2: Ist es denn eine Zuspitzung zu sagen, Ihre Behörde prüft, ob man auch die Linke irgendwann einstufen muss?

Sprecher 7: Das ist noch eine Zukunft zum Jahr. Aber Sie spüren an mir, dass ich Fragen habe. Gerade weil ich an der rechten Seite so intensiv mit diesen Fragen beschäftigt bin. Ich könnte Ihnen auch sagen, mein Motor, der ist auf hoher Drehzahl, der ist warm gelaufen, aber auf einer ganz anderen politischen Ecke. Nur, da der jetzt warm gelaufen ist, springt der natürlich auf den Dünn wieder in den Blick. Moment mal, was befiehlt man da auf der ganz anderen Seite?

Sprecher 2: Sprechen wir über die AfD, Herr Schuster, die ja auch als Nährboden gilt für den Rechtsextremismus. Sie tritt jetzt zuletzt gemäßigt da auf, jedenfalls auf Bundesebene ist das zu beobachten. Ist sie deswegen auch wirklich weniger gefährlich? Wie sehen Sie das?

Sprecher 7: Das wird eine spannende Frage. Aufgabe für die Landesämter und das Bundesamt für Verfassungsschutz. Man kann es ja sagen, herauszufinden, bauen die uns da gerade ein trojanisches Pferd? Oder ist die Partei tatsächlich in einem Reinigungsprozess, weil sie eine demokratische Partei am rechten Rand werden möchte? Es wird ja oft behauptet, Diese ganzen Einstufungen, die würden ja nichts bringen. Da bin ich jetzt völlig anderer Auffassung. Diese echte oder gespielte Normalisierungsstrategie der AfD, Also dieses Sofort. Die Partei-Ausschussverfahren, die in Stundenfrist, zum Beispiel bei den sächsischen Separatisten, diese Hauruck-Auflösung der jungen Alternativen. Der Maximilian Krah, der ist ja so ungefickt. Und erklärt auch öffentlich, wie der neue anschmiegsame Kuschelkurs an die demokratischen Parteien funktionieren müsse. Damit man aus diesem Beobachtungsfeld herauskommt, die Maulkörper von Herrn Kupala an die gesamte Partei, das passt ja gar nicht zum Auftritt dieser Partei. Ich glaube, das sind... Wirkungstreffer. Und was wir herauskriegen müssen ist, ernst gemeint? Oder ist das eine Strategie?

Sprecher 2: Herr Schuster, kommen wir zu der Verbotsdebatte. Ist es überhaupt sinnvoll, dass wir so ausführlich über diese Frage diskutieren? Nähert das nicht am Ende doch nur den Opfermythos der AfD? Wie sehen Sie das?

Sprecher 7: Sie glauben gar nicht, wie ich es bedauere, dass ich durch diese massive öffentliche Debatte nicht meiner eigenen... Oder selbst auferlegten Strategie folgen darf, Über Herr Bote spricht man nicht vorher, man macht sie oder man lässt es. Dieses öffentliche Diskutieren ist Hand und Wertung. So laienhaft, das tut schon fast weh. Da aber der mediale Druck so hoch ist und die Anzahl der Aussagen die in die falsche Richtung gehen, so groß ist, habe ich gegen meine eigene Regierung aufverstoßen und diskutiere eben jetzt mit, Dr. Bobowski, mich wundert noch jeden Tag, wirklich jeden Tag, hast du ja eine Meldung, wie viele Menschen selbst mit juristischer Ausbildung rein politisch argumentieren, in dem Wissen, dass das in Karlsruhe 0% Relevanz hat. Entscheidet sich die Bundesregierung oder der Bundesrat für einen Verbotsantrag, dann müssen die juristischen Belege dafür von 17 Innenministern geliefert werden und deren Verfassungsschutzämter. Wenn Sie diesen witzigen Ministern einfach mal zuhören. Oder sich die Ergebnisse der Innenministerkonferenz angucken. Dann müsste man sich eigentlich wundern, dass die Hauptlieferanten extrem zurückhaltend sind bei der Frage, Können wir diese Belege rein juristischer Natur für aggressiv-kämpferische Haltung gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung liefern? Und wenn Sie dann noch bewerten, dass zwölf von diesen 17 noch nicht mal die Stufe erwiesen rechtsextremistisch in ihren Ländern und im Bund haben, dann ahnen Sie, wo wir stehen. Ich habe manchmal das Gefühl, wir werden von einer Hundertschaft von Gutachtern aufgefordert, nachdem wir beim Hochsprung die zwei Meter nicht geschafft haben, Jetzt aber mal gleich 2,20 aufzulehnen, das würde mit Sicherheit gut funktionieren. Du kommt mir davon.

Sprecher 2: Was würde denn passieren, vorausgesetzt den Fall, hypothetischen Fall, dass die AfD irgendwann verboten wird? Was wäre denn dann mit den Menschen, die sich zur AfD bekennen, die sie wählen, die vielleicht sogar Mitglieder sind?

Sprecher 7: Die Wähler, die wir nach einem Verbot da zurücklassen, die ins demokratische Spektrum zurückzugewinnen. Wird dann ganz schwer, so richtig schwer. Deswegen strebe ich eine andere Strategie an. Das Erfolgsnarrativ der AfD, übrigens auch aus den Aussagen von manchem Linken so abzulesen, Heißt ja, die da oben. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Land eine Offensive braucht zum Thema, im Effekt ist gar kein gutes deutsches Wort ein, Empowerment, Subsidiarität oder was immer ich sage. Also gib die Entscheidungsmöglichkeiten dorthin, wo die Leute das auch selbst entscheiden können. Gemeinderäte, Stadtoberholter, Landkreise, also Landrat, Greifstag. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Staat in Deutschland zu tief eingeatmet hat, zu viel an sich herantiet und dadurch stützen wir... Ein Narrativ, was übrigens von beiden Seiten bedient, von links wie rechts. Es muss gegen die da oben gehen, weil wir hier nichts mehr zu sagen haben. Das ist für mich der Erfolgsweg und nicht Parteiverbotsdebatten.

Sprecher 2: Vielen Dank, Herr Schuster, dass Sie sich heute meinen Fragen gestellt haben.

Sprecher 7: Ich bedanke mich, Herr Schmaske.

Sprecher 3: Elina, war doch was.

Sprecher 2: Michael, mich würde es mal interessieren, ob du zu den Menschen gehörst, die morgens an der Liege am Pool als erstes ihr Handtuch ausbreiten und sich so auf Mallorca als erstes als Deutscher outen.

Sprecher 3: Tatsächlich bin ich so sehr ein Pool- und Wasser-Fan und Fetischist, dass mich die Liegen null interessieren. Ich schmeiße das Handtuch irgendwo in die Ecke und bin sofort im Pool. Also ich erinnere mich nicht, dass ich es mal gemacht habe.

Sprecher 2: Ich habe es auch nie gemacht. Ich mag dieses Rumliegen am Pool nicht. Ehrlich gesagt, genauso wenig fast mag ich ja Pools. Ich bin ja wirklich für das echte, offene Wasser sehr zu haben, nämlich Meere und Seen. Aber Pools, auch weil meine Haut das Chlor nicht so gut verträgt. Aber sei es drum. Wir müssen das an alle die Hörerinnen und Hörer, die das tun mit den Liegen und deswegen einer vorm Frühstück schon rausrennt, um zu reservieren, die müssen das nicht mehr tun, denn künftig geht das auch digital.

Sprecher 3: Immer mehr Strände vermieten ihre Liegen jetzt per App oder per Website. Das sorgt allerdings jetzt nicht dafür, dass man mehr freie Liegen hat, sondern ganz im Gegenteil, da ist es so einfach, es kann man direkt nach dem Aufstehen aus dem Bett heraus sich schon die Liege reservieren. Also die spontan Strandgänger oder Poolgänger, die noch eine Liege suchen, die haben es künftig auf Mallorca schwer.

Sprecher 2: Es ist ja noch fast Mitte August. Deswegen können wir an diesem Wochenende noch ein bisschen Sommer genießen. Ob nun im See, am Strand, auf dem Rasen oder auch meinetwegen auf der Liege. Ganz wo Sie möchten. Machen Sie es gut. Tschüss.

Sprecher 3: Morgen denken Sie dann Samstag die erste CEO-Edition-Folge von Table Today. Bis dahin. Ciao, ciao.

Sprecher 8: We came from. Let's go work. Let's go work.

Sprecher 9: You grabbed my hand, you took me to paradise. It's been no chance to forget this night. Since I'm back home, I feel like paralyzed. Baby, it's all wrong. Let's make it right. Why don't we just go back? Back to where we came from.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft Extradatenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.