Wie nah ist ein Frieden in der Ukraine, Herr Wadephul?
Sara Sievert hat mit Außenminister Johann Wadephul in der Regierungsmaschine gesprochen - auf dem Weg nach Japan. Wird die Ukraine Gebiete an Russland abtreten müssen? Aus Sicht des Außenministers ist „bedauerlicherweise klar, dass so etwas eine Möglichkeit ist." Er sieht Deutschland in der Verantwortung, wenn es um Sicherheitsgarantien für die Ukraine geht. Den Einsatz deutscher Soldaten in der Ukraine schließt Wadephul derzeit aus.
Wenige Stunden vor dem Beginn der Ukraine-Gespräche im Weißen Haus sagt Wadephul: „Ich bin mit vorsichtigem Optimismus dabei!"
[06:50]
Helene Bubrowski und Michael Bröcker diskutieren die Ausgangslage vor dem möglicherweise entscheidenden Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten und Donald Trump. Bundeskanzler Friedrich Merz und andere europäische Regierungschefs begleiten Selenskyj in die USA. Auch Washington scheint bereit, sich an Sicherheitsgarantien zu beteiligen, falls es zu einer Friedensvereinbarung kommen sollte.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Welcome back, Helene Bubrowski.
Sprecher 3: Ja, schön wieder hier zu sein. Ich freue mich. Es ist ja auch jede Menge los, zum Beispiel heute in Washington. Da fliegt nämlich Friedrich Merz hin. Er begleitet Volodymyr Zelensky zusammen mit vier anderen Staats- und Regierungschefs. Europa will Trump wieder einfangen. Klappt das? Wir bringen Sie auf den neuesten Stand.
Sprecher 2: Und das ist auch dringend nötig nach dem durchaus bizarren Gipfel in Alaska. Wie nah sind wir denn jetzt eigentlich dem Frieden in der Ukraine? Das hat unsere Kollegin Sarah Sievert einen Mann gefragt, der es zumindest auch irgendwie wissen sollte, vor allem wie die Zeit danach aussehen könnte, nämlich den deutschen Außenminister Johann Wadephul. Sie begleitet ihn auf seiner Reise nach Japan und Indonesien und hat mit ihm gesprochen.
Sprecher 3: Und zum Nachtisch kommen wir wieder zu unserem uralten Konzept hier zurück bei Table Today. Wir erzählen mal gute und schöne Geschichten. Ich habe selbst eine vor kurzem erlebt, die eigentlich sehr unschön begann, aber dann nett endete. Schön, dass Sie dabei sind an diesem Montag, den 18. August. Michael und ich sind wieder vereint und Sie sind auch da. Es kann losgehen.
Sprecher 4: I'm Margaret Brennan in Washington, and this week on Face the Nation, after President Trump's Alaska summit with Vladimir Putin, we'll go one-on-one with Secretary of State Marco Rubio.
Sprecher 5: I think there has to be some discussion about security guarantees for Ukraine because they don't want this war. None of us want to see this war in the future. They're a sovereign country. They have a right to have security agreements with other countries and security alliances with other countries. And then there's the whole issue of reconstruction. How do you rebuild the country? Well, potentially. Like I said, that's what we're going to be having a conversation about. And that's what we're going to be meeting. That's why they're all coming here. And that's why we've been talking on the phone for the last 48 hours with them. And even leading up to it, throughout the week, there were various meetings just to sort of build out some of these ideas.
Sprecher 3: Ja, drei Tage nach dem Gipfeltreffen von Alaska, wo man sagen kann, wenig bei rumgekommen, aber viel Tamtam, gehen die Gespräche jetzt weiter in Washington. Zelensky ist auf dem Weg dorthin heute Nacht zusammen mit fünf europäischen Staats- und Regierungschefs. Europa will wieder zurück aufs Tableau, die ja, die Zatz hat es so nett getitelt, die ja nur Zaungäste waren in den bisherigen Gesprächen.
Sprecher 2: Helene, ich habe mir mal vorgenommen, jetzt erstmal das Positive zu sehen. Die desaströsen Ergebnisse dieses Nichtgipfels haben wir ja eigentlich schon diskutiert, aber vielleicht gibt es ja was Positives. Zumindest, dass immerhin doch noch März und andere EU-Staatschefs, auch Starmer, auch Meloni, jetzt nochmal die Chance haben, direkt danach mit Trump zu reden und ihn vielleicht wieder von der einen oder anderen Thematik abzubringen, die ja eigentlich schon Putin auf den Tisch gelegt hat.
Sprecher 3: Ja, es ist natürlich trotzdem sehr bizarr, dass die Europäer vorher auf Trump einwirken, ihm einreden und erklären, dass so jemand wie Putin manchmal blufft und ihnen sagen, wie man solche Gespräche führt und hinterher mit ihm reden müssen, um ihn einzufangen. Wir reden über den mächtigsten Mann der Welt. Aber Michael, was will man sagen, so ist es eben. Und ja, wir müssen uns damit begnügen, dass bei einem Krieg, der in Europa stattfindet, die Europäer eben nur hinterher und vorher dabei sind, aber nicht bei den eigentlichen Verhandlungen.
Sprecher 2: Ja, was mich wundert, ist, dass er gar nicht eine Strategie, den Plan gehabt zu haben scheint, Donald Trump zumindest. Weil normalerweise würde man doch sagen, was verlangen wir mindestens von der Ukraine, wenn es jetzt zu Friedensgesprächen kommt? Da war ja mal der Waffenstillstand im Gespräch. All diese Thematiken sind dann offenbar gar nicht thematisiert worden. Trump wollte einfach das Ding am Ende zu Ende haben und sich selbst loben. Also die Frage ist, was kann man konkret jetzt noch durchkriegen? Ich glaube, wir müssen ehrlich sein, die Ukraine wird Gebiete verlieren, wo jetzt russische Soldaten stehen. Das ist und bleibt so. Aber vielleicht sieht es danach besser aus. Ich habe das Gefühl, dass die Sicherheitsinfrastruktur für die Ukraine, also an wen dieses Land danach angedockt sein darf, dass da vielleicht mehr Bewegung ist, als es Putin lieb sein kann.
Sprecher 3: Aber diese Gebietsabtretungen wären natürlich schon bitter, eklat. Tanter Verstoß gegen das Völkerrecht, der dann zumindest de facto legitimiert würde. Die Rede ist davon, dass die Ukraine die Region Donetsk, Russland, überlassen könnte. Und als Gegenleistung, so heißt es, dann wird die Frontlinie in Cherson und Saporischia eingefroren. Was aber eben bedeutet, dass der Aggressor am Ende in diesen Punkten Recht bekommt.
Sprecher 2: Vor allem, wann wird diese Linie eingefroren? Die Russen, ich finde es auch unglaublich, da sitzt ein Donald Trump, applaudiert, rollt den roten Teppich aus, lässt diesen Diktator und Kriegstreiber in sein Auto, während gleichzeitig Drohnenangriffe auf ukrainische Zivilisten gefahren werden. So etwas hat man eigentlich in einem Politiker, der halbwegs noch moralische Grundwerte hat, auch noch nie erlebt. Aber gut, jedenfalls soll es am 22. August, also diesen Freitag, schon zu einem Treffen zwischen Trump, Putin und Zelensky kommen. Das wäre ja immerhin schon mal gegen den Willen Putins, der ja bisher die Autorität des ukrainischen Präsidenten gar nicht akzeptiert.
Sprecher 3: Das wäre jedenfalls ein richtiger Schritt. Darauf werden die Europäer jetzt auch einwirken. Ja, kommen wir nochmal ganz kurz auf Deutschland und Friedrich Merz zurück. Johann Wadepfuhl, der Außenminister, hat vor seinem Abflug nach Fernost gesagt, Deutschland übernehme jetzt eine Führungsrolle.
Sprecher 6: Die große Begleitung, die Präsident Zelensky von europäischen Partnern und der Kommissionspräsidentin erfährt, zeigt, Europa ist geschlossen. Diese Position herbeigeführt zu haben, ist ein großes Verdienst des Bundeskanzlers. Deutschland geht hier bewusst in eine Führungsrolle hin. Nein, wir wissen, dass wir in entscheidenden Tagen von Verhandlungen sind und werden unser gesamtes außenpolitisches Gewicht dafür zur Verfügung stellen, dass es eine gute Woche für die Ukraine, eine gute Woche für die Freiheit in Europa wird.
Sprecher 3: Also selbstbewusst tritt Deutschland da auf. Ja, wir werden sehen, wie sich Friedrich Merz dann in Washington schlägt. Dort wird er ja nicht von Anfang an dabei sein, sondern Trump will erstmal alleine mit Zelensky sprechen und danach kommen die Europäer. Auch das ist natürlich eine heikle Geschichte, wenn Trump und Zelensky dort aufeinandertreffen, dieser Ort im Oval Office, wo Zelensky schon einmal so öffentlich gedemütigt wurde. Ein Tag mit vielen Unsicherheiten.
Sprecher 2: Ja, zumindest hören wir aus Diplomatenkreisen, dass es auch Ukraines Präsident Zelensky war, der zwingend die europäischen Staats- und Regierungschefs jetzt schon mit dabei haben wollte. Und das ist ja immerhin dann mal ein bisschen Druck auch auf die Zeittafel. Also dass es jetzt schon zu diesen Gesprächen kommt, vielleicht schon zum Dreiergipfel. Eins ist Donald Trump ja auf jeden Fall ungeduldig. Es kann ja theoretisch auch mal Gutes bedeuten.
Sprecher 3: Ja, Johann Wadephul sprach von dem gesamten außenpolitischen Gewicht Deutschlands, das jetzt Aufmerksamkeit auf die Ukraine und die Lösung des Konflikts lenken soll. Er selber ist aber jetzt in ganz anderer Mission unterwegs und zwar nach Fernost, Indonesien und Japan. Eine riesige Wirtschaftselektion hat er an Bord. Es geht natürlich um Diversifizierung, um die Frage, wie kann man Abhängigkeiten von China reduzieren. Sarah Sievert, unsere Kollegin vom Berlin Table, stellvertretende Ressortleiterin, ist mit an Bord und hat mit Johann Wadephul gesprochen, nicht nur über Fernost, sondern natürlich vor allem auch über die Ukraine.
Sprecher 7: Herr Wadephul, schön, dass Sie Zeit für uns haben.
Sprecher 6: Sehr gerne, ich freue mich auf das Gespräch.
Sprecher 7: Wie nah ist ein Frieden in der Ukraine?
Sprecher 6: Das kann man noch nicht wirklich beantworten. Auf jeden Fall finden wieder Gespräche statt, die auf einen Friedensschluss abzielen. Und jedes dieser Gespräche muss man unterstützen und fördern. Der Bundeskanzler setzt hier einen wirklichen Schwerpunkt seiner persönlichen Arbeit von Anfang an. In der Konsequenz dessen begleitet er jetzt auch den ukrainischen Präsidenten. Und das täte er, glaube ich, nicht, wenn er nicht die ernsthafte Erwartung hätte, dass es eine Möglichkeit gibt.
Sprecher 7: Welche Erwartungen haben Sie an die Gespräche?
Sprecher 6: Ich bin auch mit Vorsicht. ... Optimismus dabei. Allein, dass diese Gespräche auf diesem Niveau stattgefunden haben, bedeutet ja, dass es für alle Beteiligten auch nicht ganz leicht ist, sich wieder zurückzuziehen. Und gar nichts stattfinden zu lassen. Und damit gibt es wirklich eine Chance, dass man ernsthaft über die Beendigung erstmal der Kampfhandlung und dann über den Beginn von ernsthaften Gesprächen spricht.
Sprecher 7: Jetzt wird immer wieder betont, Grenzen dürfen nicht gewaltsam verschoben werden. Gleichzeitig wird über den möglichen Tausch oder die Abgabe von territorialen Gebieten natürlich debattiert. Wie stehen Sie dazu? Wie offen muss man sich da potenziell zeigen?
Sprecher 6: Ganz grundsätzlich ist das alles Angelegenheit der souveränen Ukraine, darüber zu entscheiden, ob sie und wenn ja, unter welchen Bedingungen sie bereit wäre, auf Territorium zu verzichten. Das auch nochmal in zwei Stufen. Jetzt zunächst einmal in einer ersten Stufe, wenn es um eine faktische Kontrolle von Gebiet geht und in einer zweiten, das wäre dann ja der Inhalt eines Friedensvertrages, dass man dann auch de jure, also rechtlich verbindlich auf Gebiet verzichtet. Wie das ja bei anderen Konflikten auch schon der Fall gewesen ist, zum Teil sehr viel später. Denken Sie an den 2 plus 4 Vertrag, der endgültig die Grenzen Deutschlands und auch den Verzicht auf die Ostgebiete festgelegt hat. dass so etwas eine Möglichkeit ist. Das ist ja klar, bedauerlicherweise ist das klar. Die Ukraine stellt sich der Notwendigkeit, über derartige Dinge nachzudenken. Was tun wir? Wir stärken die Ukraine und wir... Tun alles dafür, dass sie in einer möglichst starken Verhandlungsposition ist.
Sprecher 7: Könnte es da von Vorteil sein, dass Friedrich Merz und Ursula von der Leyen bei dem Besuch dabei sind?
Sprecher 6: Ja, das ist von erheblichem Vorteil. Das ist eine wirkliche Stärkung des ukrainischen Präsidenten. Das zeigt ja... Unsere vollständige Solidarität mit der Ukraine. Was kann man mehr machen, als ihn bei diesem wichtigen Vorgespräch zu begleiten? Und ich denke, das ist ein ganz starkes Zeichen. Der französische Präsident, der britische Premier, der finnische Staatspräsident. Und das zeigt ja übrigens, Europa ist sehr geschlossen. Das war ja auch das, was Friedrich Merz von Anfang an und wir auch außenpolitisch verfolgt haben. Das ist gelungen. Wir sind die ganze Zeit ganz geschlossen an der Seite der Ukraine. Deswegen gehe ich insgesamt mit einem guten Gefühl in die nächste Woche.
Sprecher 7: Sie haben vor dem Abflug noch einmal betont, dass Friedrich Merz mit seinem Besuch in Washington auch nochmal die Führungsrolle Deutschlands, deutlich macht, was kann denn Deutschland auch gemeinsam in Absprache mit europäischen Partnern eigentlich bei der Sicherheitsarchitektur für die Ukraine auch nach einem möglichen Frieden tun?
Sprecher 6: Na insgesamt haben wir es ja geschafft, hat es der Bundeskanzler geschafft, erstmal alle hier zusammenzubringen und zu vereinen, auch unterschiedliche Interessen, auch unterschiedliche Nuancen in der Unterstützung der Ukraine, hinter der Ukraine zu versammeln. Das war nicht immer so. Wenn wir an andere Konfliktfelder denken, etwa an den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, da sehen wir, dass Europäer zum Teil auch recht weit auseinander sind, bedauerlicherweise. Also das ist schon an sich eine Führungsleistung und das heißt natürlich für die Zukunft. Dass wir dem auch weiter gerecht werden müssen. Wir haben ja gerade über die Frage schon gesprochen, was müsste die Ukraine gegebenenfalls akzeptieren. Das kann sie natürlich nur akzeptieren, wenn sie auf der Gegenseite dann auch sicher sein kann, dass ihr so etwas wie dieser Überfall Russlands nicht noch einmal geschieht. Und das sind eben Sicherheitsgarantien. Wir hören jetzt Signale aus Washington, dass man dazu bereit ist und gemeinsam mit Europäern muss das dann gestaltet werden. Und da wird Deutschland natürlich, wie schon bisher, auch eine wichtige Rolle übernehmen müssen.
Sprecher 7: Sind perspektivisch auch deutsche Soldaten in der Ukraine denkbar?
Sprecher 6: Also das ist, glaube ich, jetzt eine fernliegende Frage. Wir haben ja uns darauf konzentriert, dass wir uns auf das NATO-Territorium in einer Art und Weise konzentriert haben, wie andere nicht. Also wir sind der einzige europäische Truppen. der eine kampfstarke Brigade in Litauen stationiert. Das tun und zusätzlich noch Truppen in der Ukraine stationieren, würde uns voraussichtlich auch überfordern. Aber das muss der Kollege Pistorius sich im Einzelnen noch einmal angucken. Was nicht heißt, dass wir in anderer Art und Weise die Ukraine auch militärisch und technisch unterstützen können. Das tun wir ja schon. Stärker als andere das tun bisher. Und es gibt ja niemanden in der Bundesregierung, im Übrigen auch unterstützt von großen Teilen der Opposition, der dieses Engagement irgendwie mindern möchte.
Sprecher 7: Jetzt sind wir gerade auf dem Weg nach Tokio. Das ist Ihre erste Reise in den asiatischen Raum. Das haben Sie vorhin selbst nochmal betont. Wie wichtig ist Japan als strategischer Partner im Indopazifik, gerade auch mit Blick auf China und die Rolle?
Sprecher 6: Japan ist für uns einer der ganz wichtigen Partner weltweit, aber insbesondere in Asien. Er ist engster Wertepartner, hat übrigens auch, weil wir gerade darüber sprachen, in der gesamten Ukraine-Frage eine Solidarität mit uns Europäern gezeigt, wie kaum ein anderes Land außerhalb Europas. Wir haben eine ganz große Nähe zwischen unseren Nationen. Wir haben eine Nähe zwischen der Wirtschaft, zwischen der Politik, die es sonst wenig gibt. Wir sind in einer etwa vergleichbaren... Situation, starke Wirtschaftsnationen, die sich jeweils aufgrund der Geschichte sehr begründet bei dem Einsatz militärischer Mittel international bisher Schranken auferlegt hat. Uns beiden wird jetzt mehr abverlangt, das heißt, wir sollen mehr leisten. Wir sind beide enge Alliierte der USA und haben zunehmend Probleme mit China, obwohl wir mit China wirtschaftlich beide auch eng verflochten sind. Also wir sind in einer sehr, sehr ähnlichen Lage und all das zusammen. Bringt mich zu dem Ergebnis, dass es jeden Anlass gibt, auf das Ängste mit Japan zusammenzuarbeiten und deswegen meine erste Reise genau dahin.
Sprecher 7: Jetzt haben Sie ein paar Punkte angesprochen. Vielleicht können wir nochmal auf die Prioritäten eingehen, die Deutschland aktuell in der bilateralen Beziehung mit Japan hat, die auch bei diesem Besuch eine wichtige Rolle spielen werden.
Sprecher 6: Ich glaube, die wirtschaftliche Sicherheit ist das Zentrale, was jetzt zu beachten ist. Das ist nicht nur eine Resilienz China gegenüber, sondern auch anderen Konkurrenten gegenüber, die darauf abzielen, uns wirtschaftlich in eine schwierige Situation zu bringen. Und leider müssen ja wir auch beide feststellen, dass wir, obwohl wir eng sind, Partner der USA sind, auch von dort negative wirtschaftliche Einflüsse erleben, nämlich Zölle, die uns jeweils beide belasten. Also ich denke, die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und das Voneinanderlernen, wie man unabhängiger werden kann und wie wir mehr miteinander profitieren, wäre mal die Priorität Nummer eins. Es gibt mehrere Felder, auf denen wir eng zusammenarbeiten.
Sprecher 7: Ich spreche mal noch einen zweiten Punkt an. Welche Rolle spielt Japan denn für Deutschland im Rahmen der Zeitenwende?
Sprecher 6: Es spielt eine große Rolle. Wie gesagt, wir stellen fest, dass Japan sich im Ukraine-Konflikt klar auf unserer Seite positioniert. Warum? Weil sie erkannt haben, dass Konflikte heutzutage nicht mehr regional nur eine Bedeutung haben, sondern eine globale Bedeutung haben. Und umgekehrt ist ja unsere... Politik, was den indopazifischen Raum angeht, auch mit der mehrfachen Entsendung jetzt schon von Marineeinheiten, aber auch von Luftwaffeneinheiten in die gesamte Region und insbesondere nach Japan ja auch der Erkenntnis geschuldet, dass wir wissen, dass mögliche Konflikte in jener Region für uns nicht ohne Bedeutung sind. Wir arbeiten dort sehr eng zusammen. Wir sollten übrigens nach meiner Auffassung auch militärisch enger miteinander kooperieren. Wir sollten einen... stärkeren technologischen Austausch miteinander pflegen. Wir sollten bei Beschaffungsprogrammen enger zusammenwirken. Da gibt es ein großes Feld möglicher Kooperation, das wir noch lange nicht ausschöpfen.
Sprecher 7: Lassen Sie uns noch einmal schnell über Israel und die Lage im Gazastreifen sprechen. Der Bundeskanzler hat entschieden, die Waffenlieferungen an Israel einzuschränken. Befürworten Sie diese Entscheidung?
Sprecher 6: Ja, selbstverständlich. Wir haben sie gemeinsam getroffen, beziehungsweise er hat sie natürlich letztendlich, aber nach ausführlicher Diskussion und Beratung mit mir getroffen. Das ist eine notwendige Entscheidung, die ist uns schwer gefallen, aber sie ist eine Reaktion auf Entscheidungen in der israelischen Politik, die wir in dieser Konsequenz... Für falsch halten, für nicht mehr verhältnismäßig halten. Der Kampf gegen Hamas ist berechtigt, aber wir haben mittlerweile eine dermaßen katastrophale humanitäre Lage in Gaza, dass wir uns auf eine Verbesserung in dieser Hinsicht für die Menschen kümmern müssen und wir befürchten, dass wenn jetzt eine Stadt wie Gaza City mit fast einer Million Bevölkerung eingenommen werden soll und die Menschen zum Verlassen bewegt werden sollen, um die Hamas-Kämpfer zu identifizieren, dann befürchten wir eben eine nochmalige Verschärfung. eine hin schon katastrophalen humanitären Situation und da wollten wir der israelischen Regierung ein klares Zeichen geben. Das ist ja jetzt ausführlich diskutiert worden und stellt ja unser grundsätzliches, klares und unerschütterliches Bekenntnis zum Staat Israel nicht in Frage.
Sprecher 7: Das sieht in der Union nicht jeder so. Können Sie den Unmut in Ihren eigenen Reihen nachvollziehen?
Sprecher 6: Ja, das ist für uns alle ein schwerer Lernprozess und für mich auch. Und deswegen verstehe ich, dass es hier viele Fragen gibt. Die werden wir auch beantworten. Aber ich glaube, für jeden ist klar, dass das Bekenntnis, dass die Existenz und die Sicherheit des Staates Israel zu unserer Staatsräson gehört, nicht einschließt, dass ein dermaßen ausgeweiteter, bewaffneter Einsatz gegen Zivilbevölkerung durchgeführt werden muss, der so viele unschuldige Opfer fordert. Das ist eine Konsequenz, die einfach ein zu viel ist. Mich treibt eben auch die Sorge um und ich hoffe, dass das auch immer mehr Menschen, die gute Freunde Israels sind, wie wir auch, verstehen, dass Israel ja international in eine absolute Isolationssituation kommt. Deutschland wird immer zu Israel stehen, aber es ist zu wenig, dass am Ende nur die Vereinigten Staaten, und Deutschland zu Israel stehen. Israel braucht mehr Freunde. Auf dem jetzigen Weg verliert es leider Freunde.
Sprecher 2: Vielen Dank fürs Gespräch.
Sprecher 6: Sehr gerne.
Sprecher 2: Du hast bestimmt noch was mitgebracht. War noch was?
Sprecher 3: War noch was. Ich habe diese Frage so vermisst. Zu Hause fragt mich das ja niemand.
Sprecher 2: Welcome to my world. Aber ich frage dich immer wieder gerne. Also, war noch was.
Sprecher 3: Weil ich sowieso, ja natürlich, weil ich auch sowieso immer so viel erzähle, auch zu Hause. Nein, ich hatte im Urlaub einen furchtbaren Autounfall und ich, die sowieso unter dem Komplex leidet, eine schlechte Autofahrerin zu sein, bin dann, Michael, wirklich furchtbar. In einer ruhigen Seitenstraße neben dem Westerländer Strand bin ich einfach in ein parkendes Auto reingefahren. Und zwar so, dass die gesamte Seite meines Autos als auch die Seite des parkenden Autos komplett aufgerissen wurde. Ich war eine Sekunde abgelenkt und dann war ich auch schon quietschte es und knirschte es. In der Karosserie.
Sprecher 2: Ich möchte nur für unsere Hörer klar sagen, ich war es nicht, der sie da angerufen hat und zurückgeholt hat aus dem Urlaub. Helene, was war die Ablenkung? Sei ehrlich.
Sprecher 3: Es waren einfach die Kinder, die irgendwas wollten. Ich kann es überhaupt nicht rekonstruieren, wirklich komplett. Aber dir geht es gut, das ist vielleicht das Wichtigste. Ja, genau. Es ist niemand verletzt, aber ein ungeheurer Schaden, zumal dann rauskam, dass das Auto, das ich gefahren habe, keine Vollkaskoversicherung hat und auch noch meinem Schwiegervater gehört. Also alles in allem wirklich eine richtig miese Situation. Was aber schön war, das wollte ich ja eigentlich sagen, war, dass erst mal die Polizei kam, die so unendlich nett war und einfach sagte, kein Problem, machen Sie sich keine Sorgen, es ist nur Blech und das passiert millionenfach und es ist schon den allerbesten Autofahrern passiert, mir ist es schon passiert und so weiter. Sie haben nichts zu befürchten, das ist jetzt alles eine Frage von Versicherung. Wie gesagt, am Ende muss ich jetzt auch ordentlich zahlen, weil es eben wir keine Versicherung haben. Mein Schwiegervater... Der auch dann ganz locker war und sagte, komm, ist doch nur ein Sachschaden, so ist es halt. Und das Coolste war eigentlich, dass der Typ, den ich angefahren habe, ein Sylter, mich dann anrief, die Polizei hat ihm meine Nummer gegeben und sagte, hey, danke, dass Sie die Polizei benachrichtigt haben, das machen wirklich heute nur noch die wenigsten und das ist so anständig von Ihnen und so weiter. Ich hoffe, Sie haben noch ein paar schöne Tage auf der Insel, machen sich keinen Stress und so weiter. Und dann, das Ganze endet noch mit der wirklich schönen Geschichte, dass der Freund eines Freundes, den ich überhaupt nicht kenne, jetzt für mich die gesamte Reparatur... Unseres Wagens organisiert hat in Berlin, irgendwelche Autowerkstätten, die nicht so teuer sind und so weiter. Dann habe ich zu ihm gesagt, wir kennen uns doch gar nicht, warum machst du das eigentlich für mich? Und dann sagte er den netten Satz, weißt du, diese Autos machen so viel für uns, wenn ein Auto ein Problem hat, dann finde ich, wir sollten auch für was für das Auto tun. Und da dachte ich, guck mal, irgendwie, man ist in einer echt miesen Situation und dann sind alle Menschen drumherum einfach nur nett. Und es ist am Ende wirklich nicht so schlimm. Und das hat mich jetzt so nach dem Urlaub zurückkehrend zu dem Ergebnis gebracht. Guck mal, diese Welt ist doch eigentlich ganz gut. Und wir können uns freuen, dass wir da sind. Und wir dürfen uns nicht so sehr über die kleinen Dinge ärgern, sondern über die Menschen freuen, die für uns da sind und die bei uns sind.
Sprecher 2: Nach diesem fast pastoralen Ausblick kann man auch einfach nur sagen, Einfach Ruhe bewahren. Es hilft.
Sprecher 3: Und damit bis Dienstag. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei sind.
Sprecher 8: Despacito. Quiero respirar tu juego despacito. Deja que te diga cosas al oído. Para que te acuerdes si no estás conmigo. Despacito. Quiero desnudarte a besos despacito. Fime las paredes de tu laberinto. Despacito, vamos a hacerlo en una playa en Puerto Rico Hasta que la sola escrita en hay vendido Para que mi sello se quede contigo
Sprecher 9: Pasito a pasito, suave suavecito, lo vamos pegando poquito a poquito. Que se des a mi boca, los lugares favoritos. Favoritos, favoritos. Pasito a pasito, suave suavecito, lo vamos pegando poquito a poquito. Hasta provocar tus gritos. Sin que olvides tu apellido. Despacito.