Wie wollen Sie die Wahl gegen die AFD gewinnen, Herr Schulze?
Reiner Haseloff tritt nach der Landtagswahl nicht wieder an. Wirtschaftsminister Sven Schulze wird CDU-Spitzenkandidat für 2026. Der 46-Jährige verspricht Kontinuität. Zu möglichen Koalitionen nach der Wahl sagt Schulze, man könne sich nicht damit beschäftigen, was andere Parteien machen. „Es ist vielleicht wie im Fußball: Man kann sich eine Taktik aufzwingen lassen oder man kann die Taktik selber vorgeben. Und ich bin eher dafür, offensiv zu sein, selbst zu sagen, wie wir uns das Land vorstellen."
[12:31]
Donald Trump will Wladimir Putin treffen, und der Kreml bestätigt, ein Treffen sei geplant. Weitere Details sind nicht bestätigt. Saudi-Arabien gilt als möglicher Ort für die Zusammenkunft. Wilhelmine Stenglin vom Security-Briefing berichtet über die Reaktion aus der Ukraine: Dort heißt es, bislang habe kein einziges Gespräch mit Putin irgendwas Positives gebracht.
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Die SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht gibt auf. Frauke Brosius-Gersdorf begründet ihren Rückzug mit der kategorischen Ablehnung durch Teile der Unionsfraktion. Wochenlange Anfeindungen und die Weigerung der CDU/CSU zu Gesprächen haben sie zu diesem Schritt veranlasst.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Guten Morgen und willkommen bei Table Today. Heute ein letztes Mal für die Urlaubsvertretung mit mir, Sarah Sievert und meinem Kollegen Flo Fischer. Guten Morgen, Flo.
Sprecher 3: Morgen. Kommt es jetzt tatsächlich zu Gesprächen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin? Nachdem der US-Präsident sich erst einmal nur offen für Gespräche gezeigt hat, nutzte der Kreml die Situation sofort und bestätigte direkt, dass es schon nächste Woche ein Treffen geben soll. Stimmt das überhaupt? Und wenn ja, was wäre dann eigentlich davon zu erwarten? Das besprechen wir gleich mit Wilhelmine Stenglin, unserer Kollegin vom Security Table.
Sprecher 2: Die Juristin Frauke Posius-Gersdorf zieht ihre Kandidatur für das Amt als Verfassungsrichterin zurück. Die Anfeindung der vergangenen Wochen und die große Ablehnung aus der Union waren offenbar doch einer zu viel. Wie reagiert die Koalition jetzt, vor allem die Sozialdemokraten, auf diesen Rückzug? Wir haben uns mal bei der Union, aber vor allen Dingen auch bei der SPD umgehört.
Sprecher 3: Jetzt ist es offiziell. Wir haben es ja gestern schon im Berlin-Table einmal thematisiert. Die Ära Rainer Haselhoff geht dem Ende entgegen. Der amtierende CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt wird nach 15 Jahren im Amt nicht nochmal antreten. Sein Nachfolger wird der CDU-Landeschef Sachsen-Anhalts und Wirtschaftsminister Sven Schulze. Bei uns gibt es ein erstes Podcast-Interview in der Neuen Ruhr. Roller als Spitzenkandidat. Wie seine politische Marschrichtung aussehen soll, gleich bei uns.
Sprecher 2: Es ist Freitag, der 8. August und wir legen los. Wird es jetzt neue Strafzölle gegen Russlands Handelspartner geben oder nicht? Der US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, wenn bis heute keine Waffenruhe da ist, dann werden neue Zölle eingeführt. Indien hatte er sogar schon am Mittwoch mit weiteren 25 Prozent belegt. Heute sollten dann auch weitere Handelspartner wie zum Beispiel China, Brasilien und Ungarn mit einer Reaktion rechnen. Aber der Immobilienmogul und Sondergesandte von Trump für den Nahen Osten, Steve Fittkoff, war am Mittwoch in Moskau, um zu verhandeln. Da hieß es, die Gespräche seien konstruktiv gewesen und kurz danach war sogar schon von einem Treffen zwischen Trump und Putin die Rede.
Sprecher 4: And we haven't determined where, but we had some very good talks with President Putin today. And there's a very good chance that we could be ending the round, ending the end of that road. That road was long and continues to be long, but there's a good chance that there will be a meeting very soon.
Sprecher 2: Jetzt heißt es vom Weißen Haus aber erstmal nur, man sei grundsätzlich offen für ein Treffen gewesen, mehr noch nicht. Gestern soll es auch ein Telefonat zwischen Trump und den europäischen Staats- und Regierungschefs, unter anderem Merz, Starma, Selensky und auch dem NATO-Generalsekretär Rutte gegeben. wo über das Vorhaben informiert wurde. Der Kreml hat seine Chance aber gleich genutzt und Fakten geschafft und bestätigt, dass es zu einem Treffen zwischen Trump und Putin kommen soll. Angepeilt sei schon nächste Woche, der Ort stehe wohl schon fest, sei aber noch ganz geheim. Saudi-Arabien wurde wohl als möglicher Ort für das Treffen genannt. So richtig fest steht da aber eigentlich noch gar nichts. Jetzt hat der ukrainische Präsident Zelensky sich auf der Plattform X schon bereit erklärt zu einem direkten Treffen mit Putin. Aber hat auch geschrieben, seine Bedingungen seien klar, es müsse Waffenstillstand und eine langfristige Sicherheitsgarantie geben. Putin wiederum sieht ein zweites Treffen zwischen ihm, Trump und Zelensky überhaupt nicht als bestätigt. Dieser Wunsch sei lediglich von den Amerikanern ausgegangen, heißt es aus dem Kreml. Sind das jetzt also echte Friedensbemühungen oder doch wieder nur ein Spiel auf Zeit von Wladimir Putin? Darüber spreche ich mit unserer Expertin Wilhelmine Stengelin von unserem Security Table. Hallo Wilhelmine.
Sprecher 5: Hi Sarah.
Sprecher 2: Wilhelmine, wie schätzt du das ein? Glaubst du, dass es in der nächsten Woche tatsächlich zu einem Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin kommen könnte?
Sprecher 5: Ja, also wenn es tatsächlich zu diesem Treffen kommt zwischen Wladimir Putin und Trump, dann wäre das wirklich ein großes Ding und die ganze Welt schaut darauf dann natürlich. Es ist so, dass es nicht das erste Mal ist, dass so ein Treffen im Raum stand. Trump hatte im Januar schon mal angekündigt, dass er Putin treffen will. Daraus ist nichts geworden. Später hieß es auch schon mal, er will Putin in Saudi-Arabien treffen und auch daraus ist nichts geworden. Also ich will nur damit sagen, es gab die Ankündigung schon mal und es hat schon mal die ganze Welt darauf geschaut und es ist nichts passiert. Also auch diesmal muss man da vorsichtig sein und auch... Die mit denen man spricht. Wir hören das aus unseren Kreisen im Kanzleramt, aber auch aus anderen Gesprächen, dass man eben vorsichtig auf diese Aussichten blickt.
Sprecher 2: Und sollte es tatsächlich zu einem Treffen kommen, ist ja auch fraglich, was überhaupt dabei rauskäme. Also wie erfolgsversprechend glaubst du, wäre das denn überhaupt?
Sprecher 5: Ja, also ich glaube, es kommt einfach dann sehr genau darauf an, was auf dem Tisch liegt. Und man muss das Ganze eben auch vor dem Hintergrund sehen, dass dieses Ultimatum ausläuft heute, was du ja gerade auch schon erwähnt hast. Trump hat gesagt, er will Sekundärzölle einsetzen gegen diese Staaten, eben auch nicht nur gegen Russland, sondern eben gegen... Staaten, die russisches Öl und Gas kaufen. Und das will Putin natürlich unbedingt verhindern. Und Verhandlungen auf oberster Ebene mit US-Präsident Donald Trump jetzt zu führen, ist natürlich dann erstmal ein Checkpoint für ihn. Er will genau das, nämlich verhandeln mit Trump auf Augenhöhe und am liebsten ohne die Ukraine. Also auch das Format spielt eine Rolle. Wer genau wird da ankommen und ist die Ukraine dabei oder ist die Ukraine eben nicht dabei?
Sprecher 2: Das haben sich Europa und die Ukraine offenkundig ein bisschen anders vorgestellt. Gerade hast du schon das Stichwort Augenhöhe genannt. Was hast du da gehört aus deinen Gesprächen?
Sprecher 5: Das ist immer ein Punkt, den die Ukrainer erwähnen, dass Putin eben versucht, sie auszuschließen aus den Gesprächen. Und ich habe gestern mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im ukrainischen Parlament gesprochen. Und der war sehr, sehr deutlich, was er von den Gesprächen zwischen Trump und Putin erwartet, nämlich gar nichts. Er hat gesagt, das ist absolut nur ein... Spiel auf Zeit. Bislang hat kein einziges Gespräch, was man mit Putin geführt hat, irgendwas Positives hervorgebracht. Er hat dann natürlich das Minsker Abkommen 2015 erwähnt, aber auch ein Treffen von dem damaligen US-Präsidenten Joe Biden und Putin 2021. Also er sagt, es wird danach eigentlich immer nur noch schlimmer und das Einzige, was hilft, sind... Druck in Form von Sanktionen und sind Waffenlieferungen an die Ukraine und zwar auch Langstreckenwaffen, wie es beispielsweise der Maßflugkörper Taurus wäre. Also seine Erwartungen und ich glaube, das sind auch insgesamt die Erwartungen der Ukraine, gehen wirklich gegen Null, wenn es um Gespräche zwischen Trump und Putin geht.
Sprecher 2: Zumal die Rolle von dem Sondergesandten Trumps, die Fitkoff ja auch durchaus umstritten ist, ein Immobilieninvestor, der so ein bisschen aus dieser Buddy-Landschaft des US-Präsidenten kommt. Wie viel traut man dem eigentlich zu?
Sprecher 5: Ja, also dem misstraut man komplett in der Ukraine. schon sehr oft auch der russischen Propaganda verfallen ist und dass Trump ihm eben problematischerweise komplett vertraut. Und da sieht man, glaube ich, auch das größte Problem. Und da sieht man gleichzeitig auch die Rolle der Europäer, dass die versuchen, auf der anderen Seite auf Trump einzuwirken und die... Immer wieder auch den Standpunkt der Ukraine deutlich zu machen. Da will man in der Ukraine vor allem, dass sie ihre persönlichen Beziehungen, vor allem wird da genannt Margritte, aber auch der deutsche Bundeskanzler Merz, dass die immer wieder in ihren Gesprächen klar machen, dass Friedensverhandlungen nicht auf Kosten der Ukraine stattfinden dürfen.
Sprecher 2: Wilhelmine, vielen Dank für deine Einordnung.
Sprecher 5: Sehr gerne.
Sprecher 3: Die Personalie Frauke Brosius-Gersthoff hat für einen Riesenstreit innerhalb der schwarz-roten Koalition gesorgt. Die SPD wollte danach unbedingt an Frauke Brosius-Gersthoff festhalten. Und der Unionsfraktionsvorsitzende Jens Spahn, der hat zwar alles versucht, konnte aber seine Leute nicht davon überzeugen, doch noch zuzustimmen. Es war eine Zwickmühle für die Koalition. Bis gestern Nachmittag. Da hat Frau Kebrosius-Gersthoff sich zu Wort gemeldet und ihre Kandidatur zurückgezogen. Die Anfeindungen der letzten Wochen und vor allen Dingen auch die kategorische Ablehnung einiger Unionsabgeordneter, die nicht mal zu einem klärenden Gespräch bereit waren, hätten sie zu diesem Schritt getrieben. Sarah, ist das jetzt nochmal, sagen wir mal, ein blaues Auge für Jens Spahn und alle können jetzt wie gewohnt weitermachen? Oder gibt es vielleicht doch trotz dieses Rücktritts Riesenärger?
Sprecher 2: Ja Flo, danach sieht es zumindest erstmal aus. In den Reihen der Union ist man, wie erwartet, ziemlich erleichtert, dass es jetzt so gekommen ist. Denn man hatte ja keinen Plan dafür, wie man jetzt in diesen Herbst reingehen soll, beziehungsweise wie die Situation sich auflösen könnte. Immer wenn man gefragt hat, hat jeder irgendwie auf den anderen verwiesen. Bei Friedrich Merz hieß es immer, der Bundestag ist zuständig, das macht schon Jens Spahn. Bei Jens Spahn war... Komplette Stille die vergangenen Wochen, da kam erstmal gar nichts. Man verbies dann immer wieder darauf, naja, vielleicht... werden die Kandidaten ja doch noch irgendwie ausgetauscht, aber so richtig einen Plan hatte man nicht. Dadurch, dass die Kandidatin jetzt von sich aus zurückgezogen hat, ist quasi dieser Clinch, in den die Union mit der SPD, das muss man so sagen, einfach reingeschlittert wäre, ausgeblieben. Ja und bei der SPD, auch das ist wenig überraschend, ist man stocksauer. Da hat man, so hören wir, lange versucht, die Kandidatin dazu zu bewegen, eben an der Kandidatur festzuhalten, nicht zurückzuziehen. Es war am Ende die Entscheidung von Frau Koprosius-Gerstorf. Und jetzt erwartet man aber, dass das Thema nicht so einfach abgehakt wird. Also da soll es durchaus noch eine Aufarbeitung geben.
Sprecher 3: Ja, es ging relativ schnell, nachdem die Meldung von dem Rückzug kam, auch direkt die erste Stellungnahme von der SPD raus. Matthias Miersch hat sich zu Wort gemeldet und hat auch gesagt, also diese Angriffe aus den vergangenen Wochen, hatten mit einer sachlichen Auseinandersetzung nichts mehr zu tun. Und Frauke Broseus-Gersthoff wurde Ziel einer beispiellosen Kampagne. Das hinterlässt Spuren. Da kann man irgendwie auch zwischen den Zeilen schon den Vorwurf in Richtung Union noch herauslesen. Und das wird wahrscheinlich dann auch nicht das Ende der Geschichte sein, oder?
Sprecher 2: Nee, das glaube ich auch, Flo. Die Zusammenarbeit hat ja in den vergangenen Wochen schon immer wieder gestockt und es hat sich auch bei verschiedenen Themen bemerkbar gemacht. Und jetzt ist eben abzuwarten, wie nachtragend die Fraktion sein wird. Denn Matthias Miersch, das kann ich mir gut vorstellen, hat jetzt vielleicht harte Worte gefunden, aber der würde sich dann schon auch an die Koalitionsdisziplin halten. Nur eben die... Bundestagsabgeordneten innerhalb der SPD-Fraktion, die sind jetzt so sauer, dass sie sagen, naja, da müssen wir mal gucken, ob wir uns demnächst auch an Vereinbarungen halten. Denn da wird der Union ja jetzt vorgehalten, sie hätten bei gewissen Themen, wo es ihnen auch schwer gefallen ist, mitgezogen und seien ein loyaler Koalitionspartner gewesen. Und die Union hätte das eben nicht zurückgegeben. Ja, da bleibt jetzt abzuwarten, wie sehr Teile der SPD-Fraktion bereit sind, das in Zukunft zu eskalieren.
Sprecher 3: Lass uns nochmal eine Sekunde über Jens Spahn reden. Der hat zwar auch gesagt, er bedauert, wie sich die Lage entwickelt hat. Trotzdem ist er jetzt halbwegs glimpflich aus der ganzen Lage rausgekommen. Also er hat das Problem einfach ausgesessen. Oder hast du da jetzt irgendwie gehört, dass seine Position doch stärker geschwächt ist als jetzt angenommen?
Sprecher 2: Nee, und da muss man wirklich sagen, das ist eine Art Kunstwerk, was Jens Spahn da gelungen ist. Also da sind einige Politiker schon über deutlich kleinere Skandale gestolpert in der Vergangenheit. Aber genau wie du sagst, er hat es einfach ausgesessen und die Situation hat sich zu seinen Gunsten gelöst. Ich glaube, es wäre tatsächlich schwierig für ihn geworden, hätte sie das nicht getan. Aber hätte, hätte, Fahrradkette jetzt. Deshalb kann man für Jens Spahn und auch insgesamt für die Union sagen, das ist gerade nochmal gut gegangen. Aber insgesamt war es wahrscheinlich nicht hilfreich für den Koalitionsfrieden. Sven Schulze ist die neue Nummer 1 in der CDU Sachsen-Anhalt. Er soll Rainer Haselhoff nach 15 Jahren als Ministerpräsident ablösen. Das wurde gestern bekannt gegeben und heute ist Sven Schulze zu seinem ersten Podcast-Interview als angehender Spitzenkandidat bei uns zu Gast. Welche Themen er im Wahlkampf ansprechen will, wo er plant, die Politik von Rainer Haselhoff fortzusetzen und warum er nicht glaubt, dass sich das starke Bundestagswahlergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt auf die Landtagswahl auswirkt, das wird er hoffentlich gleich bei uns nochmal ein bisschen genauer erklären. Schön, dass Sie da sind, heute bei uns. Hallo Herr Schulze.
Sprecher 6: Hallo, ich grüße Sie hier aus Magdeburg.
Sprecher 2: Wir haben es ja bereits vermutet und jetzt ist es auch so eingetroffen. Rainer Haselhoff tritt zur Landtagswahl im nächsten Jahr nicht wieder an. Dafür bewerben Sie sich um das Amt des Ministerpräsidenten. Aber Ihr Vorgänger bleibt bis September nächsten Jahres im Amt. Sind das wirklich ideale Startvoraussetzungen?
Sprecher 6: Und das ist mir persönlich wichtig, dafür stehe ich ja auch, immer auch offen zu unseren Menschen hier in Sachsen-Anhalt, in meiner Heimat, in der Heimat von Rainer Haseloch, also in unserer Heimat, gesprochen wird. Wir haben 2021 ein sehr gutes Wahlergebnis gehabt mit ihm und haben aber damals auch klar gesagt, und er ganz besonders, dass er fünf Jahre lang nochmal Ministerpräsident in diesem Land sein möchte. Und fünf Jahre sind auch fünf Jahre. Und ich sage ganz klar, ich möchte halt nicht durch irgendwelche politischen Spielchen in eine Position kommen. die ich jetzt anstrebe, sondern ich möchte von den Menschen in Sachsen-Anhalt gewählt werden. Und dafür bewerbe ich mich jetzt. Also hier geht es einfach darum, klar und offen, so wie wir das immer gemacht haben, mit den Menschen zu reden. Und das ist ja auch von uns heute das Angebot an das Land von Seiten der Partei CDU 2026 am 6. September Sven Schulze als Spitzenkandidat, als Kandidat für den Ministerpräsidenten.
Sprecher 2: Bei der Bundestagswahl war die AfD noch sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. Wie wollen Sie die Wählerinnen und Wähler bis dahin zurückgewinnen?
Sprecher 6: Die Menschen in Sachsen-Anhalt, die sind sehr klug, die interessieren sich extrem stark auch für die jeweilige Wahl, für die Menschen, die hier kandidieren. Und wir haben das erlebt, 2021 hatten wir auch... Eine Bundestagswahl und eine Landtagswahl damals in einem Jahr, wenige Monate auseinanderliegend. Wir haben damals die Landtagswahl mit 37,1 Prozent gewonnen und zwölf, dreizehn Wochen später haben die gleichen Menschen in Sachsen-Anhalt wiedergewählt und haben uns als CDU ein sehr schlechtes Ergebnis bei der Bundestagswahl gegeben. Dann waren wir, glaube ich, so um die 20 Prozent. Das heißt, es ist erstmal gar nicht zu vergleichen, Bundestags- und Landtagswahl. Nicht differenzieren können, wichtig ist, dass man immer auch das macht, was uns ausgezeichnet hat, was Rainer Haseloff immer ausgezeichnet hat und mich auch, dass man das, was man verspricht, auch umsetzt, dass man die Dinge, die möglich sind, auch anspricht, aber auch mal sagt, wenn irgendwas nicht geht, dass man den Menschen offen und ehrlich gegenüber tritt und nicht irgendwie politische Spielchen. machen würde, wie es manch ein anderer macht, keine Polemik macht und auch zeigt, dass man in der Lage ist, ein wichtiges Amt inne zu haben, wie das Amt des Ministerpräsidenten.
Sprecher 2: Machen wir es mal ein bisschen konkreter. Was sind Ihre Kernthemen im Wahlkampf? Was wollen Sie erreichen?
Sprecher 6: Naja, für uns ist es eines ganz wichtig. Das Land hat sich in den letzten 30 Jahren wirklich extrem positiv entwickelt. Wenn man mal sieht, wo Sachsen-Anhalt stand, Ich habe das mal ganz böse von jemandem gehört, der sagt, naja, ihr seid ja so das Bielefeld der Bundesländer. Das war vor 20 Jahren, hat mir das mal gesagt. Das ist aber ein sehr hartes Urteil. Ja, kommt gar nicht vor. Und heute ist es anders. Heute spricht man lieber Sachsen an, weil wir auch... Für uns entwickelt haben. Wir haben beispielsweise in der chemischen Industrie den größten Chemiepark Deutschlands mit über 13 Quadratkilometer chemische Industrie in Leuna, haben davon noch vier weitere in der Größenordnung zum Teil. Das heißt, das Thema Wirtschaft ist wichtig. Ein zweiter Punkt, der extrem wichtig ist, ist innere Sicherheit. Wir haben natürlich, genau wie in jedem anderen Bundesland auch, die Herausforderung Migration. Da gibt es jetzt wirklich gute Erfolge. Erste Schritte auch durch Alexander Dobrindt, Friedrich Merz durch die neue Bundesregierung, das hilft uns natürlich auch. Aber innere Sicherheit heißt für uns natürlich auch, Polizei heißt Sicherheit in den Kommunen. Das sind also Themen, die für uns wichtig sind. Dritter Punkt, soziale Gerechtigkeit. Ich stehe immer dafür, wenn er selber Ingenieur... Ich habe viele Jahre als Ingenieur in der Mittelstelle. in der Wirtschaft gearbeitet, dass jemand, der jeden Tag aufsteht, arbeitet, sich am System beteiligt, das System einfach besser gehen muss als Menschen, die das nicht machen. Ein ganz großer Punkt, das unterscheidet uns beispielsweise zu Ländern, die eher städtisch geprägt sind. Wir sind halt sehr ländlich geprägt. Das heißt, die kleinen Dörfer, die Landkreise, ich komme ja selber aus einem Dorf mit 350 Einwohnern, da bin ich groß geworden, dass man sich um die kümmert, dass das Leben dort auch in der Zukunft genauso lebenswert ist, wie für Menschen, die sich dafür entscheiden, in Magdeburg, Halle oder Dessau-Roslauer zu leben. Darum geht es mir und das werden Themen sein, die uns auch in den nächsten Jahren beschäftigen werden.
Sprecher 2: Bei der Kabinettsbildung wurde Sachsen-Anhalt nicht von Friedrich Merz berücksichtigt. Fordern Sie für den Wahlkampf mehr Unterstützung aus Berlin ein? Und wenn ja, wie soll die aussehen?
Sprecher 6: Also für uns ist es ganz wichtig, und da habe ich gerade mit Friedrich Merz in dieser Woche drüber gesprochen, dass er diesen Kurs, den er fährt, genauso weiterfährt, dass er der Wirtschaft in Deutschland und damit auch in Sachsen-Anhalt wieder neue Perspektiven bietet, dass da eine ganz andere Perspektive auch da ist, wenn es um Entscheidungen der Zukunft geht, mit Friedrich Schmerz, als wir das vorher hatten, unter Olaf Scholz. Das hat, glaube ich, jeder mitbekommen. Das Zweite ist, dass wir natürlich auch im Sozialbereich, Thema Bürgergeld, vor allen Dingen auch im Migrationsthema, Alexander Dobrindt macht das gut, dass wir da die entscheidenden Wege, wie wir sie eingeschlagen haben, wirklich weitergehen. Und dann hilft uns das sehr, das Thema. Unterstützung aus dem Adenauer Haus ist absolut da. Der Generalsekretär, der Carsten Lindemann, noch nicht. Wir haben einen sehr, sehr engen Draht zueinander. Uns unterscheidet vielleicht nur, dass ich in dem Fall erst FC Magdeburg unterstütze und eher den SC Paderborn. Ansonsten sind wir wirklich deckungsgleich, was das Thema Unterstützung für Wahlkampf in Sachsen-Anhalt angeht. Und Friedrich Merz hat mit Sicherheit mindestens einmal in der Woche den Kontakt entweder zu mir oder zu Rainer Hasseloff. Und wir sehen uns ja regelmäßig auch im Präsidium der Partei. Also ich kann mich da in keinster Weise beschweren. Im Gegenteil, die CDU weiß ganz genau, was hier auf dem Spiel steht im nächsten Jahr. In fünf Landtagen inklusive dann natürlich Berlin wird gewählt. Und der Erfolg der Bundesregierung wird auch davon bestimmt werden, wie die Unterstützung aus dem Bundesrat ist. Und das ist auch natürlich unser Ziel, dass wir auch weiterhin ein verlässlicher Partner dort sein werden. Und das können wir nur, wenn man eine starke CDU-geführte Regierung hier in Sachsen-Anhalt hat.
Sprecher 2: Es geht für sie ja nicht nur darum, die Wahl zu gewinnen, sondern sie brauchen am Ende auch stabile Mehrheiten. Wie sieht Ihre Wunschvorstellung aus?
Sprecher 6: Das kann ich Ihnen sehr gut beantworten, diese Frage. Für mich als Parteivorsitzender und zukünftiger Spitzenkandidat dieser Partei geht es ausschließlich darum, unsere Ziele zu kommunizieren, mit den Menschen über die CDU, über uns zu sprechen und dafür zu werben, die CDU zu wählen, mich zu unterstützen als Spitzenkandidat. Das ist das... das wir jetzt als Aufgabe haben. Wir können uns nicht damit beschäftigen, zu sagen, was machen denn jetzt andere Parteien und reagieren darauf. Es ist vielleicht auch wieder wie im Fußball so, man kann sich eine Taktik aufzwingen lassen oder man kann die Taktik selber vorgeben. Und ich bin eher dafür, offensiv zu sein, selbst zu sagen, wie wir uns das Land vorstellen. Und dann werden wir am Wahlabend sehen, welches Ergebnis wir haben. 2021 hat man das ähnlich. Da hat man uns auch immer gefragt, wie sieht die Konstellation aus. Wir haben gesagt, wir konzentrieren uns auf uns und hatten dann drei Möglichkeiten mit SPD, mit FDP, mit Grünen, verschiedene Regierungsformen zu bilden. Und genau das ist jetzt auch das Ziel wieder, einen klaren Kurs. Auch zu fahren und auf uns zu konzentrieren und nicht darüber nachzudenken, mit wem wir koalieren könnten. Ich kann aber eins sagen, weil immer wieder gefragt wird, wie sieht das mit den linken und rechten Rändern aus? Da kann man wirklich eins zu eins die Zitate von Rainer Haseloff der letzten Jahre nehmen, kann den Namen Haseloff durch Schulze ersetzen und hätte das gleiche Ergebnis. Ich bin da wirklich auch deckungsgleich mit unserem Ministerpräsidenten.
Sprecher 2: Unser letztes Gespräch ist nicht so lange her, Herr Schulze, und da haben Sie noch zu mir gesagt, dass Sie die Koalition, so wie sie jetzt ist, gerne weiterführen würden. Hat sich das geändert?
Sprecher 6: Das muss man klar sagen, dass wir eine sehr erfolgreiche Koalition haben. In schwierigen Zeiten, wir sind ja gestartet noch in Corona-Zeiten, haben dann den Ukraine-Krieg zwischenzeitlich gehabt, was beispielsweise aktuell unsere chemische Industrie sehr belastet. Wir haben eine Stabilität gehabt. Ja, wir hatten mit SPD und FDP auch zwei Koalitionspartner. Wir arbeiten gut zusammen. Aber Fakt ist, im Wahlkampf muss jeder erstmal auf sich selber schauen. Jeder ist für sich auch ein Stück weit verantwortlich, die Themen so zu setzen, dass die Menschen das Vertrauen haben, dass die jeweilige Partei auch dann überzeugend ist. Das ist natürlich dann vorneweg für die CDU. Sicherlich könnte ich mir das auch gut vorstellen in dieser Konstellation, aber es ist gar nicht meine Aufgabe, jetzt als Spitzenkandidat darüber zu philosophieren, wie geht es nach 18 Uhr am 6. September 2026 weiter, sondern meine Aufgabe, unsere Aufgabe als Partei, als Team ist es jetzt, Wie können wir einen vernünftigen Weg beschreiten bis zum 6. September 2026, 17.59 Uhr? Das ist das, an was wir denken und alles andere wird dann noch zu entscheiden sein.
Sprecher 2: Herr Schulze, letzte Frage. Was machen Sie denn, wenn die AfD vor der CDU landet?
Sprecher 6: Ich bin überzeugt, dass wir als CDU diese Wahl gewinnen werden. Ich bin auch überzeugt, dass wir mit unseren Möglichkeiten, mit unserem Angebot an die Wählerinnen und Wähler diejenigen sein werden, die diese Wahl nicht nur gewinnen, sondern die auch wieder die Staatskanzlei führen werden. Und über alles andere mache ich mir keine Gedanken.
Sprecher 2: Herr Schulze, vielen Dank, dass Sie sich heute die Zeit für uns genommen haben.
Sprecher 6: Ja, sehr gerne. Schöne Grüße nach Berlin.
Sprecher 3: Sarah, war noch was?
Sprecher 2: Ja, Flo, die Woche ist rum und damit auch unsere Zeit als Urlaubsvertretung. Ich kann für meinen Teil sagen, mir hat es großen Spaß gemacht. Wie sieht es bei dir aus?
Sprecher 3: Also ich wäre ja verrückt, wenn ich jetzt was anderes sagen würde. Natürlich hat das super Spaß gemacht. Und wenn es nach mir geht, können Mick und Helene gerne öfter Urlaub machen. Dann haben wir ein bisschen mehr Zeit hier im Podcast.
Sprecher 2: Ab Montag ist Michael Bröker dann wieder für Sie da und Sie kennen das von zu Hause. Solange man die Fernbedienung hat, muss man das ausnutzen. Deswegen gibt es an dieser Stelle ein letztes Mal von mir als 50 Taylor Swift zum Abschluss ins Wochenende. Shake it off.
Sprecher 3: Ich habe nichts mehr hinzuzufügen. Tschüss.
Sprecher 2: Ciao.
Sprecher 7: That's what people say. That's what people say. I go on too many dates. But I can't make them stay. At least that's what people say. That's what people say. But I keep cruising. Can't stop, won't stop moving. It's like I got this music in my mind saying it's gonna be alright. Cause the players gonna play, play, play, play, play And the haters gonna hate me, hate me, hate me I'm just gonna shake, shake, shake, shake, shake
Sprecher 8: I shake it off, I shake it off. Heartbreak is gonna break, break, break, break, break. And I make it so fake, fake, fake, fake, fake, fake. I just wanna say, shake, shake, shake, shake, shake. I shake it off, I shake it off.