Was bringt die Initiative Made for Germany, Herr Sewing?
Dauer: 25:59

Was bringt die Initiative Made for Germany, Herr Sewing?


Die Made for Germany Initiative der deutschen Wirtschaft will Hunderte von Milliarden hier im Land investieren. 600 Milliarden Euro sollen es in etwa sein. Deutsche Bank CEO Christian Sewing: “Wirtschaft und Politik müssen sich am Ziel von einem nachhaltigen Wachstum von 2 Prozent oder sogar noch höher messen lassen”. Auch Sewing macht aber klar, dass weitere Reformen folgen müssen.

[14:33]


Polens Grenze zu Belarus wird zum neuen Migrationsbrennpunkt, befeuert durch Lukaschenkos gezielte Schleusung von Migranten aus Moskau. Die EU muss Polen an der Aussengrenze stärker unterstützen, um die hybride Kriegsführung einzudämmen, sagt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Paul Ziemiak sagt im Gespräch mit Michael Bröker: “Hier wird Europa gegen hybride Kriegsführung verteidigt”.

[01:47]


Ein Passus im Koalitionsvertrag der schwarzroten Bundesregierung sorgt für Kontroversen: Die Kostenübernahme von Abtreibungen durch Krankenkassen könnte ausgeweitet werden. Dies widerspricht der bisherigen Haltung der CDU, Schwangerschaftsabbrüche nicht zu entkriminalisieren. Dabei ist nicht klar, wer überhaupt die Passage in den Koalitionsvertrag hineinformuliert hat.

[10:17]



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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Kommt über Weißrussland und Polen ein neuer Flüchtlingsstrom auf die EU und damit natürlich wieder auf Deutschland zu. Gesteuert vielleicht sogar von Putin oder Erdogan. Innenminister Dobrindt war gestern an der belarussisch-polnischen Grenze. Er hat einen gebürtigen Polen und Bundestagsabgeordneten mitgenommen, nämlich Paul Ziemiak. Mit ihm haben wir auch mal kurz telefoniert über die Lage vor Ort.

Sprecher 3: Werden bald Abtreibungen von der Krankenkasse bezahlt? Das ist derzeit nicht der Fall, denn Abtreibungen sind in Deutschland auch in der Frühphase rechtswidrig, wenn auch straffrei. Es gibt aber einen Passus im Koalitionsvertrag, in dem das so drinsteht und darüber wundert und ärgert sich die CDU, denn es ist etwas unklar, wie dieser Ersatz in den Koalitionsvertrag reingekommen ist. Das Ganze hat natürlich auch wieder mit der Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht zu tun. Inwiefern das so ist, wir klären es gleich auf.

Sprecher 2: Made for Germany oder Made for Marketing in eigener Sache. Haben diese Unternehmen da gestern im Kanzleramt bei dem Gipfeltreffen wirklich handfeste neue Milliardeninvestitionen versprochen? Oder ist das alles nur Show für den Kanzler und seinen Finanzminister? Wir fragen einen, der das Ganze mit initiiert hat, nämlich den Deutsche Bank CEO Christian Seewing.

Sprecher 3: Und zum Nachtisch wird es nochmal wirklich ernst. Wir müssen über Michael Bröckers Muskelkater sprechen und der, halten Sie sich bitte fest, befindet sich... In seinem Po.

Sprecher 2: Sie sehen, es wird ernst an diesem Dienstag, der 22. Juli.

Sprecher 3: Vielleicht auch unangenehm, wir werden es sehen. Schön, dass Sie dabei sind und mit mir zusammen durch diese Sendung gehen.

Sprecher 4: Ich möchte sagen, dass es sehr beeindruckend ist, zu sehen, welche enormen Anstrengungen Polen unternimmt, um hier an der Außengrenze zu Belarus dafür zu sorgen, dass die illegale Migration eingedämmt und gestoppt wird. Mir war es deswegen... Wichtig festzuhalten, dass wir für Polen mehr Unterstützung aus der Europäischen Union benötigen. Finanzielle Unterstützung, auch logistische Unterstützung, aber vor allem auch Wertschätzung dafür, was hier an Maßnahmen ergriffen worden ist und weiterhin ergriffen wird, um die illegale Migration zurückzudrängen.

Sprecher 2: Helene, das Flüchtlingsthema ist natürlich nie weg gewesen, aber es ist irgendwie mit neuer Wucht da, denn Polens Außengrenze, die EU-Außengrenze, wird zum neuen Flüchtlingshotspot.

Sprecher 3: Zum neuen und alten. Wir kennen es ja, der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko setzt Flüchtlinge als Waffe ein an der Schengen-Außengrenze, also an der Grenze, wo es... Zurückweisung auch nach dem internationalen Recht geben darf. Innerhalb der EU ist das umstritten. Da ist die Lage völlig klar. Die Grenze... ist auch schwerst gesichert und trotzdem kommen Flüchtlinge rüber.

Sprecher 2: Ja, Grenzübertragsversuche, zumindest laut Bild-Zeitung, am letzten Donnerstag 115, am vergangenen Woche 390 Migranten, die zurückgewiesen wurden von den polnischen Grenzen. Es gab auch im vergangenen Jahr schon mal Tage, an denen 500 kamen und das sind meistens junge Männer, manche russisch sprechend. Pässe aus Russland oder aus Nepal oder aus Afghanistan oder aus Syrien, die angeblich gezielt über die russische Grenze, auch mit Flügen, dann nach Belarus und von dort richtig mit Shuttle-Bussen an die Grenze gekarrt werden. So sagen es zumindest die polnischen Grenzer und das ist natürlich ein handfestes Problem.

Sprecher 3: Insofern ist es nicht nur Lukaschenko, der Flüchtlinge als Waffe einsetzt, sondern es ist von langer Hand geplant, von langer Hand aus dem Kreml, eine Erpressungsaktion für Europa. Aber nur um das auch noch zu sagen, die Menschen, um die es hier geht, die Flüchtlinge, die sich da in diesem Grenzgebiet aufhalten, dort ist die menschenrechtliche Situation wirklich dramatisch. Das ist eine Art Niemandsland zwischen Belarus und Polen. Ich habe mal mit Anwälten darüber gesprochen. Das ist wirklich ein Horrorszenario, das dort stattfindet. Und die Menschen wissen einfach nicht, wohin sie gehen sollen.

Sprecher 2: Ja, es ist sogar eine Sperrzone und diejenigen, die versuchen da über diese inzwischen 5,5 Meter hohen Stahlzäune zu kommen, die nutzen alle Mittel von Lanzen, die sie sich selber bauen und auf die Grenze drüber werfen, bis hin zu Leinen. Dann ist da alles probiert worden. Und Dobrindt hat gestern klargemacht, Deutschland und auch die EU muss stärker dorthin schauen, mehr Grenzen dorthin schicken, mehr finanzielle Hilfen und überhaupt mehr Wertschätzung für das, was die Polen da an dieser Grenze machen.

Sprecher 3: Das hat natürlich damit zu tun, dass die Bundesregierung ein schlechtes Gewissen hat gegenüber Polen aufgrund der Zurückweisung, die es gibt seit Tag 1 dieser Bundesregierung, also seit Anfang Mai. Das hat den Polen überhaupt nicht geschmeckt. Es gibt sogar Analysten, die meinen, dass der Sieg des rechtspopulistischen Präsidenten Nawrotski in Polen auch mit dieser deutschen Entscheidung zu tun hat. Also einiges, das die Bundesregierung dort aufarbeiten muss im Verhältnis zu Polen.

Sprecher 2: Ja, und genau das war natürlich auch Thema. Einer, der dabei war, ist Paul Ziemiak, CDU-Generalsekretär in Nordrhein-Westfalen, selbst gebürtig aus Polen und einer der Polen-Experten überhaupt in Deutschland. Ich habe ihn gestern Abend nach seiner Rückkehr von der belarussisch-polnischen Grenze zurück in Warschau angerufen. Einen schönen guten Tag, hallo Herr Ziemiak.

Sprecher 5: Guten Tag aus Warschau.

Sprecher 2: Herr Zimiak, Sie waren gestern mit dem Innenminister an der belarussisch-polnischen Grenze, wo ja Experten sagen, dass da ein Teil einer hybriden Kriegsführung passiert und Russland über seinen Freund und Diktator Lukaschenko gezielt Flüchtlinge Richtung Polen und die EU drängt. Was haben Sie da vor Ort erlebt?

Sprecher 5: Hier wird Europa verteidigt. Man sieht hier ganz genau, dass hier Migration als Waffe gegen Europa eingesetzt wird. Migranten sollen im hohen Maße dann Europa destabilisieren. Alles gesteuert am Ende aus Moskau über eben den Diktator Lukaschenko und Polen. Und die Einsatzkräfte hier verteidigen die Stabilität Europas.

Sprecher 2: Die polnischen Grenzschützer sprechen von russisch sprechenden jungen Männern. Was machen die genau und wie viele kommen da an dieser doch eigentlich auch hochgesicherten Grenze an?

Sprecher 5: Also die polnischen Behörden sagen uns, dass sie es schaffen, 97 Prozent der versuchten Grenzübertritte zu verhindern. Aber es kommt jeden Tag zu versuchen, diese Grenze zu überwinden. Und man sieht immer wieder das gleiche Muster. Die Menschen werden angelockt, häufig aus Ländern, von denen Russland weiß, dass Europa sie nicht zurückführt. Also beispielsweise Afghanistan, Eritrea, der Jemen. Sie werden dann mit Visa nach Russland gebracht, von Russland mit Schleppern nach Weißrussland und dann in dieses Grenzgebiet gebracht. Das ist eine Sperrzone. Man kommt dort ohne Unterstützung der weißrussischen Behörden gar nicht hin. Und dann gibt es Teams, die dort arbeiten, auf weißrussischer Seite, auf belarussischer Seite. Die schneiden dann beispielsweise die Grenzzäune durch, bewerfen polnische Einsatzkräfte mit Steinen und auch mit Molotow-Cocktails und versuchen dann möglichst viele Migranten nach Europa zu schleusen. Und das wird hier unterbunden.

Sprecher 2: Wenn wir ehrlich sind, erleben Sie gerade die Festung Europa.

Sprecher 5: Es ist die Festung gegen eine hybride Kriegsführung. Die Menschen, die hier auf der Suche nach einer besseren Zukunft sind, werden brutal von Putin und von Lukaschenko eingedrängt. als Waffe und es sind vor allem Männer, junge Männer, die hier hinkommen und es gibt dort in diesen Teams viele Gewaltbereite. Es kommt sehr, sehr häufig auch zum Einsatz von Schusswaffen im Sinne von Streckschuss, Pfefferspray, aber natürlich auch von Gummigeschossen.

Sprecher 2: Was ist die Botschaft von Innenminister Alexander Dobrindt? Warum ist er da an die Grenze gereist und was hatte er im Gepäck?

Sprecher 5: Innenminister Dobrindt hat in dieser kurzen Zeit es geschafft, wieder ein Team zu formen der europäischen Innenminister. Und Deutschland sitzt nicht mehr im Bremshäuschen, sondern ist jetzt an der Spitze des Zuges, gemeinsam Lösungen zu finden für die Migrationsfrage in Europa. Und das Erste ist, gemeinsam auf Augenhöhe die Diskussion zu führen. Das ist bisher von deutscher Seite nicht erfolgt. Also er spricht mit seinem polnischen Amtskollegen auf Augenhöhe. Und er hat vor allem den Respekt ausgedrückt, den Deutschland empfindet gegenüber Polen und auch den Grenzschützerinnen und Grenzschützern, dass sie hier nicht nur Europa verteidigen, nicht nur Polen, sondern auch deutsche Interessen.

Sprecher 2: Den Respekt hat der Premierminister Donald Tusk aber vermisst, als er im Präsidentschaftswahlkampf kurz vorher einseitige Grenzkontrollen Deutschlands akzeptieren musste und öffentlich gesagt hat, dass das jetzt gerade gar nicht hilfreich ist und am Ende ein rechtspopulistischer Präsident gewählt wurde.

Sprecher 5: Wenn man heute den polnischen und den deutschen Innenminister erlebt hat, dann ist das eine Geschlossenheit, dann ist das eine Augenhöhe und ein gemeinsames Vorgehen, was ich in den letzten Jahren sehr... Vermisst habe. Dieser Tag heute hier hat einmal deutlich gezeigt, dass Europa jetzt auf Deutschland zählen kann. Deutschland ist zurück und das hat übrigens das Treffen auf der Zugspitze auch gezeigt. Alexander Dobrindt war es derjenige, der die Europäische Kommission eingebunden hat und die Innenminister von Frankreich, Polen, Dänemark, Österreich und Tschechien zusammengebracht hat, um gemeinsam zu überlegen, wie man vorgeht. Dieses Vorgehen besteht aus vielen Teilen, auch aus Binnengrenzkontrollen, aber vor allem der Schutz der Außengrenze. Alexander Dobrindt hat hier deutlich gemacht, Polen darf hier nicht allein gelassen werden, sondern Europa muss auch übrigens den großen Teil der Kosten tragen und das nicht den Polen allein überlassen.

Sprecher 2: Aber die Grenzkontrollen, die deutsch-polnischen, waren sicherlich trotzdem Thema, oder?

Sprecher 5: Natürlich sind die ein Thema, aber das Bestreben, gemeinsam Lösungen zu finden, ist hier ganz klar im Vordergrund. Wie gesagt, es wird auf Augenhöhe gesprochen. Ich war auch bei den anderen Gesprächen dabei. Man merkt ein neues Vertrauensverhältnis und man merkt den großen Willen, wir müssen Europas Außengrenzen sichern, damit wir am Ende keine Grenzkontrollen im Inneren Europas haben.

Sprecher 2: Herr Zimel, vielen Dank für den Bericht aus Polen und gute Rückreise nach Deutschland.

Sprecher 5: Ich danke Ihnen und auf Wiedersehen.

Sprecher 3: Michael, das Thema Schwangerschaftsabbruch lässt die Koalition nicht in Ruhe. Jetzt geht es derzeit nicht konkret um Frauke Brosius-Gerstorf und ihre Haltung zu dem Thema, sondern es geht um einen Passus im Koalitionsvertrag, der nahelegt, dass die schwarz-rote Koalition doch an dieses Thema heran will, was die CDU ja kategorisch ausgeschlossen hat, Stichwort Kulturkampf.

Sprecher 2: Ja, ich lese mal für die Zuhörer nochmal vor, was da genau sind. Nur zwei Sätze im Koalitionsvertrag steht. Für Frauen in Konfliktsituationen wollen wir den Zugang zu medizinisch sicherer und wohnortnaher Versorgung ermöglichen. Wir erweitern dabei die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung über die heutigen Regelungen hinaus. Um diese beiden Sätze geht es.

Sprecher 3: Rechtlich ist die Lage ja äußerst komplex und juristische Dogmatiker können über diese Regelung in 218 eigentlich nur den Kopf schütteln. Denn dort ist vorgesehen, dass Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Wochen zwar rechtswidrig sind, aber trotzdem straffrei. Das gibt es sonst im Recht eigentlich nicht. Es ist ein politischer Kompromiss, der dort in Rechtsregeln gegossen wurde. Das Bundesverfassungsgericht hatte die damalige Regelung, die Fristenregelung aufgenommen und nach langem Hin und Her ist das jetzt das Ergebnis. Das heißt aber, Schwangerschaftsabbrüche sind rechtswidrig und was rechtswidrig ist, kann natürlich die Krankenkasse nicht übernehmen. Das heißt, die Kosten von etwa 300 bis... 600 Euro von Ausschabungen in den ersten zwölf Wochen, die müssen Frauen derzeit selbst bezahlen, es sei denn, es gibt eine bestimmte medizinische oder andere Indikation.

Sprecher 2: Und jetzt kommt die Richterin ins Spiel, denn die legt diesen Passus im Koalitionsvertrag so aus, denn da steht ja über die heutigen Regelungen hinaus, dass diese Kostenübernahme der Krankenkassen natürlich sich nur auf diese ersten zwölf Wochen beziehen kann, weil sonst würde es ja gar keinen Sinn machen. Und so sieht es die SPD auch, die CDU sieht es wiederum völlig anders. Das können Sie alles wunderbar in unserem Berlin-Table von gestern Abend nachlesen. Jedenfalls hat diese Koalition dadurch eine neue Debatte.

Sprecher 3: Es ist wohl so, dass nur weil man die Kostenübernahme erweitert in diesen ersten zwölf Wochen, das nicht zwangsläufig bedeuten würde, dass man an den Paragrafen 218 auch etwas ändert. Also es ist rechtlich denkbar, das eine von dem anderen zu trennen. Und trotzdem hat die Koalition jetzt das, was sie nicht wollte, nämlich eine Debatte über das Thema Abtreibungen, was ja in der letzten Ampelregierung schon angelegt war. Dort gab es eine Kommission, die empfohlen hat, die ersten zwölf Wochen komplett aus dem Strafrecht rauszunehmen. Manche sagen, diese Kommission hätte eine linke Schlagseite gehabt. Auch Frau Kobrosius-Gerstorf spielte dabei eine Rolle. Wie dem auch sei, eigentlich hat die CDU sich durchgesetzt und gesagt, lass uns dieses Thema nicht aufmachen. Es gibt über 100.000 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland, die allermeisten in den ersten zwölf Wochen. Offensichtlich gibt es kein wirklich praktisches Problem. Deshalb lass uns nicht in einen Kulturkampf reingehen. Die SPD sieht das anders, sah das schon lange anders. Und jetzt hat die Koalition... eben doch ein Problem. Dazu kommt, Michael, eine ganz dubiose Geschichte, nämlich, dass dieser Passus im Koalitionsvertrag offensichtlich irgendwie auf den letzten Metern reingekommen ist und viele in der CDU davon gar nichts wussten.

Sprecher 2: So ist es und jetzt weiß der eine nicht, was er mit diesem Passus des anderen anfangen soll. Angeblich kommt er aus der Arbeitsgruppe Familie, die wiederum sagen, es seien aber eigentlich die Chefs gewesen, die das am Ende gewollt hätten. Also so richtig aufgeklärt ist das nicht und es zeigt eigentlich nur, Helene, der Paragraf 218 bleibt ein Thema in diesen nächsten Jahren auch in dieser Koalition. Es gibt ja einen Antrag im Bundestag, eine fraktionsübergreifende Initiative, die noch aus dem Dezember 2024 kommt, bei der es generell darum geht, nichts anderes will ja Frau Boseus-Gersthoff, die Abbrüche bis zur 12. Woche grundsätzlich nicht mehr als rechtswidrig einzustufen. Und wenn es am Ende eine Gewissensentscheidung ist im Bundestag, dann muss die CDU-CSU wahrscheinlich eine Mehrheit gegen sich akzeptieren.

Sprecher 3: Ich würde aber sagen, Michael, dass das Thema Schwangerschaftsabbrüche einfach zu politisch ist, als dass man das wirklich einordnen könnte in Organspende oder Sterbehilfe, wo ja tatsächlich der Fraktionszwang aufgehoben ist. Hier gilt ganz bestimmt, und darauf wird die CDU mit Sicherheit pochen, dass nur gemeinsam abgestimmt werden darf. Ansonsten droht die Regierung zu zerbrechen und das will ja wirklich niemand.

Sprecher 6: Wir wollen mit dieser Initiative heute gemeinsam ein Signal setzen für Wirtschaftswachstum und Zukunftsfähigkeit des Standortes. Die Investitionen der Initiative sind dafür ein sehr kraftvolles Signal, dass wir jetzt eben gerade einen Stimmungswechsel erleben, aber diesen auch verstetigen. Die Botschaft, die wir damit verbinden, ist sehr klar und sehr deutlich. Deutschland ist zurück. Es lohnt sich, wieder in Deutschland zu investieren. Wir sind kein Standort der Vergangenheit, sondern ein Standort der Gegenwart und vor allem der Zukunft.

Sprecher 2: Ist das die größte Investitionsoffensive in der Geschichte der Bundesrepublik oder ist das eine ziemlich gut inszenierte Showveranstaltung der deutschen Wirtschaft? Naja, 61 Unternehmen und Investoren haben gestern im Kanzleramt mehr oder weniger zugesagt, in den nächsten Jahren insgesamt 631 Milliarden Euro im Land zu investieren. Angeblich sind auch mindestens 100 Milliarden Euro dabei, die bisher nicht geplant waren, die in den Büchern der Firmen nicht geplant waren und jetzt zusätzlich obendrauf kommen. Ja, weil man dieser schwarz-roten Koalition jetzt die Wende zutraut, die Wirtschaftswende, die unbedingt kommen soll. Also auch ein wenig Vorschusslorbeeren. Prominente Unternehmen sind dabei, nicht nur Axel Springer, auch Siemens, Deutsche Bank, Beiersdorf und Henkel und wer weiß ich nicht noch. Einer, der das Ganze mit initiiert hat, ist jedenfalls der wichtigste Banker in Deutschland, Christian Seewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Und wir dachten uns, bevor er wieder... nach Frankfurt fliegt, holen wir ihn mal direkt aus dem Kanzleramt zu uns ins Table Today Studio. Alexander Wiedmann aus unserem CEO-Table hat gestern nach der Vorstellung dieser Investitionsoffensive mit ihm gesprochen.

Sprecher 7: Herr Seewing, Sie kommen gerade direkt vom Investitionskipfel im Kanzleramt. Wie war das Treffen und wer war eigentlich alles dabei? So, ein sehr gutes und konstruktives Treffen von der Bundesregierung war der Bundeskanzler, der Vizekanzler und die Bundeswirtschaftsministerin dabei. Und dann hatten wir insgesamt rund 30, 35 CEOs aus der deutschen Wirtschaft, DAX-CEOs, Mittelständler, Startup und wir hatten auch ausländische Investoren dabei. Von daher ein gutes Meeting, wo wir gemerkt haben, dass Wettbewerb und Wachstum wieder in den Mittelpunkt der Agenda gestellt wird. Wer hat da eigentlich wen eingeladen? Sind Sie auf Merz zugegangen oder kam Merz auf Sie zu? Das war eine gemeinsame Entscheidung, hier dieses Treffen als sozusagen Start der Initiative Made for Germany zu machen. Da kommt es eigentlich gar nicht darauf an, wer wen einlädt. Es kommt darauf an, dass Deutschland wieder mehr an sich glaubt, dass Wirtschaft und Politik zusammenarbeiten. Und ich glaube, hier haben wir heute einen guten Grundstein gelegt. 61 Unternehmen haben sich der Initiative angeschlossen. Über 631 Milliarden Euro sollen am Standort Deutschland investiert werden. Das klingt nach sehr viel Geld, aber wie viel davon sind wirklich neue zusätzliche Investitionen oder was sind bereits getätigte Investitionen? Ja, also ein substanzieller Betrag im dreistelligen Milliardenbetrag. ist in der Tat sozusagen nochmal neu hinzugekommen. Aber ich glaube, wir müssen die Frage immer auch anders beantworten. Über Jahre hinweg haben wir uns darüber beschwert, dass deutsche Unternehmen insbesondere im Ausland investiert haben, dass wir Kapitalabflüsse gehabt haben. Ich glaube, dieses Bekenntnis... Und die Initiative ist vor zwei Monaten sozusagen gegründet worden, wenn man das mal so nennen darf. Innerhalb von zwei Monaten von 61 Unternehmen Investitionszusagen und Bekräftigung von über 600 Milliarden Euro und zeigt die Stärke und zeigt ja auch den Glauben an Deutschland und sicherlich auch ein Bekenntnis und eine Unterstützung der bisher erfolgten Politik der neuen Bundesregierung. Von daher sehe ich beides nur positiv, das Bekenntnis zu den bestehenden Investitionen als auch das darüber hinaus noch kommende frische Kapital an den Investitionen. Haben Sie da vielleicht den Standard in den letzten Jahren auch ein bisschen schlecht geredet in Deutschland? Ich weiß nicht, ob wir den schlecht geredet haben, aber eins ist sicherlich klar, dass am Ende des Tages, wenn wir in einer Situation sind, wo wir nicht gewachsen sind, ist es nie nur eine Person bzw. Eine Partei, sondern ich glaube, wir alle, Wirtschaft und Politik, müssen uns schon hinterfragen, was hätten wir anders noch machen können. Ich glaube, jetzt haben wir uns auf einem Weg gemacht, der natürlich irgendwo parallel verlaufen muss. Die Politik muss ihre Aufgaben lösen, wir müssen unsere Aufgaben lösen. Aber allein, wenn man sich jetzt den Koalitionsvertrag anschaut und die Dinge, die bewegt werden will, vergleicht mit den... Teilgebieten, wo wir sagen, hier muss sich was ändern, dann ist da eine enorm hohe Konvergenz. Und ich glaube, diese Verantwortung der Unternehmen, dass wir mithelfen wollen, die ist mit Sicherheit deutlich zu spüren. Von daher sind wir da auf dem richtigen Weg. Kritiker wie der Ökonom Lars Feld bemängeln, das handelt sich hier um eine PR-Aktion. Appelle reichen allein nicht aus. Wir brauchen dauerhaft verbesserte Rahmenbedingungen für den Standort Deutschland. Was würden Sie ihm entgegnen? Zum letzten Punkt, dauerhaft verbesserte Rahmenbedingungen, kann ich eben nur 100% zustimmen. Das hat er ja auch, glaube ich, während seiner Zeit schon gefordert, als er den Bundesfinanzminister beraten hat. Genau das wird jetzt passieren. Wir haben letzte Woche Freitag schon einen Schwung von Reformen gesehen, die durchs Parlament oder durch den Bundesrat gegangen sind. PR-Aktion kann ich nicht unterstützen, denn wir wissen, dass das echte Investitionspläne von Unternehmen sind. Und ich glaube, das wird unterstützt, wenn die ausländischen Investoren sehen, dass deutsche Unternehmen in Deutschland selbst investieren. Dann besteht ein enormes Interesse von diesen ausländischen Investoren hinzuzukommen. Heute waren einige dabei. Wir haben enorme Summen zugesagt bekommen. Von daher ist das meines Erachtens eine Fehleinschätzung der Aktion, sondern es ist eine echte Initiative zur Leistungssteigerung Deutschlands. Aber können Sie denn ganz konkret sagen, wie viel trägt die Deutsche Bank da selbst zu bei? Wir haben uns allen gesagt, dass wir hier keine konkreten Zahlen nehmen. Wenn der eine anfängt, dann wird der Druck auf alle anderen groß. Von daher werden wir das sicher. Ich nicht tun. Aber seien Sie sicher, dass alle 61 Unternehmen konkret in Deutschland investieren. Der eine mehr in Technologie, der andere in Produktionsstandorte. Wenn Sie die Leuchtturmprojekte sehen, die vorgestellt worden sind, ganz ehrlich gesagt, da macht es Spaß und da macht es mich stolz, dass wir hier in Deutschland auch tätig sind. Wir haben hier eine echte Chance. Private Investitionen sind ja schön und gut. Gleichzeitig wächst in Deutschland der Sozialstaat schneller als die Volkswirtschaft. Die Sozialversicherungsbeiträge gehen durch die Decke. Haben Sie das eigentlich auch angesprochen? In der Tat ist heute in einem der Beiträge angesprochen worden, als es um das gesamte Thema Arbeitsmarkt, Lohnnebenkosten, Sozialversicherungskosten ging. Auch hier ist sich die Bundesregierung gewiss, dass dieses Thema angefasst werden muss. Wir sehen jetzt eine Bundesregierung, die glaube ich elf Wochen im Amt ist, von ungefähr 200 Amtswochen. Einiges ist geschehen, aber wir haben auch deutlich gemacht, das, was bislang geschehen ist, ist gut. Aber es muss noch viel mehr kommen. Das ist ein Thema, wie übrigens auch die Rentenversicherung, was angegangen werden muss. Absolut. Und sind Sie jetzt eigentlich regelmäßig mit der Politik im Austausch? Gibt es ein wiederkehrendes Format oder war das jetzt ein einmaliges Treffen? Die Zukunft wird es zeigen. Von unserer Seite ist es absolut gewollt, dass wir regelmäßige Treffen haben. Ich glaube, nur so kann Wirtschaft funktionieren, dass man auch sich bei gewissen Dingen koordiniert. Nochmal, jeder hat seine eigenen Aufgaben, aber dass man miteinander spricht, ist wichtig. Ich glaube, das darf ich ja sagen, denn in der Pressekonferenz hat der Kanzler ja gesagt, dass er sich in dieser Runde wieder treffen möchte im zweiten Halbjahr. Von daher, wir sehen. sehen das als Start einer Initiative. Und wenn Unternehmen bis 2028 ihre Investitionen darlegen und sagen, das wollen wir machen, dann sind sie ja langfristig hier interessiert und werden wir schlecht beraten, wenn wir jetzt nicht das Gesprächsangebot annehmen. Zum Abschluss noch eine Frage, wie würden Sie den Erfolg bemessen, wenn wir uns jetzt in einem Jahr wieder hier treffen würden, was wollen Sie erreicht haben? Naja, wir wollen am Ende des Tages nur eins, dass wir ein nachhaltiges, stabiles Wachstum in Deutschland haben. Ich glaube, Deutschland muss und hat das Potenzial, auf Dauer 2% und mehr zu wachsen. Das muss unser Ziel sein. Dazu sind Investitionen da. Und von daher müssen wir uns alle, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, aber insbesondere Wirtschaft und Politik, müssen sich an diesem Ziel von einem nachhaltigen Wachstum von 2% oder sogar noch höher messen lassen. Das werden wir in einem Jahr so noch nicht erreichen. Unsere Schätzung gehen, dass wir nächstes Jahr ungefähr bei 1 bis 1,5 Prozent, auch natürlich abhängig von dem, was auf der Zollentscheidung jetzt passiert, werden wir wachsen. Aber ich glaube, dieses Land hatte schon spätestens ab 2027 mit mehr als 2 Prozent zu wachsen. Und dazu kann diese Initiative helfen und unterstützen. Und daran lassen wir uns dann gerne auch messen. Okay, 2 Prozent daran werden wir Sie messen lassen. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Seming. Sehr gerne, vielen Dank.

Sprecher 3: Jetzt müssen wir ganz ernst bleiben, denn es ist ernst. Michael Brücker hat Schmerzen. Mick, was ist los?

Sprecher 2: Ja, bei mir ist wirklich noch was, nämlich ein richtig dicker, fetter Muskelkater im Po. Ich bin mir gar nicht sicher, ob das überhaupt noch ein Muskelkater ist oder schon ein Riss oder eine Zerrung des Steißbeins. Solche Schmerzen habe ich noch nie gehabt. Und dabei war ich nur einen Tag Wakeboarden an meinem Geburtstag. Ich verstehe es nicht.

Sprecher 3: Ich verstehe ja gar nicht so richtig, wie Wakeboarden eigentlich funktioniert und auch nicht so ganz, was das mit dem Impo zu tun hat.

Sprecher 2: Ja, ich auch nicht. Mir tut alles weh. Ich habe blaue Flecken, ich habe Schmerzen bei Muskelgruppen, die ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Und ich war eigentlich mal ein ziemlich lässiger, guter Wakeboarder. Und dann habe ich am letzten Tag, glaube ich, bei sieben Starts genau siebenmal versagt. Es wird langsam ernst in meinem Alter, im Herbst meines Lebens.

Sprecher 3: Michael, jetzt bitte nicht übertreiben, auch wenn ich das verstehe, dass dich das niederdrückt. Aber es war ein so herrlicher Tag am Wochenende. Und das zeigt nicht nur, dieser Tag war toll, sondern du bist in der Blüte deines Lebens.

Sprecher 2: Danke, Helene, dafür. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, wozu man eigentlich so ein Po überall braucht. Und sei es nur zum Socken anziehen, da kann er schon schmerzen. Also, das Hinterteil.

Sprecher 3: Eine Hymne auf den Po.

Sprecher 2: Ja, eine Hymne auf das Hinterteil. Bis dahin, morgen Table Today, 5 Uhr, wir beide wieder am Start.

Sprecher 3: Wir freuen uns. Tschüss.

Sprecher 8: You can do it. Put your back into it.

Sprecher 9: You can do it, put your back into it.

Sprecher 10: I can do it, put your back into it. Put your back into it. Put your back into it. Tick, tick, boom. Hit me banging down these back streets. Loving black streets. Treated like an athlete. Life ain't a track meet. It's a marathon cemetery that a nigga get buried on. We be coming to the day we die. Act the bartender if you think we lie. But if you think we hot, think again. Cause when it's sink or swim, you got to think the wind. And if I twink this in, everybody annoy it. Cause I ain't going for it. So pray to the Lord that I don't pull out.

Sprecher 11: That's real. Don't stop me. Get it.

Sprecher 12: I will. I'm going to do it. Going to do it. Going to do it. Do it. Do it.

Sprecher 11: You can do it. Put your back into it.

Sprecher 12: I can do it. Put your back into it.

Sprecher 11: You can do it. Put your back into it.

Sprecher 13: Do it with your way. Do it with your way. Do it.

Sprecher 14: We be loving. We be driving. Constantly.