Wozu braucht die EU 2 Billionen Euro, Frau Hohlmeier?
Die EU plant ab 2028 einen Haushalt von fast zwei Billionen Euro – etwa ein Viertel davon müsste Deutschland tragen. CSU-Haushaltsexpertin Monika Hohlmeier warnt: „Das Erste, was man machen muss, ist erst einmal überprüfen, wie viel Geld wir tatsächlich brauchen und sind wirklich alle Ausgaben notwendig?“ Sie kritisiert, dass die EU-Kommission „große Budgetveränderungen machen kann, ohne das Parlament in Zukunft fragen zu müssen“, und pocht auf „demokratische Kontrolle“ im Sinne der Transparenz.
Thomas de Maizière, Mitinitiator der „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“, erklärt, warum Deutschland sich dringend modernisieren muss: „Wir sind zu langsam bei der Digitalisierung. Wir sind zu kompliziert bei Entscheidungen.“ Er vergleicht den Reformbedarf mit einem „Allmählichkeitsschaden: Am Anfang wird es nur nass hinter der Wand im Bad und irgendwann muss die Wand aufgerissen werden.“ Der Abschlussbericht mit 35 Reformvorschlägen liegt nun beim Bundespräsidenten.
Forschungsministerin Dorothee Bär geht davon aus, dass Künstliche Intelligenz bis 2030 zehn Prozent des BIP ausmacht. Tech-Investor Florian Heinemann sieht darin keinen unrealistischen Anspruch: „Das zu versuchen, ist alternativlos.“ Er fordert, die Forschung „anwendungsnäher hinzubekommen und die Wertschöpfung hier zu halten“. Mit Blick auf die Corporate-Venture-Strategien vieler deutscher Unternehmen mahnt er: „Viele werden zu strategisch eng definiert. Es ist wahnsinnig schwer vorherzusagen, was in zehn Jahren relevant ist – man muss breiter denken.“
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Die EU bastelt gerade an einem neuen Haushalt für die siebenjährige Budgetperiode ab 2028. Stand jetzt 2 Billionen Euro. Damit ist Bundeskanzler Merz gar nicht einverstanden. Wofür die EU so eine Summe braucht und welche Kritik es an diesen Plänen gibt, darüber diskutiere ich mit der EU-Haushaltspolitikerin Monika Hohlmeier.
Sprecher 3: Dieser Staat ist keineswegs prinzipiell reformunfähig, so hat es der Bundespräsident Anfang der Woche gesagt. Die Initiative für einen handlungsfähigen Staat hat ihre Ideen vorgelegt, wie eine Staatsreform aussehen soll. Die Frage ist, was folgt jetzt daraus? Fragen an einen der Mitinitiatoren, den ehemaligen Bundesminister Thomas de Maizière.
Sprecher 2: Die Hightech-Agenda von Forschungsministerin Dorothee Bär soll die Technologiepolitik in Deutschland zur Chefsache machen. Deutschland soll schneller, moderner, zukunftsorientierter werden. Alex Hoffmann, der Redaktionsleiter unserer CEO-Table, diskutiert mit Florian Heinemann, einem der erfolgreichsten Tech-Investoren Europas, über diese Agenda und ob sie wirklich ein Game-Changer sein kann.
Sprecher 3: Zum Schluss gibt es einen Einblick in einen perfekten Tag. Michael Bröker hat Geburtstag. Bitte jetzt schon im Terminkalender eintragen am Samstag, den 19. Juli. Und er wird uns verraten, was er an diesem Tag machen wird. Aber heute ist erstmal... Freitag, der 18. Juli. Noch ein Tag, bis Mick noch keinen runden Geburtstag feiert.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Helene, alle suchen Geld, nur die EU, die hat es im Überfluss. Zwei Billionen Euro will die EU-Kommission in den nächsten sieben Jahren ab 2028 ausgeben. Das führt zu Recht zu Kritik, oder nicht?
Sprecher 3: Naja, für Deutschland bedeutet das ganz schön immense Summen, denn Deutschland ist ja bekanntermaßen der größte Geldgeber der EU, müsste knapp ein Viertel davon zahlen, das sind 700 Milliarden Euro. Deswegen gibt es Kritik aus Deutschland, denn wir haben zwar jetzt scheinbar viel Geld, aber in Wahrheit natürlich nicht, sondern in Wahrheit haben wir vor allem viele Schulden. Aber auch die Niederländer tun sich schwer mit diesem Vorschlag der EU.
Sprecher 2: Mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Geld für die Verteidigung und die Sicherheit, das ist sicherlich alles richtig. Aber irgendwie bleibt es auch beim Agrarbudget dann doch alles beim Alten. Auch innerhalb des EU-Parlaments ist das durchaus umstritten, was Frau von der Leyen da vorgelegt hat.
Sprecher 3: Deswegen fragen wir doch eine Vertreterin des Europäischen Parlaments, nämlich Monika Hohlmeier von der CSU. Sie sitzt in der EVP-Fraktion, ist Haushälterin. Seit 2009 ist sie nun schon dabei. Und auch sie ist mit diesem Haushaltsvorschlag überhaupt nicht zufrieden. Michael hat mit ihr gesprochen.
Sprecher 2: Einen schönen guten Tag, Frau Hohlmeier.
Sprecher 5: Ich grüße Sie, Herr Brücker.
Sprecher 2: Zwei Billionen Euro will die EU in ihrem neuen mehrjährigen Finanzplan haben. Muss das wirklich sein?
Sprecher 5: Also nächstes Mal große zusätzliche Aufgaben, tatsächliche Verteidigung und ähnliches. Er fordert natürlich zusätzliche Aufgaben. beziehungsweise zusätzliche Gelder. Aber das Erste, was man natürlich machen muss, ist erst einmal überprüfen, wie viel Geld brauchen wir tatsächlich und sind wirklich alle Ausgaben notwendig. Wir haben da schon in der Vergangenheit im Rahmen der Haushaltskontrolle auch aufmerksam gemacht, wo überflüssig Geld ausgegeben wird, wo zu viel Geld ausgegeben wird, wo Programme definitiv nicht funktionieren und wo man eigentlich Programme zum Teil sogar stoppen sollte, weil sie nicht funktionieren.
Sprecher 2: Aber wo haben Sie denn oder die EU-Kommission unter dieser Präsidentin tatsächlich mal Geld eingespart? Also die Kommission ist weiterhin so groß wie eh und je, der Auswärtige Dienst auch und das Parlament auch. Also ich habe jetzt noch nicht diesen großen EU-Sparplan in eigener Sache erkennen können.
Sprecher 5: Ja gut, wir haben bei uns relativ strikte Vorgaben nach dem, wie viel Steigerung wir machen dürfen. Und es wird Sie wundern, die Steigerungen im Personalhaushalt der Europäischen Union liegen deutlich unter den Mitgliedstaaten. Das heißt, Deutschland hat bei den Personalausgaben deutlich mehr zugelegt als die Europäische Union. Als zweites muss man aber sicherlich bei uns immer mit berücksichtigen, dass wir halt 27 Länder sind mit 24 Sprachen. Allein die Übersetzung, allein das, was man da an Facilitäten zusätzlich braucht. Da ist ganz interessant, dass wir uns inzwischen auch mit Artificial Intelligence befassen, um zum Beispiel weniger Personal zu benötigen für Übersetzungen, um auch Übersetzungen schneller zu machen und haben dadurch zum Beispiel in dem Sektor einfach Einsparungen bis zu 40 Prozent erzielt. Es gibt tatsächlich in etlichen Bereichen auch Veränderungen. Im Prozess müssen wir auch vollziehen.
Sprecher 2: Aber dann nochmal zurück zu der siebenjährigen Budgetperiode. 700 Milliarden Euro mehr als die jetzt laufende. Wofür genau?
Sprecher 5: Das, was die größte und heftigste Diskussion ist, dass die Kommission eigentlich erreichen möchte, dass sie selbst große Budgetveränderungen machen kann, ohne das Parlament in Zukunft fragen zu müssen. Und das ist etwas, was im Parlament natürlich überhaupt nicht so gesehen wird, weil das Parlament dient der Veröffentlichung, der Transparenz. Also diese demokratische Kontrolle ist uns sehr wichtig. Und da scheint der neue Entwurf deutliches Ungleichgewicht zu haben. Wo gibt es mehr an Ausgaben? Ein Mehr an Ausgaben notwendig für Wettbewerbsfähigkeit. Das sehen wir sehr positiv, was die Kommission vorgeschlagen hat. Ein Mehr für Wissenschaft und Forschung und Innovation. Im dritten Bereich ist die Sicherheit, Verteidigung und auswärtige Aufgaben, Sicherheitsaufgaben.
Sprecher 2: Die zusätzlichen Ausgaben für die Verteidigung, für die Sicherheit, das versteht man auch. Wettbewerbsfähigkeit ist ein unterentwickeltes Feld aus EU-Sicht, da müssen wir ran. Aber warum hat man dann an anderer Stelle nicht gesagt, wir lassen mal beim Agrarbudget vielleicht auch alte Fründe fallen, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind?
Sprecher 5: Also als erstes im Agrarbudget gibt es nicht die großen Steigerungen. Das bedeutet in der Konsequenz, das Agrarbudget ist Schritt für Schritt reduziert worden. Der Unterschied beim Agrarbudget zum Beispiel zu einem Verteidigungsbudget ist, der Hauptteil des Verteidigungsbudgets ist in den nationalen Haushalten. Beim Agrarbudget... Ist fast nichts mehr in den Nats. Und diese Kürzungen oder diese Einschränkungen im Agrarhaushalt, da muss man dann natürlich sehen, wo müssen wir die Schwerpunkte des Geldes verausgaben. Da ist mein Verlangen, dass einfach eine natürliche Person oder eine juristische Person, das ist auch Position CDU, CSU, nicht über 500.000 Euro bekommen kann. Weil jemand, der einen so großen Betrieb hat, der braucht nicht dieselbe Unterstützung für seinen Betrieb wie jemand, der 100 Hektar hat oder 150 Hektar.
Sprecher 2: Letzte Frage. Die Bundesregierung hat gesagt, so machen wir das nicht mit. Wie geht es denn jetzt weiter?
Sprecher 5: Die Bundesregierung, was wir gemeinsam teilen, ist nicht erbaut darüber, dass wir erstmal eine Menge an zusätzlicher neue Steuern, vor allem zum Teil sind darunter Substanzsteuern. Und bei Substanzsteuern sage ich ganz offen von meiner Position als Haushälterin hier, nein. Wenn wir Wettbewerbsfähigkeit fördern wollen, dann können wir keine neue Substanzsteuer brauchen. Ob beim Tabakbereich jetzt diese neuen Arten von Nikotingenuss genauso besteuert werden wie Zigaretten, dass man darüber diskutiert, das kann man gerne tun. Da müssen sich die Mitgliedstaaten einigen. Da liegt die Federführung offengestanden ohnehin nicht in der Europäischen Union. Aber es geht nicht nur darum, erstmal noch mehr Geld reinzubekommen, sondern zu sagen, wie geben wir die Gelder sinnvoll und in weniger Programmen so aus, dass sie zielorientiert sind. Und da sage ich Ihnen ganz offen als Haushälterin, was beim Corona-Wiederaufbaufonds zum Teil in Spanien, in Frankreich oder in manchen Ländern die große Summen, bekommen haben. Ausgegeben worden ist, ist bei uns auf scharfe Kritik gestoßen, weil wir gesagt haben, da wird weder die Notwendigkeit geprüft, noch der europäische Mehrwert wird geprüft. Und wenn da die Bundesregierung kritisch drauf schaut, bin ich dankbar.
Sprecher 2: Vielen Dank, Frau Hohlmeier, für Ihre Einschätzung, Analysen und auch Kritikpunkte an diesem EU-Budget. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
Sprecher 5: Bis zum nächsten Mal.
Sprecher 3: Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Vollzugsproblem. Dieser Satz war zuletzt häufig zu hören und er ist richtig. Es geht um die Handlungsfähigkeit unseres Staates, um die große Staatsreform. Unser Staat funktioniert an vielen Stellen nicht so richtig gut. Die Bahn ist zu spät, beim Bürgeramt muss man zu lange warten. Die Schulen sind schlecht ausgestattet. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten hat sich nun eine Expertengruppe Vorschläge überlegt, wie der Staat reformiert werden kann. Das Ganze soll auch eine Maßnahme sein gegen den grassierenden Vertrauensverlust in unser System. Man kann auch sagen, ein Rezept gegen die AfD. Aber wie soll das Ganze denn wirklich funktionieren? Denn Vorschläge hat es ja schon immer viele gegeben. Die Frage ist, wie setzt man das Ganze um? Das habe ich gestern am Rande einer Veranstaltung bei der Landesvertretung Baden-Württemberg den ehemaligen Bundesminister Thomas de Maizière gefragt. Hallo Herr de Maizière.
Sprecher 4: Guten Tag Frau Brobowsk.
Sprecher 3: Sagen Sie mal, über die Handlungsfähigkeit. des Staates wird gesprochen und die Frage ist, die ich mir stelle, sind wir wirklich so handlungsunfähig, wie die Kommission, dessen Initiator sie ja sind, es beschreibt. Eigentlich läuft doch in Deutschland auch ziemlich vieles gut, oder nicht?
Sprecher 6: Klar, das stimmt. Aber wir sind zu sorglos bei der Sicherheit, wir sind zu langsam bei der Digitalisierung. Wir sind zu kompliziert bei Entscheidungen und wir sind verheddert bei den Zuständigkeiten. Viele sagen, der Staat funktioniert nicht mehr so richtig, vielleicht auf hohem Niveau, aber trotzdem ist es so. Vor allen Dingen, andere Länder werden besser. Es ist wie bei einem Allmählichkeitsschaden. Am Anfang wird es nur nass hinter der Wand im Bad und irgendwann ist ein großer Fleck da und man muss die Wand aufreißen. Und den Zustand haben wir jetzt erreicht.
Sprecher 3: Ist diese Reform, die Sie anstreben, ein Selbstzweck oder ist das auch Mitte gegen die Systemfeinde? Soll das, ich sage mal, die AfD-Wähler wieder zurück zu den demokratischen Parteien befördern?
Sprecher 6: Sowohl als auch. Das Ziel ist nicht, die... Wählerschaft der AfD zu verringern. Es könnte aber ein erwünschter Effekt sein. Das Ziel ist, dass dieser Staat wieder so handlungsfähig ist, wie es die Zeiten verlangen. Die Zeiten haben sich verändert in der Sicherheitsfrage, in der Digitalisierung, bei KI. Durch die Globalisierung, durch viele andere Dinge. Und wir haben einen Werkzeugkasten, einen Instrumentenkasten, mit dem wir politisch... Arbeiten aus den 60er und 70er Jahren. Jede große Organisation braucht ab und zu eine Organisationsveränderung, eine Organisationsreform. Und wenn dann die Kritik derer, die sagen, der Staat funktioniert nicht, weil das System schlecht ist, wenn das... Wir dann auch widerlegen, dann wäre es sehr schön, aber das Ziel ist, diesen Staat als solchen wieder auf Vordermann zu bringen.
Sprecher 3: Sie haben 35 Vorschläge gemacht, die teilweise wirklich große Themen sind. Also die Gesetzgebung etwa soll besser, transparenter und effizienter werden. Jetzt denke ich an Priorisierung, denn auch eine neue Bundesregierung kann ja nicht alles auf einmal machen. Was ist aus Ihrer Sicht der dringendste Vorschlag?
Sprecher 6: Vielleicht darf ich nochmal kurz rekapitulieren, dass wir zu Beginn der Koalitionsverhandlungen einen Zwischenbericht gemacht haben. Das haben wir nicht gemacht, um uns doppelte Arbeit zu machen, sondern... Das war der Zeitpunkt zur Beeinflussung des Regierungshandelns der nächsten vier Jahre. Das haben wir jetzt mit dem Abschlussbericht vertieft und ergänzend. Warum sage ich das? Weil vielleicht 70 Prozent, jedenfalls sehr viel unserer Vorschläge, bereits in die Koalitionsverhandlungen Eingang gefunden haben. Jetzt geht es also in Anführungsstrichen nur noch um die Umsetzung. Dabei ist einiges von uns, was wir für wichtig halten, aufgenommen worden, zum Beispiel Experimentierklauseln für Modellregionen, zum Beispiel eine Veränderung der Zusammenarbeit bei der D. digitalen Verwaltung bis hin zu einer Grundgesetzänderung. Was ein bisschen nicht so gut aufgenommen worden ist, sind wichtige Themen beim Thema Sicherheit. Die Zeitenwende verlangt mehr als nur mehr Geld für die Bundeswehr und mehr Soldaten, sondern auch eine andere rechtliche und praktische Zusammenarbeit. Zwischen Bund und Ländern, zwischen dem Staat und der Wirtschaft. Da ist noch viel zu tun, auch beim Katastrophen-Zivilschutz. Das Wichtigste ist, mal anzufangen, alles geht sowieso nicht gleichzeitig, Und an einigen Stellen zu zeigen, es geht auch anders, als wie wir es bisher gemacht haben.
Sprecher 3: Welche Rolle spielen die Beharrungskräfte der Verwaltung? Die Binnenlogiken von Ministerien, die nicht unbedingt auf die Handlungsfähigkeit, auf Pragmatismus ausgerichtet sind, sondern sich oft auch selbst im Wege stehen.
Sprecher 6: Zunächst will ich ein Wort für die Verwaltung einlegen. Eine gewisse Kontinuität, auch wenn politische Führung wechselt. Eine gewisse Form von Zuverlässigkeit. Sogar, auch wenn das merkwürdig klingt, wenn ich das sage, eine gewisse Langsamkeit manchmal ist ein Vorteil von Verwaltung und Demokratie. Aber wir haben es übertrieben. Und viele haben sich eingewöhnt, viele arbeiten in Silos, das heißt, sie denken nur an ihren... Kleinen Bereich. Meine Erfahrung zeigt, dass ganz oben oft viel Reformbereitschaft und Veränderungslust gerade zu haben, unten auch, aber in der Mitte wird gedacht, ach, wir machen das eigentlich Wie immer kommt Zeit, kommt Rat, der Wind wird wieder vergehen. Das darf jetzt nicht passieren. Die gefährlichste Situation für die Umsetzung unserer Reform sind die Mühen der Ebene.
Sprecher 2: Vielen Dank, Thomas de Maizière.
Sprecher 6: Sehr gerne und einen schönen Tag allen Hörerinnen und Hörern.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Die Hightech-Agenda soll das zentrale Projekt von Forschungsministern Dorothee Bär werden und sie haben die Inhalte selbstverständlich längst exklusiv im Research Table diese Woche lesen können. Jedenfalls soll mit diesem Konzept Deutschland endlich wieder Innovationsweltmeister werden. Das hört sich nach einem vernünftigen Plan an, aber was heißt das genau? Und vor allem, wer bestimmt, welche Technologien dieses Land zukünftig voranbringen können? Das haben wir einen Mann gefragt, der sehr viel Geld mit seinem Fonds verwaltet und meistens oft immer wieder mal in die richtigen Unternehmen und Branchen investiert. Nämlich Florian Heinemann, einer der Gründungspartner bei Project A, einer der erfolgreichsten Tech-Investoren. Er hat uns gestern hier bei Table besucht und unser Redaktionsleiter des CEO Table, Alex Hofmann, hat mit ihm gesprochen.
Sprecher 7: Florian, herzlich willkommen im Podcaststudio von Table Briefings.
Sprecher 8: Vielen Dank für die Einladung.
Sprecher 7: Wir haben einen Entwurf der Hightech-Agenda von Dorothee Bär vorliegen. Darin ist ein Ziel formuliert, dass bis 2030 10% des deutschen Bruttoinlandsprodukts durch KI entstehen soll. Hältst du das für realistisch?
Sprecher 8: Also jetzt mal so als Bauchgefühl oder als VC, man arbeitet bei der sehr viel mit Bauchgefühl, hört sich das jetzt nicht komplett verwegen an. Also ich glaube schon, dass immer mehr Unternehmen anfangen, sowohl was Entwicklung angeht, Customer Service und so weiter dort. Ich glaube auch, dass Anwälte, Wirtschaftsprüfer und so weiter. Also ich glaube, du hast schon eine Reihe von Wertschöpfungen. wo sehr klar ist, wie man da eigentlich was heben kann. Grundsätzlich, die Frage ist natürlich, wie schnell und wie konsequent kriegen Unternehmen diese Use Cases, die sich ja jetzt überall andeuten, dann auch wirklich konsequent umgesetzt. Aber ich glaube jetzt, gerade wenn man Entwicklungsleistungen sich anschaut oder so, da wird es deutlich mehr sein. Also insofern, ich kann mir schon vorstellen, dass auch gerade im White-Collar-Bereich, dass man da sehr schnell auf deutlich höhere Werte kommt, ja.
Sprecher 7: Du hast mal gesagt, dass Deutschland in Sachen KI-Forschung gar nicht schlecht ist, aber die Geschäftsmodelle, die entstehen in den USA und China. Können wir diesen Rückstand in Deutschland überhaupt noch aufholen?
Sprecher 8: Das zu versuchen, ist, glaube ich, alternativlos, weil ich glaube, dass wir da besser werden müssen, um Forschung anwendungsnäher hinzubekommen und eben auch die Wertschöpfung, die sich dann daraus ergibt, zum Teil hier zu halten. Also ich glaube ja immer noch sehr stark dran, wie es die letzten 20 Jahre waren. Das wird die nächsten auch so sein. Die Überrendite eigentlich in den Kapitalmärkten entsteht aus Innovation und sich dem sozusagen das nicht zu erschließen für sich als Region oder als Land oder das zumindest nicht sehr ernsthaft zu versuchen, wäre, glaube ich, sträflich. Und ich glaube, das ist jetzt keine verwegene These, dass der durchschnittliche Europäer jetzt nicht unbedingt dümmer ist als der durchschnittliche Amerikaner. Man sieht ja an der Initiative wie Unternehmertum, wie schnell dann sowas geht. Also wie akademische Institutionen deutlich stärker Entrepreneurship und Startup fokussiert und Innovationskommerzialisierungsfokussiert werden können. Und ich meine, ich glaube, Unternehmertum ist zehn Jahre alt oder zwölf oder sowas. Also insofern. Wenn man die richtigen Leute an der richtigen Stelle hat und die richtigen Parteien zusammenkommen, dann kriegt man das auch hier hin. Insofern finde ich das super und das sollte natürlich nicht nur in Deutschland passieren, sondern europaweit.
Sprecher 7: Genau, damit das klappt, sieht die Hightech-Agenda insgesamt sechs Schlüsseltechnologien vor. KI. Quantentechnologie, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Mobilität. Sind das aus deiner Sicht die richtigen Branchen oder ist das zu breit gefächert?
Sprecher 8: Es macht sicherlich Sinn, dass es europaweit gewisse Cluster für gewisse Bereiche gibt. Also ich glaube, das ist ja eines der Learnings auch aus dem Silicon Valley. Und wir haben wahrscheinlich in Europa genügend sozusagen potenzialträchtige Hochschulstandorte, um dann auch jede dieser Technologien irgendwo abzudecken. Die Frage ist natürlich, passiert das in irgendeiner Weise koordiniert oder gibt sich das halt irgendwie natürlich? Das muss man sehen. Aber grundsätzlich ist jeder dieser Bereiche mit Sicherheit ein Kerninnovationsbereich. Und ich meine, wenn man eine Sache als VC weiß, dann muss man ausreichend streuen, weil man eben dann doch nicht so hundertprozentig planen kann, ob es eben gewisse Durchbrüche gibt, dann auch gewisse Firmen dann eben entstehen, die dann eben Lighthouse-Firmen werden in dem Bereich, worum dann wiederum ja solche Cluster entstehen. Und ich glaube, da erstmal ein bisschen breiter zu sein im Funnel. Also ich vermute schon, dass wir in zehn Jahren nicht sagen werden, dass alle diese Bereiche gleichgerichtet sozusagen jetzt zu wahnsinnigen Fortschritten geführt haben, dass Europa da wettbewerbsfähig wird. Das ist, glaube ich, nicht der Fall. Aber es macht mit Sicherheit Sinn, weil eigentlich sind da eher breit zu gehen. man dann in drei oder vier von den Bereichen es dann wirklich schafft, wäre das, glaube ich, schon ein großer Erfolg.
Sprecher 7: Project A, der VC, den du auch mitgestartet hast, investiert mittlerweile sehr viel auch in militärische Anwendungen. Ihr seid investiert in Quantum Systems, ARX Robotics. Ist das eine bewusste Strategie aufgrund geopolitischer Entwicklungen oder ist das mehr oder weniger organisch gewachsen, weil die Companies eben viel Wachstum versprochen haben?
Sprecher 8: Das ist schon eine bewusste Entscheidung gewesen. Und VCs sind ja Partnerschaften. Das ist vielleicht dem einen oder anderen Hörer hier bewusst. Das heißt, es hängt eigentlich auch immer ein Stück weit an den Stärken und Interessen und sozusagen komparativen Vorteilen von einzelnen Personen. Und bei uns ist eben der Uwe Horstmann die Person gewesen, die das sehr stark vorangetrieben hat, der auch ehrlicherweise schon vor Ukraine und so weiter regelmäßig sozusagen sehr engagiert war in dem, was von der Bundeswehr noch übrig war. Es war eine bewusste Entscheidung, da reinzugehen. Was dann irgendwo passiert ist, ist dann wiederum, würde ich sagen, eine natürliche Entwicklung, weil dann eben die ersten Sachen da auch gut funktioniert haben und dann ziehst du eben dann wieder mehr Dealflow dann in dem Bereich auch an. Und was man natürlich auch sagen muss, da hat sich die Stimmung ja auch... Dramatisch verändert in den letzten, also das ist natürlich sehr stark durch die Ukraine getrieben und das führt dann eben auch dazu, dass viel mehr Menschen überlegen, was kann ich eigentlich in dem Bereich machen und auch mit einem anderen Selbstbewusstsein daran gehen. Also auch ARX ist ein gutes Beispiel oder auch Quantum sind ja alles ehemalige Mitglieder der Streitkräfte, die dann sozusagen sich dann selbstständig gemacht haben in dem Bereich. Und das hätte man sicherlich vor zehn Jahren in Deutschland jetzt nicht gesehen.
Sprecher 7: Die aber auch am Anfang sehr viel Werbung gemacht haben mit sogenannten Dual Use, also die zivile Anwendung. Findet das jetzt eigentlich noch statt oder sind das schon de facto einfach Rüstungsunternehmen?
Sprecher 8: Das sind weiterhin Dual-Use-Unternehmen, aber klar ist der Umsatzanteil von dem, was jetzt im Government-Bereich oder governmentnahen Bereich stattfindet, ist größer. Ein Fonds auch wie Project A, wir können jetzt nicht in bewaffnetes Startup investieren. Die Schwierigkeiten entstehen natürlich auch dann, wenn Startups sich weiterentwickeln über die Zeit und dann sagen, ich fange mit einem Dual-Use-Case an und da sind natürlich die Grenzen dann auch fließend. Und das ist gerade sozusagen, sind wir im Prozess, nicht nur wir, sondern ehrlicherweise eine ganze Branche, sowohl auf der Investorenseite als auch auf der VC-Seite rauszufinden, wie geht man eigentlich damit sinnvollerweise um. Und ich glaube, in zwei, drei Jahren werden wir da deutlich klarer sehen. Und in den USA siehst du ja so, dass viele der Fonds auch in bewaffnete Systeme investieren dürfen. Wie es sich hier entwickeln wird, das werden wir sehen.
Sprecher 7: Project A investiert ja nicht nur in Defense, sondern er hat ja auch in Unicorns wie Trade Republic investiert, das Logistikunternehmen Sender und eben auch Quantum Systems, hatten wir schon gesagt. Damit seid ihr so ein bisschen wie die Architekten der europäischen Tech-Landschaft. Was können denn CEOs etablierter Unternehmen, die jetzt nicht auf einem grünen Feld starten, sondern die eben halt schon Strukturen haben, was können die denn machen, um... International Wettbewerb.
Sprecher 8: fähig zu bleiben. Wenn du in solche Themen früh investierst oder früh reingehst, das sind ja letztendlich Entwicklungen oder Wetten, die du auf 10 bis 15, teilweise 20 Jahre abschließt. 10 oder 5 bis 10 Prozent des Portfolios machen 90 Prozent des Erfolges aus und es ist wahnsinnig schwer vorherzusagen, welche 5 bis 10, sonst würde man ja nicht in die ganzen Reste investieren. Und ich glaube, das ist häufig so ein bisschen das Learning, was... Bei deutschen CEOs in dem Maße noch nicht so stark oder sehr konsequent angewandt wird, ist eben diese Portfolio-Denke. Dass du halt eine Portfolio-Denke brauchst, du musst relativ breit gehen. Ich finde auch viele Corporate-Venture-Aktivitäten oder Startup-Investments von Corporates werden zu... Strategisch eng definiert. Also wird gesagt, wir wollen halt nur in Themen investieren, die für unsere Branche relevant sind und die vielleicht für die zwei, drei Fähigkeiten, die wir für relevant erachten. Und ich finde, es ist halt wahnsinnig schwer, seriös vorherzusagen, was genau die Themen sein werden, die dann in zehn Jahren technologisch für einen relevant sind. Und ich würde, glaube ich, den Rat mitgeben, da lieber einen Ticken breiter zu agieren. Und das Nächste ist dann vielleicht diese Grenze zwischen, was ist eine Wette und was ist ein strategisches Geschäftsfeld. Das ist fließend. Aus Wetten können strategische neue Geschäftsfelder entstehen. Viele der Wetten werden auch scheiternd. Wenn wir schon eher 20 bis 30 verschiedene Wetten platzieren in so einem Early-Stage-Fund oder in dem neuen wird es wahrscheinlich eher so Richtung 40 und mehr sein, Das machen wir ja nicht, weil wir das so lustig finden, sondern weil wir quasi anerkennen, gerade wenn du frühphasig reingehst, es ist eben unfassbar schwer, das vorher zu sagen und ich glaube, das anzuerkennen und zu sagen, okay, wie verteile ich meine Ressourcen und das als Teil meiner sozusagen Technologie-Roadmap bewusst zu sehen, das ist, glaube ich, der einzige Weg, wie man damit umgeht. Letzter Punkt nochmal und dann bin ich auch ruhig. Man kann sich bei vielen dieser Felder eben nicht schrittweise vortasten. Und das fällt CEOs oft sehr schwer. Also du musst quasi ein Stück weit, ich will nicht sagen all in gehen, aber du musst so eine gewisse Mindesternsthaftigkeit gegenüber jedem Technologiefeld aufweisen, um dort überhaupt eine valide Aussagekraft zu haben. Und das ist letztendlich etwas, was viele, glaube ich, so ein bisschen unterschätzen, weil bei den Bereichen, die sie nicht richtig kennen, wollen sie sich eher so reintasten und das geht halt häufig nicht.
Sprecher 7: Florian, ganz herzlichen Dank, dass du heute da warst.
Sprecher 8: Ja, vielen Dank, hat Spaß gemacht.
Sprecher 2: Lene, war noch was?
Sprecher 3: Michael, du hast Geburtstag.
Sprecher 2: Das ist richtig. Ich werde 48, noch nicht 50, weit weg noch vom Runden. Und ich freue mich sehr auf diesen besonderen Tag.
Sprecher 3: Hoffentlich regnet es nicht so wie diese ganze Woche.
Sprecher 2: Das stimmt. Es wird der beste Tag.
Sprecher 3: Aber du willst ihn doch im Wasser feiern, oder?
Sprecher 2: Ich werde ihn am Wasser und im Wasser feiern.
Sprecher 3: Man wundert sich eigentlich, denn du bist ja Sternzeichen Krebs.
Sprecher 2: Richtig.
Sprecher 3: Krebse leben eigentlich auch am Wasser. Man könnte auch denken, du wärst ein Fisch.
Sprecher 2: Das ist auch im Wasser. Wieso Fisch eigentlich?
Sprecher 3: Weil du so viel im und am Wasser bist. Und wenn es geht, naja, eher auf dem Wasser. Insofern passt schon der Krebs.
Sprecher 2: Jedenfalls hoffe ich, dass ich nach diesem Tag sagen kann, it was a good day. Und in diesem Sinne mit diesem kleinen Musikhinweis unseres geschätzten Kollegen und Freund Micky Beisenerz verabschieden wir uns. Bis Montag, 5 Uhr, Table Today.
Sprecher 3: Wir freuen uns. Tschüss.
Sprecher 9: Just waking up in the morning, gotta thank God. I don't know, but today seems kinda high. No barking from the dog, no small. And mama cooked a breakfast with no hog. I got my girl bone, but didn't dig out. Finally got a call from a girl I wanna dig out. Hooked it up for later as I hit the door Thinking will I live another 24? I gotta go cause I got me a drop top And if I hit the switch, I can make the ass drop Had to stop at a red light Looking in my mirror, not a jacker in sight And everything is alright I got a beat from Kim And she can fuck all night Caught up the homies and I'm asking y'all Which part are y'all playing basketball? Leave me on the court and I'm troubled Last week fucked around and got a triple-double Freaking niggas every way like MJ I can't believe today was a good day
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.