Wie machen Sie unser Gesundheitssystem wieder fit, Frau Warken?
Gesundheitsministerin Nina Warken will die Krankenhausreform nachbessern und auf die Bundesländer zugehen. Es geht dabei vor allem um Kliniken auf dem Land. Warken sagt im Gespräch mit Maximilian Stascheit: „Wir haben im Blick, dass wir mit dieser Reform nicht Häuser verlieren, die wichtig sind für die Versorgung in der Fläche, aber gewisse Standards nicht oder nicht gleich erfüllen können.“ Die Länder sollen vor allem mehr Zeit bekommen, um Qualitätsvorgaben zu erfüllen.
Die Stimmung zu einer deutschen Olympia-Bewerbung hat sich gedreht.
68 Prozent der Deutschen befürworten eine Olympia-Bewerbung. Nach einer Forsa-Umfrage für den DOSB, die Table.Briefings vorliegt, ist die Zustimmung bei jungen Menschen besonders hoch, Hohe Zustimmungswerte gibt es in den möglichen deutschen Bewerber-Regionen Hamburg, Rhein-Ruhr und Bayern. In Berlin dagegen ist die Bevölkerung skeptischer.
Journalisten weltweit setzen mehr und mehr KI ein.
Michael Bröcker berichtet aus London von einer Konferenz, die sich genau der Frage gewidmet hat, wie Qualitätsjournalismus mit Künstlicher Intelligenz sogar besser werden kann. „Vielleicht bringt uns KI zurück zum Wesentlichen: rausgehen, zuhören, berichten“, sagt er.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Offenbar doch. Deutschland hat Lust auf Olympia. Laut einer Forsa-Umfrage, die uns exklusiv vorliegt, sind 68 Prozent der Befragten dafür, dass Deutschland sich für die Ausrichtung der Spiele bewirbt.
Sprecher 3: KI und Journalismus, passt das eigentlich zusammen? Na klar, muss ich sagen, ich habe jetzt hier in London zwei Tage mit verschiedenen Medienunternehmen und Startups verbracht, um herauszufinden, wo uns im Journalismus KI helfen kann. Dazu gleich ein Update mit Helene.
Sprecher 2: Unser Gesundheitssystem braucht dringend eine Reform. Da sind sich alle einig. Aber wie soll das eigentlich gehen? In der letzten Regierung hatte Karl Lauterbach noch die große Krankenhausreform auf den Weg gebracht. Mit dem Ergebnis waren die Länder aber gar nicht zufrieden. Jetzt hat die neue Gesundheitsministerin Nina Waken das Problem auf dem Tisch. Wie will sie es lösen? Das hat sie mit unserem Kollegen Max Dascheit vom Berlin Table besprochen.
Sprecher 3: Es ist Mittwoch, der 2. Juli und heute Nachmittag um 17 Uhr kommt die Koalition zusammen, um über Rente, Bürgergeld und den Strom zu diskutieren. Unsere Prognose schon mal vorab, die Absenkung der Stromsteuer, sie wird doch noch kommen, aber vielleicht etwas später. Also legen wir heute mal ohne die Koalition los.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: 2036, 2040 oder 2044. Das Jahr steht noch nicht fest, aber eins ist offenbar doch klar. Deutschland will die Olympischen Spiele bei sich selbst ausrichten, also in Deutschland. Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns bewerben, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied. Jetzt haben die Leute Lust drauf.
Sprecher 3: Ja, laut einer Vorsorgeumfrage für den Deutschen Olympischen Sportbund in allen beteiligten Regionen, wo diese Spiele stattfinden könnten, also Hamburg, Berlin, Brandenburg, Rhein-Ruhr und Bayern, ist die Zustimmung doch deutlich gestiegen und inzwischen sind sogar... Mehrheitlich auch in Deutschland, insgesamt 68 Prozent dafür, dass diese Spiele zu uns kommen. Und das ist eine Grundvoraussetzung, um überhaupt die Spiele zu bekommen. Denn es hat es noch nie gegeben in der Geschichte der Olympischen Spiele, dass ein Standort, ein Land die Austragung bekommen hat, wenn die eigenen Bürger dagegen waren.
Sprecher 2: Wir kennen das ja alles aus der Vergangenheit von Bürgerbegehren, die dagegen waren. Die Leute hatten Sorge, dass nicht nur viel Geld ausgegeben wird, sondern dass dann auch diese riesigen Spielstätten da stehen und verwaist sind und am Ende irgendwelche Betonwüsten verursachen. Wobei Paris gezeigt hat, dass es auch anders geht, dass man auch historische Orte benutzen kann und dass man das pop-up-mäßig aufziehen kann. Also dass danach eben nicht irgendwelche Riesenstadien leer stehen. Das hat vielleicht auch viele Deutsche überzeugt, dieses Beispiel von Olympia, was ja wirklich ganz tolle Spiele waren.
Sprecher 3: Ja, und jetzt schauen wir mal in die Regionen, die sich bewerben. Es ist auch ein bisschen ein Battle der Ministerpräsidenten. Bayern mit Markus Söder an der Spitze will unbedingt die Spiele nach München holen. 72 Prozent der Befragten sind in Bayern dafür, dass das endlich klappt, obwohl das ja früher durchaus Widerstände gab. Man erinnert sich an Garmisch-Partenkirchen, die Winterspiele. Und in NRW knapp dahinter auch 71 Prozent der Menschen sind dafür. Rhein-Ruhr hatte ja bereits eine exzellente Bewerbung 2012, hat es am Ende aber auch nicht geschafft.
Sprecher 2: Auch Hamburg und Schleswig-Holstein, die sich zusammen bewerben wollen, auch dort ist die Zustimmung groß. 70 Prozent, nur ein Prozent weniger als NRW. Dabei hat Hamburg in der Vergangenheit ja auch eher miesepetrig auf die Spiele geschaut. Das hat sich jetzt verändert. Das Konzept ist deswegen interessant, weil es ziemlich zentral ist, das meiste an einem Ort der Hafen. Hamburg hat ja bekanntermaßen viel zu bieten.
Sprecher 3: Ja, und in Berlin gibt es zwar wieder No Olympia. Die S-Bündnis hat bereits angekündigt, gegen eine Bewerbung vorzugehen. Aber die Unterstützung ist zumindest bei den Befragten hoch. Und man muss sagen, die jungen Menschen, das ist interessant an dieser Umfrage, sehen die Olympischen Spiele deutlich positiver als die Älteren. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind sogar 82 Prozent dafür. Und da muss man mal sagen, es ist natürlich auch ein riesiges Event geworden. Sport ist ohnehin bei den Jungen hoch im Kurs, aber vor allem der Eventcharakter, die Skepsis kommt immer eher bei denen zurecht, muss man sagen, die auf die Kosten schauen. Und nur mal als Beispiel, Helene, Paris hat 4 Milliarden Euro gekostet. Damals London, wo ich ja gerade bin, haben die Olympischen Spiele am Ende dreimal so viel gekostet wie vorher versprochen. Also das, was die Bewerberstädte versprechen und was am Ende gezahlt werden muss, das ist oftmals nicht das Gleiche.
Sprecher 2: Ja, natürlich kostet das alles viel Geld und insofern braucht es politischen Rückhalt. Und den gibt es nicht nur aus den Bundesländern, über die wir gerade gesprochen haben, die sich bewerben wollen, sondern auch aus der Bundesregierung. Die Bewerbung für die Olympischen Spiele, das wird im Koalitionsvertrag ausdrücklich erwähnt. Friedrich Merz findet es richtig, die Spiele nach Deutschland zu holen. Er hat jetzt einen Staatsminister für Sport und Ehrenamt direkt im Kanzleramt angesiedelt, also nicht mehr nur im Bundesinnenministerium und das Thema Sport damit auch aufgewertet. Also es gibt Rückhalt aus der Politik, die Menschen wollen es. Wir können ziemlich zuversichtlich sein, dass es so kommen wird.
Sprecher 3: Ja, zum Fahrplan vielleicht noch zwei Sätze. Die Bürgerbefragung in Bayern findet jetzt schon im Herbst statt. Dann folgen im Frühjahr Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Ohne eine solche Befragung geht es nicht. Auch Berlin wird das machen. Und dann im September 26 entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund mit dem neuen Chef Otto Fricke, hier bei uns den politisch Interessierten natürlich bekannt, über den nationalen Austragungsort. Man darf gespannt sein.
Sprecher 2: Michael, du bist in London und beschäftigst dich mit dem Thema KI im Journalismus. Meine Frage ist, sind wir Menschen im Journalismus künftig eigentlich überflüssig?
Sprecher 3: Ich glaube nicht, Helene. Also ich muss sagen, es ist erstaunlich optimistischer und konstruktiver, was wir hier bei den Medienunternehmen, aber auch bei Startups erleben, die eben KI-Anwendungen für News-Organisationen oder für Journalisten anbieten. Am Ende könnte es sein, Helene, dass der Journalismus unter den AI-Bedingungen oder KI-Bedingungen wieder zurückfindet zu seiner ursprünglichen Rolle. Rausgehen, zuhören, reden, telefonieren, mit Menschen sprechen, sich auf die ureigensten Reporteraufgaben konzentrieren und vieles, was man drumherum so eigentlich organisieren könnte, der KI überlassen.
Sprecher 2: Aha, das heißt, wir können denken und die KI macht das, was einfach nur Aufnahme von Pressekonferenzen oder ähnliches ist, nimmt uns eigentlich viel Arbeit ab. Kann man das so sagen?
Sprecher 3: Ja, also der Journalismusprofessor hier an der London School of Economics gerade eben hat uns zumindest klar gemacht, dass gerade der investigative Bereich, aber eben auch Journalismus, der sich an Zielgruppen richtet, so wie wir, an Professionals, die B2B anbieten, Fachleute, die ihre Erfahrungswerte haben. Ein Bernhard Potter, ein Markus Bickel oder ein Till Hoppe sind ja so schnell nicht zu ersetzen von einer KI, deren Erfahrungswerte, deren Netzwerke. So schnell kann das keine AI auseinandernehmen. Und wenn die sich auf die... auf ihren Job noch stärker konzentrieren und wir aber zum Beispiel mit der KI dafür sorgen, dass unsere Kunden nicht nur einen Europe Table lesen, sondern vielleicht auch noch Wasserstoff und Lieferkettengesetz und Kongo als automatisierten Newsletter am Ende der Woche bekommen aus anderen Briefings, könnte KI uns helfen, unsere Nutzer, unsere Audience viel besser zu bedienen und trotzdem den Journalisten da zu lassen, wo er sein muss, nämlich tief, deep Journalism in seiner Fachnische. Also ich bin gar nicht so unoptimistisch.
Sprecher 2: Das klingt wirklich nach einer quasi perfekten Arbeitsaufteilung zwischen der künstlichen Intelligenz und der menschlichen Intelligenz. Aber gibt es denn bei der ganzen Sache nicht auch Gefahren?
Sprecher 3: Am Ende geht es natürlich hier um Wahrhaftigkeit und Genauigkeit in unserem Beruf im Journalismus. Und die Frage ist schon, wie transparent sind wir, wenn wir die AI nutzen für unsere Produkte? Wo müssen wir es auch veröffentlichen, wenn wir sie im Hintergrund genutzt haben? Wie checken wir gegen, ob AI-Produkte oder AI-Informationen, die bei uns einfließen, ob die eigentlich auch korrekt sind? Jeder, der Chat-GPT genutzt hat, weiß, dass da manchmal durchaus auch Quatsch dann rauskommt, wenn wir da bestimmte Fragen stellen. Also am Ende ist die Glaubwürdigkeit, der Trust, wie hier in jedem Meeting erzählt wird, immer noch unser absoluter USP und damit auch unser Risikopunkt, wenn wir AI nutzen.
Sprecher 2: Ja, die Frage ist ja auch, wer die Algorithmen trainiert, beziehungsweise womit die Algorithmen trainiert werden. Da gibt es ja immer auch Gefahren. Was ist das für Material? Ist das vielleicht dann doch diskret? Terminierende Inhalt oder anderes, das transportiert wird oder gar Fake News, die aus autoritären Ländern mit reingespült werden. Mit DeepSeek zum Beispiel kann man interessante Experimente machen. Wenn man die fragt nach dem Massaker auf dem Tiananmenplatz, dann sagen die, das hat es nicht gegeben oder darauf gibt es keine Antwort. Das ist natürlich schon auch, muss man sich bewusst machen, eine große Frage, wie diese Algorithmen funktionieren. Und das, ehrlicherweise, Michael, können die meisten Journalisten natürlich nicht nachvollziehen. Also man hantiert mit einem Tool, das man am Ende nicht richtig versteht. Insofern umso besser, dass du dich darüber informierst, denn wer es benutzt, muss auch wissen, wie es funktioniert.
Sprecher 3: Ja, und wir haben keine andere Wahl. Die Technologie ist da und if you can't ignore it, you embrace it. So wird hier immer wieder gesagt und da müssen wir jetzt eben ran, die AI für uns nutzbar machen, zu überlegen, wie es gehen könnte, ist unsere Aufgabe. Wir haben ja eine Arbeitsgruppe bei Table Briefings, der ich natürlich auch Report erstatten werde, wenn ich zurückkomme. Am Ende müssen wir schauen, what's in it for us, Helene? Und wir sind ja grundsätzlich auch der Technologie und den Innovationen offen. Sonst wären wir ja nicht neugierige Journalisten.
Sprecher 2: Technologie offen an sich, ein verbranntes Wort, wenn wir an die Ampel denken, aber in diesem Fall natürlich völlig richtig. Ja, wir haben natürlich schon experimentiert, auch hier mit KI, mit durchaus unterschiedlichen Ergebnissen. Ich würde sagen, in manchen Punkten ist die Technik auch noch nicht ausgereift, aber entwickelt sich natürlich wahnsinnig schnell. Insofern, ja, mitgestalten, mitreden, mitmischen und nicht warten, bis es zu spät ist.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 5: Wir sind tatsächlich ein Land, was sehr viel ausgibt für die Krankenhausversorgung. Wir haben die höchsten Ausgaben pro Kopf für die Krankenhausversorgung in Europa. Wir sind aber bei weitem nicht die Besten. Das muss man ehrlich sagen. Weil wenn man das nicht sagt, versteht der Bürger die Reform nicht.
Sprecher 2: Die Krankenhausreform war ein großes Projekt von Karl Lauterbach. Sie sollte dafür sorgen, dass die Qualität der Behandlung wieder steigt und gleichzeitig die Krankenhäuser auch besser finanzierbar sind. Eine Quadratur des Kreises, es war schwierig, es gab Streit. Gerade aus den Ländern kam viel Kritik. Nina Warken ist bei uns die neue Gesundheitsministerin, die dieses Thema nun am Wickel hat und andere Themen, denn sie ist außerdem die neue Vorsitzende der Frauenunion und muss sich Gedanken machen am Tag des Koalitionsvertrags, ob es eigentlich okay ist, dass eine einzige Frau nur in diesem Gremium sitzt. Max Tascheit hat mit ihr über all diese schwierigen Fragen gesprochen.
Sprecher 6: Hallo Frau Wagen.
Sprecher 4: Hallo Herr Staschett.
Sprecher 6: Sie bringen heute auch Ihren ersten eigenen Gesetzentwurf durchs Kabinett. Es geht um ein Verbot von Lachgas, das nicht nur so, wie es eigentlich vorgesehen ist, im medizinischen Bereich oder in Sprühsahne, wie ich gelernt habe, verwendet wird, sondern zunehmend auch als Partydroge. Ist das wirklich das dringendste Problem, was die neue Gesundheitsministerin angehen musste?
Sprecher 4: Wir haben...
Sprecher 7: Größere Herausforderungen darüber hinaus, aber es ist ein Problem, das sich in den letzten Jahren wirklich vergrößert hat. Und für mich, ich bin ja auch Mutter von drei Jungs, ist es unerträglich, wenn ich weiß, an den 24-Stunden-Automaten kann man sich kleine Portionen Lachgas kaufen, das dann als Party-Droge benutzen. Und man weiß einfach, es kann Schäden hinterlassen bei den jungen Menschen. Und da liegt es doch auf der Hand, dass man sich der Sache annimmt, dass man dem einen Riegel vorschiebt. Und das ist mir wirklich ein großes Anliegen, das zu tun. Und deswegen bringen wir es gleich auf den Weg, bringen wir es schnell auf den Weg. Da muss man jetzt nicht unbedingt noch Zeit verrinnen lassen.
Sprecher 6: Das größte Thema von Ihrem Vorgänger Karl Lauterbach war die Krankenhausreform. Am Donnerstag treffen Sie sich mit Vertretern der Länder zu Gesprächen, wie da nachgebessert werden kann. Die Länder haben ja weitgehende Forderungen, auch von der Union. Welche Zugeständnisse für Nachbesserungen sind Sie da bereit zu machen?
Sprecher 7: Wir haben eine ganz gute Grundlage im Koalitionsvertrag. Da haben ja auch sehr viele Ländervertreter mitgearbeitet. Und da geht es jetzt einfach darum, dass wir mit dieser Reform nicht Häuser verlieren, die wichtig sind für die Versorgung in der Fläche, die aber gewisse Standards nicht oder zumindest nicht gleich erfüllen können. Gewisse Qualitätsstandards, die sie dann brauchen, um auch die Vorhaltevergütung bekommen zu können zum Beispiel. Also da geht es dann darum, dass man den Ländern noch mehr Zeit gibt, diese... Qualitätskriterien zu erfüllen, beziehungsweise dass die Länder den Häusern noch mehr Zeit geben können, Qualitätskriterien wie zum Beispiel eine gewisse Anzahl an Fachärzten pro Leistungsgruppe das zu erfüllen. Da gibt es mehr Flexibilität, um nicht dann zum Stichtag ganz zu Beginn schon die Latte zu hoch zu legen und dann Häuser zu verlieren, sondern für solche kleineren Häuser in der Fläche soll es dann einfach auch Möglichkeiten geben, von Vorgaben abzuweichen mit Ausnahmen, die dann befristet sind.
Sprecher 6: Zeit geben heißt dann, aber man schiebt das möglicherweise auf, aber gerade kleine Kliniken in ländlichen Räumen werden schließen müssen.
Sprecher 7: Es wird die Reform sicherlich insgesamt Auswirkungen haben, das soll sie auch. Wir wollen dadurch auch Qualität verbessern, Versorgung verbessern, aber auch effizienter werden im System und da wird es Auswirkungen geben und werden auch Standorte in einigen Jahren so nicht mehr existieren. Aber grundsätzlich sagen wir, es soll eine flächendeckende Versorgung noch gegeben sein und bedarfsnotwendige Krankenhäuser sollen mehr Möglichkeiten erhalten, ihren Beitrag leisten zu können, trotz der Reform und auch wenn an der einen oder anderen Stelle abgewichen werden muss.
Sprecher 6: Ein Problem, das alle gesetzlich Versicherten direkt auf dem Konto merken, sind die steigenden Krankenkassenbeiträge. Jetzt gerade zum 1. Juli haben auch mehrere Kassen ihre Beiträge wieder erhöht. Sie wollten von Lars Klingbeil einen Zuschuss von 10 Milliarden Euro für die Krankenkassen haben, haben am Ende bekommen zwei Darlehen in Höhe von 2,3 und 2,6 Milliarden Euro für 2025 und 2026. Sind Sie dazu durchsetzungsschwach gewesen?
Sprecher 7: Ich glaube, es ist ein gutes Zeichen, dass die Regierung in dieser schwierigen Zeit einen Haushalt vorgelegt hat. Und jetzt geht es darum, im parlamentarischen Verfahren auch noch mehr rauszuholen für die GKV und die Pflegeversicherung. Es reicht eben noch bei Weitem nicht. Und wenn unser gemeinsames Ziel ist, den Wirtschaftsstandort zu stärken, dann muss es auch darum gehen, Beitragssteigerungen zu vermeiden, weil steigende Beiträge sorgen dafür, dass Arbeit teurer wird. Und das würde dann dem gemeinsamen Ziel, den Standort hier zu stärken, widersprechen. Und deswegen ist es wichtig, dass im parlamentarischen Verfahren da noch was draufgelegt wird.
Sprecher 6: Man hat von der neuen Bundesregierung und von Ihnen persönlich noch keine konkreten Vorschläge gehört, wie Reformen im Versicherungswesen umgesetzt werden sollen, bis auf eine Arbeitsgruppe, die bisher noch gar nicht ihre Arbeit aufgenommen hat. Dabei gibt es ja eigentlich genug Problembeschreibungen, auch Lösungsvorschläge von verschiedenen Experten. Warum hatten Sie da nicht den Mut, Direktreformvorschläge zu machen?
Sprecher 7: Wir haben da ganz klare Vereinbarungen im Koalitionsvertrag. Wir werden nächste Woche die Bund-Länder-Arbeitsgruppe an den Start bringen zum Thema Pflege. Dort gibt es auch Eckpunkte, also einen konkreten Handlungsauftrag. Die sollen jetzt nicht im Luft... leeren Raum irgendwie diskutieren. Die sollen Ende des Jahres nach drei Arbeitssitzungen dann auch konkrete Vorschläge vorlegen. Und dann gibt es eben die Expertenkommission, die sich die gesetzliche Krankenversicherung anschaut. Die wird nach der Sommerpause ihre Arbeit beginnen, die auch ganz konkrete Arbeitsaufträge hat. Hier vielleicht eine Beitragserhöhung, dort eine Leistungskürzung vorzuschlagen. Das ist das, was wir nicht wollen, sondern wir wollen was Nachhaltiges. Und in der Zwischenzeit braucht es eben die Hilfe aus dem Haushalt. Gleichwohl bringen wir ja auch die Krankenhausreform auf den Weg. Es wird die Notfall- und Rettungsdienstreform auf den Weg gebracht werden nach der Sommerpause. Also wir arbeiten parallel an den Dingen, aber gleichzeitig lassen wir die Reformkommission auch erarbeiten, um dann wirklich gute und grundlegende Vorschläge zu haben, die dann auch langfristig was dem System bringen.
Sprecher 6: Sie haben bei Ihrer Amtseinführung Brigitte Zypris zitiert und gesagt, die Aufgabe einer Ministerin ist es, aus dem riesen Stapel an Akten, der einem jeden Tag hingelegt wird, die eine herauszuziehen, die anbrennen könnte. Und eine Akte, die Ihnen vielleicht angebrannt ist, ist der Maskenuntersuchungsbericht von Margareta Suthoff zu den Maskengeschaffungen während der Pandemie. Sie haben den Bericht dem Haushaltsausschuss zur Verfügung gestellt, allerdings mit geschwärzten Teilen. Und die Opposition hat jetzt gefragt, warum haben Sie nicht beispielsweise den Bericht über die Geheimschutzstelle des Bundestags zur Verfügung gestellt, dann wäre das ungeschwärzt möglich gewesen. Warum haben Sie das nicht gemacht?
Sprecher 7: Also erstmal glaube ich, dass der Bericht mit mir angebrannt ist, sondern dass er im Haus ja schon länger vorgelegen hat und dass es auch eine Berichtspflicht im Haushaltsausschuss gegeben hat, die auch nicht erfüllt worden ist. Ich habe mich nach Amtsantritt auch unmittelbar mit der Thematik befasst. Wir haben die Dinge ausgewertet und glaube da auch jetzt schneller was getan, als die Vorgängerregierung das getan hat. Von daher denke ich, brauchen wir uns da nichts vorwerfen zu lassen. Der Bericht enthält natürlich Teile, die so der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden können. Er ist ja auch eingestuft von der Verfasserin selbst, nicht von uns. Teile sind eben zu schwärzen. Jetzt ist er so eingestuft, dass ihn die Geheimschutzstelle nicht nimmt. Also er ist kein Fall für die Geheimschutzstelle, weil er nicht geheim eingestuft ist, sondern nur für den Dienstgebrauch, heißt da der Fachbegriff. Und deswegen war das nicht möglich. Und im Übrigen ist es ja aus meiner Sicht auch gut, wenn Sie auf die Geheimschutzstelle gehen, dann sind Sie da, geben als Abgeordneter das Handy ab, haben... Nichts sonst zu schreiben dabei. Finden dort einen Notizblock vor. Da können sich Notizen machen. Die bleiben auch in der Geheimschutzstelle. Das heißt, sie können da nicht mitarbeiten. Jetzt haben die Abgeordneten den Bericht geschwärzt in ihren Büros. Sie können da mitarbeiten, können sich selbst ein Bild machen. Und darum ging es mir auch. Wir haben ja lange überlegt, ist er für die Öffentlichkeit da? Ist er für die Abgeordneten da? Was können wir tun? Und das ist jetzt ein Weg, wo man aber doch sich... Über den Sachverhalten sehr, sehr gutes Bild machen kann. Die Abgeordneten können das jetzt im Büro tun, können die Einschätzung des Hauses dazu daneben legen und können das abgleichen. Und ich glaube, das ist ein sehr, sehr guter Weg.
Sprecher 6: Sie selbst haben den Bericht ja ungeschwärzt lesen können, sich ja auch ein Bild machen können. Hat Jens Spahn aus Ihrer Sicht während der Pandemie immer korrekt gehandelt?
Sprecher 7: Naja, das ist jetzt aus der jetzigen Sicht einfach zu urteilen, dass man da sicherlich hätte schauen können, sind die Dinge korrekt zu den Akten gegeben worden, hat man alles immer richtig dokumentiert. Es war da eine Entscheidung zu treffen in einer Zeit, für die es keine Blaupause gegeben hat. Es war damals eine Zeit, wo es schwierig war, diese Schutzausrüstung zu bekommen. All diese Dinge waren zu entscheiden, sind entschieden worden und ich glaube, viele und auch ich sind dankbar, dass es entschieden worden ist. Meine Aufgabe ist, uns als Haus gut aufzustellen, dass wir für Dinge wie Beschaffung, aber auch Pandemie-Vorsorge einfach Strukturen haben und Pläne haben. Aber klar ist auch, das BMG ist kein Logistikunternehmen, sondern ein Gesetzgebungshaus und das sollte es auch bleiben. Aber trotzdem kann man Strukturen schaffen, die dann da sind und in so einer Situation auch helfen.
Sprecher 6: Frau Wacken, Sie sind nicht nur Gesundheitsministerin, sondern auch Vorsitzende der Frauenunion. Heute Abend trifft sich jetzt der Koalitionsausschuss. Da wird mit Bärbel Baas eine Frau dabei sein, zusammen mit zehn Männern. Warum haben Sie da nicht interveniert?
Sprecher 7: Ich habe das deutlich gemacht, dass es nicht zufriedenstellend ist, dass da nur eine Frau vertreten ist. Ich bin der Meinung, dass in allen Gremien ausreichend Frauen dabei sein müssen, auch im Koalitionsausschuss. Deswegen habe ich es deutlich artikuliert, haben es auch Kolleginnen deutlich artikuliert. Und natürlich sind wir mit der Zusammensetzung so nicht zufrieden, ohne jetzt die Kolleginnen und die Kollegen zu kritisieren. Aber aus meiner Sicht müssten da mehr Frauen dabei sein.
Sprecher 6: Und das heißt, die haben, Friedrich, mir jetzt vorgeschlagen, zum Beispiel aufzustocken. Auf die Idee könnte man ja kommen, pro Partei eine Person mehr dabei zu nehmen. Dann könnten Sie oder Frau Prien oder Dorothee Bär dort mit reinrutschen.
Sprecher 7: Das wäre eine Möglichkeit, genau.
Sprecher 6: Vielen Dank, Frau Backen.
Sprecher 7: Sehr gerne.
Sprecher 2: Mick war sonst noch was.
Sprecher 3: Ich fahre hier wirklich überraschenderweise nur mit dem Fahrrad durch London, Helene. Und wir reden über eine 9-Millionen-Einwohner-Metropole. Und selten habe ich so viel Lust auf Fahrradfahren in der City gehabt. Völlig irre.
Sprecher 2: Warum? Über Fahrradwege wie in Paris an der Seine? Oder wie haben die das gemacht?
Sprecher 3: Es gibt hier Taxis, es gibt noch ein paar Lieferfahrzeuge, die natürlich die Geschäfte beliefern müssen. Und am Ende gibt es hier unfassbar viele Fahrradwege. Und alle nutzen diese elektrounterstützten Leim-Mietfahrräder und ballern hier mit ihrem Anzug von einem Financial District zum nächsten. Und wir machen das eben auch und kommen unfassbar viel schneller beim Termin an. Also ja, auch Großstädte können tatsächlich fahrradfreundlich sein. Der Berliner Bürgermeister sollte dringend mal nach London fahren.
Sprecher 2: Oder nach Paris. Gibt es denn trotzdem noch diese schönen altmodischen Taxen in London?
Sprecher 3: Ja, natürlich. Ich habe sogar gestern Abend in unserer Abschlussrunde ein Bierchen getrunken, neben einer alten roten Telefonzelle, die dort auch noch stand. Also es ist ja eine wunderbare Stadt, die zwischen Historie und Tradition, auch was die Architektur betrifft, und Modernität wunderbar laviert. Also London ist immer eine Reise wert. Allerdings sind wir bei der Hitze ohnehin ja nur in sehr tief gekühlten Konferenzräumen. Das ist aber auch in Ordnung.
Sprecher 2: Also der Bayer würde sagen Laptop und Lederhose und da fahre ich. Ich morgen hin in eine Stadt, die auch diese beiden Gegensätze kennt, nämlich nach München.
Sprecher 3: Auch eine dieser städtischen Abenteuerstädte, die man immer wieder mal im Portfolio haben sollte.
Sprecher 2: Damit bis Donnerstag. Wir freuen uns auf Sie. Tschüss.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank4Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.