Ali Chamenei im Visier von Israel
Ali Chamenei „darf nicht länger existieren“, sagt Verteidigungsminister Israel Katz. US-Präsident Trump will innerhalb von zwei Wochen entscheiden, ob ein Luftschlag gegen den Iran erfolgt. Der Iran soll Zeit bekommen, sich doch noch für einen Deal zu entscheiden.
Kann der Euro eine neue Leitwährung werden? Gunther Schnabl, Leiter des Flossbach von Storch Research Institute, hat Zweifel: „Solide Staatsfinanzen sind immer die Grundlage für die Stabilität der Währung“, sagt er im Gespräch mit Alexander Wiedmann. Die EZB-Politik sei derzeit zu locker, um langfristig Vertrauen zu schaffen.
Schnabl ist neuer Kolumnist des CEO.Table, den Sie unter diesem Link testen können: table.media/testen
Wie gestaltet sich die Mitarbeitersuche in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und Fachkräftemangel? Sibylle Reiß, Personalchefin bei TUI, setzt auf flexible Arbeitszeitmodelle, Weiterbildung und Ehrlichkeit gegenüber den Bewerbern. Der Einsatz von KI sei eine Win-Win-Situation – auch Mitarbeiter profitieren, sagt Reiß im Gespräch mit Michael Bröcker.
Table.Briefings - For better informed decisions.
Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen.
Alle Informationen zum Trade.Table:
https://table.media/aktion/tradetable
Audio-Werbung Table.Today: jan.puhlmann@table.media
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Allen ist klar, es wird etwas Großes passieren, nur keiner weiß ganz genau wann und was eigentlich. Der Iran-Konflikt scheint in die letzte Phase überzugehen, auch wenn Donald Trump dem Iran noch einmal eine Art letzte Frist gesetzt hat.
Sprecher 3: Trumps Zollpolitik stärkt den Euro und manch einer spricht schon von der neuen Leitwährung in Europa. Aber Gunther Schnabel, der Leiter des Flospa von Storch Research Institute, ist da anderer Meinung. Unser Kollege Alexander Wiedmann vom CEO-Table spricht mit ihm und stellt ihn übrigens uns auch als neuen Kolumnisten des CEO-Table vor, der morgen herauskommt.
Sprecher 2: Die Wirtschaft, sie klagt ja bekanntermaßen über vieles, aber über nicht so sehr wie den Fachkräftemangel. Es ist ein dringendes Problem und was muss die Politik eigentlich tun und was sollen die Unternehmen selber machen? Das sind Fragen an die Personalchefin von TUI, Sibylle Reis.
Sprecher 3: Sie hat auch nur 67.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Da haben wir es hier richtig leicht und einfach, liebe Helene. Aber das ist hier heute nicht das Thema, denn wir sind leider fast schon wieder am Ende dieses Sommers. Morgen ist der längste Tag. Heute ist aber erstmal Freitag, der 20. Juni.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Hier hören Sie die Stimme von Israel Katz, dem israelischen Verteidigungsminister, der den Religionsführer des Iran, Khamenei, als modernen Hitler bezeichnet hat, der nicht weiter existieren dürfe. Er hat also den Tod von Khamenei zum Ziel erklärt.
Sprecher 3: Ja, und offenbar wie bei allen israelischen Stimmen ist das ja meistens abgesprochen mit den Amerikanern. Also hat vielleicht auch Donald Trump jetzt doch den Abschuss des Religionsführers stattgegeben. Es ist jedenfalls zu erwarten, dass am Ende dieses gesamten Prozesses, Helene, doch der Regime-Change steht, obwohl er angeblich nie Ziel war.
Sprecher 2: So könnte es sein. Trump jedenfalls hat offenbar einen US-Luftschlag schon genehmigt, wenn auch noch nicht befehligt. Aber es könnte sein, dass er jetzt unmittelbar bevorsteht.
Sprecher 3: 80 Meter tief sind die letzten großen Uran-Anreichungsanlagen unter dem Boden angeblich. Das braucht bunkerbrechende Bomben, die offenbar nur amerikanische Flieger bringen können. So hört man und liest man es, keiner weiß es genau. Aber es könnte ein sehr heißes Wochenende werden.
Sprecher 2: Auch der Iran hat sich schon vorbereitet. So sollen Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region geplant sein, falls die USA sich tatsächlich einmischen würde. Dann also würde es sehr schnell zur Vergeltungsschläge kommen.
Sprecher 3: Ein Sonderflugzeug aus dem Nahen Osten ist heute auch wieder zurück auf den Weg nach... Deutschland, auch die deutsche Bundesregierung, das Auswärtige Amt, holt Leute aus der Region, die sich auf diese berühmte Elefantliste eingetragen haben. Ein Register, wo eben Menschen aus unserer Heimat sich eintragen lassen können und dann vor Konflikten und Krisen zurückkommen. Einer dieser Flüge kommt heute am Freitag an.
Sprecher 2: In den USA liegen die Nerven offenbar auch ziemlich blank. Es gab ein zweistündiges Gespräch zwischen dem US-Talkshow-Host Tucker Carlson und dem texanischen Senator Ted Cruz.
Sprecher 5: I don't know the population. At all? How many people live in Iran? 92 million. Okay. Yeah. How could you not know that? I don't sit around memorizing population tables. Well, it's kind of relevant because you're calling for the overthrow of the government. Why is it relevant whether it's 90 million or 80 million or 100 million? Why is that relevant? Well, because if you don't know anything about the country. I didn't say I don't know anything about the country. Okay, what's the ethnic mix of Iran?
Sprecher 2: Eigentlich sind beide Trump-Anhänger, aber in der Frage Israel-Iran sind sie vollkommen über Kreuz. Carlson warf Cruz vor, dass er zum Sturz des Mullah-Regimes aufrufe und dabei doch gar nichts über das Land wisse. Es ging hin und her. Am Ende haben die beiden sich nur noch angeschrien.
Sprecher 5: They are Persians and predominantly Shia. Okay, this is cute. No, it's not even, you don't know anything about Iran. So actually the country. Okay, I am not the Tucker Carlson expert on Iran. You're a senator who's calling for the overthrow of the government. You're the one who claims. And you don't know anything about the country. No, you don't know anything about the country. You're the one who claims they're not trying to murder Donald Trump. No, I'm not. You're the one who.
Sprecher 6: Saying that. Who can't figure out a saying.
Sprecher 2: Wie gefährlich das Ganze werden könnte, sieht man auch an den Aufrufen von Seiten Israels an die Iraner, die Gegend um Teheran zu verlassen. Die Israelis, so hat es ja auch Ron Proso, der Botschafter Israels, hier im Podcast gesagt, wollen möglichst wenig Zivilbevölkerung treffen. Aber eins ist sicherlich klar, die nächste Eskalationsstufe scheint unvermeidbar. Oder doch nicht? Eine letzte Hoffnung gibt es vielleicht noch. Trumps Sprecherin Carolyn Leavitt hat im Presseraum des Weißen Hauses gestern Abend diese Erklärung verlesen.
Sprecher 7: I know there has been a lot of speculation amongst all of you in the media regarding the president's decision-making and whether or not the United States will be directly involved. In light of that news, I have a message directly from the president, and I quote, Based on the fact that there's a substantial chance of negotiations that may or may not take place with Iran in the near future, I will make my decision whether or not to go within the next two weeks. That's a quote directly from the president for all of you today.
Sprecher 2: Der Präsident will also noch warten darauf, dass der Iran doch noch einlenkt und einen Deal macht. Und vielleicht ist es in diesem Fall auch wirklich mal eine echte Hoffnung von Donald Trump, dass der Iran dieses Angebot annimmt. Denn Donald Trump und insbesondere seine Wählerinnen und Wähler haben ja eigentlich gar kein Interesse, dass Amerika sich international engagiert. die Weltpolizei spielt und an Brandherden überall aktiv ist. America First heißt in diesem Zusammenhang eben auch, dass man sich um die Probleme zu Hause kümmert, das Geld für die Leute zu Hause ausgibt. Das haben wir von Tucker Carlson gerade auch so gehört. Also, das könnte auch sein Gutes haben in dieser Hinsicht für die Welt, sodass es doch nicht ganz so schlimm kommt, wie wir befürchten müssen. So viel die Hoffnung an diesem Morgen.
Sprecher 3: Seit Donald Trump die Welt mit seinen reziproken Zöllen überzieht, steigt auch der Euro wieder. Es wird also günstiger für uns, in Amerika Urlaub zu machen. Übrigens, auch das ist eine wunderbare Konsequenz dieser Trump'schen Politik. Jedenfalls freuen sich manche schon auf die neue Leitwährung, den Euro. Die EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat ja neulich schon davon gesprochen, dass dieser Euro eventuell die Nummer eins auf der Welt werden könnte. Professor Gunther Schnabel sieht das anders. Er ist der Leiter des Flossbach von Storch Research Institute, einer der größten Vermögensverwaltungen in Deutschland. Und er ist ab morgen auch unser ständiger Kolumnist im CEO-Table, immer dann, wenn es um Finanzen, Finanzmärkte und Kapital geht. Unser Kollege Alex Wiedmann hat mit ihm darüber gesprochen, warum der Euro doch nicht so stabil ist, wie ihn manche sehen.
Sprecher 8: Guten Morgen, Herr Schnabel.
Sprecher 4: Good morning.
Sprecher 8: Der Euro wurde von Gold als zweitwichtigste Reservewährung überholt. Warum kann der Euro nicht stärker von der Schwäche des... US-Dollars profitieren?
Sprecher 9: Einerseits braucht eine internationale Währung immer hochentwickelte Finanzmärkte, damit die Halter von Fremdwährungsreserven diese in diesem Finanzmarkt auch investieren können. Und der große hochentwickelte Finanzmarkt in Europa, der ist jetzt mit dem Brexit leider aus der Europäischen Union abgewandert. Der zweite Faktor ist die Stabilität. Eine internationale Währung muss immer auch stabil sein. Da gibt es dann doch durchaus Zweifel, dass der Euro auf der Aus stabil sein wird.
Sprecher 8: Die EZB wirkt aktiv für eine stärkere internationale Rolle des Euros. Ist das eigentlich überhaupt eine gute Idee oder würde eine Aufwertung den Euro nicht verteuern und unsere Exportwirtschaft belasten?
Sprecher 9: Richtig, das ist immer ein zweischneidiges Schwert. Aufwertung würde natürlich auch bedeuten, dass die Exporte des Euro-Raums im Ausland teurer werden. Andererseits geht es jetzt um das sogenannte exorbitante Privileg. Länder, die die Weltwährung emittieren, die haben zusätzliche Finanzierungsspielräume, weil die Länder an der Peripherie des Weltwährungssystems dann diese Währung halten, den Euro dann als Reservewährung halten. Das würde die Möglichkeit eröffnen, zusätzliche Staatsanleihen zu emittieren und das würde den Euro-Ländern oder auch der Europäischen Union zusätzliche Ausgabenspielräume schaffen. Das ist jetzt politisch sehr, sehr interessant.
Sprecher 8: Interessant, sagen Sie. EZB-Präsidentin Lagarde spricht sich damit ja auch indirekt für mehr europäische Staatsschulden aus. Sie will eine größere Emission von Staatsanleihen haben. Werden hier vor unseren Augen politisch gefährliche Türen geöffnet, gerade im Hinblick auf Schuldenvergemeinschaftung?
Sprecher 9: So ist es. Also aus meiner Sicht müsste die Europäische Zentralbank unabhängig sein. Also sie müsste eigentlich darauf hinwirken, dass die Staatsausgaben auf nationaler Ebene, aber auch auf Ebene der Europäischen Union zurückhaltend sind, dass die Staatsbudgets ausgeglichen sind. Solide Staatsfinanzen sind immer die Grundlage für die Stabilität der Währung, weil wenn die Staaten Druck ausüben, auf die Europäische Zentralbank Staatsanleihen zu kaufen, dann wird das früher, später auch zu Inflation und dem Vertrauensverlust in die gemeinsame Währung führen. Das ganze Thema wird jetzt auf eine europäische Ebene gebracht. Die Euro-Bonds sind eigentlich nach den europäischen Verträgen noch nicht erlaubt. Man hat aber jetzt große Ausnahmen gemacht, zum Beispiel für Next Generation EU, ein großes fiskalisches Umverteilungsprogramm. Deswegen ist es durchaus vorstellbar, dass in Zukunft Euro-Bonds zu einer wichtigen Finanzierungsquelle für die Europäische Union werden. Zum einen und zum anderen, dass vielleicht auch dauerhaft dann die europäische Zeit... Zentralbank diese Euro-Bonds kauft. Auf der Liste der ankaufsfähigen Wertpapiere der Europäischen Zentralbank stehen die EU-Anleihen schon drauf.
Sprecher 8: Jetzt hat ja auch selbst Deutschland, der ehemalige Musterschüler in der Europäischen Union, die Schulden durch das Infrastruktursonderprogramm deutlich erhöht und es gibt eine Aufweichung der Schuldenbremse. Viele Ökonomen haben das begrüßt, sogar zum Teil vorgeschlagen mit dem Argument, dass höhere Investitionen langfristig die wirtschaftliche Stärke sichern. Erfolgt da vor unseren Augen ein Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung von Staatsverschuldung?
Sprecher 9: Ja, also die Sichtweise, dass Staatsverschuldung und schuldenfinanzierte Staatsausgaben positiv für die Wirtschaft sind, die ist ja nicht neu. Das ist eine keynesianische Sichtweise, die traditionell im Süden der Währungsunion stärker war als im Norden der Währungsunion, wo man eher noch liberalen Sichtweisen angehängt ist, die davon ausgehen, dass stabile Staatsfinanzen die Grundlage für nachhaltiges Wachstum sind. Deutschland schließt sich jetzt einfach dieser Sichtweise der südlichen Euro-Staaten und Frankreichs an. Das führt aber dann auch dazu, dass jetzt aus Sicht der Europäischen Währungsunion der Schuldenstand nochmal deutlich ansteigen wird, der gemeinsame Schuldenstand der Euro-Länder. Und das könnte dann durchaus... auch die Glaubwürdigkeit des Euros erodieren. Dann würden auch die Risikoprämien auf die Staatsanleihen der Euro-Länder weiter ansteigen. Und das sehe ich dann durchaus auch als Wachstumsbremse an.
Sprecher 8: Wo sehen Sie den Euro denn in zehn Jahren? Als gestärkte internationale Währung auf Augenhöhe mit dem US-Dollar oder dem Schatten von alternativen Werten wie Krypto oder Gold?
Sprecher 9: Also man hat jetzt durchaus einen Vertrauensverlust in den Dollar beobachtet. Die Frage ist jetzt, kann der Euro davon profitieren? Und ich würde sagen, der Euro kann dann davon profitieren, wenn... Auf Dauer die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank stabilitätsorientierter sein wird, als die Geldpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika. Und das zeichnet sich für mich jetzt nicht ab. Wir beobachten bereits in den letzten Monaten, dass die Geldpolitik der Federal Reserve Bank deutlich restriktiver ist als die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die Europäische Zentralbank hat jetzt doch in den letzten Monaten sehr stark und immer wieder die Zinsen gesenkt. Und das deutet aus meiner Sicht schon auf eine gewisse Euro-Schwäche hin. Wir haben strukturelle Probleme im Euro-Raum und wir haben sehr heterogenen Währungsraum, der eigentlich dadurch zusammengehalten werden muss, dass die Europäische Zentralbank auf Dauer ihre Bilanz ausweitet. Und damit zeichnet sich aus meiner Sicht durchaus eine Situation ab, dass sowohl in den Vereinigten Staaten von Amerika als auch in der Europäischen Union das Problem der Staatsverschuldung nicht unter Kontrolle ist. Die Zentralbanken deshalb auf Dauer unter Druck stehen werden, Staatsanleihen zu kaufen. Und das spricht dann eigentlich für sichere, wertstabile Anlageformen wie das Gold, das jetzt im Bericht der Europäischen Zentralbank auch dezidiert genannt und angeführt wird, oder auch für den Bitcoin.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Die große Arbeiterlosigkeit, so heißt ein Buch vom Stepstone-CEO Sebastian Detmers. Und er beschreibt das, womit viele Unternehmen zu kämpfen haben, der Fachkräftemangel. Es fehlt schlicht an Arbeitsplätzen und zwar nicht nur Facharbeitern, sondern schlicht Arbeiter. Das kann zum Teil mit künstlicher Intelligenz ausgeglichen werden, aber vieles eben dann doch nicht. Michael Bröker hat die TUI-Personalchefin Sibylle Reis am Rande einer Veranstaltung getroffen und wollte von ihr wissen, was so ein riesiger Konzern wie TUI anders macht als die Konkurrenz, um die Mitarbeiter zu begeistern. Denn auch wir bei Table wollen davon lernen.
Sprecher 3: Einen schönen guten Tag, Frau Reis.
Sprecher 10: Schönen guten Tag, Herr Brücker.
Sprecher 3: Sie sind Chefin von 68.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Haben Sie eigentlich auch ein Fachkräfteproblem?
Sprecher 10: Tatsächlich ist es auch nicht mehr so einfach wie früher, ausreichend Fachkräfte zu finden. Allerdings muss ich sagen, es ist wesentlich einfacher, wenn man die richtigen Dinge tut, Mitarbeitende für uns zu begeistern.
Sprecher 3: Was sind denn die Hauptkriterien, mit denen Sie werben? Und andersherum, was sind die Wünsche eigentlich von Bewerberinnen und Bewerbern? Sind die alle so faul und antriebslos, wie es immer heißt, die jungen Leute?
Sprecher 10: Also erstmal werben wir mit der Wahrheit. Das ist mir ganz wichtig. Wir lassen unsere Mitarbeitenden selber zu Wort kommen, wenn es darum geht, Empire Branding zu betreiben. Sie sprechen darüber, was gut läuft und Sie sprechen auch darüber, was nicht gut läuft. Und das ist ganz authentisch und damit wichtig.
Sprecher 3: Ach, dann sagen Sie mir mal, was gar nicht gut läuft. Sie würden mir als Bewerber bei Ihnen sagen, ich will von Ihnen die drei wirklich blödesten Dinge wissen, die ich bei der TUI machen muss. Würden Sie ehrlich antworten?
Sprecher 10: Wenn ich Ihre Bewerbung gesehen habe, tatsächlich haben wir auf dem Tisch, hätten wir so ein Gespräch. Tatsächlich, das würden wir machen. Aber tatsächlich ist es einfacher mittlerweile, Bewerbende zu finden, weil wir wissen genau, was Bewerbende von ihrem zukünftigen Arbeitgeber wollen oder warum sie auch beim anderen alten Arbeitgeber weggegangen sind. Und das ist das Thema Flexibilität, das ist auch zum Teil unsere Währung. In vielen Bereichen, wo wir Flexibilität geben können und Vertrauen geben, machen wir das. Wir haben keinen Anlass zu glauben, dass unsere Flexibilität von Bewerbenden und von Mitarbeitenden ausgenutzt wird.
Sprecher 3: Wirklich? Ich kann bei Ihnen alle Arbeitszeitmodelle bekommen?
Sprecher 10: Sie haben 99 Arbeitszeitmodelle bei uns.
Sprecher 3: Gibt es das Ein-Tag-Arbeit-pro-Woche-Modell auch?
Sprecher 10: Das gibt es tatsächlich auch in der Fliegerei. Das gibt es. Aber bei einem Tag Bezahlung. Das muss man vielleicht auch dazu verstehen. Wenn das noch für Sie attraktiv ist, dann sehr gerne. Es ist das Thema Flexibilität und das ist die Weiterbildung. Das heißt, das Invest, was wir natürlich als Unternehmen auch anbieten, wo die Verantwortung bei Mitarbeitenden liegt, das auch anzunehmen, aber tatsächlich für einen Job zur Firma zu kommen, aber dort Optionen zu sehen, sich weiterzuentwickeln, zu lernen. Das hält Menschen, das zieht Menschen an und das hält Menschen. Und wenn man die beiden Dinge richtig macht, das wissen wir, dann hat man eine gute Chance, bei einer Fluktuation, die wir aufgrund unserer Saisonalität besonders machen, diese Mitarbeitenden in der nächsten Saison auch wieder für sich zu gewinnen.
Sprecher 3: Wie viele suchen Sie aktuell in Deutschland?
Sprecher 10: Wir haben aktuell 150 Vakanten, die wir zu gewirzen haben.
Sprecher 3: Und das ist... Das ist vom Cockpit bis hin zum Gästebetreuer in Ihrem TUI-Hotel.
Sprecher 10: Das geht tatsächlich über Verwaltungspositionen, da insbesondere digitale Rollen. Das geht aber auch über den Vertrieb im Reisebüro eine Vakanz zu haben. Und tatsächlich ist über das fliegende Personal im Cockpit und in der Kabine.
Sprecher 3: Wie setzen Sie, und das ist ja das Thema eigentlich unseres Gesprächs, was mich interessieren würde, in einem so großen, personalintensiven Unternehmen AI für Sie ein? Einerseits, um es Ihren Mitarbeitern zu erleichtern, aber vielleicht andererseits auch, wenn Sie ehrlich sind, um die Rendite und die Produktivität nach oben zu treiben.
Sprecher 10: Tatsächlich, das ist eine Win-Win-Situation, wenn man das mal so zusammen addiert. Tatsächlich nutzen wir künstliche Intelligenz überall da, wo es repetitive Tätigkeiten, transaktionale Prozesse effizienter macht. Da haben wir klare Leitplanken, ethische Leitplanken, aber auch, welche Entscheidungen letztendlich der Mensch trifft, nämlich jede Entscheidung, die mit KI vorbereitet wurde. Aber wir engagieren unsere Mitarbeitenden und ermutigen sie, künstliche Intelligenz tatsächlich zu nutzen in all ihren Tagesabläufen.
Sprecher 3: Nehmen Sie mal zwei, drei Beispiele.
Sprecher 10: Tatsächlich haben wir im Kundenservice sehr, sehr viele Anfragen, gerade so nach dem Sommer. 40 Prozent davon werden tatsächlich mit dem Chatbot schon beantwortet. Das erlaubt unseren Mitarbeitenden in den Kontakt zu kommen.
Sprecher 3: Wenn Sie ehrlich Kunden beschweren, werden beim Chatbot beantwortet.
Sprecher 10: Ehrlicherweise mehr Kunden anfragen. Kundenbeschwerden sind bei dem hochwertigen Produkt, was wir haben, schon so komplex, das machen letztendlich die Mitarbeitenden. Aber Kundenanfragen, die werden tatsächlich 40 Prozent schon von künstlicher Intelligenz mit beantwortet. Und wir haben sogar... Mitarbeitende auch in den nordischen Ländern. Wo im Kundenservice bei einer Anfrage gefragt wird, spreche ich eigentlich mit dem Chatbot und wenn nicht, kann ich bitte weitergestellt werden. Weil man einfach weiß, der ungeduldige Kunde, der eine Frage hat, nicht eine Beschwerde, der hat mehr Zeit, aber eine Kundenanfrage hat, dem soll schnell geholfen werden, komplikationslos. Und dafür steht mitunter künstliche Intelligenz, dass das so schnell geht. Der Ungeduld des Kunden sozusagen so gut zu Passe kommt, dass das auch gewünscht wird.
Sprecher 3: Also es ist so etwas wie eine Vorsortierung einer Anfrage, weil die Reisenden wollen ja wahrscheinlich immer individueller, immer mehr Wünsche. Und man sortiert per AI vor, sodass am Ende nur noch ein Kundengespräch steht, wenn es dringend notwendig ist.
Sprecher 10: Wenn ein Flieger verspätet ist, das können wir relativ schnell für 198 fliegende Gäste. Gleichermaßen behandeln. Da muss nicht jeder dafür anrufen oder eine E-Mail schreiben. Das kann tatsächlich automatisch erfolgen und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.
Sprecher 3: Aber ist Automatismus und AI bei Ihnen in der Belegschaft ein Angstthema oder ist das einmal, dass man positiv wenden kann?
Sprecher 10: Also erstmal ist es ein Thema, was von jedem genutzt werden kann. Wir sagen, wir informieren, wir befähigen und wir begeistern. Und es ist letztendlich auch ohne technologisches Verständnis absolut machbar. Und so soll es ja auch tatsächlich sein. Wir haben Menschen, die sind dem total offen gegenüber. Da sind diejenigen, die gerne einfach Arbeit auch gerne delegieren, auch gerne an die künstliche Intelligenz, die gerne auch an ihrer Arbeit tiefer eintauchen und was sie davon abhält, wegbringen. Oder die einfach sagen, ich entlaste mich um all das, was ich nicht gerne mache. All dreien werden wir gerecht. Es gibt aber auch Menschen, die sagen, ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich damit nicht sogar vielleicht meinen eigenen Arbeitsplatz... als Gefährde, wenn ich es so weit automatisiere, dass es mich selber gar nicht mehr braucht.
Sprecher 3: Wo nutzen Sie persönlich? Ein paar E-Modelle bei Ihrer Arbeit, im Forscher.
Sprecher 10: Ich benutze das ganz viel, wenn es letztendlich um Datenanalyse geht, die ich auf x Ressourcen finden könnte und dafür keine Geduld aufbringen, keine Zeit aufbringen will. Weil ich bin so jemand, der auch gerne... Meine Arbeit zum einen delegiert und zum anderen mich ablenken lasse. Und von daher nutze ich dafür künstliche Intelligenz. Also ganz viel Datenanalyse, um Entscheidungen zu treffen. Wo ich mir relativ schnell künstliche Intelligenz, ich arbeite viel mit Co-Pilots zusammen, ich mache es mir da relativ einfach. Ich weiß aber auch, dass meine Verantwortung immer noch diejenige bleibt, einer Vorstellenden darauf die Entscheidung zu treffen als ziviler Realsmensch.
Sprecher 3: Aber Sie müssten ja wahrscheinlich auch Personalmanagement vorempfinden. Also wo brauche ich künftig, in welchen Bereichen, kann da KI schon helfen?
Sprecher 10: Also erstmal hatte ich ja gerade gesagt, es muss kein technologieaffiner Mensch letztendlich sein, um KI nutzen zu können. Aber was man natürlich vordenken muss, und das ist die Kombination, wo es absolut Sinn macht, den Technologieexperten, wir haben das in einem sogenannten AI-Lab mit dem Business zusammenzubringen, um zu sagen, wo haben wir heute Dysenergien oder wo haben wir Effizienzen, die wir gerne heben wollen und welche Technologie. Und wie kann man das miteinander verheiraten, damit wir wirklich nur New Use Cases haben, die... Mitunter sich gut anhören, sondern die auch wirklich einen Produktivitätsnutzen kriegen. Und da relativ breit auch einfach schauen können. Dafür haben wir sogenannte Ambassadoren, die sagen, ich bin hier im Kundenservice, wir nutzen es auch für die Flugplanung. Wir haben ganz viele unterschiedliche Bereiche und die versuchen wir zu verbinden aus Business. Und aus IT.
Sprecher 3: Wie sieht der ideale TUI-Bewerber aus? Egal, ich weiß, Sie haben unterschiedliche Funktionen, aber gibt es etwas, wo Sie sagen, wie zum Beispiel Technologie-Neugier?
Sprecher 10: Eine generelle Offenheit ob der Entwicklung, und da müssen wir als Vorstände auch tatsächlich vordenken, zu sagen, welche technologischen Entwicklungen gibt es und wie sind für die TUI diese anwendbar. Da muss man tatsächlich eine Offenheit haben, da muss man aber auch ein Vertrauen haben, dass die Mitarbeiter das in dem Sinne auch für sich so einsetzen, ohne dass wir darüber mitunter detaillierte Kenntnis haben. Also von daher nutzen wir das relativ breit. Meine Anforderungen an alle Mitarbeitenden, die bei der TUI gerne anfangen wollen, ist natürlich einmal die Passion, die Leidenschaft auch für das Produkt mitzuteilen, aber vielmehr dieses Adaptierungsvermögen, sich flexibel darauf einzustellen, bestimmte Resilienz, weil wir sind letztendlich eine sehr anfällige Branche. Ob nun das östliche, das westliche Mittelmeer politisch, geopolitisch letztendlich beeinflusst wird, wir müssen da relativ flexibel darauf reagieren. Das heißt, derjenige, der bei der TUI wirklich gerne und gut Karriere machen möchte, muss adaptieren, schnell anpassen, lernen, offen sein, Neugier zeigen. Das ist es tatsächlich. Es klingt immer relativ soft, ich finde das sind aber sehr harte Skills, die es braucht.
Sprecher 11: Und dann kann man sogar ein bisschen den Vorstand schaffen.
Sprecher 10: Dann kann man es ein bisschen in den Vorstand schaffen.
Sprecher 11: Vielen Dank, Frau Reis.
Sprecher 10: Sehr gerne.
Sprecher 3: Elin, da war noch was.
Sprecher 2: Michael, ich wollte dir sagen, es ist nie zu spät. Auch nicht zum Kinderkriegen. Der Zoo von Miami freut sich über Nachwuchs und rate, wie alt der Vater ist von der Galapagos-Schildkröte, die dort gerade... Licht der Welt erblickt hat.
Sprecher 12: Wahrscheinlich über 60.
Sprecher 2: Jedenfalls deutlich älter als du. Und auch über 60. 135 Jahre alt. Die Mutter war gerade mal schmale 80.
Sprecher 12: Respekt.
Sprecher 2: Was die Schildkröten so drauf haben.
Sprecher 12: Berühmte Rentner, würde ich sagen.
Sprecher 2: Was die Schildkröten im Alter drauf haben, sollte uns immer wieder zu neuen Taten animieren.
Sprecher 12: Ja, Michael ist leicht verlegen.
Sprecher 2: Michael, gehen wir doch mit den schönen Gedanken an den Kreislauf des Lebens in dieses Sommerwochenende.
Sprecher 12: Tschüss, bis Montag, 5 Uhr Table Today.
Sprecher 1: I'm flying
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.