Wie weit geht Israel, Herr Botschafter?
Das Ultimatum von Donald Trump an den Iran läuft ab. Die Rolle der USA ist nach wie vor unklar.
Ron Prosor, Israels Botschafter in Deutschland, erklärt im Interview mit Michael Bröcker die Strategie. Es gehe darum, nukleare Bedrohungen zu beseitigen – nicht ein Regime zu stürzen: „Wir haben klar gesagt, dass das nicht das Ziel ist.“
Die Operationen richteten sich gezielt gegen jene, die Israels Auslöschung betrieben: „All diejenigen, die uns umbringen wollen, auslöschen wollen, aussortieren wollen, müssen lernen, wir nehmen es nicht hin.“
Auch die völkerrechtliche Bewertung bleibt umstritten – Artikel 51 der UN-Charta verlangt einen konkreten Angriff. Prosor betont, ein Waffenstillstand in Gaza sei möglich, sobald die Geiseln frei seien. Die Hamas jedoch missbrauche die Bevölkerung als Schutzschild: „Wir müssen die militärische Infrastruktur beseitigen“, so der Botschafter.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Eskaliert die Lage im Iran weiter oder gibt es im letzten Moment doch noch eine Einigung? Heute läuft das sehr kurze Ultimatum von Donald Trump ab. Ein überraschender, noch nie dagewesener Angriff der Israelis soll kommen. So heißt es in israelischen Regierungskreisen. Ob und wie die USA dabei helfen, das hat Trump offen gelassen.
Sprecher 3: Während Donald Trump, aber auch Kanzler Merz fest an der Seite Israels stehen, Stichwort Drecksarbeit, wird im Rest der Welt die Kritik an der Politik Netanyahus immer lauter. Wir sprechen mit dem Mann, der diese Regierung hier in Deutschland vertreten muss. Israels Botschafter in Berlin, Ron Proso, ist gestern bei uns gewesen und hat umfassend Auskunft gegeben.
Sprecher 2: Und wir beleuchten die völkerrechtliche Frage natürlich, ob die Angriffe Israels gegen den Iran, so wie Friedrich Merz sagt, vom Selbstverteidigungsrecht gedeckt sind oder nicht. Es ist ein konfliktreicher Tag auf der Welt. Auch hier bei uns ist die Lage angespannt. Wir im Podcaststudio wollen aber ruhig bleiben an diesem Donnerstag, den 19. Juni. Schön, dass Sie dabei sind.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 3: Die Zeichen im Nahen Osten stehen weiter auf Eskalation. Minütlich wird mit einem Angriff der Israelis, einem neuen Angriff, gerechnet, vielleicht mit Unterstützung der Amerikaner. In einer verlesenen Ansprache von Ali Khamenei, dem Religionsführer, hieß es gestern im Iran, das iranische Volk sei entschlossen und werde sowohl gegen einen auferzwungenen Krieg als auch gegen einen auferzwungenen Frieden Widerstand leisten. Es klingt ein wenig wie Verzweiflung, oder?
Sprecher 2: Ja, Michael, diese Frage stellt sich tatsächlich, weil ja Ali Khamenei auch nicht zu sehen und zu hören war. Es gibt Spekulationen, dass er vielleicht tatsächlich Angst hat. Denn das, was Donald Trump angedroht hat, ist nichts weniger als ein Regime-Change von außen, wenn nicht der Iran selbst das Mullah-Regime kapituliert.
Sprecher 3: Donald Trump hat jedenfalls den Iran aufgefordert, bedingungslos zu kapitulieren, was passieren würde, wenn der Iran sich weigert. Bleibt bisweilen unklar, aber gestern, als Reporter ihn gefragt haben, hat Donald Trump dies hier gesagt.
Sprecher 2: Ja, so kennen wir Donald Trump. Nobody knows what I'm going to do. So ist es. Man weiß es bei ihm nie so ganz genau. In diesem Fall, wenn man den Iran als Gegner hat, ist es vielleicht wirklich strategische Ambiguität und nicht nur irrationales Hin und Her, was wir ja Trump sonst unterstellen. Der Iran muss sich auf alles gefasst machen. Das ist die klare Botschaft von Donald Trump.
Sprecher 3: Es gibt zwei Indizes, auf die die Sicherheitsexperten und die Journalisten gerade weltweit schauen. Der eine ist natürlich die Bewegungen der Flugzeuge und Kriegsschiffe, die gerade in die Region verlegt werden, rund um den Iran. Aber ein interessanter Index ist der Pizza-Index am Pentagon. Nämlich, wenn die Bestellungen bei Pizzalieferanten rund um das Pentagon dramatisch nach oben gehen, dann kann das bedeuten, dass die Menschen sich, die dort arbeiten, auf Nachtsitzungen und Krisensitzungen einstellen und es deswegen zu einem Anschlag kommt. Ja, ich weiß, weit hergeholt, aber in den USA wird sich sowas angeschaut.
Sprecher 2: Interessant auch die Stellungnahme von Ali Barreini, das ist der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, der auf Donald Trump reagiert, dass man eine amerikanische Einmischung nicht dulden werde.
Sprecher 5: Die Bemerkungen von Donald Trump sind völlig unwarrantiert, sehr hostile. Es gibt eine Linie, die, wenn sie überschreitet, eine Reaktion auf unserer Seite gibt. Und wenn die rote Linie überschreitet, kommt die Reaktion.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 3: Ja, in Deutschland tobt derweil die Debatte, wie man diesen Anschlag der Israelis auf den Iran, wie man das eigentlich finden soll. Die einen sagen militärisch exzellente Operation. Friedrich Merz sagt sogar, das, was wahrscheinlich an vielen Stammtischen und Kantinen genauso empfunden wird, die erledigen die Drecksarbeit für uns im Westen, denn der Iran ist zweifellos ein Schurkenstaat. Aber ob das völkerrechtlich auch alles so in Ordnung ist, weiß ich nicht. Helene, was sagst du?
Sprecher 2: Ja, man muss zwei Ebenen unterscheiden. Das eine ist die politische Ebene. Und da argumentiert Friedrich Merz ja durchaus plausibel, dass es für diese militärische Leistung der Israelis, dass man das gegen das Mullah-Regime politisch unterstützen kann. Das andere ist das Völkerrecht. Und da wird es tatsächlich kompliziert, denn nach dem völkerrechtlichen Selbstverteidigungsrecht, wer es genau wissen will, Artikel 51 der UN-Charta, das setzt eben einen gegenwärtigen Angriff gegen Israel voraus. So, und jetzt muss man sich fragen, was macht der Iran? Ja, Verwünschungen gegen den Westen, Staatsräsonauslöschung Israel, die Installation von Proxys, die dasselbe Ziel haben. Aber da nach allgemeiner völkerrechtlicher Einschätzung reicht das eben noch nicht aus, weil der Angriff eben noch nicht unmittelbar bevorsteht. Jedenfalls können wir da nicht sicher sein.
Sprecher 3: Ist es nicht eine existenzielle Bedrohung für Israel, egal wenn sie fertig werden würde, die Iranis eine Atombombe anreichern wollen, mit denen sie offensichtlich ja wahrscheinlich dann auch Israel auslöschen wollen?
Sprecher 2: Ja. Wichtiger Punkt mit der Atombombe ist die Beurteilung tatsächlich etwas anders. Denn da kann man ja nun wirklich nicht verlangen, dass die Israelis warten, bis diese Bombe fertig ist und dann kurz bevor sie gezündet wird, dürfen sie sich erst dagegen wehren. Da ist die völkerrechtliche Einschätzung, wenn es wirklich konkrete Hinweise gibt, dass die Bombe gebaut wird und es konkrete Androhungen gibt, dass sie auch eingesetzt wird, dann darf man sich selbst verteidigen. Und da ist es ein bisschen schwierig, weil die IAEA, also die Internationale Atombehörde, eben nicht so ganz sicher ist, was diesen Bau der Atombombe angeht. Nur um es der Vollständigkeit halber zu sagen, wir erinnern uns an die Debatte um die Preemptive Strikes in Amerika, Stichwort Irak. Es gibt auch Völkerrechtler, die das Ganze weiterfassen und die sagen, nein, ein Staat muss sich auch präemptiv in einer allgemeinen Bedrohungslage schon wehren dürfen. Aber ja, wie im Recht alles, Michael, es ist hochgradig umstritten. So viel zur juristischen Theorie, wo das Verhalten von Israel zumindest mal auf Tönen in den Füßen steht. Aber, und das ist auch nichts Neues, die Israelis sind in ihrer Bedrohungslage, interessieren sich für diese Fragen derzeit weniger, sondern agieren sehr praktisch.
Sprecher 3: Ja, ich glaube auch nicht, dass dieses juristische Seminar jetzt gerade die israelische Staatskanzler erreicht hat. Aber es ist ja wichtig zu wissen, was man darf und was nicht. Aber die Israelis sehen das komplett anders. Und einer, der das hier in Deutschland vertreten muss, und er macht das mit Werf und mit Leidenschaft und stellt sich immer wieder den Debatten, ist Ron Proso, der... Botschafter Israels hier in Deutschland. Er hat gestern spontan unsere Einladung eingenommen, dass wir gerne mit ihm diese kritischen Fragen alle mal erörtern würden. Er ist direkt zu uns gekommen, hat sich uns gestellt, 20 Minuten im Podcaststudio, legen wir los. Einen schönen guten Tag, Herr Botschafter Proso. Vielen Dank, dass Sie heute bei uns sind.
Sprecher 6: Ich freue mich, hier zu sein.
Sprecher 3: Es sind bewegte Zeiten und ich würde gerne mal ganz oben anfangen. Israel hat gerade einen Mehrfrontenkrieg, Hisbollah, Hamas, jetzt den Iran. Gibt es eigentlich dahinter eine große Strategie?
Sprecher 6: Ja, die Strategie ist ziemlich klar. All diejenigen, die uns umbringen wollen, auslöschen wollen, aussortieren wollen, müssen lernen, wir nehmen es nicht hin. Eineinhalb Jahre nach dem 7. Oktober, wie sieht es in unserer strategischen Nachbarschaft aus? Zum ersten Mal in Lebanon gibt es eine Regierung ohne Hezbollah. Assad ist nicht mehr da und jetzt die Iraner hoffentlich ohne nukleare Anlagen und ballistische Raketen, die in Iran produziert werden und nach Russland geschickt werden. Und dann treffen sie sie in Kiew. Wir können ruhig sagen, dass nach eineinhalb Jahren diejenigen, die mit einem Massaker angefangen haben, Und sonst wirklich auszulöschen, lernen, dass das nicht mehr der Fall sein wird.
Sprecher 3: Herr Botschafter, man kann das so sehen, wie Sie es sehen. Sie haben Feinde eliminiert. Auf der anderen Seite hat man das Gefühl, nach anderthalb Jahren haben Sie es. Sie haben kaum noch Freunde auf der Welt. Selbst die Amerikaner kritisieren Sie, der Bundeskanzler Merz kritisiert Sie. Wo sind Ihre Verbündeten für Ihr Vorgehen?
Sprecher 6: Erstmals, ich habe Bundeskanzler Merz gehört, ziemlich klare Kante. Und ich zitiere fast, und das ist Führungskraft, Die Israelis mit Iran, mit den Mullahs und den Ayatollahs, eigentlich machen die Dreckarbeit für Europa, für die Welt. Das heißt, wir haben gar nichts mit dem iranischen Volk zu tun. Im Gegenteil. Also wir versuchen alles zu tun, damit die Mullahs und die Ayatollahs mit nuklearen Waffen unsere Nachbarschaft nicht bedrohen und uns. Die sagen es ziemlich klar. Es gibt da ein Uhr, also in Teheran, wo sie also jetzt mal zählen, wie lange es braucht, bis wir Israel auslöschen. Und wir haben 5 vor 12. Angegriffen und haben diese Uhr zurückgeschaltet.
Sprecher 3: Hunderte Tote im Iran, das sind ja nicht alles Mitglieder der Revolutionsgarten.
Sprecher 6: Wie Sie sehen können, sind wir ziemlich präzise in der Ziele, also militärische Ziele, Leute, die wirklich Tag und Nacht daran gearbeitet haben, uns zu verhindern. auszuordieren, auch Raketen, ballistische Raketen, Fabriken, Drohnenfabriken. Mein Gott, denken Sie mal nach, Iran, sie haben doch Gas, sie haben Öl, sie haben... Sonne, alles da, aber keine Energie. Ein normaler Mensch muss sich also fragen, mit so viel Sonne, Gas und Öl braucht eine nukleare Waffe für was? Eine Sache, klar.
Sprecher 3: Amerikanische Geheimdienstquellen haben jetzt zumindest veröffentlichen lassen, dass... Der Iran nicht so nah an dem Atomwaffenprogramm war, wie es manchmal in Israel gesagt wurde?
Sprecher 6: Also in dieser Hinsicht haben wir manchmal mit unseren besten Freunden, die Amerikaner, eigentlich, wir sehen Dinge anders. Ich glaube, dass wir auch jetzt zeigen können, wie präzise wir und wie gut unsere Information ist. Geben Sie uns mindestens den Kredit, dass wir unsere Nachbarschaft nicht schlechter kennen, verstehen und wissen als andere.
Sprecher 3: Donald Trump sagt, wir erwarten eine bedingungslose Kapitulation. Zugleich erleben wir den Religionsführer und die Aussagen aus dem Iran, dass man bis aufs Blut Israel weiter bekämpfen werde. Wie endet das?
Sprecher 6: Ich glaube, dass alle lernen müssen, dass Eindämmung nicht funktioniert. Das heißt, diese Diktatoren müssen wissen, dass jemand gegen diese, was sie tun wollen, also stehen muss. Die Eindämmung, die wir Israelis gedacht haben, Eindämmung gegenüber Hamas, gegenüber Hezbollah, sie hier in Europa, Eindämmung gegenüber Hamas, Russland und Putin. Oder ein Demo gegen Kim Jong-un in Nordkorea. Oder ein Demo gegen die Mullahs und die Ayatollahs. Wander durch Handel mit China. Das funktioniert nicht. Bei uns haben wir einen hohen Preis dafür bezahlt, dass wir diese Ideologie verharmlost haben. Nie wieder. Wir werden nicht warten, damit man uns jetzt mit nuklearen Waffen beschießt. Und dann kann man hervorragende Seminare machen, warum die Israelis und die Juden recht hatten. Aber leider ist niemand da, in dieser Konferenz als Israeli teilzunehmen, weil wir nicht mehr da sind.
Sprecher 3: Ist es am Ende auch das Ziel, einen Regime-Change herbeizubomben?
Sprecher 6: Das haben wir klar gesagt, dass das nicht das Ziel ist. Also Ziel ist gegen die Atomanlagen, die Bereicherung, das heißt die ballistische Raketen und die Produktionskraft, damit unsere Zuhörer verstehen. Sie wollen produzieren, also 300 ballistische Raketen pro Monat. Das heißt 3600, sie haben gesehen, was für einen Schaden das macht mit nuklearen Waffen drin. Das ist klar, das ist unser Ziel. Wenn, was jetzt gemacht wird in Iran, auch dieses Regime nicht mehr bleibt, ich glaube, dass viele zufrieden sein können. Nicht nur Israel, sondern auch die Saudis, die Emiraten, die übrigens auch Hinter den Kulissen wahrscheinlich die Champagnerflaschen öffnen.
Sprecher 3: Werden die Amerikaner noch militärisch eingreifen und helfen, zum Beispiel mit bunkerbrechenden Raketen?
Sprecher 6: Das weiß ich nicht. Die Amerikaner sollen machen, was sie für ihre nationalen Interessen sehen. Genau wie wir Israelis, also es nicht so gerne haben, wer andere unsere nationalen Interessen versuchen zu definieren. Zum Beispiel, ich kann mich daran erinnern, dass es eine Außenministerin gab, die eigentlich uns gesagt hat, dass wenn wir jetzt Nasrallah außer Betrieb setzen, ist es gegen israelische nationale Interessen. Ich habe damals gesagt, wir entscheiden, was unsere nationalen Interessen und was für uns unsere Sicherheit richtig ist.
Sprecher 3: Das Völkerrecht haben Sie bei diesem Anschlag jetzt aber beiseite gelassen.
Sprecher 6: Wir lassen niemals das Völkerrecht beiseite, aber unter diesem Bereich müssen wir. Als Staat, die so bedroht ist. Und leider sind es keine Worte. Wir haben gesehen, dass diejenigen, die schreiben und sagen, man muss wirklich die am Wort nehmen. Wir sind an einem Punkt gelangt, wo die Fähigkeiten... Den Absichten entsprechen. Und die Absichten sind glasklar. Die Vernichtung ist es.
Sprecher 3: So groß die Unterstützung für ihr Vorgehen im Iran ist, Herr Botschafter, so groß ist inzwischen der Unmut über ihr Vorgehen im Gaza. Warum wird dort immer weiter seit Monaten mit harten militärischen Bandagen gekämpft während dieser Gaza-Konflikt, wie es neulich der ehemalige Außenminister Sigmar Gabel hier bei uns gesagt hat, längst eine Wüste ist und die Kollateralschäden, wenn man das überhaupt so sagen kann, mit tausenden toten Kindern inzwischen die Ziele doch nicht mehr rechtfertigen.
Sprecher 6: Also es kann einen Waffenschiff dann gestern geben oder auch heute, wenn die Geiseln wieder zurück nach Hause sind.
Sprecher 3: Aber rechtfertigt der Zweck alle Mittel?
Sprecher 6: Eine Minute. Es gibt diejenigen, die sagen, ja, die Geiseln sollen zurück nach Hause kommen. Die Frage ist, wie? Krieg muss zu Ende sein. Die Frage ist, wie? Das heißt, wir haben Hamas, der eigentlich die Bevölkerung in ein Würgel gefällt. Wir versuchen jetzt humanitärische Hilfe nach Gaza hineinzubringen, weil es richtig ist, weil es unser Werte ist und weil es auch für uns klar ist, dass die Bevölkerung humanitärische Hilfe braucht. Aber wenn Hamas das benutzt, missbraucht, das kommt bei der Bevölkerung nicht an. Das heißt, wir können nicht sagen, ja, wir geben auf. Nein, die Geiseln sind noch da.
Sprecher 3: Verstehe ich. Aber wo endet das, wenn ein einziger Hamas-Kämpfer Lebensmittellieferungen missbraucht? Heißt das, man kann keine mehr machen?
Sprecher 6: Ich versuche es so darzustellen. müssen Hamas' militärische Infrastruktur beseitigen. Können wir die Ideologie beseitigen? Die Antwort ist nein. Aber im Vergleich zum islamischen Staat, die Ideologie ist noch da, aber die können diese Ideologie nicht in die Tat umsetzen. Wir müssen das auch in Gaza tun. Wenn jemand über den Tag danach in Gaza mal nachdenkt, Wie kann man einen Tag danach, wenn Hamas noch da ist, Niemand wird hineinkommen, nicht die palästinensische Autorität, nicht die Saudis.
Sprecher 3: Die Kinder, die jetzt getöteten Hamas-Kämpfer.
Sprecher 6: Die militärische Infrastruktur muss beseitigt werden. Wenn wir wirklich weitermachen wollen, Das muss geklärt werden. Unsere Soldaten, Sie sehen, also tagtäglich israelische Soldaten und Offiziere in Gaza, weil sie nach eineinhalb Jahren Raketen auf uns schießen, noch Tunnel. Denken Sie mal nach. Milliarden sind da hingegangen. Und mit dieser humanitären Hilfe, die sie versuchen zu kontrollieren, also machen sie so weiter.
Sprecher 3: Aber Herr Brose, seit eineinhalb Jahren hat jetzt die große israelische Armee, die jetzt sogar den Iran schwächt, nicht geschafft, alle Hamas-Kämpfer aus dem Gaza zu holen. Warum?
Sprecher 6: Weil wir vorsichtig versuchen zu unterscheiden zwischen Hamas und Bevölkerung, weil sie die Bevölkerung als Schutzschild Und die Moscheen und Kranken, sie missbrauchen. Auch alles, auch Häuser. Alles wird da mit Bubby-Traps, ich weiß nicht was, gemacht. Wenn wir es wirklich ohne Hemmungen gemacht hätten, wäre es in einer Woche zu Ende gegangen.
Sprecher 3: Wo endet das? Also wie sieht der Gazastreifen danach überhaupt noch aus?
Sprecher 6: Also zwei Dinge. Wenn Sie mich fragen, also Tag danach muss man auch, und ich werde in einer Minute das beantworten, man muss auch den Palästinenser fragen. Sagen Sie mal. Tag danach machen sie weiter, sie wollen alles umbringen. Das heißt, wir haben also gelernt, das, was sie schreiben und sagen, das haben sie auch gemacht. Also bei denen gab es keinen Unterschied, ob jemand linksorientiert ist, rechtsorientiert, orthodox oder säkulär oder dick oder dünn. Überhaupt kein Unterschied. Übrigens, nicht nur Israelis. Aus Tansania, aus Nepal, aus Thailand. Es ist kaum zu fassen, was sie gemacht haben. Also in dieser Hinsicht muss es klar sein, was sie wollen. Wenn sie das weitermachen wollen, haben wir ein Problem.
Sprecher 3: Haben Sie eine Idee, wer danach diesen Gaza kontrollieren könnte?
Sprecher 6: Ich hoffe, dass wir, und es hängt zufälligerweise auch mit was in Iran dann stattfindet jetzt, ein arabisches Quartett, also dass die Saudis, die Emiraten, die Jordanien und Ägypten jetzt direkt mitmachen, damit man da... etwas zusammen machen kann, aber zuerst müssen die Geiseln wieder zurück nach Hause kommen. Wenn das der Fall ist, wird es ein Waffenstillstand und dann kann dieser Waffenstillstand auch erweitert werden. Wir haben es zigmal gesagt, Witkoff, wir haben Ja gesagt, Hamas hat Nein gesagt. Hamas ist verantwortlich, was in Gaza geschehen ist und was in Gaza jetzt geschieht.
Sprecher 3: Herr Butcher, da wie alt sind Sie?
Sprecher 6: Ich werde im Oktober 67 sein.
Sprecher 3: Erleben Sie noch eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten?
Sprecher 6: Weiß ich nicht, aber ich möchte Ihnen sagen, ich glaube, dass Sie es wissen, dass ich Staatssekretär war, als Sharon die Entscheidung getroffen hat, sich einseitig auf den Gazastreifen zurückzuziehen. Seine Entscheidung, aber ich habe es in die Tat umgesetzt. Habe ich daran geglaubt? Die Antwort ist ja. Habe ich also bis zum 6. Oktober geglaubt, dass es möglich ist? Die Antwort ist ja. Jetzt ist es eine Frage, wie und was wir zusammen gestalten können. Es ist klar, noch ein Terrorstaat kann man nicht errichten. Ich stelle mir jetzt die Frage, ging es wirklich all diese Jahre über die Errichtung eines palästinensischen Staates oder über das Existenzrecht eines jüdischen Staates? Und diese Frage stelle ich mir. weil ich ziemlich sicher bin, dass sie zig Gelegenheiten hatten in der Vergangenheit, ein palästinensisches Staat zu errichten, wenn sie es wirklich wollten. Aber ich glaube, es geht wirklich um das Existenzrecht eines jüdischen Staates. Und darum, wenn ich höre hier Politiker, die wie ein Papagei wiederholen, sie wollen zwei Staatenlösungen, zwei Staatenlösungen, Eine Minute. Ihr könnt mal sagen, also ein jüdisch-demokratischer Staat und ein palästinensischer demokratischer Staat, das hört sich also vernünftig. Oder zwei Staaten für zwei Völker. Versuchen Sie einen Palästinenser hierher zu bringen, damit er diesen Satz sagt. Oder einen Politiker, der nicht wie ein Papagei das sagt, sondern... Das auch als Annahme sagt, und das ist ziemlich deutlich.
Sprecher 3: Ich verstehe Ihren Punkt. Glaubt Ihr Ministerpräsident daran, dass es das mal geben kann?
Sprecher 6: Jetzt in Israel ist es nicht etwas, das man darüber heute spricht, Heute versucht man nach diesem Massaker die Bevölkerung wieder zurück in der Kibbutzim zu bringen, ohne dass die Kinder jetzt mal Raketen und Terror anschneiden oder Massaker. Süden und Norden. Also denken Sie mal nach, dieser kleine Staat Israel, Wir kämpfen schon eineinhalb Jahre. Piano. Zwei oder dreimal der Woche. Jetzt lassen wir Iraner beiseite. Schießen die Chutis auf uns. Meine Kinder, mein Sohn und meine Tochter rennen ins Schutzraum zwei oder dreimal danach. Wie stark diese Gesellschaft ist. Und in diesen Zeiten, wo es Krieg ist, in den meisten Ländern fliehen alle raus. Bei uns kommen alle zurück. Und das zeigt, wie stark wir sind und dass es für alle klar ist, dass wir eigentlich nicht die Qual der Wahl haben. Wir müssen... Unsere Existenz und unser Staat verteidigen. Sonst können wir da in dieser Region nicht überleben.
Sprecher 3: Herr Botschafter, wir sind uns der Resilienz Ihres Volkes durchaus bewusst. Das Existenzrecht und der Schutz jüdischen Lebens wird bei uns hoffentlich immer auf Verantwortung bleiben. Und trotz aller Kritik an konkreten Handeln bleiben wir Freunde Israels und Freunde des jüdischen Volkes. Vielen Dank, dass Sie heute bei uns waren.
Sprecher 6: Ich bedanke mich für die Gelegenheit. Danke. Es komme immer wieder.
Sprecher 2: Mick war sonst noch was.
Sprecher 3: Trotz dieser dramatischen Weltlage sollten wir unbedingt auch mal über die schönen Dinge des Lebens reden, die Musik. Und am Samstag hier in Berlin, da beginnt wieder einmal eines dieser wunderbaren Feste, diesmal Fête de la Musique. Sagt dir das, Marceline?
Sprecher 2: Ich habe das in den vergangenen Jahren sehr gerne gemacht. Ja, eine gute Idee für diesen Samstag. Irgendwie muss man vielleicht mal den Kopf freikriegen, wenn das denn geht.
Sprecher 3: 250 Bühnen in allen Berliner Bezirken geht es rund bis tief in die Nacht und an den nächsten Tag. Übrigens auch in Stuttgart, Saarbrücken, Hamburg, München, Frankfurt, Mannheim, Gera, überall wird dieses Fest an diesem Wochenende gefeiert. Musik macht die Welt eben doch ein bisschen besser.
Sprecher 2: Und jetzt ist die schönste Zeit des Jahres, also ein bisschen sollten wir das trotz allem auch genießen mit Musik.
Sprecher 3: Bis morgen, Table Today, Podcast Ihres Vertrauens, ab 5 Uhr. Ciao, ciao.
Sprecher 2: Tschüss.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. So, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.