Der Krisengipfel in Kanada
Dauer: 23:05

Der Krisengipfel in Kanada

Donald Trump verlässt die internationale Gemeinschaft – nicht nur im übertragenen Sinne. Noch während der ersten Gespräche beim G7-Gipfel hat Trump erklären lassen, dass er am zweiten Gipfeltag nicht mehr dabei sein werde.

Trump war schon vorher auf Gegenkurs zu den anderen Staaten der G7 gegangen. Während Europa klare Positionen zu Sanktionen und zum Krieg in der Ukraine fordert, blockiert Trump eine gemeinsame Linie.


Sven Teuber, SPD-Bildungsminister in Rheinland-Pfalz, fordert mehr Freiräume für Schüler statt Prüfungsdruck. Im Gespräch mit Thorsten Denkler spricht er über multiprofessionelle Teams, projektorientiertes Lernen und die Idee, Bildung stärker an Lebensrealitäten auszurichten. „Kinder brauchen Zeit zur Entwicklung“, sagt Teuber – und wendet sich gegen autoritäre Rückschritte im Bildungssystem.


Gernot Blümel, ehemaliger Finanzminister Österreichs, plädiert für den Einbezug rechter Parteien in politische Verantwortung – mit dem Ziel, sie dadurch zu schwächen. Im Interview mit Michael Bröcker macht er klar, was er von der „Brandmauer“ hält. „Wenn man sie ausschließt, macht man sie nur stärker“, sagt Blümel über die AfD.



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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Russland spaltet die G7 sogar in den fernen kanadischen Rockies. Während Europa fest an der Seite der Ukraine steht, würde Trump am liebsten Russland wieder zum G7-Gipfel dazuholen. Auch ein gemeinsamer Text scheitert an der Blockade der USA, als es um den Iran geht. Wir sagen Ihnen, was Sie wissen müssen.

Sprecher 3: Das Bildungssystem der Zukunft soll nicht von massenweisen Tests und maximalem Lerndruck geprägt sein. Das jedenfalls sagt Sven Theuber, der neue Bildungsminister der SPD von Rheinland-Pfalz, Nachfolger von der neuen Bundesjustizministerin Stefanie Rubik. Er diskutiert mit dem Redaktionsleiter unseres Bildungstable, Thorsten Denkler, wie Lernen in Zukunft gestaltet werden sollte.

Sprecher 2: Wenn es Deutschland gut geht, dann geht es auch Europa gut. Das sagt der ehemalige österreichische Finanzminister Gernot Blümel. Er war bei uns zu Gast im Table Today Studio und er lobt die deutsche Bundesregierung. Aber dass die AfD so ausgegrenzt wird, das hält der ÖVP-Politiker für falsch. Was sein Lösungsansatz wäre, um die AfD wieder klein zu kriegen, gleich bei uns.

Sprecher 3: Ein bisschen Streit ist also heute auch dabei an diesem Dienstag, den 17. Juni.

Sprecher 4: This is CBS News on the Hour. I'm Christopher Cruz in Washington. President Trump is returning here to Washington and leaving the G7 summit in Canada early because of the tensions in the Middle East.

Sprecher 5: I have to be back. Very important. I want to just thank our great host. Thank you. In Canada. But you probably see what I see. And I have to be back as soon as I can. We're going to have dinner with these wonderful leaders. And then I get on the plane and I have to be back early for obvious reasons. I loved it. I tell you, I loved it. And I think we got a lot done. Really a lot done. In fact, UK, we signed a big trade deal today and we're working on others. But we had just a really great relationship with everybody. And it's really nice. I wish I could stay for tomorrow, but they understand. This is big stuff.

Sprecher 4: 1975, Helene, wie alt warst du da?

Sprecher 3: I wasn't born.

Sprecher 4: You weren't born yet and I wasn't either. Also zwei Jahre bevor ich geboren wurde und übrigens Elvis Presley gestorben ist, wurde der erste Weltwirtschaftsgipfel auf G7-Niveau gegründet in Rambouillet, in dem wunderbaren französischen Örtchen Rambouillet. Es ging vor allem um Bretton Woods, um Tarife, Währungen und Wirtschaft und man da sich sehr, sehr, sehr einig. Das ist lange vorbei. Die G7 heute.

Sprecher 2: Kein Club der gemeinsamen Geister mehr.

Sprecher 3: Ja, sie waren einst ein schlagkräftiger Block, die G7, die ja vor Beginn des Angriffskriegs die G8 waren, inklusive Russland. Dann wurde Russland ausgeschlossen, denn die G7 steht nicht für Größe, sondern für Gruppe der sieben, Group of Seven. Da geht es eben nicht nur um das BIP, also um die Wirtschaftsleistung, sondern es geht um die bedeutendsten Industriestaaten, die sich auf liberal-demokratische Werte verpflichtet haben. Russland ist nicht mehr dabei, die USA ist noch dabei, aber fährt durchaus einen anderen Kurs als die Europäer.

Sprecher 2: Eigentlich müsste man daraus G5 machen, denn USA stimmt in der Iran-Politik bei der Ukraine-Frage nicht mit den anderen. Aber auch Indien ist ja zum Beispiel in der Ukraine-Frage nicht wirklich an der Seite der Europäer oder Brasilien. Also am Ende, wir gehen mit den Themen doch mal kurz durch, Helene.

Sprecher 3: Ja, für Friedrich Merz war es kein einfaches Treffen, sein erstes G7-Treffen. Und er hat es direkt mit dieser Uneinigkeit zu tun und mit wirklich wichtigen, großen Themen. Erstens das Thema Iran, also die Eskalation, die es dort gibt, viele, viele Tote, die Angst vor dem Iran, vor der Atombombe, die gebaut wird und die Frage, wie man darauf reagiert. Da sind die G7 tatsächlich gespalten.

Sprecher 2: Ein Thema, der israelische Premier Netanyahu erwägt laut verschiedenen Medienberichten die gezielte Tötung des Religionsführers Ali Khamenei. Er sagt, damit könne man diesen Konflikt für immer wohl beenden. Das will wiederum Donald Trump nicht, hat er auch schon klar gemacht. Und das Abschlusskommuniqué, was die Europäer gerne gehabt hätten, wo man klar sagt, der Iran darf kein Atomprogramm niemals mehr wieder aufnehmen, da hat Trump sich verweigert mit einer Unterschrift, also kein gemeinsames Kommuniqué zum Iran.

Sprecher 3: Ja, und da sind auch noch viele Fragen offen, zum Beispiel die Frage, wie sich Russland jetzt eigentlich dem Iran gegenüber verhält. Es gibt erste Berichte, dass Russland die Unterstützung des Iran einstellen könnte, wie das ja übrigens auch in Syrien passiert. Und das könnte natürlich wirklich ein Game Changer sein. Wenn das Mullah-Regime von Russland alleingelassen wird, dann könnte sich da tatsächlich etwas verändern in diesem Land.

Sprecher 2: Die Zahl der Unterstützer für den Iran, die ist klein geworden, aber sie haben angedroht, dass sie die Straße von Hormuz, die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman blockieren könnten. Und dann dürfte Trump sich doch wieder mehr für diesen Konflikt interessieren, weil das ist eine der wichtigsten Passagen für Öl- und Gastransporte. Das dürfte die Preise nach oben treiben. Wenn die das wirklich machen, dann dürfte auch Trump vielleicht zu größeren Maßnahmen Israels drängen.

Sprecher 3: Dahinter steht noch eine andere Meinungsverschiedenheit. Die Amerikaner können sich durchaus vorstellen, dass Wladimir Putin... Eine Vermittlerrolle in diesem Konflikt einnimmt. Das ist natürlich für die Europäer überhaupt nicht vorstellbar, schon vor dem Hintergrund des zweiten Themas, über das wir sprechen müssen, nämlich der Krieg in der Ukraine.

Sprecher 2: Ja, dass Russland der... Aggressor in diesem Fall ist. Eine wirkliche Banalität, eine Selbstverständlichkeit. Selbst das will der amerikanische Präsident offenbar nicht einfach so unterschreiben. Auch die Sanktionen, die jetzt inzwischen 80 bis 90 amerikanische Kongressmitglieder unterschreiben wollen, trägt Donald Trump nicht mit. Die EU muss jetzt ihr Sanktionspaket alleine beschließen.

Sprecher 3: Ja, und das fällt der EU ja auch zunehmend schwer, überhaupt noch Hebel zu finden, wie man Russland durch Sanktionen in die Enge treiben kann. Und die Frage, was das überhaupt alles bewirkt, das müssen wir uns bei Gelegenheit nochmal genauer anschauen mit unseren Kollegen vom Security Table. Aber was man aber festhalten muss, und das ist schon frappierend, ist, dass das Völkerrecht in dieser Frage vollkommen glasklar ist und die Amerikaner jetzt auch auf offener Bühne einfach vom internationalen Recht nichts mehr wissen wollen, noch nicht mal mehr Russland für diesen klar völkerrechtswidrigen Angriffskrieg verurteilen wollen. Und schwierig ist auch der Zollstreit, der ja am Ende alle schwächt, alle etwas kostet. Aber auch hier keine gemeinsame Position erkennbar. Nicht alle ziehen an einem Strang. Großbritannien macht nun ein eigenes Abkommen mit den Amerikanern. Das ist ja schon länger vorbereitet worden. Trump will hier, so hat man den Eindruck, die Briten dafür belohnen, dass sie aus der EU ausgetreten sind. Und die EU, ja, die muss erstmal nachsitzen.

Sprecher 2: Sven Theuber, der neue Bildungsminister von Rheinland-Pfalz, kennt alle Seiten der Bildungspolitik, vor allem aus eigener Erfahrung. Denn er war selbst Lehrer, er hat zwei Kinder und ist seit vielen Jahren in der Bildungspolitik unterwegs. Beste Voraussetzung also, um ein bisschen frischen Wind in die angestaubte Bildungsrepublik zu bringen. Thorsten Denkler, unser Kollege vom Bildungstable, hat mit ihm über seine Ziele als Minister gesprochen.

Sprecher 6: Herr Theuber, Sie sind Bildungsminister seit Mai in Rheinland-Pfalz, SPD, 42 Jahre alt. Wie Sie selbst sagen, aus einer bildungsfernen Familie. Ihre Eltern waren, als Sie kamen, 17 und 18 Jahre alt, sind dann Gymnasiallehrer geworden und jetzt eben Bildungsminister. Was nehmen Sie da mit aus dieser... Eher ungewöhnlichen Vergangenheit in Ihr neues Ministerium.

Sprecher 7: Ja, Herr Denkler, erstmal herzlichen Dank für die Einladung. Was nehme ich mit, ist, dass wir schauen müssen, dass Bildungswege und auch ein selbstbestimmtes Leben immer unterschiedliche Abzweigungen nehmen kann. Und wir müssen es schaffen als Gesellschaft, dass wir das auch zulassen, dass diese Abzweigungen trotzdem dazu führen, dass man seinen Weg gehen kann, unabhängig von der Herkunft. Und das habe ich selber so erfahren, dass ich heute bei Ihnen mal im Podcast sitzen darf, bei Table. Das ist so ein Punkt, wo ich sagen würde, das wäre für mich völlig unvorstellbar gewesen, weil ich früher... eher darüber nachgedacht habe, wie kann ich meinen Weg gehen und mich dagegen wehren, dass der so vorbestimmt ist. Ich sollte mal eine Ausbildung sozusagen in dem Tischler-Bereich machen. Das hat überhaupt mit meinen zwei linken Händen nichts mit meinen Kompetenzen zu tun gehabt. Aber da das in meiner Familie verbreitet war, war das eigentlich fast vorbestimmt. Und ich habe mich daraus gekämpft, dank der Bildungsfamilie, die den Kampf mit mir aufgenommen hat.

Sprecher 6: Wir leben gerade in einigen Ländern, ich nenne es mal ganz vorsichtig, so eine Art bildungspolitischen Backlash. Also es gibt plötzlich wieder die Idee von, wir füllen mal Kopfnoten ein, statt sie abzuschaffen. Wir erweitern nochmal den Prüfungsraum, noch mehr Tests, die große Debatte um die sogenannten Echsen, also immer zwischendurch Tests in Bayern und viele andere Debatten, die so ein bisschen rückwärtsgewandt zu sein scheinen. Wir nehmen sie gerade diese Gemengenlage wahr.

Sprecher 7: Ich nehme das wahr in dem Zusammenhang und erlebe das eigentlich als ein Motiv von einer versuchten Sicherheit und Stabilität in einer unsicheren Welt. Und ich glaube, das ist eine Scheinsicherheit, die wir uns da erarbeiten wollen. Wenn wir über die Frage von Verboten von Smartphones in Schulen reden, wenn wir über die Frage reden, wir müssen noch mehr testen, noch mehr überprüfen, um wirklich zu wissen, wohin entwickeln sich Schülerinnen und Schüler, dann ist das immer eine Frage von, wir klammern uns an etwas, um eine Entwicklung absehen zu können. Ich glaube eher, dass wir mehr Zeit brauchen, mehr Zeit für Entwicklung für Kinder und mehr Freiraum auch für Entwicklung. auch immer wieder tatsächlich evidenzbasiert abprüfen und dann auch gezielt Rückmeldungen und Förderungen dann daraus ableiten. Weniger Druck auf das einzelne Kind, mehr Zeit für das Kind in der Entwicklung und dann aber auch eine gute Begleitung von Lehrerinnen und Lehrern, die sagen, guck mal, da sind deine Stärken, da sind deine Potenziale. Wir arbeiten mit sozusagen Förderplan, der dich dann auch zu diesen Stärken noch weiter ausprägen lässt. Ich halte nichts davon, immer mehr Druck bei Kindern abzuladen, nur weil wir es allgemein erleben, dass uns alle sozusagen manche Unsicherheit zu mehr gefühltem Druck verleiten lässt. Kinder brauchen Zeit und Zeit für Entwicklung und Bildung ist elementar für ein sicheres, selbstbestimmtes Leben.

Sprecher 6: Wie müsste denn ein Bildungssystem geschaffen sein aus Ihrer Sicht, wenn Sie es sich backen könnten und wünschen könnten, damit dieser Anspruch mehr Zeit, also sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrerinnen und Lehrer, sich erfüllen kann?

Sprecher 7: Teamorientiertes Arbeiten wäre ein ganz entscheidender Punkt. Ich erlebe Lehrerinnen und Lehrer als tatsächlich stark kämpfend. Und ich glaube, wenn dieses Kämpfen gemeinschaftlich verstanden wird und nicht als Einzelkämpfertum, dann haben wir schon viel gewonnen, um die eigene Resilienz, Gesundheit auch erhalten für Lehrerinnen und Lehrer zu schaffen und mehr Zeit zu haben. Dann würde ich sagen, Kindern mehr zutrauen, selbstorganisiertes Lernen, viel stärker Freiräume schaffen, projektorientiert arbeiten, wo wir dann immer wieder als Lehrerinnen und Lehrer hineingehen, dann eigene Erfahrungen wieder machen lassen, Trial and Error durchaus auch mal zulassen und dann als Lehrerinnen und Lehrer sich zurücknehmen, zu beobachten. Diagnostik geht auch durch Beobachten und immer wieder auch Raum haben für individuelle Gespräche. Das erlebe ich auch an vielen Schulen in Rheinland-Pfalz, die das hervorragend machen. Das will ich noch mehr in die Breite bringen. Multiprofessionalität ist ein ganz wichtiger Punkt mit Schulsozialarbeit, mit Schulpsychologie. Um Teams zu stärken und auch, ich glaube, den hohen Anspruch, den wir als Lehrerinnen und Lehrer da auch immer wieder formulieren, an uns selbst, vielleicht auch ein bisschen abgeben zu können in eine andere Profession, um dann eine Gemeinschaft daraus zu bilden. Und dann auch die Prüf- und Lernkultur, wie ich sie auch schon gerade beschrieben habe, noch mit ergänzend erinnern und vielleicht auch ein bisschen mehr Freiraum in der curricularen Landschaft hinkriegen. Heißt, manchmal weg von dem einzelnen Lerngegenstand und hin zu mehr Betrachtung vom Bildungsstandard. Hätten wir viel Zeit gewonnen, wenn wir Technologie dann noch hinzunehmen. Die uns entlastet, statt belastet irgendwann, dann haben wir, glaube ich, ein gutes Fünfeck, wenn ich mir jetzt richtig gerechnet habe, dass uns in der Mitte mehr Zeit für die Kinder gibt.

Sprecher 2: Herr Torber, vielen Dank für das Gespräch.

Sprecher 7: Danke Ihnen, Herr Denkler.

Sprecher 2: Die Antwort auf Trumps America First sollte eigentlich Europe United heißen. So hat es Ursula von der Leyen mal gesagt und inzwischen beten das sehr viele EU-Staats- und Regierungschefs sonntags nach. Doch montags kämpft dann meist wieder jeder für sich. Europaweit gewinnen deshalb rechte Parteien, die vor allem mit EU-Kritik punkten wollen. Wie geht man eigentlich damit um? Das diskutiere ich jetzt mit Gernot Blümel, dem EVP-Politiker und ehemaligen Finanzminister von Österreich. Er bezeichnet sich als glühenden Pro-Europäer, hat aber eine völlig andere Meinung zum Umgang mit der AfD. Aber hören Sie doch am besten selbst. Einen schönen guten Tag, Herr Minister Blümel.

Sprecher 8: Herzlichen Gruß Gott, Außerdienst bitte.

Sprecher 2: Aber in Österreich ist es doch so, einen Ministertitel hat man immer.

Sprecher 8: Das Außerdienst bleibt einem wirklich bis zum Tod und darüber hinaus, ja.

Sprecher 2: Dann bleiben Sie für mich auch ein Minister. Herr Blümel, Sie machen aber inzwischen was ganz Spannendes, Neues, über das wir vielleicht mal ganz kurz am Anfang reden. Sie sind CEO des Mare Techno Park, eine Art Forschungspark für KI in der digitalen Medizin. Woran forscht ihr gerade?

Sprecher 8: Wir errichten einen kooperativen Forschungspark für künstliche Intelligenzen der digitalen Medizin am wunderschönen Ort des Lidos von Venedig mit dem Ziel, dass wir ein globaler Hub werden, wo die besten KI-Experten aus der ganzen Welt mit Medizinern zusammenarbeiten, an genuinen Daten setzen, um die nächsten großen Durchbrüche im Bereich digitale Medizin zu ermöglichen.

Sprecher 2: Ich hatte vor wenigen Tagen hier bei uns bei Table einen Workshop mit AI und Google. Da ging es vor allem um... den Kampf gegen den Krebs und wie sehr die digitalen Daten von einer KI so sehr aufsummiert werden können, dass man am Ende frühzeitiger denn je Krebs möglicherweise diagnostizieren und damit auch bekämpfen kann. Wie weit ist man da?

Sprecher 8: Also in dem Bereich bildgebende Verfahren geht schon sehr, sehr viel. Warum? Weil Sie diese Daten sehr gut labeln können. Sie können sagen, das ist ein gutartiger Krebs, das ist ein bösartiger Krebs etc. Wo Sie das noch nicht können, ist im Bereich medizinische Primärdaten, also die elektronische Patientenakte zum Beispiel. Stellen Sie sich vor, Sie haben longitudinale Patientendaten in ausreichender Form. Das ist der nächste große Durchbruch. Und daran arbeiten wir mit unserem Kooperationspartner, der Compo Group Medical, die an genuinen Daten das auch zur Verfügung stellt.

Sprecher 2: Und bisher ist was das Hindernis, dass diese Daten von den Patienten oder den medizinischen Einrichtungen nicht zur Verfügung gestellt werden sollen, weil es eben sehr private, intime Daten sind?

Sprecher 8: Also Datenschutz ist extrem wichtig, aber man muss auch dazu sagen, Innovation macht es nicht gerade leichter. Und wir müssen einfach in Europa auch der Realität ins Auge blicken. Die USA fahren uns um die Ohren, was KI betrifft, die Chinesen genauso. Wir hätten ja auch Kapital, wir hätten die Talente, wir hätten die Ideen, aber viele Arten von Regulierungen verhindern, dass das auch umgesetzt wird. Gerade was Risikokapitalbereitschaft betrifft, die Absetzbarkeit von Risikokapital, das sind alles Themen, die sind zwar nationalstaatlich relevant und umsetzbar, aber da krankt es noch.

Sprecher 2: Wir erleben doch eigentlich das Gegenteil gerade in vielen europäischen Ländern von dem, was Sie gerade sagen. Und die Fieber ist... Frage ist, ist nicht Ihre Partei, die ÖVP, auch ein bisschen mitschuldig, nämlich an neuen nationalistischen Tendenzen, an Anti-Wissenschaft, Anti-Europäischen Denken und auch Rhetorik, zum Beispiel nicht nur in Österreich bei der FPÖ, sondern auch bei der AfD. Hat man da ein bisschen zu naiv auf diese Parteien geschaut? Ganz ehrlich, auch an Sie gefragt als ÖVP-Politiker.

Sprecher 8: Ich würde es genau umgekehrt sehen. Wenn wir Österreich zum Beispiel als Experimentierglas für den Umgang mit solchen Parteien sehen. Jedes Mal, wenn die FPÖ, eine rechte Partei, eine nicht sehr pro-europäische Partei, in Regierungsverantwortung gekommen ist, ist sie danach kleiner geworden. Wenn man sie ausgrenzt, dann macht man sie einfach stärker. Und ich verstehe überhaupt nicht, warum es diese Tendenz gab und immer noch gibt, dass man manche Meinungen verbieten möchte, nicht zulassen möchte, ohne dass man sieht, dass man diese Parteien dann zu Märtyrern macht.

Sprecher 2: Der Meinung verbietet ja hier in Deutschland keiner. Die Frage ist, muss ich mit der AfD zusammengehen, zum Beispiel in einem Bundesland, um sie kleiner zu machen? Das ist die Grundsatzfrage.

Sprecher 8: Das mit dem Meinung verbieten ist so eine Sache. Also ich habe da jetzt als Medienkonsument schon mitbekommen, dass es so einen Bericht gibt, wo dann die AfD dann gelabelt wird als gesichert rechtsextrem. Und genau das meine ich, dass suggeriert wird, dass man Meinungen von Menschen, und es sind ja Menschen dahinter, die diese Parteien wählen, verbieten könnte, indem man solche Parteien verbietet. Ich glaube, dass Parteien wie die Österreichische Volkspartei, die CDU, also meine Parteienfamilie, hier aus der Vergangenheit auch lernen sollten. die offensichtlich unter den Nägeln brennen, besser aufgreifen.

Sprecher 2: Würden Sie der CDU raten, zum Beispiel in einem Bundesland mit der AfD mal zusammenzugehen, um sie in der Regierung zu entzaubern? Das ist ja die These.

Sprecher 8: Also ich finde, wenn ich mir anhöre, was Friedrich Merz sagt oder auch was Jens Spahn sagt, dann haben die völlig recht in dem, wie sie es angehen und was sie tun. Ich plädiere dafür, andere Meinungen auch zuzulassen und demokratisch gewählte Parteien auch als solche zu behandeln. Ich wähle sie nicht, sie sind mir nicht sonderlich sympathisch, aber das heißt nicht, dass ich sie deswegen ausgrenzen sollte aus Prinzip. Das hat in Österreich zu nichts geführt.

Sprecher 2: Das heißt, sie für die Brandmauer quatschen.

Sprecher 8: Um ehrlich zu sein, ja.

Sprecher 2: Ist die aktuelle österreichische Regierung so stabil, dass sie diese Mediatorenrolle mal wieder annehmen könnte, die sie ja durchaus unter Sebastian Kurz in der Migrationsfrage gelegentlich hatte, also zwischen den sehr großen westeuropäischen Ländern und auch den Ostblockländern zu moderieren und zu vermitteln. Kann diese Regierung heute so eine Rolle wieder einnehmen?

Sprecher 8: Also ich glaube, Sebastian Kurz war schon, wie auch Wolfgang Schüssel, eine sehr herausragende Figur, die auch in manchen Teilen angeeckt haben. Ich erinnere zurück bei Wolfgang Schüssel die Sanktionen gegen Österreich, weil er mit der FPÖ koaliert hat. Bei Sebastian Kurz das sich gegen Angela Merkel stellen in der Flüchtlingsfrage. Und nachdem beide aber in der Geschichte Recht bekommen haben, war auch zum damaligen Zeitpunkt, als sie agiert haben, schon klar, das sind große Player. Das ist nicht die Normalität, um es so zu formulieren. Österreich ist ein mittelgroßes Land, ein relevantes Land im europäischen gemeinsamen Konzert. Aber ich glaube, dass Bundeskanzler Christian Stocker sehr wohl die Kapazität hat, Österreich zu stabilisieren. ein wertvoller Partner im europäischen Gesamtkonzert zu sein.

Sprecher 2: Lieber Herr Blümel, wir bleiben Freunde Österreichs, auch wenn wir nicht in jedem Detail immer einer Meinung sind.

Sprecher 8: Vizeverso, vielen Dank.

Sprecher 3: Michael war noch was.

Sprecher 2: Erstaunliche Nachricht, wie ich finde, Helene. Ein Drittel der Fahrschüler in Deutschland besteht die Prüfung nicht. Also wir reden über die praktische Prüfung. Jeder zweite kriegt auch die theoretische nicht hin, aber jeder dritte die praktische. Es wird immer schlimmer. Sind die entweder zu dumm oder sind die Fahrlehrer zu krass? Ich verstehe es.

Sprecher 3: Vielleicht wird das Fahren auch einfach immer schwerer angesichts der Aggressivität im Straßenverkehr, die ich ja hier in Berlin täglich erlebe und die mir auch wirklich, obwohl ich ja unerschrocken bin und nach wie vor leider ohne Helm fahre, macht mir das doch alles ein bisschen Angst.

Sprecher 2: Ich habe das Gefühl, dass es Fahrschulclans gibt, die nicht nur sich auf eine Preisobergrenze oder besser Preisuntergrenze geeinigt haben, bis zu 5000 Euro sollen inzwischen diese Führerscheinkosten, sondern das hilft denen natürlich auch, wenn man beim ersten Mal durchfällt.

Sprecher 3: Du vermutest da Taktik dahinter.

Sprecher 2: Ich finde das wirklich krass, ehrlich. Aber die jungen Leute können ja nicht alle völlig blöd sein mit 18 neuerdings. Das war doch mal früher anders. Wobei ich zugeben muss, meine eigenen Erfahrungen im Führerschein, die sind durchaus speziell. Also ich rede jetzt eher so generell und nicht auf mich bezogen.

Sprecher 3: Bitte erzählen.

Sprecher 2: Naja, ich habe mal bei der Rheinischen Post als Lokalreporter ganz selbstbewusst die Geschichte machen wollen. Warum fallen die eigentlich durch und so, das kann ja nicht sein. Ich setze mich da mal rein, der soll mich mal prüfen. So nach zehn Minuten bin ich durchgefallen, weil ich ohne... Witz jetzt. In einer 30er-Zone gilt immer rechts vor links. Immer. Hatte ich nicht mehr auf dem Schirm. War direkt nach zehn Minuten durchgefallen. So, dann habe ich dann aus meiner Sicht eine sehr demütige Reportage aufgeschrieben für meinen Lokalchef und dachte mir, ja gut, da müssen wir halt die Wahrheit aufschreiben. Dann hat er gesagt, das ist mir zu peinlich, wir drucken das nicht.

Sprecher 3: Okay, du hattest aber in Wahrheit schon Führerschein.

Sprecher 2: Bis heute ist diese Technik nicht erschienen. Ich hatte den Führerschein.

Sprecher 3: Das müssen wir jetzt dringend nachholen. Wir werden einen Table finden, der ihn druckt. Ich finde es eigentlich sehr schön. Ich finde diese Geschichten, wo man selber nicht der Star ist, ehrlich gesagt. Komplett versagt. Viel besser. Da kann ich dann erzählen, ich habe meine Fahrprüfung erstaunlicherweise tatsächlich beim ersten Anlauf bestanden, was niemand so richtig geglaubt hat, auch mein Fahrlehrer nicht, der mich für relativ wenig talentiert hielt und ich ja auch bis heute leider wirklich fahren nicht wirklich gut kann.

Sprecher 2: Wir wünschen Ihnen trotzdem da draußen eine gute Reise. Mittwoch, 5 Uhr, Table Today. Wir sind dann wieder für Sie angeschnallt.

Sprecher 3: Für alle guten und auch für die nicht so guten Autofahrer. Bon Voyage!

Sprecher 9: Fly inside, slippity style. Bitch, it's on the block in a 65.

Sprecher 10: I'm trying to find a place where I can live my life and maybe eat some steak with my beans and rice. A place where my kids can play outside without living in fear of a drive-by. And even if I get away from them drive-by killers, I still got to worry about those snitch-ass niggas. I keep on searching and I keep on living, but niggas are the same from Watts to Brooklyn. I gotta keep my faith in my people, but sometimes my people be acting like they evil. You don't understand about running with a gang. Cause you don't gangbang. And you don't have to stand on the corner and slam. Cause you got your own thing. You can't help me if you can't help yourself. You better make a laugh.

Sprecher 11: My side, new ride. You better be ready when the fire roll by.

Sprecher 12: Yo.

Sprecher 13: Julio, man, why you hang up on me? Anyway, what's up with the beach? Let's go to the beach, man.

Sprecher 12: Man, we ain't got no ride.

Sprecher 13: Wait a minute, wait a minute.

Sprecher 12: Quit calling me.

Sprecher 1: Fool.