Der Ukraine-Pakt
Dauer: 24:10

Der Ukraine-Pakt

Donald Trump plant für heute ein Telefonat mit Wladimir Putin, um einen „Friedensdeal“ auszuhandeln – aber auf wessen Kosten? Die Europäer spielen bei diesen Verhandlungen nur noch eine Statistenrolle. Sara Sievert berichtet, wie Friedrich Merz versucht, außenpolitisch Einfluss zu gewinnen und welche Sanktionen gegen Russland nun tatsächlich bevorstehen. Der britische Premierminister Starmer, der französische Präsident Macron, Italiens Ministerpräsidentin Meloni und Bundeskanzler Merz haben sich am Abend bei einem Telefonat mit Trump abgesprochen.


Die FDP ringt um ihre politische Zukunft und hat einen neuen Vorsitzenden gewählt: Christian Dürr. Beim Parteitag in Berlin gab es Kritik am bisherigen Kurs der Partei – der große Richtungsstreit bleibt jedoch vertagt.


Donald Trumps Handelspolitik bringt den Dollar in Bedrängnis. Investoren flüchten in den Euro – kann dieser den Dollar als Leitwährung der Welt ablösen? Isabel Schnabel, EZB-Direktoriumsmitglied, analysiert die historische Chance für Europa und erklärt, ob diese Entwicklung ein dauerhaftes Konjunkturprogramm für die EU sein könnte. Das komplette Gespräch hören Sie in der Folge vom vergangenen Samstag.



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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Macht Donald Trump heute einen Friedensdeal mit Wladimir Putin? Und wenn ja, auf wessen Kosten eigentlich? Um 16 Uhr wollen die beiden miteinander telefonieren und über ein Ende des Blutbades, wie Trump es nennt, verhandeln. Alles, was zu dem Gespräch bereits bekannt ist, diskutieren wir hier gleich. Und wir sprechen mit unserer Kanzlerkorrespondentin Sarah Sievert darüber, welche Rolle Europa eigentlich jetzt noch spielt.

Sprecher 3: Es sind ernste Themen, aber Michael Bröker ist natürlich bestens drauf heute am Tag nach dem großen Sieg. Und so reden wir dann auch direkt über Niederlagen, nämlich über die APO, in der sich die FDP befindet, ihr neues Schicksal. Und der Mann, der einst als alter Ego von Christian Lindner galt, nämlich Christian Dürr aus Niedersachsen, der soll die FDP wieder zurück in den Bundestag bringen. Maximilian Stascheit vom Berlin Table war am Wochenende beim FDP-Parteitag und wird uns sagen, wie er den Neuanfang, wenn es denn einer war, wahrgenommen hat.

Sprecher 2: Wie man wirklich jetzt vom 1. FC Köln auf die FDP kommen kann, das wird mir Helene gleich noch erklären müssen. Aber wir haben noch was für Sie, denn einer der wichtigsten Ökonomen in Deutschland, das EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel, war bei uns hier im Podcast. In einer Sonderfolge haben Sie sie vielleicht am Wochenende schon gehört. Es geht darum, ob der Euro vielleicht profitiert von der erratischen Handelspolitik der USA und den Dollar sogar als Leitwährung ablösen kann. Gleich dazu ein Best-of.

Sprecher 3: Zweimal haben wir es schon angehört. geteasert. Natürlich sprechen wir über den FC Köln hier in diesem Podcast, dem Erstligisten FC Köln. Und die Frage, ob das, um mal wirklich niedrig zu stapeln, ein Hoffnungssignal für den ganzen Rest von Deutschland sein könnte.

Sprecher 2: Jetzt geht es aufwärts in diesem Land. Es ist Montag, der 19. Mai.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 3: Ende der vergangenen Woche saß Volodymyr Zelensky in der Türkei und hat gewartet, ob sich Putin auf den Weg macht. Er hat sich nicht auf den Weg gemacht. Die Verhandlungen sind gescheitert, jedenfalls vorerst. Und Trump macht den Ukraine-Krieg nun zur Chefsache. Heute um 16 Uhr will er mit Putin telefonieren, um ein Ende des Krieges zu erreichen. So jedenfalls der Vorsatz.

Sprecher 2: In Istanbul kam tatsächlich nur Delegation der zweiten oder vielleicht sogar dritten Reihe zwischen Ukraine und Russland zusammen. Immerhin ein größerer Gefangenaustausch wurde vereinbart. Und ja, es soll weitere Gespräche geben. Aber wir lernen, Helene, ohne Donald Trump geht offenbar gar nichts. Er schrieb vor wenigen Tagen auf Truth Social, seinem Lieblingssozialen Medium, dass sein Telefonat mit Putin jetzt die Waffenruhe wirklich bringen werde und, Zitat, den sehr gewalttätigen Krieg endlich beenden soll.

Sprecher 3: Ja, es ist schon das dritte Telefonat zwischen Trump und Putin, seit Trump wieder im Weißen Haus sitzt. Also er sucht den direkten Draht. Man hat den Eindruck, hier sind die beiden Weltenlenker, die sich eben einigen, ohne die es nicht geht. Volodymyr Zelensky ist an diesen Gesprächen nicht beteiligt. Und das ist die ganz bittere Geschichte, denn das wollten eigentlich die Europäer verhindern.

Sprecher 2: Ja, Friedrich Merz hat ja nicht nur sein 3 plus 1 Forum, also Paris, Warschau, Deutschland und Großbritannien, sondern er hat auch jetzt sich noch mit Meloni abgestimmt in Italien bei seinem Besuch am Rande der ersten Messe des neuen Papstes, wo zahlreiche Euro... Europäische Staats- und Regierungschef dem neuen Staatschef des Vatikan eigentlich gratulierten. Da hat er Meloni getroffen und sie auch ins Boot geholt. Aber was ist jetzt mit den Sanktionen gegen Russland, die doch eigentlich kommen sollten? Am Dienstag, also morgen, sollen sie in Brüssel beschlossen werden. Ob es hilft? We will see.

Sprecher 3: Wobei es sich da ja um ein anderes Sanktionspaket handelt. Die EU kommt gar nicht hinterher mit den Sanktionen gegen Putin. Und ja, Friedrich Merz und seine Co-Chefs in Europa sind ganz schön auf den Baum geklettert, haben ganz schön gedroht und müssen jetzt natürlich auch liefern. Das sind alles Fragen, die wir an Sarah Sievert stellen können, denn sie war jetzt mit Friedrich Merz unterwegs. Denn am vergangenen Freitag war Merz in Tirana, der Hauptstadt Albaniens, dort bei einem Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft. Das ist ein Gipfeltreffen von insgesamt 47 Staaten, also deutlich mehr als die EU. Und fragen wir sie jetzt, wie sie Friedrich Merz dort erlebt hat. Hallo Sarah.

Sprecher 5: Hallo Helene.

Sprecher 3: Ja, reden wir erstmal über Friedrich Merzens Reisetätigkeit. An zehn Tagen im Amt hat er fünf Auslandsreisen gemacht. Was sagt das über ihn? Ist er eher der Kanzler fürs Außen und das Innen überlässt er, ja, vielleicht Thorsten Frei, seinem Kanzleramtsminister?

Sprecher 5: Absolut. Das Zitat, was ich von Friedrich Merz an dem Tag mitgenommen habe, war, dass er am Ende seiner Rede oder seiner kleinen Ansprache in Tirana sagte, I'm feeling very much at home in this group of people. Also er fühlt sich sehr zu Hause in dieser Gruppe von Menschen. Und das sagt ja eigentlich aus, wo Friedrich Merz sich sieht, nämlich auf der internationalen Bühne. Da fühlt er sich wohl, die großen Linien zu zeichnen, da die Diplomatie. Das ist alles eher seine Spielwiese als das innenpolitische Klein-Klein. Und das überlässt er dem Thorsten Frei, das überlässt er auch den zuständigen Ministerinnen und Ministern für die Themen. Und er hat zwar in seiner Regierungserklärung vergangene Woche Mittwoch viele Punkte aus dem Koalitionsvertrag angesprochen. Wenn man sich aber so anguckt, womit er sich in diesen Tagen besonders für beschäftigt, dann ist das vor allen Dingen die Außenpolitik.

Sprecher 3: Ja, während Thorsten Frey ja gestern in der Bild am Sonntag sich dann äußerte zur Reform des Bürgergeldes, also ja die tatsächlich auch großen innenpolitischen Themen, die machen die anderen. Ein Mann in seinem Kabinett macht allerdings auch Außenpolitik, nämlich Außenminister Johann Wadephul. Was ist denn nun eigentlich dessen Rolle neben Friedrich Merz? Ist das so eine Art Scherper oder ist es am Ende nur der Aktenträger, der Friedrich Merz begleitet? Wie siehst du das?

Sprecher 5: Das ist eine ganz interessante Frage, weil Johann Wadephul eigentlich für seine Loyalität first and foremost bekannt war. Also das war eigentlich eine Personalie, wo man gleich dachte, okay, der ist sehr loyal, der ist inhaltlich auf der Linie von Merz, der wird ihm keine Probleme bereiten, dass man da auch ganz klar einen Unterschied zur Ampel machen wollte, wo das Außenministerium und das Kanzleramt ja nicht immer einer Meinung war.

Sprecher 3: Schön ausgedrückt, vorsichtig ausgedrückt, ja.

Sprecher 5: Ja, ganz vorsichtig. Die Erwartungen an Badeful waren, glaube ich, auch die, dass er quasi total ungefährlich für Merz wird. Und interessant ist deshalb, dass er dann vergangene Woche gleich in seiner ersten Woche als Minister sich so ein Kuh geleistet hat, als er da diese 5% vom Bruttoinlandsprodukt für die Verteidigungsausgaben mal eben rausgehauen hat, die ja offenbar, wie wir hören, gar nicht mit dem Kanzleramt abgestimmt waren und sich da vielleicht dann doch an der einen oder anderen Stelle mal ein bisschen profilieren wollte. Also wir dürfen gespannt bleiben, ob da nicht vielleicht dann doch nochmal eine andere Dynamik auch reinkommt.

Sprecher 3: Ja, es ist in der Tat wirklich interessant, weil ja nicht mal Boris Pistorius, der Verteidigungsminister, der immer für eine starke Bundeswehr eintritt, noch nicht mal der mit diesem Vorschlag d'accord geht. So jedenfalls ist es zu hören. Also interessant, da haben wir jedenfalls mal einen Dissens, eine Frage, die noch geklärt werden muss. Ja, Merz in Tirana, he's feeling very much at home. Schönes Zitat. Wie war das? Wie bewegt er sich zwischen den Staats- und Regierungschefs? Hat man das Gefühl, da ist schon einer im Amt tatsächlich angekommen?

Sprecher 5: Das ist für ihn überhaupt nicht befremdlich oder er ist da nicht zurückhaltend, sondern setzt sich gleich in die Mitte, gibt allen die Hand, klopft allen auf die Schulter, sieht sich da, glaube ich, auch in einer anderen Rolle als Scholz.

Sprecher 3: Es war aber auch nicht nur ein freundliches Beisammensitzen da in Tirana, sondern es ging natürlich auch um die Ukraine. Konkret haben Merz, Starmer, Macron und Tusk, also die vier Europäer, gemeinsam mit Volodymyr Zelensky, dem ukrainischen Präsidenten, in Amerika angerufen, nämlich bei Donald Trump. Offensichtlich will man ja nochmal einen Versuch unternehmen, die Reihen des Westens zu schließen, oder?

Sprecher 5: Was jetzt genau da gesprochen wurde, wissen wir natürlich nicht konkret. Wir wissen ein bisschen was. Wir haben auch ein bisschen was im Hintergrund erfahren. Da darf man natürlich nicht draus zitieren. Aber wir wissen, dass man auf jeden Fall versucht, jetzt Donald Trump an Bord zu holen. Also es ist völlig klar, die EU bereitet ja gerade das 18. Sanktionspaket vor. Am Dienstag soll das 17. Unterzeichnet werden. Aber all die Sanktionen, über die man gerade spricht und die vielleicht noch möglich sind, reichen einfach nicht aus, wenn die USA nicht an Bord sind. Und deswegen brauchen sie Donald Trump.

Sprecher 3: Ja, da haben sich ja die vier Regierungschefs, die jetzt kürzlich in der Ukraine zusammen waren, ja auch ganz schön und selbst unter Zugzwang gesetzt. Sie haben gesagt, wenn Putin dem Stillstand von 30 Tagen nicht zustimmt, dann wird es sehr, sehr, sehr harte Sanktionen geben. Nun ist dieses Szenario eingetreten. Sie müssen etwas beschließen. Was soll da jetzt konkret kommen? Was soll da kommen, was Putin auch ernsthaft das Leben schwer machen kann?

Sprecher 5: Ja, das ist die Frage, wie schwer das Leben von Putin am Ende tatsächlich macht. Also die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte ja angesichts dieser gescheiterten Verhandlungen angekündigt, dass es eben weitere Sanktionen geben wird. beispielsweise auch mit Blick auf Nord Stream 1 und Nord Stream 2, aber auch im Finanzsektor und gegen Schiffe der russischen Schattenflotte. Also da gibt es noch so ein paar Asse, die man im Ärmel hat. Aber ob das dann am Ende Russland und Putin so richtig wehtut und auch eben ausreichend wehtut, das ist die Frage. Und ich glaube, dass die Sanktionen teilweise für die Europäer vielleicht sogar auch härter zu klucken sein könnten als für die Russen.

Sprecher 3: Vielen Dank, Sarah, für diese Einblicke in die Reise nach Tirana.

Sprecher 5: Vielen Dank.

Sprecher 2: Die FDP, ja, die gibt es auch noch, obwohl sie in den Umfragen inzwischen eher so in Richtung Augenhöhe mit der Tierschutzpartei oder den Freien Wählern ist. Es war jedenfalls ein brutaler Abstoß, den die Partei, obwohl in der Regierung hingelegt hat, nur knapp über 4% bei der letzten Bundestagswahl. Und jetzt der Neuanfang beim Parteitag in Berlin am vergangenen Wochenende. Und der wurde auch durchaus kritisch öffentlich auf der Bühne gesagt. Zum Beispiel von dem bisherigen Fraktionsvize Konstantin Kuhle.

Sprecher 6: Niemand hat so ein Vertrauen zum einzelnen Menschen wie wir. Wenn man aber den ganzen Tag auftritt, als gehe morgen die Welt unter und man könnte sowieso nichts mehr dagegen tun, dann kann man diese Menschen eben nicht erreichen. Zweitens, die Partei braucht ein realistisches Erwartungsbild davon, was es heißt zu regieren. Es lag doch nicht alleine daran, dass wir Teil einer Ampelkoalition waren. Es lag doch daran, dass wir überhaupt Teil einer Regierung waren. Ich will nicht Mitglied sein einer Protestpartei, die jedes Mal zusammenbricht, wenn sie in Kontakt mit der Realität gerät, sondern ich will Mitglied sein einer Gestaltungspartei.

Sprecher 3: Das ist wirklich eine ziemlich knallharte Abrechnung mit einigen jedenfalls in der Partei, die so seine Analyse sich eben nicht den wirklichen Herausforderungen gestellt haben, sondern sich mit sich selbst beschäftigt haben, die tatsächlich, so kann man es ja lesen, Eine Partei, die nicht regierungsfähig ist, wenn sie eben jetzt, aber auch 2013 aus dem Bundestag fliegt, nachdem sie regiert hat. Hoffentlich gibt das den Delegierten der FDP und dem neuen Parteivorsitzenden Christian Dürr zu denken. Und Konstantin Kuhle, so jedenfalls ist meine Hoffnung, von dem wird man noch hören.

Sprecher 2: Christian Dürr, der Ökonom aus Delmenhorst. Er jedenfalls löst Christian Lindner als Parteichef ab und soll die FDP wieder zur Alterstärke zurückführen. Ausgerechnet Christian Dürr, der ja einer der leidenschaftlichsten Ampelverfechter war. Und manch einer spottete, der unterscheidet sich von Christian Lindner eigentlich nur beim Nachnamen. Na gut, Maximilian Staschalt, unser Kollege vom Berlin Table, war jedenfalls vor Ort in Berlin, hat sich diesen Parteitag von A bis Z angehört und angeschaut und er weiß, wie die neue FDP aussehen soll. Wir fragen ihn einfach mal. Hallo Max.

Sprecher 7: Hallo Mick.

Sprecher 2: Christian Dürr ist der Parteichef, der die FDP wieder in den Bundestag bringen soll. Dabei ist er ja wie kaum ein anderer auch Ampel gewesen. Wie hat er das eigentlich den Delegierten erklärt, dass er jetzt der Mann für den Neustart sein soll?

Sprecher 7: Ehrlicherweise so richtig hat er es den Delegierten gar nicht erklärt. Auch in seiner Bewerbungsrede, die klang im Inhalt und Sound sehr nach der Ampelzeit. Nach meinem Eindruck ist es eine Rede gewesen, die er so auch vor der Bundestagswahl als Wahlkampfrede halten hätte können. Sein Argument war vor allem, dass er diese Partei, die ja wirklich zerstritten ist, in zwei unterschiedliche Lager zusammenführen will und er der Richtige dafür ist und das kann. Und das scheint den Mitgliedern zu sein. die dann fürs Erste als Antwort ausgereicht zu haben. Er hat gute 82 Prozent bekommen. Das ist für eine Partei in dieser Lage eigentlich ein wirklich ganz respektables Ergebnis.

Sprecher 2: Absolut anständiges Ergebnis und er ist so ein bisschen der Konsenskandidat, man mag ihn, aber den Richtungswechsel, den hat er natürlich jetzt auch nicht wirklich entschieden, oder? Also zwischen einer marktradikalen, sehr liberalen Partei à la Frank Schäffler oder der Bürgerrechtspartei der linken Mitte, diesen Richtungsstreit, den hat die FDP vertagt, oder?

Sprecher 7: Den hat die FDP vertagt, beziehungsweise Christian Dürr hat betont, dass eine liberale Partei es sich gerade nicht leisten kann, sich in zwei Richtungen aufzuspalten, sondern die Stärke daraus entstehen müsse, das zusammenzuführen. Die eigentliche Frage, die ich aber noch wichtiger fand bei diesem Parteitag war, was ist denn die inhaltliche Idee, wie er die Partei wieder relevant werden will? Weil bei der letzten Wahl haben die Wähler die FDP ja offensichtlich nicht gebraucht. Also irgendwie ein Zeichen dafür, wie er die Partei erneuern will. Und das ist aus meiner Sicht wirklich ausgeblieben. In vielen Reden ist es gefordert worden, beispielsweise so Ideen wie die Aktienrente. Das ist typisch FDP. Das Konzept hat Johannes Vogel aber vor 15 Jahren entwickelt und viel mehr Ähnliches kam seitdem nicht. Er möchte jetzt ein neues Grundsatzprogramm machen. Das wird der Prozess für die nächsten Jahre. Aber in welche Richtung das gehen kann und wie das aussehen kann, darüber gab es bisher bei diesem Parteitag wenig Antworten.

Sprecher 2: Ja, man hat das Gefühl, so ein bisschen ist die Hoffnung zu. Zwei etatistische Parteien in der Bundesregierung, Schwarz-Rot, das muss dann schon reichen, dass man in vier Jahren wieder eine klassisch liberale Partei haben will. Lass uns noch auf die Kandidaturen fürs Präsidium, für den Vorstand gucken. Die können ja dann in drei oder vier Jahren wieder relevant werden. Eine überraschende Personale ist Susanne Seehofer. Die einzige Kampfkandidatur hat sich knapp durchgesetzt. Was ist von ihr zu erwarten und mit welchen Argumenten hat sie für sich geworben?

Sprecher 7: Seehofer hat ja vor allem das Argument, dass sie ein wirklich neues Gesicht ist und glaubwürdig einen Neuanfang verkörpern kann, den es sonst in dem neuen Führungsgremium außer vielleicht der neuen Generalsekretärin Nicole Büttner nicht wirklich gibt. Und natürlich ist Susanne Seehofer jemand, der allein aufgrund ihrer Biografie für die Medien interessant ist. Das wird auch ganz wichtig für die FDP in den nächsten Jahren irgendwie weiterhin stattzufinden. Dafür hatte sie das Argument und sie bringt einfach frischen Wind mit rein, ist sehr charismatisch, sehr sympathisch, wurde auch von den jungen Liberalen unterstützt und das kann der FDP sicherlich in den nächsten Jahren helfen.

Sprecher 2: Christian Lindner hat sich mit Standing Ovations verabschiedet als langjähriger Vorsitzender. Auch Marco Buschmann spielt jetzt keine Rolle mehr. Aber einer, der ist offenbar nicht tot zu kriegen in der FDP, das ist Wolfgang Kubicki als stellvertretender Vorsitzender, wiedergewählt. Warum kann diese Partei nicht auf ihn verzichten?

Sprecher 7: In der Rede hat er selber es damit begründet, dass er ja ein ganz gutes Gespür für die Wahrnehmungsschwelle hätte. ideal und wie man auch agieren muss, um darüber zu landen. Das will er in die Partei weiter einbringen. Er ist ja auch derjenige, der als Bundestagsvizepräsident, als ehemaliger der Einzige ist, der noch Anrecht weiter hat auf dem Büro in Berlin. Aber dass nicht alle damit einverstanden sind, dass er da weiter in führender Position mit drin ist, das hat man an dem Ergebnis auch gesehen. Er hatte von allen Präsidiumsmitgliedern das schlechteste Wahlergebnis bekommen.

Sprecher 2: Max, wir lassen die FDP in den nächsten drei oder vier Jahren nicht in Ruhe. Richtig, du kümmerst dich auch weiterhin immer zumindest mit einem Auge um diese liberale Partei, oder?

Sprecher 7: Das auf jeden Fall, kann ich versprechen.

Sprecher 2: Bis gleich im Büro.

Sprecher 7: Super, wir sehen uns.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: Donald Trumps erratische Handelspolitik hat nicht nur den Welthandel auf den Kopf gestellt, sie könnte auch zu einem Paradigmenwechsel in der Geldpolitik führen. Denn das Vertrauen in die Leitwährung, die wichtigste Währung der Welt, den Dollar, sie sinkt und es wird nach Alternativen gesucht. Eine davon ist logischerweise die zweitwichtigste Reservewährung der Welt, der Euro. Investoren flüchten bereits in den Euro, so ist es an den Kapitalmärkten zu beobachten, kann also am Ende sogar die US-Politik dazu führen, dass der Euro den Dollar als Leitwährung ablöst. Das wollten wir genauer wissen und haben dies unter anderem Isabel Schnabel gefragt, eine der renommiertesten Ökonominnen im Land, die einzige Deutsche im EZB-Direktorium, Professorin für Finanzmarktökonomie an der Uni Bonn. Sie war vergangene Woche bei uns. Das ganze Gespräch mit ihr haben Sie vielleicht am Wochenende als Sonderfolge schon nachgehört. Hier bei uns bei Table Today hier noch einmal ein Best-of. Ist das eine dauerhafte, langfristige Stärke des Euro, die wir da gerade erleben? Oder ist das einfach nur eine schnelle Reaktion auf das Chaos, was in den USA ausgelöst wurde?

Sprecher 8: Also zunächst mal ist der Euro ja bereits die zweitwichtigste Reservewährung. Das heißt, der Euro ist schon eine starke Währung. Aber es ist vielleicht ganz interessant, sich anzugucken, was eigentlich genau passiert ist nach diesen Ankündigungen durch Präsident Trump am 2. April. Es gab ja sehr... Heftige Marktreaktionen. Also erstens sind die Aktienmärkte eingebrochen. Dann sind die amerikanischen Anleihemärkte eingebrochen. Und dann ist eben auch noch der Dollar eingebrochen. Und das, was viele dann überrascht hat, ist, dass dann der Euroraum letztlich dann der sichere Hafen war, dass also Kapital nach Europa geflossen ist, dass der Euro aufgewertet hat. Und das ist in der Tat ein Vertrauensbeweis in den Euro.

Sprecher 2: Kann man das wirklich so beziffern, dass da eine Flucht in den Euro stattfindet, weltweit bei Investoren, bei Anlegern, bei Pensionskassen?

Sprecher 8: Ja, also man muss da natürlich ein bisschen vorsichtig sein. Genaue Daten haben wir darüber noch nicht. Aber in jedem Fall sieht man ja, dass die Bepreisung sich verändert hat. Und das kann man dann schon interpretieren als einen gewissen Vertrauensbeweis in den Euro. Und insofern würde ich auch sagen, hat man jetzt eigentlich eine historische Chance, die internationale Rolle des Euro weiter zu stärken.

Sprecher 2: Und das ist auch Ziel der EZB oder gibt es eigentlich Argumente, dass man gar nicht die Leitwährung sein will, die Nummer 1?

Sprecher 8: Also es hat große Vorteile, wenn man eine wichtige Reservewährung ist. Insbesondere führt es insgesamt zu geringeren Finanzierungskosten. Und das ist durchaus ein erheblicher Vorteil. Man spricht dann manchmal vom exorbitanten Privileg des Dollar.

Sprecher 2: Das müssen Sie einem normalen Menschen erklären.

Sprecher 8: Ja gut, das bedeutet einfach, dass die US-Regierung weniger für ihre Schulden bezahlen muss. als eben andere Regierungen.

Sprecher 2: Das heißt, wir in Europa könnten uns unsere Schuldenprogramme, unsere Investitionen besser leisten und das wäre wie eine Art Konjunkturprogramm für Europa.

Sprecher 8: Ob ich es jetzt als Konjunkturprogramm bezeichnen würde, weiß ich nicht, weil es wäre ja ein dauerhaft niedrigerer Zins, aber das hätte natürlich deutliche Wohlfahrtseffekte. Insofern ist das etwas, was durchaus erstrebenswert ist.

Sprecher 2: Spüren Sie, dass die Politik, ohne dass sie natürlich in ihr Mandat eingreifen möchte, aber in diese Richtung mit Ihnen kommuniziert, Europa soll der neue, starke, auch autonomer agierende Wirtschaftsstandort sein? Alle reden von neuen Binnenmärkten, von Kapitalmarktunion. Friedrich Merz hat das zu seiner Agenda gemacht, Europa wieder nach vorne zu bringen. Spüren Sie da einen erhöhten Druck auch auf die EZB, das zu flankieren?

Sprecher 8: Nein, ich spüre da keinen erhöhten Druck. Aber was ich merke ist, und das hatte glaube ich nicht zuletzt zu tun mit der Ankündigung der großen deutschen Fiskalpakete, dass ein neues europäisches Wachstumsnarrativ entstanden ist. Und das ist durchaus bemerkenswert, denn man muss eigentlich nur ein paar Monate zurückgehen. Und da haben eben viele noch gesagt, dass eigentlich Europa dauerhaft wenig wachsen wird, stagnieren wird, dass es eine geringe Produktivität hat. Und plötzlich sind eben wieder diese Wachstumsfantasien entstanden und man merkt auch ein Momentum in der Politik, dass man jetzt diese wichtigen Themen, die ja schon lange bekannt sind, wirklich angehen möchte. Und ich möchte Ihnen dazu mal ein Beispiel nennen, das ich unheimlich gut finde. Und zwar gab es eine Berechnung des Internationalen Währungsfonds. Der hat ausgerechnet, dass die internen Hürden im Binnenmarkt, dass die Zöllen entsprechen in Höhe von 45 Prozent für Güter und über 100 Prozent für Dienstleistungen. Das heißt, wir haben erhebliche Hürden innerhalb unseres Binnenmarkts.

Sprecher 3: Michael, heute wirklich eine unpassende Frage. Ich stelle sie trotzdem. War sonst noch was?

Sprecher 2: Nee, gar nicht. Ich weiß gar nicht, was du meinst, Selin. Keine Ahnung. Selbstverständlich war was. Mensch, seit Wochen, Monaten fiebrig auf diesen Moment hin. Gestern war es dann endlich soweit. Der 1. FC Köln ist endlich wieder erstklassig. Und es war pure Ekstase bei mir. Wirklich Herzensextase. Ich habe mich so gefreut, das kannst du dir gar nicht vorstellen.

Sprecher 3: Und Videos, die du ja so nett in unserem Chat rumgeschickt hast, von irgendwelchen Leuten, die im Stadion waren, zeigt die pure Lebensfreude auch der Kölner. Und bisher jedenfalls ist noch nicht berichtet worden, anders als in Hamburg, von Verletzten oder von Leuten, die komplett durchdrehen.

Sprecher 2: Weißt du, warum das so ist, Helene? Weil wir das so oft geübt haben, dieses Aufsteigen aus der zweiten Liga. Bei uns passiert dann einfach gar nichts mehr.

Sprecher 3: Möget ihr lange bleiben, mögen auch die HSVler lange bleiben. Das ist doch einfach ein schönes Gefühl. Tut mir natürlich dann leid für die anderen.

Sprecher 2: Ja, sorry Düsseldorf, sorry Paderborn, wirklich sorry Kaiserslautern. Aber am Ende kann es immer nur einen geben. Beziehungsweise in diesem Fall drei. Aber auf jeden Fall ist es der 1. FC Köln. Und deswegen, ich freue mich auf das Spiel gegen Hamburg. Und ich gehe mit Helene natürlich dahin. Bis dahin, ich freue mich.

Sprecher 3: Wir podcasten vom Spielfeld ran. Tschüss.

Sprecher 9: If it makes you feel bad. Seeing me so tense. No self-confidence. But you see, the winner takes it.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for All. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.