Wird jetzt wieder gebaut, Herr Hübner?
Dauer: 25:55

Wird jetzt wieder gebaut, Herr Hübner?

Die neue Bauministerin Verena Hubertz steht vor enormen Herausforderungen – Wohnungsnot, hohe Baukosten und überfällige Infrastrukturprojekte. Peter Hübner, Präsident der Deutschen Bauindustrie, fordert im Gespräch mit Michael Bröcker mehr Deregulierung und die kluge Nutzung von Brachflächen. „Das Wichtigste ist: bauen, bauen, bauen“, so Hübner – alles andere müsse dem untergeordnet werden.


Friedrich Merz ist unmittelbar nach seiner Wahl zum Bundeskanzler nach Paris und Warschau gereist – ein symbolischer und inhaltlicher Auftakt zur Neuausrichtung der Europapolitik.

Unsere Korrespondentin Sara Sievert hat den Bundeskanzler auf seinen ersten beiden Auslandreisen begleitet.


Indien hat nach einem Anschlag mit 26 Toten Luftangriffe auf mutmaßliche Terrorcamps in Pakistan geflogen – der Kashmir-Konflikt droht erneut zu eskalieren. Markus Bickel, Leiter des Security Table, erläutert die Hintergründe und das atomare Eskalationspotenzial: China, Pakistan und Indien sind unmittelbar involviert. „Die Gefahr, dass bei drei Atommächten ein Konflikt eskaliert, der irgendwann nicht mehr zu kontrollieren ist, ist groß“, warnt Bickel.



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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Paris, Warschau, Brüssel. Nach der historischen Kanzlerwahl im zweiten Anlauf macht Friedrich Merz sich nun an die Arbeit. Als wollte er die Schmach aus dem Bundestag vergessen machen, ging es gestern direkt nach Paris und nach Warschau. Unsere Kanzlerkorrespondentin Sarah Sievert war bei der Reise dabei und weiß, wie sich Merz geschlagen hat.

Sprecher 3: Der nächste Langzeitkonflikt eskaliert. Indien hat gestern Luftangriffe auf angeblich terroristische Ziele in Pakistan ausgeführt. Pakistan reagierte mit Artilleriefeuer. Unser Redaktionsleiter des Security Table, Markus Bickel, bringt uns diesen fernen Konflikt mal etwas näher.

Sprecher 2: Schwarz-Rot hat versprochen, jetzt wirklich zu liefern. Der Digitalminister startet mit einer Modernisierungsansage. Die Wirtschaftsministerin will das Comeback für den Standort Deutschland. Und auch die Bauministerin Verena Huberts erbt ein echt großes Problem. Es gibt zu wenige Wohnungen in diesem Land. Was also tun? Das wollen wir von Peter Hübner wissen, dem Präsidenten der Bauindustrie. Und er soll uns auch sagen, ob die Branche überhaupt genügend Kapazitäten hat, Stichwort Fachkräfte, um das Sondervermögen für Infrastruktur auch umzusetzen.

Sprecher 3: Es ist Donnerstag, der 8. Mai. Heute vor 80 Jahren wurde Deutschland und die Welt vom Naziregime befreit. Eine Gedenkveranstaltung heute in Berlin. Darüber berichten wir dann morgen. Bundeskanzler Friedrich Merz, haben Sie sich auch schon an dieses Namenspaar gewöhnt? Wir müssen es auf jeden Fall, wir sollten es auf jeden Fall jetzt tun, denn Tag 1 des neuen Bundeskanzlers ist bereits vorüber. Nach dem Wahldebakel will Merz schnell in den Regierungsalltag kommen und liefern. Das muss er auch, denn die Wählerinnen und Wähler in Deutschland sind verunsichert. Nur 40 Prozent halten ihn für eine gute Besetzung in diesem unserem wichtigsten politischen Amt. Europas Krisen und Konflikte, aber auch die neuen Machtverschiebungen auf der Weltbühne. Niemand nimmt Rücksicht auf innenpolitische Befindlichkeiten in Deutschland. Wir müssen zu alter außenpolitischer Verlässlichkeit und wirtschaftlicher Stärke kommen. So heißt es jetzt überall bei Union und SPD. Und immerhin CDU, CSU und die SPD haben eine interne Maulwurfjagd gegen die möglichen Abweichler abgelehnt. Das wollen sie nicht tun. Man wolle nach vorne schauen. Die übrigen Minister, sie legen auch schon los. Der Digitalminister will Erfolge erzielen, das Land modernisieren und zieht Kompetenzen aus gleich sechs Bundesministerien ab. Er bekommt sogar ein Vetorecht für alle IT-Ausgaben. Der Innenminister verfügt direkt einen Einreisestopp für alle irregulären Migranten an den deutschen Grenzen. Und die Bildungsministerin überrascht mit einer Bischöfin als Staatssekretärin, die sich um die Kitas kümmern soll. Also viel Neues, aber vor allem ist der Kanzler losgeflogen gestern, um die Europapolitik zu seiner Politik zu machen. Er war bei Emmanuel Macron. Und dann bei Donald Tusk in Warschau. Aber wer auch dabei war, ist unsere stellvertretende Redaktionsleiterin des Berlin Table, unsere Kanzlerkorrespondentin Sarah Sievert. Hallo Sarah.

Sprecher 4: Hallo Michael.

Sprecher 3: Sarah, wie war er denn drauf nach der Wahlschlappe? Hat man ihm das im Flieger schon angemerkt oder hat er es schon verkraftet?

Sprecher 4: Er hat das überraschend gut verkraftet, wobei ich sagen muss, vielleicht ist es gar nicht so überraschend, weil Friedrich Merz ja offenbar so sehr daran gewöhnt zu sein scheint, dass es bei ihm immer mehr als einen Anlauf braucht, dass er damit vielleicht so eine Art Umgang gefunden hat. Also er schien ganz guter Dinge und auch motiviert, jetzt nach vorne zu blicken und er versuchte das zumindest. Nach außen hinter sich zu lassen.

Sprecher 3: Es ist ja wirklich ein Kanzler, der nicht gerade vor Popularität strotzt, gerade am Anfang wenig Vorschusslorbeeren hat und viel Widerstände. Merkt man ihm das an? Spürt er das eigentlich, dass die Deutschen immer noch ein bisschen mit ihm hadern?

Sprecher 4: Ich glaube, er weiß zumindest um diese Widerstände, das merkt man auch. Und wenn er es nicht täte, wäre es doch ein bisschen bedenklich, zumal ja selbst diese Widerstände in seiner eigenen Koalition offensichtlich da waren. Aber ich glaube, er ist fest davon überzeugt, die Leute kennen ihn einfach noch nicht. Die Leute haben ihm noch keine Chance gegeben. Und er glaubt, wenn er jetzt mit gutem Regieren beweist, dass er es kann und dass er es besser kann, als es die meisten von ihm erwarten, dann werden sich viele vielleicht nochmal ein anderes Bild über ihn machen und ihm vielleicht nochmal eine zweite. Chance geben. Gleichzeitig sagt er auch, und das war auch der Eindruck, den er hier vermittelt hat, dass es jetzt natürlich für ihn wichtig ist, dass die Koalition funktioniert, weil mit dieser Kanzlerwahl, mit diesem holprigen Staat, den er da am Dienstag hingelegt hat, ist natürlich auch ein Bild nicht nur in Deutschland entstanden, sondern auch in die Welt hinaus gesandt worden. Also in Frankreich, in Polen, überall wurde darüber gesprochen, wie Friedrich Merz im ersten Wahlgang gescheitert ist und ob diese Koalition denn eigentlich funktionieren wird.

Sprecher 3: Ja, es gab viele hämische Kommentare auch in internationalen Medien. Da muss der Kanzler direkt durch ein Stahlbad durch. Aber noch eine Frage zum Umgang auch mit euch Journalisten. Das ist ja nicht deine erste Reise mit einem Kanzler. Immer so rund 20 Journalisten der führenden Medien in Deutschland dürfen ihn begleiten im Regierungsflieger. Dann gibt es auch einen Austausch hinten im Flieger, dann auch im Hintergrund. Hat er etwas gesagt zum Umgang oder zur Zusammenarbeit mit den Journalisten? Weil das ist ja auch für ihn neu, diese Reisen.

Sprecher 4: Ja, tatsächlich unterscheidet sich die Kommunikation von Friedrich Merz mit uns Journalistinnen und Journalisten schon von der von Olaf Scholz. Er ist gestern in der Regierungsmaschine auf dem Weg nach Paris mal nach hinten gekommen, hat uns begrüßt und sich auch bei den Kolleginnen und Kollegen vorgestellt, die er vielleicht noch nicht aus seiner Zeit als Oppositionsführer kannte. Hat auch einen Teil des Gesprächs unter eins, heißt zitierfähig gemacht und sich dabei aufnehmen lassen von den Kameras, ist dann in einen Hintergrundteil gewechselt, aus dem ich jetzt nicht zitieren darf, aber ich kann zumindest so viel vermitteln. verraten, es war doch relativ offen. Also vielleicht spricht da aus ihm dann teilweise noch der Oppositionsführer, der natürlich so eine gewisse Offenheit mitbringt. Vielleicht ist das aber auch einfach ein anderer Stil. Vielleicht ist er da einfach ein anderer Typ als Olaf Scholz, der ja sehr verschlossen war, sich ja wenig Menschen jemals überhaupt mitgeteilt hat. Und will uns da vielleicht auch helfen, ihn besser zu verstehen, was ja viel wert wäre.

Sprecher 3: Soviel zum Umgang mit den Journalisten. Sarah, lass uns noch eine inhaltliche Frage klären. Er ist nach Paris geflogen und er hat gesagt, er will die Beziehung zu Frankreich stärken. Ja, das sagen ja irgendwie alle Kanzler. Was hat er denn ganz konkret vor?

Sprecher 4: Ja, in der Tat haben Friedrich Merz und Emmanuel Macron gestern auch schon erste Vereinbarungen miteinander getroffen. Es war zwar viel Symbolik dabei, man hat sich ganz viel und lange die Hände geschüttelt und in den Armen gelegen, gute Bilder produziert. Aber man hat sich eben auch darauf geeinigt, in verschiedenen alten und neuen Formaten wieder häufiger in Kontakt miteinander zu treten und zusammenzuarbeiten, eine gemeinsame Linie zu finden, gemeinsam zu kommunizieren, sei es bei der Wirtschaftspolitik, bei der Außen- und Sicherheitspolitik. Und das war eben ein interessanter Punkt. Friedrich Merz hat in der Pressekonferenz vielleicht bewusst oder unbewusst nicht die Migrationspolitik angesprochen, Emmanuel Macron aber schon. Das heißt, da dürfen wir neugierig sein, wie eng man da miteinander zusammenarbeiten wird. Aber das wird natürlich nicht alles sein. Es wird natürlich auch Konflikte geben. An allererster Stelle steht da ganz häufig die Finanzpolitik, die europäische Finanzpolitik. Das Politik, also da wird man gucken müssen. Auch das Thema Mercosur hat gestern eine Rolle gespielt. Da wird man sich nicht ganz einig oder dürfte man sich nicht ganz einig gewesen sein in den Gesprächen. Also da ist natürlich auch über die persönlichen Beziehungen hinaus wichtig, dass inhaltlich, dass man zusammenkommt. Aber die Grundlagen dafür, die sind erstmal gegeben. Und ich glaube, dieses auf der menschlichen Ebene miteinander umgehen, das liegt mir jetzt vielleicht noch einen Ticken besser.

Sprecher 3: Deutsch-Französische Harmonie, die war in Paris durchaus zu spüren, Sarah. Aber dann ging es ja weiter nach Warschau. Und beim Thema Grenzkontrollen, da war man sich nicht ganz so einig. In Warschau die Pressekonferenz und die Äußerungen von Donald Tusk, dem polnischen Premierminister, die waren doch etwas überraschend. Was war da genau los?

Sprecher 4: Friedrich Merz hatte sich eigentlich gewünscht, zwei sehr harmonische Besuche zu machen, sowohl in Paris als auch in Warschau. Und in Warschau war die Stimmung dann durchaus angespannt. Und das hing natürlich mit der Anweisung von seinem Innenminister Alexander Dobrindt zusammen. Während Merz Donald Tusk in Warschau besuchte, hatte Alexander Dobrindt ja angewiesen, an den deutschen Grenzen ab sofort zu kontrollieren und gegebenenfalls eben auch zurückzuweisen. Und das betrifft natürlich auch die deutsch-polnischen Grenzen. Und das hat er natürlich auch in Absprache mit dem deutschen Bundeskanzler gemacht. Und so wie wir hören, hat Friedrich Merz ja im Vorfeld sogar mit Donald Tusk telefoniert, also vor seiner Wahl zum Bundeskanzler. Da soll das keine Rolle gespielt haben, beziehungsweise da habe man zwar gesagt, dass man sich jetzt ein bisschen klarer positionieren wolle, aber dass an den deutsch-polnischen Grenzen ab gestern sofort kontrolliert wird, das hatte Tusk offenbar, so wie wir hören, nicht drauf. Als bei der Pressekonferenz die Frage nach den Grenzkontrollen und gegebenenfalls auch Zurückweisungen gestellt wurde, hat Donald Tusk ziemlich klar geantwortet. Er hat da gesagt, es könne nicht sein, dass Polen am Ende Leidtragender sei, weil eben die Außengrenzen zu Belarus dann da sind und darüber dann die vielen Menschen kämen, die dann doch am Ende nicht mehr weiter nach Deutschland kommen.

Sprecher 3: Vielen Dank für deine Einschätzung zu Friedrich Merz'erster Reise und bis bald hier zurück in Berlin.

Sprecher 4: Vielen Dank, bis bald.

Sprecher 2: Der Kaschmir-Konflikt schwelt schon seit langem erreicht zurück bis ins Jahr 1947, das Ende der britischen Kolonialzeit. Damals wurden die Grundsteine gelegt, so kann man sagen, für den Konflikt, denn Britisch-Indien wurde geteilt. Die muslimischen Gebiete sollten zu Pakistan gehören, die hinduistischen zu Indien. Bei Kaschmir wurde es schwierig, denn die Mehrheit ist muslimisch, aber an der Spitze stand ein hinduistischer Fürst. Und der schloss sich Indien an und Pakistan reagierte mit militärischer Gewalt. Und seitdem ist Kaschmir faktisch geteilt. Indien kontrolliert den größeren Teil, Pakistan den kleineren. Aber beide Seiten beanspruchen das gesamte Gebiet und deswegen kommt es immer wieder zu Kriegen, zuletzt auch zu Schusswechseln an der Grenze. Und jetzt droht der schwelende Konflikt erneut zu eskalieren. Darüber möchte ich sprechen mit Markus Bickel, unserem Chef des Security Table. Er ist bei uns, wie immer, wenn es um die Krisen in dieser Welt geht. Hallo Markus.

Sprecher 5: Carlo Helle, ne?

Sprecher 2: Ja, Markus, immer wieder sehen wir ja ein Aufflammen in dieser Region Kaschmir. Diese aktuelle Eskalation, die hat sich doch schon seit Tagen angedeutet, oder? Was ist da los?

Sprecher 5: Genau. Es gab vor zwei Wochen einen Anschlag im indischen Teil von Kaschmir in Talgam mit 26 Toten, für den die indische Regierung pakistanische Tebagruppen verantwortlich gemacht hat. Pakistan hat diesen Vorwurf zurückgewiesen. Indien hat ihn aufgeregt. erhalten und am Mittwoch mit Militärschläge auf Terrorcamps in Pakistan reagiert. Das ist der Stand der Eskalation. Und eine dieser Gruppen, die dort diese Terrorcamps angeblich unterhält, ist Lashda Etayra. Das war die Gruppe, die für den großen Terroranschlag in Mumbai 2008 mit über 160 Toten verantwortlich war. Das heißt, auch da ist eine Kontinuität dieses Konflikts zwischen Indien und Pakistan zurückzuverfolgen.

Sprecher 2: Das ist auch der Grund, warum diese jüngsten Angriffe politisch so brisant sind?

Sprecher 5: Ja, es gab zwar Entspannung auch zwischen Indien und Pakistan, Aber die Zeichen stehen auf Zuspitzung. Die Zeichen stehen auch aus innenpolitischen Gründen auf beiden Seiten auf nationalistisches Aufheizklima. Und das ist vielleicht auch eine Geschichte des indisch-pakistanischen Konflikts, dass immer wieder innenpolitisch genutzt wird, Pakistan als Feind Indiens und andersherum. Und insofern wird dieses nationale Trauma des Terroranschlags in Mumbai 2008 auch genutzt, um die harten Schläge zu rechtfertigen. Die Gefahr ist groß, dass Pakistan noch härter reagieren wird, als es bislang getan hat.

Sprecher 2: Ist dann auch die Gefahr, dass sich die Eskalation ausweitet zu einem Flächenbrand oder ist das eben... Dann doch auf die Region beschränkt zwischen Indien und Pakistan.

Sprecher 5: Die Gefahr eines Flächenbrandes ist, besteht, weil neben den beiden Atommächten Pakistan und Indien noch eine dritte Atommacht in der Region eine wichtige Rolle spielt und das ist China. China unterstützt Pakistan, während Indien von den USA unterstützt wird in diesem Konflikt. Trotz aller Aufrufe zur Deeskalation seitens von Trump und Außenminister Rubio, Und China hat in den letzten Jahren immer wieder auch Territorialkonflikte mit Indien gehabt, sodass die Gefahr, dass bei drei Atommächten ein Konflikt eskalieren, der irgendwann nicht mehr zu kontrollieren ist, ist groß. Die Appelle von den Vereinten Nationen, von den USA, auch der neue Bundeskanzler Merz hat sich in Karis zwittisch geäußert und zur Deeskalation auch gerufen, sind leider nur Worte mit wenig Einfluss auf die beiden Konfliktparteien.

Sprecher 2: Wenn man hört Eskalation zwischen drei Atommächten, dann wird man in der Tat sehr unruhig. Wie groß ist denn konkret die Gefahr, dass Atomwaffen auch zum Einsatz kommen?

Sprecher 5: Da muss man vielleicht zurückgucken. 2019 gab es in Bonn einen Selbstmord oder damals war es ein Selbstmordanschlag in Kashmir mit 40 Toten, wo Pakistan und Indien Teile ihrer Atomwaffen bewegt haben. Das hat die USA zum Eingreifen zum Diplomatischen gebracht. Alle diplomatischen Kanäle wurden bemüht. Um auf beide Seiten einzuwirken. Das heißt, da ist diese Deeskalation geglückt. Eine Art oder andere Auseinandersetzung konnte verhindert werden. Was heute anders ist, ist, dass die USA seit dem Amt an Trump im Januar keine Botschafter nach Islamabad oder Delhi entsandt haben und auch, dass die entsprechenden Posten im State Department noch gar nicht besetzt sind für die Region. Also 2019 war es auch damals unter Trump noch möglich, alle diplomatischen Kanäle zu benutzen. Heute sind die weitaus schlechter besetzt und deshalb auch die Möglichkeit, da deeskalierend einzugreifen seitens der USA geringer.

Sprecher 2: Düstere Aussichten. Lieber Markus, trotzdem vielen Dank, dass du da warst.

Sprecher 5: Danke dir, Helene.

Sprecher 2: Die Bagger müssen wieder rollen, hatte die neue Bauministerin Verena Huberts Anfang der Woche gesagt. Es sollen mehr Wohnungen gebaut werden, Straßen und Brücken müssen saniert werden und auch unsere Schulen brauchen dringend eine Frischzellenkur. Diese Versprechen kennen wir alle. In der letzten Legislaturperiode wurde davon wenig eingelöst. Es gibt viel zu tun für die Baubranche, aber kann sie überhaupt leisten, was die Regierung da verspricht? Das fragt Michael Bröker jetzt den Mann, der es wissen muss. Es ist Peter Hübner, der Präsident der Bauindustrie und Vorstand der Kölner Strabag AG.

Sprecher 3: Einen schönen guten Tag, Herr Präsident Hübner.

Sprecher 6: Herr Brücker, guten Tag. Schön, dass ich hier sein darf.

Sprecher 3: Die neue Bauministerin ist da, Verena Huberts. Ihr Name hat Sie wahrscheinlich überrascht, oder?

Sprecher 6: Ja, so ein bisschen schon. Also damit hat man einfach nicht gerechnet. Aber ich kenne sie eigentlich sogar aus einigen Gesprächen schon im Bundestag, die ich mit ihr geführt habe. Und sie wird das schon hinkriegen. Sie war ja stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Bauen. Also von daher hat sie mit dem Bau schon mal Berührung gehabt.

Sprecher 3: Ich habe mit einem geredet, der eventuell auch im Gespräch gewesen wäre, der sagte, naja, Bauministerium ist so ein bisschen so, wenn die Zinsen niedrig sind, geht es wunderbar und die Baukonjunktur, die läuft, da kannst du auch nicht viel machen. Wenn die Zinsen hoch sind, kannst du aber auch nichts machen und dann geht die Baukonjunktur runter. Ist es so einfach?

Sprecher 6: Grundsätzlich könnte es so sein, ja. Und eigentlich ist es natürlich auch so. Wo wir froh sind, dass es wieder ein Bauministerium gibt. Es gibt ja zwei. Ministerien, die sich mit Bau beschäftigen, einmal Infrastruktur, einmal Bauministerium. Was die erste Aufgabe von Frau Hubert sein muss, dass sie die klimapolitischen Aspekte mit in das Bauministerium bekommt. Und das war, glaube ich, das große Problem bei der Vorgängerin, dass die ganzen Klimathemen bei Herrn Habeck waren und nicht im Bauministerium.

Sprecher 3: Wo sind denn die Zieldilemmata, die die vergangene Ministerin ja vielleicht auch hatte? Einerseits brauchen wir ganz schnell ganz viel Bauprojekte, sowohl im sozialen Wohnungsbereich als auch im privaten Wohnungsbereich. Andererseits möchten wir möglichst nachhaltig und grün bauen. Ist das ein Zielkonflikt?

Sprecher 6: Das muss keiner sein. Nein, das ist eigentlich auch keiner. Ich glaube, die klimapolitischen Ziele waren falsch gesetzt, auch mit dieser Förderung, wo nun extrem die Außenhülle in Betracht gezogen wurde, mit diesem sogenannten EH40, 60 Prozent geringer als sozusagen ein normales Standardhaus bezüglich der Emissionen oder auch der Wärmedämmung. Das ist im Koalitionsvertrag schon anders beschrieben. Es wird wieder auf den Standard von EH55 gegangen und auch der wird wieder gefördert. Und das ist das Wichtige. Denn das war in der letzten Koalition, dann zum Ende hin war das förderfähig, aber eigentlich basierte alles auf diesem viel, viel höheren Klimastandard. Und der ist unserer Meinung nach sowieso schon unnötig, weil er einfach teuer ist.

Sprecher 3: Trotzdem hatte ich bei Gesprächen mit der Bauindustrie und der Bauwirtschaft immer auch das Gefühl, es ging vor allem darum, mehr Förderung vom Staat zu bekommen. Ist das nicht auch ein bisschen wenig, was aus der Bauindustrie da an innovativen Ideen an die Politik her? Angetragen wurde?

Sprecher 6: Bin ich bei Ihnen. So geht es nicht. Also Bauen ist auch nicht ausschließlich auf Förderung angewiesen. Wir haben natürlich auch unglaublich viele von der Regulatorik, viele Anordnungen und Richtlinien, die das Bauen einfach schwierig machen. Wir hatten ja dieses große Programm des Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum in der Ampelkoalition. Und wenn man ehrlich ist, ist dabei gar nichts herausgekommen. Auch dieses Thema Barrierefreiheit, das ist eigentlich so eines meiner allerliebsten Themen. Du kannst nicht jedes Wohngebäude barrierefrei machen. Es ist völlig klar, dass du für einen gewissen Teil der Bevölkerung barrierefreie Wohnungen brauchst und barrierefreie Häuser, aber mit Sicherheit nicht für 100 Prozent der deutschen Bevölkerung. Das ist nicht bezahlbar.

Sprecher 3: Frau Geiwitz hat doch immer gesagt, wir brauchen nicht einen Mercedes. Wir bauen ständig immer irgendwo einen Mercedes. Es muss ab und zu auch mal ein kleiner Skoda reichen.

Sprecher 6: Ja, wir haben auch da einen guten Ansatz gehabt in der Vorgängerregierung mit dem Gebäudetyp E. E wie einfach oder experimentell. Einfach halte ich für ein bisschen trivial ausgedrückt, aber experimentell. Das ist schon mal ein guter Ansatz. Aber auch der muss natürlich so gestaltet sein, dass er auch rechtssicher ist. Es kann nicht sein, dass wir jetzt mit dem Gebäudetyp E anfangen und später plötzlich Rechtsprobleme bekommen, gerade für die, die bauen, die dann plötzlich nicht nach dem Stand der Technik gebaut haben. Und dann kriegst du die Wohnung nicht verkauft, nicht vermietet oder wirst dann noch verklagt.

Sprecher 3: Was ist denn dann das Wichtigste, was diese neuen Minister in den ersten 100, 200 Tagen anpacken? Ist es vielleicht das in der Schublade liegende Baugesetzbuch und die Vereinfachung dort, die ja dann auch eine neue Rechtssicherheit für schnelleres Bauen geben soll?

Sprecher 6: Das ist ja das, was wir seit Jahrzehnten eigentlich fordern, dass auch die Landesbaugesetzordnungen vereinfacht werden. Denn auch dieses Thema serielle Bauen, die Effekte erzielen sie erst, wenn in allen Ländern natürlich der gleiche Bautyp auch gebaut werden kann. Also es gibt schon viele Themen, die...

Sprecher 3: Aber diese Zuständigkeit hat die Bundesbauministerin ja nicht. Es ist eine Ländersache, die müssen sich gemeinsam darauf einigen.

Sprecher 6: Der Bund steht hier in der Koordinationspflicht. Die müssen das Ganze koordinieren mit den Ländern.

Sprecher 3: Also ist es nochmal die Frage, wie kommen wir auf 400.000 oder noch mehr Wohnungen, neue, fertiggestellte, genehmigte Wohnungen pro Jahr? Regulierung oder ist es am Ende warten auf ein besseres Zinsumfeld? Was ist es genau? Wo sind die Stellschrauben, die wirklich wirken?

Sprecher 6: Ich glaube, sie müssen an vielen Schrauben drehen, um mit dem Wohnungsbau wieder voranzukommen. Man muss deregulieren, das ist mal ganz klar. Das Festschreiben der Mietpreisbremse bin ich mir nicht ganz so sicher, ob das den Effekt hat. Denn das wird Investoren einfach abschrecken. Das ist einfach so. Natürlich ist es nicht akzeptabel, dass gut ausgebildete Menschen sich in der Großstadt keine Wohnung leisten können. Da kann man gar kein Wort drüber verlieren. Das ist nicht akzeptabel.

Sprecher 3: Aber was ist die Alternative zu einer Mietpreisbremse bei bestehenden Mietern? Klar weiß ich, dass das Angebot erweitert werden muss, aber du hast ja bestehende Mietverhältnisse, wo man auch was tun muss.

Sprecher 6: Also ich bin großer Fan von Angebot und Nachfrage. Und da ganz klar, es musst du einfach das Angebot erhöhen. Und es gibt einfach drei Schlüssel. dass wir das Thema Wohnungsbau in den Griff kriegen. Das ist bauen, bauen, bauen. Du musst einfach im großen Stil bauen. Du musst Gelände bereitstellen. Auch die Kommunen müssen umgewidmete Gelände, die muss man dann auch zweckgebunden an Privatinvestoren oder an Wohnungsbaugenossenschaften geben, die dann darauf einfach auch Wohnungsbau errichten. Und das Thema Wohnungsbaugenossenschaften, Hamburg ist, glaube ich, ein gutes Beispiel für die Republik. Der Wohnungsbau in Hamburg ist wirklich ein Vorzeigeprojekt.

Sprecher 3: Wo kriegst du das Bauland her in urbanen Zentren?

Sprecher 6: Wir haben unglaublich viele Brachflächen, die umgewidmet wurden. Industrieunternehmen sind weggegangen und die Umwidmung dauert dann 15 Jahre.

Sprecher 3: Also es ist kein Bauflächenproblem, dann haben wir ja doch wieder ein Regulierungs- und politisches Problem.

Sprecher 6: Also ich behaupte, wir haben kein Bauflächenproblem. Du musst einfach auch bereit sein, diese Flächen umzuwidmen und sie zur Verfügung zu stellen. Und sie vor allen Dingen nicht gleich für teures Geld an Projektentwickler verkaufen. Und sich dann darüber beschweren, dass dort nur Luxuswohnungen entstehen. So geht das Thema nicht. Du kannst nicht mit dem Verkauf von umgewitteten Industriebrachen deinen kommunalen Haushalt wieder ins Lot bringen. Das ist mit Sicherheit der falsche Weg.

Sprecher 3: Wir haben jetzt Geld, nämlich sehr viel Geld im Infrastruktur-Sondervermögen, 400 Milliarden alleine für den Bund in den nächsten zwölf Jahren. Haben Sie und haben Ihre Mitgliedsunternehmen die Kapazitäten, das eigentlich umzusetzen in Neudeutsch, auf die Straße zu bringen, was da jetzt politisch angeboten wird?

Sprecher 6: Definitiv. Wir haben ja auch die... Nicht nur 400.000 Wohnungen, sondern auch 400 Großbrücken pro Jahr sollten ja neu gebaut werden oder grundsaniert werden. Und zum Teil haben unsere Brückenbauunternehmen Kurzarbeit. Weil einfach keine Ausschreibungen auf dem Markt sind und das nicht akzeptabel.

Sprecher 3: Aber Materialengpässe, alles was wir mal gelernt haben in den letzten Jahren, ist gar nicht wirklich vorhanden?

Sprecher 6: Nein, das ist kein Thema mehr. Und das, was ich gerade so in der Corona-Pandemie natürlich die Auswüchse bezüglich Stahl und Zement, dass die Preise durch die Decke gegangen sind, das ist nicht mehr so. Das hat sich wieder alles normalisiert. Also das ist mit Sicherheit nicht der Flaschenhals. Der Flaschenhals ist die öffentliche Verwaltung.

Sprecher 3: Ein Hesse in Köln, eine persönliche Frage zum Schluss. Wenn Sie ein Bauprojekt in Deutschland sich aussuchen dürften, was Sie komplett neu gestalten dürften, welches wäre das? Abreißen, neu machen.

Sprecher 6: Ich bin zwar Spröder Hesse in Köln, Sie haben recht, aber da wäre nochmal das Opernhaus. Das liegt mir da sehr am Herzen. Ich würde es einfach jetzt auch noch abreißen.

Sprecher 3: Vielen Dank, lieber Herr Hübner.

Sprecher 6: Gerne.

Sprecher 2: Mick war noch was.

Sprecher 3: Ja, Helene, schöne Grüße hier vom Tegernsee, vom Ludwig-Erhard-Gipfel, wo ich gestern nach unserem gemeinsamen wunderbaren Auftritt auf der OMR gelandet bin. Es regnet hier und das ist eine gute Nachricht, denn auch der Tegernsee hat viel zu viel, zu viel, zu wenig Wasser.

Sprecher 2: Da hofft man doch dann, dass ihr nicht in der Sonne sitzt und Bier trinkt, sondern zusammen darüber diskutiert, was es denn für positive Impulse für die deutsche Wirtschaft gibt.

Sprecher 3: Genau, Future and Finance Day ist heute am Tag 2 dieser Konferenz. Der Digitalminister hat seinen ersten Auftritt, auch die Wirtschaftsministerin wird erwartet und der Kanzleramtsminister. Aber heute geht es vor allem ums Liebegeld und wie wir mehr davon, mehr Investitionen und mehr Investorengelder hier nach Deutschland holen.

Sprecher 2: Ja, Michael, wir müssen alle hart arbeiten für unser Geld. Und so sind wir natürlich auch am Brückentag, den 9. Mai am Freitag, für Sie da, wenn Sie mögen. Bis dahin. Tschüss.

Sprecher 7: And I'm there in the corner staring to wonder where she is. And it's crazy to her. Some people seem to have everything. 9 a.m. On the hour hand. It's waiting for the bell. It's looking real pretty. You say the full first line of tail. You were hard for the money. So hard for your money. She was hard for the money. So you better treat her right. She was hard for the money, so you better treat her right.