Die Merz-Mannschaft
Friedrich Merz präsentiert heute seine Minister(innen)riege – und überrascht mit einer deutlich höheren Zahl an Ministerinnen, als viele erwartet hatten. Helene Bubrowski und Michael Bröcker werfen einen genaueren Blick auf die Kabinettsmitglieder der Union und analysieren die wichtigsten Personalien.
Das Bild aus dem Petersdom ist um die Welt gegangen: Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj in einem vertraulichen Gespräch, über das nach wie vor keine Details bekannt geworden sind. War es mehr als ein symbolischer Fototermin oder doch ein Wendepunkt im Verhältnis zwischen den USA und der Ukraine?
Table.Briefings - For better informed decisions.
Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen.
Professional Briefings kostenlos kennenlernen:
Audio-Werbung Table.Today: jan.puhlmann@table.media
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Heute will Friedrich Merz seine Minister bekannt geben und übrigens seine Ministerinnen. Davon gibt es nämlich ganz schön viele. Michael Bröker hat natürlich alles schon vorab erfahren, nämlich gestern. Und deswegen können wir Ihnen berichten, was heute auf Sie zukommt und wie die Merz-Mannschaft aussieht.
Sprecher 3: Im Kreml wird man endgültig und endlich, muss man sagen, nervös. Denn am Rande der Beerdigung ausgerechnet von Papst Franziskus kam es zu einer historischen, nicht nur fotografisch-historischen Zusammenkunft von Zelensky und Donald Trump im Petersdom. Und auf einmal droht der US-Präsident mit neuen Sanktionen gegen Russland. Wir fassen das für Sie mal zusammen.
Sprecher 2: Es ist Montag, der 28. April. Wir starten wieder in eine kurze Woche, aber die Ferien sind vorbei. Und deshalb sind wir auch wieder vollzählig wie schön.
Sprecher 4: Es wird eine Rolle spielen, dass wir vor allen Dingen versuchen, Frauen auch in Verantwortung zu bringen. Das tue ich jetzt schon in der Partei und in der Bundestagsfraktion. Und das wird natürlich auch für eine zukünftige Regierung gelten. 50-50? Ich halte wenig von diesen Vorschlägen. Sehen Sie, das ist so schief gegangen in der letzten Bundesregierung mit der Verteidigungsministerin. Das war eine so krasse Fehlbesetzung und das sollten wir nicht wiederholen. Wir tun damit auch den Frauen keinen Gefallen.
Sprecher 2: Ja, Friedrich Merz hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm Parität am Ende nicht wichtig ist. Jedenfalls, dass das nicht entscheidend sein soll für die Besetzung des Kabinetts, sondern es geht um Kompetenz. Schauen wir uns doch mal an, wie die Mannschaft jetzt aussieht und ob dieser Anspruch auch jetzt da eingelöst wird.
Sprecher 3: Ja, es gibt einige Überraschungen, muss man sagen, in der Liste, die uns da gestern zugeflogen ist. Vor allem, wie ich finde, Helene, stehen da vier Frauen drauf bei sieben Ministern für die CDU. Das ist doch mehr, als ich dachte.
Sprecher 2: Es ist wirklich interessant, weil man ja dachte, die CDU hat quasi gar keine Frauen mehr, außer vielleicht Silvia Breher und die, kleiner Spoiler, wird nicht Ministerin werden, sondern Friedrich Merz hat tatsächlich andere Frauen gefunden, teilweise Bekannte, teilweise auch noch ziemlich Unbekannte, die jetzt dabei sind.
Sprecher 3: Ja, fangen wir mal mit der Überraschendsten an. Sicherlich Katharina Reiche, die Wirtschaftsmanagerin, die einen sehr großen Energiekonzern in Essen führt. Mit 11.000 Mitarbeitern und 8 Milliarden Euro Umsatz, also wirklich keine kleine Klitsche. Die hat er doch jetzt ins Wirtschaftsministerium gelockt, obwohl dort ja so viele Kompetenzen rausfliegen. 51 Jahre ist sie alt, früher war sie mal parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium, 17 Jahre im Bundestag und dann eben in die Wirtschaft gewechselt. Durchaus überraschend, diese Personalie.
Sprecher 2: Ja, seit 2015 ist sie schon nicht mehr im Bundestag. Also zehn Jahre sind das jetzt. Aber warum nicht? Es ist doch gut und auch sehr bereichernd, wenn man diesen Wechsel zwischen Politik und Wirtschaft mal hat. In Amerika ist das gang und gäbe. Bei uns kennt man das eigentlich nicht. Und wenn jemand aus der Wirtschaft dann auch die Wirtschaftspolitik bestimmt, muss das wirklich nicht schlecht sein.
Sprecher 3: Sigrid Russwurm, der ehemalige BDI-Präsident, er lobt sie für ihren breiten Erfahrungshintergrund. Auch Veronika Grimm, die Wirtschaftsweise, nennt sie einen Glücksgriff. Also in der Wirtschaft kommt diese Personali durchaus gut an, weil da atmet man auf, dass jemand aus der Wirtschaft mal die Wirtschaft machen kann. Und wie man aus ihrem Umfeld hört, will sie auch eine durchaus zähe und taffe Ministerin sein und das Ressort wieder zum ordnungspolitischen Gewissen dieser Regierung machen, trotz fehlender Kompetenzen.
Sprecher 2: Ja, das ist nämlich die bittere Geschichte. Aus der Beamtenschaft des BMI hört man jetzt schon ein gewisses Klagen darüber, dass dieses Haus, das in der letzten Legislaturperiode so wichtig war, das Vizekanzleramt mit allen möglichen Kompetenzen von Klimaschutz über Energie bis hin zu Exportkontrolle und so weiter, jetzt doch ziemlich verkleinert wird. Teilungen abwandern und der Status einfach auch innerhalb des Kabinetts nicht mehr so wichtig ist des Wirtschaftsministeriums. Sowas finden Beamte natürlich immer nicht besonders gut, aber ob das dem Land schadet, das ist nochmal eine ganz andere Frage.
Sprecher 3: Jedenfalls kommen einige volkswirtschaftliche Grundüberzeugungen wieder ins Haus und weniger Transformationssteuerung. Das ist auch durch die Staatssekretärin Gitter-Konnemann wohl gesichert. Die Chefin des Wirtschaftsflügels MIT soll ihr zuarbeiten und parlamentarische Staatssekretärin werden. Katharina Reiche, man darf gespannt sein.
Sprecher 2: Ja, Katharina Reiche, für sie sprach sicherlich auch, dass sie aus Brandenburg kommt, also Ostdeutsche ist. Und auch da war ja die CDU zuletzt nicht so gut aufgestellt. Und da kann man wieder sagen, liebe Angela Merkel, da hat Friedrich Merz zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, Frau und Ostdeutsche. Das erinnert uns an Angela Merkel. Aber gehen wir doch mit einem Vertrauensvorschuss mal an die Sache ran.
Sprecher 3: Wir sind hier konstruktiv und deswegen auch nicht zu viel Kritik jetzt über die andere überraschende Personalie. Nina Wagen, die hatte ich gar nicht auf dem Zettel. Helene, muss ich wirklich sagen, bis ich es gestern erfahren hatte, die parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion, Generalsekretärin der CDU im Südwesten, aber keine ausgewiesene Gesundheitsexpertin, durchaus überraschend.
Sprecher 2: Sehr überraschend, zumal ja Tino Sorge im Gespräch war und der hatte sich in der Corona-Pandemie auch sehr hervorgetan als Gesundheitspolitiker mit einigen Reden im Bundestag. Manche hat ihn auf dem Zettel, er kommt auch aus Ostdeutschland. Aber Nina Wagen hat sich durchgesetzt und es ist interessant, sie saß... Das war zwischen 2013 und 2017 schon im Bundestag, hat dann aber 2017 den direkten Einzug verpasst und kam dann erst als Nachrückerin von Stefan Harbart wieder in den Bundestag, der nach Karlsruhe wechselte. Also eine Frau, die nicht immer ganz oben stand, wenn es um Posten ging oder auch um Listenplätze. Und jetzt wird sie Ministerin.
Sprecher 3: Einer, der mit ihr zusammenarbeitete in der Jungen Union, sagte mir gestern, sie ist tough, sie hat keine Allüren und sie ist sehr, sehr fleißig. Und Manuel Hagel hat sich für sie eingesetzt, der Landeschef, der Mächtige in Baden-Württemberg, der vor wenigen Wochen in einem Interview, man hätte es ahnen können, Baden-Württemberg als den neuen Gesundheitsstandort ausgerufen hat. Die Krebsforschung wolle er dort verstärken und nun kommt die zuständige Ministerin aus seiner Region. Das dürfte ihn freuen.
Sprecher 2: Aus Baden-Württemberg ebenfalls kommt Thorsten Frey. Wir hatten ihn hier kürzlich erst wieder im langen Gespräch. Da wollte er noch nicht sagen, was er wird, aber es wurde schon lange gemunkelt. Er wird der neue Chef-BK, also der Chef des Kanzleramts, der die wesentlichen Teile der Regierung steuert und koordiniert, bei dem alle Feen zusammenlaufen, der ein enger Vertrauter sein muss des Kanzlers, denn es ist sein engster Mitarbeiter. Das ist trostfrei und viele sagen, er kann das, studierter Jurist. Und es gibt niemanden anders, der dafür geeigneter wäre, jetzt innerhalb der CDU.
Sprecher 3: Der Doppelwumms in diesem Kabinett, der kommt allerdings aus Schleswig-Holstein, so wie es damals das kleine Saarland geschafft hat, zwei relevante Ministerien zu besetzen, schafft es jetzt ausgerechnet, dass auch in Der CDU als sehr liberal und durchaus merzkritisch geltende Schleswig-Holstein. Karin Prien wird tatsächlich das Ministerium bekommen, was sie immer selber auch sich so zurechtgebaut hatte, nämlich Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, also von der Geburt über die Kita, über die Schulen bis hin zur Weiterbildung in einem Ressort. Das hat sie ja sehr intensiv vorgeschlagen in der Union und sie hat es auch bei uns im Podcast begründet, warum das klug und sinnvoll ist.
Sprecher 5: Ich bin tatsächlich der Überzeugung, dass wir große Reformbedarfe in Staat und Verwaltung haben. Insbesondere auch, weil ich den Eindruck habe, dass wir immer noch viel zu stark in Silos denken. Dass wir zum Beispiel die Frage, was brauchen Kinder, die schlechte Startchancen haben, die beantworten wir ja nicht nur im Schulsystem. Die beantworten wir im System der Kinder- und Jugendhilfe, die beantworten wir im System der Eingliederungshilfe. Aber wir denken die Bereiche nicht genug zusammen, dass wir Bildung... Sozusagen von der Geburt an denken müssen, eigentlich bis zur Weiterbildung. Das macht man am besten in einem Ministerium. Es gibt andere Wege. Ich glaube, dass es hohe Zeit ist, dass wir auch im Bund das ressortübergreifende Denken, dass es eine andere Qualität bekommt. Weil wir können die Probleme von Kindern und Jugendlichen in Deutschland heute nicht mehr nur im Bildungsbereich lösen. Wir brauchen eben auch die Unterstützung, die sozialen Unterstützungssysteme, die müssen an die Schule herangeführt werden. Das ist jetzt hohe Zeit und das muss sich auch in der Form der Zusammenarbeit einer Zukunft. zukünftigen Bundesregierung widerspiegeln.
Sprecher 2: Karin Prien ist damit die erste Ministerin mit jüdischen Wurzeln in einem Bundeskabinett in der Geschichte der Bundesrepublik, also in der 80-jährigen Geschichte. Das ist schon eine bittere Bilanz, aber umso mehr ist das ein Umstand, der wichtig ist. Gerade für die Frage, wo gehen wir hin mit unserer Erinnerungskultur.
Sprecher 3: Ja, und einer von diesen Merzianern, dem wir gestern dieses Kabinett erläuterte, der sagte nochmal, es sei ein bisschen auch die Reminiscenz an Helmut Kohl, der damals ja eine Volkspartei auch im Kabinett abbilden wollte, von Biedenkopf bis Geisler, muss man sich mal daran erinnern, welche unterschiedlichen Strömungen da drin waren. Ja, und Karin Prien ist nun wirklich eine Verfechterin der liberalen CDU, der eher linken CDU. Und trotzdem hat sie es geschafft, das Vertrauen von Friedrich Merz in den letzten Jahren zu bekommen. Und sie wird keine leise Ministerin sein. Davon können wir ausgehen.
Sprecher 2: Ja, man hat fast das Gefühl, Merz macht es hier wie Helmut Kohl, der ja darauf bedacht war, die Flügel der CDU auch abzubilden in entscheidenden Positionen. Damals war es Blüm und Kanter und heute ist es ja Karin Pien für den liberalen Teil und vom konservativen Teil gibt es natürlich auch einige. Nicht zuletzt den wichtigen künftigen Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn. Aber Thorst Frey gehört sicherlich auch zu den Konservativeren in der Fraktion.
Sprecher 3: Einer, der gar keinem Flügel zugehörig ist, weil er wirklich vom Fach kommt, ist wohl der neue Außenminister Johann Wadephul, auch aus Schleswig-Holstein, ein Oberstleutnant der Reserve und ein promovierter Jurist, der sich tief eingearbeitet hat in diese ganzen geopolitischen Krisen, aber eigentlich immer so ein bisschen nur die Nummer. Denn David McAllister war mal vorgesehen, Merz hat ihn auch gefragt, aber der hat abgesagt, er bleibt lieber in Europa. Und so kommt Johann Wadephut zu dem Job, den er unbedingt gerne haben möchte. Und er sei startklar, hat er ja neulich gesagt. Und insofern freut mich, dass wenn einer zum Zuge kommt, dass er das auch wirklich will. Wir haben ja in den letzten Jahren oft erlebt, dass jemand ins Kabinett gedrängt wurde, weil irgendwie Proports oder Mann oder Frau und wollte gar nicht so wirklich, ich erinnere an eine gewisse Christine Lambrecht, dieser Mann will Außenminister werden. Und er hat auch mal begründet, was ihn so fasziniert bei uns hier im Podcast-Interview.
Sprecher 6: Die neue Bundesregierung muss sich ans Werk machen, insbesondere in Europa wieder Handlungsfähigkeit herzustellen. Die ist verloren gegangen. Entscheidend bleibt natürlich der Europäische Rat, in dem sich Deutschland verhalten muss. Und da geht nie was ohne die Achse Paris-Berlin. Darum bemüht sich Friedrich Merz schon jetzt. Und es ist vollkommen klar, man muss in der jetzigen Zeit Polen sehr eng als Deutschland einbinden. Auch darum bemüht er sich, das machen wir. Und wenn wir das hinbekämen, nennen Sie es Achse, nennen Sie es Weimarer Dreieck, wie immer, dass von Paris über Berlin nach Warschau eine kohärente Politik gemacht wird, man auch nach vorne geht, Vorschläge macht, Initiativen ergreift. Wenn auch, Sie haben Kirstama erwähnt, das Vereinigte Königreich sich aktiv wieder in Europa einbringt, dann haben wir sehr große Chancen, auch gestalterisch wieder tätig zu sein.
Sprecher 3: Ja, Johann Wadephruth hat keine.
Sprecher 2: keinen Zweifel daran gelassen, dass er will. Er wollte so ostentativ, dass man sich schon fast gefragt hat, ob man Herzlichen deswegen vielleicht ablehnen muss. Denn es gab ja das Gerücht, wer sich zu aktiv um einen Posten bewirbt oder schon so tut, als habe er ihn schon in der Tasche, der kommt garantiert nicht zum Zuge. Und als Johann Wadepfuhl jetzt in der FAZ noch ein großes Interview gab und seine Ambitionen nochmal untermauert hat, dachte ich, das könnte fast gefährlich sein. Aber jetzt wissen wir, er wird es und er ist ja auch jetzt kürzlich schon auf Reisen geschickt worden von Merz. Politische Gespräche in London, Paris, Warschau und Rom hat er geführt. Es ging dabei um die europapolitische Abstimmung. Aber natürlich geht es auch um Fragen, wie geht man mit Kiew um, um das Verhältnis zu London, das wichtig ist aus der Sicht von Friedrich Merz und Johann Wadepfuhl, um die Dinge hoffentlich in eine gute Richtung zu lenken, was die Ukraine angeht.
Sprecher 3: Leer ausgeht tut Armin Laschet, der sich auch mindestens so sehr beworben hat um dieses Amt, schon um das Amt des Bundestagspräsidenten, jetzt Außenminister. Seine Tempofahrt in Aachen und die juristischen Streitigkeiten danach waren sicherlich nicht hilfreich, aber auch er hat sich so sehr beworben, dass es vielleicht manchmal ein bisschen too much war. Jedenfalls jetzt Johann Wadephul und kein weiterer Prominenter aus der NRW-CDU, aber die haben mit Merz, Linnemann und Spahn natürlich auch alle drei relevanten Ämter, die die CDU eigentlich vergeben kann innerhalb der Parteilogik, schon an die NRW-CDU vergeben. Also da kommt keiner mehr aus diesem prominenten und größten und wichtigsten Landesverband.
Sprecher 2: Die hessische CDU geht ziemlich leer aus. Der stolze Landesverband, der einst so wichtig war, Stichwort Roland Koch, stellt jetzt keinen Minister. Wobei man kann es auch anders sehen, denn Wolfram Weimar, der künftige Kulturstaatsminister, kommt aus Gellenhausen. Das ist eine Kreisstadt im Main-Kinzig-Kreis in der Nähe des schönen Örtchens Linsengericht. Naja, so richtig wird man ihn heute nicht mehr als Hessen ansehen. Er spielt im hessischen Landesverband keine große Rolle. Also ob die Hessen damit zufrieden sein werden, das müssen wir nochmal erfragen, Michael.
Sprecher 3: Auf jeden Fall, immerhin. Wer aber noch unzufriedener damit sein mit dieser Personalie, ist wahrscheinlich die eher linksgerichtete Kulturszene, weil die hat sich gestern, glaube ich, sehr an den Kopf gefasst, als diese Personalie bekannt wurde. Wolfram Weimar, ein sehr konservativer Publizist, Gründer des Cicero, früher Fokus-Chefredakteur. Das ist mal wirklich ein Antipode zu Claudia Roth.
Sprecher 2: Ja, und sauer sein dürfte auch Joe Cialo, der ja bis zuletzt im Gespräch war. Es gab immer wieder welche, die gesagt haben, nee, der hat in Berlin so vieles so wirklich schlecht gemacht. Diese Finanzierungsgeschichte so stümperhaft organisiert, sich nicht gekümmert, hat die ganze Kulturszene gegen sich aufgebracht. Dann gab es doch den Streit über die Antisemitismus-Klausel. Also er hat wirklich nicht performt, hat wohl auch sein Haus nicht gut geführt, hatte zu wenig Erfahrung mit Verwaltung. Es gab schon einiges, das gegen Giorgio Cialo sprach und gleichzeitig war dann die Frage, wer soll es denn sonst machen? So richtig viele Kulturinteressierte oder Kulturversierte gibt es in der CDU dieser Tage nicht. Übrigens auch ein Armutszeugnis für diese stolze Partei. Aber gut, jetzt wird es Wolfram Weimar, von dem eigentlich niemand so genau weiß, vielleicht außer Wolfram Weimar selbst, ob er eigentlich CDU-Mitglied ist. Eigentlich gehört es sich ja für Journalisten nicht, in einer Partei Mitglied zu sein. Also da werden wir nochmal fragen. Vielleicht steht dann da auch einfach Wolfram Weimar parteilos. Vielleicht tritt er auch noch in die Partei ein. Alles möglich. Jedenfalls auch das eine Überraschung.
Sprecher 3: Dann müssen wir noch zwei Sätze zur CSU verlieren, Helene. Da wird Alexander Dobrindt Innenminister. Das ist jetzt auch keine große Überraschung. Die Nummer eins der CSU in Berlin. Der Mann muss jetzt die innere Sicherheit, vor allem das Sicherheitsgefühl der Deutschen, aufmöbeln und natürlich die ganzen Asylpakete durchbekommen. Also schwere Herausforderungen, vor allem eben auch für die Unionsklientel, die sich genau dann von diesem Minister ja eine Wende erhofft.
Sprecher 2: Ja, das ist so. Und in der Migrationspolitik ist es immer leichter zu reden, als dann tatsächlich Erfolge vorzuweisen. Also großer Druck lastet auf Alexander Dobrindt. Sein Nachfolger als Landesgruppenchef wird Alexander Hoffmann, bisheriger parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion.
Sprecher 3: Echter Kulturschock, jedenfalls für die Veganen und Vegetarier in diesem Land und die Vertreter einer nachhaltigen Biolandwirtschaft, der ehemalige Metzgermeister aus der niederbayerischen Stadt Haibach, Alois Reiner sein Name, 60 Jahre alt, klar. Klassischer konservativer CSU-Politiker soll neuer Landwirtschaftsminister werden. Das dürfte auch dem einen oder anderen nicht gefallen. Er hat auch übrigens eine prominente Schwester, nämlich die einzige und erste Frau an der Spitze einer CSU-Landesgruppe in Berlin. Das war damals die berühmte Gerda Hasselfeld.
Sprecher 2: Interessant auch, dass die CSU sich den Posten als Staatsminister im Auswärtigen Amt ergattert hat. Das ja, wie wir wissen, der CDU zugeschlagen wurde mit Joran Wadephul. Florian Hahn, der sehr umtriebige Außen- und Sicherheitspolitiker, ein enger Vertrauter von Markus Söder, wird dieses Amt antreten. Also da muss sich zeigen, wie die CDU und CSU sich dann vertragen, wenn sie gemeinsam in einem Haus sind. Das gleiche übrigens mit umgekehrten Vorzeichen werden wir dann im BMI beobachten können, wo Philipp Amthor parlamentarischer Staatssekretär werden soll und die Hausleitung eben bei Alexander Dobrindt liegt.
Sprecher 3: Wir richten hier an Tag 1 noch nicht über diese neuen Kabinettspersonalien. Wir wollten sie einfach Ihnen vorstellen. Auch diese Menschen haben, finde ich, Helene, die 100 Tage schon fast auch irgendwie verdient, um erstmal anzukommen, oder?
Sprecher 2: Ja, ich meine, die Erwartungen sind groß und sie sind auch zu Recht groß an diese neue Bundesregierung. Aber lass uns darauf gucken, wie die Aufgaben angegangen werden und lass uns nicht zu schnell über diese Menschen richten. Denn eins ist klar, wer diese Aufgabe jetzt übernimmt, der wird es ziemlich schwer haben in den nächsten Jahren.
Sprecher 7: And joining me now is Secretary of State Marco Rubio. Secretary Rubio, welcome back to Meet the Press.
Sprecher 8: Good morning. Thanks.
Sprecher 7: And against the backdrop of that extraordinary meeting between President Trump and President Zelensky, Mr. Secretary, is Russia and Ukraine now closer to a deal in the wake of that meeting?
Sprecher 8: Well, I think they're closer in general than they've been any time in the last three years, but it's still not there. And it needs to start happening. I think this is going to be a very critical week in which we have to make a determination about whether this is an endeavor that we want to continue to be involved in or if it's time to sort of focus on some other issues that are equally, if not more important in some cases. But we want to see it happen. There are reasons to be optimistic, but there are reasons to be realistic, of course, as well. We're close, but we're not close enough.
Sprecher 3: Die ikonischen Bilder aus Rom vom Samstag, aus dem Petersdom, wo Donald Trump und Volodymyr Zelensky zusammensaßen, sie haben uns beeindruckt und auch ein bisschen den Glauben zurückgegeben, dass die beiden vielleicht doch sich noch verstehen und die Ukraine nicht auf dem Verhandlungstisch Russland. Übergeben wird.
Sprecher 7: Die Beerdigung von Papst Franziskus war ja an sich schon ein geschichtsträchtiger Moment und nun entsteht das Gefühl, dass dieses Treffen von Trump und Zelensky auf ganz andere Art und Weise geschichtsträchtig sein könnten, was sie genau besprochen haben. Wissen wir nur aus ihren jeweiligen Berichten. Aber es scheint jedenfalls so, dass das Verhältnis...
Sprecher 2: zwischen den beiden, das ja als irreparabel beschädigt galt, jetzt sich offenbar verbessert hat. Es ist noch nicht lange her, da haben wir dieses im Oval Office gehört.
Sprecher 9: With us, you start having cars. I'm not playing cars. Right now, you don't have your plates, Mr. President. You're playing cars. I'm very serious. You're gambling with the lives of millions of people. You're gambling with World War III. You're gambling with World War III. And what you're doing is very disrespectful to the country, this country. I'm with all the respect to you. Far more than a lot of people said they should have. Have you said thank you once?
Sprecher 3: Und jetzt also diese neuen Bilder. Trump und Zelensky auf Augenhöhe, beide nach vorne gerückt, fast zärtlich redeten sie miteinander. Wunderbar. Warten wir mal ab. Im Weißen Haus heißt es nun, das Gespräch sei konstruktiv gewesen mit Zelensky und Trump. Und Donald Trump hat ja auf seinem Lieblingsnetzwerk auch schon kommentiert und nachgefragt, ob Putin denn überhaupt Frieden wolle. Und er hat sogar weitere Sanktionen gegen Russland angedeutet. Also eine neue Tonlage endlich auch mal gegenüber den Kreml.
Sprecher 2: Ja, die große Frage ist natürlich, war dieses Treffen in Rom, dieses Gespräch ein Wendepunkt oder ist es nur eine symbolische Pause in einem langen und erbitterten Konflikt und zwar nicht nur... Konflikt im Sinne von Krieg zwischen Russland und der Ukraine, sondern auch Konflikt innerhalb des Westens, also zwischen der Ukraine und den USA. In den USA. Mick war sonst noch was.
Sprecher 3: Ja, Helene, ich muss mit dir reden. Ich brauche ein neues Sakko, denn meins ist ja bei dir im Wohnzimmer am Fenster in Flammen aufgegangen.
Sprecher 2: Das sollten wir jetzt gar nicht so laut besprechen. Ich war ja froh, dass die Feuerwehr nicht kam, Michael.
Sprecher 3: Also deine Rauchmelder funktionieren, Helene?
Sprecher 2: Meine Rauchmelder funktionieren. Man muss es aber auch erstmal schaffen, auf meine übrigens aus der Kirche mitgebrachte Karfreitagskerze, ein Teelicht, seinen Sakko draufzuwerfen.
Sprecher 3: Also erstmal habe ich das da nicht draufgeworfen, sondern es hing den ganzen Abend auf einem wunderbaren Fenster, Simps, und irgendeiner hat eine Kerze da drunter gestellt. Aber wir hatten zum Glück einen Podcast-Chef, der dieses Feuer sofort entdeckt und ausgetreten hat.
Sprecher 2: Michael, jedenfalls muss ich deine Haftpflicht nicht in Anspruch nehmen, denn das Fenster ist wirklich nur ganz bisschen beschädigt. Ich werde es mit ein bisschen Schmirgelpapier und weißem Lack selber hinbekommen.
Sprecher 3: Und ich nehme deine auch nicht für meinen Sakko in Haft. Ich habe zum Glück auch noch ein paar andere Sakkos.
Sprecher 2: Naja, bin ich ja sehr froh, dass wir uns über dieses Sakko und die Kerze nicht entzweien hier in diesem Podcast, sondern zusammenbleiben. Und abgesehen davon kann man doch auch einfach mal sagen, wir sind halt on fire, oder?
Sprecher 3: Bis dahin, morgen auch wieder, 6 Uhr, Table Today. Ciao, ciao.
Sprecher 10: Inside the mountain I see fire. Burning the trees, my sea fire. Hollow in soul, I see fire. And I hope that you remember me. And if the night is burning, I will cover my eyes. For if the dark returns, then my brothers will die. And as the sky's falling down, it crashed into this lonely town. And with that shadow upon the ground, I hear my people screaming out. Inside the mountains I see fire. Burning the trees, I see fire. Hollow and so glassy. Blood in the breeze, I see fire. Oh, you know a sore city, but I... And I see fire, feel the heat upon my skin. And I see fire. I see fire burn over and on the mountainside.