Nutzen wir in Zukunft noch Bargeld, Herr Balz?
Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, spricht mit Michael Bröcker über die aktuelle Schuldenpolitik in Deutschland. Wie viele Schulden verträgt die Bundesrepublik, ohne ihr AAA-Rating zu gefährden?
Wie stehen die Chancen für einen 30-tägigen Waffenstillstand in der Ukraine?
Viktor Funk vom Security.Table analysiert, welche strategischen Ziele Russland verfolgt und ob Präsident Putin ernsthaft an einem stabilen Frieden interessiert ist.
Horand Knaup vom Berlin.Table analysiert die Kräfteverhältnisse bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD.
17 Arbeitsgruppen mit je 16 Mitgliedern sollen bis Ende nächster Woche Ergebnisse vorlegen.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Wie reagiert Wladimir Putin? Alle Augen der Weltpolitik richten sich auf den Kreml. Nachdem die Ukraine sich nun zu einem 30-Tage-Waffenstillstand bereit erklärt hat und die Amerikaner den Druck jetzt auch auf Putin erhöhen, wartet die Welt auf eine Antwort. Kommt es jetzt zum Deal oder nicht? Und was heißt das dann für die Ukraine, für Russland, aber auch für uns hier in Europa? Das frage ich gleich unseren Kollegen vom Security Table, Viktor Funk. 256 Verhandler, 16 Arbeitsgruppen. Sie sollen in wenigen Tagen, in knapp zwei Wochen, den neuen Koalitionsvertrag für die Schwarzen und die Roten, für Union und SPD aushandeln. Was die Zusammenstellung dieser Arbeitsgruppen über die Machtarchitektur in den Parteien aussagt, darüber rede ich mit Horan Knaup, unserem, ja man kann sagen, dienstältesten Politikbeobachter aus dem Berlin-Table. Außerdem im Interview des Tages Burkhard Balz, der ehemalige Europaabgeordnete, gelernte Bankkaufmann und inzwischen Vorstandsmitglied der Bundesbank. Von ihm wollten wir natürlich mal wissen, wie viele Schulden sind eigentlich erlaubt in einer Bundesrepublik? Und wir fragen ihn auch, was es mit der jüngsten Idee auf sich hat, auf ein und zwei Cent Münzen zu verzichten. Ein Podcast ohne Helene, Sie ahnen es, ist natürlich nur halb so gut. Zum Schluss spreche ich dann doch noch ganz kurz mit ihr darüber, was offenbar wichtiger war, als hier mit mir zu sitzen. Es ist Donnerstag, der 13. März. Fangen wir an.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Der Ball liegt im Feld der Russen, das sagte der amerikanische Außenminister Marco Rubio nach den Verhandlungen in Saudi-Arabien zwischen den USA und der Ukraine. Wie schon seit über drei Jahren hat Wladimir Putin auch das Ende der Kämpfe natürlich in der Hand. 30 Tage Waffenruhe, das ist jetzt die Option für Ukraine, für Russland und für die USA. Das wäre die lang ersehnte Atempause für die Soldaten. Aber ist das auch dann der erste Schritt in Richtung eines fairen Friedens? Darüber wollen wir reden mit unserem Kollegen, den Sie hier natürlich längst schon kennen, Viktor Funk aus dem Security Table. Hallo Viktor.
Sprecher 4: Hallo Michael.
Sprecher 2: Erstmal die Frage, wie reagieren die Ukrainer eigentlich auf diesen Vorstoß jetzt, den ja der eigene Präsident mitmacht?
Sprecher 4: Es ist einerseits eine Erleichterung, dass es da so etwas wie eine Bewegung gibt, zumindest scheint es eine Bewegung zu geben. Zum anderen gibt es aber auch eine Sorge, dass weder die eine Konfliktpartei, speziell Russland, das ernst meint und noch, dass Europa vielleicht ein bisschen zu sehr sich freut, dass da jetzt Bewegung ist. Weil die Situation für die Ukrainer und Ukrainerinnen im Land hat sich überhaupt nicht geändert. Im Gegenteil, in den letzten zwei Wochen scheint es viel mehr Angriffe aus der Luft zu geben, Raketen- und Drohnenangriffe. Ich habe zumindest in den letzten Tagen täglich eine höhere Anzahl von zivilen Opfern gesehen als in den Wochen und Monaten vorher.
Sprecher 2: Man hat das Gefühl, Putin nutzt richtig den Sturm vor der Ruhe.
Sprecher 4: Ein Nutzer ist auf jeden Fall. Also aus seiner Sicht muss er ja den Druck jetzt massiv erhöhen. um dann den Preis auch für seine Zustimmung hochzutreiben. Und das wird er machen. Ich glaube auch, wenn du erlaubst, diese Fußballmetapher aufzugreifen, der Ball liegt bei ihm, das ist richtig, das wurde gestern sehr, sehr viel bemüht. Aber was ist, wenn er denn nicht spielt oder nicht spielen will? Danach sieht das nämlich im Moment aus. Also jetzt sagt der US-Präsident Trump, dass seine Leute nach Moskau unterwegs seien, um... das, was in Jitter besprochen wurde, dort vorzustellen.
Sprecher 5: We have a full ceasefire. If it kicks in, we have to see. It's up to Russia now. But we've had a good relationship with both parties, actually.
Sprecher 4: Also das ist ganz im Sinne der Russland. Dann sollen sie halt kommen, dann hört man sich an. Russland spielt im Moment auf Zeit. Also das ist sichtbar geworden und deutlich geworden.
Sprecher 2: Welches Drohpotenzial hat denn der Westen oder vor allem Donald Trump?
Sprecher 4: Jetzt in dieser Woche sind auch aus der US-Regierung Aussagen bekannt geworden, dass wir sie noch stärker sanktionieren werden. Aber nach dem, was ich von russischen Wirtschaftswissenschaftlern weiß, einen hatten wir vor kurzem erst im Security Table, die Druckmöglichkeiten, ökonomische Druckmöglichkeiten sind inzwischen sehr gering. Durch die Sanktionspolitik des Westens, die ja schon seit 2014 läuft, hat Russland das doch geschafft, ein mehr oder weniger unabhängiges Wirtschaftssystem da irgendwie aufzubauen. ökonomisches Druckpotenzial ist nicht mehr allzu viel vorhanden, fürchte ich.
Sprecher 2: Was glaubst du, am Ende machen die Russen mit? Werden wir vielleicht in diesem März noch einen echten Waffenstillstand erlegen?
Sprecher 4: Also ich glaube, einen Waffenstillstand werden wir erleben. Wie stabil er sein wird, wie lange er halten wird, ist eine andere Sache. Auch Russland braucht im Endeffekt eine gewisse Pause. Sei es, um vielleicht tatsächlich wieder neue Vorbereitungen zu treffen, sei es einfach nur, um rein personell, womit die ja große Probleme haben, einfach ein bisschen Entspannung zu schaffen. Was wir, glaube ich, nicht erleben werden, ist ein sehr schnelles Signal, dass man zu einem wirklich dauerhaften Frieden bereit ist. Im Moment hat Russland einfach keinen Grund, eine schnelle Feuerpause einzulösen, weil sie rücken vor. Sie verdrängen gerade die Ukraine aus den besetzten russischen Gebieten in der Region Kursk. Gefällt mir nicht, das sagen zu müssen, aber im Moment läuft das für Russland.
Sprecher 2: Ich habe dich immer wieder gerne im Podcast, Herr Viktor, auch wenn die Themen so schwierig sind. Vielen Dank für diese Einschätzung und wahrscheinlich wird es nicht das letzte Mal gewesen sein. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir uns nochmal sprechen. Vielen Dank, Viktor.
Sprecher 4: Vielen Dank, Michael. Bis dann.
Sprecher 2: Ja, bei mir ist jetzt Horan Knaup, unser SPD-Experte aus dem Berlin-Table. Schön, dass du da bist. Hallo, Horan.
Sprecher 6: Allô, Michel.
Sprecher 2: Die Besetzung der AGs, was sagt das aus deiner Sicht bei der SPD über die Machtstrukturen? Erlebst du da irgendwelche Überraschungen?
Sprecher 6: Ja, Machtstrukturen, weiß ich gar nicht, ob das der richtige Begriff ist. Auffällig ist, dass die Rhein-Norden-Pfälzer doch sehr prominent und stark vertreten sind, angefangen vom Ministerpräsidenten über die Fraktionsvorsitzende, über Landesministerinnen. Der Grund liegt auf der Hand, Alexander Schweizer. Will in einem Jahr, das sind dann Landtagswahlen, Ministerpräsident bleiben, will bestätigt werden zum ersten Mal. Er hat ja vor einiger Zeit Malu Dreyer beerbt, aber ist noch nicht gewählt worden. Und er will in einem Jahr seine Bestätigung erfahren als Ministerpräsident.
Sprecher 2: Ja, interessant, was du sagst. Oft sind es die künftigen Wahlkämpfer, die prominent besetzt werden. Bei der CDU ist das auch so. Manuel Hagel, der baden-württembergische CDU-Chef, leitet die Arbeitsgruppe Digitales, dürfte daher wohl auch ein Wort mitreden, wer da neuer Digitalminister oder Digitalministerin werden kann. Und Rheinland-Pfalz ist prominent bei der SPD vertreten. Was hat dich noch überrascht?
Sprecher 6: Auch die Baden-Württemberger haben gleichzeitig mit Rheinland-Pfalz in einem Jahr Wahl. Du hast eben Manuela Hagel, da achtet auch die CDU ganz offensichtlich drauf. Ihre Baden-Württemberger-Leute prominent zu platzieren auf Arbeitsebene sind auch eine Reihe von Baden-Württemberger vertreten. Man muss dann immer sich vor Augen halten, dass der Landesverband ja nicht so richtig stark ist und auch sich in der Opposition befindet.
Sprecher 2: Bei der CDU ist bekanntlich immer die nordrhein-westfälische CDU sehr prominent vertreten, weil sie eben auch der mitgliederstärkste Landesverband ist. Da ist Karl-Josef Laumann, der Chef der Gesundheitsgruppe, könnte dadurch vielleicht auch... Eine Rolle spielen bei der Vergabe des Gesundheitsministeriums. Da interessiert mich deine Einschätzung zur SPD. Katja Pehle aus Sachsen ist überraschend Leiterin geworden und nicht Karl Lauterbach, der aktuelle Gesundheitsminister. Er ist nur stellvertretender Leiter dieser AG. Ist das schon ein Vorzeichen, dass unter Lars Klingbeil Karl Lauterbach keine Chance mehr hat?
Sprecher 6: Und so leid es mir für Karl Lauterbach tut, ich würde es fast so sehen, Katja Pähle ist in Sachsen-Anhalt Fraktionsvorsitzende, spielt bundespolitisch aber keine große Rolle. Deswegen in der Tat überraschend, überraschend auch, dass die Innenministerin Nancy Faeser auch nur in Anführungszeichen stellvertretende Vorsitzende einer AG ist. Auf SPD-Seite und das nicht mal in ihrem eigenen Thema, also Innenpolitik, sondern im verwandten Bereich Bürokratieabbau, Staatsmodernisierung, moderne Justiz. Auch da hat man das Gefühl, könnte schon ein Vorzeichen sein.
Sprecher 2: Ja, Lars Klingbeil will den Generationenwechsel, das hat er angekündigt, er will den Neustart und hat überraschend aus meiner Sicht, wie siehst du das, Armand Zorn, die Leitung übertragen bei Digitales, ein junger Mann, auch Dennis Rohde, der auch Haushaltspolitisch Sprecher, darf das Schwergewicht Haushalt und Finanzen verhandeln. Und dann eben in der Gruppe, die du gerade angesprochen hast, Sonja Eichwede, von der ich bisher noch gar nicht gehört hatte, Nancy Faeser vorgezogen. Ist das der Grund, dass er neue Gesichter auch ins Spiel bringen will?
Sprecher 6: Partiell ja. Ganz genau kann ich es nicht interpretieren oder nicht genau lesen. Ich wundere mich dann auch ein bisschen über Svenja Schulze, die den ja nicht ganz unwichtigen Bereich Außenverteidigung und Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte leitet auf SPD-Seite. Über allem droht dann natürlich auch noch Boris Pistorius. Aber Svenja Schulze hatte man schon ein bisschen abgeschrieben und sie nicht unbedingt auf dem Zettel. Da spielt dann die NRW-Komponente eine Rolle, dass Bärbel Baas möglicherweise ins Kabinett einziehen könnte. Aber ganz abschreiben sollte man sie nicht nach der Aufstellung und Besetzung dieser Arbeitsgruppen.
Sprecher 2: Warten wir es ab, wen die SPD am Ende nominiert. Bei der Union noch interessant, finde ich, die Runde der Parteivorstände, so heißt es, also die absolute Chefrunde noch über der 19er-Verhandlungsgruppe, die wir ja schon kennen. Da ist nur ein Thorsten Frei drin. Kein Carsten Linnemann, nur Thorsten Frei. Er scheint der wichtigste Ansprechmann dafür, Friedrich Merz, bei der Organisation dieser neuen Regierung zu sein. Leitet auch keine eigene Arbeitsgruppe. Dafür darf Carsten Linnemann Arbeit und Soziales machen. Das wäre natürlich auch sein Wunschressort als Minister. Und Philipp Amthor, das finde ich auch noch interessant, darf die Bürokratie abbauen. Staatsmodernisierungs-AG leitenden junger Mann und Ralf Brinkhaus, der ehemalige Fraktionschef, aber auch der Kanzleramtsminister aus früheren Tagen, Henrik Hoppenstedt, sind da nur einfache Mitglieder. Auch das ein kleiner Fingerzeig. Was man aus der CDU noch vielleicht notieren muss, Karin Brin scheint wirklich gesetzt bei den Themen Bildung oder Forschung und Innovation. Sie leitet wieder einmal die AG, war ja auch schon in der Sondierungsgruppe dabei. Und Jens Spahn, der Schritt für Schritt auch wieder zu den Sondierern kam und da offenbar sich auch nicht mehr aus den Fernen ließ, darf die wichtige Wirtschaftsarbeitsgruppe leiten, obwohl Julia Klöckner eigentlich die Wirtschaftssprecherin da ist. Sie ist dort jetzt so noch einfaches Mitglied. Auch kleine Fingerzeige, wem Friedrich Merz vielleicht in Zukunft doch mehr vertraut. Horan, dann gibt es noch eine kleine Arbeitsgruppe 17, die irgendwie so ein bisschen überraschend in dieses Organigramm hineingerutscht ist. Was hat es damit auf sich?
Sprecher 6: Ja, die ist mit fünf nur Männern besetzt. Steuerungsgruppe, Arbeitsgruppe 17, Thorsten Frei, Herr Linnemann, Alexander Dobrindt, Herr Miersch und Carsten Schneider, den wir alle nicht auf dem Zettel hatten. Der Kanzleramtsminister und Ostbeauftragte der noch amtierenden Bundesregierung, Diese Arbeitsgruppe 17, die früher anders hieß, aber alle Regierungen hatten, das ist so eine Problemlösergruppe. Also, wenn Abgeordnete unterschiedlich abstimmen und die Mehrheit so ein bisschen wackelig ist, wie verfährt man darin? Also das sind Troubleshooter letztlich. Wenn es knirscht, wenn eine Arbeitsgruppe nicht weiterkommt, dann werden die einberufen, bevor es dann... noch eine Etage höher geht. Nachher auch bei den Koalitionsverhandlungen, die müssen Personaljahr regeln, wen schlagen wir vor für das Bundesverfassungsgericht, für die BaFin, für internationale Gremien, mit solchen Dingen beschäftigen, die sich ein bisschen jenseits des Alltags, aber jetzt in den aktuellen Verhandlungen natürlich auch wirklich Problemlöser.
Sprecher 2: Ja, und man darf nicht vergessen, Sie werden vielleicht das wichtigste Dokument einer neuen Bundesregierung aufschreiben, nämlich den Organisationserlass für die Bundesregierung. Da stehen dann spannende Dinge drin, wer welches Ministerium hat, welche Organisation, welche Zuständigkeit und Kompetenzen und auch, wie man sich eigentlich organisieren will. Also insofern, Horan, eine wichtige Gruppe und Carsten Schneider seit 1998 im Bundestag hätte fast auch den Dienstältesten werden können, oder?
Sprecher 6: Ja, ich glaube doch seit 1994 von der Union sind noch ein paar etwas länger dabei, aber er gehört inzwischen tatsächlich zu den... Dienstältesten war seinerzeit einer der Netzwerker. Zusammen mit Hubertus Heil, Kerstin Griesel sind auch noch alle da, aber so ganz viele sind es nicht mehr.
Sprecher 2: Und das sagt unser Dienstältester im Berlin Table. Vielen Dank, lieber Horan Knob.
Sprecher 6: Gerne, gerne, Michael.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Während Union und SPD munter die Milliarden über das Land verteilen, zumindest schon mal in ihren Sondierungspapieren, mahnen nicht nur die Grünen zur Vorsicht. Auch die Bundesbank hat sich schon eingeschaltet. Ja, neue Schulden könne man durchaus machen, auch die Reform der Schuldenbremse ist in Ordnung, aber wo sind die Strukturreformen? So hat es in dieser Woche Bundesbankpräsident Nagel gesagt. Wie viel Schulden verträgt also das Land? Wie tragfähig ist das, was wir in der Bundesrepublik Deutschland an neuen Krediten aufnehmen? Ist unser AAA-Rating sogar in Gefahr? Und ist das alles eigentlich auch noch mit den europäischen Fiskalregeln vereinbar? Darüber sprechen wir mit einem, der sich mit Geld wirklich gut auskennt. Es ist Burkhard Balz, Vorstand der Deutschen Bundesbank, gelernter Bankkaufmann und langjähriger Europaabgeordneter. Einen schönen guten Tag, Herr Balz.
Sprecher 7: Hallo Herr Bröcker.
Sprecher 2: Das Nationale Bargeldforum, manch einer mag das vielleicht noch gar nicht kennen, hat jedenfalls vorgeschlagen, Barzahlungen zu runden. Und deswegen könnte man vielleicht bald auf ein oder zwei Cent Münzen im Portemonnaie verzichten?
Sprecher 7: In der Tat, das Nationale Bargeldforum hat diesen Vorschlag jetzt der Politik, dem Bundesfinanzminister unterbreitet. Das Bargeldforum best. Es ist seit rund einem Jahr. Alle Beteiligten am sogenannten Bargeldkreislauf sind um den Tisch versammelt und machen sich eben um die Zukunft unseres Bargeldes hier Gedanken. Und einer der ersten Punkte, die wir eben jetzt aus unseren Diskussionen im Bargeldforum dann in Richtung Politik gesendet haben, ist eben in der Tat eine Rundungsregelung einzuführen. Das würde bedeuten, dass wir eben perspektivisch auch in Deutschland auf ein und zwei Euro Cent Münzen verzichten könnten.
Sprecher 2: Wird Bargeld allmählich überflüssig, Herr Balz, wenn man sich das anschaut? In 2023 fanden laut Bundesbank, also Ihrer Behörde, nur noch 51 Prozent der Bezahlvorgänge mit Scheinen und Münzen statt. 2017 waren das noch 74 Prozent und man sieht ja immer mehr, dass sogar Händler und Gastronomen schon gar kein Bargeld mehr annehmen. Die Leute zahlen inzwischen mit dem Handy. Ist dieser Weg am Ende unausweichlich?
Sprecher 7: Bargeld wird natürlich nicht überflüssig. Die Menschen sollen immer dort mit Bargeld bezahlen können, wo sie es wollen. Es gibt ja verschiedenste Gründe, warum man mit Bargeld bezahlen will. Da tut die Zentralbank, die Bundesbank, aber auch die Zentralbanken in Europa alles dafür, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.
Sprecher 2: Der digitale Euro soll jedenfalls als elektronisches Zahlungsmittel kommen. Es gibt ein Verfahren. Wo stehen wir da im Moment?
Sprecher 7: Ich würde sagen, ungefähr in der Mitte dieses Projektes hin zu einem digitalen Euro. Wir haben da verschiedene Gründe für, ich sage es immer, Es gibt einen Dreiklang aus Resilienz, Autonomie und Effizienz. Mit dem digitalen Euro würden wir eben die Widerstandsfähigkeit des Euro-Raums erhöhen, indem wir die Ankerfunktion von Zentralbankgeld sichern. Also das Thema Resilienz ist natürlich auch in dieser fragmentierten geopolitischen Lage ein wichtiges Argument geworden. Dann Autonomie, Souveränität. Der Trend zum digitalen Bezahlen erhöht eben auch unsere Abhängigkeit von den außereuropäischen Kartensystemen und den Big Techs. Und drittens eben die Effizienz. Wir haben eben noch immer nach Jahrzehnten kein echtes pan-europäisches Zahlungsverfahren. Am Ende des Tages ist es auch wichtig, dass wir hier wirklich nicht von anderen mehr in Zukunft so abhängig sein werden, wie das eben bislang der Fall leider noch ist.
Sprecher 2: Sie haben ein schönes Stichwort genannt, Resilienz. Unter diesem Motto hat man das Gefühl, geben die Bundespolitiker von Union und SPD gerade sehr, sehr viel Geld aus. Die Schleusentore sind offen und weil man ja resilient werden will als Gesellschaft, darf es jetzt ein 500 Milliarden Infrastruktur-Sondervermögen sein. Die Schuldenbremse wird aufgeweicht. Müsste da nicht die Bundesbank eigentlich mahnen und warnen, dass diese Fiskalregeln auch unser Rating, unsere Kreditwürdigkeit als Bundesrepublik gefährden, anstatt Papiere zu veröffentlichen, wo man selbst dafür ist, die Schuldenbremse aufzuweichen?
Sprecher 7: Naja, unser Vorschlag, die Schuldenbremse anzupassen, ist aus meiner Sicht ein sehr moderater Vorschlag. Wir haben natürlich gewusst, dass die Politik insbesondere auch dann natürlich nach den Bundestagswahlen überlegen muss, wie eben bestimmte große Herausforderungen zu finanzieren sind. Und deswegen hat die Bundesbank eben hier eine geänderte Schuldenbremse vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ist mit viel Interesse nicht nur im politischen Berlin, auch in der Bevölkerung aufgenommen worden. Aber für uns ist eben eine Sache auch klar. Wir haben diesen Vorschlag eben auch im Geiste einer weiteren Stabilitätsorientierung gemacht.
Sprecher 2: Wie viel Schulden sind denn tragfähig, Herr Balz, für eine Bundesrepublik, für ein Land mit AAA-Rating? 60, 70 Prozent des BIP oder vielleicht doch 120?
Sprecher 7: Naja, am Ende des Tages sind wir natürlich sehr klar dafür, dass die europäischen Fiskalregeln eingehalten werden. Das wird Sie nicht überraschen. Dafür steht die Bundesbank seit vielen Jahrzehnten. Und wenn wir das eben sagen, dann muss man natürlich auch schauen, wie die Regeln auf europäischer Ebene sind. Deswegen würde ich am Ende auch nicht spekulieren, wie viele Schulden man in Deutschland machen kann, bevor AAA möglicherweise unter Druck kommt. Aus meiner Sicht ist es am Ende wichtig, wenn man zusätzlich... welche Schulden macht, wofür diese Schulden dann investiert ausgegeben werden. Darüber müssen wir sprechen. Und dass das eben nicht immer fortgehen kann, ist auch klar. Und deswegen müssen wir natürlich auch über Regeln oder zukünftige Regeln sprechen. Deswegen haben aber auch die Bundesbank diesen Vorschlag zu einer Art Justierung der Schuldenbremse gemacht.
Sprecher 2: Ist das, was wir in Deutschland jetzt diskutieren, also Union und SPD, ist das konform mit den europäischen Fiskalregeln oder ist das nicht auch... Eine Ermutigung, Ermunterung für andere europäische Länder, doch noch mehr Schulden zu machen.
Sprecher 7: Das ist in der Tat eine sehr berechtigte Frage, weil traditionell natürlich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union immer in Richtung von Deutschland gucken. Was macht Deutschland? Geht Deutschland bei bestimmten Punkten voran? Bisher war es ja so, wenn man sich mal von der Finanzkrise 2008 bis 2009 über dann Herausforderungen bis zur Pandemie angeschaut hat, dann war Deutschland ja immer der Stabilitätsanker auch in Europa, was die Schulden anbetrifft. Und deswegen wird man sicherlich sehr genau auch die Diskussion, die momentan in Berlin geführt wird, beobachten in anderen Ländern. Auch gerade in den Ländern, die heute schon deutlich höhere Verschuldungsquoten haben. Nehmen wir Italien als Beispiel. Da sind wir eben bei über 160 Prozent zum BIP und dementsprechend sind die Spielräume natürlich auch kleiner.
Sprecher 2: Zum Abschluss, Herr B. Sie sind Europäer by heart, hätte ich jetzt fast gesagt. Sie waren im Europäischen Parlament. Droht trotz allem am Ende dieses Szenarios, Europa muss sich jetzt ermächtigen, wir müssen die Verteidigung in die eigenen Hände nehmen, droht nochmal eine europäische Staatsschuldenkrise oder können Sie das in den nächsten Jahren ausschließen?
Sprecher 7: Ja, ausschließen kann man gar nichts im Leben, würde ich zumindest in diesen unsicheren Zeiten und vieles bewegt sich ja gerade, darauf zunächst einmal antworten. Aber Sie haben es im Grunde genommen gesagt, Herr Bröcker, wir müssen uns ertüchtigen und das Thema Verteidigung wird in den nächsten Jahren, wahrscheinlich sogar Jahrzehnten, eben sehr weit oben auf der Prioritätenliste stehen. Und deswegen glaube ich auch, dass wir hier sehr eng mit den europäischen Partnern uns abstimmen müssen. Die jüngsten Kommissionsvorschläge, die Frau von der Leyen gemacht hat, deuten ja darauf hin, dass bei höheren Verteidigungsaufgaben beträchtliche zusätzliche Defizitspielräume zugestanden werden dürften, also von der europäischen Ebene. Von daher glaube ich, ist es auch gut, wenn man durchaus in solchen Situationen darüber spricht, was erstens machbar ist und wie man dann pragmatisch damit umgeht. Das ist auch sicherlich eine Linie, mit der wir hier von unserer Seite aus der Bundesbank gut leben können.
Sprecher 2: Ein zuversichtlicher Ausblick auf die europäische Finanz- und Fiskalpolitik von dem gelernten Bankkaufmann und inzwischen Bundesbankvorstand Burkhard Balz. Vielen Dank für dieses Gespräch. Herzlichen Dank, Herr Bröcker. Jetzt lösen wir das große Rätsel auf, wo ist eigentlich Helene Bubrowski? Oder anders gefragt, war noch was? Hallo Helene.
Sprecher 8: Hallo Michael und Grüße aus München. Ich bin hier beim MMK, beim Münchner Management Colloquium. Hier sind 90 Speaker versammelt, die meisten von ihnen CEOs. Und es geht um alle Bereiche rund um Innovation und Fortschritt. Und insbesondere um das Thema Ecosystem, also Ökosystem. Was muss man tun, damit Orte, und da ist München natürlich ein Vorreiter, erfolgreich werden?
Sprecher 2: Und was sind so die Hauptkriterien, wann wird ein Standort erfolgreich?
Sprecher 8: Es ist eigentlich das Prinzip, was man aus der Kindererziehung kennt. It takes a village to raise a child. Also es muss einfach verschiedene Akteure zusammenkommen. Einerseits die Wissenschaft, das ist hier die TUM, die übrigens auch Mitveranstalterin der Konferenz ist. Die Technische Universität München. Und dann muss es Kapitalgeber geben, also Venture Capital, aber auch anderes Kapital. Dann muss es natürlich die Unternehmer geben, die auch Ideen haben müssen. Das ist auch eine Frage der Mentalität und der Risikobereitschaft. All das muss zusammenkommen und natürlich auch die Attraktivität des Standorts. Da bist du bei München, also die Berge sind in der Nähe, eine wunderschöne Stadt. Und eins nehme ich wirklich mit aus München und das unterscheidet es wirklich auch auf angenehme Weise von Berlin. Niemand von den Leuten, mit denen ich gesprochen habe, hat hier gesagt, der Staat soll es bitte richten, der Staat soll die Rahmenbedingungen ändern, der Staat soll... Geld zur Verfügung stellen. Der Staat soll irgendwas machen. Nein, die haben eigentlich gesagt, wir können das selber alle ganz gut machen, wenn man uns denn lässt. Denn wenn wir das Ding in die Hand nehmen und unsere Ideen verwirklichen können, dann sind wir eigentlich schon ziemlich gut bedient. Und das finde ich eine sehr gute Nachricht in diesen Tagen, dass man mal nicht diese Rufe immer nur nach dem Start hört.
Sprecher 2: Eine wunderbare Hommage an das Ökosystem München, auch hier im Berliner Table-Podcast durchaus mal zu akzeptieren, finde ich. Helene, kommst du trotzdem wieder, ja?
Sprecher 8: Ja, ich mache mich auf den Weg zurück.
Sprecher 2: Und jetzt baue du mal deine Stadt da schön weiter. Tschüss, bis morgen.
Sprecher 8: Das werde ich machen. Bis morgen. Tschüss.
Sprecher 9: Say you don't know me. I'll recognize my face. Say you don't care who goes to that kind of place.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.