++Wie startet Trump ins Amt?++Der Fall Gelbhaar++Interview mit dem VOLT Europa-Mitgründer ++
Direkt nach seiner Vereidigung hat Donald Trump konkrete politische Vorhaben auf den Weg gebracht. In seiner rund 30-minütigen Rede in der Rotunde des Kapitols kündigte er unverzüglich deutliche Verschärfungen in der Zuwanderungspolitik an.
Helene Bubrowski und Michael Bröcker diskutieren die drohenden Konsequenzen dieser zweiten Amtszeit.
Ein unbewiesener Verdacht reichte aus, um Stefan Gelbhaar eine weitere Nominierung für eine Bundestagskandidatur in Berlin zu verwehren. Nachdem sich der zentrale Vorwurf als offenbar erfunden herausgestellt hat, legen nun auch die Bundesgrünen großen Wert darauf, die verbleibenden Anschuldigungen durch eine Kommission genau aufzuklären.
2019 erreichte die Partei Volt bei der Europawahl noch 0,7 Prozent. Im vergangenen Jahr konnte sie das Ergebnis deutlich verbessern: Mit 2,6 Prozent zog Volt Deutschland ins Europäische Parlament ein. Damian Boeselager, einer der Volt-Europaabgeordneten, kandidiert nun für den Bundestag. Wir haben mit dem Parteigründer darüber gesprochen, ob die Partei die FDP beerben will und wie der Zusammenhalt in Europa angesichts des Erstarkens der Rechtspopulisten gelingen kann.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Donald Trump ist der Auserwählte. So jedenfalls hat er sich gestern Abend präsentiert. Und eins hat er auf jeden Fall erreicht. Die Welt spricht über ihn. Und dabei ist der erste Tag seiner Präsidentschaft noch nicht mal vorbei. Auch wir reden hier über ihn. Sie hören gleich die wichtigsten Sätze von Trumps Amtseinführung und unsere Analyse dazu.
Sprecher 3: Die Grünen haben wieder ein Problem. Diesmal sind es keine Krankenkassenbeiträge. Es ist eine Affäre aus Berlin. Da geht es um sexuelle Belästigung. Ein Kandidat, der zurückziehen musste, obwohl vielleicht dann doch die Vorwürfe nicht stimmen. Es geht um Stefan Gelber und die Parteispitze. Die Parteiführung geht jetzt in die Offensive. Wir klären sie auf.
Sprecher 2: Die Partei Volt gehört in Deutschland zu den Kleinstparteien. Aber bei der letzten Europawahl hat sie 2,6 Prozent in Deutschland erzielt. Drei deutsche Abgeordnete sitzen für Volt in Straßburg im Parlament. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen, nämlich mit Damian Böselager. Er kandidiert nun für den Bundestag und erklärt uns, warum er sich nicht versteht als Nachfolgepartei der FDP.
Sprecher 3: Es ist Dienstag, 21. Januar, Tag 1 des Make America Great Mission von Donald Trump. Die Welt schaut zu, wir analysieren. Wir bleiben trotzdem gelassen.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 5: I, Donald John Trump, do solemnly swear.
Sprecher 6: I, Donald John Trump, do solemnly swear.
Sprecher 5: That I will faithfully execute.
Sprecher 6: That I will faithfully execute.
Sprecher 5: The office of President of the United States.
Sprecher 6: The office of President of the United States.
Sprecher 5: And will, to the best of my ability.
Sprecher 6: And will to the best of my ability.
Sprecher 5: Preserve, protect, and defend.
Sprecher 6: Preserve, protect, and defend.
Sprecher 5: The Constitution of the United States.
Sprecher 6: The Constitution of the United States.
Sprecher 5: So help me God.
Sprecher 6: So help me God.
Sprecher 5: Congratulations, Mr. President. Those who wish to stop our cause have tried to take my freedom and indeed to take my life. Today is Martin Luther King Day and his honor. We will make his dream come true. Today I will sign a series of historic executive orders. I will declare a national emergency at our southern border. And we will begin the process of returning millions and millions of criminal aliens back to the places from which they came. And I will send troops to the southern border. Today I will also declare a national energy emergency. We will drill, baby, drill. We will end the Green New Deal and we will revoke the electric vehicle mandate. We will tariff and tax foreign countries to enrich our citizens. I will also end the government policy of trying to socially engineer race and gender into every... aspect of public and private life. It will henceforth be the official policy of the United States government that there are only two genders, male and female. We are going to be changing the name of the Gulf of Mexico to the Gulf of America, Panama Canal. We're taking it back. And our golden age has just begun. Thank you. God bless America. Thank you all. Thank you.
Sprecher 2: Ja, Michael, man könnte jetzt sagen, eine große amerikanische Show, aber es war ja wirklich mehr als das. Donald Trump hat sich feiern lassen, hat es als göttliche Fügung bezeichnet, dass er wieder im Amt ist, dass Gott ihm das Leben gerettet hat, also fast direkte Abgesandte von Jesus auf dieser Welt. Das lässt einen doch ziemlich fragend zurück.
Sprecher 3: Wie heißt das in der griechischen Mythologie? Die Hybris ist der Quell allen Übels und das ist schon mehr als Hybris. Das war irgendwie besorgniserregend. Am Ende hat er sich noch auf Martin Luther King Jr. Berufen und man werde jetzt den Traum des Martin Luther King, werde man jetzt endlich, endlich einlösen. They have tried to take my freedom and take my life. Ist völlig wahnsinnig. Er glaubt wirklich, dass vorher das reine Böse regiert hat.
Sprecher 2: Ja, und das will er ja jetzt komplett rückabwickeln, so hat er das gesagt. Ja, my re-election is a mandate to completely and totally reverse a horrible betrayal. Also er möchte diesen Verrat rückgängig machen an den Menschen und ihnen das zurück. geben, was ihnen wichtig ist, nämlich ihren Glauben, ihren Wohlstand, die Demokratie und die Freiheit. Und das wiederum lässt nichts Gutes erahnen, was den Zusammenhalt in Amerika angeht. Eigentlich war es in der Vergangenheit Tradition, dass der gewählte Präsident sagt, I'm the president of all Americans. Das haben auch alle getan. Und übrigens hat Donald Trump das auch bei seiner Acceptance Speech nach der Wahl im November 2016 getan, hat gesagt, ich bin für alle da. Davon ist jetzt wirklich nichts mehr zu hören. Er sagt, ich bin der Präsident von mager Amerika und der Rest. Ja, der ist ihm egal offenbar.
Sprecher 3: Ja, es ist wirklich eine Kehrtwende in der Kultur. Ich fand das eigentlich bezeichnend in dieser Rede. Ja, natürlich will er in der Energiewende etwas anderes. Er will die Migration völlig anders steuern und die Mauer bauen. Und er will auch aus dem Klimaprotokoll raus, die ersten Executive Orders. Dazu hat er ja unterzeichnet. Natürlich kann man innenpolitisch jetzt seriös sachlich über... Positionen reden, aber dieser Kulturwandel, er glaubt ja wirklich, er habe die Demokratie eigentlich jetzt zu retten und nur wie er es sieht, so müsse man es jetzt machen. Und dann kommt natürlich hinzu, dass Joe Biden in einer seiner letzten Stunden auch noch seine halbe Familie schon mal proaktiv für immer vor juristischen Verfolgungen geschützt hat. Das nährt natürlich diese Geschichte von Trump, dass nur er der wahre Demokrat ist.
Sprecher 2: Und trotzdem müssen wir natürlich auch über die Inhalte reden, denn darin kommt diese Kehrtwende ja auch deutlich zum Ausdruck. Eins, was Amerika, glaube ich, seinen Grundfesten treffen wird, ist die Abschaffung, die er offenbar plant, vom Birthright Citizenship, also dem sogenannten Use Soli. Das heißt, jeder, der auf amerikanischem Boden geboren wurde, bekommt die amerikanische Staatsbürgerschaft. Das ist ein Grundsatz von Einwanderungsländern, gehört zur amerikanischen Tradition. Und jetzt soll das nicht mehr gelten. Das wird schon, würde ich sagen, viele irritieren, auch in Amerika oder nicht? Oder ist der Magerflügel mittlerweile so, dass der das auch richtig findet und sagt, nur wer amerikanisches Blut in seinen Adern hat, der darf auch Amerikaner sein? Und da frage ich mich, was ist eigentlich amerikanisches Blut? Also es ist doch wirklich alles absurd.
Sprecher 3: Jedenfalls wird es hart. Also die Medien haben gestern Abend noch darüber diskutiert, ob er jetzt wirklich alle illegalen oder irregulären Migranten wirklich jeden Einzelnen in diesen nächsten vier Jahren wieder zurück über die Grenze schaffen will oder ob es ihm nur um die Kriminellen geht. By the way, die Debatte haben wir ja nun hier auch von SPD bis CDU. Da geht es um Straftäter, die sich offensichtlich nicht integrieren wollen. Aber Trumps Bewegung ist eine tatsächlich sehr, sehr völkisch-nationalistische, die dann irgendwo gar keine Grenzen mehr kennt.
Sprecher 2: Ja, und das Völkische ist wirklich etwas, das zu Amerika eigentlich gar nicht passt, zu der Geschichte dieses Landes, zu dieser Melting Pot Erzählung dieses Landes von ganz unterschiedlichen Menschen, die zusammenkommen, die aus eigener Kraft stark werden. Und dass man eben regardless, wie die Amerikaner sagen, der eigenen Herkunft, der Hautfarbe, der Religion, in Amerika großes tun kann, dieses Freiheitsversprechen, das dieses Land auch wirklich großartig und besonders macht. Darum müssen wir uns in der Tat jetzt Sorgen machen.
Sprecher 3: Ja, den größten Applaus gab es bei seinem Satz. Das ist interessant, weil es am Ende auch eine Lehre für alle europäischen Right-Wing-Populists und auch die Mitte-Parteien ist, nämlich der Satz, es gibt nur zwei Geschlechter, also Mann und Frau. Den größten Applaus war am Ende eine identitätspolitische Aussage. Und diese Anti-Vogue-Kampagne von Trump, die ist viel stärker, glaube ich, am Ende als alle Migrations- oder energiepolitischen Positionen, die er da formuliert. Und da muss man hier auch in Europa immer wieder auch aus der Mitte heraus schauen, wohin man eigentlich die Prioritäten setzt. Also das hat eine richtige Gegenbewegung ausgelöst, die eben Trump auch ins Amt gespielt hat.
Sprecher 2: Das haben wir bei der Ampel beobachtet, wie viel Schaden angerichtet wurde durch das Selbstbestimmungsgesetz, wie viele Menschen sich wirklich mit Abscheu und Empörung abgewendet haben. Und das hat vielleicht auch mit der Übertreibung zu tun. Auf der einen Seite, dass natürlich auch viele Missverständnisse bestehen, auch viele Fake News gestreut werden. Aber dass man vielleicht auch viele Menschen einfach überfordert und dann wenden sie sich Leuten wie Trump zu. Obwohl sie, jedenfalls einige von ihnen, wissen, dass das, was er da erzählt hat, also ich bin der direkte Abgesandte Gottes, auf gar keinen Fall stimmen kann.
Sprecher 3: Es ist wirklich viel, was man auch von diesen rechtspopulistischen Bewegungen in Europa kennt, dieser Common Sense. Wir sind die Vernünftigen. Wir sind der gesunde Mensch. Menschenverstand, das hört man auch oft von der AfD. Und dieses Gefühl ist da draußen sehr präsent. Worum kümmert sich die politische Elite da eigentlich? Können wir es nicht einfach alles genauso behalten, wie es immer war? Und das wird dann übersetzt von den Trump-Menschen weltweit mit Common Sense.
Sprecher 2: Genau, wobei das seinen großen Widerspruch gibt, dass man einerseits für Common Sense, angeblichen Common Sense einsteht und andererseits das Wort der Stunde lautet Disruption und Destruktion auch, also Zerstörung von allem, was mal gewesen ist, ohne dass man weiß, was eigentlich Neues entstehen soll. Völlige Unberechenbarkeit auch in der Außenpolitik. Wir wissen als Europäer einfach nicht, was auf uns zukommt. Die Ukraine weiß nicht, was auf sie zukommt. Taiwan weiß nicht, was passieren wird. Das wiederum passt natürlich überhaupt gar nicht zum Common Sense. Aber Donald Trump wäre nicht Donald Trump, wenn er sich ernsthaft Mühe geben würde, das aufzuklären.
Sprecher 3: Da kommt wieder mit der alte Angela Merkel-Satz mit der FDP mir in den Kopf. Dieser 47. Präsident wird eine Prüfung für die gesamte Welt. Die vier Jahre werden hart und wirklich auch für Europa beschwerlich. Man muss ja fast froh sein, dass Europa gestern nicht im Fokus seiner Rede war. Aber wie war es in der griechischen Mythologie bei der Hybris? Am Ende ist es die Rechtsordnung, die auch die Hybris und den Übergriff des Einzelnen überwinden kann. Ich hoffe, dass diese Demokratie stark ist, so stark, wie sie eigentlich immer gemacht wurde.
Sprecher 2: Diese Demokratie ist sehr stark. Sie beruht auf Checks and Balances, trotz einiger neuen Nominierungen an den In Supreme Court gibt es eine unabhängige Gerichtsbarkeit, Verfassungsgerichte auf Staatsebene und auf Bundesebene. Wir dürfen Amerika nach dieser Rede jetzt wirklich auf gar keinen Fall aufgeben, sondern an die Kräfte, die es in diesem großartigen Land gibt, glauben und an eine gute Zukunft, wenn auch in einem anderen Sinne, als Donald Trump sich das vorgestellt hat gestern Abend. Was man zum Fall Stefan Gelbhaar sagen kann, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde und jetzt stimmt es offenbar nicht, ist eigentlich nur ein Satz, den man auch schon in der Vergangenheit sagen konnte, nämlich der grüne Berliner Landesverband ist doch wirklich ein Sauhaufen. Mit Verlaub.
Sprecher 3: Frau Dr. Bubrowski, solche Äußerungen hier in unserem Podcast, aber vielleicht für diejenigen, die den Fall noch nicht so gut kennen. Also da gab es einen Bundestagskandidaten, der nach anonymen Vorwürfen einer gewissen Anne K. Eine eidesstattliche Erklärung soll es gegeben haben, sexuellen Missbrauch begangen haben soll und dann seinen Landeslistenplatz abgeben musste. Nun stellt sich heraus, dass das eine falsche eidesstattliche Erklärung war. Diese Frau gibt es so gar nicht. Eine Strafanzeige hatte es ohnehin nicht gegeben. Nun ist der Mann allerdings längst von der Liste runter und eine andere Kandidatin ist gewählt. Naja, und jetzt ist die Frage, war nur diese eine Beschuldigung falsch und es gibt andere Frauen oder war alles erfunden und erstunken und erlogen, um diesem Mann zu schaden? Was ist denn jetzt die Zwischenbilanz?
Sprecher 2: Diesen Mann, einer der wenigen realen... Es gibt einen linksdominierten Landesverband. Aber ich will das jetzt niemandem unterstellen, dass es eine Kampagne der Linken war. Tatsächlich ist es so, dass es sehr, sehr viele offene Fragen gibt. Die eine Frage, die allerdings schon, würde ich sagen, drei Viertel beantwortet ist, ist, Wer steckt hinter dieser ominösen Anne K.? Da verdichten sich doch die Informationen, dass es sich um Shirin Kresse handeln soll, die ehemalige Vorsitzende der Grünen-Fraktion in der BVV, also in der Bezirksverordnetenversammlung von Mitte. Sie hat am Wochenende jetzt ihren Parteiaustritt erklärt und sämtliche Ämter niedergelegt. Hat das sich zwar nicht bekannt zu der Geschichte, aber es sieht doch alles danach aus, dass sie dafür verantwortlich ist. Interessant sind jetzt die Reaktionen aus der Partei, wo manche nun sagen, naja, sie habe natürlich wirklich Schlechtes bewirkt, aber Richtiges gemeint, weil sie ja gewusst hat, dass der Gelbhaar ein Tätschler ist, so wird es jetzt erzählt bei den Grünen, der also gerne mal Frauen über den Arm streichelt. Und sie habe eben diesen Frauen helfen wollen, indem sie unterstützend quasi auch noch mit einer falschen Erklärung um die Ecke kommt, damit der Mann wirklich büßen soll. Also wie man das als richtige Intention noch überhaupt darstellen kann, ist mir nicht ganz klar, weil es einfach in der Sache so falsch ist und auch übrigens strafbar ist.
Sprecher 3: Ja, Stefan Gelber, der ist mit natürlich dem schwersten Vorwurf konfrontiert, den man so im politischen Raum eigentlich bekommen kann. Der Mann ist ja seit 25 Jahren Grün-Mitglied, war immerhin auch mal Landesvorsitzender, hat zwei Kinder, war Mitglied des Deutschen Bundestages. Also diese Vorwürfe, die da erhoben werden, die müssen... müssen dann schon belegt werden. Und so richtig wissen wir es noch nicht. Eine Strafanzeige gibt es nicht. Aber es soll Helene Klärmich auf mehrere Verfahren geben. Also nicht nur diese anonyme oder eben falsche eidesstattliche Erklärung, sondern es gibt offenbar auch noch andere Beschwerden, richtig?
Sprecher 2: Ja, insgesamt sieben Beschwerden bleiben weiter bestehen. Die werden jetzt nicht mehr von der Ombudsstelle in der Grünen Partei behandelt, die ja natürlich auch durch diesen ganzen Prozess beschädigt wurde, sondern da haben jetzt die Parteivorsitzenden eine Kommission ins Leben gerufen, die sich mit diesen Fällen beschäftigen soll. Überhaupt ist es interessant, dass die Parteispitze den Fall jetzt zur Chefsache gemacht hat. Am Wochenende noch hatten Habeck und auch Baerbock versucht, das Ganze irgendwie sich darüber auszuschweigen, möglichst wenig darüber zu sagen. Diese Strategie war am Montag nicht mehr durchzuhalten. Da haben sowohl Franziska Brandner und Felix Bannatschak, die Parteivorsitzenden, als auch Robert Habeck das Verhalten der Frau, die da falsche Erklärungen abgegeben hat, scharf verurteilt, von krimineller Energie gesprochen, von Konsequenzen, von einer Strafanzeige, die nun gestellt werden soll. Also da gab es jetzt schon eine Art von kommunikativer Offensive, aber der Schaden für die Partei ist natürlich angerichtet.
Sprecher 3: Ja, nachdem sie vorher kein Wort dazu sagen sollte, Annalena Baerbock's Auftritt am Sonntag an der ARD war wirklich dermaßen peinlich, dass man sich wirklich fragt, gibt es da gar keine internen Abstimmungsrunden morgens? Achtung, da ist was im Landesverband, was ist da los? Dann redet man mit den Betroffenen und ordnet dann das ein. Also ich bin überrascht, dass nach diesem... Katastrophenwahlkampf 2021, Helene, jetzt schon wieder die Grünen vor allen Dingen immer mit dem Umgang mit der Affäre Probleme haben und selten mit der Affäre an sich?
Sprecher 2: Ja, sie haben irgendwie gehofft, dass man dieses Problem im Landesverband lassen kann, aber das ist ehrlich gesagt eine ziemlich naive Hoffnung gewesen, denn es ist klar, das Ding hat Zeug zu einem Skandal, sich auszuweiten. Jetzt haben sich natürlich schon zahlreiche Politiker anderer Parteien auch draufgeworfen, die CSU sowieso, aber auch Armin Laschet hat eine Rehabilitation von Gelbhaar gefordert und gesagt, das sei moralische Verpflichtung. Eine Rehabilitation, so viel ist klar, hat es bisher nicht gegeben, kann es nicht geben, weil die Vorwürfe eben noch nicht ganz ausgeräumt sind. Und außerdem, und das ist schon bitter, ist die Frist für die Neuaufstellung des Wahlkreiskandidaten abgelaufen. Das heißt, für Gelbhaar ist es zu spät. Er wird jetzt aus dem Bundestag ausscheiden.
Sprecher 3: Jedenfalls gefunden ist Fressen 30 Tage vor der Wahl. Auch Sarah Wagenknecht, die ja ein Problem hat, irgendwie vorzukommen, freut sich und tönt öffentlich. Habeck muss endlich das Grünen-Gate aufklären. Also da haben sich die Kollegen bei den Grünen in Berlin selbst ein Ei ins Nest gelegt.
Sprecher 2: Ein Satz noch zu Andreas Audrich, der nun auch ins Visier gerät. Er ist Wahlkampfmanager von Robert Habeck und profitiert von dem Rückzug von Gelbhaar, dem unfreiwilligen Rückzug von Gelbhaar, weil er nun auf Listenplatz 2 steht und deswegen abgesichert ist, in den Bundestag einzuziehen. Auch hier sind viele Fragen offen, aber meine persönliche Meinung, so wie ich Andreas Audrich kennengelernt habe, ist er viel zu ehrgeizig und auch viel zu ehrgeizig. zu klug, um so ein Spiel mitzuspielen. Also dass er tatsächlich diese Frau angestiftet haben soll, diese falsche Erklärung abgegeben, kann ich mir Stand heute nicht vorstellen. Aber man wird ja bei den Grünen zuweilen überrascht.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: 2019 bekam die Partei Volt bei der Europawahl noch 0,7 Prozent. Im letzten Jahr war das Ergebnis deutlich besser mit immerhin 2,6 Prozent bei der Europawahl, was der Volt-Partei drei Sitze für Deutschland im Europäischen Parlament beschert hat. Ich habe mit Damian Böselager gesprochen. Er ist einer der drei Gründer von Volt Europa und seit 2019 Mitglied des Europaparlaments. Jetzt will er in den Bundestag. Hallo Herr Böselager.
Sprecher 7: Hi.
Sprecher 2: Ja, also Ihre Partei hat einen interessanten Namen, Volt. Und man fragt sich, warum eigentlich nicht Watt? Und das frage ich vor dem Hintergrund, dass Volt für Spannung steht, wenn ich mich richtig an den Physikunterricht erinnere. Und eigentlich haben wir ja genug Spannung in der Gesellschaft, während wir vielleicht mehr Energie brauchen. Also ist der Name überhaupt noch zeitgemäß?
Sprecher 7: Ja, ist ganz witzig, weil die Frage gerade bei Wer wird Millionär auch gestellt wurde und da kam auch oben zur Auswahl, also Widerstand, vielleicht auch gar nicht schlecht. Volt heißt Volt, weil das ein guter Name ist, der über alle EU-Länder hinweg verstanden wird und wir dachten, er ist nicht politisch vorbelastet und das ist ja schon mal ein ganz guter Ansatz und neue Energie ist immer gut.
Sprecher 2: Okay, und in der Tat braucht man ja irgendwie, wenn ich es richtig weiß, Volt auch um Watt zu erzeugen. Jedenfalls mal, dass Energie aus der Steckdose kommt. Die Partei wurde gegründet als Reaktion auf den Wahlsieg von Donald Trump im Herbst 2016. Jetzt ist gerade gestern nach Trumps... Inauguration beginnt eine zweite Amtszeit Trump. Was bedeutet das für die Agenda Ihrer Partei?
Sprecher 7: Naja, erstmal ist es natürlich wahnsinnig traurig und schade, dass er wieder gewählt wurde und vor allem nach tatsächlich so einem wirklich komischen Ausgang am Ende beim Übergang auf Biden. Das hat mich schon schockiert. Für uns ist es eigentlich nochmal ein Anreiz oder ein Antrieb, noch schneller und besser zu arbeiten und zu wachsen, weil wir eben glauben, dass die Menschen eine positive Vision von der Zukunft brauchen, die nicht eine Vergangenheitsvision ist. Und der anstrengende Rechtspopulismus ist sozusagen wirklich genau unsere Motivation, uns noch mehr in die Politik zu schmeißen und eben noch mehr Leute dafür zu motivieren, aktiv zu werden.
Sprecher 2: Ja, Stichwort Wachstum, das haben Sie ja in der Tat auch nötig. Bei der letzten Bundestagswahl 2021 hatten Sie nur 0,4 Prozent der Zweitstimmen. Bei der Europawahl war es dann schon deutlich besser, aber jetzt wollen Sie möglichst die 5-Prozent-Hürde knacken und mindestens mal die 0,5 Prozent erreichen, die Sie ja brauchen, um... Die Kosten für den Wahlkampf jedenfalls sich teilweise erstatten zu lassen. Was ist Ihre Strategie?
Sprecher 7: Wir hatten 0,4 Prozent bei der letzten Bundestagswahl, aber schon 2,6 Prozent bei der letzten Europawahl, wo wir drei Leute aus Deutschland ins Europaparlament geschickt haben und zwei aus den Niederlanden. Wir sitzen mittlerweile in zwei nationalen Parlamenten und die Strategie ist relativ einfach. Wir sind eine junge Partei, die massiv schnell wächst. Unsere Trajektorie ist so, dass wir wahrscheinlich jetzt irgendwie auf dem, also weniger als einen Prozentpunkt entfernt sind von der FDP und der Linken, wenn man das letzte Europawahl ergibt. bis sich anschaut. Und die haben ja eher einen absteigenden Ast. Und ich glaube, wir sind hier wirklich auf einem aufsteigenden. Ich glaube, für uns wird relevant, ob wir unseren eigenen Beiken kriegen in den Umfragen, also bei drei Prozent dann in den nächsten Wochen ankommen. Und dann könnte ich mir vorstellen, dass es krass durch die Decke geht, weil einfach so viele Leute unzufrieden sind mit der derzeitigen Politik.
Sprecher 2: Holen wir uns die Zukunft zurück. Das ist Ihr Slogan für den Wahlkampf und Sie setzen auf die Themen Digitalisierung, Klima und Europa. Da kann man jedenfalls mal bei Digitalisierung und Europa sich die Frage stellen, ist Ihre Partei so etwas wie die neue FDP?
Sprecher 7: Naja, wir haben uns gegründet europaweit und auch das Wahlprogramm europaweit geschrieben und dementsprechend ist das nicht in Abgrenzung zu irgendeiner deutschen Partei passiert, sondern wir haben einfach versucht, die besten Lösungen aus ganz Europa zusammenzuziehen und das kommt dann eben bei der Wahl raus. Ich würde sagen, uns ist Freiheit natürlich sehr wichtig, aber wir haben einen positiven Freiheitsbegriff, also einen, der versucht, Möglichkeiten zu schaffen, Potenziale zu entfalten. Und das ist nicht so ein enger, negativer Freiheitsbegriff, also der auf die Abwesenheit von Zwang geht, wie das jetzt bei der FDP vielleicht der Fall ist.
Sprecher 2: Ihnen liegt natürlich Europa vor allem am Herzen, das steht auch in Ihrem Programm drin. Was ist denn das Narrativ für Europa heutzutage? Der Frieden, die Überwindung der Erbfeindschaft mit Frankreich ist ja etwas, das unsere Eltern und auch vor allem Großeltern beflügelt hat, was noch das Thema dieser Zeit war. Das ist ja heute anders. Wie kann man jungen Leuten erklären, warum wir ein vereintes Europa brauchen?
Sprecher 7: Ja, wir machen ja diese Aufzeichnung gerade, als sozusagen Donald Trump ins Weiße Haus einzieht und inaugurated wird. Ich glaube, das hat drei Auswirkungen für uns. Das eine ist die Auswirkung der Sicherheit, weil wir einfach natürlich unter dem NATO-Schutzsturm derzeit stehen und wir nicht verteidigungsfähig sind in der Bundeswehr sowieso. Da habe ich noch meinen Wehrdienst geleistet. Ich kann das von innen her auch sagen, aber auch europaweit nicht ohne die USA. Dann das Zweite ist die ganze Frage von Wirtschaft. Ich glaube, auch hier ist es ganz klar, dass wir, wenn es in Richtung Handelskriege geht und so weiter, auch als Entität Deutschland nicht in der Lage sein werden, damit umzugehen und dass der Binnenmarkt eigentlich der Grund ist, warum wir derzeit noch erfolgreich sind. Es geht ja in die Mehrzahl unserer Exporte aus Deutschland tatsächlich in den Binnenmarkt. Und das dritte Thema ist dann die demokratischen Entwicklungen. Und hier würde ich auch sagen, dass wenn man sich anschaut, wie da eben autokratische Tendenzen ansteigen, auch leider in unserem Bündnispartner Amerika, und ich bin ja wirklich Transatlantiker, das ist mir wirklich ein sehr wichtiger Bündnispartner, dann gilt es, glaube ich, nochmal mehr dafür zu sorgen, dass wir in Europa resilienter werden gegen die Einmischung von außen und tatsächlich eben schaffen, faire und freie Wahlen zu halten.
Sprecher 2: Und wie soll das alles gelingen angesichts der erstarkten Rechtspopulisten in Europa? Meloni, Orban, wer weiß, vielleicht Le Pen und wer weiß, was aus der AfD in Deutschland wird.
Sprecher 7: Ja, also meine Erfahrung der letzten sieben Jahre, seit ich mich entschieden habe, irgendwie diese Parteien mitzugründen, was ja, wenn man da zu dritt sitzt, schon ein bisschen waghalsige Idee ist, ist eigentlich, dass wir viel mehr Macht haben. als wir denken. Und deswegen ist es, glaube ich, bei unseren Zuhörerinnen und Zuhörern, sich tatsächlich in einer Partei zu engagieren und vielleicht nicht alleine, sondern eben zwei, drei, vier, fünf Freunde mitzunehmen und Freundinnen. Und dann kann man doch viel mehr verändern, als man denkt. Und das ist, glaube ich, auch die Lehre, die wir gerade haben. Wir müssen sehr viel mehr politisch aktiv aus der Mitte heraus werden.
Sprecher 2: Nicht einschüchtern lassen von den Rechtspopulisten. Vielen Dank, dass Sie heute bei uns waren, Herr Böselager.
Sprecher 7: Danke für die Einladung.
Sprecher 3: Helene, war noch was?
Sprecher 2: Michael, ich habe Sehnsucht nach dem guten Amerika.
Sprecher 3: Ja, das bleibt ja auch in unseren Herzen, unsere Erinnerungen. Wir lieben die Menschen, die Leute, das Leben, das Land. Wir müssen ja nicht den Präsidenten lieben.
Sprecher 2: Ja, das stimmt. I love my country. Das ist ja so ein Satz, der kam uns Deutschen. Nicht so leicht über die Lippen und kommt uns immer noch nicht so leicht über die Lippen. Das kann man ja von Amerika lernen. Und das ist dann vielleicht auch viel wichtiger als der jeweilige Präsident und seine Politik, die ja dann auch übrigens wieder zurückgedreht werden kann. Vier Jahre sind eben auch nur vier Jahre und das ist in der Geschichte dieses Landes dann auch wiederum gar nicht so viel.
Sprecher 3: Also verzeihen Sie, liebe Zuhörer und Zuhörer, wir werden in den nächsten Wochen immer wieder mal über den großen Teich gucken können. Das Land bleibt eben doch enger an uns als vielleicht andere Länder.
Sprecher 2: Und das wollen wir jetzt besiegeln mit der inoffiziellen Amerika-Hymne, die übrigens auch nochmal andeutet, warum das Birthright Citizenship so wichtig ist. Hier hören Sie Bruce Springsteen. Und wir sind morgen wieder für Sie da, wenn Sie mögen. Ich freue mich drauf. Bis dahin. Ciao, ciao.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.