Wird die MSC ein Friedensgipfel, Herr Franke?
Die Münchner Sicherheitskonferenz startet im Februar. Sie bringt auch in diesem Jahr wieder hunderte hochkarätige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Die MSC steht unter neuen Vorzeichen: Jens Stoltenberg wird künftig die Leitung übernehmen.
Benedikt Franke, CEO der MSC, spricht über die Logistik der MSC und die Bedeutung von Hinterzimmergesprächen, die Vertrauen und Fortschritt fördern sollen.
Robert Habeck schlägt vor, Sozialversicherungsbeiträge auf Kapitalerträge auszuweiten. Helene Bubrowski und Michael Bröcker diskutieren, warum dieser Vorschlag in der öffentlichen Wahrnehmung ein politisches PR-Desaster darstellt und ob er die gewünschte Wirkung erzielen könnte.
In den USA läuft der Streit um TikTok auf den Höhepunkt zu: Bis zum Sonntag muss der US-Ableger verkauft werden, um ein Verbot zu vermeiden. Die Diskussion um Datenabfluss nach China und mögliche Überwachungsmechanismen steht im Fokus.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Sozialversicherungsbeiträge auch auf Kapitalerträge. Mit diesem alten Vorschlag, muss man sagen, denn er steht schon so lange im grünen Programm, hat Robert Habeck für viel Unruhe gesorgt. Inzwischen hat er den Vorschlag dann doch endlich mal konkretisiert. Es geht vor allem um die Millionäre, deren Anlagezinsen er ganz gerne mit Beiträgen belegen würde. Alles irgendwie schwierig. Wir ordnen das PR-Desaster mal ein.
Sprecher 3: Ist das ein Veggie Day 2? Wir werden sehen und gucken auch in die USA, wo der Kampf gegen TikTok in die letzte Runde geht. Denn bis zum 19. Januar, also bis zu diesem Wochenende, muss der US-Ableger verkauft werden, sonst wird die Plattform gesperrt. Warum die USA so rigoros gegen TikTok vorgeht und warum Elon Musk am Ende der Gewinner sein könnte, darüber sprechen wir gleich mit unserem Kollegen vom China Table, Fabian Peltsch.
Sprecher 2: In vier Wochen startet sie wieder, die Münchner Sicherheitskonferenz. Den künftigen Leiter Stoltenberg hatten Sie hier bei uns im Table Today Interview ja bereits gehört. Warum diese 61. Konferenz aber doch vielleicht ganz anders wird als alle anderen und wie man das eigentlich organisiert mit hunderten Hochkarätern in einem einzigen Hotel, das hat unser Redaktionsleiter des Security Table, Markus Bickel, mal den Mann gefragt, der das alles managen muss, Benedikt Franke, den CEO der MSC.
Sprecher 3: Es ist Freitag, der 17. Januar. Dieser Monat ist schon mehr als zur Hälfte rum. Im Süden des Landes. So hörte ich, heute sei schon der Frühling ausgebrochen. Hier in Berlin ist es noch ziemlich kalt, aber jetzt beginnt demnächst das Wochenende.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 5: Sollen die Kosten des Gesundheitssystems immer auf die Arbeitslöhne draufkommen? Oder wollen wir große Einkommen durch Kapitalvermögen, also das Geld für einen arbeitet, ebenfalls solidarisch hinzuziehen, beziehungsweise dafür sorgen, dass diese Gewinne ebenfalls das Solidarsystem stabiler machen?
Sprecher 2: Helene, der Anschlag auf alle Sparer, so heißt es in diversen Überschriften, das ist das, was von Robert Habecks Vorschlag, Krankenkassenbeiträge auch auf Kapitalerträge künftig zu entrichten, übrig geblieben ist.
Sprecher 3: Ja, und ich muss jetzt mal ganz deutlich sagen, wo ich ja hier ständig als Habeck-Versteherin, Grünenfreundin und sonst etwas diffamiert werde, muss auch ganz klar sagen, dass ich diesen Vorschlag auch komplett falsch finde. Und hier argumentiere ich mal ganz egoistisch, denn ich kaufe ETFs und kleine Aktienpakete seit 1998 Manfred Krug. Daher kommt dein Reichtum. Nein, es ist alles natürlich auf kleiner Basis. Aber wenn man dann mal was verkauft, stellt man doch ziemlich erschüttert fest, dass dann noch ordentlich, ordentlich Steuern abgezogen werden. Man zahlt schon insgesamt echt ganz schön viel. Und das tue ich auch gerne. Aber wenn es dann noch heißt, die Belastungen steigen, ist jetzt für mich so ein Moment gekommen, wo ich ganz persönlich auch dachte, es reicht jetzt langsam mal.
Sprecher 2: Deine persönlichen Anekdoten werden jetzt mal durch Zahlen durchaus belegt, liebe Helene. Denn der Bund der Steuerzahler hat berechnet, ein durchschnittlicher Arbeitnehmerhaushalt im Land zahlt 52,6 Prozent seines Einkommens an den Staat. Die Arbeitseinkommen. werden zu hoch belastet. Die Krankenkassenbeiträge könnten laut Jens Baas, dem Chef der Techniker Krankenkasse, auf 20 Prozent steigen. Und das, was ich nicht verstehe, Lene, ist, wenn diese große Belastung nicht zu einer großen Debatte mal über Krankenkassen, über Systeme, über Effizienzen führt, sondern wie bei Robert Habeck, okay, warte mal, da haben wir ein Problem, dann suche ich mir eine neue Einnahmequelle und gehe dann auf die Kapitalerträge, dann finde ich das schon mal schief, weil diese neue Einnahmequelle, die ist ja gar nicht so groß.
Sprecher 3: Zumal es in Deutschland wirklich keine ausgeprägte Aktienkultur gibt. Deutschland, das Land der Sicherheitsliebhaber, da haben die Leute vielfach ihr Geld bei 0% oder 0,01% Zinsen, so war es ja jedenfalls jahrelang, auf Sparkonten liegen und profitieren nicht vom Aktienmarkt, von den Renditen dort. Wenn man das Wachstum seit 1998 bis heute anschaut, da hätte man schon eine ganze Menge Geld verdienen können. Die Leute machen es nicht, weil sie denken, oh, kann ja auch runtergehen, kann ja dann auch alles auf einmal weg sein. Also die Angst in Deutschland vor Aktien ist groß. Gleichzeitig sollen die Deutschen eigentlich zu Aktienfreunden gemacht werden, gerade um für die Absicherung im Alter vorzusorgen. Da bieten sich Fonds, ETFs und so weiter wirklich an. Und durch sowas wird natürlich jeder Keim von, ich könnte ja auch mal in Aktien investieren, erstickt.
Sprecher 2: Helene, das Gegenteil genau ist eigentlich das, was wir in Deutschland brauchen, eine neue Aktienkultur. Und was meinst du, wie reich manche normale Arbeitnehmer geworden wären, wenn sie vor 10, 20 Jahren mal in ein paar ETFs investiert hätten, wie du offenbar. Aber die Krux. An diesem Vorschlag ist ja auch noch, Helene, Millionäre oder Milliardäre, die die Grünen so gerne ja schröpfen wollen, die würden überhaupt gar nicht getroffen von dieser Maßnahme, da ja die Krankenversicherungsbeiträge durch die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt sind. Und diese Grenze gilt. Und deswegen gibt es dann wahrscheinlich gar nicht so viel Geld, wie bei diesem Vorschlag angeblich reinkommen könnte.
Sprecher 3: Die Grenze liegt bei 66.000 Euro im Jahr. Das heißt, ob ich 66.000 Euro oder 80.000 Euro verdiene, macht für das, was ich für die Krankenversicherung zahle, gar keinen Unterschied. Das nennt sich Beitragsbemessungsgrenze. Die steigt immer ein bisschen an. Andererseits sagen die Grünen auch wieder, die Kleinsparer wollen wir nicht treffen. Felix Banatschak, der Parteivorsitzende, hat gesagt, Tante Gisela und ihr ETF hätten nichts zu befürchten. Und Franziska Brandner, ebenfalls Parteivorsitzende, war dieser Tage bei Markus Lanz und hat auch versucht, das Konzept zu erklären. Aber Spoiler, so richtig schlüssig wurde das nicht.
Sprecher 6: Die zwei Prinzipien von uns, wir sagen, wir möchten dort entlasten, wir möchten die arbeitende Mitte entlasten.
Sprecher 7: Ab welcher Summe, ab welchem Depotwert hat jemand was zu befürchten? Das ist das, was wir heute gerne mal erfahren würden.
Sprecher 6: Ich kann Ihnen hiermit versprechen, dass die, die Sie gerade angesprochen haben, ja egal, ob das...
Sprecher 7: Also 10.000 nicht.
Sprecher 6: Ich gebe Ihnen jetzt nicht die Zahl, die Sie gerne hätten, weil es auch nicht... Aber warum? Nee, wissen Sie, es geht doch darum, dass wir diese Herausforderung haben.
Sprecher 2: Es ist eine verquaste Diskussion und ein kleiner PR-Gau für die Grünen, das muss man sagen. Und eine Sache haben Sie auch vergessen, zumindest sagen das Ökonomen, denn wenn wir zahlen auch heute schon auf Kapitalerträge, natürlich steuern nämlich... 25 Prozent. Und die sind plus Soli. Und die sind wiederum ja von einem bereits versteuerten Einkommen investiert worden. Also man darf das auch mal erwähnen, dass wir bereits sehr hohe Steuern zahlen und von diesem versteuerten Geld ja dann in ETFs investieren. Also es ist nicht so, als würden da irgendwelche Einkommen nie besteuert.
Sprecher 3: Und es ist übrigens auch eine mehr, dass nur reiche Menschen Aktien oder ETFs kaufen, sondern die meisten Menschen, etwa 4 Millionen in Deutschland, die ETFs und Aktien kaufen, verdienen zwischen 2.000 und 3.000 netto im Monat. Das ist nicht ganz wenig, aber es ist auch nicht irre viel. Die zweite Gruppe, und das sind immerhin auch 2,7 Millionen Menschen, verdienen zwischen 1.000 und 2.000 Euro netto. Jedenfalls sind die Besserverdiener, also die mit mehr als 3.000 Euro netto im Monat, erst die drittgrößte Gruppe der Investoren in ETFs und Aktien.
Sprecher 2: Also aus dem Veggie Day ist der Capital Day bei den Grünen geworden. Und ich bin gespannt, ob Ihnen das in den Umfragen in den nächsten Wochen, wir werden es ja beobachten, Helene, vielleicht sogar nachhaltig schade.
Sprecher 3: Ja, man wundert sich bei den Grünen schon, dass sie kurz vor der Wahl, wo jetzt eigentlich waren sie auf dem aufsteigenden Ast, in einer Umfrage lagen sie mal ein bisschen vor der SPD. Da gab es sofort gute Stimmung bei den Grünen und nacktes Entsetzen bei der SPD, dass sie diesen Moment mit so einer Aktion verstolpern. Ich kann es mir nur so erklären, dass es eine Botschaft an den linken Parteiflügel ist. Wir haben nicht vergessen, dass ihr eigentlich auf die Reichen losgehen wollt. Irgendwie sowas muss es sein. Jedenfalls den Grünen fehlt offenbar das Gefühl, dass große Teile des Landes, das überhaupt nicht witzig finden. Und das gibt einem schon zu denken.
Sprecher 8: Also happening right now is that showdown over TikTok. A federal ban could go into effect one day before President-elect Trump takes office.
Sprecher 9: President Biden and members of Congress say it presents a national security threat. Chinese officials now reportedly considering selling the app's U.S. Operations to Elon Musk.
Sprecher 2: Weltweit hat TikTok rund 1,6 Milliarden Nutzer. Vielleicht ist ja auch die ein oder andere Tochter oder der ein oder andere Sohn von Ihnen da draußen auch dabei. Sie ist jedenfalls mittlerweile mehr als nur eine Ansammlung lustiger Videos. So unterhaltsam diese Plattform sein kann, sie kann auch gefährlich sein. Einmal durch fragwürdige Mutproben, die dort veröffentlicht und dann zur Nachahmung empfohlen werden oder auch durch Fake News. Dazu kommt, dass die chinesische Regierung zumindest indirekt Einfluss haben kann, denn der Mutterkonzern von TikTok, ByteDance, ist eine chinesische Firma. Kritiker sagen deshalb, TikTok ist eigentlich nur eine Propaganda-App, weil der Mutterkonzern Daten offenlegen müsste, wenn die chinesische Staatspartei das so will. In den USA wurde deshalb ByteDance verpflichtet, den US-Ableger von TikTok zu verkaufen, sonst würde die App gesperrt. Und nun, wer hätte es gedacht, könnte Elon Musk der neue Käufer dieser App sein. Also viel zu besprechen mit einem, der sich bei uns bei dem Thema am besten auskennt, Fabian Peltsch, unser Senior Editor im China Table. Hallo Fabian.
Sprecher 3: Hallo Michel.
Sprecher 2: Warum muss der amerikanische TikTok-Ableger überhaupt verkauft werden?
Sprecher 10: Die Debatte wird schon länger geführt in den USA, dass TikTok einen zu großen Einfluss auf amerikanische Jugendliche haben könnte. 170 Millionen Menschen nutzen die App in den USA. Da der Mutterkonzern aus China ist, besteht in Washington schon lange der Verdacht, dass da in großem Stil Daten abgeschöpft und an die chinesische Regierung weitergeleitet werden könnten.
Sprecher 2: Ist das denn mal bewiesen und belegt worden?
Sprecher 10: Nein, der CEO streitet das ab. Belegt wurde es nie. Es gab so Einzelfälle, wo zum Beispiel so brisante Themen wie die Arbeitslager in Xinjiang so in ein Shadow-Ban geraten sind. Also dass die zum Beispiel nicht aufgetaucht sind in den Feeds der Nutzer. Und dann hat man den Verdacht gehabt, dass die Algorithmen dahingehend programmiert wurden. Aber bewiesen werden konnte das eigentlich nie. Nein.
Sprecher 2: Wie reagiert denn eigentlich der chinesische Mutterkonzern darauf?
Sprecher 10: Er verwahrt sich da jeglichen Vorwürfen und verweist darauf, dass TikTok in den USA eben ein getrenntes Business ist zu China.
Sprecher 2: Wie reagieren die Nutzer in den USA?
Sprecher 10: Die Nutzer sind sehr, sehr empört. Also man kann schon fast sagen, da formiert sich so eine Art öffentlicher Widerstand. Also es kam auch vor dem Supreme Court zu Protesten. Viele junge Leute haben lustigerweise aus Protest angefangen, chinesische Social Media Apps runterzuladen. Zum Beispiel Xiaohongshu, das lässt sich übersetzen. Das kleine rote Buch, interessanterweise. Und genau, da sind jetzt, obwohl die App auf Mandarin chinesisch ist, sind da jetzt ganz viele amerikanische Nutzer plötzlich. Und da kommt es schon zu ganz witzigen Verbrüderungsszenen zwischen amerikanischen und chinesischen Nutzern. Da nennen amerikanische Nutzer die chinesischen Freunde, die sie gerade geedet haben, mein chinesischer Spion. Und so nach dem Motto, wenn die US-Regierung sich Sorgen macht, dass China auf unsere persönlichen Daten zugreifen könnte, dann können wir sie auch gleich direkt den Chinesen auf diesen Apps übergeben.
Sprecher 2: Das war Fabian Peltsch, unser Kollege aus dem China Table, den ich Ihnen, liebe Zuhörer und Zuhörer, sehr ans Herz lege. Table.media.china, da können Sie vier Wochen kostenlos in diesen China Table mal hineinschauen. Unser tägliches Briefing für alles, was in China passiert. Vielen Dank, Fabian.
Sprecher 10: Gern geschehen.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Am Valentinstag, am 14. Februar, kommen in München, genauer im Bayerischen Hof, wieder hunderte Staats- und Regierungschefs, Militär, Generäle, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler und Experten zusammen, um über die globale Sicherheit zu reden. Die Münchner Sicherheitskonferenz findet zum 61. Mal statt und sie ist das bedeutendste geopolitische, sicherheitspolitische Treffen inzwischen auf der ganzen Welt. Es kursiert das Gerücht, dass der neue Vizepräsident J.D. Vance, so wie in den vergangenen Jahren, wieder nach München reisen wird. Eines ist sicher, die halbe Bundesregierung ist da. Bundeskanzler Scholz und die Kanzlerkandidaten Robert Habeck und auch Friedrich Merz haben sich bereits angekündigt. Aber wie funktioniert das eigentlich alles, diese ganzen wichtigen Menschen in einem Hotel? Das hat der Redaktionsleiter unseres Security Table, Markus Bickel, mal mit dem Mann gesprochen, der selten auf der Bühne ist, aber hinter der Bühne alles organisieren muss, nämlich der CEO der Münchner Sicherheitskonferenz, Benedikt Franke. Los geht's.
Sprecher 11: Guten Morgen, Herr Franke.
Sprecher 12: Guten Morgen.
Sprecher 11: Vor einem Jahr auf der Konferenz hier zog sich der Begriff Silberstreif am Horizont wie ein roter Faden durch die Konferenz. Ist dieser Silberstreif verflogen, wenn in einem Monat Vertreter der US-Regierung Donald Trumps in München auflaufen?
Sprecher 12: Also ich glaube, die von uns ja immer wieder angesprochenen Silberstreifen sind tatsächlich etwas schwieriger zu finden geworden. Es gibt sie noch. Wir würden jetzt auch immer davon abraten, ob der Wahl von Donald Trump sofort in Schnappatmung zu verfallen, sondern viel eher zu gucken, wie man die Disruption, die kommen wird, denn dafür nutzen kann, Europa und aber auch die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik resilient und sauber aufzustellen.
Sprecher 11: Und wie viel Hoffnung steckt in der MSC 2025? Gaza war vor einem Jahr Thema, Ukraine war Top-Thema. Wie viel Hoffnung haben Sie dieses Jahr?
Sprecher 12: Also es ist, glaube ich, relativ leicht, in so eine Doom-in-Gloom-Stimmung zu verfallen und ein Narrativ voranzutreiben, dass die Welt kurz vor einem Zerbrechen steht und man jetzt sich vielleicht nochmal aufbäumen sollte. Ich glaube nicht, dass das irgendjemandem hilft. Es hilft auch der Münchner Sicherheitskonferenz nicht. Wir wollen... Insbesondere für die vielen Lösungsansätze, die es tatsächlich gibt und für viele der low-hanging fruits, wie man so schön sagt, eine professionelle Plattform bieten. Und deswegen versuchen wir ständig darauf hinzuweisen, dass es an vielen Ecken Dinge gibt, die wir tun können. Wir sind nicht hilflos, individuell und kollektiv nicht hilflos. Und deswegen wird auch der nächste Munich Security Report mit Sicherheit hier und da eine positive Note anschlagen.
Sprecher 11: Sie haben in den vergangenen Jahren viel Zeit investiert in die Republikaner, als sie noch in der Opposition waren oder zumindest nicht im Weißen Haus. Wie wird sich das niederschlagen?
Sprecher 12: Also ich glaube, viele haben von der ersten Trump-Administration gelernt, wo keiner die Telefonnummern der relevanten Player hatte, wo niemand von den Namen der relevanten Player überhaupt je gehört hatte. Wir haben tatsächlich das getan, was die Münchner Sicherheitskonferenz seit Jahrzehnten macht. Wir haben zu beiden Seiten den Kontakt gehalten. Und ja, natürlich saßen in der demokratischen Administration von Joe Biden viele unserer besten Freunde an vielen zentralen Stellen. Es gibt aber auch weiterhin sehr viele republikanische Abgeordnete, Senatoren und Senatorinnen, die uns sehr eng und langjährig verbunden sind. Und mit denen regelmäßig ins Gespräch zu kommen und auch zu versuchen, die zweite und dritte Ebene in der Republikanischen Partei und im Etablissement zu bearbeiten, zu verstehen suchen, den Kontakt zu pflegen. Viele der Personen, die Trump nominiert hat, auf unteren Ebenen, haben sofort ihre Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz zugesagt. Ich glaube nicht, dass das der Fall gewesen wäre, hätten wir uns nicht ernsthaft und glaubwürdig um diesen Austausch bemüht, auch in den Jahren, wo das wenig andere getan haben.
Sprecher 11: Und haben Sie jemals daran gedacht, den Bayerischen Hof zu verlassen und in einen größeren Saal zu gehen, größeren Eventort?
Sprecher 12: Da gibt es... Natürlich den geschichtlichen Aspekt, dass wir dort seit sechs Jahrzehnten sind. Es gibt aber auch ganz praktische Aspekte. Wir haben die Sicherheitskonzepte, wir haben die... Die Logistik, all das steht. Das neu zu erfinden und neu aufzubauen, wäre unendlich schwierig und aufwendig. Aber am allerwichtigsten ist, dass sich unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Bayerischen Hof wohlfühlen. Dieser Bayerische Hof an vielen Stellen so verwinkelt und klein ist, dass man sich auch nicht aus dem Weg gehen kann. Und dass er einlädt zu persönlichen Gesprächen, zu kleinen Delegationen und zu dem, was auch oft verteufelt wird, diesen Hinterzimmergesprächen, wo Vertrauen aufgebaut wird und wo nochmal ganz anders gesprochen wird als auf der offenen Bühne. Dazu bietet der Bayerische Hof perfekte. Bedingungen und die werden wir auch in Zukunft nutzen.
Sprecher 11: Und wie stellen Sie diese Hintergrundgespräche zusammen? Was ist da Ihr besonderes Gespür?
Sprecher 12: Also ich glaube, es gibt drei unterschiedliche Arten dieser Gespräche. Es gibt Gespräche, die die Gäste selbst anfragen. Die unterstützen wir einfach logistisch durch die Stellung von Räumlichkeiten. Es gibt Gespräche, von denen wir der Meinung sind, die sollten doch einfach mal stattfinden. Die schlagen wir offensiv, beinahe aggressiv den beiden Seiten vor. Und dann haben wir natürlich auch das Privileg des Plattformgebers, dass wir Leute nach München ziehen können durch große Rollen auf den Hauptbühnen und dadurch vielleicht am Rande Gespräche möglich machen, die sonst nie entstehen würden. Das ist ja unser großer Vorteil und war unser großer Vorteil in den letzten Jahren.
Sprecher 11: Wird Ahmed Aschara, der neue Machthaber in Syrien, in München dabei sein?
Sprecher 12: Wir haben in Abstimmung mit der Bundesregierung die neue syrische Regierung. eingeladen. Die Münchner Sicherheitskonferenz ist ja seit Jahrzehnten eine Plattform auch für Andersdenkende. Das ist nicht immer ganz leicht zu entscheiden, welche Andersdenkenden sind denn noch konstruktiv genug, um sie bei uns dann auch sinnvoll einbauen zu können. Hier haben wir eine Einladung ausgesprochen und sind jetzt mal gespannt, wer dann tatsächlich kommt.
Sprecher 11: Neu gegründet ist die Middle East Consultation Group aus aktiven und ehemaligen hochrangigen politischen Entscheidungsträgern aus dem Nahen Osten. Was für eine Rolle wird die dieses Jahr spielen?
Sprecher 12: Die Münchner Sicherheitskonferenz überlegt sich ja regelmäßig, wo es noch Nischen gibt, wo man mit unserer weltweiten Sichtbarkeit und Markenmacht und Reichweite irgendeinen sinnvollen Beitrag leisten kann. Und obwohl es im Nahen und Mittleren Osten 100.000 diplomatische Initiativen gibt, ist uns aufgefallen, dass es in diesem Bereich, das ist die sogenannte Track 1.5, Track 2.0 Diplomacy, also der kreativen Vernetzung von ehemaligen und aktiven, aktuell relativ schlecht ausschaut. Und wir haben dann, unterstützt von wunderbaren Partnern, eine Gruppe von 20 absoluten Profis, ehemaligen und aktiven Ministern, Verwandten von Königen und ehemaligen Nachrichtendienstchefs aus der Region, eine Gruppe zusammengewürfelt, die jetzt ein Jahr lang Fragen sammeln wird. Und diese Fragen dann auch mal kategorisieren wird. und die kategorisierten Fragen dann mal priorisieren wird, um in diesem Wust an Unklarheit, dieses diplomatische Chaos hier und da vielleicht auch mal einen ordnungspolitischen Beitrag zu bringen. Ich freue mich riesig, dass uns da wieder, was wir auf Neudeutsch a diplomatic facilitation exercise gelungen ist, weil dafür ist die Münchner Sicherheitskonferenz da, hier und da auch ganz konkrete Beiträge zu leisten und nicht irgendeine inhaltsleere Show abzuziehen.
Sprecher 11: Hilft es dabei, dass am letzten Konferenztag zum ersten Mal nach mehr als 60 Jahren nicht ein Deutscher die Leitung übernehmen wird, sondern mit Jens Stoltenberg ein Norweger?
Sprecher 12: Also ich glaube, dass die Amtsübernahme durch Jens Stoltenberg uns vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch einmal hochrangigere Gäste in Zukunft bescheren wird. Man darf Jens Stoltenberg nicht auf seine Zeit als NATO-Generalsekretär reduzieren. Er war ein sehr erfolgreicher norwegischer Ministerpräsident, ein UN-Klimabeauftragter, Energie- und Wirtschaftsminister, Staatssekretär. Er hat über 35-jährige politische Erfahrungen und hat sich regelmäßig neu erfunden. Wir freuen uns, dass er mit Sicherheit an vielen Stellen den Weg, den Christoph Heusgen über die letzten drei Jahre eingeschlagen hat, fortsetzen wird. Und dass er auch ein paar neue Akzente setzen wird. Eine Sache, die schon feststeht, ist, dass er diese Diplom... ...matischen Unterstützungsaktivitäten, wie die von Ihnen angesprochene Middle East Consultation Group, dass er solche Dinge ausbauen möchte, ohne dass die Münchner Sicherheitskonferenz je ein Nebenaußenministerium wird oder sich höher hängt, als sie tatsächlich ist. Wir wollen einfach hier und da konkrete Beiträge leisten.
Sprecher 2: Vielen Dank.
Sprecher 12: Danke Ihnen.
Sprecher 3: Mick, auch heute wieder die Frage, war noch was?
Sprecher 2: Ja, ich habe mit der Erfinderin der Agenda 2010 geredet.
Sprecher 3: Es ist die Frau, die mit zwei prominenten, zumindest potenziellen und tatsächlichen Kanzlern zusammen war.
Sprecher 2: Richtig, Helene. Doris Schröder-Köpf, sie hat vor vielen, vielen Jahren, genauer 2003, den Namen Agenda 2010 erfunden, der jetzt eine Wiedergeburt erlebt bei der Union mit der Agenda 2030, dem Wirtschaftsplan. Und ich dachte mir, wir rufen mal in Hannover an und fragen, wie sie damals eigentlich auf diesen Namen gekommen ist. Und sie hat uns diese kleine Anekdote erzählt.
Sprecher 13: Man kommt natürlich automatisch im Deutschen immer auf das Wort Plan, Deutschlandplan und so weiter. Aber das war ja noch eine Zeit, in der das Ende der DDR noch nicht so lange zurücklag. Und Plan hörte sich dann für mein Gefühl doch sehr nach Planwirtschaft an. Und das Wort Plan wollte ich damals deswegen lieber nicht verwenden. Und irgendwann beim... Bügeln, muss ich sagen, in der berühmten Kanzlerei in Endhaus, bin ich dann auf das Wort Agenda. Die Zahl des 2010 habe ich deswegen angefügt und vorgeschlagen, weil ich dachte, dass viele dieser Reformbemühungen nicht gleich in der Gegenwart erfahrbar würden, sondern erst in der Zukunft eigentlich ihre Wirkung entfalten würden können. Und deswegen habe ich... Das Agenda 2010 genannt. Ja, und ich bin schon ein bisschen stolz gewesen, wo auch immer man in der Welt dann hinkam. Haben Politikerinnen und Politiker dann auch von der Agenda 2010 gesprochen. Es gibt einen eigenen Wikipedia-Eintrag und jetzt hat die CDU sozusagen meine Wortschöpfung von damals gekapert. Ja, das ist die Geschichte der Agenda 2010.
Sprecher 3: Ja, beim Bügeln kommen einem so manche Ideen, wobei ich wirklich außerordentlich ungern bügel. Das ist die Haushaltstätigkeit, die ich am wenigsten gerne mache.
Sprecher 2: Wobei man dabei eigentlich ganz gut laute Musik hören kann, dann geht's.
Sprecher 3: Ja, irgendwie finde ich aber dieses Klein-Klein und am Ende wird es dann doch immer alles faltig. Also ich kaufe mir fast nur noch Dinge, die man nicht bügeln muss. Und interessant ist ja auch, dass dieses Wort Agenda 2010 für viele, jedenfalls mal im linken politischen Lager, komplett in Verruf gekommen ist. Die Partei SPD wurde fast gecrashed. Die Grünen haben auch noch ein schlechtes Gewissen. Und jetzt kommt die CDU um die Ecke mit demselben Wort. Und man denkt sich so negativ konnotiert, warum machen die das? Vielleicht liegt es daran, dass in der CDU, anders als in der SPD, viele die Agenda 2010 ganz gut fanden.
Sprecher 2: Genau, das ist es. sich trotzdem, ob unsere wunderbare deutsche Sprache nicht vielleicht auch neue, andere Begriffe mal für einen Wirtschaftsplan hat. Aber gut, jedenfalls die Agenda 2010, damals von Doris Schröder-Köpf. Erfunden heute bei uns im Podcast. Aber es ist nicht der letzte für diese Woche, Helene.
Sprecher 3: Michael, du hast gesprochen mit dem Theologen, Musiker, Autojournalisten, Philosophen und Berater Steven Anpalagan. Und es ging um Migrationspolitik, Rassismus und die sich immer wieder wiederholende Geschichte.
Sprecher 14: Das, was ich immer höre, ist, es explodiert. Bürgerkriegsähnliche Zustände, die Frauen trauen sich nicht mehr aus dem Haus und so weiter und so fort. 1993 gab es 1249 Mordfälle. 2023 gab es 749.
Sprecher 2: Großer Effekt.
Sprecher 14: Das ist eine Reduktion um fast die Hälfte. Und jetzt kommt's. 1993 gab es noch halb so viele Ausländer. Halb so viele Ausländer, fast doppelt so viele Mordfälle. Da musst du aufpassen, dass du die weißen Bio-Deutschen nicht unter Generalverdacht stellst.
Sprecher 2: Ich kann Ihnen versprechen, es ist ein rustikales Gespräch geworden. Und ab morgen ab 6 Uhr in dem Podcastkanal Ihres Vertrauens. Wir hören uns dann am Montag wieder, übrigens mit einem waschechten europäischen Regierungschef. Freuen Sie sich einfach, also bleiben Sie einfach in der Table-Today-Welt. Dann werden Sie eine schöne Woche haben.
Sprecher 3: Tschüss.
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.