++Geiseldeal mit der Hamas++Scholz im Kandidatencheck++Bitpanda spendet 1,7 Mio. Euro an die Parteien++
Dauer: 25:42

++Geiseldeal mit der Hamas++Scholz im Kandidatencheck++Bitpanda spendet 1,7 Mio. Euro an die Parteien++

Nach monatelangen Verhandlungen ist eine Waffenruhe im Nahen Osten erreicht. Der Austausch von 33 israelischen Geiseln gegen zahlreiche palästinensische Gefangene ist vorgesehen. Der Deal kam unter erheblichem Druck zustande, wobei auch Donald Trump eine entscheidende Rolle spielte. Er könnte den Weg für eine längerfristige Beruhigung der Lage und humanitäre Entlastung in der Region ebnen.


Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich am Abend in einem RTL-Interview Fragen zur wirtschaftlichen Lage und seiner Bilanz gestellt. Trotz Kritik an seiner Wirtschaftskompetenz präsentierte er sich optimistisch und betonte seinen Plan für eine Investitionsprämie „Made in Germany“. Doch ob dies ausreicht, um die Wähler zu überzeugen, bleibt offen.


Europas größte Kryptowährungsplattform Bitpanda sorgt mit einer Rekordspende von 1,75 Millionen Euro an die Parteien der Mitte für Aufsehen. CEO Erik Demuth betont die Notwendigkeit, wirtschaftliche Kompetenz und Innovationskraft in der Politik zu stärken.


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Ein historischer Donnerstagmorgen. Die Hamas gibt endlich einem Geisel-Deal statt, der offenbar hinter den Kulissen verhandelt wurde. Es ist eine schöne Überraschung, vielleicht. 33 israelische Geiseln sollen nach 15 Monaten endlich wieder nach Hause kommen. Dafür werden allerdings auch sehr viele palästinensische Gefangene aus Israel zurück ins Land kommen. Was genau ausgehandelt wurde und welche Rolle Donald Trump dabei gespielt hat, dazu gleich mehr bei uns.

Sprecher 3: Gestern Abend hatte Olaf Scholz seinen ersten großen TV-Auftritt in diesem Wahlkampf. Was seine Botschaften an die Wählerinnen und Wähler waren und ob er mit dem Auftritt gepunktet hat, das fassen wir für Sie zusammen.

Sprecher 2: Union, SPD und FDP, nicht die Grünen, können sich über eine Rekordspende im Wahlkampf freuen. 1,75 Millionen Euro spendet Europas größte Kryptobörse Bitpanda den Parteien der Mitte. Wir haben mit dem Chef Erik Demuth darüber gesprochen, was er sich von dieser Aktion verspricht.

Sprecher 3: Heute ist Donnerstag, der 16. Januar. Schön, dass Sie dabei sind.

Sprecher 4: Good afternoon. It's a very good afternoon. Because at long last, I can announce a ceasefire and a hostage deal has been reached between Israel and Hamas. More than 15 months of terror for the hostages, their families, the Israeli people. More than 15 months of suffering.

Sprecher 2: Ein historischer Moment nach vielen Monaten der Verhandlungen, Helene, sind viele, nicht alle offenbar, viele Geiseln wohl demnächst frei, die in Gaza festgehalten wurden von Hamas. Es geht um 33 Personen, soweit man den Medienberichten Glauben schenken kann.

Sprecher 3: Ja, ursprünglich waren es rund 250 Geiseln, die die Hamas genommen und verschleppt hatte. Davon sind einige gestorben. Jetzt, so heißt es, sind noch 94 Geiseln in der Gewalt der Hamas. Und nun werden vorerst die Kinder, die Frauen und die Männer über 50 freigelassen. Das ist ein Teil des Deals.

Sprecher 2: Die schmerzhafte Seite für die Israelis ist wohl auch der andere Teil des Deals, denn für jede freigelassene zivile Geisel sollen angeblich 50 palästinensische Gefangene freigelassen werden. 30 davon sind militärische Angehörige oder Soldaten oder Kämpfer, die eigentlich eine lebenslange Haftstrafe verbüßen.

Sprecher 3: Der katarische Premierminister hat es öffentlich gemacht, zusammen mit Joe Biden, dem noch... amtierenden amerikanischen Präsidenten, der ja lange sich bemüht hatte. Und jetzt hat man den Eindruck, geholfen hat, dass Trump in wenigen Tagen ins Weiße Haus einzieht.

Sprecher 2: Ja, und Donald Trump hat seine Rolle gespielt, denn er hat in mehreren Interviews ja gedroht mit, wenn er nicht bis zur Inauguration einen Geiseldeal sieht, dann werde die Hamas hell to pay haben. Hier ist der O-Ton aus einem Interview.

Sprecher 3: Ja, Trump hat mit Sicherheit seine Rolle gespielt, außerdem die veränderte politische Gemengelage. Die Hamas steht nämlich zunehmend isoliert da. Sie hat weniger Unterstützung zuletzt bekommen von der Hisbollah im Libanon. Insofern auch das Assad-Regime ist natürlich nicht mehr da, das auch die Hamas unterstützt hat. Also der Druck auf die Hamas stieg, aber eben auch auf Netanyahu. Denn er weiß natürlich auch nicht, wie wir alle nicht, wie sich das alles mit Donald Trump entwickeln wird. Also möglicherweise hat er sich gedacht, dann eben doch lieber jetzt, bevor... Man nicht genau weiß, was passiert.

Sprecher 2: Ja, Trumps Drohungen gingen wahrscheinlich dann doch an beide Parteien. Aber es ist schon unglaublich, Helene, dass wir über Menschenleben fast mathematisch rechnen müssen. Eine israelische Geisel ist 50 palästinensische wert. Ich verstehe auch sehr viele Israelis, die natürlich nicht direkt betroffen waren, die jetzt sagen, was für ein Erfolg auch für die Hamas. Es lohnt sich, Geiseln zu nehmen.

Sprecher 3: Ja, so könnte man das sagen. Gleichzeitig ist es natürlich für die Israelis, die Familien, wir haben ja die Bilder wahrscheinlich jetzt alle vor. vor Augen, wie die im Parlament waren, wie die mit Plakaten da standen, jeden Tag über Monate, Monate, Monate und Bring them home gesagt haben. Und das hat auch ja die Regierung ordentlich unter Druck gesetzt. Und man hat gedacht, also vielen Israelis, so habe ich es gehört, war ja dann alles andere gar nicht mehr so wichtig. Es ging wirklich um diese Geiseln. Natürlich hat das alles immer auch einen schlechten Beigeschmack. Das ist schon so. Das ist auch ein schmutziges Geschäft, das muss man sagen. Aber in dem Fall natürlich trotzdem für die Israelis eine Erleichterung.

Sprecher 2: Ein wichtiger Aspekt noch in dem Deal geht es auch um einen deutlichen Schub an humanitärer Hilfe, der jetzt in den Gazastreifen kommen soll und dass israelische Soldaten bis an die Grenzregionen zurückziehen sollen und wollen. Dieses Versprechen wurde wohl ebenfalls mitverhandelt, berichtet zumindest CNN.

Sprecher 3: Und jedenfalls ist die Hoffnung, dass es nun in Israel und im Gazastreifen ruhiger wird, hoffentlich in der ganzen Region, denn es soll eine Waffenruhe geben von zunächst einmal sechs Wochen und die Hoffnung ist, dass sich beide Seiten daran halten.

Sprecher 2: Unser Security Table macht selbstverständlich dazu einen Sonder-Newsletter, den Sie heute Morgen lesen können. Unser Kollege dort, Markus Bickel, Redaktionsleiter, den haben wir auch gefragt, warum dieser Geisel-Deal eigentlich genau jetzt stattgefunden hat.

Sprecher 5: Dass es ausgerechnet jetzt zu diesem Geisel-Deal gekommen ist, hat sicherlich damit zu tun, dass Donald Trump erheblichen Druck ausgeübt hat auf beide Konfliktparteien, auf die Hamas und auf die israelische Seite. Wenn man den Berichten glauben, Dann handelt es sich bei dem Inhalt des Deals um dieselben Passagen, die Joe Biden schon im Mai vorgelegt hat. Netanyahu hat sich immer wieder dagegen gesträubt, dass es zu diesem Deal kommt. Es muss Trump gewesen sein, Trumps Diplomaten, die bald ins Amt kommen, die schon vor der Amtseinführung nächste Woche den Druck so erhöht haben, dass klar war, wenn der Deal jetzt nicht kommt, wird auch Netanyahu unter dem republikanischen Präsidenten in den USA kein einfaches Leben haben. Aber vom Inhalt her hat der Deal keine wesentlichen Neuerungen gegenüber den Plänen, die schon seit über einem Jahr vorliegen.

Sprecher 3: Und wir haben Markus Bickel auch noch gefragt, was der Deal für Netanyahu und den Krieg im Gazastreifen bedeutet.

Sprecher 5: Der Deal braucht noch der letzten Bestätigung durch das israelische Sicherheitskabinett. Das Kabinett kommt heute am Donnerstag zusammen, um abzustimmen darüber, ob dem Geisel-Deal zugestimmt wird. Es sieht alles danach aus, auch wenn Netanjahu gestern Abend noch gesagt hat, dass bestimmte Punkte mit der Hamas noch nicht ausgeräumt sind. Für ihn bedeutet dieser Deal das Ende einer Phase, wo er die USA hat an der Nase herumführen können. Die Aussicht, dass 60 Tage Waffenruhe eingehalten werden könnten, besteht. Zwischen Israel und Libanon funktioniert der Waffenstillstand. seit November. Insofern ist das jetzt ein erster Schritt nach 15 Monaten Krieg, dass es möglicherweise 2025 ein friedlicheres Jahr für Gaza und für Israel werden wird.

Sprecher 6: Guten Abend zu unserem Kanzlerkandidaten-Check. Und heute begrüße ich den Bundeskanzler und Kanzlerkandidaten der SPD, Olaf Scholz. Guten Abend, Herr Bundeskanzler.

Sprecher 7: Guten Abend.

Sprecher 3: Michael Olaf Scholz wird von Pina Atalay interviewt. Wie nervös warst du?

Sprecher 2: RTL direkt Kandidaten-Check, das klingt sehr spektakulär. Die Antworten des Kanzlers waren es dann eigentlich nicht.

Sprecher 3: Pina Atalay hat sich wirklich Mühe gegeben, ihn ein bisschen zu pisacken und hat ihm gesagt, naja, was machen Sie eigentlich damit, dass nur 17 Prozent der Deutschen, 17 Prozent dem Kanzler Wirtschaftskompetenz zutrauen. Und seine Antwort war auch wieder erwartungsgemäß. Er geht aber ja davon aus, dass er sowieso alles am besten kann, also auch Wirtschaft. Und das hat er gesagt.

Sprecher 6: Ich habe auch mal an, dass nur 17 Prozent ihn wiederum eine Wirtschaftskompetenz zuschreiben. Das ist schon ganz schön wenig für einen Kanzler.

Sprecher 7: Ja, aber... Jetzt kommt es ja darauf an, das Richtige für die Zukunft unserer Wirtschaft vorzuschlagen. Das habe ich gemacht und das mache ich auch hier noch einmal.

Sprecher 6: Also das stört Sie nicht, wenn nur 17 Prozent sagen...

Sprecher 7: Das stört mich. Ich will ja einen neuen Auftrag kriegen, wie der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden. Mein Vorschlag ist ein Made-in-Germany-Bonus. Das ist eine Steuerprämie, sowas ähnliches.

Sprecher 2: Ja, Olaf Scholz hat das Prinzip Zukunft ausgemacht. Er will gar nicht über die letzten drei Jahre reden, sondern er sagt, er hat jetzt die Idee für morgen, nämlich den Steuerbonus, die Investitionsprämie, die ja auch schon Robert Habeck vorgeschlagen hat. Die soll sehr unbürokratisch sein und sie wird ja auch durchaus von Ökonomen gelobt.

Sprecher 3: Schwerpunktthema war natürlich auch Steuern. Da verspricht die SPD ja ganz schön viel, nämlich dass 95 Prozent der deutschen Arbeitnehmer entlastet werden. Die Frage ist ja, wie will man das bezahlen? Da sagt auch Scholz nicht nur durch Schulden, sondern er sagt, dass eine Prozent ganz an der Spitze soll mehr bezahlen. Und was das genau bedeutet, das sagt er nicht.

Sprecher 6: 95 Prozent entlasten, 1 Prozent belasten. Das sind dann eben die Reichsten und die, die es sich vielleicht leisten können. Aber wie viel kommt da zusammen? Wie viel wollen Sie von diesem 1 Prozent, um das gegenfinanzieren zu können, bei 95 Prozent?

Sprecher 7: Wir haben nie gesagt, dass dieses 1 Prozent alles gegenfinanzieren muss.

Sprecher 3: Also Vermögenssteuer wahrscheinlich nicht. Ist es eine nochmalige Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder sind es... Andere Dinge, man weiß es nicht, aber jedenfalls sagte er...

Sprecher 7: Es ist möglich, dass wir dadurch einen kleinen Milliardenbetrag zusätzlich einnehmen.

Sprecher 6: Einen kleinen Milliardenbetrag?

Sprecher 7: Ja, der für die Steuersenkung der übrigen mit herangezogen werden muss. Fünf Milliarden? Und sonst muss die Rechnung für alle aufgehen.

Sprecher 2: Ja genau, es geht immer darum, was man genau macht. Es gibt mögliche Steuersätze auf Vermögen, die zweistellige Milliardenbeiträge bringen könnten. Auch diese Vermögensteuer wird ja immer wieder diskutiert. Das, was die SPD aber meint, ist ein Aufschlag auf der ohnehin existierenden Reichensteuer, also eine Balkonsteuer über sehr große Vermögen, über 200. 1.000 Euro Einkommen, Entschuldigung, Einkommen und da soll es einen Aufschlag geben. Das bringt dann vielleicht zwischen 5 und 8 Milliarden Euro pro Jahr.

Sprecher 3: Es ist natürlich diese ganze Umverteilungsidee, also die Kleinen da unten, die er ja nennt, die normalen Leute oder die fleißigen Leute, sollen entlastet werden und die da oben sollen zahlen.

Sprecher 2: Sein Thema, wo er sich wirklich jetzt zu Hause fühlt, ist aber vor allem, finde ich, Helene, auch die Ukraine. Da hat er wieder einmal diese Besonnenheit klar gemacht. Er sei immer schon weitergegangen als viele andere und habe mehr getan. Aber diese Schritte sind beim Taurus an ein Ende gekommen. Und immer wieder der Satz, in Europa ist Deutschland der größte Unterstützer der Ukraine und die Ukraine dankt uns dafür sehr.

Sprecher 7: Ich habe dafür gesorgt, dass Deutschland der größte Unterstützer der Ukraine ist. Und ich habe dafür gesorgt, dass es nicht zu einer Eskalation des Krieges kommt, weil ich anders als andere nicht auf jede Pressemeldung reagiert habe, sondern mich bemüht habe, bewusst sehr besonnen zu handeln.

Sprecher 3: Und das, was er besonnen nennt, das ist natürlich das, was osteuropäische Nachbarstaaten, aber natürlich vor allem die Ukrainer zuweilen aufregt, auch wenn sie versuchen, sich im Zaum zu halten, um den Kanzler nicht zu verärgern. Aber diese Besonnenheit interpretieren andere eben als Zögerlichkeit oder als Trägheit.

Sprecher 2: Olaf Scholz, der Mann für Maß und Mitte, wenn das als Konzept reichen soll für plus 15 Prozentpunkte, die er eigentlich noch holen muss, I don't know.

Sprecher 3: Jedenfalls strengt sich Olaf Scholz in diesen rund 40 Tagen bis zum Wahltabien noch kräftig an. Es sind 70 Termine geplant. Und zwar in mehr als 50 Städten. Das heißt, an einigen Tagen ist Olaf Scholz an zwei Städten, macht zwei Wahlkampfveranstaltungen gleichzeitig. Das ist schon eine irre Leistung. Und was ich jetzt gehört habe, ist, dass es ja manchmal ihm leichter fällt, mit den fleißigen, wie er es sagt, normalen Menschen ins Gespräch zu kommen, als mit uns Journalisten. Diese Townhalls, da gibt es teilweise eben schon auch ganz gute Debatten. Jetzt war er am Wochenende ja gerade in Bielefeld, Lünen und Münster und da gab es wohl sowas wie ein Gespräch. Naja, wir werden sehen.

Sprecher 2: Und wir werden genau darauf achten, ob er den Regierungshubschrauber nimmt, um Parteiveranstaltungen wahrzunehmen. Weil wie er das Pensum schaffen will, ohne sein Amt dafür zu nutzen, da bin ich sehr gespannt.

Sprecher 3: Heute Abend ist jedenfalls Friedrich Merz beim RTL-Kandidaten-Check. Wir sind gespannt, wie der sich schlägt.

Sprecher 2: Bitcoin, das war 2009 die erste und sie ist mittlerweile auch die bekannteste Kryptowährung der Welt. Allerdings gibt es fast tausende mehr inzwischen auf dieser Welt. Die Kryptowährungen, sie haben sich von einem belächelten Spekulationsobjekt zu einem Zahlungsmittel für Millionen entwickelt. Das Interesse wächst weiter. Allein in Deutschland haben 13 Prozent der Erwachsenen inzwischen Erfahrungen mit Kryptowährungen gemacht. Jetzt hat Europas größte Börse für Kryptowährungen, Bitpanda, einen überraschenden Zug gemacht. Und den Parteien der Mitte, zumindest aus ihrer Sicht, mit 1,75 Millionen Euro eine Rekordspende zukommen lassen im Bundestagswahlkampf. Bitpanda sitzt in Wien. Der Chef kommt allerdings aus Wismar, aus Mecklenburg-Vorpommern, heißt Erik Demuth. Und er will mit der Spende an SPD, CDU, CSU und FDP die aus seiner Sicht wirtschaftspolitisch stärksten Parteien unterstützen. Eine überraschende Geschichte. Wir haben gedacht, wir rufen den Mann sofort mal an und fragen, was dahinter steckt. Einen schönen guten Tag. Hallo Erik.

Sprecher 8: Hallo, grüß dich.

Sprecher 2: Die Rekordsumme von 1,75 Millionen Euro spendet dein Unternehmen Bitpanda an die Parteien CDU, CSU, SPD und FDP. Wie kam es dazu? Was ist deine Motivation?

Sprecher 8: Zum einen finde ich, dass sich Unternehmer ein bisschen mehr einsetzen müssen, weil Unternehmertum wirtschaftspolitisch stärksten Parteien unterstützen. Wirtschaftspolitisch stärksten Parteien unterstützen. Eine überraschende Geschichte. Wir haben gedacht, wir rufen den Mann sofort mal an und fragen, was dahinter steckt. Einen schönen guten Tag. Hallo Erik.

Sprecher 3: Hallo, grüß dich.

Sprecher 2: Die Rekordsumme von 1,75 Millionen Euro spendet dein Unternehmen Bitpanda an die Parteien CDU, CSU, SPD und FDP. Wie kam es dazu? Was ist deine Motivation?

Sprecher 8: Zum einen finde ich, dass sich Unternehmer ein bisschen mehr einsetzen müssen, weil Unternehmertum wirtschaftspolitisch stärksten Parteien unterstützen. Politik und auch Soziales muss wieder mehr zusammenwachsen. Das ist ein bisschen auseinander gedriftet, finde ich. Das ist das eine. Und zum anderen, das erklärt die Summe, ich möchte, dass die Parteien sich wieder intern stärker Kompetenzen aufbauen, dass sie bei sämtlichen Zukunftsthemen und Innovationsthemen wieder aktiv politisch machen können. Das heißt, dass sie von sich heraus unabhängig Kompetenzen haben und nicht mehr reaktiv agieren müssen. Und ich glaube, dass wir in den letzten 20 Jahren oder seit der Agenda von Gerhard Schröder nicht mehr so viele Innovationen gehabt haben. Wir haben uns ein bisschen auf unserem wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland ausgeruht. Und jetzt ist wieder Zeit, ein bisschen anzupacken. Und dementsprechend muss die Politik wieder so aufgestellt werden, dass sie gerade in dieser schnelllebigen Zeit oder der digitalen Wende auch genügend Ressourcen dafür haben.

Sprecher 2: Also im Idealfall verwenden die Parteien das Geld, um sich eigene digitalpolitische Netzwerke, Beratergremien und auch Kompetenzen aufzubauen.

Sprecher 8: Ich meine, das sind ja alles Erwachsene, gebildete, smarte Leute, die werden das schon hinbekommen, dass sie da das Geld vernünftig einsetzen. Davon bin ich überzeugt. Mir geht es vor allen Dingen darum, dass wir gerade bei Zukunftsthemen wieder gut aufgestellt werden und wieder eine Führungsrolle übernehmen können in der Welt. Und dafür müssen wir erstmal natürlich die heimische Wirtschaft stärken. Das bedeutet, die Unternehmen, die hier... Schon seit Jahren etabliert sind, die wir haben, wo wir besser sind als andere in der Welt, unseren USP wieder stärken, wieder unsere ganzen Konzerne und unser produzierendes Gewerbe wieder stark machen. Und diese können sich dann von vorne sich aus heraus, ohne dass sie vorgeschrieben bekommen, was sie zu tun haben, sind das innovative Menschen und Unternehmen, sich einfach für die Zukunft wappnen. Nur wenn man jetzt damit zu tun hat, nicht zu sterben, mehr oder weniger, dann hat man nicht so viele Ressourcen dafür, sich AI-Themen und so weiter überhaupt erstmal... Damit auseinanderzusetzen.

Sprecher 2: Was macht dich so zuversichtlich, dass Deutschland bei den Themen KI, Technologien überhaupt noch eine führende Rolle auf der Welt einnehmen kann?

Sprecher 8: Weil wir einfach eine sehr, sehr starke bestehende Wirtschaft haben mit extrem viel guten Leuten. Nur wir brauchen wieder die Voraussetzungen dafür, dass diese Menschen wieder zur alter Stärke finden können. Das heißt Infrastruktur, Reformen und hier spreche ich eher von einem weißen Blatt Papier, wo man sich wirklich hinsetzt und sagt, wie gehen wir nicht vom Status Quo aus und verändern ein bisschen was und bauen vielleicht sogar noch mehr Bürokratie auf, sondern wie würde ich das jetzt neu aufsetzen, gewisse Teilbereiche, gewisse Gewerbe. Verordnung zum Beispiel, wenn es die gar nicht geben würde mit Stand heute. Und ich glaube, da braucht es wirklich starke Reformen, die positiv sind und Menschen entlasten. Ansonsten haben wir genug Potenzial und Menschen, die innovativ genug sind, um wieder vorne mitspielen zu können.

Sprecher 2: Du spendest an alle Parteien der politischen Mitte, außer den Grünen. Warum nicht?

Sprecher 8: Also die Grünen auf der einen Seite haben sie sehr starke und gute Kompetenzen. Ich bin zum Beispiel ein starker Tierschützer, ist mir sehr wichtig. Da machen die anderen Parteien zum Beispiel viel zu wenig. Aber jetzt ist die Zeit der Wirtschaft gefragt. Jetzt ist es die Zeit, wo wir die Basis wiederherstellen. herstellen müssen, wenn es der Wirtschaft wieder funktioniert, die Menschen wieder viele Arbeitsplätze schaffen, wieder aus dem Ausland auch in Deutschland wieder investiert wird, dann geht es allen besser. Dann wächst die Gesellschaft wieder besser zusammen. Und diese Themen sind bei den anderen Parteien viel besser und stärker ausgeprägt, während die Grünen ihre Kompetenzen eher auf meiner Sicht woanders haben und Wirtschaftsthemen jetzt nicht gerade ihre Stärke sind. In Zukunft werden sie wieder gefragt werden und es ist auch wichtig, dass ihre Bereiche abgedeckt werden. Jetzt ist aber gerade nicht Ihre Zeit.

Sprecher 2: Bitpanda ist Europas größte Handelsplattform für Kryptowährungen, ETS, Rohstoffe, Wertpapiere. Vor allem das Thema Krypto ist ja durchaus umstritten. Ist diese Spende auch als Bollwerk gegen mögliche Regulierung gedacht?

Sprecher 8: Ach nee, überhaupt nicht. Regulierung ist ja in Europa sogar sehr klar. Also da gibt es ja gar nichts dran zu rütteln. Da gibt es ja gar keinen Interpretationsspielraum. Da gibt es die Mikeregulierung. Das ist quasi MIFI 2 für digitale Assets und Krypto. Sie ist jetzt seit dem 01.01. In Europa in Kraft. Naja, wo sind wir denn immer führend? Wir sind immer führend, wenn es um Regulierung geht. Also da hat Europa im Prinzip schon mal den Vorsprung.

Sprecher 2: Und so wird Krypto immer auch als Spekulationsobjekt natürlich diskutiert, als mögliches Risiko, als mögliche Risikoanlage. Was sagst du den Anlegern dazu?

Sprecher 8: Natürlich ist es eine volatile Asset-Klasse. Es ist aber eine Asset-Klasse, die sich von Jahr zu Jahr eigentlich mehr etabliert. In den USA sehen wir gerade die Tendenz, dass die neue Regierung... Krypto sogar in das Zentrum ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik mit reingibt. Das heißt, USA als stärkste Industrie- und Wirtschafts- und Finanznation der Welt und unser größter Partner wird dafür sorgen, dass diese Asset-Klasse noch weiter auf der ganzen Welt sich etablieren wird. Und wir sehen das ja auch schon, dass sämtliche Banken, die mit uns zusammenarbeiten und auch unsere Infrastruktur nutzen, dass es ein Thema ist, was immer weiter in die Mitte rückt. Gleichzeitig ist es genauso über Aktien zu argumentieren. Wenn man sich mit Aktien als Anlage zum Beispiel nicht wohlfühlt, dann wird man sich hier auch nicht wohlfühlen.

Sprecher 2: Donald Trump hat sich sehr offensiv ausgesprochen für Krypto, für den Handel und seitdem gibt es selbstverständlich nachvollziehbar einen kleinen Boom bei den Währungen. Ist das nachhaltig deiner Meinung nach? Ist das ein Trend, den es nur bei Donald Trump gibt oder den es weltweit gibt?

Sprecher 8: Ich halte es dieses Mal zum Beispiel für nachhaltig. Es geht ja immer in Wellen. Das heißt, wir haben zum Beispiel... In der Covid-Phase war es einen starken Krypto-Boom, auch um diese ganze NFT-Geschichte ausgelöst. Damals war aber die ganze Industrie noch nicht so weit und noch nicht so, naja, wie soll ich sagen, erwachsen. Auch regulatorisch gesehen nicht. Das ist heute anders. Heute sind viele Banken schon in diesen Bereich eingestiegen oder bieten selbst ihren Kunden an. Wir haben eine klare Regulierung. Im Prinzip ist eine Kryptowährung jetzt vor allem auch in Europa eine etablierte Asset-Klasse im Finanzwesen. Vor einem Jahr sind die ersten Bitcoin-ETFs gekommen in den USA. Und der Finanzmarkt, das professionelle Geld, bewegt sich immer mehr in diese Asset-Klasse rein. Das heißt, das Ganze wird stabiler und professioneller und dementsprechend nachhaltiger. Es ist einfach eine Entwicklung, wenn man rauszoomt. so ein Chart. Wenn man reinzoomt, da hat man viele Schwankungen. Wenn man rauszoomt, sieht man, seitdem es die Kryptowährung gibt, von Jahr zu Jahr eine höhere Adoption und der Graph geht quasi nach oben.

Sprecher 2: Für Laien ist es ja auch deswegen so schwer zu verstehen, weil hinter einer Kryptowährung ja gar kein tatsächlicher materieller Wert steht, sondern im Grunde das bezahlt werden muss, wofür andere Anlegerinnen und Anleger bereit wären zu zahlen. Ist das ein Problem, dass man Krypto nicht tatsächlich fassen kann?

Sprecher 8: Nein, gar nicht. Das ist ja im Prinzip genau das Gleiche, wie es auch zum Beispiel bei Gold ist oder bei anderen Währungen. Was ist denn der Wert von Gold, der intrinsische Wert? Dass ich da ein bisschen Schmuck mitmachen kann und ein paar Leitungen.

Sprecher 2: Einen schönen Barret kann ich mir in den Tresor legen, immerhin.

Sprecher 8: Ja, aber wenn morgen alle entscheiden, dass Gold nichts wert ist oder wieder eine große Mine gefunden wurde in China, dann entwertet es das ja auch. Also das hat man hier ja zum Beispiel nicht. Das heißt, die ganzen Eigenschaften, denen man Gold nachsagt, die hat Bitcoin ja. Ich weiß ja genau in drei Jahren und fünf Monaten, wie viel Bitcoin es geben wird. Und im digitalen Zeitalter ist das zum Beispiel für mich, ist das so gesehen die bessere Anlageklasse, wenn es darum geht, einen Wertspeicher zu haben. Also ich würde zum Beispiel persönlich, aber das ist meine Meinung, Bitcoin vor Gold vorziehen im digitalen Zeitalter.

Sprecher 2: Dann bedanke ich mich bei dir für diese Einschätzung, auch dafür, dass du dich überhaupt zu Wort meldest und in die politischen Parteien der Mitte investierst. Im wahrsten Sinne des Wortes machen viel zu wenig Unternehmerinnen und Unternehmer da draußen.

Sprecher 8: Ja, aber genau, das ist der Punkt. Ich würde ja vorschlagen, dass es wieder mehr Leute tun müssen, weil wir können uns nicht auf der einen Seite den ganzen Tag immer nur beschweren, was alles nicht funktioniert. Sondern dann müssen wir eben auch mal sagen, wie man es anders machen kann und auch mal proaktiv werden, weil beschweren ist immer einfach.

Sprecher 2: Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielen Dank, Erik Demuth, für dieses Gespräch.

Sprecher 8: Bonne nuit, merci.

Sprecher 3: Michael Bröker, was war denn eigentlich noch?

Sprecher 2: Helene Bubrowski, ich finde, wir haben lange nicht mehr über Fußball geredet. Und es gibt einen wirklich aktuellen Anlass, der wiederum mit deiner Juristerei zu tun hat.

Sprecher 3: Lass mich raten, das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass Hochrisikospiele endlich nicht mehr von mir bezahlt werden, sondern von dir, Michael, du Hooligan.

Sprecher 2: Du meinst von den Vereinen, dessen Mitglied ich tatsächlich bei einem Verein bin, du hast recht.

Sprecher 3: Nicht von den braven Steuerzahlern wie mir, die einfach sich immer nur ärgern, wenn es wieder zu Ausschreitungen kommt. Wobei es ja erstmal nur für Bremen gilt. Denn Bremen hat ein Gesetz gemacht, das bei Hochrisikospielen, also Spiele mit einem besonderen Polizeieinsatz, das den Verein auferlegt werden kann.

Sprecher 2: Angefangen hat alles genau vor zehn Jahren, als Bremen nämlich mehr als 400.000 Euro für die Mehrkosten eines einzigen Polizeieinsatzes aufbringen sollte. Seitdem stellt Bremen regelmäßig Rechnungen von insgesamt drei Millionen Euro. Doch darauf hat die Stadt nämlich keine Lust mehr. Und Achtung, Überraschung geliehen, ich finde es richtig. Warum ist ja keine Daseinsvorsorge ein Fußballspiel? Also insofern, warum soll die Allgemeinheit dafür aufkommen?

Sprecher 3: Die Frage ist jetzt eine der Gleichheit. Bremen macht es jetzt so. Ein paar andere Bundesländer haben gesagt, sie würden das auch machen. Andere Bundesländer wiederum sagen, nö, machen wir nicht. Sprich, manche Vereine sind mehr belastet als andere. Und hat das am Ende vielleicht auch Auswirkungen auf das, was auf dem Platz passiert?

Sprecher 2: Zwischen 20 und 30. 20 Millionen Euro pro Saison Mehrkosten sind das für Vereine. Und Hamburg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben schon angekündigt, das auch genauso zu handhaben wie Bremen. Andere nicht, vor allem da, wo die großen Vereine sind, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Du hast recht, weil man will denen natürlich auch keinen Wettbewerbsnachteil verschaffen.

Sprecher 3: Naja, die haben natürlich jetzt faktisch einen Wettbewerbsnachteil, die Länder, die es machen, weil die sich dann vielleicht den einen oder anderen Spieler nicht mehr leisten können.

Sprecher 2: Standortverlagerung ist die Option wie in der NBA. Da kann Toronto sich einen Verein kaufen oder Miami oder Boston.

Sprecher 3: Herzlichen Glückwunsch, dann haben wir die Komplettkommerzialisierung, die wir ja jetzt schon fast haben.

Sprecher 2: Ich hätte nichts gegen mehr Bundesligisten in der Hauptstadt. Liebe Helene, da könnte ich auch wiederum mehr 1. FC Köln gucken. Das ist die Logik.

Sprecher 3: Also ich finde, wenn es das gibt, sollte es da eine bundeseinheitliche Lösung geben.

Sprecher 2: Es gibt nur eine Sache, wo sich die Menschen einig sind, alle Fans in Deutschland, nämlich es gibt jedes Jahr eine Abstimmung über die schönste Hymne, Helene. Und ich finde, damit sollten wir versöhnlich hier werden und auch enden. Und diese Hymne, die wurde von den Fans gewählt, also nicht von mir, von allen Fans. Und ein einziger Verein ist da halt einfach Spitzenreiter.

Sprecher 3: Lasst mich raten. Es ist der Verein, dessen Wappentier unser Büro schmückt. Ja, der 1. FC Köln. Der 1. FC Köln. Ich bin ja auch Wahlkölnerin lange gewesen, deswegen mitgesungen. Ja, mitgesungen.

Sprecher 2: Tschüss, bis morgen, 6 Uhr, Table Today.

Sprecher 1: Oder ich.

Sprecher 9: Zusammen sind wir stark.