Wie wird das Jahr 2025, Micky Beisenherz?
Dauer: 34:04

Wie wird das Jahr 2025, Micky Beisenherz?

Am zweiten Weihnachtstag wagen wir einen Blick nach vorne: Michael Bröcker spricht mit Micky Beisenherz über das Jahr 2025. Was erwartet uns? Welche Trends, Themen und Überraschungen zeichnen sich ab?


Micky Beisenherz – Moderator, Kolumnist, Podcaster und Entertainer – überzeugt mit seinem scharfsinnigen Humor und seiner einzigartigen Fähigkeit, komplexe Themen auf den Punkt zu bringen.


Michael Bröcker und Micky Beisenherz analysieren die Ereignisse des kommenden Jahres, bevor sie überhaupt stattgefunden haben.


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Transkript

Sprecher 1: Herzlich willkommen und einen schönen guten Tag zu Table Today an diesem zweiten Weihnachtstag. Ich hoffe, Sie haben den Heiligen Abend und den ersten Weihnachtstag besinnlich und in Ruhe und vor allem in Harmonie verbracht. Vielleicht auch das eine oder andere gute Geschenk bekommen. Ich gönne es Ihnen jedenfalls. Heute sind wir für Sie da mit einer besonderen Idee, denn Jahresrückblicke, Sie erleben sie ja gerade in TV, Radio und Zeitungen. Wir dachten, das kennen Sie schon. Da gibt es kluge Leute, die das da draußen wunderbar zusammenfassen. Was im zurückliegenden Jahr wichtig war. Wir wollen mit Ihnen mal ins nächste Jahr schauen. 2025, was blüht uns da? Worauf können wir uns freuen? Was können wir von dem Jahr erwarten? Denn auch dort sind schon einige Termine durchaus spannend. Einer, der sehr oft schon den richtigen Riecher hatte in seinen Sendungen, in seinen Moderationen, in seinen Analysen. Das ist der Mann, der mir dabei heute helfen soll, nämlich Micky Beisenherz. Unternehmer, Moderator, Kolumnist, Podcaster, Entertainer, Humorist. Jedenfalls auch ein Freund von Table Today und einer der liebsten Kollegen, die wir da draußen haben. Wir freuen uns sehr, dass er für diesen Jahresvorblick, den vielleicht ersten in der deutschen Podcast-Szene, zur Verfügung gestanden hat. Freuen Sie sich auf einen Mann mit viel Witz und viel Wissen. Ein Mann mit Humor und Herz. Los geht's. Herzlich willkommen, meine sehr verehrten Zuhörerinnen und Zuhörer, zu diesem ganz besonderen Weihnachtsspezial. Es ist nicht der Weihnachtsmann, aber es ist einer der besonderen Männer des zurückliegenden Jahres, denn er ist eigentlich immer überall präsent. Podcaster, Entertainer, Autor, Publizist, Moderator, Fußballgott, Mann, Papa, alles. Guten Tag, Micky Beisenherz.

Sprecher 2: Ja, all das würde ich ja sofort wieder dir zurückgeben, nachdem wir unlängst noch gemeinsam auf dem Feld standen und du noch kurz vor Abpfiff das entscheidende 4 zu 4 für deine Mannschaft gemacht hast. Muss ich sagen, dafür gräme ich mich noch heute, dich auf dieses Feld geholt zu haben. Ich grüße dich ganz herzlich.

Sprecher 1: Ich grüße dich und ich bin dankbar, dass du nicht gesagt hast, wie es entstanden ist. Der billigste, einfachste Abstauber in der Geschichte des deutschen Fußballs. Aber danke, dass du es nicht erwähnt hast.

Sprecher 2: Du, wie ein richtiger Harry Kane hast du da gestanden, wo ein Stürmer sein muss. Muss man auch erstmal machen.

Sprecher 1: Ja, nicht jeder kann das. Lubicic neulich, aber gut, lassen wir das. Micky Beisernetz, wo startest du ins neue Jahr?

Sprecher 2: Ich werde, Table Media ist ja ein Format, das ja vorrangig von Besserverdienern gehört wird, das weiß man ja. Ich werde genauso wie letztes Jahr aller Wahrscheinlichkeit nach den Jahreswechsel im Stangelwirt verbringen. Ja, also fleißige Baywatch Berlin-Hörer kennen dieses Etablissement ja. Und nachdem Niki und ich in den letzten Jahren vornehmlich einfach zu Hause geblieben sind und so zwei... hier im Wohnzimmer gesessen haben, fern gesehen haben und dann auch kurz nach 0 Uhr ins Bett gegangen sind, haben wir gesagt, das können wir ja theoretisch aber auch in den Bergen, wenn wir nämlich bis 19 Uhr noch im Bademantel im Spa-Bereich gelegen, gelesen und gepennt haben und dann was essen. Und das können wir ja alles auch wunderbar da irgendwo in Österreich machen. Also wir hängen da einfach nur rum. Wir laufen da nicht Ski oder sonst irgendwas. Wir liegen da einfach den ganzen Tag im Spa-Bereich im Bademantel und gucken uns dann aber draußen so ein bisschen die Berge an. Das ist schon nett. Schon schön.

Sprecher 1: Ihr geht dann abends in die Bahn, nicht im Bademantel, aber das klingt nach einem wunderbaren Silvester.

Sprecher 2: Würde ich aber gerne. Das wäre toll. Das wäre perfekt. Nur die Party tatsächlich. Da war es letztes Jahr so, die haben ja dann in dieser Tenne da so ein riesen Ding aufgebaut, eine riesen Party. Da hat Peter Maffay noch live gespielt und so. Da waren aber Niki und ich schon um 5 nach 12 waren wir schon im Bett und haben King of Queens auf dem Laptop geguckt.

Sprecher 1: Okay, du wartest also die Live-Performance von Howard Carpenter nicht mehr ab.

Sprecher 2: Nein, das werde ich vermutlich nicht schaffen.

Sprecher 1: Gut, wir gehen ins Jahr und das ist das Ziel dieses Podcasts, lieber Micky. Wir wollen nicht zurückblicken. Das machen sehr viele andere Entertainer dieses Jahr. Das Jahr war eigentlich zu schwierig und zu komplex und auch zu traurig und zu trist. Deswegen machen wir den ultimativen Jahresvorblick. Und wir haben uns ein paar Hashtags in Analogie zu deiner legendären NTV-Sendung ausgedacht, die wir mit bestimmten Monaten verknüpfen und mal hören, was du dazu denkst. Wollen wir anfangen?

Sprecher 2: Go for it.

Sprecher 1: Der Januar beginnt mit dem Hashtag Anstand. Wie viel Schmutz ist im Wahlkampf eigentlich erlaubt? Wir sind im Bundestagswahlkampf.

Sprecher 2: Ja. Wir unterhalten uns ja Ende des Jahres ja jetzt und stellen ja jetzt schon fest, also siehe russisch Roulette, es ist im Grunde genommen gerade eben erstmal Dezember und Olaf Scholz holt schon die Big Guns raus. Also da ist die Tonalität, Friedrich Merz will der Atommacht, der Nuklearmacht Russland ein Ultimatum setzen. Also mit der Sicherheit Deutschlands spielt man nicht russisch Roulette. Also du merkst schon, da werden die ganz großen Kanonen rausgeholt. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es ein schmutziger Wahlkampf wird, die ist ja recht hoch. Da wissen wir, das kann die SPD auch sehr gut. Siehe Wahlkampf 2021, als Armin Laschet plötzlich dann auch noch zum deutschen Trump gemacht werden sollte. Lache ich bis heute drüber, weil es so völlig absurd ist. Und da kann ja noch einiges kommen. Also da können wir uns, glaube ich, auf einiges einstellen. Unter anderem, weil der SPD, so wie sie jetzt gerade verfahren, ja kaum auch eine andere Möglichkeit geht oder sie keine andere Möglichkeit sehen, als auf die Person Friedrich Merz zu gehen. Und das wird wahrscheinlich nicht besonders sauber laufen.

Sprecher 1: Kann man in diesem Land nicht einfach mit Sachlichkeit und Konstruktivität und Ruhe Wahlen gewinnen?

Sprecher 2: Naja, also Olaf Scholz hat ja seine letzte Wahl gewonnen, zumindest durch Ruhe. Und Ruhe bedeutet einfach gar nichts machen und warten, dass die anderen entscheidende Fehler machen. Das hat 2021 geklappt, darauf setzt man in gewisser Hinsicht ja jetzt auch wieder, wenn wir also Ruhe nochmal... nochmal aufaddieren, also Besonnenheit, Sachlichkeit, Verlässlichkeit, das ist das, worauf die SPD setzt. Vielleicht, also so wie die Dinge jetzt gerade prozentual liegen, wird die SPD damit die Wahl nicht gewinnen. Aber wir wissen natürlich nie genau, was da noch passieren kann. Aber das ist zumindest die Strategie der SPD. Es bleibt ihnen aber auch nichts anderes übrig. Du merkst es ja auch an Philipp Thürmer, dem Juso-Chef, der auf Olaf Scholz und seine Begeisterungsfähigkeit für Olaf Scholz angesprochen, geantwortet hat, wir Jusos sind ja generell eher nichts für Personenkult. Das ist natürlich sehr schön. Und selten hat es jemand so leicht gemacht wie Olaf Scholz, Leute, die nicht auf Personenkult zu setzen, dieser Linie treu zu bleiben.

Sprecher 1: Ich erinnere mich an den 100%-Wahlkampf für Martin Schulz, aber auch das.

Sprecher 2: Das waren nur Zeiten.

Sprecher 1: Zweiter Hashtag Vorsätze. Gibt es welche, die du dir nimmst oder denkst du dir, das ist eh Quatsch, weil am 3. Januar sie schon wieder beendet sind?

Sprecher 2: Ja, also für gewöhnlich ist das natürlich alles kompletter Blödsinn, aber man muss sich selbst ja irgendetwas erzählen, wenn der Kalender umschlägt. Also mein Vorsatz fürs kommende Jahr ist, mich mal ernsthaft dran zu setzen, jetzt mal dieses dämliche Buch weiterzuschreiben, von dem ich ungefähr zwölf Seiten habe. Das ist mein Vorsatz.

Sprecher 1: Wir gehen in den Februar-Hashtag Farbenlehre. Welche Farbe passt denn am besten zum möglichen Wahlgewinner Schwarz, also der Union?

Sprecher 2: Schauen Sie, Herr Bröger, Sie waren noch gerade bei mir in der Staatskanzlei. Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie da waren. Ich habe es nochmal deutlich gesagt, kein Schwarz. Grün mit der CSU. Die Grünen haben uns alle in den Abgrund. Also eigentlich ist Markus Söder, leistet ja einen schönen Service an Friedrich Merz, dem mutmaßlichen Bundeskanzler, Klammeraufstand jetzt, dass er ihm die Entscheidung ein bisschen leichter macht, mit wem denn da koaliert werden könne. Denn CSU-Chef Söder hat ja gesagt, mit mir kein Schwarz-Grün. Also Friedrich Merz saß bei Maischberger. Hat nicht ganz ausgeschlossen, dass es in einer möglichen schwarz-grünen Koalition unter Umständen sogar wieder einen Wirtschaftsminister Habeck geben könne. Daraufhin saß Söder, es hat also sofort panisch nach dem iPhone gegriffen, hat noch vom Rücksitz der Limousine gesagt, mit mir kein Schwarz-Grün, das gibt es nicht.

Sprecher 1: Er meint es ernst, Micky, er meint es ernst.

Sprecher 2: Andererseits wissen wir ja, also da möchte ich Daniel Günther, den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein zitieren, der leicht paraphrasiert gesagt hat, dass Söder sehr meinungsflexibel ist. Aber was mir bei Günther auch gut gefallen hat, ist das, was da Söder erzählt. Nicht, dass die Leute das am Ende noch glauben. Das fand ich sehr, sehr witzig, denn Söder lässt sich wahrscheinlich sein Nein teuer abkaufen. Also wir wissen jetzt nicht, also die Frage ist ja immer, worum ging es jetzt erstmal Söder? Will er Merz das Leben einfach nur schwer machen? Da könnte man jetzt sagen, ja. Und einen Punkt machen? Oder hat er da irgendwie eine Strategie, die dahinter ist? Und die könnte ja auch bedeuten, dass er sich also sein Nein CSU-seitig teuer abkaufen lässt und dann unter einem, also im Grunde genommen ist ja der Bundeskanzler Merz unter Markus Söder, aber er ist wahrscheinlich dann... Also das Friedrich Merz Bundeskanzler wird unter einem Superminister Söder. Anders ist es ja nicht vorstellbar. Also ich weiß nicht genau, was die Strategie von Söder ist.

Sprecher 1: Jedenfalls mit Gnaden von Bayern kann ein Merz nur gestalten.

Sprecher 2: Ja, absolut. Ja, irgendwas muss er sich davon ja versprechen. Und das hat ja irgendwas mit Verhandlungsmasse zu tun. Andererseits für die SPD ist das natürlich super, weil Söder treibt Merz ja in eine Situation hinein, in der ja wiederum die SPD als derzeit einziger möglicher Koalitionspartner der Mitte in Frage kommt und die dann unter Umständen ein Ministerium mehr bekommen, weil es gibt ja sonst niemanden, mit dem man da koalieren kann, so wie die Dinge gerade liegen.

Sprecher 1: Aber gibt es irgendwo in deinem politischen Kopf eine Zelle, die sich vorstellen kann, dass eine GroKo beliebt, konsequent, dynamisch schnell dieses Land verbessert?

Sprecher 2: Das Interessante ist ja, die Erinnerung malt mit dem goldenen Pinsel. Also als die GroKo zu Ende war, da war das natürlich wirklich das absolute Symbol für Kraftlosigkeit und Ambitionslosigkeit. Und nur gerade mal drei Jahre Ampel später steht die GroKo plötzlich für Stabilität, für Verlässlichkeit, für weniger Gezänk. Also das ist schon auch interessant, dass es jetzt so eine Art Sehnsuchtskoalition unter formal nur zwei Partnern ist. Finde ich schon spannend. Also sagen wir es mal so, für die CDU ist wahrscheinlich die GroKo auch ein Sehnsuchtsobjekt, weil man da am besten durchregieren kann. Weil natürlich man mit der SPD, die also bekanntermaßen wirklich absolut rückgratlos ist, dass man da am ehesten die eigenen Positionen durchbringt. Weil die SPD sich auf den Rücken wirft und sich freut, dass sie zumindest mit Boris Pistorius dann Innenminister stellt. Und das ist auch schön.

Sprecher 1: Apropos Erinnerung. Im Februar muss man über Karneval reden. Gibt es den in Kastrop-Rauxel?

Sprecher 2: In Kastrop-Rauxel gab es ihn sporadisch im angrenzenden Waldrop an meinem Heimatdorf Henrichenburg. Gab es immer den sogenannten Pyjama-Ball. Da sind also alle im Pyjama hingetigert. Das war rappelvoll, wir auch. Und das war immer sehr, sehr toll. Und da sind, ohne dass wir es wussten, der Uni-Professor und Soziologe Aladin El-Mafalani und ich sind da mehr oder weniger, ohne uns damals gekannt zu haben, sind da rumgetigert und haben uns da richtig einen reingedübelt. Also es ist jetzt keine Karnevalshochburg, aber der Karneval hat auch in Kastrop-Rauxel stattgefunden.

Sprecher 1: Wir gehen in den März und zwar den März mit E. Kann der CDU-Chef auch ohne den Rückhalt von Frauenkanzler werden?

Sprecher 2: So wie die Dinge jetzt gerade liegen, ja. Warum ist er so unbeliebt bei Frauen? Also warum das so ist, weiß ich nicht. Dass er es ist, kann ich also auch aus persönlichen Gesprächen, aus nächster Nähe, kann ich das bestätigen. Das ist eine interessante Frage. Ich weiß gar nicht, warum das so ist, aber er ist vielleicht ein bisschen zu sehr von sich überzeugt, vielleicht auch alleine schon rein körperlich auch ein bisschen zu sehr von oben herab. Also ihm fehlen da so ein bisschen so die weichen Faktoren, die Skills. Auf der anderen Seite, nur mit der Unterstützung der Frauen kann ein Robert Habeck auch nicht Bundeskanzler werden. Funktioniert es auf der anderen Ebene natürlich wiederum auch nicht.

Sprecher 1: Wobei sie die Mehrheit dieser Gesellschaft abbilden. Ich sag's ja noch.

Sprecher 2: Ja, ja, absolut. Anders als der große Philosoph Thorsten Legert mal bei Stern TV am Sonntag sagte zum Moderator, Dieter, Dieter, ja, ja, wir sind, was sind wir in Deutschland? Wir sind, ja, 10 Millionen, 10 Millionen Frauen haben wir in Deutschland. Also die Zählung kommt so nicht ganz hin. Ich muss aber sagen, Friedrich Merz hat sich ja in den letzten Wochen eigentlich ganz gut gemacht. Also er hatte bei Sandra Maischberger einen sehr guten Auftritt hingelegt. Und das, worauf die SPD hofft, dass es also wirklich zu massiven Ausrutschern kommt von Seiten Merz, das hat sich zumindest jetzt nicht bestätigt. Aber noch ist Dezember. Wir warten mal ab.

Sprecher 1: Welches Deutschland soll dieses Legatbild abbilden, fragt man sich dann. Wir gehen in den April. Der April macht bekanntlich Wasser wild. Wechsel Launen, Midlife-Crisis ist das Thema. Sind wir beide eigentlich schon mittendrin mit Ende 40?

Sprecher 2: Du, ich bin schon seit ungefähr 20 Jahren in der Midlife-Crisis, von daher habe ich die jetzt vielleicht möglicherweise dann in ein, zwei Jahren abgeschlossen.

Sprecher 1: Wie äußert sie sich denn bei dir?

Sprecher 2: Also alle Insignien der Midlife-Crisis schleppe ich schon seit 15 Jahren mit mir rum. Also Porsche-Kauf, irgendwie...

Sprecher 1: Verbrenner?

Sprecher 2: Ja, Verbrenner, selbstverständlich. Ja, alten 911er kriegst du ja nicht als E-Mobil. Besorg mir mal einen Porsche 911 von 1978 mit E-Motor. Wie soll das denn gehen?

Sprecher 1: Ich bin auch noch an meinem alten Ford Mustang traurig. Raum dran, keine Sorge.

Sprecher 2: Den musst du dir jetzt wirklich holen, Michael. Du weißt, wir kennen uns gut, du entsprichst nur wirklich jedem männlichen Klischee, dass du den Ford noch nicht in der Garage hast. Das ist im Grunde genommen eine Unverständheit. Das ist ein absoluter Bruch. Nein, bei mir wirklich. Also ich bin das wandelnde Klischee einer Midlife-Crisis, aber ich ziehe das halt einfach 30 Jahre am Stück durch. Dann wäscht sich das so ein bisschen raus.

Sprecher 1: Die grauen Haare sehe ich, aber keinen Gramm Fett erkenne ich bei dir. Gehst du wirklich noch jeden Tag ins Fitnessstudio?

Sprecher 2: Ja, nicht jeden Tag ins Fitnessstudio, aber ich mache jeden Tag Sport. Irgendwie irgendwas Sportliches passiert immer. Außerdem wohne ich im dritten Obergeschoss. Wahrscheinlich ist das das Geheimnis meines Erfolges. Auch, dass ich dem Lieferando-Boten immer schon mal zwei Stockwerke entgegenkomme. Also in Summe lohnt sich das einfach.

Sprecher 1: Wir gehen in den Mai. Finale Doha. CL-Finale, Champions League in München im Mai 2025. Packen wir es?

Sprecher 2: Naja, also Herbert Heiner, der Präsident vom FC Bayern, hat ja jetzt gerade erst gesagt, er spricht nicht vom Finale, er spricht sogar vom Titel. Daheim. Also er hat natürlich formal recht, denn der Pokal ist ja definitiv dann in der Allianz Arena. Die Frage ist halt nur, ob der FC Bayern die Finger dran kriegt. Das weiß ich nicht. Die Möglichkeiten bestehen. Der Kader ist im internationalen Vergleich ganz in Ordnung. Also die Stammelf würde reichen.

Sprecher 1: Oder müssen die vorher noch den Wirtz kaufen in der Winterpause?

Sprecher 2: Ja, ich glaube, das werden sie sich nicht... Also das Festgehenkonto des FC Bayern, glauben Sie mir, Herr Brügge, es wird immer reichen. Aber ich... Ich glaube, so weit wird es nicht kommen. Leverkusen wird den auch nicht ziehen lassen. Man muss mal schauen, wie die Konkurrenz gerade so drauf ist. Und da hat der FC Bayern vielleicht Stand jetzt ganz gute Möglichkeiten. Also der FC Barcelona ist fulminant gestartet in die Saison, hängt jetzt auch so ein bisschen durch. Real Madrid hat eine nur mäßige Saison. Mbappé funktioniert nicht so richtig. Manchester City, da wird Jürgen Klopp, glaube ich, verrückt werden vor Wut oder zumindest vor Verwunderung, dass just in dem Moment, wo er nicht mehr Trainer von Liverpool ist, dass sich Manchester City jetzt eine veritable Krise gönnt und sich Pep Guardiola also dermaßen selbst den Kopf zerkratzt, als hätte er irgendwie mit Montecor gekuschelt. Finde ich auch spannend. Da ist dann wahrscheinlich fast der FC Liverpool plötzlich der größte Konkurrent.

Sprecher 1: Also macht es jetzt schon fast wieder wahrscheinlich, dass die Bayern es schaffen. Auch ohne Harry Kane eigentlich, wenn er doch nicht mehr fit wird.

Sprecher 2: Der wird ja wieder fit, aber die Konkurrenzsituation ist so, dass der FC Bayern es durchaus schaffen könnte. Sie haben mit Kompagnie jemanden, der diesem Team wieder Leben eingehaucht hat und wieder Freude eingehaucht hat. Witzig ist natürlich, dass der großartige Vincent Kompagnie mit dem FC Bayern ziemlich genauso viele Punkte hat wie der fürchterliche Thomas Tuchel zum selben Zeitpunkt der letzten Saison. Ich glaube, Tuchel hat sogar zwei mehr oder so. Also ist auch immer ein bisschen...

Sprecher 1: Du siehst, am Ende ist alles eine Frage der Persönlichkeit. Mag man ihn oder mag man ihn nicht?

Sprecher 2: Und die gefühlte tabellarische Situation.

Sprecher 1: Ist so. Aber gut, Tuchel soll auch nicht einfach. Wir sind im Mai 2025 schon. Und da wurde vor 20 Jahren eine gewisse Angela Merkel Kanzlerkandidatin. Hast du ihr Buch schon gelesen?

Sprecher 2: Nein, und das wird mutmaßlich auch nicht passieren. Nach allem, was ich so... Also da gibt es, glaube ich, wirklich andere, die ich erstmal lesen werde. Ich warte ja noch auf das Buch von Olaf Scholz, Erinnerungen.

Sprecher 1: Sicherlich ein Bestseller-Kandidat.

Sprecher 2: Absolut, absoluter. Nein, also nach allem, was ich jetzt gehört und gelesen habe, auch die Interviews mit ihr und die Bühnenveranstaltungen, da hat wenig darauf hingedeutet, dass ich so richtig Bock drauf habe, mir das durchzulesen. Es ist mir halt einfach nicht juicy genug. Ich warte auf die Autobiografie von Kubicki.

Sprecher 1: Die könnte wenigstens süffig sein. Bei Erinnerung steht nichts drin bei Scholz und bei Merkel steht eigentlich auch nichts drin. Dann freuen wir uns auf Kubicki. Wir gehen in den Juni und sind mitten rein in der heißen Phase des nächsten Jahres. Das Sommerloch beginnt. Erinnerst du dich an ein paar richtig saudämliche politische Debatten im Sommerloch?

Sprecher 2: Wow, also eine der schönsten Debatten, das war als der italienische Tourismusminister Damiani, Damiano Damiani oder so hieß er, glaube ich, dass der sich über die deutschen Touristen in Rimini und so echauffiert hatte. Woraufhin der Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte, also wissen Sie, so geht es immer gar nicht. Also habe ich meinen Urlaub abgesagt und habe gesagt, Doris, wir bleiben schön in Hannover und habe dann seinen Urlaub am Maschsee gesagt. Das war also so eine internationale diplomatische Krise, dass der Bundeskanzler... seinen Adria-Urlaub abgesagt hat. Das fand ich super. Andere Sommerloch-Themen.

Sprecher 1: Mallorca sollte mal 17. Bundesland werden. Die U-Eier sollten verboten werden.

Sprecher 2: So, solche Sachen. Klar, du hast natürlich jedes Jahr, dass dann die neue lokale Regierung der Balearen von Mallorca dann sagt, jetzt Sauftourismus, die sollen alle weg. Dann hast du wirklich Bilder gesehen, als irgendwann damals das Eimersaufen verboten wurde. Das hat mir besonders gut gefallen. Da sahst du in der Bild-Zeitung so Bilder von Ballermann-Touristen, denen die Guardia Civil die Eimer weggenommen hat. Und sie haben sich so an den Eimer festgeklammert, wie so eine Orang-Uta-Mutter, der so wilderer das Junge entrissen haben. Das fand ich toll. Das hat mir gut gefallen. Im nächsten Jahr müssen wir mal schauen. Was ist denn so? Kuno der Killerwels, den kennen wir ja. Und jetzt gibt es ja die Meldung, dass aufgrund des Klimawandels auch in Deutschland die regionalen Fische immer größer werden. Also dass gerade Welse immer größer werden. Es kann also im Grunde genommen nicht mehr lange dauern, dass dann die Meldung kommt, Gauland wurde in diesem Jahr beim Baden nicht nur die Kleidung geklaut, sondern er wurde von einem Wels verschluckt.

Sprecher 1: Der ist ja bei mir in der Nähe, hier beim dicken Hering vom Wannsee. Da geht der ja angeblich immer irgendwo in Potsdam nackt ins Wasser.

Sprecher 2: Kann aber sein, dass der Wels ihn aber auch wieder loswerden will, dass er ihn nicht verdauen kann.

Sprecher 1: Diese Bilder sind jetzt in meinem Kopf, die müssen schnell raus. Gehen wir in den Juli-Hashtag Flugscham. Die Ferienflieger und Rekordbuchungen bei der TUI. Die Airports sind wieder voll. Touristikmanager freuen sich. Ist nichts mehr mit nachhaltig, ökologisch um die Ecke reisen?

Sprecher 2: Ja, also das Problem ist ja immer, das ist ja so ein bisschen das umgekehrte Präventionsparadox. Also dadurch, dass man hört, dass die Welt langsam untergeht und dass weite Teile der Welt unbewohnbar werden, gibt es natürlich immer mehr Leute, die sagen, dann gucke ich mir es aber wenigstens vorher nochmal an. Dadurch beschleunigt man diese Vorgänge natürlich so ein bisschen.

Sprecher 1: Die Insel, bevor sie untergeht, nochmal einmal bereisen.

Sprecher 2: Ja, so naja, ist ja so. Also du dann jetzt irgendwie alle nochmal hurtig ruten, mal Eisberge sehen, solange wie sie noch da sind. Also man wird ja irgendwann, wenn man Titanic guckt, muss man den Leuten ja erklären, dass es kein Science-Fiction-Film ist, sondern dass es diese Eisberge wirklich mal gegeben hat, während man irgendwie in kniehohem Wasser da ist.

Sprecher 1: Hast du schon Pläne?

Sprecher 2: Also ich werde mit Sicherheit irgendwo im Süden sein im Sommer. Das steht ziemlich fest.

Sprecher 1: Der Süden ist ja jetzt neuerdings schon Nordbrandenburg, wenn du 25 Grad und einfach nur Sonne haben willst.

Sprecher 2: 25 Grad reicht nicht. Also ich möchte eine kleine Anekdote.

Sprecher 1: Okay, du bist so einer Typ 35 aufwärts.

Sprecher 2: Absolut. Also ich möchte dir berichten aus dem Innenleben unseres Haushaltes. Niki und ich sitzen im Sommer vorm Fernseher und sehen dann wieder Tagesschau oder so, die von Rekordtemperaturen berichten irgendwo rund um Neapel. Also 40 Grad plus, fürchterlich, Hitze, also Warnung, alles. Niki und ich gucken uns an, nicken und sagen, da müssen wir hin. Und genau so kam es natürlich auch. Also wir lieben die Hitze. Das ist ja gut, weil Hitze wird es in Zukunft mehr geben.

Sprecher 1: Ich erinnere mich ans Death Valley, wo es 50 Grad... war und ich mit meinen Eltern vor vielen, vielen Jahren mit einem Wohnmobil lang gefahren bin. Und es gab tatsächlich dann auf diesem RV-Park einen Pool. Und wir dachten, wow, ist das sensationell. Death Valley, 50 Grad Pool. Der war natürlich leider auch 35 Grad warm. Also keine Ahrfrischung.

Sprecher 2: Aber das erinnert mich, also toller Urlaub, finde ich toll, dass man Eltern hat, die solche Reisen gemacht haben.

Sprecher 1: Da haben sie aber auch zehn Jahre drauf gespart.

Sprecher 2: Ja, okay. Siehst du, du bist halt ein Mann der Mitte. So gehört sich das auch. Mein Vater hat immer davon geträumt, mal mit der Transsibirischen Eisenbahn zu fahren. Da hatte er allerdings die Rechnung ohne meine Mutter gemacht, weil das ist so ziemlich das allerletzte, was meine Mutter wollen würde. Die wäre also eher auf der Raffaello-Insel. Und auch da sind die Vorstellungen sehr weit auseinandergegangen.

Sprecher 1: Im August kommen Hashtag Goldjungs, die wahren Stars des deutschen Sports, vielleicht endlich wieder in den Fokus, die Basketball-Europameisterschaft der Männer. Schröder, Wagner, Theis.

Sprecher 2: Ich interessiere mich nicht allzu sehr für Basketball, habe aber natürlich mitbekommen, dass die deutschen Basketballer Weltmeister geworden sind. Was ein bisschen auch damit zusammenhängen könnte, dass die US-Amerikaner nicht mit der ersten Garde angerückt sind. Das ist bei der Europameisterschaft, nach allem, was ich weiß, nicht zu befürchten, dass man da auf die Amerikaner trifft. Insofern macht es die Sache für Schröder und die Wagner-Brüder, die gibt es da auch noch. Sehr richtig, gute Jungs. Ja, macht es natürlich ein bisschen leichter. Ich glaube, man darf zu Recht ein bisschen was erwarten.

Sprecher 1: In Wahrheit einer der athletischsten, dynamischsten. und wirklich spektakulärsten Sportarten der Welt.

Sprecher 2: Ja, absolut.

Sprecher 1: Da gibt es kein langweiliges 0-0.

Sprecher 2: Das Problem, was ich mit Basketball habe, also abgesehen davon, dass es in der Halle gespielt wird, was ich immer schon etwas unattraktiver finde, ist genau das, was du gerade gesagt hast. Für mich sind Sportarten, in denen so viele Punkte erzielt werden, sind für mich nicht so attraktiv. Also wenn es inflationär Punkte zu verteilen gibt, dann geht natürlich dem Basketballsport ein bisschen das ab, was den Fußball ja so spannend macht. Dass halt eben wenig Punkte erzielt werden und dass auch das schwächere Team, das schlechtere Team im Zweifel durch einen Lucky Punch, siehe von mir aus auch Manchester United, FC Bayern 1999 oder das Finale daheim, Chelsea-Bayern 2012, dass man auch im Zweifel trotzdem gewinnen kann. Und das macht den Sport attraktiv. Viel spannender, mein lieber Michael, für dich als Fußballfan muss es doch sein, dass ziemlich genau zur selben Zeit die jetzt schon legendäre Klub-WM ausgetragen wird.

Sprecher 1: Achso, ich dachte, du meintest die Frauenfußball-WM.

Sprecher 2: Das wollte ich damit gesagt haben. Richtig, genau. Danke viel.

Sprecher 1: Ich freue mich auf beides ungemein. Wir müssen trotzdem rüber in den September. Da mache ich regelmäßig ein kleines, feines Männerritual mit vielen Kumpels aufs Boot. Am Wannsee und dann geht es um bescheuertes Quatschen über irgendwelche WWchen und da wollte ich mal Hashtag Bromance fragen, braucht man diese Rituale, diese Männertradition, ist das oldschool oder überlebenswichtig?

Sprecher 2: Naja, also eine... eine gewisse Ausgelassenheit. Was ist es denn eigentlich? Es ist ja eher etwas Kindliches, etwas Jugendliches, was da sich Bahn bricht. Und da muss man sagen, also da gibt es ja nun ganze Bestseller, das innere Kind und das innere Kind umarmen und so genau das passiert ja, wenn du da irgendwie so 15 Typen hast, die da wie die Affen auf so einem Hausboot unterwegs sind, vom Dach springen, ins Wasser grillen und Bier trinken. Das hat ja vor allen Dingen einen kindlichen Charakter. Es hat ja nichts Aggressives. Also das ist doch toll.

Sprecher 1: Man sollte das ausleben, richtig.

Sprecher 2: Absolut, das sollte man ausleben. Derlei Dinge braucht es, ganz wichtig.

Sprecher 1: Im Oktober, Hashtag Niveau-Limbo, war das Jugendwort des Jahres 2005 im Oktober gewählt, nominiert. Jedenfalls Niveau-Limbo. Da musste ich an Dirndl und Saufen denken, auch im Oktober, das Oktoberfest. Ist das für dich... Was ja übrigens immer beliebter wird von Jahr zu Jahr. Ist das ein Ausfluss, weil alles andere im Leben so komplex und so geistig anspruchsvoll geworden ist, dass man sich da mal einfach drei Wochen lang sinnlos wegdieseln muss? Ist das irgendwie nachvollziehbar für dich oder nur noch peinlich?

Sprecher 2: Nein, also das knüpft ja ein bisschen an das an, was wir gerade schon gesagt haben. Also die kontrollierte Ausgelassenheit für drei Wochen, daran merke ich eine gewisse Altersmilde. Also ich hätte vor 10 oder 15 Jahren da noch bitter drüber abgerantet, irgendwie das größte Urinal Europas und was nicht alles. Mittlerweile blicke ich damit ganz viel Wohlwollen drauf und finde es... Es ist toll und ich freue mich für jeden, der da hingeht. München ist eine wunderbare Stadt. Im September oft noch viel, viel schöner. Und die Leute gehen da hin, sie haben Spaß. Wenn wir jetzt mal von dem einen oder anderen Vorfall absehen, den es natürlich da immer gibt, aber ich will es jetzt auch nicht überdramatisieren, dann macht es einfach Freude und lasst die Leute doch ihren Spaß haben. Ich bin sowieso dafür viel mehr Volksfeste, viel mehr... Viel mehr analoge Begegnungen unter den Leuten, das ist sowieso unser einziger Ausweg, den wir haben in dieser digitalisierten, bürgerkriegsähnlichen Welt, die wir da in irgendwelchen sozialen Netzwerken erleben. Je mehr die Leute sich analog begegnen, desto besser. Deswegen also mehr Volksfest wagen.

Sprecher 1: Ich habe auch das Gefühl, dass das Bedürfnis, sich persönlich zu treffen, immer...

Sprecher 2: Ja, vor allen Dingen post-Corona. Also du merkst ja, dass wirklich einige einen massiven Schaden davon getragen haben, was auch das Sozialleben angeht und jetzt so langsam wieder zurückfinden. Und natürlich sind wir beim Thema Eskapismus, die Flucht vor den brutalen Realitäten, die sich in den Nachrichten immer den Weg zu den Leuten bahnen. Also was auch immer hilft, sich ein bisschen davon abzulenken und im Miteinander zu merken, dass die Menschen oft doch gar nicht so schlimm sind, sondern einem oft entgegenlächeln oder von mir aus auch zuprosten. Desto mehr wir davon haben, desto besser ist es.

Sprecher 1: Du bist einer der meistbeschäftigten Menschen in dieser medialen Öffentlichkeit, die ich so wahrnehme. Hast du auch manchmal? Diese innere Exit-Strategie schon vor Augen und sagst, irgendwann haue ich in den Sack, ein Jahr Sabbatical, ich muss mal ganz raus, ich kann nicht mehr.

Sprecher 2: Also momentan deutet es sich nicht, an. Ich flirte gar nicht mit dem Gedanken. Ich habe aber auch irgendwie, man spricht ja immer von Resilienz, also ich habe offensichtlich irgendwie durch meine Hundewelp-Mentalität ganz gute innere Selbstreinigungsprozesse, die also während man sich volllädt mit diesem ganzen Nachrichtengeschehen in so, wie soll ich das sagen, so... Mikrooperationen, alles immer wieder so ein bisschen löscht, so während es passiert und dann ich mich mit Dingen ablenke, wie Fußball spielen oder was weiß ich, keine Ahnung, mit dem Kind unterwegs sein und dann immer wieder ein bisschen Leichtigkeit einzieht, bevor man sich mit dem nächsten Shit vollädt. Vielleicht ist es auch einfach, ich bin vielleicht auch nur, wie sagt der Stichwort, Modewort, vielleicht bin ich auch einfach nur Delulu, also delusional, vielleicht, ich weiß es nicht.

Sprecher 1: Das ist mal kannte ich noch nicht mal mehr.

Sprecher 2: Ja, naja. Also es ist noch nicht ganz geklärt. Delulu. Delulu, ja.

Sprecher 1: Wir kommen ohne Illusion in den November. Hashtag Jahrestag. November 2025, ein Jahr nach dem Ampel aus. Was macht eigentlich Christian Lindner? Was wäre eigentlich eine Anschlussverwendung für Christian Lindner, wenn er es nicht schafft, in den Bundestag einzuziehen?

Sprecher 2: Oh Gott. Ja, gute Frage. Wahrscheinlich wie Friedrich-Naumann-Stiftung oder irgendwie. Also ich meine, für Leute wie... Also erstmal ist Christian Lindner sowieso...

Sprecher 1: Die Villa im Wannsee, die haben wir ja kennengelernt mit dem D-Day-Szenario. Ist ja nicht schlecht.

Sprecher 2: Richtig, richtig. Also erstmal ist Christian Lindner ja der große Untote der Bundespolitik. Also den, da habe ich schon vor Jahren gehört, der ist Dead Meat, Dead Man Walking, den kannst du ver... vergessen, plötzlich war er Finanzminister. Also den würde ich gar nicht abschreiben, alleine schon deshalb, weil die FDP es ja wieder mal geschafft hat, sich eine Struktur aufzubauen, in der er gar nicht zu ersetzen ist. Also ohne Lindner geht es ja gefühlt eben gar nicht. Insofern kann er im Grunde genommen nur sich selber stürzen. Er wird am Ende ja wahrscheinlich dann CEO oder Aufsichtsrat. Im Grunde genommen wird er der neue Siegmar Gabriel. Das ist es ja. Also er wird dann irgendwo sitzen, bei The Pioneer oder bei Maischberger und dann wird da irgendwie der Deutschen Bank das Wort reden oder der FIFA oder, keine Ahnung, Rheinmetall.

Sprecher 1: Ob das Sigmar Gabriel zulässt, weil der hat ja schon alle Aufsichtsratmandate und Podcasts.

Sprecher 2: Das ist interessant, aber es wird immer so Sachen geben, wo dann plötzlich dann, keine Ahnung, da sitzt dann Christian Lindner und dann gibt es wieder irgendeinen neuen Tönnies-Skandal und dann sagt Lindner, naja, da muss man aber jetzt auch mal die Kirche im Dorf lassen und Tönnies hat viel für den Arbeitsschutz getan und drei Tage später erfährst du dann, dass er irgendwie Aufsichtsratsmitglied da ist. Das wird so eine Lindner-Karriere, so für die nächsten 20 Jahre. Also es wird toll. Oder er saniert die Deutsche Bahn. Also irgendwas wird passieren.

Sprecher 1: Okay, also bei aller Liebe, das kann nun wirklich gar keiner schaffen. Also jetzt übertreiben müssen wir nicht. Das stimmt. Micky, zum Abschluss. Im Dezember, das ist unser Do-or-Die-Monat. Wir stellen dir Begriffe zur Auswahl, die du schnurstracks und ohne vorherige Kenntnis dieser Begriffe beantworten musst, was deine Welt mehr ausmacht. Los geht's. Bist du bereit?

Sprecher 2: Ich bin bereit.

Sprecher 1: Glühwein oder Pilz?

Sprecher 2: Pilz.

Sprecher 1: Maischberger oder Lanz?

Sprecher 2: Maischberger.

Sprecher 1: Berge oder Meer?

Sprecher 2: Meer.

Sprecher 1: Pantoffel oder Flipflop?

Sprecher 2: Flipflop.

Sprecher 1: München oder Köln?

Sprecher 2: München.

Sprecher 1: Oh, das ist das, was der Kölner Treff jetzt hat. Mustang oder Capri?

Sprecher 2: Mustang.

Sprecher 1: Borscht oder Grill Royale?

Sprecher 2: Grill Royale.

Sprecher 1: Howard Carpendale oder Helene Fischer?

Sprecher 2: Howard Carpendale.

Sprecher 1: Känguruhoden oder Kakerlaken?

Sprecher 2: Känguruhoden.

Sprecher 1: Schon mal probiert?

Sprecher 2: Nee, hatte ich aber mal als Schlüsselanhänger.

Sprecher 1: Und zum... Na, Moment. Eins haben wir noch. Bild oder Taz?

Sprecher 2: Bild.

Sprecher 1: Und zum Abschluss natürlich, wir sind immer noch in der Weihnachtsphase, Mariah Carey oder Wham!

Sprecher 2: Wham!

Sprecher 1: Micky, es war mir ein Fest. Dieses Jahr wird gar nicht so schlecht, habe ich das Gefühl. Also das Neue, meine ich.

Sprecher 2: Ich bin zuversichtlich. Aber du weißt ja, wie das mit dem Optimismus ist. Das ist ja nur ein Mangel an Informationen. Also warten wir es einfach mal ab. Aber ich blicke frohgemut ins neue Jahr.

Sprecher 1: Ich freue mich auf deine gelassene, humorvolle Entertainment-Struktur, die du dann im neuen Jahr für uns wieder aufbereitest. Egal wo, wir hören dir zu. Wir bedanken uns sehr, dass du heute mal bei Table Today zu Gast warst und freuen uns auf alles, was dann noch kommt von Micky Beisenherz. Vielen, vielen Dank.

Sprecher 2: Ja, ich bedanke mich, dass ich da sein durfte und bedanke mich für euren schönen Podcast. Also liebe Grüße auch an Helene. Ich bin ein sehr, sehr treuer Hörer und finde es toll, was ihr da aufgebaut habt.

Sprecher 1: Wir bedanken uns. Und umgekehrt könnten wir uns auch ohne Apufika keinen Morgen vorstellen. Insofern, das passt. Mal lieber komm gut ins neue Jahr, bleib gesund vor allem und gelassen. Bis dahin, ciao, ciao. Habibi. Ciao.

Sprecher 3: But you still catch my eye.

Sprecher 4: Berlin. Die Bundesregierung berät über weitere Entlastungen für die Wirtschaft und hat dafür einen Ausschuss gebildet.

Sprecher 5: Schluss mit Schneckentempo in Berlin und Brüssel. Jetzt wirksame Entlastungen und Reformen voranbringen. Damit die Chemie- und Pharmaindustrie wettbewerbsfähig bleibt. Ihr Verband der chemischen Industrie.