Was wollen Sie für Familien tun, Frau Breher?
Dauer: 22:30

Was wollen Sie für Familien tun, Frau Breher?

Seit Helmut Kohl hatte kein Kanzler und keine Kanzlerin mehr eigene Kinder. Fehlt diese Erfahrung in der Regierungszentrale bei der Priorisierung von familienfreundlicher Politik? Zu diesem Schluss könnte man kommen, denn die Maßnahmen für Kinder und Familien finden in den Parteistrategien und Programmen immer nur am Rande statt. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Silvia Breher will das ändern. Sie fordert etwa, die Steuerklasse fünf abzuschaffen, die den Ehepartner mit dem geringeren Gehalt steuerlich stärker belastet. In der Regel ist das die Frau.


Kurz bevor sich alle in die Weihnachtspause verabschieden, haben die Staats- und Regierungschefs der EU noch einmal in Brüssel zusammengesessen. 

Die EU hatte auch wieder den ukrainischen Präsidenten Selenskyj eingeladen. 

Einen Monat vor dem Amtsantritt von Donald Trump hat die EU versucht, ihre Position festzuzurren. 


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Kurz bevor sich alle in die Weihnachtspause verabschieden, kommen sie alle nochmal zusammen, nämlich die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel zu einem Gipfel. Themen, über die sie sprechen müssen, gibt es ja mehr als genug. Der Krieg in der Ukraine, der Umgang mit Donald Trump und die neue Situation in Syrien, nur um einige davon zu nennen. Wir ordnen mal ein, was da auf dem Gipfel gestern alles passiert ist.

Sprecher 3: Den Kindern gehört die Zukunft, das ist eine Binse, aber vielleicht in diesen Zeiten wichtiger denn je. Denn gerade die Jüngsten unserer Gesellschaft, die müssen den Wohlstand und den Wachstum für morgen organisieren. Sie müssen dieses Land vielleicht wieder dahin bringen, wo wir mal waren, die Familienpolitik. Sie gehört allerdings nicht zu den beliebtesten Feldern in der Politik. Sie findet sehr selten statt. Das ändern wir heute. Wir reden mit Silvia Breher, der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden. Sie ist zuständig für die Familienpolitik der CDU und hat im Programm wesentliches beigetragen.

Sprecher 2: Und zum Schluss öffnen wir das vorletzte Mal ein Türchen in unserem Adventskalender, der ein bisschen kürzer ist als 24 Tage, geben wir zu. Und die Nachricht für Sie, für uns ist, freuen wir uns doch mal über die kleinen Dinge. Welcher Song uns das vermitteln soll, dazu gleich.

Sprecher 3: Es ist Freitag, der 20. Dezember. Auf geht's.

Sprecher 4: Indeed statt Ausreden.

Sprecher 5: In meiner Kanzlei macht jetzt ein Rechtsanwalt auch das Recruiting. Da wird kein falsches Zeugnis abgelegt.

Sprecher 4: Find lieber die richtigen Mitarbeitenden und sichere dir 75 Euro Startguthaben. Auf indeed.com slash Guthaben. Es gelten die AGB.

Sprecher 3: Es ist der x-te Gipfel in Brüssel zum Thema Ukraine. Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen wieder zusammen mit ein paar lame ducks, unter anderem Olaf Scholz. Aber gut, die Ukraine steht auf dem Programm. Volodymyr Zelensky ist da und die Franzosen, nicht nur die, treibt ja gerade die Idee einer europäischen Friedenstruppe für die Ukraine um, die vielleicht nach einem möglichen Waffenstillstand da erfolgen soll.

Sprecher 2: Aber Volodymyr Zelensky vertraut eben nicht nur auf die Europäer, in Klammern aus guten Gründen, sondern blickt natürlich vor allem über den Atlantik nach Amerika. Wahrscheinlich mit einiger Sorge, so kann man vermuten. Aber er beschwört die Einigkeit zwischen Europa und den USA.

Sprecher 6: From the very beginning of next year, we need very much unity. Between the United States and EU and countries of Europe. This is very important. We need this unity to achieve peace. And I think only together, the United States and Europe can really stop Putin and save Ukraine.

Sprecher 3: Ja, und dann hat ein Journalist dazwischen noch gefragt, was denn... mit dieser Einigkeit ist, wenn der amerikanische Präsident, der neue, also Donald Trump, die Hilfszahlung zurückzieht aus der Ukraine. Und daraufhin macht Zelensky klar, es wird nur mit den Amerikanern gehen. Das ist hier schon eine deutliche Botschaft.

Sprecher 6: I think we have to count again on the unity between the United States and Europe. It's very difficult to support Ukraine without American help. And that's what we will discuss with President Trump when he will be in the White House.

Sprecher 2: Es geht um Sicherheitsgarantien für die Ukraine, denn darauf besteht die Ukraine. Das braucht sie, um sicherzugehen, dass sie nicht sofort wieder von Russland überfallen wird, wenn der Krieg einst zu Ende geht. Und da hat sie natürlich schlechte Erfahrungen gemacht. Stichwort ist das Budapester Memorandum von 1994. Damals hat die Ukraine auf ihre Atomwaffen verzichtet, die sie... hatte, als sie noch Teil der Sowjetunion war und im Gegenzug Garantien bekommen. Und jetzt haben wir gesehen, dass sie so viel eben dann doch nicht wert waren.

Sprecher 3: Und hinter den Kulissen auch hier in der Bundesregierung ist das zentrale Thema, wie könnte ein Versprechen auf Papier gebracht werden gegenüber der Ukraine, was nicht direkt den NATO-Beitritt zur Folge hat. Wer kann mit welchen Waffen und mit welchen Sicherheitsstrukturen die Ukraine unterstützen. Viel wird diskutiert, ob es eine Art NATO-Ukraine-Pakt geben könnte, ohne dass sie Mitglied der NATO werden. Olaf Scholz hat sich am Rande des Gipfels auch zu Ukraine geäußert und er hat klargemacht, es dürfe auf gar keinen Fall... über die Köpfe der Ukraine hinweg entschieden werden. Das ist sein O-Ton.

Sprecher 7: Es ist klar, dass in der jetzigen Situation darüber zu diskutieren ist, wie die Dinge sich weiterentwickeln können. Und deshalb braucht man klare Prinzipien. Das, was ich erhoffe, heute auch noch einmal gemeinsam festzuhalten ist, dass es keine Entscheidung geben darf über die Köpfe der Ukrainerinnen und Ukrainer hinweg. Das gilt für uns als auch für alle anderen. Wir müssen das mit den Ukrainern und Ukrainern gemeinsam entwickeln, was möglich ist. Und aus meiner Sicht ist das auch genau die Aufgabe, um die es jetzt geht. Und es bleibt dabei, dass wir darüber aber die zwei großen Aufgaben nicht aus dem Blick verlieren dürfen, vor denen wir jetzt stehen, die wir zu lösen haben. Erstens. Das Töten muss ein Ende haben. Wir müssen in eine Situation kommen, wo Frieden möglich wird. Und es muss auch ganz klar sein, dass es keine Eskalation des Krieges geben darf zu einem Krieg zwischen Russland und der NATO.

Sprecher 2: Die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen erinnert daran, dass der Krieg ja noch gar nicht zu Ende ist, dass man jetzt erstmal auf die Lage in der Ukraine selbst schauen muss und dass die Ukraine dringende Unterstützung braucht für ihr Energiesystem. Und natürlich macht sie nochmal deutlich, es geht um die ukrainische Unabhängigkeit, die Wahrung des Selbstbestimmungsrechts.

Sprecher 8: The world is watching. Our friends and even more our foes will observe carefully how we sustain our support to Ukraine, and this support has to be ironclad. In the darkest days of the year, we must keep the lights on and keep the hope alive. And beyond the winter, we must maintain Ukraine's basic economic and financial stability.

Sprecher 3: Frau von der Leyen legt den Finger in die Wunde. Zwei Drittel der kritischen Infrastruktur in der Ukraine sind bereits zerstört. Und NATO-Generalsekretär Rütte hat sich selbstverständlich auch in seiner neuen Rolle schon geäußert. Und vielleicht ein Satz nur. Er hat gesagt, wir müssen die Ukraine, und ich zitiere, in the best possible position bringen, dass sie selber entscheiden können, wie, unter welchen Bedingungen sie diese diplomatischen Gespräche jetzt treffen wollen. Jedenfalls, Helene, scheinen klar zu, ein 2025 wird das Jahr der Friedens- und Diplomatiegespräche in der Ukraine sein. Alles geht in diese Richtung.

Sprecher 2: Ja, wobei es eben noch die Voraussetzung hat, best possible condition. Und das bedeutet eben ein Auftrag für die Europäer, aber auch für die Amerikaner, die Ukraine weiterhin zu unterstützen, finanziell, aber auch mit Waffen. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob wir im Wahlkampf wirklich das Thema Taurus und anderes militärische Mittel haben werden. Denn ich stelle fest, von der Union wird das nicht mehr mit dieser Vehemenz vorangetrieben. Offenbar merkt auch die Union, dass die zu... Zustimmung in der Bevölkerung dafür schwächer wird.

Sprecher 3: Es gibt kritische Stimmen aus der Ost-CDU, Helene, die auch im Vorstand gesagt haben, Taurus ist der Tod für unseren Wahlkampf. Sie bitten den CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz, dieses Thema nicht mehr weiterzufahren. Und er tut es auch nicht im Regierungsprogramm. In der Vorstellung kommt es explizit so nicht mehr vor. Friedrich Merz weiß, dass die Deutschen allmählich in die Richtung von Olaf Scholz gehen.

Sprecher 2: Es ist bitter und zynisch zu sehen, wie sehr die Ukraine zum Spielball der Innenpolitik wird. Aber bald stellen wir fest, die große Solidaritätsgeste vom Anfang, ich denke an die ukrainische Fahne, die überall hing, an Bäcker, die blau-gelben Kuchen hergestellt haben und vieles mehr, das ist sehr schnell aufgebraucht.

Sprecher 3: Ja, in Amerika ist die Geduld mit der Ukraine und den Waffenlieferungen an die Ukraine ja längst vorbei. Auch das zeigt ja der Wahlsieg von Donald Trump. Also schwere Zeiten für die Ukraine. Sie können sicher sein, dass bei uns nicht nur Helene und ich darüber immer wieder hier in diesem Podcast diskutieren, sondern vor allem auch der Security Table. Ich lege Ihnen an dieser Stelle dringend mal ans Herz. Table.media slash security. Unser fachpolitischer Newsletter bei all diesen Themen auch rund um die Ukraine.

Sprecher 2: Seit den Tagen von Helmut Kohl hatte kein Kanzler und auch keine Kanzlerin mehr eigene Kinder. Was sich wie eine kleine Randnotiz anhört, wird aber immer wieder kritisiert, denn wer sich nie um eigene Kinder kümmern musste, kann auch nicht nachvollziehen, was das bedeutet und dementsprechende Politik machen. Die Familie muss dringend stärker in den Fokus der Politik gerückt werden, sagt Silvia Breher, die stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU. Sie war bei uns und ich habe mit ihr über die gescheiterte Kindergrundsicherung, die Steuerklassen 3 und 5 und die Elternzeit für Väter gesprochen. Hallo Frau Breher.

Sprecher 9: Ja, moin, hallo.

Sprecher 2: Frau Breher, wir wollen heute über Familienpolitik reden und ein bisschen auch über Frauenpolitik. Und da fiel mir ein, dass Angela Merkel, als sie Ministerin wurde 1991 von Helmut Kohl, nur das Ressort Frauen bekommen hat und nicht das Ressort Familie, weil sie keine Kinder hat. Und weil man damals das Ressort, das eigentlich zusammengehörte, auseinander gesplittet hat, weil man dachte, eine Frau ohne Kinder kann keine Familienpolitik machen. So hat es Angela Merkel selbst erzählt. Was denken Sie, wenn Sie sowas hören?

Sprecher 9: Also tatsächlich wünsche ich mir, dass Familien in Deutschland und vor allem in der Politik eine andere Rolle spielen, nämlich wieder eine wichtigere und dass wir vielleicht mal auch einen Bundeskanzler haben, der mal wieder Familie hat, also eigene Kinder, weil das einfach eine andere Sicht auf das Thema gibt. Und ich habe mir das... Selber auch nie zugemutet. Ich bin recht spät Mutter geworden und meine beste Freundin hat immer zu mir gesagt, Silvia, du kannst doch nicht mitreden. Das fand ich ziemlich anmaßend damals. Heute würde ich sagen, sie hat recht gehabt.

Sprecher 2: Ja, wobei ich mir manchmal auch, ich bin auch selbst Mutter und ärgere mich manchmal, dass das Thema Familie immer zur Frau, zur Mutter zugeordnet wird. Und dieses Amt, Ministeramt, ist ja auch eines der ganz, ganz wenigen, das fast immer von Frauen besetzt wird. Was ist denn die familienpolitische Agenda der CDU? Sind sie noch die Schutzherren der Familie?

Sprecher 9: Also über die Belastung und die Herausforderungen und die Zukunft von Familie wird viel zu selten gesprochen. Insofern genau unterstützen, wo ich unterstützen möchte. Nicht immer nur über Geld sprechen. Familien brauchen Geld, ja, aber auch Rahmenbedingungen. Das ist mir ganz wichtig.

Sprecher 2: Reden wir aber trotzdem mal über das Geld. Was wird aus der Kindergrundsicherung?

Sprecher 9: Nichts mehr. Also die Ampel ist mit diesem Projekt gescheitert. Sie hat es völlig falsch angefangen, kein vernünftiges Konzept auf den Weg gebracht. Und das ist für mich auch der falsche Weg, der falsche Einstieg. Wir müssen Verwaltung vereinfachen. Wir müssen an der Stelle Zugänge vereinfachen. Wir haben als CDU auch die neue Grundsicherung verabschiedet. Da steht perspektivisch drin, das Thema Kinder und Familien mitzudenken. Das heißt, wenn wir es schaffen, unseren Staat schlank zu machen, dann muss es für den Bürger egal sein, wo er den Antrag stellt. Das Bitteschön ist digital vom Staat zu leisten, dass die Mittel, die zur Verfügung stehen und die dem Bürger zustehen, dann von Seiten des Staates. dass auch zusammengesammelt werden und nicht der Bürger so viele Anlaufstellen hat. Das klingt so leicht und das ist so schwer umzusetzen.

Sprecher 2: Die Wahrheit ist ja, dass nur ein Bruchteil der Familien die Leistung tatsächlich in Anspruch nehmen, die ihnen gesetzlich zustehen. Da wollte die Ampel ran. Was ja richtig ist, dass diejenigen, die einen Anspruch haben, das Geld auch bekommen.

Sprecher 9: Naja, das war nicht ganz richtig. Das war eine Behauptung der Ministerin, die leider falsch war. Da ging es um den Kinderzuschlag. Die Inanspruchnahmeraten waren früher wirklich sehr gering. Dann gab es eine Novelle. Der letzten Legislatur und die Inanspruchnahmen sind jetzt, wir haben keine Evaluation, wollte die Ministerin, hat die Ampel gestrichen, deswegen wissen wir die tatsächlichen Prozente nicht, aber die Inanspruchnahme-Rate ist so hoch, dass wir jetzt wirklich davon ausgehen können, dass die allermeisten tatsächlich auch den Anspruch bekommen.

Sprecher 2: Was ist mit dem Ehegattensplitting, Frau Breher? Bleibt das unter einer... Wenn es denn so kommt, CDU-geführten Bundesregierung.

Sprecher 9: Ja.

Sprecher 2: Warum?

Sprecher 9: Weil das bei uns Position ist, hat eine Förderung der Familien an einer Stelle. Was für mich aber ergänzend wichtig wäre, ist das Thema Kinder mehr in den Mittelpunkt zu setzen. Also nicht nur die Paare zu fördern, sondern insbesondere den Kinderfreibetrag an der Stelle anzuheben, damit die Vergünstigung nicht nur bei den Paaren ist, sondern insbesondere auch bei den Familien ankommt. Perspektivisch mag sich das irgendwann mal ändern. Bei uns ist das aktuell klare Lage, Familienzweckung bleibt.

Sprecher 2: Und Sie persönlich sind auch dafür?

Sprecher 9: Persönlich, wenn ich jetzt nur von mir spreche, bei mir geht es tatsächlich auch als erstes um die Steuerklassenänderung. Persönlich, nicht Partei, würde die Abschaffung der Steuerklasse 5 mittragen, weil ich das sehe. Ich sehe, dass es tatsächlich kein Problem ist, weil es de facto keinen Unterschied macht, dass wir sie haben, bringt sogar manche Vorteile, manche Nachteile. Aber für mich überwiegt der emotionale Effekt, dass Frauen... Nicht mehr nachdenken, nicht ihren Kopf einschalten und hinterfragen, ob es vielleicht doch so schlau ist, in die Steuerklasse 5 zu wechseln oder nicht.

Sprecher 2: Es gibt ja unterschiedliche Meinungen darüber, was der Staat eigentlich am Küchentisch, sagen wir mal, regeln muss. Es gibt ja auch den Appell zu sagen, Frauen, macht es halt selbst. Ihr müsst es selbst euren Männern sagen. Ihr müsst selbst euren Männern sagen, zum Beispiel, dass sie Elternzeit nehmen müssen. Andere Modelle sehen vor, auch in anderen Ländern, aber auch von anderen Parteien, dass man das stärker regelt, zum Beispiel den Mann bei der Elternzeit stärker in die Pflicht nimmt und sagt, er muss dann eben auch die Hälfte der Zeit machen, ansonsten gibt es kein Geld. Wo stehen Sie da?

Sprecher 9: Also ich finde, eine Weiterentwicklung des Elterngeldes ist erstens richtig und zweitens nicht genug. Es reicht einfach nicht aus, sich das erste Lebensjahr anzuschauen. Wir haben immer noch keine 50 Prozent Männer, die Elterngeld überhaupt nehmen. Familien brauchen Zeit eben auch, bis die Kinder und manchmal auch noch in der Grundschule, also nicht nur bis zur Grundschule, sondern auch am Start in der Schule. Das Ziel muss einfach sein, dass beide Eltern Teile Verantwortung übernehmen, übernehmen können und dass es viel normaler ist zu sagen, vollzeitnah, beide Partner aufwachsen mit der abnehmenden Care-Arbeit zu Hause. auf Augenhöhe zu sein, aber dann auch zu bleiben im Lebensverlauf. Das bedingt einfach, dass wir die Männer im Boot haben. Die gehören dazu und die gehören auch ein Stück weit in die Verantwortung zu Hause.

Sprecher 2: Und also das heißt, Sie treten für ein Modell ein, in dem der Mann faktisch gezwungen wird, mehr als zwei Monate Elternzeit zu nehmen, wenn denn das Geld so ausgezahlt werden soll wie bisher.

Sprecher 9: Nein, das ist ein Modell, was noch offen ist, aber schon anzureizen zu sagen, ihr habt einen Stammmonate, die stehen einem zu, aber eben auch, es gibt zusätzliche Monate, wenn man es sich aufteilt. Keine Ahnung, 8 plus 4 plus 4, ich will mich nicht festlegen. Es ist nur, wir müssen das Elterngeld weiterentwickeln auf der einen Seite und auf der anderen Seite aber auch den Zeitraum bis zur Grundschule zumindest mitdenken. Und da ein System entwickeln, was beide mitnimmt, was beide rausbringt aus dieser Frau, bleibt halbtags zu Hause und kommt dann aber auch nicht wieder voll zurück irgendwann.

Sprecher 2: Sprechen wir über Bildung, da tritt die CDU ein für verpflichtende Deutschprüfungen vor dem Eingang in die Schule. Was machen Sie mit Kindern, die nicht gut genug Deutsch sprechen, um in die erste Klasse zu gehen?

Sprecher 9: Wir möchten, dass alle Kinder gesehen werden. Und zwar nicht erst, wenn sie in der Grundschule sind, im Sinne von seht mal zu und am Ende jammern wir, wenn sie am Ende der vierten Klasse nicht lesen und nicht schreiben und nicht rechnen können. Deswegen ist es so wichtig, dass wir spätestens Vierjährige gesehen haben und schauen, wo sind ihre Kompetenzen, wo haben sie einen Förderbedarf. Also Sprache ist ein Schlüssel, um dann zu sagen, wir... Es nicht kann, der kann auch so nicht in die Schule. Das heißt, dieses Kind hat einen speziellen Förderbedarf, also aus der verpflichtenden Überprüfung in eine verpflichtende Vorschule. Also die Grundkompetenzen vorher zu legen und nicht zu sehen, das kriegen wir in der Schule dann schon irgendwie hin. Nee, das gelingt nicht, das sehen wir heute.

Sprecher 2: Frau Breher, möglicherweise besetzt auch die CDU künftig das Bundesbildungsministerium, Bildung und Forschung, aber gerade der Bereich der Bildung, da kann man auf Bundesebene nicht besonders viel reißen, weil das Kompetenz der Länder ist. Ist das noch zeitgemäß, gerade wenn Sie über Probleme sprechen wie gerade eben? Mangelnde Deutschkenntnisse von Grundschülern ist ein bundesweites Problem, wird aber in jedem Land anders geregelt.

Sprecher 9: Die einfache Antwort wäre, nee, wir können das natürlich alles besser in Berlin, aber das ist die falsche Antwort an der Stelle. Der Anreiz unter den Ländern besser zu sein, besser zu werden, im Wettbewerb zu stehen, hat auch Vorteile. Wenn man nach Hamburg schaut, die ihr Bildungssystem mit der verpflichtenden Eingangsuntersuchung und dann der Vorschule komplett verändert hat. Und jetzt im Bildungsranking einen Riesensprung nach oben gemacht hat in den vergangenen Jahren, dann sehen wir, dass ein Wettbewerb auch funktionieren kann. Wir haben als Partei den Konsens in allen Bundesländern, dass wir diese Einschulungsuntersuchungen machen wollen mit vier Jahren und daraus verpflichtend dann die Förderung. Und das ist der erste Konsens.

Sprecher 2: Ich komme wieder zurück zu Angela Merkel, mit der wir ja eingestiegen sind. Eine Frau, die 16 Jahre Bundeskanzlerin war. Aber das frauenpolitische Erbe ist eher überschaubar, wenn man es... sich jetzt anschaut, wie viele Frauen aus dem Bundestag ausscheiden, insbesondere bei der CDU, machen sie sich manchmal Sorgen um ihre Partei, wo ja Frauen, die in der ersten und zweiten Reihe stehen, doch ziemlich verschwinden unter den Anzugträgern.

Sprecher 9: Also es ist unsere Aufgabe als Partei dahin zu schauen und mehr Frauen zu motivieren. Wir haben das in Niedersachsen auch getan. Wir werden, glaube ich, besser zur nächsten Bundestagswahl. Wir haben dann nicht nur zwei, sondern vier Kandidatinnen in guten Wahlkreisen, die direkt gewinnen. Und darüber hinaus auch noch Kolleginnen auf der Liste vorne abgesichert. Wir haben, glaube ich, einen Teil geschafft. Wir gewinnen die Wahlkreise oft und wo keine Frau direkt kandidiert, kann auch keine direkt einziehen. Und ich glaube, gerade auch mit Blick auf Angela Merkel, weil Sie es angesprochen haben, viel zu oft reicht eine Frau als sogenanntes Feigenblatt. Wir haben sie doch und wir stellen die eine in die Mitte, ohne zu sehen, ob die Breite groß genug wird.

Sprecher 2: Hat die CDU ein Problem mit Frauen?

Sprecher 9: Nein, wir haben kein Problem mit Frauen. Wir haben nur leider zu wenig Frauen.

Sprecher 2: Gerade in welchen in der ersten Reihe, da gibt es ja wenige Namen, die gehandelt werden. Sie gehören dazu. Welches Ministerium hätten Sie am liebsten?

Sprecher 9: Ich möchte eine Bundestagswahl gewinnen mit unserer Partei. Und alles andere ist aktuell kein Thema.

Sprecher 2: Vielen Dank, Frau Breher. Danke, dass Sie bei uns waren.

Sprecher 9: Sehr gerne. Vielen Dank.

Sprecher 3: Freitag, der 20. Dezember, aber Besinnlichkeit findet hier in unserem Audio-Adventskalender heute noch nicht statt. Denn es kommt von Niklas Vogt, dem Kommunikationschef des Startup-Verbands, ein Song, der es in sich hat. So, danke Helene, nämlich Ice Cube. It was a good day. Und was will er uns damit sagen?

Sprecher 2: Er will uns damit sagen, dass es nicht immer ums große Ganze geht, sondern dass die kleinen Freunden einen Tag perfekt machen können. Ich finde, perfekt ist ein bisschen großes Wort für das, was wir in der Realität erleben. Aber sei es drum, vielleicht bin ich auch einfach zu kritisch. Wie auch immer, dieser Song ist wirklich laid back und voller guter Vibes. Und genau das brauchen wir doch.

Sprecher 3: Wie bei uns, diese kleinen Momente im Podcast, die uns den Tag erleichtern.

Sprecher 2: Und ihn perfekt machen, Michael?

Sprecher 3: Fast. Jetzt übertreibst du es mal nicht.

Sprecher 2: Nein, ich wollte gerade sagen, mit perfekt muss man immer vorsichtig sein. Allerdings sollen wir ja jetzt vor Weihnachten alle ein bisschen großzügiger miteinander sein und uns freundlich begegnen. In diesem Sinne kommen Sie gut in diesen Freitag vor dem letzten Adventswochenende.

Sprecher 3: Und wir haben natürlich wieder für Sie ein Spezial. Diesmal beginnt eine kleine Staffel, eine dreiteilige Episode über den Mann, der vielleicht nach dem 23. Februar des kommenden Jahres Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden könnte. Es ist Friedrich Merz und wir haben uns in einem Team von Vera Weidenbach, Stefan Braun, Jutta Falke-Ischinger mal darum bemüht, hinter die Fassade dieses Mal. zu schauen, wie tickt er, wo kommt er eigentlich her, was hat er mit dem Land vor. Wir beginnen am Samstag mit einem Spezial. Friedrich Merz, der Unbequeme. Unsere Podcast-Staffel, sie beginnt mit einem Interview mit Friedrich Merz von Stefan Braun. Freuen Sie sich darauf, morgen früh ab 6 Uhr in Ihrem Podcast-Kanal.

Sprecher 10: Bis dahin, machen Sie es gut. Tschüss.

Sprecher 11: Saw the police and they rolled right past me. No flexing. Didn't even look in a nigga's direction as I ran the intersection. Went to Short Dog's house. They was watching your TV raps. What's the haps on the craps? Shake them up, shake them up, shake them up, shake them. Roll them in a circle of niggas and watch me break them with the 7. 7-Eleven, 7-Eleven, 7 even back door, little Joe. I picked up the cash flow. Then we played bowls and I'm yelling domino. Plus nobody I know got killed in South Central LA. Today was a good day. Left my nigga's house paid Picked up a girl been tryna fuck since the 12th grade It's ironic, I had the rule, she had the clinic The Lakers beat the Supersonic I felt on the big fat fanny Pulled out the jammy and killed a poot nanny And my dick runs deep, so deep, so deep Put her ass to sleep Woke her up around 1, she didn't hesitate To call Ice Cube the top gun Throw her to the pad and I'm coasting Took another sip of the potion, hit the three wheel motion I was glad everything had worked out Dropped her ass off and then churped out Today was like one of those fly dreams Didn't even see a berry flashing those high beams No helicopter look before murder Two in the morning got the fat burger Even saw the lights of the Goodyear blimp And it ran ice cubes up in Drunk as hell but no throwing up Halfway home and my page is still blowing up Today I didn't even have to use my AK I gotta say it was a good day

Sprecher 12: Hey, wait, wait a minute, pooh. Stop this shit. What the fuck I'm thinking about?