Kann Donald Trump den Krieg in der Ukraine beenden, Herr Stoltenberg?
Der frühere NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht vorübergehende Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland als mögliche Option, um den Krieg schnell zu beenden. Das sagte der Norweger im Gespräch mit Wilhelmine Preußen vom Security.Table. „Wenn die Waffenstillstandslinie bedeutet, dass Russland weiterhin alle besetzten Gebiete kontrolliert, heißt das nicht, dass die Ukraine das Gebiet für immer aufgeben muss“, erklärte der designierte Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz.
Die FDP stellt sich neu auf: Ex-Justizminister Marco Buschmann soll als Generalsekretär den Wahlkampf anführen. Helene Bubrowski und Michael Bröcker analysieren diese Personalentscheidung und sprechen außerdem mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der ehemaligen FDP-Vizechefin und Justizministerin.
Und die Tür zum politischen Adventskalender öffnet sich heute ein erstes Mal.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Die FDP stellt sich neu auf, aber mit bekannten Gesichtern. Der ehemalige Justizminister Marco Buschmann soll den Wahlkampf als Generalsekretär leiten. Warum gerade er, kann man sich fragen und kann er das überhaupt? Wir analysieren und sprechen außerdem mit Sabine Leuthäuser-Schnarrenberger, der ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden und Justizministerin.
Sprecher 3: Premiere bei uns im Podcast. Der künftige Chef der Münchner Sicherheitskonferenz äußert sich erstmals in einem solchen Medium nach der Nominierung. Es ist Jens Stoltenberg. Er spricht über einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine und die Agenda Donald Trump.
Sprecher 2: Und jetzt ist es soweit die erste Adventswoche, Montag, der 2. Dezember. Und das erste Türchen hier bei uns öffnet sich mit einer Botschaft für diesen Wahlkampf.
Sprecher 4: Für das Wort D-Day und dieses Papier kann ich keine Verantwortung konkret übernehmen, weil es ja nicht in meinem Bereich ist. Aber ich übernehme die Verantwortung dafür, dass die FDP bereit war, die Ampel zu verlassen und dass wir uns darauf vorbereitet haben. Und dass ich die Ampel, so wie die Politik war, nicht fortsetzen wollte, dafür übernehme ich die Verantwortung und darüber können die Bürgerinnen und Bürger urteilen.
Sprecher 2: Christian Lindner in der Talkshow von Karin Mioska. Auch hier wenig Selbstkritik. Er macht keine Anstalten zurückzutreten. Dabei ist doch seine Partei, die FDP, in einer der größten Krisen ihrer Geschichte.
Sprecher 3: Ja, kämpferisch versucht Lindner, das Narrativ nach vorne zu lenken. Er habe ja schließlich die Ampel nur verlassen, weil es ihm um Deutschland geht und weg von diesen internen Strategiepapieren, die er nur zur Kenntnis genommen hat. Also immer noch bleibt offen, ob er es wirklich gekannt hat. Das ist eine Bürde für diesen Wahlkampf. Da gibt es kein Rütteln. Und dann macht er auch noch seinen engsten Vertrauten und Mitampell-Laner Marco Buschmann zum Generalsekretär. Also richtig neu anfangen sieht anders aus.
Sprecher 2: Nein, ich habe mich auch über diese Personalie gewundert. Es gab ja in der FDP durchaus auch Stimmen, die gesagt haben, es muss jetzt jemand anders machen, der sich von Lindner deutlich unterscheidet, der die Breite der Partei zeigt, möglichst eine Frau. Es soll eben nicht alles mehr auf Lindner so zugeschnitten sein. Und jetzt kommt im Grunde genommen eine Art Lindner in klein. Das ist Buschmann, ein langjähriger, treuer Weggefährte, der für Buschmann das eine oder andere in der letzten Legislaturperiode in der Fraktion organisiert und gemacht hat. Aber ein Neuanfang, würde ich auch sagen, sieht wirklich anders aus.
Sprecher 3: Wir können ja mal ein bisschen Pros und Cons sammeln, Helene. Also immerhin, er ist erfahren, er ist einer der Erfahrensten, vielleicht er ist sehr akribisch, genau, er ist so ein Organisations-Junkie, würde ich sagen, einer, der jetzt sehr schnell, er war ja auch schon mal Generalsekretär in Nordrhein-Westfalen, also der jetzt, glaube ich, sehr schnell zumindest die Zügel in die Hand nehmen kann und diesen Wahlkampf relativ reibungslos, glaube ich, zumindest organisiert. Das wäre mal pro.
Sprecher 2: Ja, und er kennt natürlich auch die Parteizentrale. Er war selbst in der Zeit der außerparlamentarischen Opposition 2013 bis 2017 Bundesgeschäftsführer. Also er weiß, wie es geht. Andererseits, apropos Organisierer, es gibt auch Stimmen in der Partei, die sagen, es sei sowieso absurd, dass der Mann für den Bürokratieabbau zuständig gewesen sei, denn er habe erst die Fraktion so richtig durchbürokratisiert. Also auch da ein Fragezeichen. Aber viel entscheidender ist doch seine inhaltliche Festlegung der vergangenen Jahre. Die Themen Selbstbestimmungsgesetz und Cannabis-Legalisierung, sage ich nur. Ob das jetzt die Themen sind für den Wahlkampf, da habe ich meine Zweifel.
Sprecher 3: Ja, und es war ausgerechnet Christian Lindner, der uns neulich noch erzählte, dass an den Wahlkampfveranstaltungen, die die FDP da draußen hat, dass da das Selbstbestimmungsgesetz immer als vermeintlich falsche Ampelpolitik dargestellt wurde. Nicht, weil das Gesetz irgendwie schwierig ist. oder es den Menschen nicht gönnt, das Geschlecht zu wechseln, sondern einfach, weil es die falsche Priorisierung dieser Ampel darstellt, laut zumindest der FDP-Basis. Und genau dafür war er zuständig. Und beim Thema Bürokratieabbau, da hat er nun mal jetzt den Normenkontrollrat in seinem Ministerium gehabt, da kommt viel zu wenig bei den Selbstständigen, bei den Unternehmen da draußen an. Also die Bilanz Buschmann ist durchaus durchwachsen.
Sprecher 2: Ja, die Politik im Bundesjustizministerium war tatsächlich für die schwarz-gelbe Community, also für die Wechselwähler zwischen CDU und FDP, sehr schwierig. Und dazu gehört auch die Cannabis-Legalisierung. Und da hat Buschmann das nicht nur mitgemacht, wie zum Beispiel Gesundheitsminister Lauterbach, sondern er hat aktiv dafür geworben. Im Bundestag hat er bei einer Regierungsbefragung im Mai 2022 Folgendes gesagt.
Sprecher 5: Mein persönliches Ziel ist, dass wir im nächsten Jahr so weit sind, dass wir vielleicht den ersten legalen Joint verkaufen können.
Sprecher 3: Ja, Cannabis auch so ein Thema. Also eigentlich ist Buschmann das Gegenteil des klassischen liberalen Wirtschaftsliberalen irgendwo im baden-württembergischen oder in Bayern. Auch die Freilassung des Tiergartenmörders hat bei diesen Leuten, die eigentlich aus diesem konservativ-liberalen Ecke kommen, wirklich Stirnfalten hervorgerufen. Und man muss auch sagen, die Gesetze, Modernisierung, Strafgesetzbuch, Väterrechte, digitale Justiz, das ist alles gut und richtig wahrscheinlich. Aber die breite Wirkung, die plus 5 Prozent notwendig machen, die erreicht man mit dieser Politik wahrscheinlich nicht.
Sprecher 2: braucht jetzt einen Mann, dem er 100 Prozent vertrauen kann. Und das ist Marco Buschmann. Die beiden haben ja 2013 ja und folgende. Die Partei wieder aufgerichtet. Dasselbe sollen sie jetzt auch tun, haben allerdings nicht vier Jahre, sondern nur knapp drei Monate Zeit. Es ist jetzt wirklich die letzte Möglichkeit für Christian Lindner, in diesem Duo das Ganze jetzt zu schaffen. Da wollte er keine Experimente eingehen, das ist klar. Ob es klappt, wir werden sehen. Am Ende kommt es wirklich darauf an, ob, was viele Liberale hoffen, nach dem 6. Januar im neuen Jahr eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, es dann um die Themen Wirtschaft und Ideen für Deutschland geht und dass die FDP da eben punkten kann mit der Wirtschaftspolitik, aber eben auch mit den anderen Themen, die jetzt Marco Buschmann verkörpert. Meine Prognose ist, die Krise ist zu tief. Dieser Eindruck, Christian Lindner ist ein Spieler, der es nicht richtig ernst meint mit der Politik, dem man nicht so richtig vertrauen kann, das wird sich halten.
Sprecher 3: Für mich auch noch ein großes Thema, Helene, ist, dass klar, Marco Buschmann so tolle Kleinigkeiten gemacht hat wie Schwarzfahren, darf jetzt nur noch eine Ordnungswidrigkeit sein, aber die Vorratsdatenspeicherung, ein Gesetz, was wirklich zur Sicherheit in diesem Land, vielleicht auch gerade für diese konservativ-liberale Wählerschicht, hätte umsetzen können. Da ist er stur geblieben. Quick Freeze wird von allen Experten abgelehnt. Also ich sehe noch nicht, wie Buschmann einen Wahlkampf macht, der jetzt genau diese Wähler anspricht, die die FDP über die 5% heben können.
Sprecher 2: Wobei er da natürlich FDP pur ist, also Gegenüberwachung. Und steht da in einer Tradition mit Sabine Leuthäuser-Schnarrenberger, seiner Vor-Vorgängerin im Amt des Bundesjustizministers. Sie kennt die Partei in- und auswendig. Schon in den 90er Jahren war sie unter Helmut Kohl Bundesjustizministerin. Und ich habe sie in Felderfing in Oberbayern erreicht und mit ihr über die Krise der Partei gesprochen. Hallo Frau Leuthäuser-Schnarrenberger.
Sprecher 6: Ich grüße Sie.
Sprecher 2: Sagen Sie mal, wie stark ist die Glaubwürdigkeit der FDP beschädigt durch das, was wir in der letzten Woche gesehen haben, insbesondere das sogenannte D-Day-Papier?
Sprecher 6: Die Glaubwürdigkeit ist stark beschädigt. Da braucht man gar nicht drum herum zu reden. Das hat zu großen Entsetzen, aber auch Verstörung geführt, auch innerhalb der FDP. Ich bin ja ganz normales Basismitglied im Landesverband Bayern und da habe ich, egal wie man zur Ampel stand, über diese Art und Weise wirklich nur Entsetzen und Ärger und auch ein Stück Enttäuschung gehört, dass so jetzt der Wahlkampf beginnt.
Sprecher 2: Haben Sie sich in diesen Tagen mal für Ihre Partei geschämt und vielleicht selbst darüber nachgedacht, auszutreten?
Sprecher 6: Ich habe nicht überlegt, auszutreten, aber ich habe mich nicht immer wohl gefühlt, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Ich bin ein durch und durch auf den politischen Liberalismus ausgerichteter Mensch und sage mir, da muss doch diese FDP wieder auf den richtigen Weg kommen.
Sprecher 2: Das ist genau die Frage, wie kommt die FDP wieder auf den richtigen Weg? Auf den richtigen Weg reichen die Rücktritte von Bundesgeschäftsführer Reimann und Generalsekretär Gessareiter aus.
Sprecher 6: Die sind notwendig und wichtig gewesen, denn wer eine solche Wortwahl drauf hat, wie anscheinend ja der Hauptgeschäftsführer, der denkt ja auch so und das ist vollkommen indiskutabel. Ich glaube, jetzt ist ganz entscheidend, dass einmal die Basis auch, aber auch natürlich die Öffentlichkeit insgesamt, die FDP, wissen muss, mit wem sie, auch mit welchem Gesicht dann sie auftritt. Also wir brauchen dringend einen überzeugenden Generalsekretär mit einer anderen Sprache, der auch den Liberalismus, die Werte in seinen Worten verkörpert. Ich denke, dass, und Ihre Frage zielt ja auch auf Christian Lindner, dass neben Christian Lindner doch viel stärker die Bandbreite der FDP, die nach wie vor vorhanden ist, für die Bürgerinnen und Bürger sichtbar werden muss.
Sprecher 2: Sprechen wir über Christian Lindner. Ist es glaubhaft aus Ihrer Sicht, dass er das Papier nicht kannte, obwohl da ja erstens relativ konkrete Maßnahmen schon vorgeschlagen waren, inklusive Einheiten, die für bestimmte Dinge zuständig sein sollten. Andererseits die Sprache von Christian Lindner kennt man ja zum Beispiel die Bezeichnung Morgentauplan, die er für das Klimapaket 2019 verwendet hat. Also man traut ihm durchaus auch zu, dass er von Schlachtfeldern spricht. Was denken Sie?
Sprecher 6: Also ich glaube, dass es jetzt gar nichts bringt und ich will nicht einen Beitrag leisten, noch Vermutungen weiter auszuformulieren. Ich weiß es nicht und es ist nicht so. Spekulieren nicht. Und wenn er sich so klar hinstellt und das in der Presse sagt, dann denke ich, muss das stimmen. Sonst hätte er es nicht in dieser klaren, wirklich sehr eindeutigen, unmissverständlichen Diktion auch gesagt, dass er das Papier nicht kannte.
Sprecher 2: Haben Sie den Eindruck, die Partei zieht jetzt dennoch voller Mut und Engagement in diesen ja ziemlich kurzen Wahlkampf und unterstützt Christian Lindner und seine Truppe? Und würden Sie das auch selber jetzt tun mit voller Kraft?
Sprecher 6: Die Partei braucht schon jetzt nochmal deutliche Zeichen und Aussagen von Ermutigung. Von daher reicht es nicht, wir machen jetzt ja die Wirtschaftswende und haben achtenseitiges Lindner-Papier, sondern es muss klar jetzt gemacht werden, die Bandbreite der liberalen Partei in einer Verantwortung, die geopolitisch... In dieser Situation ganz, ganz dringend gefordert wird gegen die ganzen Autokratien um uns herum. Und deshalb braucht es eine viel deutlichere Ansage und auch eine inhaltlichere Positionierung, als nur die Schuldenbremse, um die Partei zu motivieren.
Sprecher 2: Vielen Dank für diese klaren Worte, Frau Leuthauser-Schnarrenberger.
Sprecher 6: Danke Ihnen, Frau Bobrowski.
Sprecher 2: Im Februar kommen wieder einmal hunderte Staatschefs, Regierungsvertreter, Minister und Experten zusammen, um über die großen Krisen der Weltpolitik zu beraten. Sie ahnen es schon, die Münchner Sicherheitskonferenz. Es ist das renommierteste Sicherheitstreffen in Europa und die nächste Konferenz ist die letzte unter dem Vorsitz von Christoph Heuske. Danach übernimmt erstmals ein Nicht-Deutscher den Konferenzvorsitz. Dem langjährigen Vorsitzenden Wolfgang Ischinger ist es gelungen, den früheren norwegischen Staatschef und Ex-NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg an die Spitze der Konferenz zu lotsen. In seinem ersten Podcast-Interview nach der Nominierung spricht Jens Stoltenberg mit Wilhelmine Preussen von unserem Security Table über einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine. Und er sagt, welche Außenpolitik unter Donald Trump auf Europa zukommen könnte.
Sprecher 7: Mr. Stoltenberg, welcome to our Table Today podcast, and thanks for taking the time to speak today.
Sprecher 3: Thank you so much for having me.
Sprecher 7: The election of Donald Trump as the President of the United States for the second time is probably the most consequential event since you left office as NATO Secretary General. You've met him. Many times you know him very well, you know to some as a Trump whisperer. Do you think that he considers us Europeans and European members of NATO as allies or more as a burden?
Sprecher 8: Well, I worked with President Trump for four years. I think we were able to develop a good working relationship. Of course, there are many issues where we don't agree. I'm a Nordic social democrat and he's a conservative republican from the United States. But on the main issues related to security, I actually found it possible to create a platform and to find common ground. His main message was that... European allies didn't spend enough, they didn't invest enough. It was unfair. On that issue, he was correct. So Trump was also very concerned about the fact that Europeans were too dependent on Russian gas. And he was also concerned about the security consequences of China's increasing military and economic power. So my main message now is that we can agree or disagree, but he is now elected as the president of the most important NATO ally, the United States. And therefore Europeans in different positions in the European Union, in national governments, in NATO, as individual citizens, we should engage and then discuss the issues where there are concerns and differences.
Sprecher 7: He has pressed NATO allies to ramp up defense spending and successfully so. Now, today, there's 23 out of 32 NATO allies meeting the 2% GDP defense target. Do you think that he will succeed in pushing allies to lift the target up to 3%, maybe even at the next summit in The Hague?
Sprecher 8: I don't know whether... he will ask for a specific number. But what I do know is that 2% is not enough. The good news is that we made a decision in 2014 to increase defense spending, and we have delivered on that. Also, Germany is now spending 2% of GDP on defense. The bad news is that in the current security environment, 2% is not enough. So we need to do even more. This is not because President Trump might ask us to do more. It's because Europeans have to do more. Because it is expensive to... Live in a continent where there's a full-fledged war. Russia is waging against Ukraine, where we face more and more security threats, also in cyberspace and in many other domains. I have been prime minister in Norway for many years. I know it's hard to spend more on defense, because if you spend a billion more, on defense. It's a billion less for health, for education, for infrastructure, for many other important things. And therefore, all European allies reduced defense spending after the Cold War when tensions went down. But then when tensions are going up again, as they do now, we need to invest more. And I've told my Norwegian friends that In the 70s and the 80s, Norway spent 3% of GDP on defense. And I checked the German numbers. When Willy Brandt was chancellor, the German defense spending was like 3%. So in the 60s and 70s, we had done it before.
Sprecher 7: So you expect us to be back there within the next... Five years.
Sprecher 8: careful about the specific exact number, but we have agreed as NATO allies, agreed, I'm no longer speaking on behalf of NATO, I'm no longer the Secretary General, but I know that all NATO allies agreed when I was Secretary General, and that's still the case, agreed that 2% is a minimum. So if you just focus on the capabilities, the forces, the readiness that allies have promised, the price for most allies will be more than 2%.
Sprecher 7: Listening to you, it sounds like Trump could be a chance. During his first term, experts and insiders were very afraid that he could actually pull the US out of NATO. There's still some experts that say this chance is even higher this time. Do you believe that this is a possibility?
Sprecher 8: And I expect the United States will remain a loyal ally also in the future for three reasons. One is that a strong NATO is not only good for Europe, it's also good for the United States. Because in NATO, the U.S. Has something no other major power has, and that is more than 30 friends and allies. Russia, China has nothing like that. The United States is concerned about the rise of China. And then you have to remember that the U.S. Is big. They are 25% of the world's GDP. But together with NATO allies, NATO allies and the United States together is 50%. The other reason I believe the U.S. Will continue is that it's broad by parts and support for NATO in the U.S. Congress and the U.S. Opinion polls. And thirdly, the main criticism against NATO has actually... not been against NATO as an alliance. It has been against NATO allies not spending enough. And that has changed.
Sprecher 7: One last question to Trump and his plans and what he means for us. He has promised to end the Ukraine conflict within 24 hours, he said. How would that most likely look like? And do you believe in that?
Sprecher 8: Well, he has not yet put forward a precise plan for how to do that, but he has appointed a man called Kit Kellogg as a special representative for Ukraine. And Kit Kellogg has put forward some ideas, which are that Ukraine and Russia should sit down. And find a solution, except that some ceasefire line that doesn't include all the occupied territories, but also tell the Russians that if they don't accept a deal, the U.S. Will really arm and provide all the support that Ukraine has asked for. I'm not saying that this will be the plan, but I'm saying that
Sprecher 7: Do you think that will be a good plan?
Sprecher 8: I think it demonstrates something we need to focus on, and that is that we all want this war to end. The quickest way of ending a war is to lose a war. But that will not bring peace. That will bring occupation. So the challenge is to end the war in a way where Ukraine... Prevails as a sovereign independent nation. And the only way to achieve that is to convince President Putin Putin that he will not win on the battlefield. He has to sit down and accept some kind of solution where Ukraine continues to be an independent and sovereign nation. I don't think we can change Putin's mind. But I think we can change his calculus. If the price he has to pay for achieving the goal of controlling Ukraine is too high, then he may be willing to sit down. So the paradox is that military support to Ukraine is the best way to ensure a negotiated political solution where Ukraine continues to be a sovereign independent nation in Europe.
Sprecher 7: Zelensky suggested that NATO membership invitation to the unoccupied parts could be a solution. What do you make of that?
Sprecher 8: Well, I think that President Zelensky points out something which is very important, and that is that to have a solution to end the war, we need at least two things. We need the line, a ceasefire line. Of course, ideally, that line should then include all the territories that Russia now currently controls. So the line should be the internationally recognized borders of Ukraine. I think we all see that that's not necessarily realistic, that that will be possible in the near future. But when a line is agreed, then we need another thing. And that is some kind of guarantee that it stops here. Because if this ceasefire only gives the Russians time to... regroup, to reconstitute, and to relaunch another attack later on, it will not bring peace. And we have to remember that we have agreed lines with the Russians before. In 2014, they took Crimea and Eastern Donbass, and we had something called Minsk I, a ceasefire. That was respected for a few months, and then the Russians pushed that line further west, and we got something called Minsk II in 2015. And they waited for seven years, and then they launched a full-scale invasion. And what we get now cannot be Minsk III. It has to be a credible line. Therefore, we need security guarantees, and that could be NATO membership. But it could also be other ways to arm, to support Ukrainians, so we ensure that it stops there. The last thing on this is that Even if the ceasefire line means that Russia continues to control some of the occupied territories, it doesn't mean that Ukraine has to give up the territory forever. As Zelensky said, they can then work for trying to regain that territory by diplomatic means.
Sprecher 7: Looking back, could NATO or maybe even you personally have done more to support Ukraine?
Sprecher 8: The answer is yes. A lesson learned for all of us, also for me, is that we should have provided Ukraine with much more military support after 2014. If we have only given a fraction of the military support we have given to Ukraine since the full-scale invasion in 22, we may have been able to prevent the war. Because even with the limited military support that Ukraine... received between 2014 and 2022, they have been able to actually push back the Russian forces from 50% of the territory they controlled in the beginning. So I think it demonstrates that a strong army is a way also to prevent war. And if the Ukrainians had been stronger, they may have prevented the full-scale invasion.
Sprecher 7: But it's not too late yet. We're still discussing about weapons deliveries. Of course, Germany's Chancellor Olaf Scholz has been criticized a lot for not being fast enough on delivering heavy weapons. Now he's said no to the delivery of long-range weapons, namely towers again. Do you think towers could make a difference militarily? And politically for Ukraine?
Sprecher 8: First, I think it's very important to state that Germany over the last years, since the full-scale invasion in 2022, February, has delivered a lot of support, military support to Ukraine. Germany is and has been for a long time now the country in the world next to the United States that is delivering the most military support. And that includes advanced air defense systems, Patriots, RST, modern battle tanks, the Leopards, big amounts of ammunition. I say this because any discussion about... Further military support has to be discussed on the background of the significant military support that Germany has delivered so far. But I will not give specific advice to one specific country, Germany, because I will not be dragged into a German... election campaign.
Sprecher 7: Maybe one question on the hybrid attacks, because there's been, again, now suspected sabotage in the Baltic Sea. There's been a freight plane crashing near Vilnius. Why is the Kremlin getting away with that? Even though we still don't know if these incidents were actually attributed.
Sprecher 8: First of all, I think it's important to be aware that Russia is responsible for a series of hostile actions against NATO allies. Sabotage, cyber attacks, meddling in domestic political processes. When I was Secretary General of NATO, and of course this is still the message from NATO, is that it's important to expose that, to actually tell the truth. We spent a lot of time and effort making sure that Russia's hybrid or sabotage actions against NATO allies were exposed. I think it's important that we share intelligence, that we help each other to increase awareness, and that we take concrete actions. And this is not only a responsibility for the military, but also for the legal system, to make sure that Russia understands that they will have consequences when they do things like this.
Sprecher 7: Thank you very much for your time.
Sprecher 8: Thanks for having me.
Sprecher 2: Michael, was war in deinem ersten Türchen am Sonntag?
Sprecher 3: Sehr überraschend, meine Frau hat selbstverständlich mir Gummibärchen und Lakritz reingetan.
Sprecher 2: Oh, wie süß. Und dein Kinderchen, was hast du denen denn reingetan?
Sprecher 3: Das weiß ich jetzt gar nicht mehr. Wir haben eine neue Variante gebaut, nämlich in einem Sack kleine Mini-Geschenke reinzupacken. Ich weiß gar nicht, welche sie sich rausgesucht haben. Ich weiß, dass bei meiner Frau eine Handcreme drin war.
Sprecher 2: Ach Gott, ist das süß. Siehst du, und meine Kinder haben ja einen Adventskalender, den mein Großvater, der jetzt schon lange tot ist, selber geschnitzt hat. Es ist ein Tannenbaum mit so kleinen Säckchen dran, die da dranhängen, die meine Großmutter selber genäht hat. Das ist wirklich süß. Das Gute ist außerdem, dass in diese Säckchen so wenig reinpasst, dass es eigentlich immer nur für zwei kleine Lindt-Schokoladenplättchen reicht.
Sprecher 3: Oder manchmal ein Rubbel los.
Sprecher 2: Ja. Zusammengerollt. Ja, oder so ein Centstück. Das lieben meine Kinder. Ach, ehrlich. Auch für sie. Also es ist wirklich, das Leben ist insofern einfach und auch eine schöne Erinnerung. Aber wir wollen ja jetzt nicht an unsere Kinder, ich wollte gerade sagen, wir wollen vor allem über unsere Hörer sprechen und an unsere Hörerinnen und Hörer wenden, nämlich mit politischen Botschaften. Michael, du darfst es präsentieren.
Sprecher 3: Unser Audio-Adventskalender, der erste politische Audio-Adventskalender in der Weltgeschichte. Das haben wir nicht recherchiert, wir glauben es einfach. Und Sie sind dran. Sie sollen uns sagen, was braucht dieses Land in diesen aufgeregten Zeiten? Und verbinden Sie dies mit einem wunderbaren Song. der uns irgendwie konstruktiv in diesen Tag bringt. Und wir dachten, wir fangen einfach mal mit einem Song an, den wir beide für angemessen halten in der Botschaft für diesen Wahlkampf.
Sprecher 2: Es ist Respect von Aretha Franklin, 1967, also schon eine Weile her, aber das Thema ist doch das gleiche geblieben. Wir wünschen uns mehr Respekt bei aller Meinungsverschiedenheit, bei aller Debatte, die ja auch wichtig ist für eine lebendige Demokratie, wünschen wir uns, dass es möglichst keine verbalen Entgleisungen oder gar Ausschreitungen gibt, sondern dass man einfach um die beste Lösung für dieses Land ringt. Also der Song, die Hymne der Bürgerrechts- und Frauenbewegung der 60er Jahre.
Sprecher 3: Ursprünglich 1965 von Otis Redding geschrieben, hat sie es leicht und definiert. Es war ursprünglich mal gedacht von einer Bitte eines Mannes um Respekt. Sie hat das in eine Forderung der Frauen nach Gleichberechtigung umgebaut, völlig zu Recht, erreichte Platz 1 der Billboard-Charts und blieb dort für zwölf Wochen. Ein wunderbarer Song.
Sprecher 2: Ich sage Ihnen nochmal, was Aretha Franklin selbst über diesen Song dachte. Sie beschrieb ihn als Ausdruck des Bedürftes einer Nation nach Respekt. Dem haben wir nichts hinzuzufügen und sagen deswegen einfach Tschüss.
Sprecher 3: Und auf Wiederhören.
Sprecher 9: Just a little bit. Hey, baby. Just a little bit. Just a little bit. Mr. Just a little bit. Do you wrong? Why you gone? I don't wanna Just a little bit. Baby. Just a little bit. Just a little bit. Just a little bit. I'm not forgiving. All my money. And all I'm asking. It's my turn, honey. So give me. My promise when you get home. Just a little bit. Just a little bit. Just a little bit. Just a little bit. Your kisses, sweeter than honey. And guess what? So is my money. All I want you to do for me is give it to me when you get home. Yeah, baby. Whip it to me. Just a little bit. Just a little bit. Your kisses, sweeter than honey. And guess what? So is my money. All I want you to do for me is give it to me when you get home. Yeah, baby. Whip it to me. Just a little bit. Now, just a little bit. Just a little bit. R-E-S-B-C-T, find out what it means to me. R-E-S-B-C-T, take F-T-C-B. Saka-dumma, saka-dumma, saka-dumma, saka-dumma. Just a little bit, just a little bit. I can try, just a little bit. Keep on trying, just a little bit. Now run it out of food, just a little bit. I ain't lying, just a little bit. When you come home, are you straight? I'm walking in fire, I'm gone.