Entscheidungstage für die Ampel - Was planen diese drei Männer?
Die Ampel geht in eine "Woche der Entscheidung". Nach dem Lindner-Papier ist unklar, wie ein Kompromiss innerhalb der Ampel aussehen könnte.
Noch vor der für Mittwoch geplanten Sitzung des Koalitionsausschusses will Bundeskanzler Scholz versuchen, den Streit unter sechs Augen zu klären: Er hat Finanzminister Lindner und Wirtschaftsminister Habeck zu mehreren Treffen eingeladen.
Seit Wochen zeigen die Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl mehr oder weniger dasselbe Bild: ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem Harris und Trump gleichauf sind.
Demoskopen und andere Experten sind sich jedoch nicht sicher, ob die Umfragen tatsächlich das Stimmungsbild in den USA widerspiegeln. Es ist unklar, wie die Wählerschaft bei dieser Wahl tatsächlich zusammengesetzt sein wird. Zudem lassen sich kaum noch Menschen von Meinungsforschern am Telefon befragen, sodass ein echtes Abbild der Stimmung im Land nur schwer zu erstellen ist.
Bedingt durch das Wahlsystem in den USA kann schon eine Verschiebung um ein, zwei oder drei Prozentpunkte Kamala Harris oder Donald Trump eine deutliche Mehrheit im Electoral College verschaffen.
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Transkript
Sprecher: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski. Neuausrichtung oder Neuwahl? Bis Mittwoch müssen Scholz, Habeck und Linzner sich auf einen gemeinsamen Weg einigen, sonst könnte es wirklich vorbei sein mit der Ampel. Wir sagen Ihnen, wie so ein Weg aussehen könnte. Und dieser gemeinsame Weg in diesem Podcast endlich wieder mit Helene. Schön, dass du wieder da bist. Wir analysieren wieder einmal die Krise der Ampel und sagen Ihnen auch, warum der 14. November eine noch viel wichtigere Rolle spielen könnte als dieser Mittwoch. Erleben wir bald die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten oder eine zweite Amtszeit von Donald Trump? Das entscheiden die Amerikaner morgen. Kurz vor der Wahl analysieren wir die neuesten Entwicklungen und sagen Ihnen, wo sich eine Überraschung anbahnen könnte. Eines ist jedenfalls nicht überraschend, nämlich dass Umfragen nur Umfragen sind und noch keine Wahlergebnisse. Doch dazu gleich mehr. Was für ein Start in diese Woche, die vielleicht die wichtigste und jedenfalls politisch interessanteste Woche des Jahres ist. Und deswegen bin ich froh, rechtzeitig aus dem Urlaub zurück zu sein. Danke für die Blumen, Michael. Es ist Montag, der 4. November. Die Kinder müssen wieder in die Schule. Los geht's.Diese jetzige Situation mit unterschiedlichen Konzepten, Gesprächen des Kanzlers, Papieren von Herrn Habeck, Vorschlägen von meiner Seite, da kann ich den Bürgerinnen und Bürgern versprechen, diese Situation, die werden wir schnellstmöglich klären. Was heißt denn das, schnellstmöglich? Wir werden miteinander die unterschiedlichen Konzepte sehen. Aber eine Deadline? Sie wollen mich provozieren. Nein, ich will Sie nicht provozieren. Ich frage, am 14. November soll der Haushalt fertig sein. Aber Herr Schmiese, ich lasse mich von Ihnen jetzt nicht öffentlich dazu provozieren, irgendwelche Ultimaten zu machen. Das ist Ihr gutes Recht als Journalist, solche Fragen zu stellen. Aber ich beantworte Sie so, wie ich das für verantwortungsvoll halte. Und verantwortungsvoll ist, Deutschland braucht jetzt eine Richtungsentscheidung. Bei Wirtschafts- und Finanzen geht es so nicht weiter. Und deshalb brauchen wir da jetzt eine gemeinsame Entscheidung. Dann fragen wir es jetzt mal ohne Deadline. Wenn Sie dem Haushalt zustimmen, dann bleiben Sie in der Ampel bis zum regulären Wahltermin. Oder sonst verweigern Sie Ihre Zustimmung zu diesem Haushalt. Es hängt ja schon zusammen in Ihrem Papier. Selbstverständlich. Der Bundeshaushalt baut auf auf der Wirtschaftspolitik. Alleine aufgrund der Maßnahmen, die im Haushalt finanziert werden müssen. Oder andererseits aufgrund der Steuereinnahmen, die ja ebenfalls mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammenhängen.Und deshalb sind Wirtschafts- und Finanzpolitik untrennbar miteinander verbunden. Und ich mache einen Vorschlag, wie wir unser Land... Auf einen Wachstumskurs führen und dabei auch die Interessen der jungen Generation, Generationengerechtigkeit berücksichtigen. Vielen Dank, Christian Lindner, für die Klarstellung. Das war Christian Lindner, der Bundesfinanzminister in Berlin, direkt im ZDF, im Gespräch mit Wolf Schmiese. Er will das Land auf Wachstumskurs führen. Michael, wir müssen jetzt besprechen, was das heißt. Aber eins sage ich dir vorab. Ich habe im Urlaub viel über die Ampel nachgedacht. Ich habe meine Meinung geändert. Mir reicht es jetzt wirklich. Ich bin nicht mehr der Meinung, dass aus staatspolitischer Verantwortung dieses Bündnis sich noch weiter zwölf Monate quälen soll, sondern dass wir jetzt wirklich einen Neuanfang brauchen. Und seitdem alle zwei Tage jeder Bundesminister ein neues Grundsatzprogramm vorlegt, fühle ich mich in dieser Analyse bestätigt. Liebe Ampelaner, jetzt wird es ernst. Helene Bobrowski hat fertig mit der Ampel. Dann versuche ich jetzt mal Argumente zu finden, warum sie noch existieren sollte. Leben tut sie eigentlich schon kaum noch. Jedenfalls, es geht um das sogenannte Scheidungspapier von Christian Lindner, der 18 Seiten vorgelegt hat, wie er sich idealerweise den Wirtschaftsaufschwung vorstellen könnte. Es ist Angebotspolitik. Pur, FDP pur, muss man wirklich sagen. Er sieht es jedenfalls als Antwort auf das, was Robert Habeck als Debattenpapier vor einigen Tagen in die Welt gebracht hat. Nun will er...mit seinen Positionen antworten, die er auch mit einem Haushaltskonzept hinterlegt hat. Man kann ja halten, was man will davon, aber so ist das in der Politik. Jeder hat halt seine Maßnahmen und seine Pakete. Wenn es Olaf Scholz schafft, die beiden zusammenzubringen, Helene, dann kann das schon noch weitergehen. Ja, wobei die beiden ja nicht komplementär sind, sondern wirklich komplett entgegengesetzt und einfach nicht in Einklang zu bringen. Und was natürlich ein Widerspruch ist, den Christian Lindner nicht auflösen kann, ist, dass er einerseits mahnt, dass alles sehr schnell gehen müsse, dass man jetzt handeln müsse, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen und andererseits ein 18 Seiten langes Konzept schreibt und jetzt sagt, er warte auf die Konzepte der anderen Koalitionspartner, um dann in Ruhe die Konzepte zu besprechen. Und man sich sagt, ja, dann können wir noch in Ruhe zehn Monate diskutieren. Und dann ist die Wirtschaft aber nach seiner Analyse ja endgültig am Ende. Also man fragt sich schon, was das Ganze soll. Da soll doch einer sagen, diese Regierung sei konzeptlos. Von wegen, die ist ja voller Konzepte. Lass uns kurz über den Inhalt reden. Helene, du hast ja mit vielem recht. Aber, dass wir nicht in einer Konjunkturkrise alleine sind in diesem Land, sondern in einer strukturellen Krise, wenn sich da mal alle einig wären, und das sind sie ja, Olaf Scholz hat darüber gesprochen, dass man dringend systematisch was tun müsse und keine schuldenfinanzierten Subventionsprogramme fahren könne. Und selbst Robert Habeck hat mal gesagt, man müsse mit einer Kettensäge durch diesen Bürokratiedschungel. Also ich glaube, es gibt bei der Steuerbelastung für Unternehmen, bei der Bürokratie durchaus Konsensmöglichkeiten zwischen diesen drei Herren. Warum Christian Lindner?allerdings so die Schmerzpunkte der Sozialdemokraten da auch noch mit reingebracht hat, also Tariftreu oder die Kürzung beim Bürgergeld, das ist sicherlich auch Wahlkampf-Rhetorik und aus meiner Sicht unnötig. Aber es gibt mehr Konsens, als jetzt öffentlich gerade diskutiert wird. Also in der Analyse gibt es Konsens. Da waren sich ja auch Lindner und Habeck schon vor Monaten einig, als sie gesagt haben, dieses Land, dieser Standort Deutschland ist nicht mehr wettbewerbsfähig. Die große Frage, und die es eben weiterhin ungelöst ist, wie kommen wir da raus? Was sind die richtigen Konzepte? Da sagt Robert Habeck eben 10% Subventionierung, staatliches Geld also auf alle Investitionen. Lindner, du hast es gesagt, hat ganz andere Vorstellungen. Habeck, das muss man immerhin konzidieren, spricht da auch eigene grüne Schmerzpunkte an, also macht auch deutlich, über welche roten Linien er selber gehen würde. Immerhin Christian Lindner tut das nicht, deswegen kommt mir Christian Lindners Papier in der Tat vor, mindestens wie Wahlkampf, wenn nicht wie ein Appell, das ihn Olaf Scholz jetzt endgültig aus der Ampel wirft. Vielleicht, weil Christian Lindner nicht selber gehen will, denn wir erinnern uns, 2017 hat er schon einmal hingeworfen. Er will nicht der ewige Wegläufer sein. Helene, auch im Wahlkampf können wahre Dinge mal kommuniziert werden. Es könnte also sein, dass durchaus trotz Wahlkampf-Rhetorik was richtig ist in diesem Papier von Christian Lindner. Und ich zitiere den IFO-Chef Clemens Fuss, der gesagt hat, das Papier von Christian Lindner legt schlicht da was zu tun. Es wird Deutschland wieder auf Wachstumskurs kommen und deutsche und europäische Schuldenregeln einhalten will. Einer der zentralen Punkte von Lindner ist ja, dass die großen...drei-stelligen Milliardenprogramme auf Pump schlicht nicht mit europäischen Fiskalregeln, also Schuldenregeln konform gehen. Und deswegen sage ich dir, wenn Intel, man müsste eigentlich Danke sagen an den Intel-Chef, dass er die Subvention jetzt doch noch nicht haben will, weil ohne diese 10 Milliarden, die jetzt da eigentlich offen für die Ampel liegen, wäre diese Ampel am Ende längst. Denn es geht am Ende wieder mal ums Geld. Und der eine will es ausgeben mit Schulden und der andere will es ausgeben, indem er es erstmal vorher einsammelt. Also diese beiden Positionen, da hast du recht, sind kaum miteinander zu vereinbaren. Ja, Michael, aber da sind wir jetzt wieder beim Thema Konzepte. Man kann ja ein Konzept vorlegen und es durchdacht haben und von Ökonomen dafür gelobt werden. Aber wenn man jetzt sagt, wir sind in einer Wirtschaftskrise und wir müssen da rauskommen, muss man doch auch Vorschläge machen, von denen es ein Minimum an Wahrscheinlichkeit mal gibt, dass sie in Kürze umgesetzt werden. Und wenn man da über alle roten Linien von Grünen und SPD einfach drüber trampelt und ihnen wirklich öffentlich, ich sag mal, den Mittelfinger zeigt, auch wenn das Papier angeblich erst mal vertraulich bleiben sollte. Aber gestern hat Lindner ja im Bericht aus Berlin selber gesagt, er sei erleichtert, dass es nun in der Öffentlichkeit ist. Also ganz so scheint das nicht zu sein. Also wenn man das macht, dann hört sich das nicht so an, als wolle man wirklich demnächst was umsetzen, sondern vor allem ein Konzeptpapier schreiben. Man könnte aber, Helene, man könnte aber eine Absenkung der Körperschaftssteuer im ersten Schritt um zwei Prozentpunkte, eine Absenkung des Solis, bevor es die Richter aus Karlsruhe der Politik ohnehin um die Ohren hauen, wäre eine Maßgabe, um kleine und mittelständische Unternehmen,die alle den Soli als Firmensteuer bezahlen, zu entlasten. Das sind Punkte, die könnte selbst Robert Habeck und Olaf Scholz sagen, Ja, müssen wir machen. Das entlastet sehr schnell alle. Und der Bund könnte es sogar allein entscheiden, denn es ist eine reine Bundessteuer. Es gibt durchaus Dinge, die man sich in Ruhe mal angucken könnte. Und wenn die sich jetzt treffen. Stichwort in Ruhe. Das passt einfach nicht zu dieser Zeit. Aber die drei treffen sich ja jetzt vor dem Koalitionsausschuss nochmal separat zum 699. Mal. Und wenn Sie sich mal einmal ganz kurz tief in die Augen gucken und die Welt in Unruhe sehen und Donald Trump vielleicht vor der Haustür, können Sie sich nicht dann mal auf diese fünf Maßnahmen einigen, die alle irgendwie gut aussehen lassen? Ja, könnte, wenn es noch ein Minimum an Schmieröl innerhalb der Ampel gäbe, dass man sagen würde, man gönnt sich gegenseitig minimale Erfolge und man hat irgendein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame, zumindest, es muss ja nicht Vision sein, aber zumindest Idee, wie man diese Legislaturperiode zu Ende führt. Aber daran fehlt es. Das sieht man ja schon an dieser ganzen Gipfelei der vergangenen Woche. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und lässt möglichst die anderen schlecht aussehen. Das hat man ja auch an den Reaktionen gesehen. Habeck sagt, ich habe das Papier zur Kenntnis genommen. Olaf Scholz sagt, wie so oft einfach gar nichts. Also es fehlt einfach ein gemeinsamer Wille. Deswegen bleibe ich dabei. Die Ampel hat fertig. Und Stichwort Donald Trump, vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn jetzt die Ampel zu Ende geht. Man hat Neuwahlen im März, dann hat man irgendwann im Frühjahr hoffentlich eine funktionierende Regierung.Und ist dann auf einen Donald Trump ehrlich gesagt besser vorbereitet als mit dem Siechtum Ampel noch das ganze nächste Jahr. Helene, die Wirtschaftsverbände sind sich allerdings ausnahmsweise einig, dass jetzt ein Wahlkampf das allerletzte ist, was sie wollen. Und selbst wenn er nur bis März geht, was sie brauchen, sind endlich Beschlüsse und keine Gipfel mehr. Insofern glaube ich, dass... Aber der Ampel fehlt die Kraft. Ich glaube, ein schlechtes Wirtschaftskonzept mit weniger Maßnahmen als in den Idealvorstellungen ist immer noch besser als sechs Monate Wahlkampf. Ganz kurz kleiner Serviceteil. Wie könnte es überhaupt zu Neuwahlen kommen? Nicht durch ein konstruktives Misstrauensvotum, denn Schwarz-Gelb fehlt die Mehrheit, auch wenn sie inhaltlich in all diesen Punkten übereinstimmen. Friedrich Merz hat ja gesagt, er findet das Papier ziemlich gut, ähnlich Thorsten Frei. Es ginge also nur über eine Art von unechter Vertrauensfrage. Dann müsste aber Scholz bereit sein, so wie es Schröder 2005 gemacht hat, seinen Hut in den Ring zu werfen und zu sagen, ich möchte Neuwahlen. Und das nach allem, was wir hören, sieht überhaupt nicht danach aus. Olaf Scholz möchte, solange es irgendwie geht, noch Bundeskanzler werden, auch mit Blick auf die schlechten Umfragen für die SPD. Da hat Helene völlig recht. Olaf Scholz will auf gar keinen Fall ein Zocker und Spieler sein. Er will auch die Minderheitsregierung nicht, die er ja theoretisch haben könnte, wenn er die FDP-Minister rausschmeißt. Deswegen ist das noch wichtigere Datum vielleicht gar nicht dieser Mittwoch, sondern der 14. November, wenn nämlich die Koalitionsfraktionen den Haushalt festzurren müssen in der berühmten Bereinigungssitzung. Und wenn sie das schaffen sollten und wenn man mal sich die haushaltspolitischen Sprecher...von SPD, Grünen und FDP anschaut. Dort ist nämlich eine belastbare, vertrauensvolle Beziehung noch vorhanden. Dann könnte das durchaus noch gelingen. Und dann, wenn es einen Haushalt 2025 gäbe, Helene, dann ist sowieso nur noch Wahlkampf nach Weihnachten. Das stimmt. Die berühmte Nacht der langen Messer, die übrigens schlimm genug ist, weil da überall nochmal was weggeschnitten wird. Aber so war auch Lindner zu verstehen in Berlin direkt. Wenn das gelingt, dann wäre jedenfalls auf gar keinen Fall den Bruch um jeden Preis, sondern er stellt den Inhalt nach vorne. Übrigens interessantes Aperçu aus der FDP ist ja auch der Gastbeitrag von Volker Wissing in der FAZ. Erschienen am Freitag, also am selben Tag wie Christian Lindners Brief. Und dort schreibt er, ein Rückzug aus der Koalition wäre respektlos vor dem Souverän, also vor den Bürgerinnen und Bürgern. Interessant, offensichtlich ist auch die FDP sich da nicht einig. Und wer hat diesen Gastbeitrag in den sozialen Medien besonders gelobt und verteilt? Wolfgang Schmidt, der Kanzleramtschef, also die SPD, zumindest die SPD im Kanzleramt, die will unbedingt irgendwie diese Koalition noch retten und Gipfel hin oder her. Helene, mein täglicher Gipfel mit dir hier im Podcast, der kann gar nicht oft genug stattfinden. Wie schön, Michael.Noch wichtiger als die Ampel ist vielleicht der neue oder der alte amerikanische Präsident. Donald Trump könnte es werden oder doch Kamala Harris. Es sind nur noch wenige Stunden, bis die Wähler in den USA endlich entscheiden, wer sie regieren soll und dieser elenden Ungewissheit ein Ende machen. Übermorgen um diese Zeit haben die ersten Staaten mit der Auszählung schon begonnen. Zwischen uns und den Amerikanern liegt ja immer die Zeitverschiebung. Klar ist jedenfalls, bis dahin sind Trump und Harris unterwegs. Harris hat am Abend einen Gottesdienst in Detroit, Michigan besucht. And in these next two days, we will be tested. These days will demand everything we've got. But when I think about the days ahead and the God we serve. We were born for such a time as this.We are reminded weeping may endure. Und Donald Trump war nochmal auf Rallye-Marathon. Gleich in drei Swing-States war er. In Pennsylvania, in North Carolina und in Georgia. We are one people, one family, and one glorious nation under God. We will never give in. We will never give up. Together we will fight, fight, fight, and we will win, win, win. Gonna win, win, win.Und es bleibt dabei, wie Sie es in den vergangenen Tagen und Wochen immer gehört haben, es ist unfassbar knapp in den Umfragen und zwar erstaunlicherweise in allen Umfragen. Es gibt Experten, die das ziemlich merkwürdig finden, dass wirklich nahezu alle Umfragen Harris und Trump Kopf an Kopf sehen. Und sie sagen, das kann eigentlich in der Realität gar nicht so sein. Es müsste bei einzelnen Umfragen mal Ausschläge in die eine oder andere Richtung geben. Rein statistisch sei das so. Eine Vermutung ist, dass Umfrageinstitute bewusst oder unbewusst ihre Daten versuchen so zu modellieren, dass es sich nach einem wunderbaren, spannenden Tight Race anhört. Ein Problem haben die Institute, kaum jemand in den USA ist überhaupt noch bereit, an einer Umfrage teilzunehmen. Und da muss man halt immer improvisieren und das eine oder andere vielleicht nach oben oder nach links oder nach rechts modellieren. Insofern gilt hier umso mehr, Umfragen sind nur Umfragen. Die wahre Stimmung könnte auch ganz anders aussehen. Es könnte am Ende eine deutliche Mehrheit geben in einzelnen Staaten für Harris oder für Trump. Jedenfalls versuchen die Kandidaten und Kandidaten und vor allem ihre Teams noch alles zu mobilisieren. Kamala Harris hatte einen sehr, sehr spannenden und humorvollen Auftritt bei Saturday Night Live, eine der meistgesehensten Comedy-Sendungen. Und die New York Times hat ihr jetzt doch nochmal ungewöhnlich deutlich geholfen mit einem Wahlaufruf. Das Editorial Board, so etwas wie die Meinungsredakteure der New York Times, haben klargemacht, dass sie sich als Zeitung hinter Kamala Harris...Ich ziehe hier mal direkt aus dem Editorial. You already know Donald Trump. He's unfit to lead. Watch him. Listen to those who know him best. He tried to subvert an election and remains a threat to democracy. Also mit anderen Worten, Sie kennen Donald Trump erst ungeeignet zu führen. Sehen Sie ihn an, hören Sie auf diejenigen, die ihn kennen. Er versuchte eine Wahl zu untergraben und bleibt eine Bedrohung für die Demokratie. Und es geht noch weiter. Eine weitere Trump-Amtszeit könnte dem Klimaschaden Allianzen zerstören und Autokraten auf der ganzen Welt stärken. Amerikaner, so schließt dieses Editorial Board, sollten Besseres verlangen. Gehen Sie wählen. Es ist natürlich fraglich, ob die New York Times damit sehr viele Unentschiedene erreicht, aber es ist schon erstaunlich, wie sehr Influencer von Popstars bis hin zu relevanten Medienschaffenden sich jetzt einmischen. Es geht hier wirklich um was. Und dann gibt es auch noch Chris Christie. Er ist der Ex-Gouverneur von New Jersey und ehemaliger Trump-Unterstützer, seit 2020 Trump-Kritiker. Er hat jetzt ABC ein Interview gegeben und klargemacht, wer jetzt noch zögert, Trump zu wählen, der wird seine Meinung kaum noch ändern. They've got an opinion of Donald Trump. And if they're undecided today, that means they're not voting for him. So what he wants to do. Is to create this dark kind of picture to make them stay home. And what she needs to do and has tried to do over the last week is inspire those people to say, I can make a difference. A president can make a difference. Please trust me. Interessant ist auch die jüngste Umfrage, die...Kamala Harris aus Iowa erreicht hat eigentlich keinen Swing State im engeren Sinne, denn die Republikaner haben da eigentlich immer gewonnen. Auch Trump hat da 2016 und 2020 klar gewonnen. Jetzt liegt Harris knapp vorne in einer Umfrage. Aber wie gesagt, es ist nur eine Umfrage. Und auch das liegt noch innerhalb der Fehlermarge. Interessant ist ja die hohe Wahlbeteiligung, die zu erwarten ist. Jedenfalls, wenn man auf das Early Voting guckt, schon 75 Millionen Amerikaner von ungefähr 220 Millionen Registrierten haben bis zum Wochenende schon ihre Stimme abgegeben. Also eine starke Polarisierung könnte dazu führen, wie zuletzt auch in Deutschland, dass die Wahlbeteiligung steigt. Das ist jedenfalls aus demokratischer Hinsicht eine gute Nachricht. Und die demografischen Trends, die sind natürlich auch für die Campaneros entscheidend, denn die Weißen, die sind schon länger nicht mehr die Mehrheit, also die klassischen Weißen Amerikaner sind schon länger nicht mehr die Mehrheit in diesem Land. In einigen wichtigen Swing States wie Pennsylvania gibt es einen deutlichen Anstieg neuer Wähler, also Erstwähler, insbesondere unter den weiblichen Demokraten. Und diese Gruppen könnten natürlich entscheidend sein, weil am Ende kann es auf wenige 10.000 Stimmen ankommen. Herr Michael, ich freue mich schon auf unsere gemeinsame Wahlparty in der Nacht zum Mittwoch in der Landesvertretung Baden-Württemberg mit dem Aspen-Institut. Und am nächsten Morgen geht es dann weiter mit unserer eigenen Veranstaltung in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen mit spektakulären Gästen. Und mal sehen, welchem Ergebnis. Wir schlagen uns die Nacht um die Ohren. Sprechen Sie uns gerne an.Wir suchen auch in der Landesvertretung Baden-Württemberg am Abend natürlich spannende O-Töne für diesen Podcast hier. Wir freuen uns, wenn wir Sie dort dann sehen und ansonsten spätestens zusammen mit dem German Marshal von dann in der NRW-Landesvertretung. Das freut mich als Rhein-Nenner natürlich besonders. Wir sind halt eigentlich die Amerikaner Deutschlands, weißt du, Helene? Immer frohgemut, immer optimistisch. Der Zukunft zugewandt. Also keine Trumps jedenfalls. Der Zukunft zugewandt. Die Kommunisten unter den Deutschen und offensichtlich die Nicht-Trumps unter den Amerikanern. Ich werde mir das genau anschauen, Michael, wie du da wie ein Fisch im Wasser wahrscheinlich zwischen den Amerikanern schwimmst.Helene, das ist dein Podcast hier. Du bist der Host meines Herzens und des heutigen Tages. Also du bist dran. Gib uns noch was Nettes zum Schluss. Ich habe noch was, Michael. Für alle, die es eilig haben, gibt es jetzt einen Vorschlag des Fußgängerverbandes namens Fuß e.V. Und zwar, wir sollen in Zukunft ungestraft über rote Ampeln gehen dürfen. Ich begrüße das sehr, diesen Vorstoß. Ich finde das wahnsinnig ätzend, an roten Ampeln so ewig zu warten, wenn kein Auto kommt. Ehrlich gesagt, ich gebe es hier zu, mache ich das auch nicht wahnsinnig oft. Es soll sowas ähnliches eingeführt werden wie der grüne Pfeil für Autofahrer. Nachdem gerade bei der ersten kleinen Fußgängerampel, die meine Kinder jedes Mal zur Schule überqueren müssen, fast ein Auto mit 70 in der 30er-Zone eins dieser Kinder weggefahren hat, bin ich wirklich der Meinung, gerade das sollte man nicht tun. Im Gegenteil, ich finde, die Kinder sollten sogar bei Grün inzwischen nochmal ganz genau nach links und rechts gucken, weil es solche verrückten Autofahrer gibt. Genau, jetzt könnte ich sagen, in Rom zum Beispiel passieren ja angeblich, ich habe die Zahlen nicht geprüft, aber weniger Autounfälle als in Deutschland, obwohl sich niemand an die Verkehrszeichen hält oder auch an Ampeln hält, weil man einfach guckt. In Deutschland verlässt man sich auf die Ampel und geht los und guckt nicht. Das ist das Problem, das ist vielleicht auch der Mentalitätsunterschied. Also ich plädiere ja überhaupt nicht gegen Gucken, im Gegenteil, ich plädiere für Gucken. Aber Michael, da bin ich ganz bei der FDP, ich plädiere für die Abschaffung von unnötiger Regulierung. Die rote Ampel, eine der wirklich...Die sinnvollsten Regulierungen in Deutschland. Also wirklich, Helene, manchmal überreicht du mich. Du bist ein bisschen die Niederlande jetzt, weil dort gibt es seit 1997 übrigens schon kein Gesetz mehr gegen Jaywalking. Sie dürfen machen, was sie wollen, diese Niederländer. Es ist halt das freiheitlichste Land hier in Europa. Und übrigens auch Michael im Vereinigten Königreich und zwar in England, Schottland und Wales. Da sind sich alle aufnahmsweise mal einig, dass es keine speziellen Gesetze gegen das Überqueren von roten Ampeln gibt. Auch in Skandinavien eine ziemlich weitgehende Freiheit. Technisch ist es zwar illegal, aber Strafen werden nicht verhängt. Es gibt lediglich den Appell, Fußgänger werden ermuntert, bei grünen Ampeln zu gehen und Zebrastreifen zu benutzen. Außerdem in Indien auch. Also in anderen Ländern wie in Frankreich wird das Ganze einfach nicht verfolgt. Ich finde, unsere Polizisten haben Besseres zu tun, als Menschen, die nicht an roten Ampeln ihre Beine in den Bauch stehen wollen, zu verfolgen. Aber das ist nicht unser größtes Problem, Michael, in diesem Land. Da bin ich in dieser Woche der Entscheidung, in diesem Herbst der Entscheidung ganz bei dir. Egal wie, kommen Sie gut und sicher zu Ihrem Arbeitsplatz oder wo auch immer Sie an diesem Morgen hinwollen. Schön, dass Sie wieder bei uns waren. Tschüss. Und bleiben Sie bei uns in dieser wirklich spannenden Woche. Ich freue mich drauf. Ihre Helene Bubrowski und Michael Bröker. Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.