Wie machen Sie Habeck zum Kanzler, Herr Audretsch?
Andreas Audretsch, neuer Wahlkampfleiter und Fraktionsvize der Grünen, ist kein Freund von Machtzentralisierung in seiner Partei. „Wir sind der Überzeugung, dass Menschen an bestimmten Stellen mit voller Kraft sehr gute Arbeit leisten können“, sagt Audretsch im Gespräch mit Helene Bubrowski. Er verteidigt die “Sechserrunde” der Grünen-Spitze, die vielfach als dysfunktional beschrieben wird. Solche Runden seien Ausdruck „moderner Führung“.
Der Konflikt zwischen Sahra Wagenknecht und Katja Wolf im Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) spitzt sich zu, da beide Politikerinnen unterschiedliche Ansätze zur zukünftigen Ausrichtung der Partei verfolgen. Die Spannungen zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten könnten entscheidend für die zukünftige Strategie des BSW sein.
Die Ministerpräsidentenkonferenz der Länder beginnt am Nachmittag in Leipzig. Zunächst steht eine Sitzung der Rundfunkkommission auf dem Programm, morgen folgt dann die eigentliche MPK. Ein weiteres Mal steht das Thema Migration im Mittelpunkt.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Das BSW hatte sich doch gerade erst gegründet und jetzt gibt es schon Streit zwischen zwei Spitzenfrauen. Sarah Wagenknecht und Katja Wolf, die Landesvorsitzende Thüringens. Wir sprechen mit Andrea Maurer über den Kampf im BSW. Morgen setzen sich die Ministerpräsidenten in Leipzig zusammen und beraten darüber, wie es weitergehen soll in der Migration. Und wir schauen uns an, was da rauskommt und ob es wirklich gelingen kann, dieses Thema im kommenden Jahr aus dem Bundestagswahlkampf rauszuhalten. Wie kann Robert Habeck trotz mieser Umfragewerte für die Grünen noch Kanzler werden? Das ist die Aufgabe, von der Andreas Audrit steht, der neue Wahlkampfmanager der Grünen. Ich habe mit ihm darüber gesprochen, wie er dafür sorgen will, dass die Grünen besser dastehen, als sie es jetzt tun. Wir haben Mittwoch, den 23. Oktober. Es gibt viel zu besprechen.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Wenn am Abend einer Landtagswahl ein Bundespolitiker nach möglichen Koalitionen gefragt wird, dann können wir ziemlich sicher sein, dass die Antwort lautet, das ist die Sache des Landesverbands. Das ist natürlich niemals ganz wahr, höchstens zu einem kleinen Teil. Bei einer Partei ist es überhaupt nicht wahr, nämlich beim Bündnis Sarah Wagenknecht. Das liegt nicht nur daran, dass die Partei so neu war, sondern es hat einen anderen Grund. Beim Bündnis Sarah Wagenknecht hat die Frau das Sagen, die der ganzen Partei ihren Namen gegeben hat.
Sprecher 4: Bei mir wissen die Menschen, wofür ich stehe und ich habe ihnen auch das Versprechen gegeben, wenn wir in Thüringen gewählt werden, dann bekommen sie eine Politik, die sie auch mit mir verbinden, mit meinem Namen. Wir möchten eine Regierung, die natürlich auch bundesweit und bundespolitisch ihre Stimme erhebt und ihr Gewicht in die Waagschale wirft, um eine andere Außenpolitik in Deutschland zu erreichen, um mehr Frieden, mehr Diplomatie zu erreichen.
Sprecher 2: Das Problem fängt dann an, wenn die Spitzenkandidaten in den Ländern eben nicht die Marionetten von Sarah aus dem Saarland sein wollen und das ja auf dem Papier auch nicht sind. Es sind die Chefinnen und Chefs der Landesverbände in ihrem Bundesland. In Thüringen gibt es eine Frau, für die das besonders zutrifft. Es ist Katja Wolf, die ehemalige linken Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach, die nun bei der Landtagswahl ein sehr gutes Ergebnis von mehr als 15 Prozent für das Bündnis Sarah Wagenknecht erzielt hat. Sie hat lange regiert eben als Oberbürgermeisterin. Sie weiß genau, was sie will und eins will sie. Sie sicher nicht, dass Sarah Wagenknecht ihr Vorgaben macht. Die beiden Frauen sind in vielen Punkten nicht einer Meinung und lassen die Öffentlichkeit das auch wissen. Es gibt einen Streit in der neuen Partei Bündnis Sarah Wagenknecht. Darüber wollen wir reden mit Andrea Maurer, die jüngst mit einer Kollegin zusammen einen Film gemacht hat über das Bündnis Sarah Wagenknecht, die Sarah Wagenknecht monatelang begleitet hat. Und jetzt ist sie wieder hier. Hallo Andrea.
Sprecher 5: Hallo Helene, schön wieder bei dir zu sein.
Sprecher 2: Ja, Andrea, du musst uns helfen, die Lage im Bündnis Sarah Wagenknecht zu verstehen. Ist das übertrieben oder ist es richtig zu sagen, da tobt jetzt ein Machtkampf zwischen zwei Frauen?
Sprecher 5: Ja, also ich glaube, das ist richtig, dass das ein Machtkampf ist. Die Frage ist natürlich, wer sitzt da am längeren Hebel, wer kann sich am Ende durchsetzen. Wir haben, du hast es gesagt, eine sehr pragmatische... Politikerin in Thüringen, Spitzenkandidatin, erfolgreiche Spitzenkandidatin, die unbedingt regieren möchte, die sich mit den anderen Parteien, SPD und BSW, ja letzte Woche auch auf Sondierungen geeinigt hat. Das hat sie in mühevoller Kleinstarbeit, in mühevollen Verhandlungen hinbekommen mit den anderen. Und dann gab es ja das große Veto von Sarah Wagenknecht. Ich weiß gar nicht, an welchem Flughafen sie in dem Moment war, Föserbrücken oder Berlin. Auf jeden Fall gab es dieses Veto vom Flughafen aus. Und seitdem ist das Ganze ja in der Schwebe.
Sprecher 2: Wie viel von davon ist inhaltlicher Natur? Katja Wolf hat ja in einem FAZ-Interview vor einigen Wochen gesagt, ich würde das BSW nicht als Anti-NATO-Partei und als Anti-Amerikaner. amerikanische Partei bezeichnen. Genau das will aber Sarah Wagenknecht. Also geht es bei diesem Streit wirklich um inhaltliche Positionierung des BSW?
Sprecher 5: Es geht um den Schwerpunkt. Katja Wolf hat einen ganz anderen Schwerpunkt als Sarah Wagenknecht. Das ist jetzt klar geworden. Sie möchte Landespolitik machen. Sie möchte, wie sie selbst sagt, dass sich in Thüringen was verbessert. Da sind sehr viele Dinge auf Landesebene eben beschlossen worden. Und Sarah Wagenknecht geht es ja um einen großen Wurf und das ja in der Außenpolitik. Also sie möchte ja über die Debatte auf Landesebene, möchte sie ja auf Bundesebene den Diskurs verschieben. Sie möchte, dass im Grunde genommen Deutschland über die Westbindung nochmal nachdenkt und sich in Teilen ja auch von der Westbindung verabschiedet. Das ist ja das außenpolitische Programm von Sarah Wagenknecht.
Sprecher 2: Das heißt, aus Sarah Wagenknechts Sicht sind die Landesverbände des BSW eigentlich nur Vehikel für eine erfolgreiche Bundestagswahl im kommenden Jahr. Ist das richtig?
Sprecher 5: Also ihr großes Ziel ist es tatsächlich, Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl zu werden. Ja, das stimmt. Und die Frage, die wir uns ja auch, also meine Kollegen Christian Hübscher und ich in diesem ganzen Jahr, das wir mit dem BSW verbracht haben, für die Doku immer wieder gestellt haben, war, möchte sie überhaupt auf landespolitischer Ebene regieren? Denn das bedeutet ja möglicherweise auch Entzauberung. Es geht da ja auch wirklich um kleinere Dinge als den großen Wurf. Es ist die Frage, ob sich bis ins nächste Jahr schon so viel Konkretes für die Menschen in Thüringen oder vielleicht auch Sachsen verbessert hat, dass Sarah Wagenknecht... nicht damit einen erfolgreichen Wahlkampf machen kann. Wenn sie allerdings jetzt einen Wahlkampf machen kann, damit, dass sie sagt, ich habe in Thüringen, in Sachsen und in Brandenburg Maximalforderungen erhoben und das war der Wählerauftrag, dafür ist das BSW gewählt worden und wenn wir das nicht umsetzen können, dann regieren wir nicht mit. Das ist, glaube ich, die Analyse von Sarah Wagenknecht, dass sie damit als Spitzenkandidatin nächstes Jahr erfolgreicher sein kann.
Sprecher 2: Jetzt hat sich das BSW gerade erst vor einigen Monaten gegründet und nun gibt es zwischen den beiden prominentesten Frauen, Sarah Wagenknecht und Katja Wolf, Streit auf offener Bühne. Jedenfalls Katja Wolf verhehlt es ja nicht, dass sie durchaus verschnupft ist über das Rheinregieren der Parteivorsitzenden. Ist das vielleicht schon der Anfang vom Ende, Andrea?
Sprecher 5: Also es ist auf jeden Fall kein fulminanter Start, das muss man sehen. Es ist tatsächlich so, und ich glaube, da hat Sarah Wagenknecht sich auch verkalkuliert, dass sie eben in Katja Wolf nicht die willfährige Landespolitikerin hat, die sich, wie es ja immer heißt, aus Saarbrücken oder Berlin sagen lässt, was sie zu tun hat. Und ich habe auch nochmal nachgelesen, es ist tatsächlich so, dass BSW hat in seiner Satzung sogar festgeschrieben, dass wenn ein Landesverband sich nicht nach den parteipolitischen Zielen verhält, sich programmatisch eben nicht der Linie entsprechend verhält, dann besteht die Möglichkeit, diesen Landesverband auch aufzulösen. Das heißt, das Prinzip dieser Partei, das sieht man auch daran nochmal, ist im Grunde ausgerichtet auf eine Markenpartei Sarah Wagenknecht. Diese Marke, das haben wir jetzt gesehen, möchte Katja Wolf nicht pflegen. Also sie möchte einfach, würde ich jetzt mal sagen, pragmatische Politik machen. Sie will die Dinge verhandeln. Sie möchte gerne regieren. Ein großes Ziel von Katja Wolf ist wirklich auch immer in ihrer Amtszeit gewesen, in Thüringen die AfD. Kleiner zu machen, zu schwächen, im Zaum zu halten. Und Thüringen ist ja auch, was das betrifft, wirklich ein Sonderfall. Und das ist dann aber auch wieder vielleicht das Dramatische, dass wenn das jetzt in Thüringen, wenn das nicht klappt, klappen sollte, dann steht da natürlich die AfD und freut sich. Also das ist auch alles ein Spiel mit dem Feuer, was da gerade passiert.
Sprecher 2: Also es ist eine Partei, die nicht nur nach Sarah Wagenknecht benannt ist, sondern die auch in ihren Strukturen zutiefst autoritär ist. Wer weiß, ob Katja Wolf, die ja von Bodo Ramelow einen Ministerposten angeboten bekommen hat, nicht das jetzt im Nachhinein doch bereut. Danke, dass du bei uns warst, liebe Andrea.
Sprecher 5: Danke dir, Helene.
Sprecher 2: Morgen und übermorgen beraten die Regierungschefinnen und Chefs der Länder in Leipzig. Diesmal ohne den Kanzler. Schwerpunkt dieser MPK ist die Migration und die Finanzierungsprobleme der Kommunen. Das hatte Michael Kretschmer, der sächsische Ministerpräsident und Chef dieser MPK, schon im Vorfeld angekündigt. Horan Knaup ist wieder bei uns. Horan, es hat sich so bewährt, mit dir zu sprechen. Der dritte Tag in Folge. Ich freue mich.
Sprecher 6: Ich mich auch.
Sprecher 2: Kriegen die Länder und der Bund und die Ampel und der Bundesrat das eigentlich hin, in diesem Jahr das Thema noch abzuräumen? Denn das ist zu hören aus verschiedenen Ländern. Der große Wunsch ist, bis zum Jahresende eine Einigung zu finden. Man ist sich wohl einig, dass man das Thema Migration natürlich nicht für allen, für alle mal und komplett lösen wird, aber doch so weit, das Paket zu schnüren. Dass der Wahlkampf nicht vom Thema Migration überschattet wird. Denn da sind sich auch alle einig, das hilft am Ende nur der AfD und keiner der Parteien der Mitte. Wie ist deine Prognose, ob das gelingen wird?
Sprecher 6: Ich fürchte nicht. Es gab keinen guten Auftakt letzte Woche im Bundesrat. Da hat die Union dann doch überraschend das Sicherheitspaket, das für Grüne und SPD relativ weitreichend war, relativ abgelehnt. Das ist der eine Punkt, der macht es jetzt vermutlich für Leipzig relativ schwer. Und noch ein Hinweis, der vereitelte Anschlag. auf die israelische Botschaft vor ein paar Tagen. Der Hinweis soll von einem ausländischen Geheimdienst gekommen sein. Da würde ich jetzt sagen, die Geheimdienste, auch der deutsche Verfassungsschutz, der BND, die stehen ständig miteinander im Austausch. Auch die deutschen Dienste geben Hinweise. Aber es hat sofort dazu geführt, stimmen unsere Sicherheitsmaßnahmen noch? Muss man nicht den Datenschutz noch etwas lockern, die IP-Adressen doch austauschen? Ich will nur sagen, die Sensibilität bei diesem Thema, ein Messerangriff, ein Vorfall, ein ausländischer Täter, mutmaßlicher Täter beteiligt und sofort ist das Thema da. Deswegen werden wir das kaum aus dem Wahlkampf herausgehalten bekommen.
Sprecher 2: Ich bin da ganz bei dir, dass man dieses Thema aus dem Wahlkampf raushalten wird, das wird sicherlich nicht gelingen. Die Frage ist, ob es noch weitere Themen gibt, die auch bespielt werden oder ob das Thema so im Zentrum steht. Und das offensichtlich jedenfalls wollen das jetzt die Landeschefs versuchen. Das Ziel sei ein 16 zu 0, also eine Einigkeit zwischen den Ländern, wobei ich da sagen würde, mindestens Markus Söder wird am Freitag auftreten und sagen, das reicht alles nicht. Wir brauchen mindestens noch Zurückweisung an der Grenze XYZ, also lauter Punkte, die mit der A-Seite, mit den SPD-geführten Ländern überhaupt nicht zu machen sein würden, oder?
Sprecher 6: Genauso ist es und aus SPD-Kreisen höre ich eine Einigung, die dann durch fünf oder acht oder zehn Protokollnotizen ergänzt wird, siehe Beispiel Markus Söder. Das würden Sie auch... auf keinen Fall mittragen wollen, dann lieber rausgehen und sagen, nein, wir konnten uns heute auf ein Paket, auf ein gemeinsames Paket nicht verständigen.
Sprecher 2: Daneben gibt es die noch offene Frage, was aus dem Sicherheitspaket wird. Man könnte ja auf die Idee kommen, dass es vernünftig wäre, dass sich jetzt alle an einen Tisch setzen, die Länder mit dem Bund und eine gemeinsame Lösung erarbeiten. Am 12. Dezember ist jedenfalls wieder Ministerpräsidentenkonferenz. Dann kommt der Kanzler und dann soll der Kanzler auch sagen, was er eigentlich von der Drittstaatslösung hält, also von der Idee, dass Asylanträge nicht in Deutschland, sondern in einem anderen Staat, entweder innerhalb oder außerhalb Europas geprüft werden. Da jedenfalls gibt es auf der SPD-Seite jetzt Bewegung und in ganz Europa auch. Ursula von der Leyen hat sich jetzt ausdrücklich dafür ausgesprochen. Also möglicherweise geht der Weg auch in diese Richtung.
Sprecher 6: Ich habe da ein bisschen Zweifel, weil es einfach bisher kein funktionierendes Modell gibt. Jetzt quälen sich die Italiener gerade. Da geht es nicht nur um eine Drittstaatenlösung, sondern erstmal um eine Art von Remigration nach Albanien. Das hat ihnen ein italienisches Gericht weggeschossen. Sie basteln an einer alternativen Lösung. Aber auch die Briten mit ihrer Ruanda-Lösung sind gescheitert. Also ja, die Pläne gibt es schon lange, aber ein praktikables Konzept, ein realistisches Konzept liegt einfach bisher nicht vor.
Sprecher 2: Land ist noch nicht in Sicht und insofern sind wir gespannt, was Olaf schon... im Dezember sagen wird. Bis dahin ist noch ein bisschen Zeit. Danke, dass du bei uns warst, Thorand.
Sprecher 7: Gerne.
Sprecher 2: Momentan dümpeln die Grünen in Umfragen so zwischen 10 und 13 Prozent. Das ist ziemlich weit weg von allen Kanzleransprüchen. Und trotzdem will Robert Habeck Kanzlerkandidat der Partei werden und wird das auch bald verkünden. Andreas Audritsch ist sein neuer Wahlkampfleiter und soll dafür sorgen, dass das Ganze reibungslos läuft. Dafür muss die Partei aber erstmal wissen, ob sie überhaupt in eine gemeinsame Richtung marschiert. Da scheint noch derzeit alles unsortiert zu sein. Grund genug mit Andreas Audritsch, dem neuen Wahlkampfmanager, zu sprechen, der außerdem seit 2021 im Bundestag sitzt und dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender für die Themen Wirtschaft und Klima ist. Schön, dass Sie da sind. Hallo Herr Audritsch.
Sprecher 7: Hallo Frau Popowski.
Sprecher 2: Jetzt müssen Sie mir erstmal erklären, was Wahlkampfmanager eigentlich bedeutet. Manager kann ja einerseits sein CEO, also derjenige, der alle Zügel in der Hand hält und inhaltlich entscheidet. Oder ist Manager der Ausführende, Verwaltende, der die Dinge am Ende organisiert? Welche Rolle nehmen Sie ein?
Sprecher 7: Ich mag ja besonders den Begriff Wahlkampfleiter. Ich bleibe da gerne beim Deutschen. Und das, was ich darunter verstehe, ist, dass wir gemeinsam am Ende das Beste rausholen. Wir haben uns zusammengesetzt, Robert Habeck, Franziska Brandner, Felix Bannatschak und ich. Ich und haben uns überlegt, wie diese Aufstellung gut funktionieren kann, sind jetzt genau zu diesem Modell gekommen mit Franziska Brandner, die antritt als Bundesvorsitzende, Felix Bannatschak, der auch antritt als Bundesvorsitzender und ich, der den Wahlkampf leiten wird. Und ich glaube, dass das eine Aufstellung ist, die jetzt auch etwas Neues bedeutet. Die beiden treten für den Bundesvorsitz an und damit haben wir auch die Chance, in etwas Neues hineinzugehen, in neue Anmutungen, neue Vorsitzende, auch bestimmt neue Akzente, was Inhalte angeht und das am Ende dann auch in einen Wahlkampf zu übersetzen, der neue Akzente setzt. Ich glaube, das ist dann ganz zentral auch meine Aufgabe und das werden wir gemeinsam gut machen.
Sprecher 2: Jetzt haben Sie im letzten Versatzstück auf meine Frage geantwortet, nämlich was genau ist Ihre Aufgabe? Also wo sehen Sie sich? Sehen Sie sich als jemand, der auch wie heute auf Bühnen sitzt, zu Podcasts geht und Inhalte erklärt? Offenbar schon.
Sprecher 7: Ich bin nach wie vor ein eigenständiger Politiker. Ich bin stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Ich bin in diese Rolle auch hineingegangen, weil ich glaube, dass wir eine gute Aufgabenteilung gemeinsam auch hinkriegen. Und das bedeutet natürlich, dass wir alle auch das weiterhin tun, was wir bislang gemacht haben, nämlich sowohl Politik innerhalb der Partei, auch innerhalb der Funktionen, die wir haben, zu machen und gleichzeitig nach außen hin auch eine Rolle einzunehmen, die Grünen auch zu repräsentieren in den jeweiligen Rollen. Das wird sich bestimmt unterscheiden. Da wird dann Franziska Brandner eine Rolle haben, Felix Bannatschak eine Rolle haben, ich mit Sicherheit eine andere Rolle haben. Selbstverständlich ist das auch Teil dessen, was wir dann gemeinsam auf den Weg bringen werden.
Sprecher 2: Wir bleiben noch mal ein bisschen bei Inside Grüne. Es geht um das Amt des politischen Bundesgeschäftsführers, der in anderen Parteien Generalsekretär heißt. Bisher gibt es noch keinen offiziellen Kandidaten. Es werden einige Namen gehandelt, unter anderem Sven Giegold. Herr Audrich, warum wollen Sie das nicht machen?
Sprecher 7: Ich glaube, dass wir insgesamt gerade dabei sind, so wie ich begonnen habe, das aufzustellen, dass wir das beste Team zusammenbringen. Das ist das Ziel. Darüber sprechen wir sehr intensiv. Da werde ich jetzt natürlich nicht über die internen Gespräche berichten, weil genau das sollte man dann auch intern machen. Und dann wird am Ende eine Aufstellung rauskommen, wo wir, glaube ich, wirklich gut, auch in der Sache gut und schlagkräftig sein werden.
Sprecher 2: Ja, Sie reden ja schon ziemlich lange, ziemlich intensiv über diese Frage, so hört man in der Grünen Bundesgeschäftsstelle. Fehlt es da nicht an jemandem, in Klammern Robert Habeck, der auch mal sagt, das ist jetzt mein Wahlkampf und so stelle ich mir die Aufstellung der Bundesgeschäftsstelle vor? Also braucht es nicht bei den Grünen vielleicht dann... Doch mehr Autorität und Durchsetzungsvermögen, ein bisschen top-down.
Sprecher 7: Robert Habeck wird eine ganz zentrale Figur sein über das nächste Jahr. Das ist absolut klar. Wir brauchen ihn mit all seinen Qualitäten. Und das Gute aber, glaube ich, am Ende ist auch, und das haben wir Grünen immer auch in der Vergangenheit so gehandhabt, dass Führung auch im Team funktionieren kann. Ich glaube, das ist auch ein modernes Verständnis von Führung, das gemeinsam zu machen. Wir haben immer auch St. Wir haben mit Annalena Baerbock eine Außenministerin, die sehr viel beitragen kann und die auch beitragen will. Und das ist das Verständnis, was wir Grüne haben, dass wir im Team stärker sind und das werden wir auch fürs nächste Jahr so gemeinsam umsetzen.
Sprecher 2: Jetzt gibt es ja Grüne, die berichten, dass diese Sechserrunde, also das entscheidende Gremium bei den Grünen für politische wichtige Fragen, teilweise dysfunktional war, dass man dort ewig diskutiert hat und nicht richtig auf den Punkt gekommen ist. Und dass insgesamt diese vielen Gremien, die Grüne haben, vielleicht auch für einen Wahlkampf nicht die allerbeste Aufstellung sind, weil manche Entscheidungen eben auch schnell getroffen werden müssen. Jetzt ist Ihre Position ja eine, die neu geschaffen wurde. Früher wurde der Wahlkampf geleitet vom politischen Bundesgeschäftsführer Michael Kellner, war das vor vier Jahren. Jetzt gibt es noch eine weitere Funktion, das heißt, die Spitze bläht sich noch weiter auf, insofern etwas kontraintuitiv aus Beobachtersicht. Deswegen nochmal, Herr Odric, die Frage an Sie. Halten Sie es für ausgeschlossen? Sie müssten ja Ihr Bundestagsmandat vorübergehend niederlegen, um politischer Bundesgeschäftsführer zu sein, weil das die Satzung der Grünen so vorsieht. Wären Sie bereit, im Notfall das zu tun?
Sprecher 7: Das, was wir jetzt machen, ist nichts Neues. Das gab es auch in der Vergangenheit schon. Auch da gab es schon Wahlkämpfe, in denen ein Wahlkampfleiter dort Verantwortung übernommen hat. Und die andere Frage, die Sie gestellt haben, nämlich inwieweit funktionieren die Strukturen? Ich glaube, man kann es eigentlich gar nicht anders denken. Wenn man nicht alles in einer Hand zentrieren will, Die Union hat einen Parteivorsitzenden, einen Kanzlerkandidaten und einen Fraktionsvorsitzenden in einer Hand. Das ist nicht die Tradition der Grünen. Wir haben das immer anders gehandhabt, weil wir auch der Überzeugung sind, dass Menschen... Mit voller Kraft an bestimmten Stellen, zum Beispiel im Fraktionsvorsitz, sehr gute Arbeit leisten können. Und dann ist das, ich komme nochmal darauf zurück, ich glaube auch ein Verständnis von moderner Führung, dass man gemeinsam im Team gute Entscheidungen trifft und das werden wir auch weiter so handhaben.
Sprecher 2: Herr Audrich, Sie sind Vertreter des linken Flügels Ihrer Partei. Jetzt ist Jürgen Trittin, der lange Zeit, so hieß es jedenfalls im linken Flügel, die Fäden in der Hand hielt, aus dem Bundestag ausgeschieden, kommentiert jetzt mal von der Seitenlinie, aber ist vor allem mit anderen Dingen beschäftigt. Sein Buch zum Beispiel, mit dem er auch schon hier im Podcast war. Wer ist jetzt die starke Frau, der starke Mann im linken Flügel? Sind Sie das?
Sprecher 7: Wir haben ganz verschiedene Leute, die im linken Flügel eine große Relevanz haben. Die Frage ist ja am Ende, wenn man sich diese Partei anschaut, wie man am Ende die... Kräfte, das, was man positiv beisteuern kann, bündelt. Wir brauchen Zusammenhalt in der Partei. Wir müssen das Beste rauskehren, was von allen Seiten da ist. Wir brauchen in der personellen Aufstellung den Neuanfang. Wir brauchen inhaltlich auch einen Neuanfang mit ganz vielen neuen Punkten. Und wir brauchen diesen Neuanfang auch in der Anmutung. Das haben wir begonnen. Das werden wir jetzt über die nächsten Wochen und dann auch bis zum Parteitag fortsetzen und auch darüber hinaus ins nächste Jahr hinein.
Sprecher 2: Also wir halten fest, personell, ist die Partei noch nicht sortiert, wird sich aber vielleicht bis zum Parteitag intern einigen.
Sprecher 7: Ich finde, das ging wirklich schnell, dass wir sehr viel Klarheit gemeinsam hergestellt haben darüber, dass Felix Bannatschak und Franziska Brandner als Bundesvorsitzende antreten, dass ich die Leitung des Wahlkampfes mache. Ich finde, das war in einer Situation, als nach den Wahlen in Brandenburg und davor in Thüringen und Sachsen und in der Europawahl, als das anstand, etwas, was wir in einem ganz großen Miteinander und in Verantwortung gemeinsam sehr schnell hingekriegt haben. Und dass wir jetzt uns Zeit dafür nehmen, uns zu überlegen, wie die Gesamtaufstellung auch dann ins nächste Jahr hinein bestmöglich aussieht, das ist auch eine Frage von Verantwortung, dass es am Ende wirklich gut ist.
Sprecher 2: Ja, ich sage nur, die SPD, als Kevin Kühnert den Rücktritt angekündigt hat, hat am nächsten Tag einen Nachfolger, nämlich Andreas Miersch, und damit war das Thema abgeräumt. Bei den Grünen dauert es länger, deswegen komme ich zu dem Schluss, sie sind noch nicht sortiert. Aber reden wir noch über Inhalte. Wie schauen Sie generell auf die unstreitige Bestandsaufnahme, dass die deutsche Wirtschaft in keinem guten Zustand ist? Was ist das Mittel, um die Wirtschaft wieder flott zu machen?
Sprecher 7: Wir haben Fragen, die sich aus verschiedenen Zusammenhängen speisen. Wir haben zum einen strukturelle Probleme, die sehr, sehr lang angelegt sind. Also zum Beispiel, dass Bürokratie sich über viele, viele Jahre in einer Form aufgebaut hat, dass es nicht mehr tragbar ist. Zum Beispiel, dass uns die Union über viele Jahre abhängig gemacht hat. Von russischem Gas. Wir haben gemerkt, was das bedeutet, als uns 55 Prozent des Gases hier in Deutschland von Russland einfach gestrichen wurden. Die Frage nach den Fachkräften, den Arbeitskräften, also eine sinnvolle Einwanderungspolitik zu machen, sodass wir die besten Köpfe auch hier haben. Die Frage der Infrastruktur, dass unsere Brücken zerfallen, zerbröseln. Die Carola-Brücke ist gerade eingestürzt. Die Deutsche Bahn funktioniert nicht, wie sie funktionieren sollte. Wir haben riesige Infrastrukturprobleme. Die Frage, warum eigentlich unsere Schulen marode sind, durch die Decke, sind alles strukturelle Fragen. Bei der Lösung, einen Teil davon haben wir auf den Weg gebracht. Wir haben Gas besorgt, wir haben dafür gesorgt, dass danach die Antwort auf diesen Angriff Putins über das Mittel der Energie, dass wir das gekontert haben mit einem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien, weil sie Sicherheit bieten, weil wir sie hier produzieren können, weil es die besten Technologien der Zukunft sind, weil es die günstigsten Energien sind, die es weltweit gibt und weil gleichzeitig Klimaschutz damit vorangetrieben wird. Wir haben auf der zweiten Schiene die Bürokratie begonnen, systematisch abzubauen. Das, was wir gemacht haben, ist jetzt mit Praxischecks anzufangen, einen Bereich nach dem nächsten durchzukämmen und wirklich zu sagen, was kann weg. Aber das werden wir systematisch fortsetzen in die Zukunft. Wir haben Einwanderungsgesetz gemacht, wir haben die Inflation wieder deutlich unter 2% gebracht. Die Energiepreise sind auf einem Niveau, wie sie vor dem Angriffskrieg Russlands waren. Und das, was fehlt, es fehlen eine Reihe von Dingen, die wir fortschreiben müssen, aber ein ganz zentraler Punkt dabei ist, dass wir... einen riesigen Investitionsstau haben in Deutschland, der dringend aufgelöst werden muss. Wir brauchen ein großes Investitionsprogramm. Wir müssen die Schulen durchsanieren. Wir müssen Jugendeinrichtungen, Kitas durchsanieren. Ich will, dass wir die Brücken auf Vordermann bringen. Ich will, dass wir in Zukunftstechnologien investieren, in einer Größenordnung, die hunderte Milliarden am Ende umfasst. Und wir haben an der Stelle Gewerkschaften, Wissenschaft, die Arbeitgeber und alle an unserer Seite. Und es gibt genau drei Leute, die das blockieren. Das ist Christian Lindner innerhalb der Regierung. Das ist Friedrich Merz als Vorsitzender der CDU, CSU und auf der dritten Schiene unter den Ministerpräsidenten noch genau einen, nämlich Markus Söder. Und wenn wir das nicht durchbrechen, wenn wir diese Blockaden nicht auflösen, dann wird es nicht gelingen, Deutschland auf Vordermann zu bringen. Das steht an und das werden wir in den nächsten Monaten diskutieren müssen.
Sprecher 2: Die Wirtschaft und Wirtschaftsverbände beklagen ja, dass sowieso die Belastungen in Deutschland schon viel zu hoch sind. Die finanziellen Belastungen, jetzt sind Sie ein Verfechter der Vermögenssteuer und überhaupt einer stärkeren Besteuerung von sogenannten Reichen. Warum wollen Sie die Leute noch mehr belasten?
Sprecher 7: Sie insinuieren jetzt, dass ich die Entscheidung schon getroffen habe vor dem Parteitag. Sie sind dafür, oder? Ich halte mich an das, was wir gemeinsam auf dem Parteitag auf den Weg bringen. Und es gibt einen Antrag, der ist von unseren Mitgliedern sogar auf Platz 1 gevotet worden, der gesamten Anträge, die behandelt werden. Der dreht sich um Gerechtigkeitsfragen insgesamt. Das geht nicht nur um Steuerfragen, da geht es auch um die Frage von Löhnen und anderem. Dem Kontext werden wir uns intensiv befassen mit der Frage nach Steuern, mit der Frage nach sozialen Zusammenhängen und auch nach Löhnen. Und da werden wir die entsprechenden Entscheidungen fällen.
Sprecher 2: Vielen Dank, dass Sie heute bei uns waren, Herr Autritsch.
Sprecher 7: Danke Ihnen.
Sprecher 2: Vielleicht kennen Sie das ja auch. Morgens klingelt der Wecker und Sie haben einfach überhaupt keine Lust aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Besonders im November, wenn es so dunkel und kalt und ungemütlich ist. Am Ende hilft es nichts. Wir stehen auf, machen unseren Kindern die Brotboxen und schleppen uns zur Arbeit. Das bringt niemandem etwas. Jedenfalls behauptet das nun die britische Unternehmensberatung MTD. Schlecht gelaunt zur Arbeit zu gehen, dort zu hocken und die Kollegen zu nerven, ist das Gegenteil von produktiv. Was vielleicht gute Laune macht, ist, dass MTD, die britische Unternehmensberatungsfirma, jetzt herausgefunden hat, dass die Produktivität auf lange Sicht jedenfalls steigt, wenn man einfach zu Hause bleibt, wenn man keine Lust hat zu arbeiten. Klingt ganz einfach, ist auch ganz einfach. Ohne Krankmeldung, ohne Urlaubstag, einfach mal frei machen und das mit dem Segen der Firma. Es gibt schon Unternehmen, die das umsetzen, auch hier in Deutschland. Und die haben ziemlich gute Erfahrungen gemacht mit diesem Modell. Voraussetzung ist, dass das Betriebsklima insgesamt passt, dass man mit seiner Arbeit nicht grundsätzlich unzufrieden ist und zum Beispiel Angst hat, so eine Pause zu machen. Dann aber soll es dazu führen, dass man sich stärker mit dem Arbeitgeber, mit dem Unternehmen, für das man arbeitet, identifiziert, wenn man ein bisschen... auch mal zwischendurch keine Lust haben darf und das nicht gleich bestraft wird. Ich finde es gut, noch besser fände ich eigentlich, wenn wir alle und insbesondere wir Deutschen öfter mal gute Laune hätten und einfach mal gerne ins Büro kommen könnten, denn dort ist ja nicht nur die Arbeit, dort sind auch wirklich hoffentlich viele nette Kollegen. Bei uns hier ist es jedenfalls so, nicht wahr, Florian? Das ist schön. Und morgen sind wir wieder sehr, sehr gut gelaunt um sechs für Sie da. Dann ist auch schon Donnerstag und wir können uns aufs Wochenende freuen, denn manchmal ist es ja auch schön, die Kollegen nicht zu sehen. Machen Sie es gut. Bis dahin, Ihre Helene Bubrowski.
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 8: Hey, kennst du schon den Podcast Ton? Das größte Charity-Event der Welt ermöglicht durch Podcasts. Jeden März geben tausende Podcasterinnen und Podcaster gemeinnützigen Organisationen eine Stimme und gemeinsam entsteht eine riesige Welle inspirierender Geschichten. Kein Fundraising, kein Druck, nur die Kraft des Podcasts. Im Einsatz von Projekten und Initiativen, die mehr Sichtbarkeit verdienen. Besuche jetzt podcasthohn.org und sei dabei. Podcast HON.org