Ist UNRWA von der Hamas unterwandert, Herr Lazzarini?
Dauer: 28:25

Ist UNRWA von der Hamas unterwandert, Herr Lazzarini?

Das Palästina-Hilfswerk wirft Israel gezielte Schwächung der UN vor. „Ich glaube, dass die Angriffe auf Unrwa nicht nur im Gazastreifen, sondern auf die Organisation als Ganzes Teil eines umfassenderen Musters sind – und sich gegen die Vereinten Nationen und das multilaterale System insgesamt richten“, sagte der Generalkommissar des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (Unrwa), Philipe Lazzarini, im Gespräch mit Markus Bickel vom Security.Briefing. Sollten sich die UN-Mitgliedsstaaten nicht dagegen wehren, drohe eine Wiederholung dieses Musters „überall auf der Welt“, so Lazzarini, „insbesondere dann, wenn vor Ort eine UN-Agentur präsent ist, die die Regierung loswerden will.“ 


In wenigen Tagen wird Cem Özdemir erklären (müssen), wie er es mit der Frage hält, die ihn seit Jahren begleitet: Springt er nach Baden-Württemberg, um bei der nächsten Wahl die Nachfolge von Winfried Kretschmann anzutreten? Aller Wahrscheinlichkeit nach lautet die Antwort: Ja. 

Voraussichtlich in dieser Woche wird er seine Entscheidung verkünden.


Mitarbeiter der Deutschen Bahn sind zunehmend Anfeindungen von Kunden ausgesetzt. Zugbegleiter bekommen von der Bahn Bodycams gestellt, um schon vornherein für eine Deeskalation zu sorgen, weil die Kameras ja offen getragen werden. Außerdem sollen im Zweifel Beweise gesammelt werden können. Die Bahn-Beschäftigten bekommen auch eine Smartphone-App, mit der sie einen Hilferuf absetzen können, wenn sie in gefährliche Situationen geraten.


 

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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Table exklusiv. Cem Özdemir will es machen. Er will Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden. Sie denken jetzt, das wusste ich doch längst. Aber bei uns erfahren Sie, warum jetzt und wie und wann genau. Die Deutsche Bahn hat ein Personalproblem. Es fehlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die, die überhaupt noch da sind, müssen sich mit wütenden Fahrgästen auseinandersetzen. Wir haben mit dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats, die B-Regio AG, Ralf Damde, darüber gesprochen, wie die Mitarbeiter besser geschützt werden sollen und warum es gerade in Stellwerken so schwer ist, genügend Personal zu bekommen. Das UN-Palästinenser-Hilfswerk UNRWA steht seit dem brutalen Massaker der Hamas in der Kritik. 19 Angestellte des Hilfswerks wird vorgeworfen, bei dem Angriff am 7. Oktober 2023 dabei gewesen zu sein. Unser Redaktionsleiter des Security Table, Markus Bickel, hat mit dem Generalkommissar von UNRWA, Philippe Lazzarini, über die Vorwürfe und seine Reaktion darauf gesprochen. Sie merken es, viele Themen. Heute ist der 22. Oktober. Los geht's. James Oestemir will es wirklich machen. Er ist jetzt Minister und er möchte Ministerpräsident werden und zwar von seinem Bundesland Baden-Württemberg. Den einzigen grünen Ministerpräsidenten, den es bisher gab, Winfried Kretschmann, beerben. Diese Woche will er es verkünden, genauer gesagt zum Ende der Woche hin, zum Wochenende und zwar auf eine Weise, die ungewöhnlich ist. So viel habe ich in Erfahrung gebracht. Es gibt keine Pressekonferenz, es gibt keine Veranstaltung, bei der das erwähnt wird, keine der üblichen Wege. Und dieses, halten Sie sich fest, ist tatsächlich im Gespräch gewesen. Er wollte auflaufen oder zumindest im Stadion sitzen, wenn am Samstag Cem Özdemirs Verein VfB Stuttgart aufläuft. Es ist ein Heimspiel gegen ausgerechnet Holstein Kiel. So war wohl im Gespräch tatsächlich, dass auch Robert Habeck am Samstag seine Kanzlerkandidatur verkündet. Er, der zwar nicht in Kiel wohnt, aber dort ja auch lange gearbeitet hat und schließlich Holsteiner ist. Aus dieser Sache wird nun nichts. Aber zu hören ist, es wird ein ungewöhnlicher Weg sein und zudem einer, der ganz kurz ist. Denn, Sophie ist klar, dass Cem Özdemir antreten wird, das ist seit Monaten klar. Die anderen Kandidaten, die auch noch im Gespräch waren, zum Beispiel der baden-württembergische Finanzminister Daniel Bayers, ist längst nicht mehr im Rennen. Und so läuft alles auf Cem Özdemir zu. Die einzige Frage, die sich die Menschen stellen, ist deswegen, Macht er es wirklich und auf dieses Macht er es wirklich, muss es jetzt ein einfaches Ja geben. Also wir können uns alle gemeinsam freuen auf den Samstag und auf die Worte von Cem Özdemir. Es gibt einiges, das der Grüne auf der Haben-Seite hat. Er ist ein beliebter Politiker nach wie vor in Deutschland. Zwischenzeitlich war er mal der beliebteste sogar. Er hat eine Geschichte zu erzählen. Er ist Kind türkischer Gastarbeiter, geboren in Bad Urach, aufgewachsen in Deutschland. Eine Aufstiegsgeschichte, einer der ersten Migranten überhaupt in der Politik, der für viele Menschen mit Migrationshintergrund eine Ermunterung war, sich zu engagieren, dass man es eben doch bis ganz oben schafft. Özdemir sagt gelegentlich, ihm sei es nicht an der Wiege gesungen worden, dass er mal mit Personenschutz durch die Gegend fahren würde. Gleichzeitig hat Özdemir natürlich ein Problem und das ist seine Partei. So kann man es wahrscheinlich zugespitzt sagen. Natürlich war er viele Jahre Parteivorsitzender und hat gleichzeitig seine Partei immer herausgefordert und auch provoziert. Wir erinnern uns an Zitate wie, dass man Kriege nicht mit der Yogamatte unterm Arm gewinnt. Also er war immer schon auch für Waffenlieferungen, jedenfalls da, wo es nötig ist, für einen robusten Einsatz auch der Bundeswehr. Zuletzt hat er mit einem Beitrag zur Migrationspolitik, der in der FAZ erschienen ist, Furore gemacht, das bei vielen Grünen viel zu rechts. Die Hoffnung ist, dass in Baden-Württemberg ja eine Struktur konservativ ist. Die Rechnung aufgeht. Derzeit allerdings, so viel gehört auch zur Wahrheit, ist das noch nicht abzusehen. Die CDU liegt klar vorne mit 34 Prozent, die Grünen nur bei 18 Prozent. Das ist gerade mal gut die Hälfte davon. Also für Cem Özdemir muss jetzt eine Aufholjagd beginnen. Er hat 18 Monate dafür Zeit bis zur Wahl in Baden-Württemberg. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn einerseits, wenn man jetzt seine Kandidatur verkündet, sind 18 Monate eine lange Zeit, in der einem durchaus mal langweilig werden könnte. Und gleichzeitig ist es natürlich eine lange Zeit, in der man auch einiges bewegen kann und bewegen muss. Was ist zu erwarten für den Landwirtschaftsminister Cem Özdemir? Wahrscheinlich, dass er sich noch mehr zurückhält. All die Vorhaben, mit denen er angetreten ist, mit denen die Grünen angetreten sind, wie zum Beispiel Tierwohl-Label, sind gerade bei den baden-württembergischen Bauern nicht übermäßig beliebt. Und wenn er dort eine Chance haben will, wird er sich da weiter zurückhalten. Diese Fragen jetzt wahrscheinlich eher in die Fraktion verlagern. Das hat meine Kollegin Henrike Schirrmacher vom Agri-Food-Table genauer für Sie aufgeschrieben. Und im Berlin-Table können Sie lesen, warum Özdemir jetzt kandidieren muss. Kleiner Spoiler, es liegt daran, dass jetzt sich die Frage stellt, ob er wieder als Direktkandidat für den Bundestag-Wahlkreis Stuttgart antritt. Und wenn er das nicht macht, sind die Würfel eigentlich gefallen. Alia Jagda Est würde jetzt sicherlich der Bildungsbürger und Lehrer Winfried Kretschmann sagen, wir werden für sie weiter verfolgen, wie sich die Dinge in Baden-Württemberg entwickeln. Im vergangenen Jahr gab es über 3000, nämlich ganz genau 3150 Übergriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Und so sehr der Frust auch verständlich ist, wenn man da sitzt und es tropft in den Wagen, das Bordbistro hat zu und die Bahn ist über 60 Minuten verspätet. So sind wir uns doch hoffentlich alle einig, dass das gar nicht geht. Zwei Drittel der Angestellten haben angegeben, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten Gewalt oder Anfeindungen erlebt haben. Also erschreckende Zahlen, mit denen wir es zu tun haben. Und ein Grund dafür, warum die Deutsche Bahn es immer schwerer hat, Personal zu bekommen. Horand Knaup, Kollege von Berlin Table, hat sich mit diesem Thema zuletzt intensiver beschäftigt und jetzt ist er bei mir. Hallo Horand.

Sprecher 3: Hallo, Belen.

Sprecher 2: Ja, du hast mit dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats DB Regio AG, Ralf Damde, über die Personalsituation bei der Bahn gesprochen. Und man muss wirklich schon sagen, es ist ziemlich dramatisch, was du da gehört hast. Erzähl doch mal.

Sprecher 3: Ja, es gibt mehrere Bereiche, in denen es wirklich klemmt. Das eine ist der Personalmangel und an ganz heiklen Stellen, also teilweise Lokführer, aber noch schlimmer Stellwerke, die nicht mehr besetzt werden können. Das ist ein bisschen wie wenn man am Frankfurter Flughafen oder in München... wenn die Fluglotsen nicht mehr arbeiten oder streiken oder es zu wenige gibt. Und das andere sind tatsächlich die Übergriffe, du hast es erwähnt, die Aggression der Kunden, unter denen dann insbesondere die Betreuer, das was man früher Schaffner genannt hat, leiden, die Zugbetreuer.

Sprecher 2: Ja, hören wir doch mal rein, was Herr Damde zu dieser Situation sagt.

Sprecher 4: Wir haben Stellwerke bei der Deutschen Bahn, die sind aus dem Jahre 1936. Alte Technik, noch mit Hebel und elektromechanisch. Junge Menschen wollen aber in der neuen Technik ausgebildet werden. Wir haben jede Menge Bedarf auf den Stellwerken an jungen Menschen, um mit der Botschaft des Konzerns der Deutschen Bahn AG 30.000 Arbeitsplätze abzubauen und eine, ich sage es mal mit meinen Worten, Restrukturierungsmaßnahme durchzuführen. Führt natürlich dazu, dass die Menschen fragen, soll ich mich noch bewerben? Ist mein Arbeitsplatz überhaupt noch sicher bei euch? Warum soll ich überhaupt zu euch kommen? Und die Auswirkungen merken wir, insbesondere auf den Stellwerken.

Sprecher 2: Ja, wir hören jetzt, also es sind nicht nur die Anfeindungen, sondern tatsächlich auch diese alte Technik, die junge Menschen abschreckt, die in der Bahn offensichtlich nicht die Zukunft sehen, jedenfalls nicht ihre Zukunft. Aber es muss doch irgendwie möglich sein, durch freie Mitarbeiter oder Springer diese Dienste insbesondere an den Stellwerken zu besetzen.

Sprecher 3: Ja, so stellt man sich das vor. Mein Erlebnis, weswegen ich da recherchiert habe, hat vor zwei, drei Wochen stattgefunden auf der Strecke Hannover-Berlin, also eine der Hauptstrecken nach Berlin. In Wolfsburg am helllichten Tag das Stellwerk vier Stunden lang nicht besetzt. Über ein Dutzend ICEs mussten umgeleitet werden, 80 Minuten Verspätung jeder Einzelne. Ein gigantischer Schaden, wenn die Passagiere Kompensation und Schädigung verlangen, was sie dürfen. Und dann denkst du als normaler Bahnreisender, Mensch, da muss doch einer im Stellwerk zwei Stunden länger und der andere kommt zwei Stunden früher. Und dann lässt sich das Problem lösen mit einem ordentlichen Zuschlag, mit einem ordentlichen finanziellen Ausgleich. Nein, die Stellwerkleute sind am Anschlag, sie machen Dienst nach Vorschrift, es fehlt der Bahn und das scheint mir eines der zentralen Probleme inzwischen. Bei vielen Mitarbeitern die Identifikation mit den Unternehmen. Und wenn die mal nicht mehr gegeben ist, also früher hat man von der Eisenbahnerfamilie gesprochen, Das beschreibt Ralf Damme eigentlich auch ganz schön. Dieses Gefühl, dieses Gemeinschaftsgefühl gibt es an vielen Stellen nicht mehr. Und das hat mit der Bahn wieder... Bahnpolitik mit der Personalpolitik, das hat aber auch damit zu tun, dass Wochenend- und Schichtzulagen nicht in der entsprechenden Höhe gewährt werden. Da konkurriert die Bahn, da kann sie nicht mehr mit anderen Unternehmen konkurrieren und dann wandern die Leute ab.

Sprecher 4: Ja, die Arbeitsbedingungen bestimmen insgesamt nicht. Es ist ein Job, der vom 01.01. Bis 31.12.2024-7 geht. Die sogenannte Generation Z und X oder Y möchte am Wochenende frei haben. Das Unternehmen ist nicht bereit, die Wochenendarbeit... besser zu honorieren.

Sprecher 5: Sie kriegen keine Wochenendzuschläge?

Sprecher 4: Wir kriegen Wochenendzuschläge, die sind aber nicht vergleichbar mit dem, was Industrie oder andere in dem Bereich zahlen.

Sprecher 2: Ja, die Arbeitsbedingungen sind ein Thema, die schwindende Identifikation, wenn man sich zurückerinnert an die Zeiten, in denen es noch... Eisenbahner Wohnungen gab in Deutschland insgesamt bis zu 150.000. Die sind jetzt alle verkauft worden. Ich kenne übrigens Leute, die sowas gekauft haben und das ist ziemlich schön. Also da denkt man, was waren das für Zeiten. Und heute sind die Zugbegleiterinnen und Zugbegleitern Anfeindungen ausgesetzt. Das ist verbal. Aber es ist auch regelrecht gewalttätig.

Sprecher 3: Ja, in der Tat, die Übergriffe haben seit Corona, da gab es während der Pandemie, gab es einen absoluten Peak. Und dann kam nochmal die Situation mit dem neuen Euro-Ticket. Wir erinnern uns, dass nicht zuletzt auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wurde. Aber auch die körperlichen Übergriffe haben massiv zugenommen, nicht nur die verbalen. Und deswegen im Nahverkehrs-, im Regionalbereich hat die Bahn, die DB Regio, jetzt angefangen, Bodycams mitzugeben, also Kameras, die man am Körper mitführt und die knifflige Situation aufzeichnen.

Sprecher 4: Wir werden das auch ausweiten, diese Bodycam-Geschichten.

Sprecher 5: Wie viele Kollegen sind damit ausgerüstet?

Sprecher 4: Theoretisch kann jeder, der er möchte. Jeder Kundenbetreuer im Nahverkehr kann sich morgen melden und bekommt eine Kamera. Das ist ein Erfolg, den wir als Gesamtbetriebsrat durchgesetzt haben. Und es geht auch auf die Freiwilligkeit. Also wenn der Mieter... Wer weiter das möchte, kann er das haben. Wir haben im Moment, glaube ich, 180, die verteilt worden sind, aber stetig steigend. Wir haben auch ein paar Dinge jetzt nachverhandelt, die den Menschen auf dem Zug wichtig waren. Wir haben also jetzt nicht nur die Kamera auf dem Zug. Es wird auch gestattet, dass wir die Kamera auf Bahngelände anmachen dürfen. Weil das ist für uns ein ganz wesentlicher Punkt. Wenn die Kollegin aussteigt, egal jetzt wo, und geht dann zum Weg auf ihr Fahrzeug oder zu ihrem Dienstende, geht zum Parkplatz und fährt nach Hause. Wir müssen mit den Autos oder mit dem Fahrrad oder mit dem Moped zum Dienst kommen. Wir fahren dann, wenn andere gefahren werden wollen und wir müssen vorher da sein. Und dann dürfen wir das anschalten. Wir haben auch da viele Übergriffe gehabt. Wir haben da Themen gehabt, wo Menschen verfolgt worden sind.

Sprecher 3: Und dazu kommt jetzt ein Notfallknopf, auch das noch freiwillig, aber möglicherweise demnächst verpflichtend. Jeder Kundenbetreuer kriegt einen Knopf, den er quasi drücken kann, wenn er in einer heiklen Situation ist, der dann sofort andere Kollegen, die in der leeren Umgebung sind, alarmiert. Und Ralf Damme sagt, allein... Wenn man zu zweit ist, verändert das eine Situation sofort, was man natürlich auch nachvollziehen kann. Also auch so versucht die Bahn, ihren Mitarbeitern mehr Schutz zu gewähren und den Schutz in heiklen Situationen zu erhöhen.

Sprecher 4: Wir werden eine Notfall-App bekommen und diese App hat auch die Bundespolizei verpflichtend. Und wir werden die auch verpflichtend machen. Für unsere Kundenbetreuer. Nahverkehr. Und da wird jeder informiert, der diese App auf dem Handy hat, der im Umkreis von so und so vielen Metern ist, um zu helfen. Um zusätzliche Präsenz zu gewährleisten und dem einen oder anderen dann auch zur Seite zu stehen. Und oftmals ist es so, wenn man dann mit zwei Leuten da steht, dann wird es schon mal etwas ruhiger.

Sprecher 2: Ja, das war mal ein anderer Blick auf das, was in der Bahn passiert, auf Twitter. Und ansonsten in Gesprächen reden wir immer darüber, wie schlecht es uns als Fahrgästen ergeht. Ich finde höchste Zeit, mal auf die Angestellten der Bahn zu schauen, was die so erleben und vielleicht auch die Mahnung, uns alle ein bisschen mehr zurückzunehmen. Danke, Horan, dass du für uns dieses Thema beleuchtet hast, mit Herrn Damme gesprochen hast.

Sprecher 3: Sehr gerne.

Sprecher 2: Und natürlich haben Horand und Ralf Damden noch viel länger gesprochen als die kurzen Ausschnitte, die wir jetzt hier eben gesendet haben. Das ganze Interview lesen Sie bei uns im Berlin Table, den Sie, wie Sie ja wissen, finden unter table.media. Slash Berlin. In diesem Jahr hat die Bundesregierung 38 Millionen Euro für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge ausgegeben, kurz UNRWA. Das Hilfswerk steht seit langer Zeit, spätestens seit dem 7. Oktober 2023, in der Kritik, denn einigen Mitarbeitern wird vorgeworfen, sich an dem Überfall aktiv beteiligt zu haben. Und insgesamt stehen 100 Mitarbeiter im Verdacht, mit der Hamas zusammenzuarbeiten. Markus Bickel, unser Redaktionsleiter des Security Table, hat mit Philippe Lazzarini, dem Generalkommissar von UNRWA, über diese Vorwürfe gesprochen.

Sprecher 6: Hello, Mr. Lazzarini. Welcome to Table Briefings podcast.

Sprecher 7: Thank you for receiving me.

Sprecher 6: Last week, the leader of Hamas, Yahya Sinwa, was killed. Do you think this rises the chances of a ceasefire and a return of the hostages in the Gaza Strip?

Sprecher 7: I really hope that now the war will be ending, and that means indeed a ceasefire, it means the return of the hostages, it means also giving respite to the population in Gaza, it would mean that finally assistance should come in an uninterrupted way. So yes, I really hope that... This overdue ceasefire we were all expecting is now the right time for courageous decision to be taken and to put an end to this brutal war.

Sprecher 6: Already before Sinwa was killed, President Biden of the United States demanded that within 30 days Israel has to rise in the number of food coming into the Gaza Strip. Do you think this is a helpful warning?

Sprecher 7: Well, it's absolutely key. We have seen over the last month a significant drop of convoys going into Gaza. We even saw in North Gaza, where we have 350,000 to 400,000 people, no trucks entering since the beginning of the month. And we have seen also alert about the rapid deteriorating again food situation in the Gaza Strip with an alarm coming from the FAO and the World Food Programme saying that if we do not significantly increase our assistance, again the population would be teetering with famine.

Sprecher 6: One point which has always been raised against UNRWA and your organization was the first 19 UNRWA employees who supposedly helped Hamas to commit the massacre of October 7th last year. What has happened to the 19 UNRWA employees that you... Dismissed in the beginning of the year?

Sprecher 7: Well, except one staff, all have been dismissed. Some have been killed, others are detained. You know that there have been an investigation which has taken place. Israel has cooperated with this investigation. Basically, the outcome was to say that for nine of the staff, there is not enough evidence. But having said that, they are still fired because we are looking at others'allegations regarding these staff. And for nine other staff, the conclusion was if the information could be authenticated, they might have played a role, which, as you know, I have always been clear on that. Would any of the staff have played a role to this horrible massacre? This would have been a terrible, terrible betrayal for the Palestinian general, for the United Nations, for anyone who would have been victim of this act.

Sprecher 6: Can you exclude that UNRWA still has Hamas members under your employees?

Sprecher 7: I can tell you with certainty that if we have a doubt about a staff member having a public role within the movement, that the staff would be immediately dismissed. We have, as you know, received a list of 100 names. We have asked the Israeli authority to share with us more substantiated information so that... the agency can act upon it.

Sprecher 6: What about this list of 100 names? Is it credible in any way what the Israelis have given you?

Sprecher 7: As long as names are on a list and there is no more substantiated information, there is very little the agency can do. As you know, we are a human development organization. If intelligence information are available, this should be shared by member states to the agency. So for the time being, we have nothing more than just a list of names.

Sprecher 6: There's a bill in an Israeli parliamentary committee which will reach the Knesset soon, wanting to end all contacts between the Israeli government and your agency. What does this mean? What is the aim behind this?

Sprecher 7: Well, the aim behind this is to dismantle the agency, is to strip the Palestinians from the refugee statue. And the aim behind it would have terrible consequences in the absence of a political solution or in the absence of an alternative. As you know, we provide education to hundreds of thousands of girls and boys. Would our activity cease? That would mean that an entire generation of children would be sacrificed because no one is in a position. to provide education beside a functioning state.

Sprecher 6: So demands that instead of UNRWA, UNHCR or other agencies take the place are unrealistic?

Sprecher 7: There is none of the agency providing government-like services. No other UN agency is providing education, primary or secondary education. There is no UN organization providing at scale a primary health care to millions of people in the region. Indeed, there is no other UN agency which would be capable to take these activities. They can provide food in an emergency, but certainly not take over education.

Sprecher 6: Since October 7th of last year, 231 of your employees have been killed. Do you hold... Israel responsible for their deaths or Hamas or who has to deal with this?

Sprecher 7: Only fact-finding mission in the future will tell us who were behind the killing of the staff, who were behind the attack on UN installation in Gaza.

Sprecher 6: Is the attack against UNRWA installations in Gaza part of a pattern which we can also see against UNIFIL in Lebanon and even against the General Secretary of the United Nations, who's been declared a persona non grata in Israel?

Sprecher 7: I do believe that the attack on UNRWA in general, not only operationally in Gaza, but also politically, are part of a broader pattern. They are attacks against the United Nations, but also attacks against the multilateral system. And in the context of Palestine-Israel, these are attacks against anyone promoting the two-state solution, promoting the aspiration of the Palestinians for self-determination. So yes, it's not an attack just on UNRWA. It goes far, far beyond that. And there is a pattern.

Sprecher 6: Can this pattern be broken by states like Germany or from the European Union who picked up their payments to UNRWA again? Or what is needed to strengthen the UN and your agency by that?

Sprecher 7: I do believe that member states have to realize that if we let... Un roi be dismantled if we let the attack against the UNIFIL go, and if we let the Secretary General becoming a person ad non grata, that we are creating a new standard, a new pattern, which can be replicated anywhere else in the world, especially whenever there is a presence of a UN agency that the government wants to get rid of. So a lot is at stake, and the most at stake is what we have in a real... are common multilateral instruments among member states. So yes, I think that Europe, but also the US and any country having an influence should use it.

Sprecher 6: Thank you very much, Philippe Lazzarini. Thank you for being with us this morning.

Sprecher 7: Thank you, Markus.

Sprecher 2: Den Nachtisch serviert Ihnen heute kein geringerer als Florian Fischer, unser Head of Podcast. Sie erinnern sich vielleicht an ihn aus der EM-Zeit. Dort hat er das ein oder andere Spiel kommentiert. Er kennt sich aber nicht nur mit Fußball aus, sondern kann auch die richtigen Fragen zur Arktis stellen.

Sprecher 8: Bis jetzt ist die Arktis, also der Nordpol, ein riesiges, mehr oder weniger kaum nutzbares Eismeer. Aber das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Das Eis schmilzt, Schuld ist wie immer der Klimawandel und dadurch ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Unter dem Eis sind viele Rohstoffe wie beispielsweise Gold, Öl, Gas, Uran, aber auch seltene Erden und Metalle vergraben. Und wenn das Eis weg ist, ergeben sich gerade für die Schifffahrt auch nochmal ganz neue Möglichkeiten. Die Frage, die jetzt schon ausgiebig diskutiert wird, ist, wem gehört eigentlich was und wer kann von dieser neuen Situation in der Arktis eigentlich profitieren? Unser Kollege vom China Table, Fabian Peltsch, der war gerade in Reykjavik beim Arctic Forum, einer Konferenz. Sie sich eben genau mit dieser neuen Situation und der Zukunft in der Arktis auseinandersetzt. Hallo Fabian.

Sprecher 9: Hallo Florian.

Sprecher 8: Was ist denn jetzt eigentlich das Arktik-Forum?

Sprecher 9: Das Arctic Circle Assembly, das ist das weltweit größte Forum zu arktischen Themen. Dort kommen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft zusammen, aber auch Vertreter aus indigenen Gemeinschaften, also Menschen, die dort tatsächlich wohnen, wie die Sami. Und die diskutieren dort über die Zukunft der Arktis, die ja, wie du eben schon erwähnt hast, durch den Klimawandel massive Veränderungen erfährt. Das Eis schmilzt dramatisch schnell, schon 2035, also weit früher als Forscher noch vor zehn Jahren vermutet haben, könnten große Teile eisfrei sein.

Sprecher 8: Das bedeutet jetzt für Deutschland was ganz konkret?

Sprecher 9: Zunächst einmal bei der Konferenz wurde sehr deutlich, dass es in der Arktis auch aus diesen Gründen immer mehr um Sicherheitspolitik geht. Russland rüstet in der Region immer mehr auf und China interessanterweise wird auch immer präsenter. China definiert sich als arktisnaher Staat und ist seit 2013 offizieller Beobachterstaat im Arktischen Rat. Das hat man auch deshalb gemacht, damit China einfacher investieren kann in der Region. Und das macht die Volksrepublik massiv. Aber sie ist tatsächlich in letzter Zeit auch militärisch immer mal wieder vorgedrungen, zuletzt mit einer gemeinsamen Übung der chinesischen Küstenwache mit russischen Militärschiffen. Bei der Konferenz hat die Senatorin von Alaska, Lisa Murkowski, in diesem Zusammenhang dann auch schon von einem neuen einen eisigen Vorhang gesprochen.

Sprecher 8: Die Anrainerstaaten, die werden aktiv und Deutschland ist darauf nicht vorbereitet oder gibt es da jetzt auch Planungen, wie wir da mitspielen?

Sprecher 9: Also Deutschland will vorbereitet sein. Im September wurden die Leitlinien der Arktispolitik geupdatet. Und dort wird auch extra betont, dass man auf ein verstärktes sicherheitspolitisches Engagement im Rahmen der NATO in der Region setzen will. Bei dem Forum hat Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger auch eine Videobotschaft übermittelt und dort auch nochmal explizit betont, dass man die Verbündeten in der Region, die nordischen Staaten, gegen Aggressoren in Ernstfall auf jeden Fall beistehen werde.

Sprecher 8: Also eine eisfreie Arktis scheint zumindest auch geopolitisch schon wieder zu einem Brennpunkt werden zu können. Aber jetzt mal ganz abgesehen von den Risiken, haben wir denn auch irgendeine Chance von der neuen Situation dann in der Arktis auch tatsächlich zu profitieren?

Sprecher 9: Also Deutschland ist als Nicht-Arktis-Staat nicht in der Lage, direkt auf die Ressourcen zuzugreifen. Aber durch Partnerschaften oder Investitionen in Unternehmen vor Ort kann Deutschland auf jeden Fall profitieren. Deutsche Unternehmen und deutsche Reedereien profitieren natürlich auch von den neuen Schifffahrtsrouten, die die Lieferzeit nach Asien verkürzen können. Was man bei der Konferenz aber besonders gemerkt hat, ist, dass nach wie vor die deutsche Expertise in der Wissenschaft sehr gefragt ist. Dank weltbekannten Wissenschaftlerinnen wie Antje Bözius oder dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Potsdam. Und da wurde deutlich, da soll und wird Deutschland in Zukunft auch eine größere Rolle spielen in der Arktis, etwa bei der Erhöhung der von Daten zum Klimawandel, denn man weiß, die Arktis ist natürlich ein Brennglas für alle Veränderungen, die da auf uns zukommen.

Sprecher 8: Also ein spannendes Gebiet, was geopolitisch sicherlich noch deutlich relevanter wird. Vielen Dank, Fabian, für diesen kleinen Einblick erstmal.

Sprecher 9: Gern geschehen.

Sprecher 8: Ja, wenn Sie das Thema Arktis und die ganzen geopolitischen Bewegungen, die sich da jetzt schon abspielen, interessiert, dann schauen Sie doch gerne mal im China-Table vorbei. Finden Sie unter table.media.china. Da gibt es dann auch nochmal eine ausführlichere Analyse.

Sprecher 2: Morgen bin ich wieder für Sie da ab 6. Ich freue mich auf Sie. Ihre Helene Bobrowski.