Duell um das Weiße Haus, noch 35 Tage
Im US-Präsidentschaftswahlkampf beginnt die heiße Phase. In sechs Wochen entscheiden mehr als 200 Millionen US-Amerikaner, wer der 47. Präsident oder die erste Präsidentin in der Geschichte des Landes wird. In aktuellen Umfragen liegt Vizepräsidentin Kamala Harris knapp vor Ex-Präsident Donald Trump. Im Podcast analysieren wir die Lage in den Swing States mit Table-Redakteurin Nana Brink, die derzeit durch den Mittleren Westen der USA reist, und mit unserem Gastredakteur J.D. Capelouto von der US-Nachrichtenseite Semafor.
Die Neuaufstellung bei den Grünen wird nicht so einfach und friedlich, wie von vielen rund um Robert Habeck erhofft.
Die Unruhe ist groß, Widerstand formiert sich, vor allem der linke Flügel mobilisiert.
Ein aktueller Schlachtruf bündelt das am stärksten: Wir wollen kein BRH. Gemeint ist ein.
Christian Kern, der frühere Bundeskanzler Österreichs, schätzt im Gespräch mit Michael Bröcker die Chancen für eine Regierungsbildung nach den Nationalratswahlen ein.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Eine Deutschland-Koalition für Österreich. Wie geht es weiter in unserem liebsten Nachbarland? Nicht Bundesland, Entschuldigung für meinen Versprecher gestern. Heute ist dafür der Ex-Kanzler Österreichs da, Christian Kern.
Sprecher 3: Die Grünen sind in ihrer tiefsten Krise seit einer Dekade, so hat es Omid Nouripour in der vergangenen Woche gesagt. Und ich würde sagen, damals war das vielleicht noch gar nicht so. Heute ist es so. Die Partei ist in Aufruhr und auf der verzweifelten Suche nach einer neuen Führung.
Sprecher 2: Kamala Harris oder doch Donald Trump? Es ist nach wie vor ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim US-Präsidentschaftswahlkampf. Wir schauen mal auf den aktuellen Stand. Unter anderem reden wir mit unserem Amerikaner J.D. Capoleto und unserer gerade in den USA weilenden Security-Redakteurin Nana Brick.
Sprecher 3: Es ist viel zu tun an diesem Dienstag. Der 1. Oktober ist es schon. Los geht's.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Helene, ich muss nochmal in meinen Lieblingsnachbarland schauen, nach Österreich. Denn dort zeichnet sich ab, dass die Sozis, die Sozialdemokraten, die Gelben, die Neos und die Schwarzen, die ÖVP, miteinander in Sondierungsgespräche gehen wollen. Also Deutschland, Koalition für Österreich.
Sprecher 3: Da müssen wir natürlich aufpassen, dass wir nicht Deutschland auf Österreich übertragen. Das mögen die Österreicher gar nicht, wenn man, wie ich das mal gemacht habe, Urlaub macht und sagt, ihr habt ja echt viele niederländische Touristen hier und die sagen, ja, aber noch mehr deutsche Touristen. Und man sagt, naja, wir Deutschen sind ja nicht so richtige Touristen. Das kommt nicht besonders gut an, habe ich persönlich festgestellt. Schönen Gruß ans Bundesland, wie von dir gestern. Also wir müssen aufpassen.
Sprecher 2: Wir müssen aufpassen. Ich nehme alles zurück und wollte eigentlich nur sagen, unser liebstes Nachbarland. Jedenfalls, wir schätzen die Österreicher sehr, wundern uns sehr, allerdings auch über diesen unfassbaren Rechtsruck, der ja immerhin, man muss es ja sich mal überlegen, dieselbe Partei, die damals diese Ibiza-Affäre verantwortet hat, ist fünf Jahre später plötzlich die stärkste Partei in Österreich. Das ist schon erstaunlich.
Sprecher 3: Ja, wobei natürlich die Rechtstradition in Österreich schon weiter zurückreicht. Also Stichwort Jörg Haider, da war damals die ganze EU in Aufruhr. Man wollte ein Artikel 7-Verfahren, also Rechtsstaatsbedenken, gegen Österreich verhängen. Das war das erste Mal.
Sprecher 2: Aber stimmt, wo die die alle ignoriert haben, die ÖSIS. Ja, genau.
Sprecher 3: Die ganze EU war in Aufruhr und man überlegte sich schon in Brüssel, welche Maßnahmen man ergreifen könnte gegen Österreich, um sie aus den Runden auszuschließen. Ich war mal an der Jörg-Heider-Brücke in Kärnten. Dort liegen bis heute Blumenkränze und Kerzen werden angezündet. Also der Mann ist eine Art Volksheld geworden. Und die Österreicher haben eine gewisse, oder jedenfalls ein Teil der Österreicher, haben eine gewisse Schwäche für diese radikalen Positionen und noch viel radikaleren verbalen Äußerungen.
Sprecher 2: Also immerhin die ÖVP will klar bleiben. Sie hat gesagt, mit Kickl werden wir nicht reden, nicht kooperieren. Deswegen suchen wir uns jetzt neue Koalitionspartner, unter anderem die SPÖ, die das historisch schlechteste Ergebnis eingefahren hat, was sie jemals in Österreich eingefahren hat. Und da dachte ich, wir müssen mal mit einem Mann reden, der für die SPÖ Bundeskanzler der Republik Österreich war, zwar nur anderthalb Jahre, aber er kennt die Partei gut. Er war auch der Parteichef der SPÖ, Christian Kern. Ich habe ihn gestern Abend in Österreich angerufen und ihn als allererstes mal gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass die Rechten fünf Jahre nach dem Ibiza-Video wieder so stark werden konnten.
Sprecher 5: Die FPÖ war nach Ibiza tatsächlich erledigt. Allerdings ist sie auf dem Rücken von mehreren Krisen wieder zu einem Comeback gekommen. Da ist zunächst einmal die Covid-Krise zu nennen, vielfach unterschätzt. Viele Menschen haben die restriktive Covid-Politik abgelehnt. Da hat sich die FPÖ, wenn man so will, zum Rächer der Inderbtten aufgespielt und diesen Menschen eine politische Heimat gegeben. Natürlich hat auch die Energiekrise und damit die massiv steigende Inflation einen enormen Eindruck gemacht. Und das hat die FPÖ geschickt instrumentalisiert, ohne hier wirklich konkret zu sein. Dritte Antworten formuliert zu haben. Und das dritte Element ihrer Politik war natürlich die Antimigrationspolitik, die hier wirklich von rechtspopulistisch in rechtsradikal geschwenkt ist. Also ich darf daran erinnern, dass in Deutschland selbst sich die AfD vor dem Konzept der Remigration, also der Rückführung von bereits etablierten Zuwanderern, abgelehnt hat. In Österreich ist das aber ein integraler Teil des Programms der FPÖ. Natürlich alles menschenrechtsfeindlich und nicht den Menschenrechten entsprechend, auch politisch nicht umsetzbar, aber das waren die Töne, die in diesem Wahlkampf sich in Österreich durchgesetzt haben, weil der Frustbegel nun mal mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht hat.
Sprecher 2: Dann habe ich ihn auch noch gefragt, ob es jetzt eine Chance oder vielleicht sogar eine ideologische Begründung für diese Deutschland-Koalition geben könnte aus ÖVP, SPÖ und NEOS.
Sprecher 5: Wahrscheinlich ist das auch ein Konzept, das in Österreich vielleicht sogar leichter wäre, als in Deutschland zu realisieren. Weil, wenn man so will, dieser dogmatische ideologische Ansatz, den die FDP vertritt, gerade auch in finanzpolitischen und anderen Fragen, der ist in Österreich wahrscheinlich doch deutlich pragmatischer, auch bei den Liberalen. Und das würde mich gewisserweise zuversichtlich stimmen, dass man eine solche Regierung nicht nur formen kann, sondern sie dann auch tatsächlich in der Praxis führen kann.
Sprecher 2: Und natürlich wollte ich noch von ihm wissen, warum seine Partei die SPÖ so schlecht abgeschnitten hat. Das hat er dazu gesagt.
Sprecher 5: Und hier wird man dringend über eine Repositionierung nachdenken müssen. Was wir erlebt haben, war ganz stark, dass wir das Phänomen hatten, dass wir bei einem Angelwettbewerb erlebt haben, dass einer der Fischer mit einem Köder angetreten ist, der dem Fischer und nicht dem Fisch schmeckt. Und vor dem Hintergrund muss man da die Akzentuierung der Politik mit Sicherheit nochmal neu überlegen. Das war nicht sehr glaubwürdig. Das war nicht, wenn man so will, sehr zukunftsfähig. Es gibt in Europa ja Beispiele, an denen man sich orientieren kann. Ich darf an den Dietmar Waldke in Brandenburg erinnern, der mit einem pragmatischen Zutritt und hoher Glaubwürdigkeit hier ein exzellentes Ergebnis gefunden hat und erreicht hat. Und da wird man, glaube ich, auch in Österreich ganz genau hinschauen müssen, was funktioniert und was einfach nicht gewählt wird.
Sprecher 3: Zukunft macht Mut, das war das Motto des gestrigen Kongresses der Grünen-Bundestagsfraktion im Veranstaltungsort Kosmos in Berlin. Friedrichshain und Mut brauchen die Grünen, denn die Partei ist in Aufruhr nach dem Knall der vergangenen Woche. Die Vorsitzenden haben hingeworfen und nun läuft die Suche nach Nachfolgern.
Sprecher 2: Ja, die neue Aufstellung, der hat gerade erst begonnen. Bis zum Parteitag wird es wahrscheinlich noch die eine oder andere Überraschung geben. Die Umfragewerte sind historisch im Keller. Nur noch 11 Prozent der Deutschen wollen oder können sich vorstellen, die Grünen zu wählen. Und der grüne Jugendvorstand auch in den einzelnen Landesverbänden ist inzwischen auf dem Abflug in eine neue Bewegung oder jenseits weg von den Grünen.
Sprecher 3: Jedenfalls ist die Nervosität sehr groß. Das war gestern zu spüren. Die Bereitschaft, mit Journalisten zu reden, war nicht bei allen Grünen besonders ausgeprägt, gerade bei den Spitzengrünen nicht. Und die Wahrheit ist aber auch, die Journalisten, die da waren, interessierten sich weniger für das, was auf der Bühne zu sehen war, als das, was hinter den Kulissen geredet wurde, natürlich über die Frage. Wer soll politischer Geschäftsführer werden bei den Grünen? Da hatte sich am Wochenende selber ins Spiel gebracht Sven Giegold, Mitglied im linken Flügel und Staatssekretär bei Robert Habeck. Wie aber nun rauskam, war diese Personalie mit dem Team Habeck nicht abgestimmt. Ist da jetzt schon ein tiefes Zerwürfnis. Die Verärgerung bei manchen Realos ist groß über diesen Querschuss.
Sprecher 2: Ja, man muss auch sagen, es werden die... Gold ist ja ehemaliges Mitglied der Attac und irgendwie einer der vielleicht der sinnbildlichen linken Grünen, auch für viele Leute in der Wirtschaft. Insofern habe ich mich schon sehr gewundert, warum Robert Habeck ausgerechnet Sven Giegold jetzt zu einem seiner wichtigsten Vertrauten in der Parteizentrale machen sollte.
Sprecher 3: Ja, man muss auch sagen, auch wenn das jetzt hart klingt, dass Sven Giegold fast jedes Klischee bestätigt, dass man über Grüne haben kann. Er ist sehr wirtschaftskritisch, Mitbegründer von Attack in Deutschland. Er ist auch extrem rechthaberisch. Also er ist nicht unbedingt der Sympathieträger. Niemand streitet ab, dass er wirklich tiefes Wissen hat über ganz verschiedene Themen. Auch in Brüssel, er war ja im Europaparlament, hat kaum einer wie er verstanden, wie die Finanzpolitik funktioniert. Das spricht ihm niemand ab. Aber jemand, der auf der Bühne steht und die Herzen der Menschen gewinnt, das ist er sicherlich nicht. Deswegen finden auch viele... Unabhängig von diesem Coup, den Giegold da landen wollte, die Personalie falsch.
Sprecher 2: Inhaltlich muss man auch sagen, er kann doch gar nicht anders, als jetzt einen wirtschaftsfreundlichen Wahlkampf zu führen. Robert Habeck ist Wirtschaftsminister und man wird ihn nächstes Jahr in seiner wirtschaftspolitischen Bilanz im Wahlkampf messen. Und da muss er doch jetzt andere Inhalte setzen, als auf einen Attac-Gründer zu setzen, die Wirtschaft strauchelt. Und gerade war ein Kongress des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft, wo irgendwie die meistgestellte Frage auf den Fluren lautete, ob bleibst du noch oder gehst du schon? Und damit war gemeint Standortverlagerung raus aus Deutschland. Also die Wirtschaft, gerade die industrielle, hat ein Problem. Wachstum in diesem Land und das muss doch jetzt Priorität für einen Kanzlerkandidaten sein.
Sprecher 3: Jedenfalls ist natürlich Franziska Brandner Kandidatin für den Parteivorsitz, sehr wirtschaftsfreundlich, wirtschaftsnah. Das spricht sehr für deine These, Michael, dass das insgesamt der Sound im Wahlkampf sein soll. Habeck setzt auf Optimismus, auf Ärmel hochkrempeln und los geht's. Und Giegold ist da natürlich in vielerlei Hinsicht ein Bedenkenträger. Aber die Wahrheit ist, der linke Flügel war über die Personalie Brandner not amused, auch darüber, dass Ricarda Lang und Omid Nouripour nun gehen, Schrägstrich gehen müssen und hat die Giegold-Nummer, die schon in der vergangenen Woche so intoniert wurde in verschiedenen Gesprächen, auf einmal war die Rede davon, was für ein großartiger Grüner das sei, als Racheaktion schon so gedacht. Ja, jetzt, wenn ihr uns Brandner vorsetzt, dann kommt eben von unserer Seite Giegold, also die Machtprobe der Partei Linken. Und ehrlich gesagt, wer in einer solchen existenziell bedrohlichen Situation wie der, in der die Grünen gerade sind, auch noch meint, dass man interne Flügelkämpfe ausfechten könnte, auf diese Art und Weise, der hat den Schuss wirklich nicht gehört.
Sprecher 6: And our latest poll shows Vice President Harris has a 14-point lead over former President Trump among Latino voters.
Sprecher 7: A new CNN poll of polls finds the race is still essentially locked into time. Kamala Harris is struggling among voters of color.
Sprecher 6: Right now, Trump is outperforming his base to where Harris is.
Sprecher 7: On the issue of the economy, Kamala Harris is currently leading Donald Trump. Oh, my goodness. Look how close this race is.
Sprecher 2: 35 Tage vor der Entscheidung im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen und Helene, du hast ein kleines Special für uns vorbereitet.
Sprecher 3: Ja, bei mir im Studio ist J.D. Capeluto, der Kollege aus den USA, der gerade zu Gast bei Table Briefings ist. Und, wie könnte es anders sein, die Table Briefings-Kollegin Nana Brink ist in Washington und uns von dort zugeschaltet. Insofern haben wir den Amerikaner in Deutschland und die Deutsche in Amerika. Ich grüße euch beide.
Sprecher 8: Hello, thank you for having me back and letting me speak English on your podcast.
Sprecher 6: Hallo Helene und schönen Gruß aus Washington.
Sprecher 3: Ja, J.D., wir fangen mit dir an. Wir wollen schauen, wie hoch die Welle der Euphorie der Demokraten eigentlich noch ist. So can you tell us a little bit about the atmosphere in the U.S.? What do you hear from the Democrats, from the Republicans? Has there been a shift since the convention in Chicago?
Sprecher 8: Well, there has certainly been. A bump in enthusiasm among Democrats since the convention. And now the question is whether that bump was just a honeymoon. You know, you can check the polls religiously. every day, but it only tells you so much. And at the end of the day, it's still going to be a coin flip coming down to November 5th.
Sprecher 3: The popular vote in the US is pretty clear.
Sprecher 8: Correct.
Sprecher 3: But it doesn't really count because as we know, it's the electoral college that counts. And then after all the swing states. So has there been a shift in the swing states?
Sprecher 8: There has been a shift in some of these states and some of the Sunbelt states, including Arizona, Georgia, North Carolina. President Trump has shown some signs of strength. That's what the New York Times said. And they did a poll and found that he is rising slightly there. But again, these are so hard to kind of make grand statements about what it means for the election. It can show kind of trends, but so much can happen between now and November. But it does show that he is very much still in play in these states, despite Kamala Harris's momentum.
Sprecher 3: JD, let's talk a little bit about the Trump voters. And for Europeans, it's still sort of hard to understand how people could vote for this guy who is so chaotic, unpredictable, and maybe even dangerous, at least for the international cooperation.
Sprecher 8: Yeah, the point that I was going to make was that a lot of left-leaning Americans would look at Germany and say, you know, Why is the AFD rising like it is? How are there that many people voting for this party that has all of these well-publicized scandals coming to the forefront and allegations of being extremists and being monitored by the government? What I would say is that both Trump and... The AFD, they use populist talking points to kind of pitch the current governments as elites that are, out of touch with the daily lives of the working class individuals, especially in rural communities. But then also in America, we have a very strong two-party system where people feel very loyal to their parties, no matter who the candidate is. And, you know, of course, they're going to vote Republican. They don't want to see a Democrat in the White House. So it comes down to that as well.
Sprecher 3: This is clearly not an American phenomenon. You're right. JD, the Project 2025 of the Heritage Foundation, which is a foundation close to Trump, do you think this will really be the guidance for Trump's government in case that he's elected? Or is this more some, you know, crazy ideas about how to introduce a new system in the U.S.?
Sprecher 8: Well, I will say that Trump has tried to distance himself from Project 2025, which was this large document and plan created by, like you said, the Heritage Foundation, which is a think tank in D.C. That is, in some ways, has close ties to the Trump team and the Trump world. But it is telling that he's trying to distance himself. He clearly doesn't see it as a helpful issue that he's being tied to it. Just to mention some of the things that are proposed, it would propose replacing kind of the federal bureaucracy system, you know, with independent agencies. And these are people that have worked in these offices for a long time, kind of replace them with appointees and make them federal appointees. Essentially allow the president to have much more direct impact on the day-to-day work of these agencies. It would include closing the Department of Education, which is a huge federal department in the U.S. It would outlaw some abortion medications, abortion pills. These are large sweeping ideas that would take a lot of work to implement. So it's really hard to say whether it's something that would actually happen. Kamala Harris is really trying to seize on this as a way of galvanizing the voter base to say, we do not want these extreme ideas. She mentions Project 2025. It feels like whenever she gets the chance, much more than Joe Biden did, for example. And just recently, I saw a tweet from President Trump where he said, Kamala Harris is Project 2025. And kind of putting some of her policies on there. Some of them were definitely exaggerated. But you can kind of see how that has kind of emerged as this talking point in the race.
Sprecher 3: Ja, Nana, ich nehme das mal mit, was JD gerade über das Project 2025 gesagt hat. Du bist auf Tour im Mittleren Westen, in Wyoming, Colorado, Oklahoma und Texas gewesen in den letzten zwei Wochen. Was hast du gehört über das Project 2025? Sind die Leute wirklich so drauf, dass sie das System von Checks and Balances in den USA über Bord werfen wollen?
Sprecher 9: Also ganz ehrlich, ich fand es super, was J.D. Gerade gesagt hat über dieses Projekt und wie er es eingeordnet hat, sortiert hat. Das ist ja ein tausend Seiten Papier und ich glaube, er hat das ganz richtig einsortiert, dass man damit ein bisschen vorsichtig umgehen muss. Ganz ehrlich, ich habe ja hauptsächlich mit privaten Leuten gesprochen, also nicht mit offiziellen Vertretern der Republikanischen Partei. Wobei man sagen muss, dass diese Staaten ja eigentlich fest in konservativer, also republikanischer, Die Leute getroffen haben. Und das Interessante, was ich eben herausgefunden habe, war, sie distanzieren sich von Trump. Also sie sagen, na, Trump ist der Irre, das ist ein Krimineller und natürlich kann den kein Mensch gut finden. Und man hat richtig gemerkt, wie sie versucht haben zu erklären, ah, nee, nee, nicht, dass du denkst, dass ich den wählen möchte, aber dann, bottom line, wählen sie doch Trump. Und ich habe mich dann immer gefragt, warum macht ihr das denn? Und ich habe das dann das Football-Argument genannt, nach dem Motto, ich bin republikanisch, ich bin registriert und eigentlich kann ich nicht anders wählen. Ich hatte eine Ausnahme, das war eine ehemalige Frau, die in der Air Force gearbeitet hat, die auch aus einer stark republikanischen Familie kommt und die gesagt hat, ich kann das nicht. Also ich kann das nicht aus Gründen als Frau nicht, ich kann das wegen der Abtreibungsgeschichte nicht, ich kann das gar nicht. Also ich muss eigentlich demokratisch in diesem Falle wählen. Und die hat mir dann erzählt, dass es wirklich zu Brüchen kam, nicht nur mit ihrer Familie, sondern auch im Freundeskreis, weil die gesagt haben, also wir... Wenn du nicht Trump wählst, dann kannst du nicht mehr meine Freundin sein. Also es gibt ganz tiefe Gräben.
Sprecher 3: Jetzt klingt das aber so, Nana, als ob die meisten Menschen doch schon festgelegt seien in dem Land. Und trotzdem sind die Umfragen so klar. J.D. Hat es gesagt, er würde jetzt heute keine Wette abschließen, wer gewinnt. Man weiß es einfach heute noch nicht. Too close to call. Aber wenn eigentlich alle schon wissen, wo sie sind und wenn es zu Brüchen in der Familie kommt, wenn man sich jetzt noch umentscheidet, wie... Kann das denn sein? Gibt es doch noch, hast du auch noch Leute getroffen, die vielleicht doch noch nicht entschieden waren und noch schwanken?
Sprecher 9: Also das habe ich in der Tat. Also es kommt dann immer ein bisschen darauf an, wo man unterwegs ist. Also in Washington DC ist es eigentlich klar. Da braucht man eigentlich keine großen Umfragen irgendwie machen, weil das eigentlich klar ist. Da gibt es keine Unentschiedenen. Die Unentschiedenen, die gibt es zum Beispiel in Pennsylvania und in Ohio. Das sind diese beiden großen Swing State, die auch viel, weil du es erwähnt hast, Electoral College, die viele Stimmen mitbringen und die man eigentlich gewinnen muss, um diese Mehrheit von 270 Stimmen, die man ja irgendwie braucht, mitzukriegen. Und da gibt es durchaus Unentschiedene. Interessanterweise zum Beispiel hat sich jetzt eine der größten muslimischen Organisationen für Harris ausgesprochen. Das ist interessant, weil die waren lange auch unentschieden. Die waren eben eigentlich konservativ. Sie haben auch die Politik Amerikas gegenüber Israel stark kritisiert. Und das war sehr interessant zu beobachten. die jetzt gesagt haben, also wir können schweren Herzens eigentlich Trump nicht wählen, weil er unsere Demokratie, also unsere Rechte auch gefährdet, vielleicht sogar einen Bann ausspricht, dass Muslime weiter einreisen können. Also müssen wir zu Harris gehen. Das war eine ganz interessante Gesellschaftsschicht. Und es wird noch, glaube ich, auch auf die Frauen ankommen, auf die gebildeten, unentschiedenen Frauen. Ob die sich überwinden können, also die Anwältin, von der ich erzählt habe, die gesagt hat, eigentlich kann ich Trump nicht wählen, ob die dann im letzten Moment doch noch sagen, hey, ich mache mal ein Kreuz bei Harris. Das wird interessant zu beobachten.
Sprecher 3: Das wird vieles interessant zu beobachten sein. JD, last question to you. Do you think that the US will have a new election system one day, which is not based on the Electoral College?
Sprecher 8: It would certainly make things a lot less complicated for us journalists, that's for sure.
Sprecher 3: You're right. Thank you very much for being with us, JD. Safe travels home, because JD is leaving Germany now, but we will call you when you're in the US. Yes. Tell us what's happening around November 5th. Und Nana, für dich, komm gut wieder nach Hause. Wir freuen uns auf dich.
Sprecher 9: Danke, bis bald. Tschüss euch.
Sprecher 8: Thanks, bye.
Sprecher 2: Ja, Helene, wir müssen dringend mal ganz positiv über deutsche Ämter reden. Auch wenn wir uns das hier in Berlin vielleicht nicht vorstellen können, aber laut einer neuen Studie des Statistischen Bundesamts, Achtung, sind 80 Prozent der Menschen der Deutschen zufrieden mit der Arbeit ihrer Behörden und Ämter.
Sprecher 3: Und ich kann aus Berlin ein total nettes Beispiel beisteuern. Selbst erlebt, als nämlich mein Mann und ich nach Berlin zogen und damals noch gar nicht verheiratet waren, hatten wir beide gedacht, dass jeweils der andere die Kinder umgemeldet hätte. Was wir aber jeweils nicht gemacht haben, sodass wir dann beide Wohnsitz Berlin, die Kinder Wohnsitz Frankfurt hatten. Und dann die Frau im Amt sagte, die Kinder können aber nicht ohne Elternteile umgemeldet werden.
Sprecher 2: Das ist aber eine sehr moderne Work-Life-Balance, die ihr beiden da gebaut habt.
Sprecher 3: Eine komplett ausweglose Situation, bis die nette Dame im Amt meinte, wissen Sie was, ich glaube Ihnen einfach, dass das Ihre Kinder sind, die melden wir jetzt einfach mit um. Und ich dachte, wie schön dieser Pragmatismus, diese Zielorientierung. Und am Ende sind wir jetzt alle glückliche Berliner geworden. Und ich werde es einfach nie vergessen, weil das ein positives Erlebnis mit einem Amt ist, was oft auch zu Unrecht in Verruf gerät.
Sprecher 2: Wir loben also hier den Realo-Flügel in den deutschen Behörden und in den Ämtern. Und übrigens besonders positiv finden die Deutschen die Unbestechlichkeit und Diskriminierungsfreiheit der Behörden. Wenn man sich in anderen Ländern umschaut, ist das ja tatsächlich durchaus ein Thema, was wir gar nicht beachten müssen. Und damit starten wir konstruktiv in diesen Tag, würde ich sagen. Helene, wir sehen uns morgen und hören uns wieder hier ab 6 Uhr. Uhr für unsere Hörerinnen und Hörer sind wir dann wieder da.
Sprecher 3: Mit dem neuesten dann auch wieder aus Amerika vom Duell der Running Mates. Wir freuen uns drauf. Tschüss.
Sprecher 2: Bis dahin, auf Wiederhören.
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.