"China ist ein Innovationsmotor"
Dauer: 32:26

"China ist ein Innovationsmotor"


Die Unternehmensgruppe fischer aus Baden-Württemberg erzielt mit 52 Landesgesellschaften in 40 Ländern rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr und wurde mit Befestigungssystemen und Dübeln weltbekannt. Doch die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung sieht CEO Andreas Voll zunehmend kritisch. Er fordert im Gespräch mit Michael Bröcker eine Radikalkur beim Bürokratieabbau und eine konsequentere Außenhandelsstrategie.


NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst wird nicht Kanzlerkandidat der Union. Wüst sagte, er habe den Landesvorstand der NRW-CDU gebeten, Friedrich Merz als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zu unterstützen. Dafür habe es viel Zuspruch gegeben.


Die Bundesregierung setzt auf Migrationsabkommen – unter anderem mit Kenia –, um Fachkräfte ins Land zu holen. Wie stehen die Chancen, dass kenianische Arbeitskräfte nach Deutschland kommen?


Die Stahlindustrie in Deutschland steckt in einer weiteren Krise. Während die Produktion rückläufig ist, soll die Industrie mit milliardenschwerer Unterstützung durch Subventionen klimaneutral werden. Milliardeninvestitionen sind nötig, während Arbeitsplätze in Gefahr sind.



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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Henrik Wüst steigt aus dem Kanzlerkandidatenrennen aus und jetzt wächst der Druck auf Markus Söder. Auch er soll den Weg freimachen für Friedrich Merz.

Sprecher 3: Wir holen IT-Kräfte und geben im Gegenzug Asylbewerber ab. So soll das Migrationsabkommen mit Kenia funktionieren. Wir fragen unseren Afrika-Experten David Renke.

Sprecher 2: Die Stahlindustrie, das Fundament des deutschen Wirtschaftswunders nach dem Krieg. Ja, sie steckt in einer tiefen Krise. Gestern dazu ein Gipfeltreffen in Nordrhein-Westfalen. Wir analysieren die Industriebranche.

Sprecher 3: Der Dübel, der die Welt zusammenhält. Andreas Voll ist heute zu Gast an unserem runden Tisch. Er ist der Chef der Fischer-Unternehmensgruppe, die den berühmten Spreizdübel produziert. Von ihm wollten wir wissen, wie schlecht es denn wirklich um den Standort Deutschland steht und wieso er China eigentlich als Innovationsmotor bezeichnet.

Sprecher 2: Zum Nachtisch gehen wir in den Südwesten dieser Republik in das kleine Städtchen Ulm. Denn diese Stadt soll die lebenswerteste in Deutschland sein. So ein aktuelles Ranking. Warum es dort besonders schön ist, hören Sie gleich.

Sprecher 3: Es gibt viel zu besprechen an diesem Dienstag, den 17. September. Los geht's.

Sprecher 4: Als Vorsitzender des größten Landesverbandes der CDU ist es meine Pflicht, diese Geschlossenheit zu fördern und zu sichern. Deswegen habe ich heute dem Landesvorstand der CDU Nordrhein-Westfalen mitgeteilt, dass ich aktuell und unter den gegebenen Umständen für die Kanzlerkandidatur der Union bei der Bundestagswahl 2025 nicht zur Verfügung stehe. Meine Aufgaben liegen hier in Nordrhein-Westfalen.

Sprecher 2: Gerade noch rechtzeitig zieht sich der NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst aus dem Rennen um die Kanzlerkandidatur und gibt hochoffiziell und proaktiv Friedrich Merz die Bühne, damit der gar nicht erst beschädigt wird.

Sprecher 3: Man könnte natürlich journalistisch sagen, das Gegenteil wäre eine Nachricht. Niemand hat ernsthaft damit gerechnet, dass Hendrik Wüst in dieser Situation gegen Merz antritt. Denn 2021 soll sich in der CDU nicht wiederholen. Aber wir können davon ausgehen, dass das gilt, was bisher auch schon galt. Wenn Merz stolpert und strauchelt und fällt, ist Wüst da, oder?

Sprecher 2: So ist es, Helene. Henrik Wüst hätte durchziehen können, denn natürlich ist er eng mit den westdeutschen Landeschefs in Niedersachsen, in Hessen und in Baden-Württemberg. Die schätzen ihn, die wollen auch seinen Mittelkurs. Aber Friedrich Merz hat den Laden in Berlin gut im Griff, hat nicht viel falsch gemacht in den letzten Monaten. Und jetzt wäre es ein Streit auf offener Bühne gewesen, wenn Wüst doch die Ambitionen angemeldet hätte.

Sprecher 3: Und vor allem Henrik Wüst, Jahrgang 1975, hat noch so viel Zeit. Er kann jetzt betonen, wie viel... verantwortungsvoller ist.

Sprecher 4: Und es freut mich natürlich sehr, wenn Umfragen eine hohe Zustimmung zu meiner Person und meinem Politikstil ausweisen. Dieses Zutrauen in meine Person hat mich auch dazu veranlasst, in mich zu gehen und die Dinge sehr ernsthaft abzuwägen. Abzuwägen zwischen meiner Verantwortung für die CDU, meiner Verantwortung für Nordrhein-Westfalen und auch meiner Verantwortung für Deutschland.

Sprecher 3: So hat er es gesagt am Montagabend. Er, der Verantwortungsvolle, zieht sich jetzt zurück und steht natürlich künftig parat. Ob nun in vier Jahren oder in vier Monaten, wir wissen es nicht.

Sprecher 2: So ist es, Helene. Und es hat was Präsidiales, seine Erklärung. Ich zitiere mal, unsere gesellschaftlichen Debatten zeichnen eine Unversöhnlichkeit aus. Die politischen Gräben sind vertieft. Wir müssen sie überwinden. All das klingt nicht nach einem, der den innerparteilichen Streit zwei oder drei Jahre nach dem Wahnsinn zwischen Armin Laschet und Markus Söder nochmal anheizen will. Jetzt schauen alle nach München, denn Söder ist jetzt irgendwie der Letzte, der zurückzucken muss, oder?

Sprecher 3: Ja, und bei dem könnte es auch sehr gut sein, dass wir so eine Erklärung irgendwann mal hören. Verantwortung, Verantwortung, Verantwortung für Bayern, für Deutschland, für die CSU, für die Union. Was das dann heißt bei Markus Söder, das weiß man natürlich nie. Es kann immer sein, dass er am Ende doch noch um die Ecke kommt. Aber der Druck aus der CDU ist diesmal natürlich sehr, sehr groß, dass Söder das unterlässt. Denn in der Tat, die Analyse ist ziemlich klar. Ein Grund für das doch enttäuschende Abschneiden 2021 für die CDU war der Streit.

Sprecher 1: Zwischen Laschet und Söder.

Sprecher 2: Am 30. September gibt es die Sondersitzung der Landesgruppe in München. Dort spätestens wird sich Söder erklären. Friedrich Merz marschiert durch. Wir können uns auf einen spannenden Wahlkampf. Gefasst.

Sprecher 5: Es wird einige Nachbarländer von uns geben, die müssen befürchten, dass sie in den nächsten 10, 20, 30 Jahren die Hälfte ihrer Erwerbstätigen nicht mehr im Arbeitsmarkt sehen. Und Deutschland ist unter den Ländern, die nicht englischsprachig sind, nach allen internationalen Betrachtungen wahrscheinlich das eine Land, das die Möglichkeit hat, dieser Falle zu entgehen. Darum geht es jetzt, wenn wir solche Partnerschaften... Vereinbaren mit Ländern, die junge Leute haben, die ein Interesse an Tätigkeiten in unserem Land haben und wo das beiden Ländern und den Bürgern und Bürgern in Deutschland und in Kenia in diesem Fall gleichermaßen nutzt. Und das werden wir auch in Zukunft weiter tun. Ich bekenne mich dazu.

Sprecher 2: Will Olaf Scholz wirklich 250.000 junge Kenianerinnen und Kenianer zu uns holen? So hatte es der kenianische Staatspräsident Ruto gesagt, aber die Bundesregierung dementiert. So üppig ist die Fachkräfteanwerbung dann wohl doch nicht. Was ist also wirklich das Ziel dieses Migrationsabkommens mit Kenia? 54 Millionen Einwohner, davon drei Viertel, liebe Helene, drei Viertel der Kenianerinnen und Kenianer sind jünger als 30 Jahre. Und viele davon wollen wir gerne. bei uns haben.

Sprecher 3: Wir wollen sie nicht nur haben, wir brauchen sie auch ziemlich dringend in der Gastronomie, in der Pflege, in der IT-Branche. 2,8 Millionen offene Stellen haben wir in Deutschland und in Kenia gibt es tatsächlich viele Tech-Startups, zum Beispiel in Nairobi, das ist das Silicon Valley Ostafrikas. Google und Microsoft werben dort schon fleißig ab. Auch die USA und Kanada und Großbritannien locken Talente, also höchste Zeit, dass wir uns auch aufmachen.

Sprecher 2: Der Wettkampf um die Talente hat längst begonnen und wir wollen mitmischen. Auf der anderen Seite will Olaf Scholz ja auch zeigen, dass er bei der Asylwende vorankommt. Das Migrationsabkommen sei ja auch in die andere Richtung gedacht. Allerdings nur 818 ausreisepflichtige Kenianer sind bei uns hier im Land und nur 225 Asylbewerber aus Kenia haben dieses Jahr einen Antrag gestellt. Das sind weniger als 0,1 Prozent der Asylanträge. Also da geht es wahrscheinlich dann doch eher um ein Fachkräfteanwerbungsabkommen.

Sprecher 3: Trotzdem haben diese Migrationsabkommen natürlich aus gutem Grund diese zwei Seiten. Und diese zwei Seiten hängen auch in der Praxis zusammen. So habe ich gehört von einigen Botschaftern aus afrikanischen Ländern, dass durch die Wende in der deutschen Migrationspolitik, in der deutschen Asylpolitik, durchaus in diesen Ländern auch für Fachkräfte Deutschland nicht mehr den allerbesten Ruf hat. Man fürchtet, dass man hier als ausländische Fachkraft nicht besonders gut angesehen wird. Denn es steht ja nicht auf der Stirn, ob man Fachkraft oder Asylbewerber ist. Das ist sicherlich ein wichtiger Punkt.

Sprecher 2: Wir denken bei den Diplomaten, aber was sagen eigentlich die Menschen in Afrika? Wir fragen mal nach bei David Renke, unserem Korrespondenten aus Nairobi. Dem Africa Table. Einen schönen guten Tag. Hallo David.

Sprecher 6: Hallo. Schön, dass ich da sein darf.

Sprecher 2: David, erste Frage. Olaf Scholz, der Kanzler, nennt dieses Abkommen eine Win-Win-Situation für beide Länder. Wem bringt das Abkommen wirklich etwas?

Sprecher 6: Ja, also es hat ja zwei Komponenten. Einerseits ist es ein Fachkräfteabkommen und andererseits soll es ja auch um Rückführung gehen. Zuerst mal kann man sagen, es ist wahrscheinlich eher ein Fachkräfteabkommen. Die Idee ist grundsätzlich, die vielen jungen Kenianer, die es gibt, nach Deutschland zu holen, die dann hier den bestehenden Fachkräftemangel, den wir ja haben, ausgleichen. Zusätzlich noch dazu, das fand ich interessant, an dem Abkommen gibt es dann noch weitere Aspekte zur Berufsbildung und außerdem sollen auch junge Kenianer die Chance haben, auch hier vermehrt Studienplätze zu bekommen.

Sprecher 2: Aber ziehen wir nicht damit an einem solchen Land die klügsten Köpfe ab? Wieso machen die das mit?

Sprecher 6: Ja, die Sorge in Kenia ist tatsächlich groß, vor allem nachdem der kenianische Präsident William Ruto auch die Zahl von 250.000 Kenianern genannt hat. Er hat es selber genannt in einem Interview. Ich glaube, die Zahl ist ein bisschen hochgegriffen. Das Innenministerium hat ja auch sofort schon dementiert. Also es gibt in dem Abkommen keine festgelegten Kontingente, wie viele Leute nach Deutschland kommen sollen. Die Frage ist natürlich trotzdem da und die Kritik in Kenia selber auch. Es geht allerdings, glaube ich, eher auch darum, dass Ruto kritisiert wird, dass er viele junge Leute eben nach Deutschland, sagen wir mal, überspitzt abschieben will, anstatt selber eben in Kenia dazu beizutragen, dass die Wirtschaft so stark wächst. Dass da auch sich mehr Industrie ansiedelt und deswegen auch dann gut bezahlte Jobs für junge Kenianer in dem Land selber entstehen können.

Sprecher 2: Ist das, was wir da erleben, so eine Art Vorbote für einen weltweiten Kampf um Talente, wenn wir sehen, dass in Europa die Anzahl der Geburten pro Frau gar nicht ausreichen, um die Bevölkerung stabil zu halten? Es gibt, glaube ich, nur sechs Länder, die das auf der ganzen Welt schaffen. Ist dieser Kampf um Talente eigentlich der neue Kampf zwischen den Ländern?

Sprecher 6: Ja, also das Problem wird sich auf jeden Fall in Zukunft verschärfen. Im globalen Norden werden wir deutlich weniger Menschen haben, die arbeiten können. Und im globalen Süden haben wir eben Entwicklungen, dass es immer mehr Menschen gibt. Also wenn man sich Afrika anschaut, haben wir aktuell 1,5 Milliarden Menschen, die auf dem Kontinent leben. Bis 2050 werden das 2,5 Milliarden sein, also eine rasante Steigerung. Also von daher wird das Problem auf jeden Fall weiter größer werden.

Sprecher 2: Vielen Dank, David, für die Einschätzung zu diesem Abkommen und bis zum nächsten Mal.

Sprecher 6: Dankeschön.

Sprecher 7: Hochenergieintensive Industrie, Stahlindustrie, investiert in Deutschland, in Europa für die Zukunft, für eine klimaneutrale Zukunft. Darüber hinaus halten wir die Industrie hier in Europa, hier in Deutschland. Denn mit den Maschinen, die dafür benötigt werden, wird tief in die Wertschöpfungskette hinein investiert. Hier gibt es Elektrolyseure. Von europäischen Firmen. Wir brauchen die Elektrolyseure offshore. Wir brauchen die erneuerbaren Energien. Wir brauchen die Techniken, die erneuerbare Energien in das Netz einbringen. Ein großer Markt zeichnet sich ab.

Sprecher 2: Schwache Konjunktur, hohe Energiekosten und der politisch gewollte Umbau, all das macht der Stahlindustrie zu schaffen. Wollen wir sie eigentlich noch im Land oder wollen wir sie nicht mehr im Land? Nachvollziehbar ist sicherlich, dass wir sie umbauen müssen, denn alleine ThyssenKrupp's Stahlwerk in Duisburg steht für zweieinhalb Prozent des deutschen Treibhausgasausstoßes.

Sprecher 3: Ja, wir müssen die Stahlindustrie umbauen, aber sie bleibt natürlich wichtig. Sie ist auch ein emotionales Thema. Der Stahl ist das Fundament des deutschen Wirtschaftswunders. Es ist eine Traditionsbranche. Ich habe mir mal den Hochofen in Eisenhüttenstadt angeschaut, wo Menschen arbeiten bei diesen höchsten Temperaturen und schwitzen. Das ist sicherlich ein harter Job, aber steht eben auch für deutsche Tradition, auch für deutsche Qualität. Und wir dürfen nicht vergessen, Michael, Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl war die Gründungsakte der Europäischen Union. Und jetzt wollen wir keine Kohle mehr haben und auch keinen Stahl aus herkömmlicher Produktion. Also da ändert sich eben einiges in diesem Land.

Sprecher 2: Ja, wir wollen sie behalten, aber nur anders. Die Regierung zahlt 7 Milliarden Euro Subventionen für den klimafreundlichen Umbau der Stahlproduktion. Wir wünschen uns so sehr das grüne Stahlwerk. Ist das eigentlich realistisch, Helene?

Sprecher 3: Das haben jetzt gestern auf einem Gipfel in Duisburg Mona Neubauer, die Wirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen und Robert Habeck, der Vizekanzler, mit rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch von IG Metall besprochen. Die Lage ist ernst. Die Stahlproduktion in Deutschland sinkt auf das Niveau der Corona-Krise. Allein im Juni sank die Stahlproduktion um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Also große Aufgaben, gerade für Grüne, die ja diese Transformation vorantreiben wollen.

Sprecher 2: Ja, im Moment ist das Tal der Tränen groß. Bernhard Osburg, der CEO der Europastahlspater, hat gesagt, und ich zitiere, wir befinden uns in der Branche im tiefsten Tal der Tränen seit Jahrzehnten. Und so einfach lässt sich aus den Stahlwerken eben kein grüner Elektroofen bauen. Nur mal ein Beispiel, wollte ThyssenKrupp so viel Stahl, das sind etwa 11 Millionen Tonnen pro Jahr, wie er derzeit in den vier Hochöfen im Duisburger Werk erzeugt, grün herstellen, wäre viermal so viel Grünstrom nötig, wie in die Stadt Hamburg heute schon verbraucht. Viermal so viel wie eine Großstadt. Also das ist eben dann schon ein ordentliches Paket an Herausforderungen. Und mit diesem Strom müsste... dann die Elektrolyseure grünen Wasserstoff herstellen.

Sprecher 3: Ja, und davon haben Robert Habeck und Mona Neubauer sich auch berichten lassen am Montag in Duisburg. Das sagen natürlich alle, es ist teuer, diese Umrüstung. Die Branche soll bis 2050 komplett klimaneutral produzieren. Das ist noch ein ziemlich langer Weg in ziemlich kurzer Zeit.

Sprecher 2: Wir müssen uns ehrlich machen, der Weltmarktpreis für Wasserstoff, der ist ja nicht gleich dem Herstellungspreis, wie ich es manchmal bei Grünen höre. Wenn Namibia zum Beispiel ein Kilo Wasserstoff für 1,50 Euro herstellt, dann ist das ja nicht der Preis, den wir bezahlen müssen, weil der wird sich eher, sagen Experten, bei etwa 5 Euro pro Kilo Wasserstoff dann am Ende liegen, so wie es eben auch bei Öl oder anderen Importprodukten sich ein Marktpreis entwickelt. Also die Wahrheit ist, wir brauchen billigen Strom, Helene. Nur dann können wir am Ende auch preiswerten Stahl, der wettbewerbsfähig ist, produzieren.

Sprecher 3: Ja, und da erinnern wir uns an die Debatte um den Industriestrompreis, denn genau darum ging es ja, dass die energieintensive Industrie auf diese Art und Weise subventioniert wird. Kerstin Maria Rippel, die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, hat gesagt, die Stahlindustrie in Deutschland steht unter Druck. Und das ist eben hauptsächlich bedingt durch die nach wie vor zu hohen Stromkosten. Ein zeitlich befristeter, konditionierter und intelligent gemachter Brückenstrompreis ist das, was dringend gebraucht wird. Das wird Robert Habeck gern hören, denn er ist ja der größte Fürsprecher für den Industriestrompreis.

Sprecher 2: Du hast es gesagt, Kohle und Stahl waren die Begründungsindustrien in diesem Land. Machen wir uns ehrlich, in 10, 20 Jahren werden sie wohl nicht der Treiber unseres Wirtschafts- und Wohlstandsmodells hier sein. Wir sind gespannt, was anstattdessen kommt.

Sprecher 3: Ja, es ist ein offenes Rennen. Wenn wir natürlich nach Nordeuropa schauen, nach Schweden, dann sehen wir, da gibt es schon Stahlwerke, die mit grünem Wasserstoff betrieben werden. Aber dort sind die Rahmenbedingungen natürlich auch andere. Skandinavien auch hier ein Vorbild. Hoffen wir mal für die deutsche Industrie, aber auch fürs Klima, dass Deutschland sich auch erfolgreich auf diesem Weg macht.

Sprecher 2: Unter der Dusche hat ein gewisser Arthur Fischer 1958 eine wahrhaft zündende Idee gehabt. Nämlich eine, die die Welt zusammenhalten wird. Zumindest ihre Lampen in der Decke und unsere Bilder an der Wand. Dieser Erfinder wollte wissen, wie sich etwas in einer Wand befestigen lässt, und zwar dauerhaft, sodass es einfach nie wieder runterfällt. Fischer erfindet eine Art gezacktes Plastik, das sich aufspreizt, wenn man eine Schraube eindreht. Man nimmt es heute den Dübel. Der Spreizdübel, kurz der S-Dübel, war geboren. Heute ist diese Fischer Unternehmensgruppe eine weltweit agierende Firma mit 1,2 Milliarden Euro Umsatz. In 50 Ländern aktiv, ein echter Hidden Champion aus dem Schwarzwald. 14 Millionen dieser Dübel werden täglich hergestellt. Und der Mann, der da unten... im Schwarzwald die Verantwortung für diese Unternehmen trägt, heißt Andreas Voll. Seit Januar 2023 ist der ehemalige Chef des Schweizer Luxusuhrenherstellers IWC der neue Vorstandsvorsitzende von Fischer. Und ich habe mit ihm mal über den Standort Deutschland gesprochen, ob man einen Dübel eigentlich auch noch besser machen kann und wie das so aussieht mit dem Wettbewerb mit China. Einen schönen guten Tag, Herr Frey.

Sprecher 8: Schönen guten Morgen, Herr Bröker.

Sprecher 2: Herr Voll, der BDI hat eine Studie rausgegeben vergangene Woche, die besorgniserregend ist. Nach denen sind ein Fünftel der industriellen Wertschöpfung in diesem Land akut bedroht, also der Kern des Industriestandorts. Gehören Sie eigentlich auch dazu?

Sprecher 8: Wir setzen seit jeher auf Innovationen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Sie sind für mich das ausschlaggebende Kriterium für die Zukunft. Deswegen investieren wir in die Bildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deswegen investieren wir in einen Rahmen, der Innovationen ermöglicht.

Sprecher 2: Innovation ist der Stichwort, da reden wir gleich nochmal drüber, aber die dramatische Lage in der Industrie ist ja aufgrund der hohen Energiekosten, der Bürokratielasten und auch teilweise der wegbrechenden Märkte auf der Welt eigentlich ursächlich. Und trifft das auf Sie gar nicht zu?

Sprecher 8: Doch selbstverständlich. Und da kommen wir auf einen ganz wesentlichen Aspekt zu sprechen, nämlich die Politik. Und wenn Sie mich hier fragen, wie uns die Politik derzeit unterstützt, um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein, dann muss ich Ihnen sagen, ist das wirklich, was wir derzeit erleben, etwas, was mich immer mehr sprachlos macht. Keine Frage, wir haben große Herausforderungen, geopolitische Spannungen, ökologische Herausforderungen. gesellschaftliche Themen und Digitalisierung, künstliche Intelligenz. Aber die können wir doch nicht lösen, indem uns die Politik immer mehr Denkverbote auferlegt. Beispielsweise mit dem Verbrenner aus, Atomausstieg, viele Beispiele, die mir hier einfallen.

Sprecher 2: Ja, lassen Sie es uns mal konkret machen. Der Kanzler war vergangene Woche bei der Chemie- und Pharmaindustrie und hat klargemacht, dass er sich als Industriekanzler sieht, der die Rahmenbedingungen Schritt für Schritt verbessert für sie, zum Beispiel beim Bürokratieabbau, bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren, auch bei der Energie. Wende hat er durch... LNG-Gas zum Beispiel durch verschiedene Maßnahmen, auch bei den Energiepreisen, aus seiner Sicht doch die Rahmenbedingungen verbessert für sie?

Sprecher 8: Da muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, das kommt bei uns nicht an. Was wir erleben, ist eine um sich greifende Bürokratie, immer mehr Regulierungen. Ich glaube, über 13.000 neue Regularien in den letzten Jahren. Das macht uns das Leben schwer, das macht uns langsam und das wirkt geradezu wie Innovationsbremsen.

Sprecher 2: Ja, dieser Rahmen, diese berühmten Rahmenbedingungen, die müssen wir doch mal deklinieren. Was ist das genau? Nennen Sie mal ein Beispiel, warum eine Innovation bei Ihnen im Schwarzwald nicht erfolgen kann oder nicht umgesetzt werden kann aufgrund von politisch fehlender Rahmenbedingungen.

Sprecher 8: Grundsätzlich muss sich die Politik verabschieden von parteipolitischen Dogmen, von Ideologien und wieder sich auf die wichtigen Zukunftsthemen in unserem Land fokussieren. Sie muss investieren in die Bildung. Das Gleiche gilt für die Infrastruktur. Wir brauchen doch eine funktionierende und beste Infrastruktur, um die Zukunft unserer Standorts gewährleisten zu können. Wir müssen in Themen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz investieren. Und vor allem müssen wir wegkommen von den vielen Regularien, von den vielen Gesetzen, die uns Innovationen schwierig machen, kompliziert machen. Ich möchte Ihnen ein Beispiel, ein ganz konkretes Beispiel nennen. Wir haben hier am Standort in Tumlingen eine PV-Anlage errichtet, die es uns heute ermöglicht, 25 Prozent unseres Stroms selbst zu erzeugen. Der Weg dorthin, der war extrem steinig und schwer. Da mussten wir unzählige Gutachten machen, mussten wir sehr viele Regularien erfüllen, um das umsetzen zu können. Eigentlich ein Thema, was ja im Sinne grüner, nachhaltiger Politik sein müsste.

Sprecher 2: Und sich eigentlich ja deutlich beschleunigen sollte, laut Robert Habeck und Olaf Scholz.

Sprecher 8: Absolut.

Sprecher 2: Vielleicht sind das noch die Nachwirkungen der vergangenen Jahre.

Sprecher 8: Da habe ich meine Zweifel, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen. Also ich sehe nur täglich mehrere Regulierungen auf dem Schreibtisch, immer mehr Reporting-Vorschriften, die nicht wertschöpfend sind. Und das ist genau das, was uns so langsam macht. Wir müssen uns mit nicht wertschöpfenden Dingen immer mehr beschäftigen und das in einem internationalen Wettbewerb. Das dürfen wir nicht vergessen.

Sprecher 2: Sie sprechen natürlich Themen an, die sich nicht von heute auf morgen lösen lassen. Die strukturellen Krisen, gerade in der Bildungslandschaft, die fehlenden Fachkräfte, die Infrastruktur, alles Themen, die man natürlich nicht von heute auf morgen löst. Ist dadurch der industrielle Standort Deutschland in Gefahr, weil diese Themen eben nur über Jahre hinaus gelöst werden können, Ihrer Meinung nach?

Sprecher 8: Da ist über lange Zeit vieles... verschlafen worden. Aber umso wichtiger ist es doch, dass man jetzt in der Politik ein Bewusstsein dafür entwickelt und sich auf diese wichtigen Themen wieder fokussiert. Und nochmal, das Thema Bildung ist für mich für einen Industriestandort, der keine Bodenschätze hat, der nur die guten Ideen in den Köpfen der Menschen hat, ist das A und O. Und da erlebe ich, dass wir, gerade wenn die jungen Leute zu uns ins Unternehmen kommen, dass sie kluge Köpfe sind, aber dass sie immer weniger vorbereitet werden von der Schule auf die eigentlichen Herausforderungen unserer Zukunft, weil sie aus einem starren Bildungssystem kommen, was letztendlich nicht mit der Geschwindigkeit Schritt gehalten hat, mit der sich unsere Welt verändert, mit der sich die Herausforderungen dieser Welt verändert haben.

Sprecher 2: Dabei galt doch Baden-Württemberg immerhin noch als Bildungsvorreiter, oder?

Sprecher 8: Ja gut, das liegt aber auch daran, weil die Unternehmen hier das Zepter häufig selbst in die Hand nehmen. Wir erleben das ja selbst, wir machen das auch selbst. Wir machen das, indem wir in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren, indem wir sie ausbilden, indem wir sie weiterbilden.

Sprecher 2: Das heißt, Sie holen eigentlich nach auf Ihrem Campus, was aus der Schule hätte kommen müssen, verstehe ich Sie richtig?

Sprecher 8: Das kann man so zusammenfassen und das finde ich ist auch eine wichtige Initiative. Nur ich muss Ihnen gleichzeitig auch sagen, es kann ja nicht sein, dass Bildung künftig immer mehr aus den Unternehmen kommt und nicht aus den Schulen. Wir hatten zuerst mal China angesprochen. Schauen wir doch mal, was dort passiert. Da hat Bildung einen der wichtigsten Stellenwerte in der Politik. Die meisten Elite-Universitäten sind heute in China und das ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis. eines ganz klaren Plans.

Sprecher 2: Offensichtlich ist, dass China selbst technologisch die Weltmärkte erobern will. Bei der Automobilindustrie beginnt dieser Aufholprozess ja offensichtlich. Auch eigentlich bei Ihnen in Ihrem Kerngeschäft Befestigungssysteme kann inzwischen China den Dübel genauso gut.

Sprecher 8: Nein, da haben wir definitiv die Nase noch vorne, weil wir eine lange Innovationsgeschichte haben und weil wir viel investieren, um diesen Vorsprung auch zu erhalten.

Sprecher 2: Aber können Sie verlässlich dort Geschäfte machen? Trauen Sie Ihren chinesischen Partnern oder spüren Sie, dass es härter geworden ist, wie vielfach ja zum Beispiel auch in Studien von der deutschen Industrie, vom deutschen Mittelstand benannt wird, dass es dort härter zugeht und dass die Verlässlichkeit mit den chinesischen Partnern nicht mehr so gegeben ist?

Sprecher 8: China ist für uns auch nach wie vor ein ganz wichtiger und entscheidender Partner. Wir haben dort langfristige Beziehungen, wir haben dort eigene Mitarbeiter vor Ort und wichtige und spannende Kunden und Projekte. Und deswegen ist für uns China eher eine Art Innovationsmotor. Ein Innovationsmotor, weil uns der Wettbewerb dort fordert, weil uns die Kunden dort fordert und weil uns unsere Mitarbeiter vor Ort besser machen.

Sprecher 2: Sie machen ja nicht nur Befestigungssysteme oder die wunderbare Fischer-Technik, mit der ich schon als Kind spielen durfte, sondern Sie machen ja, oder bis zuletzt haben Sie auch in Automobil-Sparte investiert. Diese Sparte haben Sie jetzt verkauft. Ist das auch ein Zeichen, dass der Automobilstandort Deutschland nicht mehr das ist, was er mal war?

Sprecher 8: Na gut, die Automobilindustrie momentan hat Probleme. Die Probleme sind aber auch politisch. Bedingt, weil wir hier einseitig alternativlos und ohne einen strategischen Plan auf E-Mobilität gesetzt haben. Und sowas, muss ich sagen, ärgert mich grundsätzlich, weil wir hier einen Vorsprung aus der Hand gegeben haben, ohne Not aus der Hand gegeben haben, das überhaupt nicht notwendig gewesen wäre.

Sprecher 2: Aber das Aus für den Verbrennermotor kommt ja nicht nur aus der Politik. Die Automobilwirtschaft selbst sagt ja, sie setzt langfristig auf die E-Mobilität. Ist denn dieses Aus für den Verbrennermotor nicht eher auch ein Innovationstreiber?

Sprecher 8: Ich glaube das ehrlicherweise nicht. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hätte mir von der Politik Technologieoffenheit gewünscht. Technologieoffenheit gewünscht und nicht ein blindes Vertrauen auf eine Technologie. Wir haben doch erlebt, was wir für eine Erfolgsgeschichte und eine Innovationsgeschichte beispielsweise mit dem Dieselmotor geschrieben haben. Warum hat man die nicht fortgesetzt? Warum investiert man nicht in alternative Antriebsstoffe?

Sprecher 2: Tun wir ja nur, sagen alle Experten, dass es sehr lange dauert und nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung gestellt werden kann.

Sprecher 8: Gut, aber dann muss ich Ihnen entgegnen, auch bei der E-Mobilität sind viele Probleme noch nicht gelöst. Wir haben die Ladeinfrastruktur noch nicht gelöst. Wir haben das Thema der Batterie noch nicht gelöst. Wir haben noch nicht gelöst, wo kommt denn eigentlich der Strom her, den es benötigt hier für die E-Mobilität. Das sind genauso Themen, die wir angehen müssen. Ich sage auch nichts, dass man nicht auf E-Mobilität setzen kann, aber ich hätte mir einfach gewünscht, dass man da offener rangeht und sagt, man kann in allen Dingen investieren, aber mit einem Verbrenner aus, in einem... kurzfristigen Zeithorizont. Hemmt man Innovationen, hemmt man Investitionen in alternative Technologien. Und das finde ich falsch. Wir haben ja den Corona besiegt, indem man das Ziel ausgegeben hat von politischer Seite und den Rahmen geschaffen hat. Dann haben die Unternehmen, dann haben viele kluge Köpfe in den Unternehmen losgeforscht und sind in kürzester Zeit auf wirksame Impfstoffe gekommen. Warum macht man das nicht auch bei den anderen drängenden Fragen dieser Zeit?

Sprecher 2: Thema Innovation interessiert mich nochmal zum Abschluss, lieber Herr Voll. Ein Dübel ist ja an sich ein kleines, man hat das Gefühl, einfaches Befestigungsprodukt. Wo kann man eigentlich bei so einem Produkt Innovation noch schaffen?

Sprecher 8: Gerade in einer Bauwirtschaft, die sich so sehr und so schnell verändert wie nie zuvor, gibt es hier eine ganze Vielzahl an Möglichkeiten von künftigen Innovationen. Schauen Sie sich alleine die verschiedenen Megatrends der Bauindustrie an. Da werden neue Baustoffe kommen, da wird es immer mehr um das Thema Nachhaltigkeit gehen. Das heißt, neben dem Verbinden wird es auch immer mehr um das Lösen von Verbindungen gehen. Es wird um modulares Bauen gehen, damit um serielles Bauen und damit eine deutlich größere Industrialisierung auch am Bau. Auch hier benötigt es extrem innovative Lösungen für die Befestigungstechnik. Und dann das ganze allüberspannende Thema der Digitalisierung und Robotik. Auch hier gibt es große Potenziale für die Bauwirtschaft, um das Arbeiten auf der Baustelle ergonomischer und effizienter zu machen. Auch hier arbeiten wir intensiv an Innovationen. Sehen Sie beispielsweise... unseren Baubot, eine wirklich bahnbrechende Weltneuheit, muss man sagen. Einen Bauroboter, der völlig autonom Löcher in Wände, Böden, Decken setzen kann, tausendfach hintereinander, auf den Millimeter genau. Und das sind genau diese Innovationen, diese neuen Produkte und Services, die uns auch in Zukunft relevant für unsere Kunden machen.

Sprecher 2: Herr Voll, der Dübel hält die Welt zusammen. Ich hoffe, das, was Sie heute zum Thema Innovation gesagt haben, hat auch die Politik erfasst und wir erleben dort Besserung und Ihr Unternehmen noch auf vielen, vielen, vielen Jahren im Wachstum. Ich bedanke mich für dieses Gespräch an diesem Morgen. Vielen Dank, lieber Herr Voll.

Sprecher 8: Ich danke Ihnen, Herr Bröcker.

Sprecher 2: Zum Nachtisch die Frage aller Fragen. Was macht eigentlich unsere oder Ihre Stadt lebenswert? Diese Frage beantwortet jedes Jahr das Wirtschaftsinstitut Grognos und macht daraus einen Städteatlas. In den Kategorien Ökologie, Mobilität, Soziales, Digitalisierung und Arbeit werden 68 kreisfreie Städte und drei Stadtregionen untersucht. Wo lebt es sich am besten? Der Gesamtsieger hiermit hochoffiziell verkündet ist, Überraschung, Ulm. Diese kleine, große, mittelalterliche Stadt im süddeutschen Bundesland Baden-Württemberg. Wer hätte das gedacht? Warum wurde es Ulm? Naja, es ist wohl so, dass dort ganz besonders viele Ausbildungs- und Jobangebote gibt, die Wirtschaft floriert. Und das macht diese Stadt zu einer offenbar lebenswerten Stadt. Sie spüren nicht nur die Seen und die Natur und die Flüsse sind entscheidend, sondern auch das Jobangebot. Salzgitter übrigens ist die nachhaltigste Stadt in diesem Ranking. Sie baut gerade in ihrem einstigen Stahlwerken und ihrer Stahlindustrie den grünen Wasserstoff ein und gilt daher als eine besonders ökologisch nachhaltige Stadt und bekam hier diese Extraprämierung. Chemnitz, auch das vielleicht überraschend in den Top Ten, obwohl dort die AfD stärkste Kraft wurde und eigentlich noch nicht mal mehr ein ICE hält. Aber viele Unternehmen, Hidden Champion, haben sich dort angesiedelt. In knapp zehn Jahren ist das durchschnittliche Gehalt in Chemnitz um 30 Prozent angestiegen. Und Sie fragen sich jetzt natürlich, wo ist unsere geliebte Hauptstadt? Naja, im Gesamtranking immerhin Platz 7 und bei der Dynamik nur Platz 13. Das heißt, ein bisschen besser könnte es hier schon laufen mit dem wirtschaftlichen Entwicklung, auch mit der Stadtentwicklung. Und da hilft es dann eben auch nicht, wenn man arm und sexy ist. Man hätte gerne auch ein bisschen mehr Wohlstand in dieser Stadt. Aber das kann ja noch kommen. Zurück zu Ulm, dem Gewinner, mit dem wir hier diesen Podcast natürlich schließen wollen. Eine Stadt, aus der sehr bekannte Persönlichkeiten kommen. Und nein, ich meine jetzt nicht Annette Schawan, die ehemalige Bundesbildungsministerin, die dort lebt, sondern zum Beispiel Sophie Scholl oder Albert Einstein. Oder die wunderbare Hildegard Knef. Und mit ihrer Interpretation des wunderbaren Mackie-Messer-Titels aus dem Jahr 1977, meinem Geburtsjahr, wollen wir es hier heute bewenden lassen. Mackie Messer von Hildegard Knef.

Sprecher 9: Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht.

Sprecher 2: In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen musikalischen Dienstag und einen guten Start in den Tag. Bis morgen an dieser Stelle wieder. Ihr Michael Bröker.

Sprecher 9: An einem schönen, blauen Sonntag liegt ein Toter. Mein Name ist Trent. Und ein Mensch geht. Die Ecke, den man meck. Messe nennt. Und Schmullmeier bleibt verschwunden. Und so mancher reicher Mann. Und sein Geld hat Mackie Messer, dem man nichts beweisen kann. Jenny Taula war gefunden mit nem Messer in der Brust. Und am Kai geht Meki Messa, der von allem nichts gewusst. Und die Minder, die ihr Witz, deren Namen jeder weiß. Wachte auf und war geschämt. Becky, welches war dein Preis? Und die einen sind im Dunkeln. Und die anderen sind im Licht. Doch man sieht nur, wie im Licht. Im Dunkeln sieht man nichts. Doch man sieht nur. Die im Lichte. Die im Dunkeln sieht man nicht.