Wie lange brauchen wir den Verbrenner noch, Herr Schulte?
Nach dem Terroranschlag durch den 26-jährigen syrischen Flüchtling Issa Al H., der auf einem Stadtfest in Solingen am Freitag drei Menschen mit einem Messer tötete, ist die Asyldebatte neu entbrannt. CDU-Chef Friedrich Merz forderte einen generellen Stopp der Zuwanderung aus Syrien und Afghanistan.
Wirtschaftsminister Robert Habeck nannte den Islamismus eine der größten Gefahren für die Sicherheit in Deutschland und SPD-Chef Lars Klingbeil regte mehr Verbotszonen für Messer und schärfere Waffengesetze an. Auch SPD- und Grünen-Politiker zeigten sich erstmals offen für Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern nach Syrien. Dies wird bisher aufgrund der krisenhaften Lage im Land nicht getan.
Herbert Reul räumte im Gespräch mit Michael Bröcker eine erhöhte Gefahrenlage durch die Zuwanderung ein.
Das Geschäft des Kölner Motorenherstellers Deutz AG ist der Verbrennungsmotor. 99 Prozent des Umsatzes macht die Firma mit Benzin- oder Dieselmotoren, vorrangig für die Landwirtschaft oder die Bauindustrie. Wie geht das Traditionsunternehmen, das 1864 von Nikolas August Otto (nach dem der „Otto-Motor“ benannt wurde) gegründet wurde, mit dem geplanten Aus für den Verbrenner um? Und was folgt dann?
Im Podcast von Table.Briefings erklärt CEO Sebastian Schulte, warum der Verbrenner weltweit noch sehr gefragt ist und auch in Deutschland 600.000 Jobs direkt oder indirekt von der Produktion abhängen. Doch auch die Deutz AG will so schnell wie möglich CO₂-neutrale Motoren herstellen und investiert vor allem in wasserstoffbetriebene Motortechnik und Elektro-Mobilität. „Alles, was heute mit einem Verbrennungsmotor unterhalb 100, vielleicht 150 Kilowatt betrieben wird, das ist grundsätzlich problemlos elektrifizierbar“, sagt Schulte.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Drei Wochen habe ich sie alleine gelassen, jetzt bin ich wieder da. Es wird Zeit, wieder mit mir zu diskutieren, oder, liebe Helene?
Sprecher 3: Ja, wobei ich fand es eigentlich auch ganz schön, mal alleine mit mir zu diskutieren.
Sprecher 2: Es ist jedenfalls Montag, der 26. August. Hier ist Table Today und wir haben wieder mal anstrengende Themen zu analysieren.
Sprecher 3: Die Folgen des entsetzlichen Messerangriffs von Solingen analysieren wir hier und ob sich nun in der Bundesrepublik endlich mal was ändert.
Sprecher 2: Darüber sprechen wir auch ganz kurz mit dem NRW-Innenminister Herbert Reul und mögliche Konsequenzen aus dem Fall Solingen. Zum Interview des Tages an unseren Tisch kommt dann aber ein ganz anderer Mensch, nämlich Sebastian Schulte, Manager, CEO, Vorstandsvorsitzender der Deutz AG, ein Unternehmen, das nahezu vollständig Verbrennermotoren verkauft. Und wie lange das noch gut geht, das wollen wir dann gleich mal wissen.
Sprecher 3: Ja, und weil Michael und ich uns so lange nicht gesehen haben, servieren wir Ihnen zum Nachtisch die schönsten Duette der Musikgeschichte.
Sprecher 4: Es passiert ein schreckliches Verbrechen. Erster Akt. Zweiter Akt, Bestürzung, Empörung. Dritter Akt, Ruf nach harten Maßnahmen. Vierter Akt, Warnung vor der Überreaktion. Fünfter Akt, gar nichts. Sechster Akt, Übergang zur Tagesordnung.
Sprecher 2: Ja, Sie haben es erkannt, das war die CSU-Ikone Franz Josef Strauß mit einer kleinen Satire darauf, wie die Politik für gewöhnlich mit Anschlägen und Attentaten umgeht. Wird es dieses Mal wieder genauso laufen? Helene, was meinst du?
Sprecher 3: Irgendwie wird es das auch diesmal geben und trotzdem vernehme ich aus der Politik, insbesondere von den Parteien links der Mitte, SPD und Grüne, jetzt Forderungen, das doch ernst zu nehmen, über Islamismus mal wirklich ehrlich zu sprechen. Robert Habeck, der sagt, wir leben nicht mehr im Mittelalter. Saskia Esken, die plötzlich Abschiebungen nach Syrien doch den richtigen Weg findet oder das zumindest in Erwägung zieht. Also man hat das Gefühl, man kann das jetzt nicht mehr brach liegen lassen, dieses Feld, auch wenn es in der Vergangenheit schon Verschärfungen gegeben hat. Und das natürlich alle mal eine Woche vor den Wahlen in Sachsen und Thüringen.
Sprecher 2: Ja, die Hoffnung wäre, dass du recht hast, Helene, dass man das fundamentale Thema dahinter endlich angeht. Und das ist nun mal der Islamismus und sicherlich nicht Messerverbotszonen oder Schutzzonen in Cities. Was mich am meisten irritiert hat, ist der Polizeipräsident in Solingen, der ernsthaft sagte auf einer Pressekonferenz, ja, man muss sich halt überlegen, ob man zu einem Stadtfest oder Vereinsfest noch gehen will.
Sprecher 5: Und insofern muss jeder auch mit sich das klar machen und ausmachen, ob er beispielsweise zu Festivitäten geht, ob er zu Fußballspielen geht, ob er im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs ist. Aber die Konsequenz, wenn man zu all dem Nein sagen würde, wäre ja die, dass man sich zu Hause einschließen müsste. Das können wir natürlich überhaupt keinem empfehlen.
Sprecher 2: Also ein Armutszeugnis aus meiner Sicht. Wir müssen über Islamismus reden und der wird zusehends eben auch importiert. Und damit ist man halt auch beim Thema Zuwanderung und Migration.
Sprecher 3: Ja, über Islamismus reden wir ja in Wahrheit schon sehr lange. Also nach dem 11. September 2001, seitdem reden wir über Islamismus. Es gibt übrigens auch ein Papier von den Grünen aus dem Jahr 2015, genauer gesagt von Cem Özdemir und Volker Beck, die schon 2015 die eigene Partei ermahnt haben, über Islamismus ohne Naivität zu sprechen. Das ist auch jetzt fast zehn Jahre her. Also das Reden ist ja nicht das Problem. Das Problem ist, was aus dem Reden folgt.
Sprecher 2: Ja, es passiert zu wenig, da hast du völlig recht. Und was muss passieren? Also zumal die Ermittler und die Polizisten natürlich alle sagen, wir sind blind bei diesem Thema. Wenn einer nicht auffällig wird und sich ein Messer schnappt, dann kann das eigentlich nicht verhindert werden. Also müssen wir noch früher ran. Und da fällt mir immer wieder diese Studie auf, die das Kriminologische Forschungsinstitut in Niedersachsen mal gemacht hat, unter 800 Schülern, die gesagt haben, dass ihnen, also wir reden über junge Menschen in der Schule mit muslimischem Glauben, die gesagt haben, dass sie an den Koran selbstverständlich mehr glauben. ihn für wichtiger halten als das deutsche Grundgesetz. Und ich glaube, das ist dann schon so ein bisschen Nährstoff für künftige Radikalisierungen, die hervorragend im Netz passieren.
Sprecher 3: Ja, wobei man gegen den Koran natürlich generell nichts haben darf und Menschen, denen die Bibel die Richtschnur des Lebens ist, das finde ich jetzt auch in Ordnung. Das Problem, und da muss man auch, glaube ich, sehr klar unterscheiden zwischen Islam und gläubigen Muslimen und Islamismus, was wirklich unterschiedliche Welten sind. Weil ich jetzt ja sowieso schon Gefahr laufe, als Verharmloserin zu gelten, füge ich noch hinzu. Das ganz Bittere an der Sache ist natürlich, dass die vielen, vielen, vielen tausend Syrer, die im Land sind und die als Krankenschwestern in Krankenhäusern und ansonsten sehr viel für diese Gesellschaft leisten, dass die jetzt... In Misskredit gezogen werden. Das heißt, die Antwort kann nur sein, hart gegen diejenigen vorzugehen, die sich nicht an unser Recht halten. Und natürlich muss am Ende nicht der Koran oder die Bibel vorgehen, sondern das Recht. Das musst du mir als Juristin natürlich nicht sagen. Aber dass man gegen diese Menschen mit aller Härte vorgeht und da keine falsch verstandene Toleranz kennt, das muss es sein, denn das schützt auch alle anderen.
Sprecher 2: Ja, liebe Helene, da muss ich wirklich eingreifen, weil die sagen ja nicht nur, dass der Koran wichtiger ist für sie als das Grundgesetz, sondern sie sagen damals zumindest zur Hälfte, dass ein islamischer Gottesstaat die beste Staatsform sei. Nun seien sie nun mal leider hier gerade in der Demokratie gelandet, aber eigentlich streben sie das gedanklich an und das ist aus meiner Sicht wirklich fatal. Irgendwie muss man schon hinkriegen, dass diejenigen, die hier leben, die hier arbeiten oder die hier auch staatliche Transferleistungen bekommen, hinter diesem Rechtsstaat eins zu eins stehen. Und dann sollte dieser Rechtsstaat sich vielleicht an anderer Fälle dann auch mal Zähne aufzeigen. Aber das hast du ja auch gesagt. Und wo ist das hier passiert? Warum kann ein Mensch, der eigentlich nicht mehr in diesem Land leben darf, in diesem Land Menschen töten? Warum kann dieser Abschiebevorgang nicht einfach mal funktionieren? Vielleicht erklären wir ganz kurz, was passiert ist. Issa Al-Ha ist 2022 aus Bulgarien, also einem anderen EU-Land, nach Deutschland gekommen und sollte eigentlich nach Bulgarien wieder abgeschoben werden. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Die Behörden haben auch einen Abschiebetermin festgelegt. Doch in seiner Unterkunft damals in Paderborn war er plötzlich nicht auffindbar. Warum? Weil ja Deutschland meint, man müsse Menschen darüber vorab informieren, wenn sie abgeschoben werden sollen. Klammer auf, so war es zumindest noch 2023. Und das ist natürlich völliger Wahnsinn, weil wer soll dann da sein? Naja, und dann war die Frist verstrichen, bis zu der dieser Flüchtling eigentlich hätte abgeschoben werden sollen. Und er bekam vom Bundesamt für Migration, das dann zuständig wurde, einen subsidiären Schutz ausgestellt. Und er wurde nach Solingen überstellt, wo er dann diese Tat auch ausübte.
Sprecher 3: Es ist übrigens ein sehr typisches Vorgehen, unterzutauchen, damit diese Sechsmonatsfrist verstreicht. Denn eigentlich wäre in seinem Fall ja Bulgarien zuständig gewesen, also nach der Dublin-Verordnung das Land, in dem er erstmals europäischen Boden betreten hat. Aber natürlich wollte der Mann nicht in Bulgarien Asyl bekommen, sondern in Deutschland. Monaten, in denen sich jemand in Deutschland aufhält und nicht überstellt wird an das zuständige Land, geht die Zuständigkeit nach Deutschland über. Also das BAMF war damit zuständig. Die Regularien von hier galten und nicht die bulgarischen. Das ist Sinn und Zweck ganz oft vom Untertauchen. Hat auch in diesem Fall, wenn man es so zynisch sagen will, geklappt mit der Folge, die wir jetzt sehen.
Sprecher 2: Aber Helene, da muss man doch mal grundsätzlich über die Asylgesetzgebung vielleicht diskutieren. Dublin de facto gibt es ja nicht. Zwar hat Bulgarien zugestimmt, dass man ihn sogar zurücknehmen würde. Selbst wenn man es gemacht hätte, hätte er ja morgen dann wiederkommen können aus Bulgarien wieder nach Deutschland. Irgendwie ist das doch nicht die Lösung dieser Probleme. Oder wir müssen tatsächlich darüber nachdenken, ob wir diese Menschen dann in selbst schwierige Länder wirklich direkt abschieben dürfen, wie Syrien oder Afghanistan. Aber irgendeine Lösung muss man ja finden.
Sprecher 3: Ja, Michael, und dein zweiter Vorschlag, der wird jetzt ja auch ernsthaft diskutiert, also Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan. Mit Afghanistan wurde das Ganze ein Thema nach dem Messerangriff in Mannheim im Juni. Da hat Olaf Scholz in einer Regierungserklärung gesagt,
Sprecher 6: Solche Straftäter gehören abgeschoben, auch wenn sie aus Syrien und Afghanistan stammen. Schwerstkriminelle und terroristische Gefährder haben hier nichts verloren.
Sprecher 3: Die rechtlichen und auch technischen Schwierigkeiten müssen dann irgendwie gelöst werden. Da ist das Bundesinnenministerium jetzt dran, so heißt es. Und jetzt kommt Syrien eben auch noch dazu, denn ehrlich gesagt versteht ja kein Mensch mehr, warum diese Menschen in Deutschland bleiben können und hier auch noch soziale Unterstützung bekommen, wenn sie sich so verhalten. Aber, und das gehört auch dazu, einiges hat sich ja schon verändert. Im Januar hat der Bundestag... Dem sogenannten Rückführungsverbesserungsgesetz zugestimmt. Und da wird genau das Problem adressiert, über das wir gesprochen haben, nämlich dass Abschiebungen jetzt ohne Vorwarnung, ohne Ankündigung möglich sein sollen. Um eben dieses Untertauchen zu verhindern. Außerdem mit dem gleichen Zweck wurde der Ausreisegewahrsam von 10 auf 28 Tage verlängert und vieles andere mehr. Also wir sehen schon in dieser Ampelregierung in der Migrationspolitik in Teilen eine Härte, die über das hinausgeht, was der ehemalige Innenminister Horst Seehofer von der CSU umgesetzt hat.
Sprecher 2: In NRW gab es diese Gesetze jedenfalls 2023 noch nicht. Trotzdem muss man natürlich auch dort über das Behörden, mögliche Behördenversagen reden und über die Messerattentate und Messerattacken, die es in Nordrhein-Westfalen auch übrigens überproportional von nichtdeutschen Tatverdächtigen gibt. Und deswegen haben wir mal Herbert Reul angerufen, den Innenminister in NRW, um zu fragen, was sind seine Konsequenzen aus dieser Tat, wenn er überhaupt welche ziehen möchte. Hier ist das kurze Gespräch. Guten Tag, Herr Reul.
Sprecher 7: Schönen guten Tag, Herr Bröckel.
Sprecher 2: Herr Reul, wie kann es sein, ein Mensch, der eigentlich gar nicht mehr im Land sein sollte, tötet drei Menschen im Stadtzentrum von Soling. Warum immer wieder?
Sprecher 7: Das kann ich Ihnen nicht erklären. Ich bin nämlich kein Hellseher.
Sprecher 2: Was ist schiefgelaufen, um diesen Menschen vielleicht vorher schon außer Landes gebracht zu haben?
Sprecher 7: Kann ich Ihnen auch nicht beantworten. Ich weiß nur, dass eine Abschiebung bevorstand und dass er untergetauft ist. Oder warum der abhauen konnte, kann ich Ihnen nicht erklären. Bin auch gar nicht zuständig dafür. Ich weiß es nicht.
Sprecher 2: Was sind denn für Sie die politischen Konsequenzen, wenn es überhaupt welche gibt?
Sprecher 7: Es gibt die Konsequenzen, die wir immer schon gezeigt haben. Diese Gefahr muss ernst genommen werden. Die findet eben nicht nur virtuell statt, sondern findet wirklich statt. Mal da, mal da, aber sie findet statt. Und das heißt, wir müssen Polizei und Sicherheitsorgane sowohl von den Techniken und den Institutionen, Material, aber auch vom Regelwerk so ausstatten, dass sie in der Lage sind, relativ schnell festzustellen, wo wer ist.
Sprecher 2: Nun war der gar nicht als Gefährder bekannt. Also man hätte ja ihn gar nicht vorher als Gefährder finden können, richtig?
Sprecher 7: Das stimmt.
Sprecher 2: Insofern ist die Frage, gibt es überhaupt etwas, was man anders hätte machen können in diesem Fall, außer bei der Asylgesetzgebung anzufangen?
Sprecher 7: Ich neige nicht dazu, nachher zu wissen, was man hätte machen sollen, solange man nicht alle Fakten beieinander hat. Und deswegen bin ich da sehr behutsam im Moment.
Sprecher 2: Glauben Sie, dass diese Tat Auswirkungen haben wird, zum Beispiel auch... Auf die Landtagswahlen im Osten?
Sprecher 7: Ich befürchte, weil das zum Emotionalisieren reikt. Man kann es allerdings auch positiv nutzen, indem man sagt, dass der Beweis der Staat funktioniert. Innerhalb von anderthalb Tagen haben wir den Typen gefunden, wie es ist, ihn erwischt und ihn festgenommen. Ich meine, das ist eigentlich der Beweis, dass das ganze Gerede der AfD Angstmache ist, dass wir sehr wohl in der Lage sind zu handeln.
Sprecher 2: Naja, drei Menschen sind tot, der Staat hat vorher ja nicht funktioniert.
Sprecher 7: Das weiß ich nicht, ob der Staat nicht funktioniert ist. Da würde ich behutsam sein, weil eine solche Tat, wenn jemand mit dem Messer unterwegs ist, Das ist nicht hundertprozentig zu verhindern. Das ist die Wahrheit.
Sprecher 2: Der Polizeipräsident in Solingen hat auf einer Pressekonferenz gesagt, man müsse selber entscheiden, ob man zu Stadtfesten gehen wolle oder zu Vereinsfesten. Das ist doch ein Armutszeugnis.
Sprecher 7: Das macht man ja jetzt auch. Jeder entscheidet, ob er irgendwo hingeht oder nicht hingeht.
Sprecher 2: Naja, aber dass diese Feste nicht mehr sicher scheinen, ist eine neue Qualität. Oder hatten Sie das vor 10, 15 Jahren auch schon auf Pressekonferenzen erlebt, dass man davor warnt, auf Feste zu gehen?
Sprecher 7: Damals war ich noch gar nicht dabei.
Sprecher 2: Aber politischer Mensch waren Sie ja schon.
Sprecher 7: Ja, und Herr Bröker, die Lage hat sich natürlich verändert. Die Gefahrenlage ist eine andere geworden, das weiß jeder. Das sind nicht nur die, von denen Sie jetzt gerade reden, sondern wir haben auch Messerattentäter, die psychisch krank sind. Wir wissen, es gibt psychisch Kranke, es gibt Leute, die aus dem Affekt handeln. Messer in der Tasche haben und einsetzen. Und es gibt Leute, die mit politischer Absicht oder religiöser oder ideologischer Absicht unterwegs sind und Messer einsetzen. Und kein Fall ist wie der andere. Ich empfehle uns ein differenziertes Analysieren und differenzierte Antworten.
Sprecher 2: Vielen Dank, Herr Reul.
Sprecher 7: Danke, Herr Bröckel.
Sprecher 2: 1864 erfand ein gewisser Nikolaus August Otto den Otto-Motor, den ersten Typus Verbrennungsmotor, der bis heute ja zu den Exportschlagern der deutschen Wirtschaft gehört. Die Firma übrigens, die damals diese ersten Motoren herstellte und es heute immer noch tut, heißt Deutz AG. Sie sitzt in Köln und 99 Prozent ihres Umsatzes von zuletzt mehr als zwei Milliarden Euro macht das Unternehmen immer noch mit dem Verbrenner, der doch spätestens ab 2030 zumindest in der Automobilwirtschaft nicht mehr eingesetzt werden soll. Was macht dann die Deutz AG eigentlich? Das wollte ich von Sebastian Schulte wissen, den Vorstandsvorsitzenden. Und er hat mir nicht nur erzählt, wie sich das Unternehmen neu aufstellt, sondern auch, was das Management vom Spitzensport lernen kann. Denn Schulte war mal Weltmeister im Ruderachter. Los geht's. Einen schönen guten Tag, Herr Schulte.
Sprecher 8: Ja, schönen guten Tag. Freut mich sehr, dass wir uns heute sprechen.
Sprecher 2: 99 Prozent Ihres Geschäfts, habe ich gelesen, entfallen auf den Verkauf von eigentlich klassischen Verbrennermotoren, meistens an Landmaschinen und Baumaschinen. Das ist ja nun gerade ein heiß diskutiertes Thema. Müssen Sie sich eigentlich allmählich auch ein neues Geschäftsmodell suchen?
Sprecher 8: Naja, wir sind natürlich mitten dabei, an neuen Geschäftsmodellen zu arbeiten, weil wir wollen eben sicherstellen, dass es Storz auch in den nächsten 160 Jahren noch gibt. Und das macht auch enormen Spaß, aber stellt natürlich auch eine Firma mit unserer Historie vor große Herausforderungen.
Sprecher 2: Ja, Transformation klingt immer groß und alle Unternehmen müssen sich irgendwie transformieren, aber man hat das Gefühl, bei Ihnen ist es besonders unter Feuer. Die Automobilindustrie hat jetzt vor wenigen Tagen selbstständig erklärt, in 20 Jahren müsse Schluss sein mit Benzin und Diesel. Wie haben Sie eigentlich diese Positionierung wahrgenommen?
Sprecher 8: 99 Prozent unseres Geschäftsvolumens sind Verbrennungsmotoren, die wir aber an alle Anwendungen liefern, die eben gerade nicht auf der Straße unterwegs sind. Baumaschinen, Landmaschinen, Mining Trucks, bestimmte Material Handling Anwendungen, also Arbeitsmaschinen, die eben häufig fernab einer Ladeinfrastruktur im Einsatz sind und die aber eben auch häufig 24-7 im Einsatz sind. Und jetzt muss man natürlich immer aufpassen, dass man nicht sagt, naja, der Transformationsdruck gilt für alle außer einen selbst, weil dann ist man dann wirklich der Letzte. Dinosaurier, der dann auch irgendwann ausstirbt. Natürlich bleibt die Technologieentwicklung nicht stehen. Da passiert schon einiges. Aber für uns ist es eben wichtig, dass wir uns positionieren auf der einen Seite in die Richtung, dass wir natürlich an neuen Antriebstechnologien arbeiten, ob das jetzt die Elektrifizierung ist oder ob das den Einsatz synthetischer CO2-neutraler Kraftstoffe bis hin zu Wasserstoff angeht. Auf der anderen Seite wollen wir aber eben auch unsere Kunden, die diese besonderen Anforderungen haben, bei ihrer Transformation über die nächsten Jahrzehnte begleiten. Und wir haben also unser Commitment auch abgegeben, dass wir die Firma sind, die den Verbrennermotor mit erfunden hat durch unseren Firmengründer Nikolaus August Otto. Und wir werden diese Technologie auch über die nächsten Jahrzehnte treiben. Manchmal sage ich so halb im Spaß, wir waren die erste Firma, die diesen Motor produziert hat und wir werden auch die letzte sein. Das klingt aber vielleicht ein bisschen zu martialisch. Also wir verfolgen da schon diesen Ansatz des Last Man Standing, ohne aber natürlich die Transformation auf neue Technologien und neue Geschäftsmodelle. Außer Acht zu lassen.
Sprecher 2: Wohin geht Ihrer Meinung nach die Reise? Elektrische Motoren, Wasserstoffantrieb für Verbrenner. Wo investieren Sie den nächsten verfügbaren Euro lieber?
Sprecher 8: Es hängt wirklich von dem Anwendungsbereich ab. Für uns ist so eine Faustregel, alles was heute mit einem Verbrennungsmotor unterhalb 100, vielleicht 150 Kilowatt betrieben wird, das ist grundsätzlich problemlos elektrifizierbar. Wenn man aber über 100, 150 Kilowatt Kilowatt sind bei einer Arbeitsmaschine, die dauerhaft im Einsatz ist, dann wird irgendwann die Disbalance zwischen Batteriekapazitäten und damit auch Größe und Gewicht einfach zu schwierig. Und dann setzen wir nach wie vor eher darauf, dass wir CO2-neutral mit Verbrennungsmotoren agieren, die dann entsprechend mit grünen Kraftstoffen bis hin zum Wasserstoff betrieben werden.
Sprecher 2: Nennen Sie mal Praxisbeispiele, wo das Wachstum herkommen könnte.
Sprecher 8: Heute sehen wir erste Praxisbeispiele in der dezentralen Stromerzeugung. Wir haben ein, da sind wir sehr stolz drauf, ein tolles Projekt, ausgerechnet in China interessanterweise, wo wir Wasserstoffverbrennungsmotor angetriebene Stromaggregate in den Markt bringen. Im ersten Schritt geht es darum, dass dort in großen Industrieparks, unter anderem sind dort Kokereien im Einsatz, wo als Byproduct, als Nebenprodukt der Kokserzeugung grauer Wasserstoff anfällt. Dieser Wasserstoff wird heute dort einfach verbrannt oder sogar unverbrannt in die Atmosphäre geblasen, wenn ich es mal so salopp sagen darf. Mit unseren Aggregaten können wir diesen überschüssigen Wasserstoff direkt in elektrischen Strom umwandeln. Damit starten wir ein System, was in dem Moment, wo dann auch grüner Wasserstoff zu vernünftigen Kosten zur Verfügung steht, sofort CO2-neutral wird. Wenn wir dann aber in die Mobilität gehen, verfolgen wir heute diverse vielversprechende Projekte, zum Beispiel mit Bahnherstellern. Der nächste Schritt wäre dann eine Baumaschine, aber da sind natürlich die Anforderungen an Schockresistenz, an Stabilität nochmal ein Stück höher. So gehen wir Stück für Stück. in eine komplexere und schwierige Umgebung vor und lerne natürlich auf dem Weg auch sehr stark.
Sprecher 2: Bis so ein für Landmaschinen, Erzeugnisse und Baumaschinen so ein Wasserstoffverbrennungsmotor in Serie geht, sind wir dann auch da wieder in Zeitplänen bis 2050?
Sprecher 8: Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil. Das ist einer der Vorteile auch des Wasserstoffverbrennungsmotors. Er hat einen sehr hohen Anteil Gleichteile mit einem klassischen Dieselverbrennungsmotor. Wir haben unser Pilotprodukt, den 7,8 Liter Wasserstoffverbrennungsmotor. Das ist letztlich ein Derivat seines Dieselbruders oder seiner Dieselschwester. Und knapp über 80 Prozent der Teile sind identisch. Aber die Musik spielt dann eben in den 20 Prozent den Nicht-Gleichteilen.
Sprecher 2: Da wird es dann teuer. Der Verbrennermotor ist in der politischen Debatte, Sie haben die industriepolitischen Diskussionen angesprochen, ein bisschen ja, man muss sagen, in Verruf geraten. Kriegt man dieses Image jetzt mal nur auf der Image-Seite eigentlich noch gedreht oder muss man eben tatsächlich als Motorenhersteller sagen, wir bauen den neuen Otto-Motor der Zukunft und der hat eben nichts mehr mit Otto zu tun?
Sprecher 8: Wir nehmen da schon auch so ein bisschen eine Trendumkehr wahr. Ich glaube, in den letzten Jahren ist es genauso, wie Sie beschrieben haben. Da hat man dann schnell auch aus der Politik und teilweise sicherlich auch vielleicht von Diskussionsteilnehmern, das soll jetzt überhaupt nicht überheblich klingen, aber die dann auch nicht sehr vertraut mit der Technologie an sich waren, ist man schnell in die Ecke gedrängt worden. Wir versuchen die... Diskussion einfach zu versachlichen. Und ich sagte es eben schon, wichtig ist, es geht nicht um die Technologie, die das Problem im Hinblick auf CO2-Neutralität darstellt, sondern letztlich um den Kraftstoff. Und es geht ja darum, was ist der Output an CO2 und anderen Schadstoffen. Und der Wasserstoffverbrennungsmotor ist entsprechend CO2-neutral. Es kommt nicht mehr CO2 raus, als durch den Intec in dieses Motor schon reinkommt. Und ich glaube, da merkt man es dann recht schnell, dass das Problem eigentlich woanders liegt. Und insofern merken wir jetzt mehr und mehr Zuspruch auf der Welt sowieso. Das ist ja auch eine sehr europäische oder deutsche Debatte, über die wir hier häufig gesprochen haben. Aber wir merken mehr und mehr Zuspruch und sagen, eigentlich ist das genau richtig, dass hier Technologie offen rangeht. Und wir sind ja nicht verbohrt, weder in die eine noch in die andere Richtung. Wir halten auch nicht auf Teufel komm raus am Verbrennungsmotor fest, nur weil es der Verbrennungsmotor ist. Wir halten an den Technologien fest, die die richtigen sind für die Anforderungen der Anwender, die am Ende uns auch, und da bin ich dann doch wieder bei der politischen Debatte, auch in Europa und auch in Deutschland nach wie vor auch standortsichernd sind. Weil es bringt auch nichts, wenn wir uns isoliert in Deutschland oder in Europa von einer Technologie verabschieden, die wir dann eben in 10, 15 Jahren weiterverwenden werden, zumindest mal für diese spezifischen Anwendungen, die dann nur eben aus einer anderen Ecke der Welt kommen. Und insofern versuchen wir da wirklich neutral ranzugehen. Und die Tatsache, dass wir ein Drittel unseres... F&E-Budgets eben auch in neue Technologien investieren, zeigt ja genau das, dass wir technologieoffen sind. Für uns ist es nicht ein Lippenbekenntnis, sondern letztlich ein Leitfaden zum Handeln.
Sprecher 2: In der Bundesregierung gibt es nahezu einen industriepolitischen Kulturkampf zwischen FDP und Grüne, ganz um das Thema Verbrennungsmotor, auch vor allem um das Thema E-Fuel. Sie hatten die synthetischen Kraftstoffe angesprochen. Wenn es nach der FDP geht, ist das die Zukunft des Verbrennungsmotors. Vielleicht auch in der ganz normalen Mobilität, wenn es nach den Grünen und auch vielen Experten geht, ist es ein Nischenphänomen, vielleicht für die Schifffahrt. Wie sehen Sie es?
Sprecher 8: Eines der Probleme dieser politischen Diskussion ist, dass unterstellt wird, es gibt eine gesamtgesellschaftliche zentrale Planung der Verfügbarkeit von synthetischen Kraftstoffen. Wenn man die hätte, müsste es eine klare Packing Order geben. Zuerst in die Luftfahrt, dann in die Ocean-Schifffahrt und dann entsprechend immer weiter runter. Und da ist natürlich der Pkw letztlich ganz hinten, weil für den Pkw ist die Elektromobilität, da bin ich auch von überzeugt, da bin ich auch persönlich Tesla-Fahrer, überzeugter Tesla-Fahrer, da ist die Elektromobilität sicherlich eine nicht nur sinnvolle, sondern wahrscheinlich sogar die sinnvolle Form der Fortbewegung nach vorne. Planen wir aber glücklicherweise die Verfügbarkeit von Ressourcen nicht global zentral durch ein zentrales Plankomitee. Und insofern halte ich für die Anwendungsbereiche, in denen wir unterwegs sind oder unsere Kunden unterwegs sind, gerade im Mining, auf dem Acker. An den Baustellen, da sind synthetische Kraftstoffe perfekt für geeignet. Und wir dürfen auch eins nicht vergessen. In der politischen Debatte wird häufig davon ausgegangen, wann gehen denn jetzt neue Fahrzeuge in Betrieb? Ab 2035, ab 2040, wann gibt es Verbrennerverbote? Wir dürfen eins nicht vergessen, die Arbeitsmaschinen, in denen Deutz, aber auch Cummins und andere Motoren installiert sind, die sind ja Jahre, wenn nicht Jahrzehnte im Feld. Und wir wollen ja heute schon einen Effekt erwirtschaften oder erreichen, um den Klimawandel zu stoppen. Und insofern sind synthetische Kraftstoffe dafür perfekt geeignet. Heute, jeder Deutz-Motor, der heute auf den Markt gebracht wird, kann sofort mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Bevor wir jetzt diskutieren, was in 15 Jahren möglicherweise elektrisch betrieben wird, ist es doch viel sinnvoller, dass wir jetzt den Push der synthetischen Kraftstoffe noch weiter verstärken, damit wir eben heute von jetzt auf gleich schon einen Teil der Bestandsflotte umrüsten. Das geht ja nur um anders betreiben. Also insofern, ohne mich da jetzt politisch zu stark einem Lager zuzuschlagen, da unterstützen wir doch eher die FDP-Position. Nicht, weil es die FDP-Position ist, sondern weil sie einfach in dem Fall ökonomisch und letztlich auch ökologisch die richtige ist.
Sprecher 2: Lieber Herr Schulte, als ehemaliger Weltmeister im Ruderachter, das kann ich Ihnen ja jetzt gar nicht ersparen. Wie schmerzhaft waren für Sie die Olympischen Spiele in Ihrer Disziplin?
Sprecher 8: Ja, da gab es Licht und Schatten. Das Abschneiden des Deutschlandachters mit dem vierten Platz. Ich hatte selber mal die Erfahrung, bei Olympischen Spielen Vierter zu sein. Der Weltmeistertitel bleibt natürlich mehr in Erinnerung. Also insofern, aber der vierte Platz bei Olympischen Spielen, das ist schon eine sehr, sehr bittere Erfahrung gewesen. Insofern hat es mir sehr leid getan für die Ruderer. Auch der Rest der Flotte war nicht durchgängig erfolgreich. Was mich aber wahnsinnig gefreut hat, ist die Goldmedaille von Oliver Zeidler im Einer, der seit mehr als 20 Jahren wieder neben dem Achter der Königsdisziplin in einer unglaublich souveränen Manier diese Goldmedaille für Deutschland gewonnen hat. Und das war stark. Also da gingen bei mir die Emotionen durch, als ich das im Fernsehen verfolgt habe.
Sprecher 2: Was nimmt ein CEO der Deutz AG aus dem Ruderachter mit, was er dort genauso anwenden kann?
Sprecher 8: Man kann enorm viel aus dem Leistungssport und vor allem aus dem Ruderachter aufs Unternehmen übertragen. Vor allem auch bei Veränderungsprozessen. Erstmal Motivation ist ein ganz wichtiges Element der Führung, aber eben auch, dass man Stück für Stück seine eigenen Leistungsgrenzen und damit eben auch die Leistungsgrenzen einer Organisation, einer Firma verschiebt. Dass man immer treibt, dass man nie zufrieden ist mit dem, was man erreicht hat. Nur wenn man weiß, wo man hin will, kann man eben dann auch Niederlagen analysieren, seine Schlüsse draus ziehen und entsprechend dann wirklich zum Ziel kommen. Aber es darf eben auch nicht zu verbissen, zu extrem sein. In der Pause wächst der Muskel. Und am Ende, und das ist eigentlich fast das Wichtigste, Mut und Optimismus. Wenn man nicht an sich selber glaubt, dann braucht man gar nicht anzutreten. Also ich habe im Sport nie an der Startlinie an einem Ruder... Rande gelegen und habe gesagt, ach, wäre doch toll, wenn wir Vierter werden. Und der achte, und das ist der letzte Punkt, ist natürlich auch ein schönes, wahrscheinlich das Team-Sport-Event an sich. Ich will das jetzt nicht mit anderen Sportarten vergleichen, aber man kann sich nicht auf dem Feld verstecken, sondern alle acht müssen eben sehr synchron in einem Team zusammenarbeiten, denn sonst kommt man nicht ins Ziel und vor allem nicht als Erster.
Sprecher 2: Mit diesem Appell an Teamsport und Leistungsgedanken wollen wir es bewenden lassen. Lieber Herr Schulte, ich bedanke mich sehr für dieses Gespräch und auch Ihre Eindrücke zum Profisport und zum olympischen Sport. Vielen Dank und schöne Grüße nach Köln.
Sprecher 8: Vielen Dank, Herr Brücker. Dankeschön.
Sprecher 2: Helene, ohne dich wäre es hier so langweilig.
Sprecher 3: Ja, ohne dich war es so langweilig, Michael. Drei, drei, drei lange Wochen.
Sprecher 2: Ich habe dir wirklich gern zugehört, Helene, wenn ich das mal sagen darf. Ist aber auch schön, mal nicht zu arbeiten und nur zu hören. Also diese Konsumenten-Nutzer-Ebene, die hat mir gut gefallen.
Sprecher 3: Ja, sei ehrlich, du hast natürlich hin und wieder den ein oder anderen kritischen Kommentar von der Seitenlinie gegeben. Habe ich auch immer ernst genommen, was soll ich auch anderes tun? Aber mir fiel dieser wunderbare... Diese wunderbare Romanze wieder ein, mein Lieber. Mit dem schönen Namen, zusammen ist man weniger allein. Was ich früher mal, als ich noch jung war, gelesen habe. Anna Gawalda, wer es kennt. Und der französische Titel, ehrlich gesagt, ist viel schöner. Nämlich Ensemble C'est Tout. Also ohne dich bin ich nichts, oder?
Sprecher 2: Ja, Helene, auch die Probleme dieser Welt sind eigentlich zu zweit besser zu ertragen. Und deswegen an dieser Stelle, finde ich, sollten wir unseren Zuhörern und Zuhörern nach der harten Kost in diesem Podcast, muss man ja auch wieder sagen, ein wenig musikalischen Genuß geben in Form von den besten Duetten. Was ist aus deiner Sicht das allerbeste Duett in der Musikgeschichte?
Sprecher 3: Also für mich ist wirklich Serge Gainsbourg und Jane Birkin. Je t'aime, moi non plus. Ich finde es einfach, ich höre es wahnsinnig gerne. Es ist ein bisschen schlüpfrig, aber bitte nimm es nicht zu persönlich mit.
Sprecher 2: Ja, das war klar, dass du... wieder mit diesen französischen Gassenhauern kommst. Ich dachte, du bringst mir jetzt Frank und Nancy Senator oder so. Aber dann komme ich mit meinem Johnny Cash und June Carter Jackson. Das ist der Song des Zusammenhalts, den wir ja hier auch in unserem Podcast jeden Tag auswählen.
Sprecher 9: We've been talking about Jackson ever since the fire went out. I'm going to Jackson. And that's the fact. Yeah, we're going to Jackson. Ain't never coming back.
Sprecher 3: Ja, Michael, das muss ich jetzt natürlich noch toppen mit Peter Gabriel und Kate Bush. Don't give up. Und das Ganze ist durchaus auch politisch gemeint. Und aber auch persönlich und natürlich beruflich. Lass uns zusammenhalten, lass uns zusammen weitermachen und lass uns die Hoffnung auf die Demokratie nicht aufgeben.
Sprecher 2: Wir geben hier sowieso nicht auf. Morgen geht es hier weiter. Dienstag dann zur gewohnten Zeit 6 Uhr Table Today. Auf Wiederhören.
Sprecher 10: Moved on to another town. Tried hard to settle down.
Sprecher 11: For every job, so many men, so many men no one needs.
Sprecher 12: Don't give up, cause you have friends. Don't give up. You're not the only one. Don't give up. No reason to be ashamed. Don't give up, you still have us. Don't give up now. We're proud of who you are. Don't give up, you know it's never been easy. Don't give up, cause I believe there's a place. There's a place where
Sprecher 13: We belong.