Rekordwettbewerb: Olympische Spiele in Paris
Dauer: 29:21

Rekordwettbewerb: Olympische Spiele in Paris

US-Vizepräsidentin Kamala Harris bringt sich als Herausforderin von Donald Trump in Stellung. 

Am Nachmittag hat sie vor dem Weißen Haus ihren ersten öffentlichen Auftritt nach dem Rückzug Bidens gehabt. In der Nacht dann hat Harris das bisherige Wahlkampfteam von Joe Biden in Delaware besucht.


In der Innenpolitik vertritt Harris liberale Positionen vom Recht auf Abtreibung über eine Verschärfung des Waffenrechts bis zu einem Fracking-Verbot.

Was Harris außenpolitisch vorhat, lesen Sie auch in der aktuellen Ausgabe des Berlin.Table.  


Michael Mronz, deutsches Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), hat die am Freitag beginnenden Olympischen Spiele in Paris als „nachhaltigste und inklusivste“ Spiele aller Zeiten bezeichnet. 95 Prozent aller Spielstätten seien bereits vorhanden, auch würde der Sport durch die Eröffnungsfeier auf der Seine und die zentral gelegenen Sportstätten so urban und nahbar wie selten zuvor. Russische Athleten dürfen nur ohne das Zeigen nationaler Symbole und Flaggen dabei sein und müssen sich gegen den Krieg in der Ukraine ausgesprochen haben, sagt Mronz im Gespräch mit Michael Bröcker. Nur 31 russische Athleten sind dabei, bei den letzten Spielen waren es noch über 300.  


Volocopter-CEO Dirk Hoke ist optimistisch, dass die Flugtaxis in naher Zukunft starten. Sein Unternehmen, davon ist überzeugt. „In Deutschland und Europa gibt es nur ganz wenige, die an diesen Themen arbeiten“, sagt Hoke. Sein Unternehmen habe sich auf ein einfaches Design, Praktikabilität und auf das Multirotorkonzept konzentriert, das man von Spielzeugdrohnen kennt. Noch in diesem Jahr erwartet Volocopter eine Musterzulassung bei der europäischen Flugsicherung. In Paris könnte es im kommenden Jahr zum ersten Passagierflug kommen. 



Table.Briefings - For better informed decisions.

  

Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen.  

Professional Briefings kostenlos kennenlernen: table.media/registrierung.


Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Transkript

Sprecher 1: What kind of country do we want to live in? A country of freedom, compassion, and rule of law, or a country of chaos, fear, and hate? So in the next 106 days, we have work to do. We have doors to knock on. We have people to talk to. We have phone calls to make. And we have an election to win. And are we willing to fight for it? And when we fight, we win. God bless you all, and God bless the United States of America and Joe Biden.

Sprecher 2: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 3: Wenn Kamala Harris die Richtige für die Demokraten sein soll, ja warum macht dann Joe Biden eigentlich nicht sofort für sie Platz und übergibt ihr das Amt und den Bonus? Wir analysieren an diesem Dienstag, den 23. Juli, natürlich nochmal die Lage in den USA. Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür. Am Freitag geht es los und ungefähr 45.000 Sicherheitsbeamte und Polizisten müssen dann etwa 10.000 Athleten sichern. Es sind spektakuläre Spiele. Die Seine spielt eine große Rolle bei der Eröffnungsfeier. Und wir reden mit dem deutschen IOC-Mitglied Michael Mronz. Flugtaxis, wirklich nur ein Hirngespinst oder die Zukunft der Air Mobility? Dirk Rooke, CEO des Luftfahrt-Startups Volocopter, ist heute bei uns zu Gast und Sie ahnen es, er ist überzeugt von der Möglichkeit, irgendwann mal mit einem Mini-Hubschrauber von A nach B zu fliegen. Zum Nachtisch reden wir über einen möglichen Kanzlernachfolger der Sozialdemokraten, der gerade auf einer ungewöhnlichen Mission ist. Es ist Donnerstag, der 23. Juli. Klasse, dass Sie heute mit mir am Tisch sitzen. Auf geht's!

Sprecher 4: Kamala Harris ist in aller Munde.

Sprecher 3: Sie will sich die Nominierung der Demokraten. Verdienen, hat sie gesagt. Angeblich, so berichten es mehrere US-Medien, steht das Telefon nicht mehr still. Sie ackert, sie wühlt, sie wirbt bei demokratischen Parteifreunden um die Unterstützung. Und immerhin einige relevante Persönlichkeiten wie Pete Buttigieg, Elizabeth Warren und die Clintons unterstützen sie bereits öffentlich. Aber manche eben noch nicht. Zum Beispiel die Obamas, Ikonen der Demokraten und durchaus gewichtige Stimmen in diesem Prozess. Es soll also nicht ganz so einfach sein, heißt es in amerikanischen Medien mit der automatischen, vermeintlichen, wie auch immer Nominierung von Kamala Harris. Thank you.

Sprecher 4: Let's listen in to Vice President Kamala Harris at the White House.

Sprecher 1: All you do to support these extraordinary student athletes. Our president, Joe Biden, wanted to be here today. He is feeling much better and recovering fast, and he looks forward to getting back on the road. And I wanted to say a few words about our president. Joe Biden's legacy of accomplishment over the past three years is unmatched. In modern history. In one term, he has already, yes, you may clap, In one term, he has already surpassed the legacy of most presidents who have served two terms in office. His honesty, his integrity, his commitment to his faith and his family, his big heart, and his love, deep love of our country. And I am firsthand witness that every day our President Joe Biden fights for the American people. And we are deeply, deeply grateful for his service to our nation.

Sprecher 3: Auch bei den Demokraten gibt es durchaus Einigkeiten, Interessen und kleinere und größere Gegnerschaften. So soll es etwa zwischen den Obamas und den Bidens nicht so wirklich funktionieren. Und wenn Biden Kamala Harris unterstützt, müssen das die Obamas noch lange nicht tun.

Sprecher 5: Senator Amy Klobuchar ran against Joe Biden and Vice President Kamala Harris back in 2020 in the Democratic primary, and she's now endorsing Harris for the presidential nomination. And the senator joins us now. Senator Klobuchar, thank you very much for being here. Thanks, Tony.

Sprecher 6: It's great to be on.

Sprecher 7: Does this anything to do with former President Obama? We haven't heard from Hakeem Jeffries. Nancy Pelosi have not formally endorsed her. No. They've credited Joe Biden for doing the right thing, but they've not endorsed her. Right.

Sprecher 6: So I think what you're seeing, first of all, I think President Obama waits till primaries are over and then he comes in at the right moment in a big way. I think you want to give them a day or so because of the fact they wanted to have this be Joe Biden's moment as well in making this honorable decision, looking back at his legacy, but also looking at what we need to get done in the next six months and going forward.

Sprecher 3: Auch soll sich Joe Biden zu viel Zeit gelassen haben für seine offizielle Unterstützung für Kamala Harris. Und vor allem nimmt man ihn im Team Harris übel, dass er jetzt nicht Platz macht. Denn wenn er aus gesundheitlichen Gründen geht, ja warum kann er dann das Präsidentenamt noch weiter ausüben? Er soll also am liebsten jetzt schon zur Seite treten und Kamala Harris. Harris dann aus dem Amt heraus mit dem entsprechenden Bonus in den Wahlkampf ziehen. So gibt es also innerhalb der Demokratischen Partei auch diese und jene Interessen und Wünsche. Im August, das ist sicher, soll nominiert werden. Und klar, Kamala Harris hat weiterhin die besten Chancen.

Sprecher 8: Wir sind uns überzeugt, dass Kamala Harris gestern etwa 10 Stunden gearbeitet hat, die Phones an der Vizepräsidenten-Mansion hier in Washington, D.C. Sie war von Freunden und Aids und Familie umgeben. Sie hat gestern Pizza fürs Abendessen in ihren Sweatpants gegessen, um mehr als 100 Offizielle zu rufen, als sie versucht, Momentum für eine Präsidentschaftskampagne auf sehr, sehr kurzem Notice zu bringen, seit Joe Biden die Wahl aus der Wahl rausgefallen ist.

Sprecher 3: Was wäre das für eine Präsidentschaft von Kamala Harris? Was würde es für die NATO, für die Ukraine, für die Asienpolitik bedeuten? Schauen Sie doch einfach mal in unseren Berlin-Table hinein. Table.media slash Registrierung. Sie können diesen Newsletter kostenlos erwerben und sofort lesen. Meine wunderbaren Kollegen Markus Bickel, Damir Fras, Bernhard Pötter, David Renke und Michael Radunski haben sich die unterschiedlichen Politikfelder der möglichen Präsidentschaftskandidatin mal angeschaut. Auf der Seine ist an diesem Wochenende schon mal geprobt worden. Es waren zwar nur die üblichen Ausflugsdampfer, die ein bisschen hin und her schipperten. Richtig spektakulär wird es dagegen an diesem Freitag. Dann werden auf der Seine die Olympischen Spiele 2024 eröffnet. Die Organisatoren machen noch ein großes Geheimnis um das, was sich dann da abspielen soll. Aber sicher ist, die Nationen marschieren erstmals nicht in ein Stadion ein, sondern sie kommen mit dem Boot über den Fluss. Deswegen wurden in den vergangenen Wochen überall Tribünen entlang der Szenen aufgebaut. Insgesamt mehr als 300.000 Zuschauer sollen die Eröffnungsfeier direkt am Flussufer mitverfolgen können. Die französischen Sicherheitsbehörden, man kann sich das vorstellen, sollen die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben und versucht haben, dieses Vorhaben zu stoppen. Die Sorgen sind natürlich groß, gerade nach dem Attentat auf Donald Trump ist das Thema in aller Munde, dass die Sicherheit bei diesen Spielen nicht zu gewährleisten ist. Seit Tagen sind deshalb ganze Stadtviertel abgeriegelt und Metrostationen geschlossen worden. 45.000 Polizisten sind im Einsatz, um die mehr als 10.000 Sportler und ihre Betreuer zu schützen. Dazu nochmal 15.000 Soldaten. Mehr als anderthalbtausend Sicherheitsexperten aus 80 Ländern sind nach Paris gekommen, um ein ganz besonders ausgeklügeltes Sicherheitskonzept zu entwickeln, darunter übrigens auch deutsche. Aber natürlich, es geht vor allem um Sport. 10.500 Athleten aus über 200 Ländern werden erwartet, die in 329 Wettbewerben in 32 Sportarten gegeneinander antreten. Zum ersten Mal übrigens mit dabei als Disziplin ist Breakdance. Und die Preise für diejenigen, die live vor Ort dabei sein wollen, die beginnen schon ab 24 Euro. 20.000 Medienvertreter berichten allerdings auch weltweit über alle möglichen Fernsehkanäle, sodass sie überall dabei sein können. Und das Schöne an diesen Spielen, erstmals sind es genauso viele weibliche Athletinnen wie männliche. Deutschland schickt übrigens 427 Sportler von Badminton über Kanu bis Volleyball. Und natürlich gilt wieder die Maßgabe, wie alle vier Jahre. Man will unter die Top Ten Länder beim Medaillenspiegel. In Tokio gewann das ganz knapp Platz 9 mit 10 Gold, 11 Silber und 16 Mal Bronze. Einer, bei dem das olympische Blut in den Adern fließt, ist Michael Brons. Er war nicht nur Organisator der letztlich gescheiterten, aber doch viel gelobten Olympia-Bewerbung Rhein-Ruhr, sondern er ist auch einer der erfolgreichsten Sportveranstalter und Sportmanager in Deutschland und seit vergangenem Jahr das deutsche Mitglied im IOC. Einen schönen guten Tag nach Paris. Hallo Michael.

Sprecher 9: Hallo Michael, grüße dich nach Berlin.

Sprecher 3: Wie ist die Stimmung wenige Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele? Kannst du dich überhaupt frei bewegen oder ist alles voller Sicherheitsvorkehrungen?

Sprecher 9: Ich bin am Sonntagmittag angekommen und bisher sehr sehr Ich sehe nur lächelnde Gesichter, Menschen, die sich freuen, Menschen, die unglaublich freundlich auf ausländische Besucher und Besucher zugehen. Und das ist im Moment wirklich eine sehr, sehr schöne Atmosphäre.

Sprecher 3: 10.000 Athleten über 200 Länder werden erwartet und alle sollen über die Seine per Boot im Grunde vorgestellt werden. Erstmals nicht im Stadion einlaufen. Was ist das für eine Aktion? Was weiß man schon?

Sprecher 9: Also die Grundsatz kann man ja sagen, dass die Spiele sind ja die ersten Spiele, die unter der Präsidentschaft von Thomas Bach die Agenda 2020 realisieren. Das heißt, die Spiele selber werden jünger, sie werden inklusiver, sie werden urbaner und sie werden nachhaltiger. Und eben mit dem Urbaner und näher geht es auch darum, mehr mit dem Sport sozusagen zu den Menschen zu gehen und deswegen auch die Öffnungsfeier. Alle Athletinnen und Athleten werden über die Seine über sechs Kilometer sozusagen durch die Stadt gefahren in den Schiffen. Und das wird sicher sehr, sehr spektakulär. Und das zeigt eben einfach, der Sport und die Spiele sollen bei den Menschen sein.

Sprecher 3: Also der Sport rückt an die normale Bevölkerung. Das heißt, man muss auch keine Tickets für die Tribünen kaufen?

Sprecher 9: Man hat eine Zugangsberechtigung. Es muss natürlich auch aus Sicherheitsgründen limitiert sein, der Zugang selber zur Eröffnungsfeier. Aber anders als eben in der Vergangenheit, wo Spiele in einem sehr kleinen Kreis waren, in einem Stadion vielleicht mit maximalen Zuschauerkapazität von 60.000, 80.000 Besucherinnen und Besuchern, ist das hier auf der Seine natürlich anders. Plus natürlich ein Milliardenpublikum an den Bildschirmen.

Sprecher 3: Du sagst inklusiv. Sie war nachhaltiger. Was heißt das ganz konkret? Nachhaltig, ich habe gehört, die meisten dieser Olympiastädten, Sportstätten sind bereits da und wenn nicht, werden die zum Beispiel auch die Häuser entlang der schwierigeren, sozial schwierigeren Viertel, werden danach für Sozialwohnungen genutzt. Ist das richtig?

Sprecher 9: Das ist richtig. Insofern 95 Prozent der Sportstätten sind entweder heute schon existent oder werden temporär aufgebaut. Das heißt, 95 Prozent der Venues sind vorhanden. 100 Prozent der Spiele wird durch erneuerbare Energie sozusagen zugeführt. Und wenn man sieht, gleichzeitig sind 50 Prozent der 10.500 Athleten Frauen und 50 Prozent Männer. Das heißt sozusagen das Thema Inklusion, das Geschlechter ausgeglichen, ist wirklich zum allerersten Mal spürbar. Das heißt, das IOC hat eigene Empfehlungen rausgegeben, die aber auch zu 100 Prozent erfüllt werden.

Sprecher 3: Frankreich ist ein polarisiertes Land, die Wahlen haben es gezeigt, ein sehr starker Rechtsblock, ein Rechtsaußenblock mit Le Pen und auf der anderen Seite das Mitte-Links-Lager, das sich am Ende dann doch noch die Mehrheit erkämpft hat und ein schwacher Präsident, dessen Partei nicht mehr reüssiert. Spielt diese politische Lagermentalität, spielt die eine Rolle bei den Spielen?

Sprecher 9: Grundsätzlich kann man sagen, olympische und paralympische Spiele sind ja auf der einen Seite die größte Friedensbewegung der Welt. Auch bei geopolitischen internationalen Spannungen zeigt es gerade, dass der Sport verbindet, dass der Sport Brücken... wo Kommunikation vielleicht bröckelt oder nicht mehr vorhanden ist. Und das gilt, glaube ich, genauso im Ausland bei globalen Themen wie vielleicht auch im Inland. Und man spürt, glaube ich, hier in Paris selber einfach eine große Vorfreude auf die Spiele. Und ich bin mir sicher, dass die Spiele auch das Potenzial haben, die Menschen hier zu einen.

Sprecher 3: Russische Athleten sind dabei, aber dürfen nicht unter ihrer Landesflagge antreten und dürfen nicht die militärischen Kämpfe und den Krieg in der Ukraine in irgendeiner Weise gutheißen. Wie kann man das kontrollieren?

Sprecher 9: Es gab ein sehr klares Screening und das kann man allein der Zahlen schon sehen. Da es bei den letzten Spielen ungefähr 300 russische Athletinnen und Athleten, die am Start gegangen sind, sind es heute genau 31 russische Athletinnen und Athleten aus Russland bzw. Belarus. Das heißt, das Screening. Das heißt auf der einen Seite klare Anerkennung der Anti-Doping, zweitens keine Nationalsymbole wie Flagge oder Hymne, drittens keine Zugehörigkeit zum Militär und viertens keine Sympathien mit dem Krieg von Putin. Ergänzend, glaube ich, kann man eben auch sagen, dass, glaube ich, als erstes gilt immer der Mensch als Athlet und der Athlet ist nicht Vertreter zuallererst eines Landes, sondern er ist als Sportler bei entsprechenden Spielen dabei. Unter dem Screening, glaube ich, ist es dann gut, dass diese 31 Sportler auch an den Start gehen.

Sprecher 3: Deutschland schickt 427 Athleten, lieber Michael, und will natürlich wieder in die Top Ten. Beim Medaillenspiegel beim letzten Mal war es knapp neun. Sind wir dieses Mal besser, schlechter? Wie stehen die Chancen?

Sprecher 9: Ich glaube, die Spiele haben immer... Das Potenzial für große Überraschungen, für große Geschichten, die geschrieben werden. Sicherlich werden auch die ein oder andere große Geschichte aus Deutschland geschrieben. Medaillen, mit denen wir vielleicht bisher nicht rechnen, wenn wir sehen, dass wir insgesamt ja neun Mannschaften am Start haben. Team-Mannschaften, eine Anzahl, die es so noch nicht gegeben hat. Gleichzeitig von den 427, die du angesprochen hast, sind 250 Athleten und Athleten-Newcomer. Die sind, glaube ich, auch hungrig, aber genauso hungrig als beispielsweise auch eine Isabel Wert, die mit sieben Goldmedaillen die erfolgreichste deutsche Athletin ist, die hier bei den Spielen an den Start geht, die übrigens am 21. Juli Geburtstag hat. Und so gesehen gibt es vielleicht zusätzliche Motivation und Schub, hier in Paris erfolgreich zu sein.

Sprecher 3: Wir gratulieren nachträglich Isabel Wert, unsere Lieblings-Olympiasiegerin, weil sie ist, glaube ich, die Rekord-Olympiasiegerin, richtig?

Sprecher 9: Genau, sie ist die Rekord-Olympiasiegerin mit sieben Medaillen.

Sprecher 3: Wir freuen uns auf sportliche Spiele, auf erfolgreiche Wettkämpfe und hoffentlich wenig Politik, wenig Sicherheitsprobleme und vor allem viel Spaß, Freude und Menschen aus 200 Nationen. Vielen Dank, lieber Michael Mons.

Sprecher 9: Danke auch und einen guten Stand in die Woche wünsche ich.

Sprecher 10: Stellt der Mike Jenke, Victor Charlie. Ich starte.

Sprecher 3: Das, was wir da gerade hören, klingt ziemlich unspektakulär. Es klingt wie eine Drohne oder irgendein anderes Spielzeug. Und wie eine Drohne sieht das Gerät auch aus, das hier abhebt. Es ist ein Flugtaxi von Volocopter. Also eigentlich eine Drohne, nur eben, dass in der Drohne Menschen sitzen können. Dass die Dinger fliegen, das wissen wir seit Jahren. Tests haben es immer wieder ergeben. Aber die Revolution dieser sogenannten Air Mobility, sie lässt noch auf sich warten. Die Flugtaxis von Deutsche BA1 2018 angekündigt, sie sind noch nicht da. Wo sind sie also stecken geblieben? Wollten wir wissen. Volocopter aus Bruchsal in der Nähe von Karlsruhe in Baden-Württemberg ist seit Jahren ganz vorn mit dabei bei der Entwicklung dieser Flugtaxis. 2011 hat es schon die erste Demonstration gegeben. Fast anderthalb Jahrzehnte später müssen wir allerdings immer noch das Straßentaxi nehmen. So wie unsere Urgroßeltern. Also was ist da los? Das wollte ich von Dirk Hucke wissen. Er ist der Chef von Volocopter. Einen schönen guten Tag jetzt nach Bruchsal. Hallo, lieber Herr Hoke.

Sprecher 11: Vielen Dank, dass ihr mich dabei habt.

Sprecher 3: Wie geht's, Volocopter? Ich habe gelesen, Sie haben in den letzten Wochen gerade so, so war es zumindest zu lesen,

Sprecher 12: die Insolvenz abgewendet und frisches Geld von ihren Investoren bekommen. Was ist denn der Stand der Dinge jetzt?

Sprecher 13: Ja, genau wie Sie es gerade gesagt haben. Wir haben über unsere bestehenden Investoren die nächste Runde stabilisieren können und damit natürlich wieder ein bisschen Ruhe in die Firma gebracht. Aber es war eine anstrengende Zeit.

Sprecher 12: Was war los? Sie hatten um staatliche Hilfen gebeten und sowohl das Land Baden-Württemberg als auch den Bund gefragt. Aber irgendwie haben sich beide nicht bereit erklärt, ihr Unternehmen zu unterstützen mit Verweis auf ein angebliches PwC-Gutachten. Was steckt da wirklich dahinter?

Sprecher 13: Also das kann man so nicht sagen. Die Bundesregierung hat uns sehr stark unterstützt und unterstützt uns immer noch, will uns immer noch unterstützen. Baden-Württemberg ist wieder warten am Schluss zu der Entscheidung gekommen, dass es für sie zu riskant ist. Für mich war sehr befremdlich, dass am Schluss eben dieses PwC-Gutachten zitiert wurde. Während uns die Bundesregierung ganz klar versichert hat, dass das ein ausgewogenes Gutachten ist und am Ende des Tages dort eine positive Entscheidung daraus abgeleitet wurde. Und deshalb ja auch die Bundesregierung bis heute dazu steht, uns unterstützen zu wollen.

Sprecher 12: Die grün-schwarze Regierung in Baden-Württemberg gilt ja eigentlich als ziemlich wirtschaftsnah. Ist das vielleicht die Skepsis gegenüber innovativen, jungen, digitalen Firmen, die am Anfang nun mal viel benötigen? Oder ist das eine generelle Skepsis, dass dieser Flugtaxi-Markt doch nicht so schnell entsteht, wie es man vielleicht vor zwei oder drei Jahren erhofft hatte?

Sprecher 13: Ich denke mal, das ist eine Kombination aus beides. Einmal, denke ich mal, ist da schon Ernüchterung eingetreten, weil natürlich in den letzten zehn Jahren viele Versprechen gemacht wurden, die dann nicht gehalten wurden. Wir sehen auch, dass die Firmen, die bereits am Kapitalmarkt gelistet sind, sehr viel Wert verloren haben und da natürlich auch eine Ernüchterung über diesen Fakt eingetreten ist. Auf der anderen Seite muss man sich aber auch fragen, warum sich die Politiker dann bis Spätsommer letzten Jahres mit uns sehr gern gezeigt haben, sehr oft gebrüstet haben und auch noch Interviews gegeben haben, um zu sagen, wie stolz sie darauf sind, dass wir in ihrem Bundesland sind und wie toll das ist, dass es Firmen wie uns gibt.

Sprecher 12: Dann lassen wir die Politik mal beiseite und kommen zu ihrem Geschäftsmodell. Geely, Intel, auch Mercedes-Benz sind ihre Anteilseigner. Sie selber waren bei Airbus. Die Industrie scheint ja durchaus an das Konzept zu glauben. Allerdings gibt es gleichzeitig etwa 400 Anbieter im europäischen Markt, die alle dieses Versprechen der Flugtaxis in irgendeiner Art erfüllen können. Was macht Sie besonders? Warum werden Sie am Ende übrig bleiben?

Sprecher 13: Was macht uns besonders oder warum habe ich auch mich entschieden, zu Holocopte zu gehen, war, dass die ganze Firma von Anfang an darauf ausgerichtet war, ein so simples Design wie möglich zu machen, um zertifiziert zu werden und damit diese Industrie überhaupt erstmal zum Laufen zu bringen. Je fancier es aussieht, je mehr es nach Avatar und Fifth Element aussieht, umso länger und schwieriger ist es, es zu zertifizieren. Insofern, die Firma hat... auf ein sehr einfaches Design sich fokussiert und hat es auch aus meiner Sicht sehr klassisch gut hergeleitet, indem sie die Entwicklung, die bei Spielzeugdrohnen gewesen sind, eben dieses Multirotor-Konzept, wo man gesehen hat, dass im Vergleich zu einem ferngesteuerten Hubschrauber das deutlich stabiler und einfacher zu bedienen war. Dieses Konzept hat man letztendlich in Größe realisiert und das ist nach wie vor auch Aus meiner Sicht der Grund, warum wir jetzt vorne sind Richtung der Zertifizierung und warum wir mit diesem Produkt als erstes im Markt gehen.

Sprecher 12: Welche Städte, welche Regionen sind denn am weitesten? Wo, glauben Sie, werden Sie in den nächsten ein, zwei Jahren starten können?

Sprecher 13: Also wir haben da eine klare Ramp-up-Phase definiert. Wir haben seit mehreren Jahren Gespräche mit Paris, Rom, Osaka und Neo. Das sind die ersten und dann geht es weiter in China.

Sprecher 12: Woran liegt das, dass die jetzt keine deutsche Stadt genannt haben? Wir reden über eine nachhaltige elektrische Mobilität. Das ist ja nichts anderes als die E-Autos in der Luft. Warum ist das nicht ein Thema seit Jahren und wird überall gepusht, gefördert und anvisiert?

Sprecher 13: Weil wir leider den Hang dazu haben, etablierte Industrien, die über 100 Jahre generiert wurden, mit Start-up-Industrien zu vergleichen und erwarten, dass wir von Anfang an auf dem Level sind. Und das ist natürlich nicht möglich. Wir brauchen eine Einführungszeit, eine Transitionszeit. Es ist wirklich Äpfel mit Birnen vergleichen. Das ist die gleiche Diskussion, die es bei Elektromobilität auf der Straße gab. Ich habe vor zehn Jahren, 2013, habe ich BYD besucht und mir das angeschaut und habe gesagt, das wird uns mal ziemliche Kopfschmerzen bereiten. Und man hat damals über die BYD gelacht. Die Spaltmaße sind nicht in Ordnung, das Design ist nicht gut genug, die Qualität ist nicht gut genug. Das wird nie in Europa funktionieren. Jetzt ist der größte Elektromobilhersteller der Welt und wir haben aus berechtigten Gründen Angst davor, wenn die ganzen Modelle nach Europa kommen. Also wir sind dort immer eher sehr auf einem hohen Ross, diese Themen zu beurteilen und wir versuchen, Risikoabsicherung zu machen, die es nicht gibt. Eben auch Ausdauer, es braucht Mut und da fehlt es uns manchmal, genau diesen Mut zu haben, da ein Risiko einzugehen. Aber wie gesagt, andere mit mehr Weitblick sehen, dass diese Industrie in den 30er Jahren eine entscheidende Rolle weltweit spielen wird und dass die Firmen, die jetzt dort sich vorbereiten, natürlich dann auch hinterher den Wohlstand und die Jobs generiert werden.

Sprecher 12: Was könnte in zwei oder meinetwegen drei Jahren möglich sein, wenn man ein Volocopter-Fluggerät bucht? Wie viele Menschen könnten Sie mitnehmen? Wie teuer wäre ein Ticket? Wie lange dauert so ein Flug? Kann man das schon skizzieren? Können Sie unsere Fantasie ein bisschen anregen?

Sprecher 13: Wir werden dieses Jahr zertifizieren, wir werden nächstes Jahr kommerziell fliegen. Zwei Sitze, 20, 30 Kilometer. werden das dann steigern Richtung 40 Kilometer, werden die Payload erhöhen, dann kommt das nächste Modell, dann wäre es mehr Reichweite. Und 2027 haben wir dann einen Fünf-Sitzer, ein Pilot, vier Passagiere, der dann in der Lage ist, auch ein stabiles Business-Konzept zu generieren. Und ob das jetzt vier, fünf, sechs macht nicht den Unterschied. Was wir brauchen, um das ganze Ökosystem dann zu beschleunigen, sind zwei Faktoren. Einmal bessere Batterien mit mehr Leistung und Energiedichte. Und zweitens die Integration in das Luftsicherheitskonzept der zivilen Luftfahrt. Damit wir mehr Frequenz, engere Distanzen fliegen können, damit daraus auch die Kapazität wird, die dann auch einen echten Beitrag liefern kann. Heute das Luftrecht, wie es strukturiert ist und die Abstandsregeln ermöglichen nicht in Kürze bereits die hohe Flugzahl, die notwendig ist, um dann wirklich auch für den Betreiber das Thema zu skalieren. Das wird aus meiner Sicht Ende der 20er, Anfang der 30er passieren. Wir brauchen also erst die Digitalisierung, den Fortschritt dieser Technologien, damit wir dann auch diese Flugsysteme mit einbinden können und damit dann eine Automatisierung generieren können, die uns dann systematisch dahin führt, dass wir dann irgendwann auch mal darüber reden können, ohne Piloten zu fliegen. Das wird aus meiner Sicht in diesem Jahrzehnt nicht mehr passieren. Wegen dieser Hürden wird es einfach Zeit brauchen und aus meiner Sicht eher Mitte der 30er Jahre passieren. Was kann da? Ein Ticket kosten, letztendlich ist genau das die Diskussion, die wir mit den Partnern haben. Der abgeleitete Preis aus dem gesamten Ökosystem ist viel zu hoch. Der ist zwar immer noch günstiger als ein Hubschrauberpreis, aber zu teuer, um für diese kurzen Strecken diesen Preis zu rechtfertigen. Das heißt, es wird ein subventionierter Preis sein.

Sprecher 12: Den Sie gerade meinten, den abgeleitete?

Sprecher 13: Den, wie gesagt, nein, den würde ich jetzt so...

Sprecher 12: Reden wir hier über 1.000 Euro oder 500?

Sprecher 13: Ja, wir reden schon mehr als 1.000 Euro, wenn man einfach alles Kosten reinrechnen würde. Wenn ich sage, den Bau oder die Abschreibung von VertiPorts, die alle zusätzlichen Einrichtungen, die generiert werden für das Handling von Gepäck und Passagieren, Sicherheitsvorkehrungen, Wenn man das alles komplett reinrechnet, dann ist das am Anfang für diese paar Flüge natürlich zu teuer. Das geht erst über Balance of Scale, mehr Flüge und entsprechend auch dann über mehr Sitze. Wir haben ausgerechnet, ab drei Zahlen im Passagieren trägt sich dieses System. Wenn ein Teil dieser Infrastrukturinvestments auch über die... Operator bzw. Über staatliche Subventionen mitfinanziert wird. Wir können nicht ein gesamtes Ökosystem aus dem Ticketpreis finanzieren.

Sprecher 12: Bleibt es am Ende nicht dann doch ein Nischenprodukt für Superreiche?

Sprecher 13: Definitiv nein. Und da bin ich bereit, jede Wette einzugehen, persönlich, dass in den 30er Jahren das eine Riesenindustrie sein wird und die in unserem allgemeinen Umfeld überall, sichtbar sein wird. So wie jetzt Uber, sage ich mal, über die Zeit sich schleichend ausgebreitet hat, so wird man auch plötzlich in seinem Umfeld, zu Hause, in der Stadt, in der Region, wird es VertiPods geben und man wird diese Flüge buchen können und zu attraktiven Preisen. Wird es so billig sein wie ein Bus? Nein.

Sprecher 12: Oder ein Uber?

Sprecher 13: Aber so billig wie ein Uber wird es definitiv sein, weil wir haben das durchgerechnet. Sobald wir in die hunderte, schräger tausende Produktionen gehen, sind die Benes-of-Scale-Effekte so groß, dass man das ohne Probleme erreichen kann.

Sprecher 12: Herr Oke, ich bedanke mich für diesen Einblick in die Welt der Flugtaxis, der nicht fern ist, aber scheinbar doch realistisch ist. Vielen Dank für diesen ersten Einblick in eine spannende Branche und wir wünschen Ihnen alles Gute.

Sprecher 13: Vielen Dank dafür.

Sprecher 3: Zum Nachtisch blicken wir auf ein sozialdemokratisches Urgestein, das in der Partei, damit auch in der Bundespolitik, noch eine größere Rolle spielen könnte. Sie ahnen es vielleicht, Hubertus Hein. Seit 1998 im Bundestag und damit der dienstälteste Abgeordnete sollte Peter Ramsauer in der kommenden Legislatur nicht mehr dabei sein. Er weilt derzeit in den USA. Während also die Weltnachricht in Washington gerade über die Ticker lief, aß er mit demokratischen Mitgliedern zu Mittag. Später wird er nach Houston und nach Austin fahren, um dort bei der NASA und bei amerikanischen Firmen die KI-Technologie zu studieren und was sie in der möglichen Arbeitswelt bedeuten könnte. Warum er deswegen auch zu NASA fährt? In Deutschland fragt sich manch Oppositionsabgeordneter, was das denn für eine Lustreise ist. Aber die menschenzentrierte KI, wie es Hubertus Heil gesagt hat, die ist die Zukunft der Arbeit und daher für den Arbeitsminister ein wichtiges Betätigungsfeld. Nun, naja, die NASA, sie forscht eben nicht nur an der KI im All, sondern nutzt auch das, was sie dort lernt, für Anwendungen auf der Erde. Dieser Mann, das ist die Botschaft hinter dieser Reise, will sich das Zukunftsthema schnappen und macht sich mit außenpolitischen Reisen auch ein bisschen, naja, hübscher würde man sagen, für die SPD. Denn sollte es dazu kommen, dass ein gewisser Olaf Scholz von den Wählern 2025 doch... in den Ruhestand geschickt wird, dann muss es einen neuen Sozialdemokraten geben, der die SPD vielleicht in eine Junior-Partnerschaft mit der CDU führt, Fraktionschef wird, Vizekanzler wird, irgendwie eine dieser wichtigen Ämter. Und der Peiner Politikwissenschaftler Robertus Heil, der will das auf jeden Fall machen und nicht kampflos gegen seinen niedersächsischen Parteifreund Lars Klingbeil aufgeben. Immerhin, Heil ist zwar seit 1998 im Bundestag, aber erst zarte 51 Jahre alt. Im besten Politikeralter. Wenn man sich andere Wahlkämpfe anschaut, ist das ja fast ein Jungbrunnen für politische Ämter. Ich freue mich, wenn Sie auch morgen wieder bei uns im Podcast zu Besuch sind. Bis dahin, Ihr Michael Bröker.

Sprecher 2: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.