Wann kommt der Wärmepumpen-Boom, Herr Kohle?
Dauer: 24:10

Wann kommt der Wärmepumpen-Boom, Herr Kohle?

Deutschland feiert 75 Jahre Grundgesetz. Zu Beginn dieser Episode sprechen Helene Bubrowski und Michael Bröcker über die Verfassung, die ein Provisorium sein sollte, aber Deutschland in West und Ost erhalten geblieben ist.


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Bundesweit bleibt die Zahl der installierten Wärmepumpen derzeit deutlich hinter den Erwartungen zurück – doch beim Energie-Startup Enpal laufe das Geschäft mit den klimafreundlichen Heizungen „richtig gut“, sagt Gründer und Geschäftsführer Mario Kohle. Die neue Förderung, die in den meisten Fällen bei 50 bis 70 Prozent liegt, führe dazu, dass eine Wärmepumpe „im Vergleich zur Gasheizung die deutlich bessere Alternative ist“. Kohle kritisierte, dass das Thema im vergangenen Jahr „politisch unnötig aufgeladen wurde“. In Beratungsgesprächen könnten falsche Annahmen jedoch in der Regel schnell aufgeklärt werden.  


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Transkript

Sprecher 1: Die Mehrheit der Deutschen, übrigens auch die Mitglieder des Parlamentarischen Rates selber, haben gedacht, das ist eine Übergangslösung.

Sprecher 2: Die Teilung Deutschlands wird eines Tages, das ist unsere feste Überzeugung, wieder verschwinden. Deutschland hat wieder eine Aufgabe. Es will seine ganze Kraft einsetzen für die Gestaltung Europas, für die Sicherung des Friedens. Das ist die schönste Aufgabe, der einem Volke überhaupt gestellt werden kann. Wir wollen versuchen, sie zu lösen.

Sprecher 3: Natürlich war das ein großer Tag. Das war ein großer Tag, klar. Das erste Mal nach der Nazizeit, frei gewähltes Parlament, das ist natürlich ganz was Tolles.

Sprecher 4: Heute feiern wir 75 Jahre Grundgesetz. Mit den Männern und Frauen des Parlamentarischen Rates habe ich damals monatelang am Text gefeilt, damit wir eine stabile und wehrhafte Verfassung erhalten. Am 23. Mai 1949 konnte ich das Grundgesetz dann als Ratspräsident in Bonn verkünden. Und damit war unsere Bundesrepublik geboren. Wir alle sind dafür verantwortlich, die Werte des Grundgesetzes, unsere Demokratie, die Freiheit, die Menschenwürde und den Rechtsstaat zu bewahren und dafür einzutreten.

Sprecher 5: Ja, das würde Konrad Adenauer zum 75. Geburtstag des Grundgesetzes sagen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat seine Stimme für den Geburtstag des Grundgesetzes nochmal aufleben lassen. Wir feiern heute Geburtstag, Michael.

Sprecher 6: Unbedingt, 75 Jahre Grundgesetz, wirklich ein Grund zum Feiern.

Sprecher 5: 23. Mai 1949 war es, soweit 75 Jahre später. Konrad Adenauer war damals dabei, Michael, wir waren es noch nicht, aber wir blicken zurück und ein bisschen nach vorne, was auch in den kommenden Tagen in Berlin zu erwarten ist. Zu unserem Tischgespräch kommt heute Mario Kohle. Und der Name leitet etwas in die falsche Richtung. Der Mann ist nämlich nicht im Kohle-Business, sondern CEO eines großen Green-Tech-Unternehmens, nämlich Enpal. Dieses Unternehmen vermittelt Solaranlagen und will künftig auch in Wärmepumpen investieren. Und zum Nachtisch serviere ich Ihnen meinen Lieblingsartikel aus dem Grundgesetz. Michael, was ist dein Lieblingsartikel aus dem Grundgesetz? Bitte sag nicht die Würde des Menschen.

Sprecher 6: Ist unantastbar. Schön wäre es schon, endlich mal so ein aktiver, klarer, kurzer, prägnanter Satz.

Sprecher 5: Würde mich freuen, wenn du so denken würdest.

Sprecher 6: Ja, wirklich, finde ich ja wirklich. Also es ist der schönste, einfachste, vielleicht reicht das Grundgesetz sogar nur mit Artikel 1. Jedenfalls wünscht man sich mehr von dieser Präzision auch im deutschen Journalismus. Aber nein, ja gut, dann nehme ich natürlich die Meinungsfreiheit und den wunderbaren Satz, eine Zensur findet nicht statt. Finde ich auch schön.

Sprecher 5: Berlin soll feiern, 75 Jahre Grundgesetz mit einem Staatsakt. Der Bundespräsident wird sprechen und dann schließen sich bis zum Sonntag Feierlichkeiten an in Berlin. Das Programm ist natürlich einerseits beeindruckend, weil fast alle Bundesminister mitmachen und andererseits ist es doch irgendwie so, dass man denkt, ist das nicht das, wie wir es kennen? Ja, das eine Dialogformat hier, der Bürgerdialog mit dem und immer geht es um 75 Jahre Grundgesetz, warum wir es schützen müssen, warum es nicht selbstverständlich ist. Hätte man da nicht ein bisschen was Kreativeres sich erhoffen sollen?

Sprecher 6: Immerhin Lena ist ja da und die Kika macht auch eine Show, sodass ich mit den Kindern auf jeden Fall mal vorbeischauen will. Aber du hast schon recht, irgendwie ist das vielleicht auch das Thema für uns, Helene. Wie kann man eigentlich diesen wahren Schatz, auf dem alles, was wir hier an Freiheitsrechten in diesem Land erleben dürfen, der ja das Grundgesetz nun mal darstellt, wie kann man den mal anders erlebbar machen? Wie kann man ihn feiern? Wie kann man ihn jungen Leuten nahe? nahe bringen, Migranten nahe bringen, was weiß ich, irgendwie dieser Bürgerdialog mit Lisa Paus und Manuela Schwesig ist auch dabei, Bundesratspräsidentin, es gibt übrigens noch Tickets für diese beiden, also daran erkennt man schon, also so richtig der Bringer fürs Wochenende ist es wahrscheinlich auch nicht.

Sprecher 5: Ja, ich will das jetzt überhaupt nicht schlecht reden, nur ich frage mich immer, ob nicht diese Formate, die wir alle schon so oft erlebt haben und vielleicht wir Journalisten dann eben besonders oft erlebt haben, ob das nicht vielleicht der falsche Weg ist, um dieses Gefühl zu vermitteln, das es ja auch braucht. Also die Identifikation mit dem Grundgesetz, vielleicht auch das Zweifeln am Grundgesetz, aber eben auch vielleicht die Freude darüber, dass man da neue Formate ausprobieren müsste. Vielleicht passiert es ja, wir lassen uns überraschen.

Sprecher 6: Also ich finde ganz toll, was zum Beispiel das Beethoven-Gymnasium in Berlin gemacht hat. Die politischen Klassen geht ein bisschen durch Social Media und die haben das Grundgesetz erlebbar gemacht. Also die Artikel waren als eine Art Wanderung durch die Schule erlebbar. Man musste sich mit ihnen auseinandersetzen, die einzelnen Artikel. Dann haben sie die Nationalhymne und die Europahymne draußen auf dem Hof gesungen. Das Grundgesetz selbst verteilt an die kleineren und die jüngeren Klassen, die Oberstufenschüler. Also man kann es, und das über Wochen vorbereitet, wie eine Art Theaterstück. Also man kann mit Kreativität natürlich viel machen. Vielleicht muss man auch weg von diesem offiziellen Programm, Helene, und rein in die ganzen Organisationen, Institutionen unseres Alltags, die Vereine, die Schulen da draußen. Und wo können wir da eigentlich das Grundgesetz noch erlebbarer, aber vielleicht auch wieder so ein bisschen mit Freude? Ich finde ja die ganz tolle Aktion übrigens damals, das Magazin rauszugeben. Also das Grundgesetz als Magazin nochmal von dem wunderbaren Journalistenkollegen Oliver Wurm, der das als schickes Kiosk-Magazin rausgebracht hat, damit man es überhaupt mal wirklich liest gelegentlich. Also auch mit einer neuen Anmutung. Es gibt viele kreative Ideen. Ich finde, bei der Bundesregierung ist es ein bisschen üblich. Auch die Fantastischen Vier sind natürlich dabei. Die Prinzen sind auch immer dabei. Also so ganz überraschend ist es nicht.

Sprecher 5: Ja, die Gefahr besteht immer bei Steinmeier, bei Scholz und bei anderen, dass das, was sie dann sagen, man eigentlich, denke ich mal, als Journalistin vorher schon hätte aufschreiben können. Also die Keywords sind irgendwie klar, Errungenschaft, wir können stolz darauf sein, aber jetzt ist es gefährdet. Also auch der Dreiklang, wie es aufgebaut wird. Aber vielleicht auch ein selber erleben, ein selber erinnern, Geschichten erzählen, Geschichten von Leuten erzählen. Warum nicht auch mal Geschichten von ehemaligen DDR-Bürgern, die übrigens, auch das muss man mal sagen, nicht 75 Jahre Grundgesetz feiern, sondern eben erst seit 1990 dabei sind. Und das ist mit einigem Schmerz verbunden, weil sie ja nicht die Möglichkeit hatten, das Grundgesetz mitzugestalten, sondern weil es einfach übernommen wurde. Ja, Joachim Gauck, der ehemalige Bundespräsident, hat diesen Schmerz mal gut auf den Punkt gebracht.

Sprecher 7: Allerdings hat die Einheit den meisten Westdeutschen im täglichen Leben wenig abverlangt. Den Ostdeutschen dagegen mit einem enormen Transformationsdruck sehr viel. Für 16 Millionen Menschen änderte sich in kürzester Zeit fast alles. Schmerzlich mussten wir im Osten erfahren, dass wir Demokratie 1989, 90 zwar über Nacht erkämpfen, nicht aber über Nacht auch erlernen konnten.

Sprecher 5: Immerhin muss man sagen, der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider, wird über das Thema auch diskutieren. 35 Jahre Mauerfall und die Mauer in den Köpfen. Das ist eine Veranstaltung am Samstagabend. Hoffen wir mal, dass es da auch wirklich um persönliche Geschichten geht und nicht nur um das Staatstragende.

Sprecher 6: Aber ich will natürlich auch von meiner Lieblingsjuristin wissen, Helene, wie stabil ist dieses Grundgesetz? Denn eins ist ja klar, in diesen 75 Jahren stand es irgendwie vielleicht noch nie so wirklich so unter Beschuss wie derzeit. Von innen, von außen, von links außen, von rechtsextrem außen vor allem. Also wie stabil ist das Grundgesetz? Das würde mich doch mal interessieren, was meine Lieblingsjuristin dazu sagt.

Sprecher 5: Lieblingsjuristin. Ja, wir dürfen bei allen Bedrohungen, die es derzeit gibt auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht vergessen, dass ein ganz, ganz, ganz großer Teil der Menschen in diesem Land hinter dem und zu dem Grundgesetz stehen. Und übrigens ist es auch nicht so, dass alle Sympathisanten der AfD das Grundgesetz kategorisch ablehnen. Also der Teil wirklich von Extremisten in diesem Land wird geschätzt auf 8 bis 10 Prozent, also Menschen mit einem gesicherten extremistischen Weltbild. Und die werden auch mit den Freiheitsversprechen des Grundgesetzes nicht viel anfangen können, jedenfalls nicht in der Sache, auch wenn sie vielleicht Lippenbekenntnisse dazu abgeben. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass 90 Prozent und mehr zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Und das ist eine gute Nachricht, wenn wir uns anschauen, jetzt werde auch ich etwas pathetisch, woher wir kommen. Das Grundgesetz. 1949 kam das Grundgesetz in ein Land, das die Demokratie nicht nur nicht richtig gelernt hatte, sondern das alle demokratischen Ideale mit Füßen getreten hat. Und da ist es dann doch eine Erfolgsgeschichte, dass wir heute da sind, wo wir sind. Dass wir Deutschen die Demokratie gelernt haben, dass wir Deutschen den Rechtsstaat gelernt haben, dass wir die Grundrechte gelernt haben. Und deswegen ja, finde auch ich, wir können darauf stolz sein und sollten... Auch an diesem Tag, an diesem Geburtstag auf diese Errungenschaften schauen und nicht nur immer die Gefahren dann vielleicht auch medial zu überhöhen, aber sie natürlich ernst nehmen, klar.

Sprecher 6: Ich bin bei Angela Merkel angekommen, liebe Helene, das ist selten genug der Fall. Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit, hat sie gesagt. Also es gibt eigentlich keine Ewigkeitsgarantie für diese Demokratie. Sie muss immer wieder neu verteidigt werden.

Sprecher 5: Im Grundgesetz steht sie drin, aber auch das ist natürlich am Ende ein geschriebener Satz. Und auch der muss geliebt werden. Und zu unserem Tischgespräch begrüßen wir nun sehr herzlich Mario Kohle, den CEO und Gründer von Enpal, ein grünes deutsches Unternehmen mit Erfolgsgeschichte, ein Unicorn kann man sagen. Das Unternehmen ist investiert in Solaranlagen und auch neuerdings in Wärmepumpen. Und mein Kollege Malte Kreuzfeld vom Climate Table hat mit Herrn Kohle gesprochen.

Sprecher 8: Herzlich willkommen, Herr Kohle.

Sprecher 9: Vielen Dank, dass ich da sein darf. Hallo.

Sprecher 8: Ja, dann fangen wir doch mal gleich an mit Ihrem neuen Geschäftsfeld, den Wärmepumpen, die neu dazugekommen sind. Da gab es ja während der Energiekrise große Erwartungen. Die Bundesregierung hatte vorgesehen, 500.000 Geräte pro Jahr sollen installiert werden. Die Branche hat sich darauf eingestellt, hat die Produktionskapazitäten ausgeweitet. Nach dem Rekordjahr ist die Nachfrage dann aber eingebrochen. Aktuell erwartet die Branche nur 200.000 Verkäufe und die Antragszeiten bei der KfW lassen sogar noch niedrigere Zahlen befürchten. Wie läuft das Geschäft denn bei Ihnen?

Sprecher 9: Ja, zum Glück wussten wir das nicht, weil bei uns läuft es gerade richtig gut. Wir haben aktuell aufs Jahr hochgerechnet eine Runrate von 5000 Wärmepumpen und laufen darauf hinaus, dass wir uns da, also Wachstum wirklich um mehr als 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen. Das heißt, wir sehen, dass die Förderung, die da jetzt seit neuestem scharf geschalten wurde, ganz, ganz stark dazu führt, dass für Kunden im Vergleich zur Gasheizung die deutlich bessere Alternative geworden ist.

Sprecher 8: Aber das ist interessant. Also bei Ihnen läuft es nicht schlechter als erwartet. Starkes Wachstum ist ja das eine, aber ist das Wachstum so stark wie geplant?

Sprecher 9: Ja, also ein bisschen drüber. Wir haben ja sogar gesagt, dass wir für das Jahr 2026 planen, die Milliarde Euro Umsatz zu machen im Wärmesegment. Also da haben wir bei Solaranlagen bei uns ungefähr, um da in die Richtung zu kommen, so sieben Jahre gebraucht. Und bei Wärmepumpen sind wir da wesentlich schneller, weil wir einerseits sehen, natürlich auch schon Learnings, die wir aus Solaranlagen gemacht haben, auch auf Wärmepumpen übertragen können. Und weil wir eben da einfach eine riesige Nachfrage sehen. Also wir sind da... Extrem positiv.

Sprecher 8: Okay, das ist interessant, weil ich erlebe im Bekanntenkreis immer noch sehr viel Verunsicherung bei den Menschen, dass gesagt wird, funktioniert das in meinem ungedämmten Altbau überhaupt und kann man das überhaupt bezahlen und kriegt man die Förderung am Ende wirklich und so.

Sprecher 9: Dafür gibt es ja Anbieter wie uns, dass wir halt eben aufklären, dass wir beraten, dass wir Sicherheit geben und Leuten ihre Fragen, die sie haben, beantworten. Und wir stellen halt fest, dass wenn diese Fragen beantwortet sind, dann finden die Leute das super cool und machen das.

Sprecher 8: Aber jetzt mal konkret zu werden, wenn ich jetzt so ein Einfamilienhaus habe, nicht so viel dran gemacht worden seit den 70er Jahren bisher. Eine Gasheizung drin, über 20 Jahre alt. Was muss ich denn, mit was für Kosten muss ich denn rechnen, um deine Wärmepumpe von Ihnen installiert zu kriegen?

Sprecher 9: Naja, abzüglich der Förderung, die ja beträchtlich ist, also zwischen 50 und 70 Prozent, kostet eine Wärmepumpe so um die 26.000 bis 30.000 Euro. Und da können Sie dann halt die Förderung von 50 bis 70 Prozent abziehen. Das heißt, man ist bei einer Wärmepumpe, die man durch diese Forderung erhält, eigentlich in einem ähnlichen Preisregion wie vorher bei einer Gasheizung. Und wenn man jetzt betrachtet, dass die Wärmepumpen, die man heute bekommt, wir arbeiten da mit der Firma Bosch sehr erfolgreich zusammen, auch eine wirklich gute Effizienz und Jahresarbeitszahl haben. Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass CO2 immer weiter bepreist werden wird in Zukunft und dass man auch nicht weiß, wie die Gaskreise sich entwickeln, Ich glaube, das ist für viele Kunden sehr interessant. Wenn man das dann noch mit einer Solaranlage und einer Speicherlösung und zukünftig einen Virtual Power Plant, also einen intelligenten Stromtarif, kombiniert, dann sind die Ersparnis-Potenziale noch viel größer.

Sprecher 8: Okay, man muss aber ja zunächst, das habe ich jetzt als Kritik wahrgenommen, auch in anderen Gesprächen, ja die Kosten mal vorstrecken, bis man dann Monate später die erstattet kriegt vom Staat, wenn man alle Nachweise erbringen kann. Haben Sie da schon Erfahrungen? Funktioniert das am Ende mit der Kostenerstattung? Gibt es da Schwierigkeiten? Müsste man da ein Verfahren vielleicht noch irgendwas ändern, um diese Summe nicht komplett zwischendurch einmal aufbringen zu müssen? So einen großen Dispo hat ja nicht jeder, dass man erstmal die 30.000 bezahlen kann und dann vielleicht später 15.000 zurückkriegt.

Sprecher 9: Natürlich kann man das noch besser machen. Also ich glaube, dass man auch hier Bürokratie abbauen und das noch einfacher gestalten kann. Man muss natürlich sagen, dass das schon ein Meilenstein war und ist. Und dass wir glauben, dass man da natürlich noch besser machen kann, wie man alles besser machen kann. Aber wir gehen davon aus, dass das sehr gut im Ablauf funktionieren wird aktuell.

Sprecher 8: Das heißt, im Moment hätten Sie auch gar keine Wünsche, was die Politik noch nachbessern müsste an den bestehenden Regeln?

Sprecher 9: Naja, wie gesagt, man kann das schon noch ein bisschen einfacher machen, man kann das schon entbürokratisieren. Selbstverständlich sagen wir das dann auch den Stakeholdern. Aber ich muss sagen, dass das sozusagen wahrscheinlich der bedeutendste Schritt ist, den ich bislang wahrgenommen habe in dem Feld. Da muss man auch der Regierung wirklich mal ein Kompliment aussprechen.

Sprecher 8: Okay, das ist ja erfreulich zu hören. Da hatte ich an anderen Stellen ganz andere Eindrücke gekriegt, aber das ist ja gut, dass das bei Ihnen alles erfolgreich läuft. Kommen wir mal zu Ihrem anderen Geschäftsfeld, den Solaranlagen, die Sie ja schon sagten, teilweise auch gemeinsam verkaufen, aber auch immer noch gesondert. Wie ist denn da die Lage? Ist da bald der Markt irgendwann nochmal gesättigt, dass jedes Einfamilienhaus, was geeignet ist, eine Anlage auf dem Dach hat oder ist da noch sehr viel Potenzial?

Sprecher 9: Naja, wir sehen natürlich, dass sich der Markt, nachdem der durch den Ukraine-Krieg... sehr stark gewachsen ist, weil viele Leute natürlich dann auch aufmerksam geworden sind, dass sie jetzt doch vielleicht ein bisschen schneller als geplant eine Solaranlage haben wollen. Der Markt hat sich dahingehend schon konsolidiert. Wir sehen da einen stärkeren Preiskampf und wir sehen halt eben teilweise auch atomistische Marktstrukturen, wo viele Player da um wahrscheinlich eine etwas geschrumpfte Anzahl an Kunden ringen. Also schon, glaube ich, ein veränderter Markt. Was wir natürlich sehen, ist, dass durch die fallenden Preise und die auch immer besser werdenden Solarmodule sich Solar natürlich fantastisch lohnt. Wir haben gerade erst wieder eine Studie vom GW gesehen, dass eine Solaranlage mit Wärmepumpe und Elektroautos verglichen mit der fossilen Lösung, also Gasheizung, zwei Benzinautomotoren und Stromvertrag, halt so 100.000 Euro über 25 Jahre einspart. Also wir sehen mittlerweile Solaranlagen inklusive Wärmepumpen und Elektroautos in der Komplettlösung, wie wir sie ja anbieten, da halt einfach mittlerweile etwas ökonomisch eigentlich Sinn machen.

Sprecher 8: Und bei Solar ist jetzt ja absehbar, dass wir sehr bald so viel installiert haben werden in Deutschland, dass an jedem sonnigen Mittag die Solaranlagen mehr Strom produzieren, als wir insgesamt verbrauchen. Das heißt, der Druck, das mit Batteriespeichern zu kombinieren, wird ja wahrscheinlich immer größer, oder?

Sprecher 9: Also was wir bei uns sehen, ist, dass fast 100 Prozent, also 999 Prozent der Kundinnen und Kunden sich einen Batteriespeicher dazuholen. Was schon ziemlich krass ist als Entwicklung. Also das ist eigentlich der absolute Standard geworden, dass man sich den Batteriespeicher dazu holt. Und die Riesenchance, die wir auch sehen, ist, dass wenn man diese Batteriespeicher, wenn man da ein paar regulatorische Veränderungen macht, sodass die, wenn die vollgeladen werden, um das Netz zu entladen, nicht noch extra dafür eine Steuer an das Netz bezahlen müssen. Dass man dann eigentlich damit auch den Netzausbau, der ja zusätzlich jetzt notwendig wird, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Elektrifizierung von Wärme und Autos, dass man da viel weniger Netzausbau benötigt.

Sprecher 8: Nun gab es im letzten Jahr ja nicht nur gute Schlagzeilen über Enpal, sondern auch Kritik. Da ist berichtet worden, dass die Installateure zum Teil keine ordentliche Arbeit geleistet haben. Auch von den Netzbetreibern gab es Beschwerden. Ist Enpal möglicherweise zu schnell gewachsen, um die Qualifikation aller Mitarbeiter immer im Auge zu behalten?

Sprecher 9: Also prinzipiell ist ja Kritik was Gutes und Hilfreiches. Und ich glaube, Jeff Bezos hat mal gesagt, dass man, wenn man kritisiert wird, sich als erstes erstmal fragen muss, ob derjenige, der einen da kritisiert, zu Recht kritisiert oder eben nicht. Zu den Kundenerfahrungen ist zu sagen, dass wir mittlerweile 11.000 Kunden bewerten. Bewertungen auf Google bekommen haben. Das ist also höchst transparent. Wenn man einfach N-PAL googelt, sieht man da ja unsere Kundenbewertungen. Und die haben im Schnitt 4,3 Sterne. Also mit Abstand die meisten Top-Bewertungen für eine Solarfirma oder eine erneuerbare Energiefirma da in Deutschland bekommen. Das heißt, dass die überwältigende Anzahl von Kunden total happy ist mit dem, was wir machen. Und natürlich ist es eine Installationsdienstleistung, wo unterschiedliche Kundenwünsche da sind und wo auch mal was schief geht. Wir sehen halt eben auch, dass die Kundenbewertungen sogar gestiegen sind in ihrer Qualität im letzten Jahr. Wir arbeiten sehr hart daran, dass das weiterhin so ist. Aber natürlich sind wir auch eine Firma, die nicht frei von Fehlern ist und da auch mal welche macht. Und dass wir dann dafür auch mal gecallt werden, ist, glaube ich, auch einfach nur fair. Und das müssen wir dann eben umgehen und lernen.

Sprecher 8: Im Wärmepumpenbereich brauchen Sie jetzt ja auch sozusagen wahrscheinlich mehr oder neue Mitarbeiter. Da gab es ja auch von Seiten der Bundesregierung aus der Branche immer die Sorge, ob es überhaupt genug Fachkräfte gibt, um so viele Wärmepumpen fachgerecht und vernünftig zu installieren. Wie lösen Sie das Problem? Haben Sie Schwierigkeiten, genug gute Leute zu finden?

Sprecher 9: Also wir sind ja bei N-Palema sehr, sehr lösungsorientiert. Und wenn es irgendwie ein Problem gibt, dann fragen wir uns, wie müsste dann eigentlich eine Welt aussehen, in der das Problem nicht mehr da ist. Und wir haben ja bei Sol... klar mit eigenen Akademie-Konzepten schon tausende von Leuten ausgebildet darin, als Solarmonteur tätig werden zu können, nachdem wir denen Schulungen gegeben haben, sowohl in der Akademie als auch auf zahllosen Baustellen. Und das gleiche Konzept verwenden wir jetzt in einer ähnlichen adaptierten Form auch für Wärmepumpen. Und dass wir gerade die Enpal Akademie für Wärmepumpen als Schulungszentrum ins Leben rufen und da zukünftig bis zu 1500 Arbeitsplätze in Deutschland für Wärmepumpeninstallateure schaffen.

Sprecher 8: Okay, ja, das sind ja insgesamt doch gute Nachrichten. Hoffen wir, dass die sich in ähnlicher Form auch auf dem Gesamtmarkt niederschlagen, wo es bisher noch nicht ganz so gut aussieht. Aber in diesem Sinne erstmal für die Informationen. Hoffentlich erreicht es auch hier wieder ein paar Leute, die jetzt sozusagen merken, dass das doch alles besser funktioniert, als manche öffentliche Debatte so erscheinen lässt. Herzlichen Dank für den Besuch bei uns. Mario Kohle, CEO von Enpal.

Sprecher 9: Vielen Dank.

Sprecher 5: Und zum Nachtisch, ich hatte es Ihnen schon angekündigt, gibt es meinen Lieblingsartikel aus dem Grundgesetz. Und das ist die Einbettung Deutschlands in Europa. Der Artikel hat sieben Absätze. Wir begnügen uns jetzt erstmal mit Absatz 1, Satz 1. Und ich muss zugeben, Michael Brücker hat natürlich auch in diesem Punkt recht. Es gibt schönere Artikel, aber von der politischen Bedeutung ist dieser mein liebster. Zur Verwirklichung eines vereinten Europas wirkt die Bundesrepublik Deutschland bei der Entwicklung der Europäischen Union mit, die föderativen, rechtsstaatlichen, sozialen und föderativen Grundsätzen und dem Grundsatz der Subsidiarität verpflichtet ist und einen diesem Grundgesetz im Wesentlichen vergleichbaren Grundrechtsschutz gewährleistet. Da steckt für mich ganz viel drin, nämlich Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaatsprinzip und eben der Grundsatz der Subsidiarität. Das heißt, Europa soll nicht alles machen, was die Nationalstaaten machen können, sondern im Gegenteil, Europa soll erst nur das machen, was nicht auf einer lokalen oder nationalen Ebene besser geregelt werden kann. Und die Verwirklichung eines vereinten Europas, das daran die Bundesrepublik mitwirkt, finde ich eine wunderbare Idee, gerade in diesen Zeiten, in denen auch die EU so unter Beschuss ist und natürlich auch gerade. Kurz vor der Europawahl. Vielleicht haben Sie einen anderen Lieblingsparagrafen, teilen Sie uns das gerne mit unter podcast.table.media und sagen Sie uns auch, warum Sie diesen Paragrafen so schätzen. Ich freue mich darauf und ich freue mich auch, wenn Sie vielleicht am Sonntag Lust haben zu kommen. Da werden nämlich die Bundesverfassungsrichter interviewt und ich habe die große Ehre, zwei von ihnen zu interviewen, nämlich Herrn Dr. Wöckel und Frau Prof. Wahlrabenstein. Das ist auch Teil des Fests der Demokratie. Vielleicht sehen wir uns da, wenn Sie Lust haben. Und ansonsten hören wir uns morgen früh schon wieder. Dann ist Freitag, der 24. Mai und das Grundgesetzfest in Berlin hat richtig begonnen. Wir können vielleicht eine erste Bilanz ziehen und feststellen, dass es doch viel lustiger und viel emotionaler ist, als wir das hier vorhin angeteasert haben. Bis dahin machen Sie es gut, Ihre Helene Bobrowski.

Sprecher 10: Berlin. Die Bundesregierung berät über weitere Entlastungen für die Wirtschaft und hat dafür einen Ausschuss gebildet.

Sprecher 11: Schluss mit Schneckentempo in Berlin und Brüssel. Jetzt wirksame Entlastungen und Reformen voranbringen. Damit die Chemie- und Pharmaindustrie wettbewerbsfähig bleibt. Ihr Verband der chemischen Industrie.