Wofür stehen Sie, Herr Söder?
Welche Pläne hat Markus Söder? Will er vielleicht doch noch einmal Kanzlerkandidat werden? Hat er vielleicht vor, als Superminister nach Berlin zu gehen? Oder kommt für ihn auch ein ganz anderer Posten in Berlin infrage?
Michael Bröcker hat ihm diese und andere Fragen gestellt.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Hinein geht es in einen wunderschönen Pfingstmontag. Herzlich willkommen zu Table Today. Helene Bobrowski mein Name und heute, Sie werden es sich glauben, meine Damen und Herren, auf dem Boot meldet sich...
Sprecher 3: Michael Brücker, einen schönen guten Morgen. Es ist schön hier. In Brandenburg.
Sprecher 2: Der Tischredakteur, der sich mal wieder auf Booten tummelt. Aber es sei ihm von Herzen gegönnt, Michael. Alle reden über Markus Söder. Auch wir wollen gleich über Markus Söder reden. Der Unterschied zwischen uns und den anderen ist, dass wir auch mit Markus Söder reden. Ja, Michael, warum ist Markus Söder eigentlich wieder so im Fokus? Er ist doch am Ende nur der Ministerpräsident eines von 16 Bundesländern, oder?
Sprecher 3: Ich glaube, er bereitet wirklich gerade vielleicht die letzte oder die nächste Karrierestufe vor. Nach der Wahl zum Ministerpräsidenten in Bayern ist für ihn das nächste Ziel ja nicht mehr erneut Ministerpräsident in Bayern. Dafür muss man Markus Söder kennen, der brennt vor Ehrgeiz. Also irgendwas geht in ihm vor. Entweder will er doch noch Kanzlerkandidat werden oder vielleicht nach Berlin als Superminister gehen. Oder vielleicht am Ende doch sogar Bundespräsident, was in der CSU ja immer wieder gerne gerade kolportiert wird. Irgendwas hat er vor. Er ist jedenfalls so präsent wie nie, Helene.
Sprecher 2: Ja, wobei mit der Bundespräsidentennummer, das glaube ich noch nicht, weil das für ihn, für diesen Machertypen am Ende viel zu viel Repräsentation ist. Aber wie auch immer, ja in der Tat, also die K-Frage ist noch eine offene. Jedenfalls behauptet die CSU. Dort hört man jetzt von egal mit wem man spricht, den Hinweis auf die Umfrage, die es kürzlich gab. Anfang Mai, am 7. Mai, hat die Bild-Zeitung Insa beauftragt, mal zu fragen, wer eigentlich der beliebteste Unionspolitiker ist. Söder, Merz oder Wüst. Und tatsächlich auf Platz 1 mit großem Abstand landete Söder 29 Prozent. Auf Platz 2 Hendrik Wüst mit 19 Prozent und erst abgeschlagen auf Platz 3 mit 17 Prozent Friedrich Merz. Das also gibt dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Auftrieb und zeigt eben, er ist noch im Rennen, oder? Von wegen Platz in Bayern.
Sprecher 3: Ja, und beide haben ja immerhin auch in öffentlichen Statements immer wieder gesagt, wer Kanzlerkandidat wird, der muss natürlich die besten Chancen haben. Das ist ja eigentlich Usus und eigentlich logisch, dass nur der aufgestellt werden kann, der auch die meisten Stimmen holen könnte. Aber bei den Unterschieden zwischen Söder und Merz ist es eben eindeutig. In der Popularität liegt er übrigens seit Monaten vorne. Auch Henrik Wüst und Daniel Günther liegen in vielen Persönlichkeitsumfragen ja noch vor Friedrich Merz. Auch nach dem erfolgreichen CDU-Parteitag ist das offenbar so. Insofern, Markus Söder wartet ab. Der wartet und lauert und schaut, ob nicht doch irgendwo nochmal ein kleines Fettnäpfchen für Friedrich Merz da ist.
Sprecher 2: Genau, und dann würde er erwarten, dass man dann aber auch auf Knien rübergerutscht kommt nach München und ihn bittet. Er würde auf gar keinen Fall in ein Rennen gehen, das er nicht sicher gewinnen würde. So jedenfalls höre ich das aus der CSU. Alles interessant. Wir sind gespannt, wie es da weitergeht in diesem Rennen. Da hatte sich doch eigentlich die Union vorgenommen, sowas nicht noch einmal zu machen, nachdem sie sich die 2021er Wahl auf diese Art und Weise selbst versaut hatten.
Sprecher 3: Ja, spannend wird sein, wie das Verfahren am Ende aussieht. Söder und Merz sagen die ganze Zeit, das Verfahren bestehe eigentlich nur aus einem Gespräch der beiden, vielleicht in einem Nürnberger Frühstückssaal. Die Landesvorsitzenden der CDU sagen natürlich auch, die Präsidien müssen mit einbezogen werden. Also wer am Ende ist, wie bestimmt, wird man sicherlich anhand der Persönlichkeitswerte der Spitzenleute dann nochmal sehen. Im Herbst, Spätsommer, Herbst soll ja nominiert werden nach den Landtagswahlen. Also Ende September ist es soweit und bis dahin kann man noch ganz schön viel Alarm machen auf Social Media. Das jedenfalls hat Markus Söder vor, der offenbar jetzt auch noch bei TikTok ist und irgendwie jede Einladung gerne annimmt, glaube ich, die ihn in ein illustres Licht rücken lässt. Zum Beispiel auch China reisen und fränkische Weinkönige. Also da ist inzwischen alles dabei.
Sprecher 2: Schokoeier.
Sprecher 3: Genau, Schokoeier werden gezeichnet. Also die Markus-Söder-Festspiele. Das macht man nicht einfach nur so.
Sprecher 2: Was die CDU natürlich für sich in Anspruch nimmt, ist, dass Markus Söder zwar in manchen Umfragen vorne liegt, aber am Ende so die Behauptung von der insbesondere norddeutschen CDU, man würde dann eben sein Kreuzchen doch bei ihm nicht machen. Und ich als Hamburgerin muss sagen, dass tatsächlich Bayern und die CSU so vom Hamburger Gefühl her ziemlich weit weg ist. Man auch mit dieser ganzen Protzigkeit in Bayern nicht so richtig zurechtkommt. Ein eigenes bayerisches Luftfahrtprogramm und so, da runzelt mancher Norddeutscher. dann doch die Stirn und findet das alles nicht so passend. Insofern, die Aussichten für die CSU jenseits des Weißwurstgürtels sind immer schon schlecht gewesen. Und tatsächlich hat es einfach auch noch keinen CSU-Kanzler gegeben. Das gehört auch zur Wahrheit dazu.
Sprecher 3: Ja, ich habe ihn natürlich auch nach dem Weißwurst-Äquator gefragt und ob er nördlich dieser imaginären Grenze eigentlich überhaupt wählbar ist. Er ist ja der Meinung, die bundesweiten Werte, die er hat, die könnten ja nur deswegen so gut sein, wenn man eben auch außerhalb von Bayern beliebt ist. Das stimmt ja durchaus. Er war auch im Rennen gegen Armin Laschet, damals auch in anderen Bundesländern, vor allem zum Beispiel im Osten, durchaus beliebt, wird man sehen. Interessant finde ich, dass Markus Söder sich gerade jetzt auch auf den politischen Feldern begibt, wo er früher eigentlich eher eine Anti-Haltung hat und da versucht etwas konsensualer, vielleicht versöhnlicher zu werden. Es ist ein wirklich sehr pro-europäischer Wahlkampf, den Söder und Manfred Weber, die beiden, die ja eigentlich gar nicht miteinander können, derzeit fahren. Also das sind wirklich viele gute und inhaltlich pro-europäische Punkte, die da in dem Wahlprogramm gemacht wurden. Und darüber wollte ich ja auch mit ihm mal reden. Wofür steht die CSU eigentlich, wenn es um Europa geht? Denn, Nelly, da sind wir uns ja einig, in 20 Tagen ist schon die Wahl. Diese Wahl ist wirklich keine ganz normale Europawahl.
Sprecher 2: Das ist völlig richtig. Dass die CSU jetzt so einen europafreundlichen Kurs fährt, zeigt natürlich einmal mehr ihre Wendigkeit, ihre Flexibilität, wenn man es positiv ausdrücken will. Die CSU macht es halt so passend, wie es gerade passt. Aber Michael, du hast mit ihm gesprochen, ihm all die... Diese Fragen gestellt, ihn kritisch gegrillt. Wir haben ihn erreicht auf dem Weg zu einem Wahlkampftermin im Frankenland. Er ist extra für uns rechts rangefahren und hat mit Michael Bröker gesprochen.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 3: Einen schönen guten Morgen, Herr Ministerpräsident Söder.
Sprecher 5: Hallo und grüß Gott.
Sprecher 3: Herr Söder, nur noch wenige Wochen bis zur Europawahl und Europa ist in Aufruhr. Nicht nur wegen des Attentats auf Herrn Fizzo, sondern auch wegen einer neuen rechtspopulistischen Regierung in den Niederlanden. Irgendwie scheint dieses Europa vielleicht wirklich vor einer Schicksalswahl zu stehen, oder?
Sprecher 5: Zum einen finde ich es immer bemerkenswert, wie gelassen oder auch zum Teil wie uninteressiert manche sind bei dieser Wahl, obwohl es doch nach Indien die größte demokratische Wahl der Welt ist. Und wir doch tatsächlich erleben, wie Demokratien auf dem Rückzug, Autokratien auf dem Vormarsch sind und wie tatsächlich auch von Europa innen heraus zerstört werden soll, ist es wohl freiheitsgut. Ich glaube, es ist so wichtig, jedem nochmal klarzumachen, es geht bei dieser Europawahl tatsächlich um den Freiheits- und Friedensgedanken und Demokratie. Und deswegen lohnt es sich hinzugehen.
Sprecher 3: Freiheit und Demokratie sind at stake, aber vorab nochmal die Frage zum Umgang mit Politikern. Herr Söder, Sie sind nun auch ein wahrhaft prononcierter Politiker, der gerne Klartext redet, der auch mal gerne in die Auseinandersetzung geht. Machen Sie sich in diesen Tagen gelegentlich auch mal Sorgen, dass vielleicht der Hass auf die Politik zu groß geworden ist und dass alle, egal welcher Couleur, vielleicht auch abrüsten müssen verbal, damit es nicht noch weiter eskaliert?
Sprecher 5: Zwischen einer klaren Formulierung und einem klaren politischen Konzept und einer Verletzung. der Menschenwürde oder auch des Persönlichkeitsrechts gibt es einen großen Unterschied. In Zeiten von Strauss, Wehner und Schmidt wurde auch relativ deutlich gesprochen. Auch Willy Brandt war es oder Bayern, Helmut Kohl. Es gehört auch zum politischen Kontext, wenn sich alles verschwimmt und verwischt, dann hat übrigens der Extreme ein leichtes Spiel, wenn er sich wirklich dann vielleicht als Alternative darstellt. Deswegen muss man klar formulieren und Dinge auch ändern, denn ein Teil ist tatsächlich so. In Deutschland Motive für extreme Gruppen sind schon auch aktuelle Regierungsverhandlungen. Wir haben in Bayern letztendlich eine Umfrage gehabt, dass 75 Prozent der Bayern mit der Ampel nicht, aber auch gar nichts mehr anfangen können, im Vergleich zu fast 60 Prozent Vertrauen in die Staatsregierung. Aber das ist der eine Teil. Sie haben auf der anderen Seite recht. Es geht darum, wenn man den anderen das Recht abspricht oder wenn man den anderen seiner Existenz angreift, das geht nicht. Und deswegen wehren wir uns gegen Rechtsextreme. Deswegen bieten wir auch den entsprechenden Schutz aller demokratischen Kräfte. Ganz wichtig, jeder muss die Möglichkeit haben, seine Meinung zu sagen. Aber was umgekehrt auch nicht geht, dass insbesondere linke Gruppen versuchen, jeden, der eine andere Meinung als sie selber hat, dann vielleicht genau in diese Debatte mit einzubeziehen und dann nach rechts außen zu schieben.
Sprecher 3: Darüber reden wir mit den Linken, aber tun Ihnen manchmal auch Ihre eigenen Formulierungen leid, Herr Söder, oder kommt das bei Ihnen nicht vor?
Sprecher 5: Naja, also zunächst einmal ist so, natürlich ist mein Temperament etwas anders als das von Olaf Scholz. Ich glaube, dass das Temperament von Olaf Scholz und die Nicht-Kommunikation viele Menschen völlig verunsichert zurücklässt. Mangelnde politische Erführung, mangelnde Erklärung, was man will und mangelndes Zusammenwirken in einer Regierung dazu, dass in Krisenzeiten die Leute noch unsicherer werden und sich vielleicht auch leichter irgendwo anders orientieren, weil sie versuchen. Insofern Temperament erklären ist das eine. Ich denke, das bayerische Temperament ist sowieso ausgeglichen, gemütlich, so wie ich auch. Aber auch umgekehrt natürlich vital und erklärbar und kommunikabel.
Sprecher 3: Und der Frank ist einfach ein bisschen rustikaler?
Sprecher 5: Nein, aber das ist halt einfach so, dass es ein anderes Temperament ist. Und auch der politische Kontext muss das auch sehen. Das ist nicht so wie gepflegte Hanseaten beispielsweise. Aber es ist nicht das Entscheidende. Aber es kommt ja nicht darauf an, ob da jetzt im politischen Auseinander sind, zumal dies oder jenes. Es geht um die Grundlinie, ob du die Persönlichkeit respektiert achtest und ob du auch Demokraten respektiert und achtest. Und das tun wir denn in Bayern, in der den Politiker mehr geschützt und besser geschützt wahrscheinlich als anderswo.
Sprecher 3: Ehrliche Frage, Herr Söder. Wir erleben eine rechtspopulistische Regierung in den Niederlanden. Wir erleben Serbien, aber auch andere osteuropäische Staaten, die in Fragen zu Ukraine oder Russland oder China eine völlig andere Haltung haben als die Mehrheit der Union. Gibt es diese Union eigentlich noch bei den ganz großen zentralen geopolitischen Fragen?
Sprecher 5: Ich glaube, dass es schon ganz wichtig ist, dass Union, also die Europäische Union, nicht nur bedeutet, dass alle von vornherein die gleiche Meinung haben müssen. Und man muss sich dann auch dahin entwickeln. Ich glaube, dass die Einstimmigkeit manchmal ein Problem ist. Deswegen auch Abstimmungen auch in der außenpolitischen Frage besser werden. wenn sie besser organisierbar wäre, wie in allen demokratischen Strukturen, nicht einer dann alles blockieren kann. Ich finde aber dem auch zu viel Gewicht beibringen, auch Ungarn und Viktor Orban. Die besondere Rolle ergibt sich ja im Wesentlichen aus dieser Blockademöglichkeit in der Struktur. Ungarn ist ein tolles Land, ein wichtiges Land, aber das ist jetzt nicht so, dass der ganze Nabel der Welt sich darauf richtet, auch Europa nicht. Das ist das eine. Und das Zweite, was ein echtes Problem ist, dass der deutsch-französische oder französisch-deutsche Motor nicht funktioniert.
Sprecher 3: Also weg von der Einstimmigkeitslogik, auch wenn es dann mal zu Lasten Deutschlands geht?
Sprecher 5: Ja, Deutschland ist doch ohnehin gefragt. Bei meinen vielen Besuchen, die ich auch habe, gerade im europäischen Umfeld, Wir werden ja als Bayern da schon sehr wahrgenommen, wir sind die sexigste Volkswirtschaft in Europa. Manche glauben sogar, Bayern sei ein eigenständiger Staat mit einer eigenen Kultur. Die Wahrheit ist, ein zu starkes Deutschland in Europa, das nervt manche. Aber ein schwaches Deutschland sorgt. Die Europäer, auch die kleineren Länder. Die Mehrzahl wünscht sich ein stabiles, starkes, ein seriöses Deutschland. Dass die italienische Ministerpräsidentin bei einer Pressekonferenz im Dezember gefragt wird, nach dem verheerenden Schuldenurteil des Bundesverfassungsgerichts gegen die Ampel, ob denn Deutschland für Italien noch ein seriöser Finanzpartner sei. Ich muss mir vorstellen, Italien wird gefragt, ob aus Sicht der Italiener, Deutschland finanziell seriös sei. Also die letzten 60 Jahre wäre das eine ungewöhnliche Frage gewesen. Und diese Dinge spürt man und deswegen nur ein starkes Deutschland, das sich eng abschneidet mit Frankreich. kann auch in diesen ganzen Abstimmungsprozessen jedes Mal mit einer guten Idee und guten Argumenten danach punkten. Dafür hätte ich keine Ahnung.
Sprecher 3: Je nach Umfrage wollen nur 30 bis 40 Prozent der Deutschen auf jeden Fall zur Europawahl gehen und wissen auch, worum es geht. Viele interessiert das einfach immer noch nicht. Hat es vielleicht auch noch ein bisschen damit zu tun, dass vor fünf Jahren mal ein CSU-Politiker namens Manfred Weber als Spitzenkandidat angetreten ist für das Amt der Kommissionspräsidenten und dann eine andere Frau, nämlich Ursula von der Leyen, es am Ende wurde?
Sprecher 5: Also das glaube ich nicht, dass es diesen Zusammenhang gibt. Das hat uns geschmackt. Wir haben das als unfair empfunden, auch wenn eben die Regularien in Europa so sind, dass das eben zu diesem Ergebnis gekommen ist. Wir haben uns da geärgert, aber sowohl der Kollege Manzow-Greber als auch wir haben damit unseren Frieden gemacht und unterstützen auch Ursula von der Leyen. Und ich würde mir auch wünschen, dass in Deutschland alle das tun. Ich finde auch schon, es war Barley, Kandidatin von FDP und Grüne, mitwirken in Deutschland, eine deutsche Kommissionspräsidentin zu unterstützen. Das ist also ein bisschen so ein Patriotismus, der dahinter stehen muss, denn die Möglichkeit, an der Spitze der Kommission jemanden zu haben aus unserem Land, das dürfen wir ja nicht einfach verschweigen lassen. Insofern glaube ich, ist das nicht das Problem. Ich glaube, das hat eher was mit zu tun mit... Sehr durchsichtigen Prozessen in Europa und natürlich auch wahrheitsgemäß mit der Tatsache, dass in diesen internationalen, globalen Krisen, je größer die Einheit ist, desto skeptischer man im Einzelfall ist. Und deswegen wird es auch wichtig sein, dass dieses Europa sich unabhängig von der Wahl dann daraus auch neu entwickelt. dass es Veränderungen hat, zum Beispiel in der Migration weitergeht, Freiheit in Europa, Schutzfunktion nach außen, dass der Green Deal nicht das Einzige ist, was stattfindet, sondern beispielsweise ein wichtiges Signal wäre die Abschaffung des Verbots für den Verbrenner. Das ist völlig absurd. Wir verdienen den Vertreter. In Deutschland kürzen wir dann sogar noch die E-Mobilitätsförderung und jammern dann, dass die Chinesen den deutschen Automarkt vielleicht aufholen würden. Also man muss sich halt auch dagegen wehren. Und last but not least, ich fände es wäre ein super Signal in die europäische Union, was sagen wir dem auch in einem Jahr, keine Gesetze oder keine Regeln oder keine Richtlinien. Das würde das Vertrauen in Europa deutlich steigern.
Sprecher 3: Eine Regel wollen Sie schon noch haben, nämlich, dass das Verbrenner aus zurückgenommen wird. Haben Sie eine feste Zusage von Ursula von der Leyen, dass das eine neue EU-Kommission sofort anpackt?
Sprecher 5: Also die gehen davon aus, das ist ja gerade die Schlussfassung der beiden Parteien, CDU und ESO. Das ist nicht auch heute, weil dann hat auch beim CDU-Parteitag gemerkt, die rücken da wirklich wieder eng zusammen. Nicht nur personell, nicht nur stimmungsmäßig, sondern vor allem inhaltlich, was die entscheidende Basis ist. Wir sind alle fest überzeugt, die heutigen Verbrenner sind andere als vor 10, 20 Jahren. Es fällt auch auf, dass die Chinesen beginnen, Verbrennermotoren nachzubauen, weil in der Welt noch weit über 90 Prozent Verbrenner fahren. Und deswegen glaube ich, werden wir unklug, werden wir doof und werden wir auch nicht weitsichtig, wenn wir nicht dieses Verbot aufheben. Am Ende übrigens muss die Technologie entscheiden, muss der Markt entscheiden. Nicht immer mit diesem klassischen grünen Narrativ, man muss alles verbieten, man muss das Gesetz für die Menschen und die Technik ändern. Das scheitert in jedem Fall. Und darum, wir schneiden das eigene Fleisch, Verbrennerverbot aufheben und umgekehrt die Elektromobilität von Deutschen wieder einführen. Das fand ich von Habeck auch einen vollen Schuss ins Ziel, dass er über Nacht bis im letzten Jahr abgeschafft hat, Das war ein schwerer Fehler, Vertrauensbruch. Wir müssen eher umgekehrt arbeiten, unsere eigene Industrie zu unterstützen, anstatt Angst zu haben vor den Chinesen und für die dann zöllig zu sorgen.
Sprecher 3: Aber Politik darf und muss natürlich auch Ziele vorgeben, Planungssicherheit geben. Und auch Sie waren ja mal ein sehr starker Verfechter des Atomausstiegs. Auch Sie sind doch der Meinung, dass man nach 2035 aus der Kohlekraft aussteigen sollte, so wie es die G7-Staaten ja auch wollen. Oder hat sich da Ihre Meinung verändert?
Sprecher 5: Das wird ja häufig so gesagt bei Politikern. Die hat nochmal vor 10, 20 Jahren diesen Jenseits gesagt. Das finde ich gut, das zu reflektieren. Die Wahrheit ist, wenn sich die Lage fundamental ändert und dann würden wir das Gleiche vertreten, dann ehrlicherweise ist man kein guter, vernünftiger Mensch, weil man muss ja schauen, je nach Lage zu entscheiden und dann die Ziele weiter zu entwickeln. Beim Thema Energie ist es ganz einfach. Wir sind für einen Ausbau erneuerbarer Energien, absolut. Bayern liegt da sehr, sehr gut. Auch Platz 1 bei der installierten Leistung. Wir holen sogar beim Wind etwas auf. Der Gesamtvolumen ist sehr, sehr stark. Das Erste. Wir brauchen aber Grundlastfähigkeit. Man kann zwei Möglichkeiten. Man behält die Kohle, man behält die Kernenergie. Aber aus beiden auszusteigen, ist schon echt mutig. Wir sind das einzige Land. die Energiepreise bei uns auch so hoch, weil wir sie am Ende alle, diese Energie, die wir selber erzeugen könnten, importieren müssen. Wenn Sie mich jetzt fragen, was unsere Ziele sind, unsere Ziele heißen, Wohlstand zu erhalten durch Energieversorgung und gleichzeitig den Klimaschutz voranzubringen. Das geht nur mit Erneuerbaren und Kernenergie. Kohle schaltet dafür nicht aus.
Sprecher 3: Die EVP muss sich entscheiden und die Ursula von der Leyen muss nach einer möglichen Wahl im Rat natürlich auch noch im Parlament bestätigt werden. Wenn Sie die Wahl hätten zwischen den rechtspopulistischen Parteien, zum Beispiel auch der von Frau Meloni und den Grünen, ist dann für Sie die Sache klar, dass man mit Meloni zusammengehen muss?
Sprecher 5: Das wird gewählt. Dann wird gefragt, was die Staatschefs machen, weil die sind ja in der ersten Runde dran. Und dann muss geguckt werden, wie sich eine stabile Mehrheit im Europäischen Parlament ergibt. Das kann man aus heutiger Sicht nicht sagen. Die grüne Idealvorstellung, das grüne Klischee, die grüne Ideologie, die wird in Europa uns nicht voranbringen. Das ist immer mit verboten und auch eine völlig falsche Haltung zum Thema Migration. Ich glaube, wir sollten eine stabile Mehrheit im Europäischen Parlament haben. Und zwar mit einer klaren auch Nichtabhängigkeit von Ampelparteien, vor allem von den Grünen. Dann lässt sich viel organisieren. Dafür braucht es aber erstmal eine starke EVP. Es macht keinen Sinn, vorher darüber zu reden, mit wem man zusammenarbeiten will. Denn je stärker die EVP, desto stärker prägt sie den Kurs und ist unabhängiger von anderen.
Sprecher 3: Ihre Kritik an den Grünen ist stärker geworden, Herr Söder, in den vergangenen Monaten. Das ist offensichtlich. Unspürbar. Haben Sie ein Comment eigentlich auch mit Friedrich Merz, wie man im Bundestagswahlkampf mit Ihnen umgehen soll? Also scharfe Kritik ja, aber Ausschluss nein?
Sprecher 5: Der Feind der Demokratie ist die AfD. Das ist unzweifelhaft so. Da gibt es auch keine Debatte. Die AfD will unsere Demokratie zerstören. Da klare Abgrenzung und auch Bekämpfung. Die Grünen sind der von uns am weitesten entfernte maximale demokratische Mitbewerber. Das muss man halt auch sagen können. Und die Grünen haben in den letzten Jahren, finde ich, den Nachweis der Regierungsfähigkeit nicht mehr erbracht. Eine prävenistische Außenpolitik, eine falsche Energie- und Wirtschaftspolitik, nur mit Schulden zu arbeiten. Übrigens auch, wenn ich das aus Sicht des Südens sagen darf, eine massive Benachteiligung des Südens, Wasserstoffnetze vom Norden zu entwickeln, Kürzungen bei Maßnahmen im Süden, Geld verteilen im Norden, nicht zu den Süden. Also ganz klar, die Grünen haben überhaupt kein Herz für den Süden. Und sie hören übrigens auch nicht auf Winfried Kretschmann, den ich persönlich... Ich wundere und schätze. Deswegen würde ich sagen, Grüne no. Wir sind gesellschaftlich auseinander. Mein Rat ist einfach, und für den CSU-Vorsitz kann ich nicht sagen, wir wollen auf keinen Fall schwarz werden.
Sprecher 3: Und Sie sammeln jetzt neuerdings auch noch die Scholz-Kritiker aus anderen Parteien bei Ihnen in der CSU ein. Florian Post tritt für die CSU an, richtig?
Sprecher 5: Das wird sich zeigen. Florian Post ist ja übergedreht zur CSU. Weil er so enttäuscht war von der SPD, was ich persönlich sehr verstehen kann. Denn die SPD tut sich auch schwer, Arbeiterpartei zu sein. Das merkt man ja immer. die ganzen Protagonisten sehen, sind ja alles keine Leute mehr, den klassischen normalen Mann auf der Straße vertreten. Ob das ja aber am Ende in einem Stimmkreis dann so oder so entschieden wird, das entscheiden die Delegierten vor Ort. Das ist erstmal eine Frage in der Zeit. Es geht übrigens erstmal darum, ob das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung trifft und hoffentlich dieses wirklich manipulative Wahlrecht, das die Ampel beschlossen hat, das ganze Länder ausschließen soll, wie Bayern, dass das dann kippt und wir da Stabilität haben und dann kommt die Aufstellung der Abwehr.
Sprecher 2: Bis wann erwarten Sie da ein Urteil?
Sprecher 5: Das entscheidet das Gericht, das weiß ich nicht. Es war jedenfalls eine bemerkenswerte Verhandlung und wir sind jedenfalls voller Hoffnung, aber Sie wissen es vor Gericht, auch vor OSD und wie ich immer sage, auf Parteitagen ist man eigentlich doch in Gottes Hand.
Sprecher 3: Und sogar in Franken. Letzte persönliche Frage zum Schluss, Herr Söder. Ich habe das Gefühl, Sie sind präsenter als je zuvor. Wenn man in den sozialen Netzwerken schaut, ist Söder überall. Steckt dahinter eigentlich Strategie oder haben Sie einfach nur Lust darauf, mehr rauszukommen?
Sprecher 5: Ich glaube, es ist ganz entscheidend, dass wir diese Kommunikation nicht den Extremen überlassen. Die Wahrheit ist ja, dass die Stärke der AfD nicht daran liegt, dass sie bei Ihnen im Podcast jeden Tag erfolgreich ist, dass sie in den klassischen Medien erfolgreich ist. Das ist aber auch schon wichtig. Ja, natürlich ist das wichtig. Das ist der eine Teil. Aber genauso wie wir sagen, analog und digital muss zusammenstehen. Und wie es ja auch absurd ist, dass man, sagen wir mal, wenn man ein Zeitungsinterview gibt, nicht sagen kann, aber fürs Fernsehen mache ich nichts oder fürs Radio mache ich nichts. Oder für den Podcast meine ich. Genauso ist es wichtig, alle Plattformen der Kommunikation zu bespielen, keinem anderen zu überlassen, gerade wenn es um die Jungwähler geht. Ich fiel zu einem schweren Fehler, extremen Kommunikation allein zu überlassen. Und nebenbei bemerkt, wenn Sie jetzt meine Inhalte anschauen, 90 Prozent ist Politik. Es gibt auch ein paar andere Ergänzungen dazu. Das interessiert die Menschen und die jeweiligen Klicks sind gar nicht mal so übel.
Sprecher 3: Olaf Scholz hat in einem Interview sich jüngst gewünscht, es müsse endlich eine Frau Bundespräsidentin werden. Ihren letzten Karriereziel auch noch kaputt gemacht?
Sprecher 5: Also ich finde, der Olaf Scholz sollte sich wirklich um viel kümmern, besser um seine Karriere als um die Karriere anderer. Ich weiß nicht, ob er nächstes Jahr noch mitentscheidet. Also ich bin bayerischer Ministerpräsident, das macht mir große Freude. Da darf ich tolle, tolle Podcasts machen mit sauklugen Fragen, die mir gestellt werden. Ich glaube nicht, dass andere Ämter da, gerade das, was da angedeutet wurde, Bundespräsident, dass es für mich überhaupt passend wäre, geschweige denn, ich sage Minister in Berlin, habe ich irgendwo gelesen, ich soll, ob ich denn Superminister werden will, Ich bin Superminister, aber den Bayern so quasi als Amt. Und die entscheidendste Frage, um die es ja wirklich geht, und wenn Sie die Umfragen schauen, gibt es ja sogar ein paar Leute, die sagen, Mensch, der Markus Rüder ist ja theoretisch nicht nur für Bayern geeignet, sondern die wünschen sich ja sogar, dass ich da in Deutschland was mache. Und auch das ist schön, das freut mich übrigens, weil es besser ist, jeder freut sich über mehr Akzeptanz als über weniger. Aber das wird dann im Herbst entschieden und dann bleibt es, wenn die EU vor sich ist, immer der Haberlips für so ein Amt.
Sprecher 3: Ich sehe schon, Sie glauben immer noch, dass Sie auch nördlich des Weißwurst-Äquators Akzeptanz finden, richtig?
Sprecher 5: Meinen Sie, das ist ein Glaube von mir oder meinen Sie, da gibt es viele, die das genauso sehen? Das können aber Sie so urteilen, die können die Umfragen sehen, wahrscheinlich stimmt die ja nicht, aber das geht gar nicht. Sondern ich bin mit meiner Arbeit und mit meiner Aufgabe sehr zufrieden. Ich habe es gerade schon mal gesagt, würde ich mal so nicht, wenn das ganz sicher hervorragend lösen, der Favorit ist. Immer der CDU-Vorsitzende, aber ein vereinbarer Zeitplan. Denke ich, das ist vernünftig zu halten. Und alles andere sind schon nein, die Dinge drumherum, die zulässig sind, aber die nicht bewegt werden.
Sprecher 3: Aber den angekündigten Besuch in Schleswig-Holstein haben Sie noch nicht gemacht.
Sprecher 5: Jetzt haben sie mich auf was gebracht. Da haben sie recht. Das wäre vielleicht doch mal eine gute Idee, denn da war ich doch letztens sehr verunsichert, war aber vor, als der Parteitag diskutiert hat, ich war ein bisschen verunsichert, dass da der Vorschlag kam, dass die Union jetzt mit der Linkspartei sich zusammentun soll. Da bin ich doch ein bisschen skeptisch, ob das das richtige Modell war. Ich habe das am Parteitag angesprochen, das finde ich ganz auch. Und der Parteitag der CDU war da, glaube ich, ziemlich klar. Insofern wäre das jederzeit möglich. Ich gebe offen zu, dass ich neben Bayern natürlich, was das schönste Land der Welt ist, Und wo ich auch jedem empfehle, einmal im Leben mindestens auf der Zugspitze des höchsten deutschen Berges gewesen zu sein, oder Neuschwanstein, dass ich die Küste, Nord- und Ostsee, für die faszinierendsten Regionen Deutschlands halte. Und auch im anderen Leben schon, auf Helgoland muss jeder gewesen sein. Insofern ist Schleswig-Holstein ein sehr reizvolles Land und da würde ich gerne mal hinfahren.
Sprecher 3: Botschaft geht raus an Daniel Günther. Ich bedanke mich für das Gespräch im Auto unterwegs in Franken. Vielen Dank, Herr Ministerpräsident.
Sprecher 5: Sehr gerne, schönen Tag.
Sprecher 2: Also nach diesem Interview können wir jedenfalls uns in dem Punkt einig sein, dass Markus Söder ein guter Entertainer ist. Vielleicht haben Sie auch das ein oder andere Mal geschmunzelt. Schön jedenfalls, dass Sie heute am Pfingstmontag dabei waren. Wir sind auch morgen wieder für Sie da, wenn es dann in eine kurze Pfingstwoche geht. Ich freue mich jetzt schon drauf. Machen Sie es gut, Ihre Helene Bukowski.
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.