Wo ist der Friedensplan für die Ukraine, Herr Heusgen?
In der heutigen Folge sprechen wir mit Christoph Heusgen, dem Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz. Es geht um die Erwartungen an die Konferenz in einer Zeit geopolitischer Krisen und Konflikte und die Gäste, die er in diesem Jahr erwartet. Er betont im Gespräch unter anderem, dass die Münchner Sicherheitskonferenz auch in schwierigen Zeiten einen Beitrag zur Sicherheit der Welt leisten kann und er erklärt, warum er hofft, dass die Konferenz dazu beitragen kann, die Voraussetzungen für einen Frieden in der Ukraine zu schaffen.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Wir sitzen bereits wieder am runden Tisch von Table Today, unserem Podcast von Table Media. Mit mir selbstverständlich gegenüber Helene Bubrowski. Hallo Mick. Hallo Helene. Wir diskutieren gleich hier über die Agenda Scholz und was der Kanzler anders machen will, um aus seinem 9%-Loch bei den Umfragen herauszukommen. Außerdem ist der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz da, Christoph Heusgen, der ehemalige Merkel-Berater, jetzt der Chef der wichtigsten Sicherheitskonferenz in Europa. Und er verrät hier exklusiv bei Table Today, welche Spitzenpolitiker in vier Wochen in München auflaufen werden und ob es vielleicht irgendwo einen diplomatischen Silberstreifen am Horizont dieser Konflikte und Krisen geben wird. Und wir freuen uns auf einen Nachtisch mit guter Laune, nämlich die Energiewende. Sie läuft. Die Erneuerbaren werden ausgebaut, nicht nur in Deutschland, sondern auch an ganz überraschenden Stellen auf der Welt.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle... Alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 4: Olaf Scholz ist eingetroffen, der sich das hier auch nicht entgehen lassen will. Und wir hören die Reaktionen.
Sprecher 2: Helene, der Kanzler ist ein Faschist. Man muss das wirklich so sagen. Er wird ausgebucht, selbst bei Handballspielen, bei Auftritten, bei öffentlichen Auftritten. Ist das Vertrauen der Deutschen in diesen Kanzler zerstört?
Sprecher 5: Wenn man auf die Umfragewerte guckt, muss man sagen, die SPD liegt mittlerweile in Umfragen hinter den Grünen, jedenfalls bei einigen Instituten, bei wirklich schmalen 13 Prozent. Das ist schlechter als eine Kanzlerpartei in Deutschland je dastand. Nun sind diese Umfragen immer volatil, das geht schnell mal rauf und runter. Die SPD verweist darauf, dass es ja auch vor der Wahl 2021 bei 14 Prozent rumdümpelte und dann auf 25 Prozent hochschnellte. Und die SPD glaubt offenbar, dass sich Geschichte wiederholt. Ich glaube das nicht.
Sprecher 2: Ich glaube, das zentrale Problem ist, dass Olaf Scholz denkt und damals ja auch seinen Wahlkampf so inszeniert hat, dass er Angela Merkel 2 ist. Solides Regieren, Verlässlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Ruhe und Souveränität im Regieren. Und in Wahrheit erleben wir seit zwei Jahren bei der Ampel, dass das Gegenteil passiert von dem, was Olaf Scholz als Merkel 2 eigentlich versprochen hat. Die Menschen sind genervt von diesem Bündnis. Und Olaf Scholz, ich habe... Ich habe gestern ja versucht, mit ihm zu reden bei einem Hintergrundkreis im Kanzleramt, zu dem ich kurzfristig wieder ausgeladen wurde. Olaf Scholz sieht das offenbar nicht, was da für Probleme da draußen die Menschen mit seiner Amtsführung haben.
Sprecher 5: Mick, bittere News, du wurdest ausgeladen. Wer kann sowas tun und vor allem warum?
Sprecher 2: Ich hatte in unserem wunderbaren Berlin Table Newsletter, der jeden Abend als Late-Night-Memo die Insights der Berliner Republik für Sie da draußen veröffentlicht, Die kleine, aus meiner Sicht harmlose Information, dass Olaf Scholz jetzt nach der Winterpause erstmals seit vielen Monaten mit Journalisten wieder zusammenkommt und seine Agenda der nächsten Monate skizziert. Aber schon die Veröffentlichung eines Hintergrundkreises ist offenbar bei Kanzler Scholz und seinen Vertrauten ein Vertrauensbruch. Ich wurde wieder ausgeladen. So ist das.
Sprecher 5: Diese Herrentruppe im Kanzleramt ist offenbar ganz schön empfindlich.
Sprecher 2: Es gibt natürlich Argumente, dass Hintergrundkreise, das ist vielleicht auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer ja wichtig, Hintergrundkreise, aus denen darf nicht zitiert werden. Nur ist ja gar kein Inhalt zitiert worden, wenn der Hintergrundkreis noch gar nicht stattgefunden hatte. Ich war mir nicht bewusst, dass selbst die Tatsache, dass überhaupt ein Gespräch mit Journalisten stattfindet, was für einen Bundeskanzler ja eine Normalität sein sollte, dass das bereits ein Vertrauensbruch ist. Also da ist natürlich auch Nervosität im Spiel. Olaf Scholz muss die Trendwende hinkriegen bei den Umfragen. Er muss wieder näher ranrücken ans Volk. Die Leute denken, die sind abgehoben, die haben die falschen Themen, die priorisieren nicht. Und die Medien haben Olaf Scholz in der gesamten Breite sehr scharf angepackt. Und vielleicht ist da jetzt auch so ein bisschen Nervosität.
Sprecher 5: Das Kanzleramt hätte ja nun auch die andere Chefredakteurin fragen können und auf mich zukommen, wo ich mich ja wieder an alle Regeln gehalten habe. Ich Streberin. Da hat das ganze Amt leider nicht getan. Auch an dieser Stelle herzlichen Gruß. Du hast aber trotzdem deine Ohren überall. Was wurde im Kanzleramt erzählt? Was ist die neue Strategie, um aus diesem 13-Prozent-Loch rauszukommen, um sich wieder näher an die Menschen ranzurobben?
Sprecher 2: Ja, ich habe mit vielen gesprochen, die in den vergangenen Tagen auch Zugang zu Olaf Scholz hatten und seine Strategie der nächsten Wochen und Monate zumindest ansatzweise kennen. Und klar ist, Olaf Scholz hat erkannt immerhin, dass die Themen der Menschen andere sind, als sie in den vergangenen Monaten vom Kabinett von der Bundesregierung thematisiert wurden. Wir müssen über Wohnungen reden, wir müssen über Preise wieder reden, über Energiepreise. Wir haben immer noch eine Inflation von 5 Prozent. Wir müssen über die Migration reden und wir müssen sie endlich lösen. Zumindest was die Sorgen einer weiteren ansteigenden Zahl der Zuwanderer betrifft. Und wir müssen darüber reden, ob Olaf Scholz eigentlich noch der Parteiführer, auch der Arbeiter ist, der arbeitenden Gesellschaft oder derjenigen, die Transfers empfangen. Und da haben mir die Vertrauten von Olaf Scholz in den letzten Tagen schon klar gemacht, wir sind die Partei der Arbeiter, wir sind eine deutsche Labour-Partei und keine Partei der Transferempfänger. Und diesen Fokus will er in den nächsten Wochen wieder nach vorne rücken, derjenige Anwalt zu sein für die arbeitende Mitte dieser Gesellschaft.
Sprecher 5: Willst du mir damit sagen, dass Olaf, ich habe alles immer schon gewusst, Scholz wirklich ein... Funken Selbstkritik gezeigt hat?
Sprecher 2: Er soll ja sogar, ich kann das ja gar nicht wissen bei diesem Hintergrundgespräch, auch eine kleine Spur von Selbstkritik hat erkennen lassen, dass vielleicht nicht alles so ideal gelaufen ist in dieser Ampel. Die Wahrheit ist, er glaubt, dass alle Gesetze, die die Ampel gemacht hat, richtig und gut und klug und wegweisend für den fortschrittlichen Umbau dieses Landes sind. Nur der Weg dahin, das ewige Zerreden und Diskutieren in der Ampel, das sei das Problem. Ich glaube, es ist mehr als das. Es fehlt eine klare Agenda, wohin dieser Kanzler dieses Land führen will. Bei einer um 0,3 Prozent schrumpfenden Wirtschaft. Bei einer Diskussion darüber, ob sich Arbeit hier wirklich noch lohnt, wo die zwei Millionen offenen Stellen eigentlich herkommen, wenn gleichzeitig Millionen Flüchtlinge nicht im Job sind in diesem Land. Also es gibt ein paar Themen, die aus meiner Sicht ein Mitte-Kanzler, der die Mitte der Gesellschaft im Begriff haben will, dringend, dringend angehen muss, damit die Ränder, Wagenknecht-Partei, AfD, Werteunion und so weiter nicht noch viel stärker werden, als sie ohnehin ja schon sind.
Sprecher 5: Das ist natürlich auch anknüpfend an unser Gespräch von gestern. Der Meinungskampf muss mit den Mitteln der Demokratie gewonnen werden, durch die Debatte, durch das sich breit aufstellen für die Menschen ansprechbar sein und nicht, jedenfalls nicht primär durch Verbote.
Sprecher 2: Jedenfalls Olaf Scholz wird ein paar neue Akzente setzen, auch inhaltlich. Stichwort Lohn, Mindestlohn, tariftreue Gesetze. Wir werden das hier bei Table Today natürlich recherchieren und im Zweifel lesen Sie es wieder. Vorab abends in Ihrem Berlin Table Newsletter. Passend zu unserem Table Today Podcast heute unser Gast, der den runden Tisch in der internationalen Diplomatie dominiert. Denn die Münchner Sicherheitskonferenz, die in vier Wochen wieder stattfinden wird und mehr als 100 Minister, Staatschefs und Regierungschefs aus aller Welt in ein einziges Hotel in München bringen wird, ist eigentlich der Platz für die Gespräche am Tisch. Selbst zwischen verfeindeten Staaten, ehemaligen Feinden und neuen Feinden. Und der Mann, der dort zusammenbringt, was eigentlich nicht zusammenpasst, heißt Christoph Reusgen. Er ist Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Er war zwölf Jahre lang außenpolitischer Berater der Kanzlerin Angela Merkel. Und er verrät hier exklusiv bei Table Today jetzt, was er auf der Münchner Sicherheitskonferenz diskutieren will und ob es irgendwo auch eine Art Friedensplan für die diversen Konflikte und Krisen auf der Welt geht. Er hat jetzt bei uns Platz genommen. Hier ist er. Einen schönen guten Tag, lieber Christoph Reusgen.
Sprecher 6: Ja, wunderbar hier zu sein.
Sprecher 2: In einem Jahr der Krisen und Konflikte, muss man eigentlich die Münchner Sicherheitskonferenz umbenennen zur Unsicherheitskonferenz?
Sprecher 6: Nein, auf keinen Fall. Also wir sind ja durch sehr gute Zeiten, schöne Zeiten gegangen mit der Münchner Sicherheitskonferenz, wo man gesagt hat, so jetzt wird überall Frieden herrschen. Aber wir sind eben auch durch viele schwierige Perioden gegangen. Und deswegen ist Münchner Sicherheitskonferenz der richtige Ausdruck. Wir versuchen in guten wie in schlechten Zeiten einen Beitrag dafür zu leisten. dass es auf der Welt ein Stückchen sicherer wird, indem wir Menschen, Politiker, Militärs, Zivilgesellschaft zusammenbringen, damit sie eine Gelegenheit haben, eine Chance haben zu sehen, wo gibt es irgendwo so einen kleinen Silberstreif und wie können wir den runterholen und zur Realität machen.
Sprecher 2: Geben Sie uns einen Einblick, in welcher geopolitischen Krise könnte es eine Zusammenkunft in München geben, die ein bisschen Optimismus und vielleicht Diplomatie wieder nach vorne stellt.
Sprecher 6: Das können Sie nie so vorher sagen, das können Sie nie planen. Sie müssen einfach sehen, wo gibt es Konflikte, wer sind die Akteure, können wir die zusammenbringen und bringen wir sie auf die Bühne oder sagen wir ihnen auch, wer alles da ist und sie müssen dann die Initiative ergreifen. Wir können nur behilflich sein, damit sie am Rande zusammenkommen und dann kommt vielleicht was Gutes heraus. Also im letzten Jahr hatten wir ja nach einer langen Zeit des Nicht-Miteinander-Sprechens den chinesischen Außenminister, den amerikanischen Außenminister und daraus hat sich ja dann eine gewisse Entspannung ergeben, die jetzt einen Höhepunkt ist, vielleicht zu viel gesagt, aber durch das Treffen zwischen Xi und Präsident Biden in Kalifornien ja doch eine Entspannung gebracht hat. Oder etwas, was man, glaube ich, in Deutschland gar nicht mitbekommen hat. Wir hatten zum ersten Mal seit langer Zeit, auch nach einer Eiszeit, den südkoreanischen und den japanischen Außenminister zusammengebracht. Und auch daraus hat sich heute eine enge Beziehung zwischen diesen beiden Ländern ergeben, wie es seit langer Zeit ist. ergeben hat. Wir hatten umgekehrt den armenischen Premierminister und den aserischen Präsidenten zusammen. Das hat leider nicht funktioniert, aber auch da hoffen wir, dass wir, wie gesagt, unseren Beitrag leisten.
Sprecher 2: Geben Sie uns ein Beispiel, in welcher Region Sie gerne Menschen zusammenbringen wollen, die lange und zu wenig miteinander geredet haben.
Sprecher 6: Ich habe gerade den Südkaukasus genannt. Wir versuchen als Münchner Sicherheitskonferenz, wo wir den Anspruch haben, globale Sicherheit im Auge zu haben, wir machen etwas, was in Deutschland niemand auf dem Radar schon hat, nämlich einen sogenannten Failed State, Haiti auf die Tagesordnung zu bringen. Eine UN-Mission ist in Vorbereitung mit afrikanischer Leadership, mit Kenia. Und da wollen wir einfach mal auch zeigen, auch den Ländern des globalen Südens, uns geht es nicht nur um die Ukraine, uns geht es nicht nur um transatlantische Beziehungen. Nein, wir sehen auch, welche Herausforderungen im globalen Süden sind. Und wenn wir das machen, glaube ich, kriegen wir als Deutschland auch eine größere Glaubwürdigkeit. Also das ist so ein Konflikt. Es gibt in Europa auch viele Fragen, die so ein bisschen köcheln. Und wir gucken auch, weil wir immer eine schöne Beteiligung aus den europäischen Staaten bekommen, wie wir in Europa weitergehen können. Und was wir auch machen, ich wusste gar nicht, dass das für Sie so wichtig ist, wir kriegen... Sehr viele Senatoren und Vertreter des Repräsentantenhauses, die auf engstem Raum München, Herr Bröcker, Sie waren ja auch da, da gibt es nicht viel Luft zum Atmen, da hängen die Demokraten und Republikaner sehr eng aufeinander. der sogenannten CODEL, in der Congressional Delegation. Und da hoffen wir, dass vielleicht auch Demokraten und Republikaner mal miteinander sprechen.
Sprecher 2: Aber Donald Trump ist nicht dabei.
Sprecher 6: Donald Trump ist nicht so, der ist, glaube ich, zu groß für unsere Konferenz.
Sprecher 2: Es gab die Spekulation, dass Joe Biden kommt auf dem Weg in die Ukraine.
Sprecher 6: Ja, das habe ich auch gehört, aber das hat sich nicht irgendwie niedergeschlagen in einer E-Mail oder einer WhatsApp, dass er tatsächlich kommt.
Sprecher 2: Dafür kommt die Vizepräsidentin vielleicht wieder.
Sprecher 6: Das heißt es, we cross the bridge when we get there.
Sprecher 2: Ja, was ist denn die Botschaft dieser MSC? Was soll die sein?
Sprecher 6: Also wir sind natürlich immer auch ein Barometer der Stimmung. Die ist gerade, wenn man die verschiedenen Konflikte sieht, jeden Tag etwas Neues. Gucken Sie Ukraine, gucken Sie Nahost. Wir sehen gerade auch zwischen Iran und Pakistan Spannungen. Wir werden natürlich diese Sachen aufnehmen, diese Konflikte auf die Bühne gehen. Aber ich möchte allen Moderatoren, wir haben ja viele Moderatoren, wir haben viele verschiedene Sessionen im Hauptsaal, wir machen Townhalls, wir machen Public Square, sie sind oft dabei, da will ich den Moderatoren mitgeben und zu sagen, ihr müsst gucken, am Ende, wo ist ein Silberstreif? Wo kann man ansetzen? Wo kann man sagen, also hier ist vielleicht ein Ausweg aus einer auf den ersten Blick sehr vertrackten Situation?
Sprecher 2: Ein Silberstreif für europäische Politik könnte sein, das was wir aus Regierungskreisen hören, das ist zu einem aus meiner Sicht überfälligen Gipfeltreffen des Weimarer Dreiecks wieder. kommen könnte. Scholz, Macron und der neue polnische, der neue alte polnische Ministerpräsident Donald Tusk. Wie groß sind die Chancen, dass die drei zeigen, wir bilden wieder eine demokratische, werteorientierte europäische Achse?
Sprecher 6: Ich habe ja auch in meinem beruflichen Leben sehr viel mit diesem Weimarer Dreieck gearbeitet und halte es für sehr, sehr wichtig, dass wir nach der jetzt schon vor 20 Jahren erfolgten Osterweiterung, dass wir dieses deutsch-französische Paar erweitern, um Polen als größtes Land der vor 20 Jahren dazugekommenen osteuropäischen Länder. Und wenn das gelingt, wäre das schön. Das ist natürlich nicht in meinen Händen. Sie kennen, die verfolgen die innerpolnische Diskussion. Bisher hat weder der Premierminister noch die Außenministerin einen Antrittsbesuch gemacht. Also ob sie dann gerade nach München kommen, weiß ich nicht.
Sprecher 2: Die Einladung steht.
Sprecher 6: Die Einladung steht und Herr Brücker, Sie können ja ein bisschen mithelfen.
Sprecher 2: Herr Sikorski, der Außenminister ist ein Europafreund, ein Deutschlandfreund und ein oft gesehener Gast auch bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Das könnte ja über ihn gelingen.
Sprecher 6: Radek Sikorski ist ein alter Freund. Er war ja schon mal Minister in Polen. Er war Mitglied des Europäischen Parlaments. Er kommt immer zu unseren Sitzungen der Münchner Sicherheitskonferenz. Er ist sogar in einer unserer Gremien. Und bei Radek verlasse ich mich drauf, dass er schon daran denkt, wie kann er auch, er ist ja ein Stratege, wie kann er vielleicht München nutzen. Also an uns soll es nicht liegen.
Sprecher 2: Letzte und schwierigste Frage. Gibt es irgendein Momentum für einen Friedensbund? Plan für die Ukraine, der irgendwie in einem dieser Sessions und Hotelzimmern in München entstehen könnte? Oder überschätze ich da die MSC?
Sprecher 6: Also Sie können die MSC gar nicht überschätzen, Herr Ulke. Also es ist so, dass, was heißt Friedensplan? Da gehören ja immer beide Parteien dazu. Und einen Wladimir Putin werden wir nicht einlassen. Der würde hier ein Visum bekommen und Putin würde verhaftet hier. Also das wird nicht sein. Ich glaube, es geht darum, dass wir hier die Voraussetzungen... Für einen Frieden vielleicht nochmal stärken. Was sind die Voraussetzungen? Die Voraussetzungen sind aus meiner Sicht, dass aus dem Kalkül Wladimir Putins für ihn ein Friedensschluss, ein Waffenstillstand, was immer, also jedenfalls ein Eingehen auch auf ukrainische Vorstellungen, ein Abgehen von seinen Maximalforderungen, das muss für Putin ja irgendwie interessant sein. Und das kann nur interessant sein für ihn, wenn er sieht, Und nein, es gelingt mir nicht, weil ich versuche, die Leute auseinander zu dividieren, dass es gelingt zu sehen, ja, die Leute haben die Nase voll, sie wollen nicht mehr so viel Geld aufbringen, um die Ukraine zu unterstützen. Und dann haben wir verloren. Also ich erhoffe mir von dieser Konferenz nochmal die Botschaft, die Verstärkung der Botschaft, die der Bundeskanzler ja gesandt hat, nämlich wir unterstützen die Ukraine as long as it takes. Und wenn wir diese Message und dann... auch mit allen Mitteln, die notwendig sind, wenn das als Botschaft von München herausgeht, ich glaube, dann haben wir einen Beitrag auch zu einem Friedensschluss geleistet.
Sprecher 2: Und wenn ein möglicher Präsident Donald Trump alle Gelder aus der Ukraine abzieht, dann reden wir über das zweite und dritte Sondervermögen Bundeswehr.
Sprecher 6: Wie wir das dann hinbekommen, das müssen wir überlegen. Was mich schon wirklich beruhigt, in Anführungsstrichen nicht wirklich beruhigt, aber was ich positiv sehe, ist, dass die Bundesregierung, die in vielen Sachen sehr langsam ist, sehr zögerlich ist, Stichwort Taurus, aber trotzdem, wenn Sie sich die Zahlen anschauen, die manchmal verkauft sich die Bundesregierung zu schlechter. Wir sind ja der zweitgrößte Zahler. Wir sind ja auch die Verpflichtung eingegangen, wird weiter auch im kommenden Jahr, im laufenden Jahr die Ukraine massiv zu unterstützen. Und ich glaube, dass dieses Signal ganz wichtig ist. Das Signal ist wichtig. Das hat ja auch gerade, glaube ich, das wird von Berlin auch nach Paris geschickt. Es ist wichtig, dass wir das europäisch machen, dass wir alle zusammenstehen. Und da, glaube ich, sind wir auf ganz gutem Weg, dass wir sagen, ja, also wir Europäer stehen zusammen. Und das wäre übrigens, wenn wir damit abschließen, für mich auch eine ganz wichtige Nachricht, die aus München kommt. Ja, wir Europäer haben es verstanden, wo wir stehen. Wir haben verstanden, dass auf uns, egal wer in Amerika Präsident wird oder bleibt, auf uns kommt mehr Verantwortung zu und wir sind bereit, diese auch zu schultern.
Sprecher 2: Lieber Herr Häusken, wir unterschätzen die MSC nicht. Wir sind sehr gespannt. auf Ihre Konferenz und werden mit unserem sicherheitspolitischen Newsletter, dem Security Table, täglich berichten, auch am Wochenende. Wir freuen uns. Vielen Dank für dieses Gespräch. Vielen Dank für die Einladung, Herr Brock.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Die gute Nachricht zum Schluss. Auch wenn Robert Habeck verzweifelt, die Deutschen mahnt, doch bitte die Energiewende und den Ausbau der ökologischen Energie nicht zu vergessen. Bei all den Krisen und Konflikten ist Europa und ist die Welt ohnehin längst auf dem Weg. Denn die jüngste Nachricht aus der EU macht wirklich Hoffnung, dass die saubere grüne Transformation auch der Mobilität an Fahrt aufnimmt. Und trotz des abrupten Abbruchs der E-Auto-Förderung hier in Deutschland ist Europa auf einem guten Weg. Denn die Verkaufszahlen bei Elektroautos sind im vergangenen Jahr, und das sollten Sie wissen, um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insgesamt 1,5 Millionen Neuwagen fahren inzwischen elektrisch in Europa. Und damit ist der Anteil der E-Autos an allen verkauften Neuwagen immerhin auf 15 Prozent gestiegen. Und auch aus Good Old America erreichen uns gute Nachrichten für eine fossilfreie, grünere und saubere Welt. Denn ausgerechnet dieser Gebäude in Begriff einer verrauchten alten Zeit, nämlich das Haus von Dick Cheney und Donald Rumsfeld, das Pentagon, das Verteidigungsministerium in Washington, soll nun das Vorzeigebäude für einen Green New Deal werden. 600.000 Quadratmeter Nutzfläche werden jetzt mit Solarpanels zugepflastert. Das ist eine Fläche ungefähr so groß wie das. Das Hauptterminal, das BER oder die gesamte Gigafabrik von Tesla in Brandenburg. Zusammen mit dem Umbau anderer Verwaltungsgebäude soll dies 30 Millionen Dollar einsparen an Energie. Ausgerechnet Washington will jetzt auch noch bei den Verwaltungsgebäuden, wo man den Mief der dunklen Teppiche immer noch spürt, wenn man dort ist. Die Vorzeigehauptstadt der grünen Gebäude werden. Robert Habeck müsste doch zufrieden sein. Auch wenn seine eigene Parteizentrale hier in Berlin-Mitte immer noch nicht die Transformation zur Wärmepumpe geschafft hat. Aber das ist ein anderes Thema. Mit diesem kleinen Nachtisch entlasse ich Sie nach unserer ersten Podcast-Woche in ein hoffentlich erholsames Wochenende. Ich bedanke mich, dass Sie zu Gast waren hier bei uns am Tisch und freue mich, wenn Sie Ihr Feedback zu diesem Podcast da hinterlassen, wo Sie Podcasts hören oder bei uns an Chefredaktion at Table Media. Nächste Woche ist an dieser Stelle Helene Bubrowski der Host. Vielen Dank fürs Zuhören. Ihr Michael Bröker.
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.