Telegram-Skandal: Männer teilen massenhaft Intimaufnahmen von Chinesinnen

Heimlich aufgenommene Bilder und Videos von Chinesinnen in privaten Situationen sind über Telegram mit hunderttausenden Nutzern geteilt worden. Der Fall löst in Chinas sozialen Netzwerken Empörung aus.

EK
30. Juli 2025
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In verschlüsselten Chat-Gruppen auf Telegram haben tausende Männer heimlich aufgenommene Bild- und Videoaufnahmen von Chinesinnen geteilt. Das berichtet die Zeitung Southern Daily. Demnach hat der Hauptkanal mindestens 20 Untergruppen, wobei die größte Gruppe 900.000 Mitglieder zählt.

Die Täter machten die Aufnahmen ohne das Wissen der betroffenen Frauen, unter anderem in öffentlichen Toiletten. Einige posteten Aufnahmen ihrer Partnerinnen oder weiblichen Familienmitglieder. Wieder andere nahmen die Videos mit Minikameras an öffentlichen Orten auf.

Die Berichte lösen in China Empörung aus. Auf Weibo erhielten Hashtags zu dem Thema am Dienstag mehr als 270 Millionen Aufrufe. Die Strafverfolgung gestaltet sich jedoch schwierig, da Telegram eine russische Plattform ist. Zudem gibt es keine spezifischen Gesetze zur Verbreitung intimer Bilder von Frauen, heimliches Filmen und Fotografieren wird in China nur leicht bestraft. Die Täter könnten jedoch wegen „Herstellung, Verkauf und Verbreitung obszöner Materialien zu Erwerbszwecken“ sowie wegen „illegaler Nutzung spezieller Geräte zum Abhören oder heimlichen Fotografieren“ belangt werden. Emily Kossak

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026