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Analyse

Künstliche Intelligenz statt Ladenkasse

Die Bahn testet in Renningen einen Minimarkt ganz ohne Personal – doch die deutsche Zukunftsvision wirkt gegenüber den chinesischen Projekten noch sehr simpel. Hema hat sich bereits bewährt. Ein chinesischer Unternehmer mischt den US-Markt für kassenfreie Läden auf. Das viel gepriesene Startup Bingobox ist dagegen inzwischen pleite.

Von Finn Mayer-Kuckuk

Jensen: "Genozid" in Xinjiang

Immer mehr Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen in der autonomen chinesischen Provinz Xinjiang werfen die Frage auf: Ist der Begriff "Genozid" angemessen für die Vorgänge? FDP-Politikerin Gyde Jensen ist Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Bundestag und sagt: Das ist ein Genozid, alle Bedingungen dafür sind erfüllt. Auch das kanadische Parlament entscheidet sich fast einstimmig für die strittige Definition.

Von Marcel Grzanna

Hongkong: Neuer Schlag gegen die Opposition

Mit einer umstrittenen Wahlrechtsreform will Peking seinen Einfluss auf hochrangige Personalien in Hongkong verstärken. Das Ziel ist es, verbleibenden oppositionellen Kräften in der Stadt den Boden zu entziehen und "wahre Patrioten" in allen öffentlichen Ämtern zu platzieren.

Von Marcel Grzanna

Zwangsarbeit: Solarindustrie im Fokus

Nach Jahren der Debatte gibt es nun einen Entwurf für ein deutsches Lieferkettengesetz. Dieses hat auch Auswirkungen auf Unternehmen mit Zulieferern in Xinjiang: Die deutsche Solarindustrie bezieht Solarmodule, in denen mit hoher Wahrscheinlichkeit Vorprodukte aus der Provinz stecken, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden. Das Gesetz trifft die Branche zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn nach Jahren der Stagnation wollen einige Hersteller wieder in Fertigungsanlagen investieren. Doch eine Kontrolle der Zulieferer in Xinjiang ist schwer umzusetzen, sodass sie möglicherweise auf teurere andere Zulieferer angewiesen wären.

Von Nico Beckert

Tech-Einhörner: IPO gern in Shanghai

Auch 2021 wollen wieder chinesische Technologiefirmen an die Börse. Statt New York werden vor allem KI-Firmen aber wohl Shanghai auswählen. Sie sind in den USA wegen ihrer Gesichtserkennungs-Technologie umstritten. Möglich sind auch Börsengänge von Didi Chuxing oder Teilen von TikTok-Konzernmutter Bytedance.

Von Christiane Kuehl

Parteiauftrag: Tore schießen!

Chinas Präsident Xi Jinping gilt als großer Fußball-Fan. Seit seinem Amtsantritt wird Fußball an Schulen gefördert. Doch der Ruhm chinesischer Fußballer ist bisher ausgeblieben. Ausländische Vereine wie der FC Bayern profitieren derweil enorm von der Begeisterung chinesischer Fans.

Von Redaktion Table

China lernt Skifahren

Peking will mit den Olympischen Winterspielen 2022 den Tourismus ankurbeln und die Infrastruktur ausbauen. Hersteller von Wintersportausrüstung aus dem Alpenraum wittern eine Jahrhundertchance. Denn schon im kommenden Jahr könnte China zahlenmäßig zu den führenden Skinationen aufrücken. Peking hofft auf einen Wachstumsschub für strukturschwache Gebiete - und die Alpen auf mehr chinesische Touristen, die bereits zu Hause Skifahren gelernt haben.

Von Frank Sieren

Ehe und Familie: Ein Auslaufmodell

Auch eine staatlich verordnete Bedenkzeit von 30 Tagen wird die hohen Scheidungsraten in China nicht senken. Das Versprechen fürs Leben sehen gerade junge Menschen nicht mehr als notwendig an, um sich finanziell abzusichern. Vermehrt stehen gerade Frauen dem Konzept Familie skeptisch gegenüber. Der Ansehensverlust der Ehe wird immer mehr zum Problem für die chinesische Regierung.

Von Ning Wang

Shi Zhengli

Shi Zhengli: Frühe Warnung vor Corona

Shi Zhengli, die Leiterin des Vireninstituts in Wuhan, gilt weltweit als eine der renommiertesten Forscherinnen im Bereich Viren und Fledermäuse. Ihr Spitzname lautet „Batwoman“. Sie hat schon sehr früh eindringlich und international vor einer Corona-Pandemie gewarnt. Die internationale Wissenschaftsgemeinschaft schätzt ihre Forschungen sehr und nimmt sie vor dem Vorwurf in Schutz, das Virus in ihrem Labor fabriziert zu haben.

Von Frank Sieren

Dual Circulation: Xis national orientiertes Wirtschaftskonzept

Am 5. März beginnt der Volkskongress der KP Chinas. Die Dual Circulation gehört zu den zentralen Zielen des nächsten Fünfjahresplanes. Doch Wissenschaftler sagen: Die Chinesen verdienen zu wenig Geld. Wenn Xis Plan gelingen soll, muss insbesondere die Mittelschicht wachsen, um mehr konsumieren zu können.

Von Nico Beckert