CEO.Table – Ausgabe 90

KI als Risiko für die Finanzstabilität? + Bahn-Herausforderer: Italo-CEO im Interview + Torsten Toeller hält Brandmauer für überholt

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Einladung zu Future at the Table am 8. Juni: Ein globales Who-is-who aus Wirtschaft und Politik trifft sich Anfang Juni in Berlin zu Superreturn, ILA, Juni Future Week und Bio:Cap. Am 8. Juni bringen Martin Blessing, Kanzler-Beauftragter für Investitionen, und Table.Briefings die spannendsten Köpfe im neuen Format Future at the Table – Innovate and Invest zusammen. Unter anderem kommen Ministerin Katherina Reiche, KfW-CEO Stefan Wintels, Kenfo-CEO Anja Mikus, Cerberus-Gründer Seth Plattus, Delos-CEO Nikolaus Hagl, Telekom CCO Elke Anderl, KKR-MD Laura Schröder, Zalando-Gründer Robert Gentz, Achim Berg von Viessmann, Tesla-Geschäftsführer André Thierig – und es ist eine Möglichkeit für uns, Sie persönlich kennenlernen zu dürfen. Programm-Updates und den kostenlosen Anmeldelink finden Sie hier.

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Executive.Summary

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Wie Künstliche Intelligenz zum Risiko für die Finanzstabilität werden könnte

Als die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch ihren Financial Stability Review vorstellte, ging es vordergründig um die zunehmenden Unsicherheiten durch den Krieg im Nahen Osten, der einerseits die Inflation antreibt und andererseits das Wachstum belastet. Darüber hinaus zeichnete die Notenbank zwischen den Zeilen jedoch ein Drohszenario möglicher Risiken für die Finanzmarktstabilität durch den zunehmenden Einsatz und die rasanten Fortschritte durch Künstlicher Intelligenz.

„Cyberrisiken gewinnen immer mehr an Bedeutung“, sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos, dessen Amtszeit Ende Mai endet. Die Botschaft sei eindeutig: „Wir müssen mehr investieren – und zwar flächendeckend. Nicht nur große Banken, sondern auch kleinere Institute.“ Letztlich seien alle Häuser betroffen und damit potenziell systemrelevant.

Wie ernst die Lage inzwischen genommen wird, zeigt ein kurzfristig einberufenes Treffen der EZB mit großen Banken am Dienstag. Unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden der Bankenaufsicht, Frank Elderson, warnte die EZB die Institute vor den Risiken neuer KI-Systeme wie „Claude Mythos Preview“ und ähnlichen Modellen. Das System zählt zu einer neuen Generation leistungsfähiger KI-Anwendungen, deren Einsatzmöglichkeiten derzeit auch im Finanzsektor intensiv diskutiert werden.

Das Problem: Während US-Institute im Rahmen des Projekts „Glasswing“ bereits erste Zugänge zu der Technologie erhalten haben, sind viele europäische Banken bislang ausgeschlossen. Das Projekt gilt als wichtiger Praxistest für den Einsatz neuer KI-Systeme im Finanzsektor. Die EZB drängt daher darauf, dass Erkenntnisse aus diesen Tests stärker geteilt werden. Bei dem Treffen präsentierte nach Informationen von Table.Briefings daher eine große US-Bank ihre Erfahrungen mit einem solchen Modell.

Hinzu kommt, dass die Risiken Künstlicher Intelligenz deutlich über einzelne Cyberbedrohungen hinausgehen könnten, wie eine aktuelle Analyse von Ökonomen aus dem Umfeld der EZB zeigt. In simulationsbasierten Untersuchungen kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass nicht nur wirtschaftliche Rahmenbedingungen, sondern auch die Architektur von KI-Systemen selbst die Stabilität der Finanzmärkte beeinflusst.

Demnach zeigen lernbasierte Systeme, wie sie etwa im algorithmischen Handel eingesetzt werden, eine starke Neigung zur Koordination. So kann es beispielsweise vorkommen, dass mehrere KI-Systeme einen moderaten Kursrückgang gleichzeitig als Verkaufssignal interpretieren. Die daraus resultierenden Verkäufe verstärken den Preisverfall und können weitere automatische Reaktionen auslösen. Für Unternehmen sind solche Kursverluste nicht nur ein Problem für die Aktionäre. Sie können die Finanzierung verteuern und das Vertrauen von Investoren schwächen, obwohl sich die tatsächliche wirtschaftliche Lage des Unternehmens gar nicht verändert hat. Ähnlich wie bei einem Bank Run entsteht die Dynamik dabei nicht durch schlechtere Fundamentaldaten, sondern durch sich selbst verstärkende Reaktionen der Marktteilnehmer.

Florian Heider, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung, relativiert im Gespräch mit Table.Briefings die Warnungen der Zentralbank: „Man muss zwar bei KI genau hinschauen, aber dass Handelsalgorithmen sich ähnlich verhalten und dadurch Marktbewegungen verstärken können, ist ein bekanntes Problem. Ein grundsätzlich neues systemisches Risiko sehe ich darin im Moment aber nicht.“

Zugleich verweist Heider darauf, dass sich die Finanzmärkte zuletzt als robust erwiesen haben: „Wir hatten in den vergangenen Jahren viele potenzielle Auslöser für Finanzinstabilität – etwa hohe Energiepreise, den Krieg in der Ukraine oder den Nahostkonflikt. Trotzdem ist es nicht zu einer systemischen Krise gekommen.“

Außerdem haben nach seiner Einschätzung gerade deutsche Banken Cyberrisiken „sehr genau auf dem Schirm“. Die Commerzbank verweist auf Anfrage darauf, dass Künstliche Intelligenz bereits heute „messbaren Mehrwert“ schaffe und ein wichtiger Treiber für Wachstum und Effizienz sei. Mögliche Risiken habe das Institut dabei jedoch im Blick und behandle das Thema mit hoher Priorität. „Unsere Sicherheitsmaßnahmen überprüfen wir ständig und halten sie fortlaufend auf dem aktuells

Auch die ING Deutschland betont auf Anfrage die Chancen von KI für die Cybersicherheit. Zwar verändere die Technologie die Bedrohungslage durch neue Betrugsformen und komplexere Cyberangriffe. Gleichzeitig ermögliche sie es aber, Betrugsmuster früher zu erkennen, Angriffe präziser zu analysieren und Sicherheitsmechanismen kontinuierlich zu verbessern. Die Aufmerksamkeit der Aufseher sei daher „wichtig und sinnvoll“. Entscheidend seien jedoch ein verantwortungsvoller Einsatz, klare Governance-Strukturen und hohe Sicherheitsstandards.

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CEO.Talk

Gianbattista La Rocca, CEO von Italo

DB-Herausforderer Italo: „Wir wollen einfach nur einen fairen Wettbewerb“

30 Hochgeschwindigkeitszüge für 56 tägliche Zugverbindungen will der italienische Zugbetreiber Italo ab Frühling 2028 auf Deutschlands Gleise schicken. Im Gespräch mit Table.Briefings gibt sich CEO Gianbattista La Rocca kämpferisch – immerhin will er nicht weniger als das Quasi-Monopol der DB brechen. Auf einige wirkt das Auftreten der Italiener aggressiv.

La Rocca bemüht sich um gute Stimmung. Man verlange keine Sonderbehandlung, nur „Regeln, die einen fairen Wettbewerb ermöglichen“. Und dafür bringe man einiges mit: besseren Service und günstigere Preise, tausende neue Arbeitsplätze und Investitionen in Milliardenhöhe. Allerdings hakt es gerade: Bevor man Siemens einen gewaltigen Auftrag erteilt, möchte Italo Rahmenverträge für die Nutzung bestimmter Trassen unterzeichnen. Doch die gibt es bis jetzt nicht.

Deutschland ist ein riesiger Markt. Die Gesamtverkehrsleistung im Personenverkehr lag laut Deutscher Bahn 2025 bei mehr als 1.000 Milliarden Personenkilometern. Die DB selbst hält einen Marktanteil von 93 Prozent auf den Fernverkehrsstrecken. In Deutschland sei der Markt für Fernreisen mit dem Zug doppelt so groß wie in Italien, so La Rocca, und er könnte noch größer werden: „Wenn das Monopol der Deutschen Bahn fällt und wir hier einen echten Wettbewerb schaffen, kann die Nachfrage um 40 Prozent wachsen – mindestens.“

Das sieht man bei der Deutschen Bahn anders. Dort fürchtet man laut Medienberichten einen Verdrängungswettbewerb. Unsinn, meint La Rocca: „Lassen Sie mich das ganz klar sagen: Es ist völlig ausgeschlossen, dass ein neuer Marktteilnehmer erfolgreich sein kann, indem er einfach bestehende Kunden vom etablierten Anbieter abwirbt. Das wäre weder realistisch noch klug – und es würde keinen Wert schaffen.“

La Rocca beruft sich auf Erfahrung. Italo hat schon einmal gegen einen Monopolisten gekämpft und gewonnen. 2012 brachte das Unternehmen Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV), gegründet unter anderem vom früheren Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo, die Züge der Marke Italo in Italien auf die Schienen. Anfangs hätten die nicht einmal in die Bahnhöfe einfahren dürfen – bis die italienische Verkehrsbehörde Regeln für einen fairen Wettbewerb einführte.

Bahnfahrer profitieren von diesem Wettbewerb. Ticketpreise in Italien seien seitdem im Schnitt um 40 Prozent gesunken, die Nachfrage habe sich mehr als verdoppelt. Auf der Strecke Rom-Mailand beispielsweise hätten vor zehn Jahren 75 bis 80 Prozent der Reisenden den Flieger gewählt, heute nehmen 75 bis 80 Prozent den Hochgeschwindigkeitszug. „Aber lassen Sie uns nicht nur auf die Zahlen schauen“, sagt La Rocca, „die ganze Kultur hat sich verändert, die Haltung gegenüber Bahnreisen“. Früher sei der Zug die zweite Wahl gewesen, für diejenigen, die sich den Flug nicht leisten konnten. „Heutzutage nehmen alle Italiener den Zug.“

So könne das, in La Roccas Theorie, auch in Deutschland laufen. Wobei, betont der Italiener im Lauf des Gesprächs immer wieder, es nicht allein um den Preis gehe, sondern auch um Qualität. Bahnreisende könnten künftig mehr Komfort, Geschwindigkeit und Pünktlichkeit erwarten – nicht nur, wenn sie mit dem Italo fahren. Das sei der Vorteil von echtem Wettbewerb: „Sobald der beginnt, handeln alle Anbieter schneller und konsequenter, um in allen Bereichen die Besten zu werden.“

Der Italiener hat mehr als das Versprechen schöner Bahnfahrten im Gepäck; er winkt mit Investitionen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Mit einem großen Teil davon will Italo Züge von Siemens kaufen. Das sichere tausende Industriearbeitsplätze, rechnet La Rocca vor. Dazu kämen 2.500 neue Jobs im Bereich Service und Betrieb. Die ersten Mitarbeiter könnten schon in den kommenden Wochen eingestellt werden. „Wir sehen uns als einen langfristigen Investor in Deutschland.“

Doch Italo stellt auch Forderungen. Erstens in Bezug auf die Trassennutzung: In den Verhandlungen mit der Bundesnetzagentur und DB Infrago, einer Tochter der Bahn, gehe es seit Monaten „ein paar Schritte nach vorne und viele zurück“. Zwei Strecken will Italo zunächst bedienen: München-Frankfurt-Köln-Dortmund im Stundentakt, und München-Berlin-Hamburg alle zwei Stunden. Dafür will Italo langfristige Trassenverträge, DB Infrago hat solche Rahmenverträge allerdings 2017 abgeschafft und vergibt Trassen seitdem über ein komplexes Fahrplansystem jährlich neu.

Zweitens möchten die Italiener „die Gewährleistung eines festgelegten Mindestanteils an Kapazitäten, die speziell für neue Marktteilnehmer reserviert sind“. Für manche klingt das, was in einem Brief des Unternehmens an die Bundesnetzagentur stand, nach einer Art Welpenschutz. La Rocca weist das im Gespräch mit Table.Briefings zurück: „Wir wollen keine Sonderbehandlung. Wir wollen Regeln, die einen fairen Wettbewerb ermöglichen“, sagt der Italo-Chef. „Das ist wie beim Fußball: Man kann die beste Mannschaft gründen, aber wenn man ihr keinen ordentlichen Platz zur Verfügung stellt, kann man kein Spiel austragen.“

Jetzt erhöhen die Italiener den Druck und bringen den Faktor Zeit ins Spiel. Die Bestellung der Siemens-Züge müsste in den nächsten Wochen aufgegeben werden, um ein freies Produktionsfenster nutzen zu können, heißt es. Dafür müssen allerdings die Trassenverträge her: „Kein rational denkender Investor auf der ganzen Welt würde 3,6 Milliarden bereitstellen, ohne die Gewissheit, dass faire Wettbewerbsbedingungen herrschen“, so La Rocca.

Offiziell wünscht sich die Bundesregierung mehr Konkurrenz auf den Schienen. Das ist nicht nur La Roccas Wahrnehmung, das geht auch aus einem Interview hervor, das Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) dem Handelsblatt diese Woche gab. „Wettbewerb belebt das Geschäft“, so der Minister, der außerdem von einer „Talsohle im Fernverkehr“ spricht und die Unpünktlichkeit der DB kritisiert. „Aber der Weg vom politischen Willen zu einem konkreten Regelwerk, schwarz auf weiß, ist komplex“, so der Italo-CEO.

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Invitation: 8. June 2026, Berlin: Future at the Table. Innovate & Invest with Reiche, Blessing, Mikus, Wintels et. al. - Free Registration. Table.Briefings

CEO.News

Torsten Toeller hält Brandmauer für überholt

Der Gründer und CEO der Tierbedarfskette Fressnapf, Torsten Toeller, ist der Meinung, dass die ständige Diskussion um die Brandmauer nur der AfD helfe. „Die Alternative ist, die Brandmauer wegzulassen und zu gucken, dass man die AfD in den Sachthemen, wo sie teilweise sehr dünn aufgestellt ist, stellt“, sagte Toeller auf der Wirtschaftskonferenz „Neu Denken“ auf Mallorca.

Von der aktuellen Regierung zeigt sich der Gründer enttäuscht und fordert die Politiker auf, sich an ihren Eid zu erinnern, den sie geschworen haben: „Dass sie das Richtige für Deutschland tun, nicht für den eigenen Machterhalt.“

Als wichtigen Schritt, um aus der wirtschaftlichen Krise herauszukommen, nennt Toeller den Bürokratieabbau: „Das kostet nichts. Deshalb ist es so ein schönes Beispiel, dieser Bürokratieabbau. Wir ersaufen in Verordnungen, wir ersaufen in Bürokratie.“

Außerdem hören Sie im heutigen Sonderpodcast ein Gespräch mit Ann-Kristin Achleitner, der stellvertretenden Vorsitzenden des Innovationsbeirats im Finanzministerium und Professorin an der TUM. Sie fordert, dass es jetzt konkrete Pläne geben muss, wie Deutschland sich in den Zukunftstechnologien aufstellt, um dort in Zukunft zur Weltspitze zu gehören. Michael Bröcker, Florian Fischer

Beide Gespräche hören Sie in voller Länge hier.

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CEO Sebastian Dettmers verlässt Stepstone – sein Nachfolger kommt aus dem Werbegeschäft

Der langjährige CEO der Jobplattform Stepstone verlässt das Unternehmen zum September 2026. Insgesamt 15 Jahre lang leitete Sebastian Dettmers die Geschicke von Stepstone. Besonders stolz zeigt er sich im Gespräch mit Table.Briefings auf die Erfolge in den USA. Im Jahr 2019 war Stepstone durch die Übernahme von Appcast – eine Plattform für Recruitment-Marketing und programmatische Stellenanzeigen – und etwas später von Bayard Advertising in den Markt eingestiegen. Heute ist er ein wichtiger Ertragsbringer für die Firma.

In den letzten Monaten litt das Geschäft von Jobplattformen unter dem schwierigen Zustand des Arbeitsmarkts. Laut Dettmers stellt das reine Geschäft mit Stellenausschreibungen derweil nur noch einen Teil des Geschäftsmodells von Stepstone dar – längst verdient das Düsseldorfer Unternehmen Geld mit Forschung und Studien sowie Marketing-Dienstleistungen für Recruiter. Seit mehreren Jahren wird Stepstone, das sich lange Zeit im Besitz des Verlagshauses Axel Springer befand und seit einem Jahr mehrheitlich dem Finanzinvestor KKR gehört, als IPO-Kandidat gehandelt. Aufgrund eines ungünstigen Börsenumfelds, wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist, blieb der Schritt bislang aus.

Nachfolger von Sebastian Dettmers an der Spitze von Stepstone wird der ehemalige Ströer-Chef Christian Schmalzl. Dettmers will als Nächstes ein neues Buch schreiben, sagt er, nach „Die große Arbeiterlosigkeit“ ist es sein zweites. Diesmal soll es um Roboter gehen – ein Thema, das aus seiner Sicht bislang nicht ausreichend beleuchtet ist, aber wesentliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben wird. Alex Hofmann

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Rüstung: DSEI Germany ist ausgebucht und vergrößert ihre Ausstellungsfläche

Der Andrang ist größer als erwartet: Die Rüstungsmesse DSEI Germany sei effektiv ausgebucht, teilte die Deutsche Messe Table.Briefings mit - und das, obwohl der deutsche Ableger der britischen Rüstungsmesse 2027 zum ersten mal hierzulande stattfindet.

Vom 9. bis 12. März 2027 präsentieren sich Rüstungsunternehmen in Hannover auf einer Fläche, die kürzlich von 100.000 auf 120.000 Quadratmetern erweitert wurde. „Wir sind optimistisch, dass wir 1000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern knacken können“, sagt Bernd Kögel, Geschäftsführer DSEI Germany GmbH, im Gespräch mit Table.Briefings. Der Frühjahrstermin ist gewählt, um nicht mit der in der kommenden Woche stattfindenden ILA zu konkurrieren. Hier werden rund 750 Aussteller aus 37 Ländern zivile und militärische Luftfahrttechnologie erwartet.

Alle deutschen Primes hätten ihre Plätze auf der DSEI in Hannover bereits gebucht, heißt es von Seiten des Veranstalters. Erfreulich sei außerdem, dass auch das Interesse aus dem Ausland groß sei. So kämen etwa die Hälfte Aussteller nicht aus Deutschland.

Die Veranstalter wollen eine internationale Plattform für den Austausch zwischen Politik, Streitkräften und Industrie schaffen. Auch zivile Unternehmen werden vertreten sein, die für den schnellen Aufwuchs der Rüstungsindustrie gebraucht werden und von dem Boom der Branche profitieren können. „Die Messe soll auch eine Kommunikationsplattform sein, wo sich all diejenigen begegnen, die es für den schnellen Kapazitätsausbau der Rüstungsindustrie braucht“, so Kögel. Robert Wallenhauer, Wilhelmine Stenglin

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Future at the Table. Einladung: AI, Defense, Fusion. 8. Juni 2026. Kostenlos anmelden. Table.Briefings

Förderpolitik: Warum größere Unternehmen von staatlichen Mitteln mehr profitieren

Staat und Unternehmen in Deutschland investieren mehr als fast jedes andere Land der Welt in Forschung und Entwicklung (FuE) – und doch mangelt es an Innovation. Der Thinktank Dezernat Zukunft hat dieses Paradox analysiert. Rund 64 Prozent der Fördermittel fließen demnach an Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten sowie an Unternehmen, die seit über 20 Jahren am Markt sind. Junge Unternehmen erhalten dagegen nur etwa zehn Prozent. Grundlage der Untersuchung, die Table.Briefings exklusiv vorliegt, sind rund 40.000 laufende Förderprojekte, die mit Unternehmensdaten und Technologie-Reifegraden (TRL) verknüpft wurden. Die Autoren sehen darin eine strukturelle Pfadabhängigkeit: Wer bereits Fördererfahrung und administrative Kapazitäten hat, hat bessere Chancen auf weitere Mittel.

Zugleich konzentriert sich die Förderung stark auf mittlere Entwicklungsphasen. Gefördert werde damit vor allem die Weiterentwicklung bestehender Technologien, nicht aber disruptive Innovation. Das stabilisiere bestehende Marktstrukturen und verstärke die „Mitteltechnologie-Falle“, heißt es in der Studie. Für die Innovationsfähigkeit sei das problematisch, da neue Marktteilnehmer besonders häufig radikale Innovationen hervorbringen. Welche Reformoptionen die Autoren vorschlagen, lesen Sie im Research.Table. Nicola Kuhrt

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Reiches Reise: Neue Gesprächsebenen für alte Probleme

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kehrt ohne neue Abkommen, aber mit neu wiederbelebten Gesprächskanälen aus China zurück. Die chinesische Regierung habe zugesagt, Anliegen deutscher Unternehmen schneller zu prüfen und zu bearbeiten, was Reiche als wichtiges Signal für eine vertrauensvolle und stabile wirtschaftliche Zusammenarbeit werte. Gleichzeitig betonte sie, dass die Beziehungen zwar konstruktiv bleiben sollten, aber auch Raum für kritische Themen wie etwa Lieferkettenprobleme und unfaire Wettbewerbsbedingungen bieten müssten.

Während mehrere EU-Staaten gegenüber Peking auf Konfrontation setzen, hält Berlin an einem Balancekurs fest: Deutschland müsste sich gegen unfaire Praktikten schützen, zugleich aber als Exportnation wirtschaftlich offen bleiben. Warum Reiche diesen Kurs für notwendig hält und weshalb China für Deutschland zugleich Risiko, Absatzmarkt und Technologiestandort bleibt, lesen Sie im China.Table. Jörn Petring

Lernen Sie alle Table.Briefings in voller Länge kostenlos kennen: Vier Wochen, ohne automatische Verlängerung, ohne Zahldaten – und informiert wie die Topentscheider.

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Future at the Table. Einladung: Suveränität als Wachstumstreiber. 8. Juni 2026. Kostenlos anmelden. Table Briefings

CEO.Presseschau

Handelsblatt

Milliardendeal: RWE erwägt Kauf weiterer Anteile an Amprion

Der Energiekonzern RWE erwägt, einen weiteren Anteil am Stromnetzbetreiber Amprion zu kaufen. Ein Konsortium unter Führung der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe plant, seinen Anteil von 16,5 Prozent zu verkaufen. RWEs Anteil würde damit von 25,1 Prozent auf über 40 Prozent steigen. Das Transaktionsvolumen liegt im niedrigen einstelligen Milliardenbereich.
FAZ

Warum nur die großen Chemiekonzerne vom Krieg profitieren

Die deutsche Chemieindustrie erlebt eine kurzzeitige Nachfragesteigerung, da China kriegsbedingt weniger liefert. Davon profitieren laut Branchenverband VCI aber vor allem große, global aufgestellte Konzerne. Für fast 80 Prozent der mittelständischen Unternehmen sind die Kriegsfolgen negativ. Der Verband sieht keine Trendwende, sondern spricht von einem „panischen Zwischenhoch" durch Hamsterkäufe.
Financial Times

Anthropic schließt 65-Milliarden-Dollar-Finanzierungsdeal ab und übertrifft damit die Bewertung von OpenAI

Das KI-Startup Anthropic hat in einer Finanzierungsrunde 65 Mrd. Dollar eingesammelt und seine Bewertung damit fast verdreifacht. Damit übertrifft es den Konkurrenten OpenAI. Die Runde wurde von Altimeter Capital angeführt. Das frische Kapital soll in den Ausbau der Rechenleistung investiert werden, um der gestiegenen Nachfrage nach den KI-Werkzeugen des Unternehmens gerecht zu werden.
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CEO.Personnel

manager magazin

Rückschlag für N26-Gründer Valentin Stalf im Poker um Comeback

N26-Gründer Valentin Stalf erleidet einen Rückschlag bei seinem Plan, in den Aufsichtsrat zu wechseln. Nach seinem erzwungenen Rückzug als Co-CEO wurde sein Name nach Widerstand von Kontrolleuren und wegen einer laufenden juristischen Prüfung von der Tagesordnung der Hauptversammlung gestrichen. Stattdessen sollen zwei andere Kandidaten in das Gremium gewählt werden.
MOPO

Hapag-Lloyd-Vorstand Maximilian Rothkopf verlässt die Reederei

Maximilian Rothkopf, operativer Vorstand von Hapag-Lloyd, verlässt die Hamburger Reederei zum 30. Juni "im besten Einvernehmen". Der 45-Jährige wird dem Unternehmen vorerst als Berater zur Seite stehen. Sein Abgang fällt in eine Zeit, in der Hapag-Lloyd im ersten Quartal einen Verlust von 220 Millionen Euro verzeichnete. Über die Nachfolge wird der Aufsichtsrat später entscheiden.
Handelsblatt

Medien: RTL befördert Sportchef Robens nach Übernahme von Sky

Nach der Übernahme von Sky durch die RTL-Gruppe wird RTL-Sportchef Frank Robens ab dem 1. Juni Leiter der neuen Sport-Einheit. Er verantwortet den gesamten Sportbereich, dessen Inhalte und Rechte. Andere Topmitarbeiter von Sky, wie Alexander Rösner (Editorial) und Hans Gabbe (Rechte), übernehmen ebenfalls wichtige Aufgaben in der neuen Struktur.
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CEO.Finance

Vietnam: Đổi Mới und die Grenzen des Gradualismus

Vom hungernden Planstaat zur Exportnation: Seit den Reformen von 1986 hat Vietnam einen rasanten Aufstieg erlebt. Doch trotz Wachstum, Investitionen und Freihandel bremsen Staatskonzerne und fehlende Finanzreformen den Wohlstand.

Am Ende des Vietnamkriegs 1975 war Vietnam ein armes Land, in dem Hunger herrschte. Rund 80 Prozent der Bevölkerung produzierten vorwiegend für den Eigenbedarf. Es herrschte die Planwirtschaft. Die Betriebe waren staatlich und der Verwaltungsapparat überdimensioniert. In der Landwirtschaft führten unerfahrene Kader ineffiziente Großkooperativen. Das Pro-Kopf-Einkommen und die Lebenserwartung gehörten zu den niedrigsten in Asien. Die Staatsausgaben waren außer Kontrolle und die Inflation galoppierte.

Der entscheidende Wendepunkt kam auf dem 6. Parteikongress der Kommunistischen Partei Vietnams 1986 mit der Wahl von Nguyễn Văn Linh zum neuen Generalsekretär. Dieser erkannte das Scheitern der „zentralistisch-bürokratischen“ Planwirtschaft „in entscheidenden Punkten“ an. Im Zuge des schrittweisen Reformprozesses Đổi-Mới (Erneuerung) legalisierte die Regierung den privaten Verkauf der landwirtschaftlichen Produktion, die über den staatlichen Ablieferungsquoten lag. Die Regierung erlaubte die Gründung privater Unternehmen und schuf Geschäftsbanken. Die Entlassung zahlreicher Staatsbediensteter und die Kürzung der Subventionen für die Staatsbetriebe half, die Inflation zu senken und die Währung zu stabilisieren. Mit der makroökonomischen Stabilisierung verbesserten sich die Bedingungen für Investitionen.

Bereits früh hat Vietnam den Weg für Direktinvestitionen frei gemacht, sodass ausländisches Know-how kombiniert mit günstiger inländischer Arbeitskraft die Industrieproduktion wachsen lassen konnte. Das steigerte die Produktivität und den Export und brachte Devisen ins Land. Der Beitritt zu ASEAN (1995), der WTO (2007) und zahlreichen anderen Freihandelsabkommen gab dem Export zusätzlichen Rückenwind. Die geopolitischen Spannungen um China lassen multinationale Unternehmen nach dem Motto „China plus One“ Teile ihrer Produktion von China nach Vietnam verlagern. Der Handelskonflikt der USA mit China hat bewirkt, dass Chinas Exporte in die USA teilweise den Umweg über Vietnam machen.

Das Pro-Kopf-Einkommen Vietnams ist stark von unter 500 Dollar im Jahr 1985 auf 5.000 US-Dollar im Jahr 2025 gewachsen. Die Bildungsrate ist hoch und die Armutsrate ist gering. Trotzdem bleibt Vietnam deutlich hinter anderen ostasiatischen Ländern wie Thailand (8.400 Dollar), China (14.700 Dollar) und Südkorea (36.300 Dollar) zurück. Das liegt auch daran, dass die großen staatseigenen Betriebe immer noch weite Teile der nicht ausländisch kontrollierten Produktion dominieren. Einen Mittelstand wie in den Industrieländern gibt es quasi nicht.

Das Finanzsystem wird von staatlich kontrollierten Banken dominiert, die Kredite nach politischen Kriterien vergeben. Der private Kapitalmarkt bleibt stark unterentwickelt. Dies verdeutlicht die Grenzen des gradualistischen Reformprozesses. Der Wohlstandsgewinn bleibt begrenzt, weil wichtige Reformschritte wie die finanzielle Liberalisierung einfach ausgeblieben sind.

Die Schocktherapien der mittel- und osteuropäischen Länder nach dem Fall des Eisernen Vorhangs haben zwar in den 1990er-Jahren deutlich stärkere Verwerfungen mit sich gebracht. Aber die Pro-Kopf-Einkommen liegen heute auch viel höher – beispielsweise in Estland bei 37.900 US-Dollar und in Polen bei 30.000 Dollar. Das zeigt, dass eine Schocktherapie zwar schmerzlicher ist, aber auch größere Erfolge erzielen kann. Der nächste, der das gerade unter Beweis stellen könnte, könnte Javier Milei in Argentinien sein.

Gunther Schnabl ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Thinktanks Flossbach von Storch Research Institute. In seiner Kolumne beleuchtet er regelmäßig Themen rund um die internationalen Finanzmärkte.

Dieser Standpunkt spiegelt nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider.

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