Heizungsgesetz-Reform: Industrie warnt vor Risiken für Dekarbonisierung

28. Februar 2026

Wirtschaftsverbände warnen, die von den Regierungskoalitionen am Dienstagabend vorgestellten Eckpunkte für das künftige Gebäudeenergiegesetz gefährden auch die Dekarbonisierung der Industrie. Die geplante Grüngasquote könnte knappe grüne Gase wie Biomethan und Wasserstoff in den Gebäudesektor umleiten und sie im Industriebereich weiter verknappen. Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung Klimawirtschaft, befürchtet „harte Verteilungskonflikte und einen intensiven Lobby-Streit zwischen den Sektoren“. Sie sieht die industrielle Transformation und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gefährdet.

Der Verband der chemischen Industrie warnt vor steigenden Preisen für grüne Gase, was die Industrie-Transformation verteuere. Für eine sich transformierende Industrie seien Wasserstoff und Biomethan „unabdingbare Rohstoffe“, sagt Matthias Bellitz, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit, Energie und Klimaschutz im VCI. Die Bundesregierung müsse noch Lösungen aufzeigen, damit es nicht zu einer Verknappung kommt. Auch Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, mahnt vor einer Verknappung: Der Zugang für industrielle Anwender müsse gesichert bleiben.

Die Eckpunkte zur Reform des Heizungsgesetzes sehen einige Änderungen vor. Die Vorgabe, dass Heizungen künftig mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen, soll gestrichen werden. Somit dürfen wieder ohne Einschränkungen neue Gas- und sogar Ölheizungen eingebaut werden. Stattdessen soll eine Grüngasquote eingeführt werden. Für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen soll sie ab 2029 bei zehn Prozent des Verbrauchs liegen und bis 2040 in drei Stufen ansteigen. Zusätzlich soll eine Quote von einem Prozent Grüngasanteil für Bestandsheizungen gelten. Nico Beckert / Malte Kreutzfeldt

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Letzte Aktualisierung: 28. Februar 2026