German Startup Awards – Impact Entrepreneur des Jahres

21. Mai 2026

Ali Abderrahmane war 18, hatte kein Kapital, kein Netzwerk und keine Erfahrung – und durfte nach dem Abitur formal nicht arbeiten, weil seine Familie Leistungen vom Jobcenter bezog. Also half er gemeinsam mit seinem Schulfreund Burak Erkovan Senioren in der Nachbarschaft. Aus diesen ersten, unbezahlten Einsätzen entstand JUHI, ein Berliner Start-up, das heute nach eigenen Angaben über 4.000 junge Helfer an mehr als 8.000 pflegebedürftige Menschen vermittelt.

Das Geschäftsmodell adressiert eine strukturelle Lücke im deutschen Pflegesystem. In Deutschland haben Millionen Pflegebedürftige Anspruch auf Alltagshilfe, finanziert über einen Betrag der Pflegeversicherung. Nur rund 20 Prozent rufen diese Leistung ab, sagt Abderrahmane – nicht weil der Bedarf fehlt, sondern weil Angebote fehlen oder die Betroffenen von ihrem Budget gar nichts wissen. JUHI stellt junge Menschen ein – Schüler, Studierende, Auszubildende – und schickt sie zu Pflegebedürftigen für Einkäufe, Haushaltsaufgaben oder Gesellschaft. Die Leistungen rechnet das Unternehmen direkt mit allen gesetzlichen Pflegekassen ab.

Hinter dem einfachen Modell steckt ein hoher Digitalisierungsgrad. Laut Gesundheitsstadt Berlin, deren Mitglied JUHI ist, sind 90 Prozent der Hintergrundprozesse digitalisiert – gestützt auf eine selbst entwickelte Software und App. Das ermöglicht Koordination in einer Branche, die traditionell kleinteilig und analog organisiert ist. Alex Hofmann

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Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2026