Noch nie wurden mehr Start-ups gegründet – aber sie werden nicht groß genug

3.568 neue Start-ups in Deutschland markieren das Rekordjahr 2025. München überholt Berlin. Lesen Sie alles zu KI, Kapitalmangel und den Startup Awards.

21. Mai 2026

2025 wurden in Deutschland 3.568 neue Start-ups gegründet, ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021. Das geht aus dem aktuellen Next-Generation-Report des Startup-Verbands hervor. Besonders dynamisch ist Bayern mit 247 zusätzlichen Gründungen (plus 46 Prozent); München liegt bei den Pro-Kopf-Gründungen erstmals mit sichtbarem Vorsprung vor Berlin.

Bei der Wachstumsfinanzierung dominiert dabei ausländisches Kapital. Im ersten Quartal 2026 sammelten deutsche Start-ups laut Venture-Capital-Dashboard der KfW 1,7 Milliarden Euro Wagniskapital ein – sechs Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Über drei Viertel der Mittel stammten aus dem Ausland, gegenüber rund zwei Dritteln in den beiden vorangegangenen Quartalen; 34 Prozent kamen allein von US-Investoren. Die meisten Deals schlossen Start-ups aus der Gesundheitsbranche (18 Prozent), gefolgt von Fintechs (knapp über 15 Prozent).

Künstliche Intelligenz war der wichtigste Wachstumsmotor. 27 Prozent aller Neugründungen haben einen KI-Bezug. Gleichzeitig spielte auch die Wirtschaftsflaute eine Rolle – mehr Menschen machten sich laut Startup-Verband aus wirtschaftlicher Not selbstständig.

Vor allem, wenn es um das Wachstum von Unternehmen geht, zeigt Deutschland allerdings noch Schwächen. Das liegt auch am Kapital, von dem zu viel nicht für Innovation ausgegeben wird. „Wir müssen uns etwas überlegen, dass die drei Billionen, die auf unseren Sparkonten liegen, mehr in Innovation fließen“, sagt Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Deutsche Startups, im Gespräch mit Table.Briefings. „Unsere Pensionskassen gehen noch gar nicht in Venture Capital – in den USA passiert das seit Jahrzehnten.“

Eine große Chance sei die WIN-Initiative des Bundes, ein im September 2024 vom Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam mit der KfW, Unternehmen und Verbänden gegründetes Bündnis. „Bis 2030 sollen zwölf Milliarden von Versicherern und Pensionskassen in Venture Capital fließen.“ Bislang ist laut Pausder nur ein Bruchteil davon tatsächlich mobilisiert. „Im Koalitionsvertrag steht 25 Milliarden, also sogar das Doppelte. Das müssen wir hinkriegen.“

Wie eine Gründerschutzzone die frühen Jahre eines Start-ups einfacher machen soll, welche Branchen gerade am stärksten wachsen und was sich gegen die Männerdominanz in der Szene tun lässt, verrät Verena Pausder im Podcast Table.Today am Freitag ab 5 Uhr.

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Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2026