TUMO – Der Bund ist nicht interessiert

Im Berliner Bezirk Charlottenburg, fußläufig zur U-Bahn-Station Wilmersdorfer Straße, steht seit Herbst 2020 ein digitales Lernzentrum für Jugendliche, ein sogenanntes TUMO-Zentrum. Mehrstöckig, hell beleuchtet, mit bodentiefen Fenstern, die den Blick auf die technische Infrastruktur freigeben. Auf 2.000 Quadratmeter befinden sich futuristisch anmutende Schreibtische, ein Tonstudio, Sitzsäcke, 100 iMacs, 50 MacBooks – genug Kapazitäten für 150 Interessierte auf einmal. „Roboter programmieren? Du kannst das auch!“ steht auf einem der Werbeplakate von TUMO. Die Message: Alles ist lernbar. Die Mission: Die Möglichkeiten dafür zur Verfügung zu stellen. Jugendliche können außerhalb der Schulzeit hierherkommen und ihre Kompetenzen stärken, ja sogar Zertifikate erwerben. Sie wählen aus zehn Themenkomplexen, von Grafik-Design über Spiele-Entwicklung bis zu Robotics, in je zweimal zwei Stunden pro Woche werden entweder in Expert:innen-Coachings oder im eigenen Tempo mit der Lernsoftware TUMO World die eigenen Fähigkeiten weiterentwickelt. 

Armenisches Franchise-Projekt wird im Ausland aufgegriffen

Die Idee für das Projekt stammt aus Armenien, wo 2011 das erste Lernzentrum, initiiert von der amerikanisch-armenischen Simonian Educational Foundation, gegründet wurde. Mittlerweile gibt es vier Standorte im ganzen Land, sogenannte Hubs, an denen insgesamt 20.000 Jugendliche lernen. Diese werden außerdem von TUMO-Boxen, flexibel verlegbaren Mini-Lernzentren in Containern ergänzt. Weitere Standorte bestehen neben Berlin bereits in Moskau, Paris, Tirana und Beirut, zudem sind welche in Kalifornien, Kyiv, Tokyo und Nur-Sultan geplant. Das System ist immer gleich: TUMO Armenien agiert als Franchise-Geber, setzt Standards für die interessierten Betreiber, stellt die erforderliche Software zur Verfügung und schult Personal und Advisor für die Lernenden.

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