Berlin.Table – Ausgabe 815

Offene Fragen im Haushalt + Einigung auf Gesundheitsreform + Schärferes Umweltstrafrecht

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Talk of the Town

Haushalt 2027: Warum die Eckwerte entscheidende Fragen offen lassen

Es ist eine gute Botschaft, mit der Finanzminister Lars Klingbeil am Mittwoch vor die Presse treten will, nachdem das Kabinett die Eckpunkte für den Haushalt 2026 und die Finanzplanung bis 2030 verabschiedet hat: Das im vergangenen Jahr für 2026 prognostizierte Haushaltsloch (das vom Bundesfinanzministerium stets als „Handlungsbedarf“ umschrieben wird) von gut 34 Milliarden Euro könne komplett geschlossen werden, hieß es am Dienstag aus dem BMF – und zwar trotz deutlich gestiegener Ausgaben von 543 Milliarden Euro, gleichbleibend hoher Investitionen von 118 Milliarden Euro und ohne die bestehende Rücklage des Bundes anzugreifen.

Möglich wird das zum einen durch höhere Schulden. Die Nettokreditaufnahme, die 2026 bei 98 Milliarden Euro liegt, sinkt 2027 nicht auf 88 Milliarden Euro, wie im vergangenen Jahr angekündigt, sondern sie steigt den Eckwerten zufolge auf 111 Milliarden Euro; möglich ist das, weil die schlechtere Konjunktur eine höhere Ausnahme von der Schuldenbremse erlaubt und weil auch die Militärausgaben steigen, die davon ausgenommen sind. Dazu kommen noch die Kredite für die Sondervermögen Bundeswehr sowie Infrastruktur und Klimaneutralität von zusammen rund 86 Milliarden Euro. Bis 2030 soll die jährliche Gesamt-Neuverschuldung auf über 200 Milliarden Euro steigen. Die Zinsausgaben im Bundeshaushalt wachsen dadurch von 30 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 79 Milliarden Euro im Jahr 2030.

Zum anderen sind Ausgabenkürzungen und neue Einnahmen vorgesehen. Dazu gehört eine Einsparvorgabe von einem Prozent in jedem Einzelhaushalt sowie eine weitere Absenkung der Mittel für Entwicklungshilfe. Zudem sollen die Bundeszuschüsse zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung gesenkt werden. Konkrete Zahlen nennt das BMF dazu nicht. Gleiches gilt für den „Abbau von Finanzhilfen und Steuervergünstigungen“, die das BMF plant: Welche das sind und wieviel dadurch gespart werden soll, wird bisher nicht kommuniziert. Gekappt werden dürfte nach Angaben aus Regierungskreisen auf jeden Fall die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen. Über den Abbau weiterer Subventionen dürfte die Koalition bis zur Aufstellung des Haushalts am 6. Juli noch heftig streiten.

Das gilt auch für die neuen und höheren Steuern, die das BMF plant. Neu eingeführt werden sollen eine Plastikabgabe und eine Zuckerabgabe, die die Union noch auf ihrem jüngsten Parteitag abgelehnt hatte. Bei der Koalitionsklausur am 12. April in der Villa Borsig wurde darüber aber nach Angaben aus BMF-Kreisen bereits eine Einigung erzielt, ebenso wie über eine Besteuerung von Kryptowährungen sowie die Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer. Details zum Geltungsbereich und zu den erwarteten Einnahmen gibt es auch hier noch nicht; lediglich zur Zuckersteuer werden im Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform (siehe unten) Einnahmen von 450 Millionen Euro pro Jahr genannt, aber erst ab 2028. Aus dem BMF heißt es lediglich, dass die neu vereinbarten Einsparungen und Einnahmen für 2027 insgesamt 20 Milliarden Euro einbringen sollen.

Deutlich wird aus den Eckpunkten, dass für zentrale Projekte kein zusätzliches Geld zur Verfügung steht. Die angekündigte Einkommensteuerreform, bei der vor allem Gering- und Normalverdiener entlastet werden sollen, müsste demnach wie von der SPD gewünscht durch höhere Belastungen für Spitzenverdiener gegenfinanziert werden. Für die aus der Union geforderte Gesamt-Entlastung ist im Haushalt kein Geld eingeplant. In der Union ist von einem Entlastungsvolumen von mindestens zehn Milliarden Euro die Rede. Der Plan, dieses über zusätzliche Einsparungen im Haushalt zu finanzieren, dürfte deutlich schwerer umzusetzen sein, nachdem das Kabinett mit den Eckpunkten zentrale Pflöcke eingeschlagen hat.

Auch für das kürzlich vorgestellte Klimaschutzprogramm gibt es, anders als bisher kommuniziert, kein neues Geld: Im Klima- und Transformationsfonds sind dafür bis 2030 zwar höhere Ausgaben von insgesamt knapp acht Milliarden Euro, aber keine zusätzlichen Mittel vorgesehen. Die Mehrausgaben sollen demnach offenbar durch Einsparungen oder Minderausgaben an anderer Stelle gedeckt werden – etwa durch die Kürzung von Programmen mit wenig Klimawirkung oder durch die von der Union geforderte Absenkung der Mittel für energetische Sanierungen und Wärmepumpen.

Und selbst wenn die Lücke im Haushalt 2026 tatsächlich geschlossen wird, wartet schon die nächste Herausforderung auf die Koalition: Für 2028 sieht die Finanzplanung auch nach Umsetzung aller geplanten Maßnahmen und einer geplanten Verschiebung der Rückzahlung von Corona-Krediten noch einen „Handlungsbedarf“ von knapp 30 Milliarden, der in den Folgejahren weiter ansteigt. Noch größer werden die Haushaltsprobleme, wenn in den 2030er-Jahren das Sondervermögen Infrastruktur ausläuft – aber das ist dann zumindest nicht mehr das Problem dieser Koalition.

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Gesundheitsreform: Gesetzentwurf wird auf Wunsch der SPD noch einmal angepasst. Kurz vor der Zielgeraden einigen sich Union und SPD, das Spargesetz für die gesetzlichen Krankenkassen noch einmal nachzujustieren. Der neue Entwurf soll den Sozialdemokraten ein Stück entgegenkommen. Die hatten kritisiert, die von Gesundheitsministerin Nina Warken geplanten Einsparungen gingen zu sehr zulasten der Versicherten. Das soll sich laut angepasstem Gesetzentwurf, der Table.Briefings vorliegt, ändern. Demnach werden weniger Leistungen gekürzt. Zudem soll nun doch eine Zuckersteuer erhoben werden.

Außerdem wird der Bundeszuschuss um zwei Milliarden Euro gekürzt. Das stößt auf Kritik bei den Grünen. Haushaltspolitikerin Paula Piechotta sagt, dem stehe in den kommenden beiden Jahren nur ein geringer Einstieg in die Steuerfinanzierung der Versicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger gegenüber: 0,3 Milliarden Euro 2027, 0,5 Milliarden Euro 2028. Unterm Strich sinke die Unterstützung des Bundes für die GKV, sagt Piechotta Table.Briefings. Gleichzeitig so zu tun, als wolle man die Versicherten entlasten, sei „einfach unehrliche Kommunikation“.

Zudem sinken die Einsparungen für das kommende Jahr nun um 3,3 Milliarden Euro. Das heißt, dass mittelfristig eine Finanzlücke bei den Kassen bleibt, wenn nicht noch einmal nachjustiert wird. So konnten sich Union und SPD bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern einigen. Der Kompromiss bedeutet jedoch zunächst geringere Einnahmen im Vergleich zu Warkens Ursprungsvorschlag. Die beitragsfreie Mitversicherung gilt künftig nur noch für bestimmte Gruppen: Kinder, Eltern von Kindern unter sieben Jahren, Eltern von Kindern mit Behinderung, pflegende Angehörige sowie Menschen im Rentenalter. Zunächst war ein Zuschlag von 3,5 Prozent auf das beitragspflichtige Bruttoeinkommen des Hauptverdieners angedacht. Für den jetzigen Gesetzentwurf einigen sich Union und SPD nun auf 2,5 Prozent. Laura Block, Sven Siebert, Sara Sievert

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Sparen wir uns leere Versprechen. Nicht eine verlässliche Versorgung. Praxen nicht kaputtsparen! Die Haus- und Fachärzte. Praxenland.de

Eine Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte finden pro Jahr in den Praxen statt. Diese wohnortnahe Versorgung ist wichtig und schützenswert.
Mehr unter: Praxenland.de

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- Im Zusammenhang mit: Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung; Deutschland, national

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News

Benzinpreise: Warum sie in Deutschland so hoch sind. Ein Großteil der Unterschiede beim Spritpreis im internationalen Vergleich wird durch Steuern verursacht. Deutschland liegt in einer Auswertung des Wall Street Journal mit Daten von S&P Global Energy dabei deutlich vor vielen anderen Ländern – insbesondere den USA. Während der Einkaufspreis bei den betrachteten Ländern in etwa gleich ist, führen hohe Abgaben sowie Gewinnmarge und Betriebskosten in der Lieferkette hierzulande zu einer deutlichen Verteuerung. Innerhalb Europas zeigen sich eher geringfügige Unterschiede – dennoch bleibt der Benzinpreis in Frankreich oder Großbritannien günstiger. Alex Hofmann

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Die Bundesregierung will mehr Geld für Entlastungen. Wir hätten da Ideen. Consumer Choice Center.

Entlastungen versprechen, aber die Tabaksteuer erhöhen?
Widersprüchlich und stärkt den Schwarzmarkt.

Unsere Gegenvorschläge:
1. Aromenverbot für Vapes stoppen
2. Verkauf von Nikotinbeutel legalisieren

Das schwächt den Schwarzmarkt, stärkt Jugendschutz & Verbraucher - bringt 2 Mrd. € Steuereinnahmen bis 2029. Mehr Infos beim Consumer Choice Center.

- Sponsor: Consumer Choice Center
- Im Zusammenhang mit: Tabaksteuer, Verordnung zum Aromenverbot bei Vapes, Tabakerzeugnisgesetz, Nikotinbeutel; Deutschland, national

Transparenzbekanntmachung

Umweltverbrechen: Regierung will verdeckte Ermittlungen zulassen. Das Kabinett will am Mittwoch eine Verschärfung des Umweltstrafrechts beschließen. Der Gesetzentwurf, der Table.Briefings vorliegt, sieht im Vergleich zum Referentenentwurf eine Neuerung vor: Demnach sollen Behörden künftig verdeckt ermitteln und etwa die Telekommunikation überwachen dürfen. Ziel ist es, effektiver gegen Organisierte Kriminalität vorgehen zu können; Umweltverbrechen zählen zu den weltweit häufigsten Straftaten. Marc Winkelmann

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Beitragsbemessungsgrenze: Erhöhung belastet die Wirtschaft. Der Gesetzentwurf zu Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen sieht vor, die Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro zusätzlich zur regulären Erhöhung anzuheben. Die Wirtschaft bezieht klar Position gegen diese Maßnahme: Nicht ohne Grund sei sie von der FinanzKommission Gesundheit “abgeräumt” worden. (mehr auf pkv.de)

Umfrage: Koalitionsstreit verschärft Misstrauen der Unternehmen. Die Stimmung unter den Unternehmen ist schlecht. Das bestätigt eine Civey-Studie im Auftrag des SPD-Wirtschaftsforums, die Table.Briefings vorliegt. Demnach trauen knapp 78 Prozent der Unternehmen in Deutschland der Bundesregierung nicht zu, das Wirtschaftswachstum durch Reformen spürbar zu steigern. Hinzu kommt die schlechte Stimmung unter den Koalitionspartnern. Knapp die Hälfte der Befragten sieht das Taktieren als Hauptgrund dafür, dass die Regierung nicht geschlossen auftritt. Es fehle eine gemeinsame Linie in der Regierung, und es mangele an Kompromissbereitschaft. Laura Block

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Maritime Verteidigung: Wie Schifffahrt und Häfen Deutschlands Sicherheit stärken. Die Sicherung der Seewege ist im Kriegs- und Krisenfall systemrelevant für die Gesamtverteidigung in Europa. Das sagte Ingo Gerhartz, ranghöchster deutscher General in der Nato und Chef des Allied Joint Force Command in Brunssum, Table.Briefings bei der Blue Night des Reederverbands am Vorabend der Maritimen Konferenz in Emden. „Die dänische Meerenge ist die europäische Straße von Hormus“, sagte Gerhartz. „Im Falle eines Angriffs würde die Ostsee zum Rückgrat unserer gesamten Versorgung. Unsere Aufgabe ist es, unsere Seewege sicher zu halten.“ Die knapp 1.700 deutschen Handelsschiffe in der privaten Wirtschaft würden den Planungen zufolge dann für die Gesamtverteidigung eingesetzt.

Die angespannte Lage an der Straße in Hormus beschäftigt auch die deutschen Reeder. Nach Angaben des Verbands-Geschäftsführers Martin Kröger stecken aktuell noch rund 50 Schiffe von zehn Reedereien im Golf fest. „Das ist kein regionaler Konflikt. Das ist ein Eingriff in den Kreislauf des Welthandels“, sagte VDR-Präsidentin Gaby Bornheim. Durch die Ereignisse habe man auch in Deutschland erkannt, dass die maritime Wirtschaft eine enorme Bedeutung habe, so Bornheim. „Deutschland war und ist schon immer ein maritimes Land, hat sich aber stets zu wenig als ein solches begriffen. Dies gilt es zu ändern.“ Die Seewege seien „Räume von Macht, Räume der Versorgung, Räume der Entscheidung“. Das Gespräch mit Gerhartz und VDR-Geschäftsführer Martin Kröger hören Sie im Podcast ab 5 Uhr hier. Welche Erwartungen Branchenvertreter an die Maritime Konferenz haben, lesen Sie im Security.Table. Michael Bröcker

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Table.Today. "Wie bekämpft die Polizei Rassismus? Mit Uli Grötsch."
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Gewalt gegen Frauen: Polizeibeauftragter fordert mehr Spezialwachen. Der Polizeibeauftragte des Bundes, Uli Grötsch, kritisiert, dass die bisher deutschlandweit zwei spezialisierten Wachen für Frauen mit Gewalterfahrung „natürlich nur ein Symbol“ seien. Es sei „sehr wünschenswert, dass es das an allen großen Bahnhöfen gibt“, sagt er im Podcast Table.Today. Während Alexander Dobrindt vergangene Woche noch von andauernden Evaluierungen des Pilotprojekts sprach, versicherte Grötsch, sich für weitere Stellen einzusetzen: „Ich hätte meine Arbeit, meinen Auftrag verfehlt.“

Grötsch will Diskriminierung in der Polizei eindämmen. Diese wurde vor einem Jahr in einer Studie auf allen Ebenen nachgewiesen. Seither nehme er bei BKA, Bundespolizei und Bundestagspolizei ein „hohes Interesse“ wahr, diskriminierungsfrei zu arbeiten, sagt Grötsch. Er setzt auf Aus- und Fortbildung; die erste Weiche sei aber das Personalauswahlverfahren. Das Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier. Franziska Klemenz

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Kooperation mit der Ukraine: Berlin setzt auf strategische Partnerschaft. Bei der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit zeichnet sich ein strategischer Wandel ab. Die Ukraine entwickelt sich vom reinen Hilfeempfänger zu einem wichtigen Sicherheitspartner Deutschlands. Berlin will stärker von den Erfahrungen der ukrainischen Verteidigungsindustrie und des Militärs profitieren, insbesondere mit Blick auf moderne Kriegsführung, Technologie und Organisation. Eine wichtige Rolle soll dabei auch privates Kapital spielen. Die Bundesregierung will gezielt Banken, Fonds und weitere Finanzakteure für Investitionen in der Ukraine mobilisieren.

Ein gemeinsamer Roundtable von Verteidigungs, Wirtschafts und Finanzministerium mit Industrie und Investoren markiert den neuen, koordinierten Ansatz. Das Vorgehen folgt einem Zehn-Punkte-Plan der Bundesregierung: vereinfachte Regulierung, stärkere Rüstungskooperation, gemeinsame Forschungsprojekte und die Integration ukrainischer Rüstungsunternehmen in den europäischen Markt sind Elemente des Plans. Wie genau die Sicherheitspartnerschaft mit der Ukraine ausgebaut wird, lesen Sie im Security.Table. Viktor Funk, Robert Wallenhauer

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Digitalministerium: Staatssekretärin soll womöglich nicht ersetzt werden. Im Leitungskreis des Ministeriums gibt es die Überlegung, den Posten der in der letzten Woche ausgeschiedenen Luise Hölscher (CDU) nicht neu zu besetzen, wie Table.Briefings erfuhr. Damit könnte das Haus mit gutem Beispiel für eine schlankere Organisationsstruktur vorangehen, hieß es. Allerdings gäbe es dann im Ministerium keine Frau mehr auf Staatssekretärsebene. In der Mitteilung zum Ausscheiden der Staatssekretärin stand, dass deren Aufgaben „bis auf Weiteres“ vom zweiten beamteten Staatssekretär Markus Richter übernommen würden. Er müsste dann das Haus allein in diversen Gremien und Planungskreisen auf Behörden- sowie EU-Ebene vertreten. Leonard Schulz

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Energiekrise in China: Wie das Politbüro reagiert. Die Sorge vor Energieengpässen rückt bis ins Politbüro der Kommunistischen Partei vor. Nach Berichten über einbrechende Autoverkäufe, Werksschließungen und Proteste ruft die Führung zu „größeren Anstrengungen“ zur Stabilisierung der Wirtschaft auf. Eine besonders schwache Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten in Südostasien belastet die Konjunktur zusätzlich. Gleichzeitig bleibt der Immobilienmarkt schwach. Ob Peking sein Wachstumsziel halten kann und welche Gegenmaßnahmen besprochen werden, lesen Sie im China.Table. Marcel Grzanna

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Entbürokratisierung: Wie die EU-Kommission die Mitgliedstaaten disziplinieren will. Ein wichtiger Schritt beim Bürokratieabbau ist nach Ansicht der EU-Kommission, den Handlungsspielraum für Mitgliedstaaten bei der Umsetzung von EU-Gesetzen einzudämmen. Deshalb setzt die Behörde bei künftigen Gesetzesprojekten verstärkt auf direkt anwendbare EU-Verordnungen statt auf Richtlinien, die national umgesetzt werden müssen. Zudem droht die Kommission auch mit mehr Vertragsverletzungsverfahren gegen Mitgliedstaaten, die EU-Recht nicht einheitlich umsetzen. Was die Kommission bei der Vereinfachung von Bewilligungspflichten vorhat, lesen Sie im Europe.Table. János Allenbach-Ammann

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Barbara Massing über die Notwendigkeit einer digitalen Infrastruktur, die Demokratie stärkt. Table.Forum

Table.Documents

Heads

Thomas Heilmann soll neuer Kultursenator von Berlin und damit Nachfolger der infolge der Fördergeld-Affäre zurückgetretenen Sarah Wedl-Wilson werden. Dieser Plan, über die zuerst der Tagesspiegel berichtet hatte, wurde Table.Briefings aus CDU-Kreisen bestätigt. Heilmanns Schwerpunkt als Vorsitzender der Klimaunion und bis 2025 als Bundestagsabgeordneter war zuletzt die Klimapolitik; in Berlin ist er zudem als ehemaliger Justizsenator bekannt. Kulturpolitisch ist er bisher weniger in Erscheinung getreten, war aber in verschiedenen kulturellen Institutionen engagiert. Wer sich von seinem Kunstverständnis überzeugen will, hat dazu in Kürze Gelegenheit: Bei einer Benefizauktion des Vereins „Save the Children“ (am Mittwoch in der Berlinschen Galerie und online) wird gerade eine von Heilmann geleitete Privatführung durch die Kunstwerke des Bundestags versteigert; das Mindestgebot zugunsten der Organisation beträgt 1.000 Euro. Malte Kreutzfeldt

Marc Steckling ist neuer Vizepräsident im Bereich Raumfahrt beim Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). Er folgt auf Marco Fuchs von OHB SE, der nach 18 Jahren im Präsidium des BDLI nicht mehr antrat. Steckling ist Leiter Raumfahrt Deutschland bei Airbus Defence and Space. Er drängt auf ein höheres nationales Raumfahrtbudget, um „innovative Produkte zu formen, die auch zeitnah einsatzfähig sind“. Welche Ziele er außerdem hat, lesen Sie im Space.Table. Ralf Nestler

Jasmina Hostert, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, flüchtete mit zehn Jahren vor dem Krieg in Bosnien nach Deutschland. Die heute 43-Jährige weiß, wie es ist, im Unterricht nicht mitzukommen und von Lehrkräften unterschätzt zu werden. Nach dem Abitur studierte sie Politikwissenschaften und Geschichte. Heute plädiert Hostert als Bildungspolitikerin für eine gezielte Sprachförderung schon in der Kita. Was es ihr zufolge noch für mehr Bildungsgerechtigkeit braucht, lesen Sie im Bildung.Table. Anna Parrisius

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Best of Table

Security.Table: Heer beklagt Defizite in der Luftverteidigung. Wegen Lieferschwierigkeiten in der Rüstungsindustrie fordert der stellvertretende Heeresinspekteur Heico Hübner Zwischenlösungen. Welche Lehren der Krieg in der Ukraine für die Flugabwehr des Heeres liefert, lesen Sie hier.

Security.Table: Logistikkosten schmälern Hilfe für Kinder. Steigende Ölpreise betreffen nicht nur die Weltwirtschaft, sie entscheiden auch darüber, ob humanitäre Hilfe Kinder in Not erreicht. Wie Hilfsorganisationen von der Krise im Nahen Osten betroffen ist, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Digitale Datenanalysen als Neuland für Kitas. Schon mit der Einschulung haben Kinder enorme Leistungsunterschiede. Dass Erzieher mit digitalen Tools Entwicklungsstände analysieren und Kinder fördern, ist aber die Ausnahme. Welche Potenziale die Tools bieten, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Elternhaus bestimmt über Bildungserfolg. Bildungsgrad und Einkommen der Eltern entscheiden darüber, ob ein Kind es aufs Gymnasium schafft. Das zeigt der am Dienstag veröffentlichte Ifo-Chancenmonitor. Warum vor allem Jungen stärker gefördert werden müssen, ⁠lesen Sie hier.

China.Table: Wie KI zur roten Linie wird. Peking zwingt Meta zum Rückzug aus einem Milliarden-Deal mit dem Unternehmen Manus. Der Fall unterstreicht, wie sehr KI mittlerweile als strategisches Staatsgut gilt. Wie groß der Rückstand Chinas in diesem Bereich ist, lesen Sie hier.

Space.Table: Neue Technologien für eine Rückkehr aus dem All. Atmos Space Cargo will drei Raumfahrzeuge in den Orbit bringen, die kommerzielle Nutzlasten für die Forschung intakt zur Erde zurückbringen. Welche Optionen es zudem gibt, lesen Sie hier.

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Time.Table

Haushalt: Lars Klingbeil stellt in der Bundespressekonferenz den Regierungsentwurf zu den Haushaltseckwerten 2027 und dem Finanzplan 2028 - 2030 vor. Berlin, 12:30 Uhr

Wirtschaft: Beginn der 14. Nationalen Maritimen Konferenz 2026 mit Rede von Friedrich Merz und einer Pressekonferenz mit Katherina Reiche, Patrick Schnieder, Olaf Lies, dem Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, Christoph Ploß, und Emdens OB Tim Kruithoff. Emden, 29. bis 30. April Weitere Informationen

Sicherheit: Alexander Dobrindt gibt im Anschluss an die Kabinettsitzung ein Statement zu digitalen Ermittlungsbefugnissen in der Polizeiarbeit und zur Abwehr des internationalen Terrorismus. Berlin, 12:15 Uhr

Parteien: Fortsetzung der Klausurtagung der Grünen-Bundestagsfraktion in Leipzig mit einer Debatte zum Thema „Der Spaltung die Stirn bieten“.

Außenpolitik I: Ursula von der Leyen empfängt den Sieger der ungarischen Parlamentswahl, Peter Magyar, zu informellen Gesprächen in Brüssel.

Außenpolitik II: Johann Wadephul besucht seinen marokkanischen Kollegen Nasser Bourita zu Konsultationen im Rahmen eines strategischen Dialogs, begleitet von einer Wirtschaftsdelegation. Rabat, 29. bis 30. April

EU I: Beginn der zweitägigen Europaministerkonferenz in Berlin, mit Vorsitz von Baden-Württemberg. Weitere Informationen

EU II: Informelles Treffen der Telekommunikationsminister der EU-Staaten in Nikosia, Zypern. Weitere Informationen

Gesundheit: Nina Warken besucht Mechterstädt in Thüringen, um einen Bürgerdialog zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zu führen. Mechterstädt, 18 Uhr

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Must-Reads

Handelsblatt: Personelle Veränderungen in Reiches Umfeld. In der Führungsebene des BMWE gibt es offenbar einen weiteren wichtigen Abgang: Mit Erik Nils Voigt könnte ein enger Vertrauter von Katherina Reiche, den die Ministerin eigentlich zum Leiter der Planungsabteilung befördern wollte, das Haus verlassen, heißt es unter Berufung auf Ministeriums-Insider; die Gründe bleiben offen. Zugleich hat Reiche aber offenbar eine neue Sprecherin gefunden: Als Leiterin der Kommunikationsabteilung ist demnach Christine Carboni im Gespräch, bislang Geschäftsführerin des Wirtschaftsrates der CDU. („Verliert Reiche einen ihrer engsten Vertrauten?“)

Welt: Höhere Steuern für Reiche sind für die Union nicht länger Tabu. Nachdem sich CSU-Chef Markus Söder am Montag in der ARD zur Gegenfinanzierung einer Senkung der Einkommensteuer offen für eine Erhöhung der Reichensteuer gezeigt hatte, kommt jetzt auch aus der CDU Unterstützung für die Idee. „Eine aufkommensneutrale Erhöhung der Einkommensteuer für besonders hohe Einkommen über 300.000 Euro bei Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen kann das Steuersystem wachstumsfreundlicher machen“, sagte Fraktionsvize Sepp Müller. Bisher hatte die Union gefordert, dass eine Einkommensteuerreform in der Summe zu Entlastung führen müsse, im Wahlprogramm hatte sie Steuererhöhungen ausgeschlossen. („In der Union steht eine drastische Kehrtwende bevor“)

Zeit: Wie Merz trotz seiner Koalition am Kipppunkt hartnäckig bleibt. Nach einem Jahr Kanzlerschaft läuft es nicht gut für Friedrich Merz. Die Koalition gerät mehr denn je ins Wanken, der Kanzler selbst wird von Tag zu Tag unbeliebter. Trotzdem ist Merz überzeugt, dass diese Regierung am Ende gelingen kann. Mariam Lau beschreibt einen Mann, dessen Hartnäckigkeit Schwäche und Stärke zugleich ist. („Und dann kam alles ganz anders“)

Spiegel: Was sich Union und SPD von der Zuckersteuer erhoffen – und was sie tatsächlich bringt. Noch vor wenigen Wochen lehnte die Union eine Zuckersteuer mehrheitlich ab. Doch vom Finanzdruck getrieben soll die Abgabe nun doch noch kommen – um die Kassen zu entlasten und den Konsum zu senken. Während um die konkrete Ausgestaltung gerungen wird, ist der Druck aus Wirtschaft und Landwirtschaft vorprogrammiert. („So würde die geplante Abgabe auf zuckerhaltige Getränke wirken“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Maischberger, 22:50 Uhr: Franziska Giffey, Monika Schnitzer, John Bolton, Rüdiger Bachmann, Christian Rach, Annett Meiritz, Markus Feldenkirchen

Markus Lanz, 23 Uhr: Norbert Röttgen, Mariam Lau, Elmar Theveßen, Helge Fuhst

phoenix runde, 21:30 Uhr: Ines Pohl, Gerlinde Groitl, Julius van de Laar, Gerhard Dannemann

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Jörg Rocholl, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim BMF: Wirtschaftliche Lage in Deutschland

7:15 Uhr: Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin (CDU): GKV-Finanzgesetz im Kabinett

8:10 Uhr: Lena Gumnior, MdB (Grüne): Ja heißt Ja: Debatte über Schutz vor Vergewaltigung

ZDF

6:35 Uhr: Ludger Wößmann, Leiter ifo Zentrum für Bildungsökonomik: Chancenmonitor

7:05 Uhr: Sören Pellmann, Fraktionsvorsitzender Die Linke: Haushalt, GKV-Reform

8:05 Uhr Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin (CDU): GKV-Reform

rbb24–Inforadio

7.05 Uhr: Jens Baas, Vorsitzender des TK-Vorstandes: GKV-Reform

7:25 Uhr: Mathias Middelberg, stellv. Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Handlungsfähigkeit der Koalition

9:00 Uhr: Eike Roswag-Klinge, Präsident der Architektenkammer Berlin: Internationales Holzbau Symposium

RTL/ntv

7 Uhr: Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär: GKV-Reform, Haushalt und Kabinett

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Geburtstage

Petra Bahr, Staatssekretärin im BMBFSFJ, 60

Anja Karliczek, MdB (CDU), 55

Ingo Vogel, MdB (SPD), 51

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu einer Influencer-Familie. Die 16-jährige Luca führt kein gewöhnliches Leben: Ihre Eltern und sie sind Vollzeit-Influencer, betreiben einen Eltern-Kind-Podcast und filmen jeden Aspekt ihres Lebens. Selbst von Lucas Geburt gibt es ein YouTube-Video. Als die Eltern auf der Suche nach neuem Content den Wunsch nach einem zweiten Kind äußern, regt sich in Luca der Wunsch auszubrechen. Ihre Selbstfindungssuche crasht brutal mit der zur Schau gestellten Harmonie in der elterlichen Villa. Ein Film voller hochaktueller Fragen über zwanghafte Authentizität und die Privatsphäre von Kindern im digitalen Zeitalter. Leonard Schulz

Joscha Bongard: „Babystar“ | im Kino

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben János Allenbach-Ammann, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Damir Fras, Viktor Funk, Marcel Grzanna, Alex Hofmann, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Vincent Mikoteit, Ralf Nestler, Anna Parrisius, Leonard Schulz, Sven Siebert, Sara Sievert, Robert Wallenhauer, Britta Weppner und Marc Winkelmann mitgewirkt.

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