Berlin.Table – Ausgabe 802

Umdenken der Union zu Schwarz-Grün + Wadephuls diplomatische Versuche in Nahost + Streckenschließungen bei Lufthansa möglich

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Talk of the Town

Schwarz-Grün: Warum sich CDU und Grüne nun wieder annähern

In der CDU ist man genervt. Von der SPD, weil viele das Gefühl haben, sie setze sich – obwohl der deutlich kleinere Koalitionspartner – unverhältnismäßig viel durch. Aber auch von der eigenen Führung und von Markus Söder, weil sie dafür gesorgt haben, dass es für eine Regierung ohne Sozialdemokraten keine Perspektive gibt. Und so lebt in Teilen der CDU eine fast vergessene Verbundenheit zu den Grünen wieder auf.

Dieser Tage herrscht nicht nur auf Landesebene, sondern auch im Bundestag ein reger Austausch zwischen Abgeordneten der CDU und der Grünen. In der Fraktion gebe es gar eine „gewichtige Gruppe“, die überzeugt sei, dass eine Regierung mit den Grünen leichter wäre, erzählt ein Abgeordneter. Wenngleich sich bislang viele von ihnen bedeckt halten wollen, aus Sorge der Stimmung in der Koalition weiter zu schaden. Auch bei Grünen MdBs wird die neue Offenheit mit Interesse registriert und grundsätzlich begrüßt. Andererseits sind die Erinnerungen an schwarzes Grünen-Bashing, an Robert-Spott und Annalena-Herabwürdigung noch frisch. „Die merken, dass sie sich mit ihrem anti-ökologischen Kurs auch thematisch verrannt haben“, sagt ein einflussreiches Fraktionsmitglied. „Und ihnen gehen die Koalitionsoptionen aus.“

Es gibt mittlerweile in der CDU jene, die offen sagen, eine Zusammenarbeit mit der SPD dürfe für die Union nicht alternativlos werden. Einer von ihnen ist Lukas Krieger. Der Berliner MdB sagt Table.Briefings: „Wir müssen den Grünen gegenüber offenbleiben.“ Es gebe im Bundestag einige Kollegen, mit denen man konstruktiv sprechen könne. Dort bestehe merklich das Interesse, gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden, so Krieger. „Die Grünen haben zumindest keine Angst vor den eigenen Parteitagen. Bei den Sozialdemokraten hat man manchmal das Gefühl, sie stolpern von einer Generalabrechnung in die nächste und werden anschließend immer kompromissloser. So bekommen wir das Land nicht reformiert.“

Die Kritik teilen auch andere in der Fraktion. Während man die SPD als ideenlos und rückwärtsgewandt erlebt, gebe es bei den Grünen personell und programmatisch noch Zukunftsperspektiven, so heißt es aus den Reihen der Fraktion. Der Vorsitzende der Jungen Union Johannes Winkel findet zudem: „Die entscheidende Frage ist, wer die Kraft hat, das Land durch Strukturreformen fit für die Zukunft zu machen.“ Der bei der SPD vorherrschende „Besitzstandsschutz“ verhindere dabei vieles. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Grünen weniger strukturkonservativ sind als die Sozialdemokraten“, so Winkel zu Table.Briefings.

Inhaltlich erscheint manchen die Hürde zu einer schwarz-grünen Zusammenarbeit nicht mehr so hoch wie in der Ampel-Zeit. So ist man in Teilen der CDU überzeugt, dass Einigungen zur Migration mit den Grünen zwar schwierig geworden wären. Allerdings sei das nicht mehr die primäre Sorge der Bürgerinnen und Bürger, die vielen im Wahlkreis gespiegelt werde. Vielmehr gehe es um die Zukunft der deutschen Wirtschaft, um Arbeitsplätze und solide Staatsfinanzen.

„Mittlerweile habe ich nach manchem Gespräch den Eindruck, eine Reformagenda mit den Grünen wäre leichter als mit der SPD“, sagt Krieger. Gleichwohl bleibe er mit Blick auf die „erheblichen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen“ zuversichtlich, „dass sich gemeinsam mit der SPD ein tragfähiges und zukunftsorientiertes Reformpaket vereinbaren lässt.“

Die „Pizza-Connection“ – noch zu Bonner Zeiten als schwarz-grüne Kontaktgruppe gegründet – lebt wieder. Zuletzt traf man sich Ende Februar. Dort plaudert dann beispielsweise Tilman Kuban, beileibe kein ausgewiesener Grünen-Freund, mit Ricarda Lang. Auf den Führungsebenen beider Parteien hapert es noch. Regierungschef Friedrich Merz konzentriert sich aus naheliegenden Gründen auf den Koalitionspartner SPD. So mancher in der CDU ist irritiert, weil es manchmal so wirkt, als versteife er sich auf ein ewiges Bündnis mit der SPD. Während Fraktionschef Jens Spahn den Grünen gegenüber früher aufgeschlossen war, ist er zumindest aus deren Sicht zu einem Hindernis für eine Annäherung geworden.

Und dann ist da noch eine dritte Partei, ohne die die CDU nicht über eine Zusammenarbeit in der Zukunft nachzudenken braucht: die CSU. Bei der kleinen Schwester hält man sich zwar aktuell ein bisschen mehr zurück, was das Grünen-Bashing angeht. Ob das jedoch so bleibt, ist fraglich. Zumal Söder nach wie vor überzeugt ist, dass Schwarz-Grün bei den CSU-Wählern noch schlechter ankäme als Steuererhöhungen. Andererseits verkörpert CSU-Innenminister Alexander Dobrindt einen pragmatischen Kurs. Er ist jederzeit bereit, in einen engagierten Streit einzutreten. Und pflegt ein fast schon freundschaftliches Verhältnis mit Fraktionschefin Katharina Dröge.

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Baden-Württemberg: Endlos-Sondierungen wecken Skepsis an Macht der Spitzenleute. Während CDU und SPD in Rheinland-Pfalz schon zwei Wochen nach der Landtagswahl von Sondierungen zu Koalitionsverhandlungen übergehen, hängen die Gespräche zwischen Grünen und CDU in Stuttgart immer noch fest. Und das, obwohl die Wahlen hier mehr als vier Wochen her sind. Wie Table.Briefings aus Verhandlungskreisen erfuhr, sind es vor allem die Verhandler unterhalb der Führungen, die sich immer wieder an einzelnen Streitpunkten verhaken. Ein Verhandler sagte, allmählich sei es „nur noch schwer erträglich“, wie sehr kleine Details den Blick auf die große Aufgabe einer Einigung versperren würden.

Inzwischen richtet sich der Blick auf Cem Özdemir und Manuel Hagel. Und auf die Frage, ob die beiden noch willens und in der Lage sind, das kleinteilige Gerangel zu stoppen. Ein Verhandler, der eine Einigung für zwingend hält, fürchtet, dass den beiden das Ganze entgleiten könnte, sollten sie jetzt nicht ein Machtwort sprechen. Zumal auf beiden Seiten die Zweifel wachsen, ob der jeweilige Häuptling auf der anderen Seite überhaupt die Durchsetzungskraft hätte. „Wenn dieser Verdacht nicht gestoppt wird, kann es sehr schwer werden“, so ein Verhandler. Am Donnerstag heißt es, Ende der Woche wolle man offenbar abschließen. Sicher ist das noch nicht. Stefan Braun

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News

Diplomatie in Nahost: Wie Wadephul Deutschland als verlässlichen Partner präsentiert. Die Ankündigung von Friedrich Merz kam überraschend: Man werde in Absprache mit der US-Regierung und europäischen Verbündeten Gespräche mit dem Iran aufnehmen, sagte der Kanzler am Donnerstagnachmittag. Damit deutete sich die Möglichkeit an, dass Berlin zur Entspannung der Lage die über viele Jahre durchaus tragfähigen Gesprächsfäden nach Teheran wieder aufnimmt. Man will Hilfe leisten bei dem Versuch, aus der Waffenruhe mehr als eine kurze Pause zu machen.

Johann Wadephul arbeitet schon länger an einer besseren Vernetzung mit der Region. Im Schatten der Aufregungen um den Krieg der USA gegen den Iran knüpft er Verbindungen zu den Golfstaaten und weiteren Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Nahezu rund um die Uhr telefoniere er mit seinen Kollegen in Katar, Saudi-Arabien, Oman und den VAE ebenso wie mit den Außenministern Ägyptens, Jordaniens oder auch des Irak, heißt es. Was nach üblichem Krisenmanagement klingt, geht laut AA weit darüber hinaus. Wadephul will dort Vertrauen ausbauen, wo andere es gefährdet haben. Gemeint sind vor allem die wirtschaftlich bedeutsamen Golfstaaten; sie lernen gerade neu, wie wichtig berechenbare Partner sind. Schmerzhaft mussten sie erleben, dass ihr großer Verbündeter USA alle Bitten und Warnungen vor einem Irankrieg ignoriert hat.

Wadephul kommen vor allem im Verhältnis zu den arabischen Staaten seine Geschichte und Berlins Zurückhaltung in der Libyen-Krise zugute. Schon als einfacher Parlamentarier hatte der CDU-Politiker Beziehungen in die Region geknüpft, die er – kaum im Amt – mit mehreren Reisen untermauerte. In weniger als einem Jahr ist er fünfmal zwischen Kairo und Doha unterwegs gewesen. Dabei geht es zuallererst um ein stabiles und vertrauensvolles Netz in die Golfstaaten für die Zeit nach der Krise. Wohlwissend, dass diese Länder am Golf – deren Geschäftsmodell durch den Krieg bedroht ist – gerade jetzt sehr genau hinsehen, wer sich in der Not um sie kümmert.

Berlins Einsatz beschränkt sich nicht auf freundliche Worte. Fast unbemerkt hat die Bundesregierung zuletzt die Exportkontrollen gelockert, um Waffenverkäufe deutscher Unternehmen an die Golfstaaten zu erleichtern. Zum Beispiel, um Drohnen abzuwehren, mit denen der Iran das für Katar lebenswichtige Gasfeld attackiert und teilweise zerstört hat. Wie weit das führen wird, kann niemand sagen. Aber Berlins Hoffnung ist, dass Deutschland davon nach Ende der Krise auch wirtschaftlich profitieren wird. Dass die arabischen Staaten ein gutes Gedächtnis haben, bestätigte Wadephul jüngst, als er hervorhob, wie sehr er noch heute von Deutschlands Zurückhaltung im Libyenkrieg 2011 profitiere. Stefan Braun

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Table.Today. "Wie umgehen mit dem Iran? Mit Ali Fathollah-Nejad."

Der deutsch-iranische Politologe und Buchautor Ali Fathollah-Nejad sieht keine große Rolle Deutschlands bei möglichen Friedensverhandlungen. „Es kommt auf die Amerikaner und die Iraner an. Nur die Amerikaner sind in der Lage, die Sanktionen aufzulösen, das ist eine Kernforderung des iranischen Regimes. Deutschland und Europa sollten darauf achten, dass es nicht zu einem krummen Deal kommt zwischen den USA und dem Regime in Teheran“, sagte Fathollah-Nejad im Podcast Table.Today. Deutschland müsse in einer starken europäischen Koalition bei den Gesprächen über die Zukunft des Iran auftreten. Das ganze Podcast-Interview hören Sie ab 5 Uhr hier.

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Notfall-Szenarien: Lufthansa erwägt Streckenschließungen bei weiterem Kerosinpreisanstieg. Infolge des Iran-Krieges hadern europäische Airlines derart mit den rasant gestiegenen Kerosinkosten, dass sie Flugzeuge bereits am Boden lassen, etwa in Italien. Der Preis für Flugbenzin ist auf Rekordwerte von 239 Dollar pro Barrel geklettert, Flughäfen haben mit der Rationierung des Treibstoffs begonnen. Eine Sprecherin der Lufthansa betonte auf Anfrage von Table.Briefings allerdings, dass man rund 80 Prozent des Kerosinbedarfs für das laufende Jahr zum Vorkrisenniveau eingekauft habe und damit gegen Schwankungen sehr gut geschützt sei, ganz anders als US-Airlines.

Es bestehe derzeit keine Kerosinknappheit an deutschen Drehkreuzen. Dennoch bereite man sich auf weitere Preissteigerungen vor, ein mögliches Szenario sei die Streichung unprofitabler Strecken oder „eine vorzeitige Ausflottung älterer Flugzeuge“, so die Sprecherin. In einem Szenario würde die konzernweite Kapazität um 2,5 Prozent reduziert, was der Stilllegung von rund 20 Flugzeugen entspräche; ein weiteres sähe eine Kapazitätsreduktion von fünf Prozent und die Stilllegung von 40 Flugzeugen vor. Die Ticketpreise sind bereits angehoben worden.

Bei Condor sieht die Lage anders aus. Weil die Flotte deutlich kleiner ist als die der Lufthansa und auf der Langstrecke ausschließlich neuere Flugzeugmodelle mit geringerem Treibstoffverbrauch zum Einsatz kommen, macht sich Condor‑CEO Peter Gerber derzeit keine Sorgen mit Blick auf eine mögliche Kerosinknappheit. Michael Bröcker, Alex Wiedmann

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Wir sind die Medizinischer-Fortschritt-Versicherung. Die PKV erstattet viele Arzneimittel und Therapien schon frühzeitig. So sorgen wir dafür, dass sie schneller oder überhaupt erst in Deutschland verfügbar sind. Darüber hinaus fördern wir mit unseren „HealCapital“-Fonds viele Start-ups aus der Healthtech-Branche. Das alles kommt auch gesetzlich Versicherten zugute. (mehr auf pkv.de)

Nato: Im Hauptquartier wächst der Unmut über Rutte. Der Auftritt von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington steht im Kontrast zur Stimmung in Brüssel. Mitarbeiter sprechen von „politischer Enttäuschung“ bei „konstantem Feuerlöschen“ angesichts der Austrittsdrohungen von Donald Trump. Während Rutte das Potenzial der Verteidigungsindustrie beiderseits des Atlantiks hervorhebt und den Gipfel im Sommer in Ankara vorbereitet, sehen Mitarbeiter bei Trumps Drohungen ein „neues Level“ einer schwierigen Lage. Seine Aussagen würden Artikel 5 aushöhlen, heißt es. Die Kritik an Ruttes Verhalten gegenüber Trump wird lauter. Wie die Zusammenarbeit angesichts transatlantischer Verstimmung funktioniert, lesen Sie im Security.Table. Katharina Horban

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Einladung: Klimaschutz und Nachhaltigkeit - Standortvorteil oder Wettbewerbsnachteil? 16. April 12:00-13:15 Uhr Table.Briefings Café & digital. Kostenlos anmelden

Social Media: AfD, Linke und Grüne bei Instagram besonders erfolgreich, SPD abgeschlagen. AfD-Chefin Alice Weidel, ihr Parteifreund Sebastian Münzenmaier und die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach sind derzeit die erfolgreichsten MdB auf Instagram. Das ergab eine Auswertung der Bundestag Instagram Charts des Berliner Social Media Experten Max Holtz. Der Mitarbeiter der Linken-Abgeordneten Caren Lay hat einen Index entwickelt, der aus Followern, Engagement, Interaktion und Likes eine Art Sichtbarkeits-Ranking der Politikerinnen und Politiker auf Instagram darstellt.

Allein elf der ersten 30 Plätze gehen an AfD-Abgeordnete. Auf Platz vier liegt Grünen-MdB Till Steffen vor der Linken-MdB Nicole Gohlke und Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang. Unter den ersten 30 Plätzen befindet sich nur ein SPD-Abgeordneter, Ex-Minister Karl Lauterbach. SPD-Chef Lars Klingbeil landet auf Rang 74, Co-Chefin Bärbel Bas auf 159. Den erfolgreichsten Post der vergangenen Wochen setzt mit rund 110.00 Likes Bosbach ab. Es ging um einen Beitrag des Kindersenders Logo zum Ramadan. Michael Bröcker

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Polizei: Internationale Kooperation soll Demokratie bewahren. Spitzenvertreter der Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben sich mit hochrangigen Partnern aus den USA, Polen und anderen Ländern am Donnerstag in Berlin auf ein Memorandum of Unterstanding geeinigt. Sie wollen eine gemeinsame „Not On Our Watch – A Democratic Policing Initiative“ gründen. Die Kooperation soll sicherstellen, dass Polizistinnen und Polizisten ungeachtet ihrer Regierungen zu demokratischen Werten halten und vulnerable Gruppen schützen. Die Initiative geht auf eine Gruppe aus den USA zurück, die seit Jahren Auschwitz besucht und sich mit Gestapo-Gräueltaten auseinandersetzt.

MAGA, das Agieren von ICE und die AfD beschäftigen die Polizeivertreter. Der Initiative gehe es darum, „dass wir uns nicht an Tyrannischer Herrschaft beteiligen“, sagt Paul Goldenberg, Senior Member des Homeland Security Advisory Council, Table.Briefings. Im 20. Jahrhundert habe sich die Polizei mitunter für die falsche Seite der Geschichte entscheiden. Nun gehe es darum, unparteiisch zu bleiben, aber die Demokratie zu sichern. Auch das große Misstrauen vieler Menschen beschäftigt die Vertreter. „Wir leben vom Vertrauen der Bürger“, sagt GdP-Chef Jochen Kopelke. Fällen von Rassismus, Frauen- und Queerfeindigkeit in der Polizei müsse man entgegentreten. Auch dafür will sich die Kooperation einsetzen. Franziska Klemenz

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Ungarn: Nach Wahlsieg von Orbán würde EU weitere Mittel streichen. Alle unabhängigen Prognosen gehen davon aus, dass Viktor Orbán bei der Wahl in am Sonntag eine Niederlage erleidet. Sollte es anders kommen, würde die EU wohl versuchen, den Ungarn weiter zu isolieren. Eine Möglichkeit wäre, das Verfahren nach Artikel 7 der EU-Verträge voranzutreiben, was auf den Entzug der Stimmrechte hinausliefe. Zudem könnte die Kommission versuchen, der Regierung Orbán weitere Finanzmittel zu streichen. Auf welche Szenarien sich Brüssel nach der Wahl vorbereitet, lesen Sie im Europe.Table. Stephan Israel

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Ernährung: Deutsche essen mehr ausländisches Fleisch. Der Fleischverzehr in Deutschland ist 2025 das dritte Jahr in Folge leicht angestiegen. Das zeigt die kürzlich veröffentlichte „Versorgungsbilanz Fleisch“. Deutsche Erzeuger profitieren vom wachsenden Appetit jedoch nur bedingt. Eine Auswertung aktueller Außenhandelsdaten zeigt, dass einige EU-Staaten ihre Ausfuhren nach Deutschland deutlich gesteigert haben. Welches Land bei allen wichtigen Fleischsorten zulegen konnte, lesen Sie im Agrifood.Table. Frederik Bombosch

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Korrektur: In der News vom Mittwoch zur AfD-Vetternwirtschaftsaffäre in Sachsen-Anhalt ist Tobias Rausch als Vize-Landeschef bezeichnet worden, er ist aber Parlamentarischer Geschäftsführer. Sebastian Koch stand als MdL im Text, dabei kandidiert er erst für den Landtag. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen. Franziska Klemenz

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Einladung: Von Daten zu Taten: Umsetzung von Schüler-ID und evidenzbasierter Bildungspolitik. 15. April 17-18 Uhr im Livestream des Bitkom. Kostenlos anmelden

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Thomas Kralinski übernimmt die Abteilungsleitung „Nationaler und europäischer Klimaschutz“ im Bundesumweltministerium. Der gebürtige Weimarer war viele Jahre Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Brandenburg, bis er 2014 Staatssekretär und 2016 Chef der Staatskanzlei in Potsdam unter Dietmar Woidke wurde. Von 2022 bis 2025 war der 54-Jährige Staatssekretär im sächsischen Wirtschaftsministerium. Nun wird er die nationalen Klimaschutzpläne sowie die Umsetzung europäischer Klimaschutzregeln im BMUKN verantworten. Die beiden Unterabteilungen, „Grundsatzfragen, Europäischer Klimaschutz“ und „Nationaler Klimaschutz“ bleiben unter der Leitung von Bodo Linscheidt und Ingrid Hanhoff. Der bisherige Abteilungsleiter und langjährige Klimapolitiker Berthold Goeke wird Ende des Monats pensioniert. Er hatte zuvor die Abteilung Klimaschutz im BMWK geführt hatte und leitete anschließend den Aufbaustab Klima im BMUKN. Zudem war er bis Oktober 2025 Co-Vorsitzender des unter Bundeskanzler Olaf Scholz gegründeten Klimaclubs. Lukas Knigge

Kerstin Lopatta wird am Montag voraussichtlich zur neuen Nachhaltigkeitsvorsitzenden der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) gewählt. EU-Parlament, Rat und Kommission hatten die Hamburger BWL-Professorin nominiert. Trotzdem ist innerhalb der EFRAG ein monatelanger Streit um die Personalie entbrannt. Kritiker werfen ihr zu große Nähe zur Wirtschaft vor. EFRAG-Präsident Benoit Jaspar wollte sich auf Anfrage nicht zu konkreten Fragen äußern. Internen Unterlagen zufolge, die Table.Briefings vorliegen, hat er sich bei einer anderen Personalie, die eng mit Lopattas künftiger Tätigkeit verbunden ist, bewusst gegen sie gestellt. Die Recherche zeigt auch, dass die EFRAG, die für Transparenz in der Wirtschaft sorgen soll, selbst Probleme mit ihrer Governance hat. Die ausführliche Analyse lesen Sie im ESG.Table. Marc Winkelmann

Bastian Ernst, CDU-Verteidigungspolitiker, will Vorsitzender des Reservistenverbands werden. Das Präsidium wird am Samstag neugewählt. Ernst wolle „den Verband zukunftsfähig aufstellen und die Chancen des neuen Wehrdienstes nutzen, um mehr junge Menschen – insbesondere Frauen – für die Reserve zu gewinnen“, sagte der ehemalige Rüstungsmanager Table.Briefings. Der Verband biete ein „einzigartiges Netzwerk“, das die persönliche Entwicklung stärkt. Der 39-Jährige aus Delmenhorst kümmert sich im Verteidigungsausschuss derzeit vorrangig um die Marine. Warum der Vorsitz des Verbands als kein einfacher Posten gilt und wer für die Vize-Posten kandidiert, lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

Silke Lehmköster koordiniert als Flottenchefin und Leiterin des Krisenstabs von Hapag-Lloyd 300 Frachter und deren Crews. Die Blockade der Straße von Hormus sorgt für Versorgungsengpässe an Bord der sechs Schiffe, die Deutschlands größte Reederei dort liegen hat. Wie die Krisenmanagerin reagiert und was rapide steigende Treibstoffkosten für ihre Kapitäne bedeuten, hören Sie Donnerstag im Podcast TableToday und lesen Sie ab Samstag um 5 Uhr im CEO.Table. Nina Anika Klotz

Pascale Trimbach ist ab 15. April französische Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerks. Ihr deutsches Pendant ist Tobias Bütow, der bereits seit 2019 im Amt ist. Trimbach war unter anderem Generalkonsulin Frankreichs in Frankfurt am Main und arbeitete im Pariser Außenministerium. Okan Bellikli

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Best of Table

Africa.Table: Finanzminister Favorit bei Wahlen in Benin. Am Sonntag wählt Benin einen neuen Präsidenten. Der bisherige Finanzminister Romuald Wadagni gilt als Favorit. Warum das Land trotz seiner geringen Größe wichtiger Stabilitätsanker für die Region ist, lesen Sie hier.

Africa.Table: DR Kongo nimmt Goldraffinerie in Betrieb. Kürzlich hat der kongolesische Minenminister Louis Watum Kabamba die erste staatliche Goldraffinerie im Land in Betrieb genommen. Bislang hat die Regierung in Kinshasa kaum Kontrolle über die eigene Goldproduktion. Vor welche Probleme dies die Regierung stellt, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Ölpreise heizen Debatte um Biodiesel an. Angesichts hoher Erdölpreise fordert EU-Agrarkommissar Christophe Hansen, mehr Biodiesel im Kraftstoff zu ermöglichen. Welche Länder dies bereits getan haben, lesen Sie hier.

China.Table: Peking auf Kurs im All. Im Weltraum-Wettlauf setzt China die USA zunehmend unter Druck. Bis 2030 will Peking eigene Raumfahrer auf die Mondoberfläche bringen. Bereits 2019 gelang eine Landung auf der Mondrückseite, 2024 folgte die Rückführung von Proben zur Erde. Wie weit Chinas Weltraumambitionen reichen, und ob es die USA überholen kann, lesen Sie hier.

China.Table: Warum Peking auf Bio-Manufacturing setzt. In Chinas 15. Fünfjahresplan zählt Bio-Manufacturing zu den Schlüsselbereichen. Man will Fleisch aus Zellkulturen, Materialien aus Spinnenseide oder Treibstoff aus Industrieabgasen gewinnen. Wie Europa in diesem Bereich aufgestellt ist, und wie es auf Chinas Industriepolitik reagieren sollte, lesen Sie hier.

ESG.Table: Die ökologischen Folgen des Tiefseebergbaus. Ein europäisches Forschungsprojekt untersucht die langfristigen Folgen des Rohstoffabbaus am Tiefseeboden auf das dortige Ökosystem. Die Wissenschaftler wollen erstmals die Umweltauswirkungen vom Bergbau an Land und am Tiefseeboden miteinander vergleichen. Welche Erkenntnisse es bereits gibt, lesen Sie hier.

ESG.Table: Rekordkürzungen bei Entwicklungsfinanzierung. Die Summe der weltweiten Entwicklungshilfe ist laut OECD im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um fast ein Viertel gesunken. Was OECD und Experten jetzt fordern, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Nachholbedarf in der Begabtenförderung. Bisher werden überdurchschnittlich häufig privilegierte Kinder in ihren Begabungen gefördert. Mit dem Programm „Leistung macht Schule“ (LemaS) wollen Bund und Länder Begabtenförderung in die Breite bringen. Doch acht Jahre nach dem Start und zwei Jahre vor Laufzeitende ist das Programm noch nicht in der Breite angekommen. Was es für mehr Erfolg braucht, lesen Sie hier.

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Time.Table

10. April 2026

Finanzen: Lars Klingbeil hat Vertreter aus Wirtschaft und Gewerkschaften zu einem Krisengipfel eingeladen. Eine von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce erwartet von der Regierung bis Freitag konkrete Prüfergebnisse zu Entlastungsvorschlägen.

Parteien: Beginn der dreitägigen Klausur der AfD-Bundestagsfraktion in Cottbus

11. April 2026

Parteien: Bei ihrem zweitägigen Landesparteitag will die AfD Sachsen-Anhalt ab Samstag das Regierungsprogramm zur Landtagswahl im September final erarbeiten und beschließen.

12. April 2026

Gedenken: Beim Festakt zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald hält Hape Kerkeling als Enkel eines ehemaligen Häftlings eine Ansprache. Zudem spricht Wolfram Weimer ein Grußwort. Gedenkstätte Buchenwald, 13:30 Uhr

Parteien: Pressekonferenz mit Alice Weidel und Tino Chrupalla zu Ergebnissen der AfD-Fraktionsklausur in Cottbus, 11:15 Uhr

Außenpolitik: Ungarn wählt ein neues Parlament. In den meisten Meinungsumfragen liegt die Tisza-Partei von Oppositionsführer Péter Magyar deutlich vor der Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán.

Kommunalpolitik: Wahl der neuen Stadtoberhäupter in Schwerin, Wismar, Anklam und Ueckermünde, Stichwahl in Zweibrücken

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Must-Reads

SZ: Schützenhilfe für Klingbeil von der OECD. In einem neuen Bericht empfiehlt die Organisation der Bundesrepublik, den Grenzsteuersatz für Zweitverdiener durch eine Reform der Ehegattenbesteuerung zu senken – und Minijobs auf Schüler und Studierende zu beschränken. Auch bei der Rente sieht die OECD Handlungsbedarf: Vorruhestandsanreize sollen abgebaut, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Für Lars Klingbeil kommt der Bericht wie gerufen. („OECD spricht sich für Abschaffung des Ehegattensplittings aus")

Handelsblatt: Aleph Alpha könnte mit kanadischer KI-Firma fusionieren. Deutschlands große KI-Hoffnung aus Heidelberg könnte mit der kanadischen Firma Cohere zusammenwachsen. Darum bemüht sich die Bundesregierung. Es gibt bereits einen bestehenden KI-Pakt zwischen Deutschland und Kanada; die Fusion der beiden KI-Firmen könnte sie nun mit Leben füllen. Laut Karsten Wildberger, der das Projekt mit seinem Amtskollegen vorangetrieben haben soll, wäre das „ein starkes Signal“. Ein souveräner KI-Anbieter wäre eine große Hilfe für den hiesigen Mittelstand. („Die KI-Allianz“)

FragDenStaat: Interne Chats belegen Berliner Fördermittelaffäre. Aus Whatsapp-Chats, die die Online-Plattform veröffentlicht, geht hervor, wie heftig der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Stettner und der haushaltspolitische Sprecher Christian Goiny Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson unter Druck setzten, um 18 Projekte gegen Antisemitismus ohne inhaltliche Prüfung und ohne der eigentlich üblichen Eigenbeteiligung zu fördern – ein bewusster Verstoß gegen die Landeshaushaltsordnung. („‚Wir können uns darüber hinwegsetzen‘“)

Tagesspiegel: Rücktrittsforderungen an Berliner SPD-Bürgermeisterkandidatin. Uta Francisco dos Santos sei seit Monaten krankgeschrieben und wollte dennoch den Wahlkampf für das Rathaus in Berlin-Mitte bestreiten, deswegen zweifeln mehrere SPD-Mitglieder anonym ihre Eignung an. Nach einem Sportunfall im Jahr 2024 sei ihre Rückkehr in die Senatsfinanzverwaltung nicht erwünscht gewesen, sie sei psychisch erkrankt und seitdem in einem Streit mit ihrem Arbeitgeber. („Dauerkrank und im Zwist mit der Finanzverwaltung“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Maybrit Illner, 22:30 Uhr: Norbert Röttgen, Sigmar Gabriel, Juli Zeh, Carlo Masala, Souad Mekhennet

Markus Lanz, 23:30 Uhr: Adis Ahmetovic, Markus Frohnmaier, Frederik Schindler, Jana Puglierin

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Florian Heider, Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung: auffälliger Börsenhandel rund um den Iran-Krieg

7:15 Uhr: Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses (CDU): Trumps Forderungen

8:10 Uhr: Daniel Freund, MdEP (Grüne): Wahl in Ungarn

ARD

7:35 Uhr: Mike Henning, Gastronom: Lösungen in der Gastronomie-Krise

8:15 Uhr: Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin (CDU): Entlastungen wegen hoher Spritpreise

phoenix

09:15 Uhr: Katarina Barley, Vizepräsidentin des EU-Parlaments: Wahlen in Ungarn

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Geburtstage

10. April

Stanislaw Tillich, ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen (CDU), 67

Ingo Herbert, Botschafter im Kongo, 66

Pascal Reddig, Vorsitzender der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion des Bundestags (CDU), 31

Kai Whittaker, MdB (CDU), 41

Derya Türk-Nachbaur, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, 53

11. April

Ksenija Milda, Schulsenatorin von Hamburg (SPD), 48

12. April

Andreas Prothmann, Botschafter in Fidschi, 66

David Mandrella, MdB (SPD), 25

Joschka Fischer, ehemaliger Bundesaußenminister und Vizekanzler (Grüne), 78

Herbert Grönemeyer, Musiker, 70

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute in die Münchner Schickeria der 1980er. Der am Mittwoch im Alter von 95 Jahren verstorbene Mario Adorf lebte seine letzten Jahre zwar in Paris, eine der markantesten Rollen seiner Karriere spielte er jedoch in München. Die Verkörperung des Generaldirektors Heinrich Haffenloher in Kir Royal gehört zu den Meilensteinen des Schauspiel-Granden. Mit goldenem Telefon in der holzvertäfelten Wanne oder pöbelnd im Bademantel mischte er die Serie um den narzisstischen Boulevard-Reporter Baby Schimmerlos auf. Sein rotziger Satz „Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast“ bleibt in Erinnerung – genau wie der große Mario Adorf selbst. Franziska Klemenz

Helmut Dietl: Kir Royal | ARD

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Frederik Bombosch, Stefan Braun, Michael Bröcker, Daniel Friesen, Katharina Horban, Stephan Israel, Franziska Klemenz, Nina Anika Klotz, Lukas Knigge, Vincent Mikoteit, Leonard Schulz, Sven Siebert, Sara Sievert, Wilhelmine Stenglin, Alex Wiedmann und Marc Winkelmann mitgewirkt.

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