Berlin.Table – Ausgabe 792

Klingbeil wagt Befreiungsschlag + Gesundheitsreform bis Oktober + Das steht im Klimaschutzprogramm

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Talk of the Town

SPD: Klingbeil wagt den Befreiungsschlag – Oberbürgermeister fordern Mitte-Kurs

Die SPD befindet sich in einer Identitätskrise. Nach schmerzhaften Wahlverlusten will die Partei nun mit Reformen punkten. Einen ersten Aufschlag machte Lars Klingbeil am Dienstag bei der Bertelsmann Stiftung. Seine Keynote dürfte so manchen Genossen aufhorchen lassen: Neben der Abschaffung des Ehegattensplittings fordert der Vizekanzler Mehrarbeit und die Abschaffung von Fehlanreizen für die Frühverrentung. Deutschland sei „ein blockiertes Land“, sagte Klingbeil.

Nicht nur die Umsetzung von Reformen soll die Sozialdemokratie wiederbeleben, sondern auch die Kommunalpolitik. Deswegen lädt der Parteivorstand am Freitag neben den verbliebenen SPD-Ministerpräsidenten einige SPD-Oberbürgermeister ein. Die Kommunen sind es, die teils noch eine erfolgreiche sozialdemokratische Politik betreiben. Also warum nicht von den Besten lernen? Thorsten Kornblum, OB in Braunschweig, ist der Meinung: „Wir sollten in der Bundespolitik stärker kommunalpolitisch, also am Lebensalltag der Menschen orientiert denken und weniger abstrakt diskutieren.“

Table.Briefings hat mit vielen Oberbürgermeistern aus ganz Deutschland gesprochen und gefragt, was die SPD falsch macht und wie sie wieder erfolgreich werden kann. Für die Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz sieht man die Schuld bei der Bundespartei. „Dass die SPD heute an diesem Punkt steht, ist kein Zufall“, sagt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler aus Speyer. Die SPD habe in den vergangenen Jahren an Klarheit verloren. Hanno Benz, Oberbürgermeister aus Darmstadt, sagt, oft habe die SPD politische Antworten gegeben, aber „wir haben zu selten bei den konkreten Lebensrealitäten angefangen“. Politik müsse da ansetzen, wo Menschen ihren Alltag erleben.

Immer da, wo die SPD einen Kurs der Mitte fährt, konnte sie in der Vergangenheit Wahlen gewinnen – wie zum Beispiel in Fürth. OB Thomas Jung sagt in Bezug auf die Migrationspolitik, sei ein Kernfehler der SPD die unkritische Begleitung des „Merkel'schen Irrweges“ gewesen. Die SPD wirke zu zögerlich, wenn es um die „Durchsetzung von Recht und Ordnung in unserem Land geht“. OB Felix Schwenke aus Offenbach wünscht sich einen anderen Umgang mit der AfD. AfD-Wähler zu belehren, sei nicht der richtige Weg. „Wenn man den Stammtisch verachtet, muss man sich nicht wundern, wenn einem der Stammtisch den Mittelfinger zeigt“, sagt er. Hat die Partei die Verbindung zu den Bürgern verloren? Daniel Keip, OB in Brandenburg an der Havel, sagt: „Die SPD darf sich nicht in Diskussionen binden lassen, die an den Alltagssorgen vieler Menschen vorbeigehen.“

Die SPD habe dann eine Zukunft, wenn sie klare Kante zeigt, heißt es. Florian Freund, der gerade den Einzug ins Augsburger Rathaus geschafft hat, wünscht sich zudem eine Zukunftsvision von seiner Partei. Wenn die SPD es schaffe, eine solche Vision positiv und plausibel zu vermitteln, werde sie auch wieder erfolgreich. Die Partei müsse konkrete Lösungen liefern, sagt Oberbürgermeisterin Seiler. Nur so „können wir verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen“. Weniger Perfektionismus, mehr Pragmatismus – das wünschen sich die Kommunen. Jetzt komme es auf die Reformen an, sagt OB Kornblum. Die Parteispitzen müssen sich jetzt „vorrangig auf die wesentlichen Maßnahmen für eine spürbare Entlastung der breiten Mitte der Gesellschaft, Wirtschaftswachstum und Bürokratieabbau einigen“, so Kornblum.

Klingbeils Rede und die Reaktionen darauf in Berlin sind auch Thema im Podcast Table.Today, den Sie ab 5 Uhr hier hören können.

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News

Gesundheitsreform: Warken will Reformen bis Oktober umsetzen. Die Finanzkommission Gesundheit will am Montag Reformvorschläge vorlegen, die zu einem Einsparvolumen von bis zu 25 Milliarden Euro pro Jahr führen können. Das erfuhr Table.Briefings aus Regierungskreisen. Die Experten würden Vorschläge machen, die sämtliche Beteiligten im Gesundheitssektor betreffen. Ziel sei es, die Zusatzbeiträge 2027 zu stabilisieren. Dazu sollen beispielsweise Kürzungen bei den Honorarvergütungen für Ärzte gehören, Einsparungen durch einen neuen Mechanismus des Herstellerrabatts bei Arzneimitteln und höhere Zuzahlungen für bestimmte Medikamente. Auch bei Krankenhäusern, dem mit Abstand größten Ausgabenblock der Krankenkassen, soll gespart werden.

Neben Sparvorschlägen soll die Kommission auch ihren „Ergebnisbericht 2“, der Strukturreformvorschläge umfasst, vorziehen. Gesundheitsministerin Nina Warken will die in der Koalition konsentierten Maßnahmen bis spätestens Oktober durch Bundestag und Bundesrat bringen, ist zu hören. Auch die beitragsfreie Mitversicherung für Ehepaare steht auf der Streichliste, wie das Handelsblatt berichtete. Es sei bereits sehr sicher, dass die Kommission für eine Abschaffung plädieren werde, erfuhr Table.Briefings aus Gesundheitskreisen.

Im Gespräch sind außerdem „Präventionssteuern“, etwa eine Erhöhung der Tabak,- sowie Alkoholsteuer und die Einführung einer Zuckersteuer. Man halte es nicht für unwahrscheinlich, dass entsprechende Maßnahmen vorgelegt würden, heißt es aus Kreisen der Koalition. Albrecht Kloepfer, Leiter des Instituts für Gesundheitssystem-Entwicklung, geht dagegen nicht davon aus, dass das Thema in der ersten Vorschlagsrunde der Finanzkommission eine Rolle spielen wird. In Sachen Prävention seien „keine kurzfristigen Lorbeeren zu gewinnen“. Vor allem vor dem Hintergrund der Kurz-, Mittel- und Langfristigkeit könne er nur davor warnen, „jetzt mit Steuergeldern ein ohnehin kränkelndes Reparatur-System zu stützen“.

Ähnlich äußert sich der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck. Am Ende werde es auf eine kurzfristige Stabilisierung und auf echte strukturelle Reformen ankommen. Denn das günstigste Gesundheitssystem sei nicht automatisch das Beste. Aber ein besseres Gesundheitssystem müsse effizienter werden als das heutige, damit es auf Dauer tragfähig bleibe. Michael Bröcker, Magdalena Latz

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Krankenhausreform: Bund legt Protokollerklärung vor. Die Bundesregierung hat sich Ende Februar mit den Ländern in Sachen Krankenhausreform (KHAG) geeinigt, Anfang März folgte der Beschluss des Bundestags. Diskussionen gibt es jedoch weiterhin zum Thema Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG). Die Länder beklagen hier eine Verschärfung durch das KHAG. In einer Protokollerklärung, die Table.Briefings vorliegt, sichert die Bundesregierung den Ländern nun zu, die Auswirkungen der PpUG regelmäßig in enger Abstimmung mit ihnen zu evaluieren.

Die Regierung will untersuchen lassen, welche praktischen Hindernisse die Einhaltung der Pflegepersonaluntergrenzen erschweren. Auch solle geprüft werden, ob und wie sich die Erfüllungsquote erhöhen lässt. Sie ist aus Sicht des Bundes bislang unzureichend. Der Bundesregierung sei es ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass „bei Unterschreitung der PpUG die Ausnahmeregelungen zur Leistungsgruppenzuweisung trotz nicht erfüllter Qualitätskriterien gelten“. Am Freitag entscheidet der Bundesrat über das KHAG. Magdalena Latz

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Hätten Sie’s gedacht? Im Schnitt 82 Tausend Euro extra im Jahr erhält jede Arztpraxis in Deutschland von ihren Privatpatienten. Denn für deren Behandlung gelten weniger Beschränkungen und es gibt meist höhere Honorare. Dieser PKV-Mehrumsatz sichert in den Praxen Beschäftigung und Innovation zugunsten aller – auch der gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten. (mehr auf pkv.de)

Klimaschutzprogramm: 90 Punkte, acht Milliarden Euro, viele Fragen. Mit dem lange erwarteten Klimaschutzprogramm (KSP) sollen die gesetzlichen Klimaziele 2030 und 2040 punktgenau erfüllt werden. Insgesamt 90 Maßnahmen sollen die zuletzt für 2030 noch bestehende „Klimaschutzlücke“ von 25 Millionen Tonnen CO2 schließen – vor allem durch verstärkten Ausbau von Windkraft an Land, eine höhere Beimischung von E-Fuels in den Sprit, neue Programme für Wärmewende und Elektrifizierung in der Industrie sowie die Förderung von E-Autos. Carsten Schneider betonte bei der Vorstellung, das Programm mache Deutschland „moderner, die Gesellschaft krisenfester und unabhängiger von teuren und unsicheren Öl- und Gasimporten“. Die Erarbeitung des KSP „ohne großen Streit“ sieht er als Plus, denn Klimaschutz habe „in den vergangenen Jahren zu stark polarisiert“.

Umweltgruppen und der Expertenrat für Klimafragen üben dennoch Kritik. Das KSP arbeitet mit bereits veralteten Daten und erwähnt nirgendwo die Probleme von möglicherweise steigenden CO-Emissionen durch die Energieversorgung von Gebäuden und das Abschwächen des Verbrenner-Aus. Politisch heikle Vorhaben wie Tempolimit oder Dienstwagen-Regelungen fehlen. Warum das KSP die Frage aufwirft, ob die Regierung das Land weg von den Fossilen führt oder deren Einsatz verlängern will, lesen Sie im Climate.Table. Bernhard Pötter

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AfD: Was passieren kann, wenn die Partei ein Landesamt für Verfassungsschutz übernimmt. In Sicherheitskreisen spielt man angesichts von Umfragewerten von bis zu 40 Prozent in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vorsichtshalber durch, welche Folgen eine AfD-Regierungsbeteiligung haben könnte. Table.Briefings hat diese Szenarien mit verschiedenen Experten besprochen. Sollte die Partei nach den Landtagswahlen im Herbst die Führung eines der Innenministerien in Magdeburg oder Schwerin übernehmen, unterständen ihr fortan Polizei und Verfassungsschutz.

Nach Befürchtung von manchem Experten könnte ein Einfallstor für Russland, China und andere Diktaturen entstehen. Eine Reihe von AfD-Funktionären hat sich in der Vergangenheit verdächtig gemacht, in deren Sinne und damit gegen die Bundesrepublik zu agieren. Würde ein solcher Funktionär eine Behörde wie ein Landesamt für Verfassungsschutz anführen, könnten möglicherweise sensible Daten zu kritischer Infrastruktur abfließen. Solche Details und Pläne könnten am Ende der hybriden bis klassischen Kriegsführung gegen Deutschland dienen.

Die AfD hätte auch Zugriff auf die Information, welche V-Leute der Verfassungsschutz gegen sie eingesetzt hat. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Partei als Verdachtsfall eingestuft, in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem. In beiden Ländern dürfen die Landesämter also V-Leute einsetzen. Deren Identitäten könnte ein Amtschef erfragen. Allerdings werden Abfragen dokumentiert und es würde auffallen, wenn V-Leute plötzlich aufflögen; außerdem fehlen der AfD die Leute, um das Personal einer ganzen Behörde auszuwechseln. Einzelne Whistleblower aus der Belegschaft könnten genügen, einen Amtschef des Geheimnisverrats zu überführen. Franziska Klemenz

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Frühstart-Rente: Wo die USA schon weiter sind. Während der Entwurf zur „Frühstart-Rente“ auf sich warten lässt, sollen in den Vereinigten Staaten Anfang Juli die sogenannten Trump Accounts starten. Jedes zwischen 2025 und 2028 geborene Kind bekommt, so der Plan, bei Geburt 1.000 Dollar, die in seinem Namen angelegt werden. Ulrike Malmendier, die in Kalifornien lehrt, sieht einen Nachteil im Vergleich zum deutschen Konzept: Familien würden die Entwicklung der Geldanlage bei einem solchen „Kinderstartgeld“ – das es auch in anderen Ländern gibt oder gab – oft nicht aktiv weiterverfolgen. Das deutsche Konzept, bei dem der Staat monatlich zehn Euro zahlen und zusätzlich Finanzbildung in der Schule fördern will, sei hier im Vorteil.

Sie habe das Thema auch mit Vertretern des Weißen Hauses und des US-Finanzministerium besprochen, so Malmendier. Dort werde man sich um ein solches active engagement nun mehr Gedanken machen. In seinem jährlichen Brief an Aktionäre bezeichnete Blackrock-Chef Larry Fink den Plan der US-Regierung gerade als potenziell sehr bedeutenden Schritt – wenn er mit bestehenden Angeboten zur privaten Altersvorsorge kombiniert werde. Auch in Deutschland soll das Angebot für junge Leute mit der Riester-Reform kombiniert werden. Okan Bellikli

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Beschaffung von Waffen: Dokument deutet auf wachsende Lieferverzögerungen hin. Bei vielen Beschaffungen muss die Bundeswehr weiterhin Geduld aufbringen: Zwar fließen Milliarden in neue Aufträge, doch viele Produkte erreichen die Truppe verspätet. Das lässt sich unter anderem an den steigenden Vertragsstrafen wegen Lieferverzögerungen für die Industrie ablesen. Die Zahl der Vertragsstrafen hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt, die Summe der Strafen gar verdreifacht.

Das geht aus einem Vermerk des Beschaffungsamts an das BMVg von Anfang des Jahres hervor, der Table.Briefings vorliegt. Darin beschreibt das Amt die Möglichkeiten und Grenzen der Durchsetzung der Leistungserbringung durch die Industrie und teilt Zahlen über die Vertragsstrafen der vergangenen Jahre mit. Das Problem wird auch im Parlament erkannt. Warum Experten die neuen Änderungen im Vergabeverfahren kritisch sehen und keine Verbesserungen bei der Vertragserfüllung erwarten, lesen Sie im Security.Table. Viktor Funk, Wilhelmine Stenglin

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Kernfusion in Deutschland: Bis 2045 soll ein Kraftwerk entstehen.Dorothee Bär (CSU) hat beim Fusionskongress im BMFTR die „Fusionsgemeinde“ dazu aufgerufen, gemeinsam auf das Ziel eines ersten Kraftwerks im Land hinzuarbeiten. Rückenwind soll eine neue Roadmap der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) liefern, die konkrete Entwicklungspfade und Szenarien benennt. Als nächsten Schritt plant das Ministerium den Aufbau von drei „Fusionshubs“, in denen Industrie und Wissenschaft kooperieren sollen. Zugleich wird zwischen dem Ressort und der Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) ein separates „Meilensteinprogramm“ für Startups abgestimmt. Dieses soll gezielt private Investitionen hebeln und marktorientierte Fortschritte beschleunigen. Welche Hürden es auf dem Weg zu überwinden gibt, lesen Sie im Research.Table. Tim Gabel und Markus Weisskopf

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Table.Documents

Heads

Wolfgang Gammel ist Deutschland-Chef von Helsing und sagt, das Unternehmen produziere „an einem geheimen Ort in Bayern“ bereits Drohnen. Zudem habe man den Flugzeugbauer Grob in Mindelheim im Allgäu gekauft, erzählt er im Interview. (SZ)

Michael Büge ist am Mittwoch per Kampfkandidatur Fraktionschef der AfD in Rheinland-Pfalz geworden. Der 60-Jährige setzte sich gegen Landtagswahl-Spitzenkandidat und Landeschef Jan Bollinger durch. Dieser hatte am Montag noch erklärt, ihm seien keine Gegenkandidaturen bekannt. Die neu konstituierte Fraktion wählte Büge mit 18 von 24 Stimmen, also 75 Prozent. Büge ist 2016 der AfD beigetreten, womit er eine 34-jährige Karriere bei der CDU beendete. Für die Partei war er unter anderem Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales und Neuköllner Bezirkschef. Franziska Klemenz

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Best of Table

China.Table: Tempo beim nächsten KI-Trend. Chinas Tech-Konzerne könnten damit die Art, wie weltweit gearbeitet wird, grundlegend verändern. Während der Wettbewerb um autonome KI-Agenten eskaliert, wachsen zugleich allerdings Zweifel, Kosten und politische Risiken. Wie weit Chinas Vorsprung wirklich reicht, lesen Sie hier.

China.Table: Weshalb der Industrial Accelerator Act die EU noch nicht zum Ziel führt. Der IAA soll Europas Industrie gegenüber Chinas Wirtschaftspolitik stärken. Zwei Forscher des IfW Kiel meinen, das sei ein überfälliger Schritt in die richtige Richtung – doch mehr nicht. Was die EU noch tun müsse, lesen Sie hier.

Research.Table: Wie der Förderschwerpunkt zur Frauengesundheit bewertet wird. Mit einem 90-Millionen-Euro-Programm wirbt Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) für ein Umdenken in der Gesundheitsforschung. Warum diese eher kleine Summe viel bewirken kann, lesen Sie hier.

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Time.Table

Außenpolitik: Johann Wadephul nimmt am zweitägigen G7-Außenminister-Treffen in Frankreich teil. Am Freitag wird auch Marco Rubio erwartet.

Bundestag I: Im Zentrum stehen die Debatte und die Abstimmung über das „Kraftstoffmaßnahmenpaket“, wonach Tankstellen künftig nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen und das Kartellrecht verschärft werden soll. Weitere Themen sind der Jahresbericht des Wehrbeauftragten Henning Otte, Schutz vor digitaler Gewalt sowie ein Gesetz für mehr Nierenspenden zu Lebzeiten.

Bundestag II: Julia Klöckner empfängt Małgorzata Kidawa-Błońska, Senatsmarschallin in Polen. Der Senat ist die zweite Kammer des Parlaments.

Bundestag III: Konferenz zum 75. Jubiläum der Europäischen Menschenrechtskonvention. 13 Uhr

Wirtschaft: Katherina Reiche und Carsten Schneider stellen mit VCI-Präsident Markus Steilemann und IGBCE-Chef Michael Vassiliadis die Chemieagenda vor. BMWE, 11:30 Uhr

Innenpolitik: Alexander Dobrindt empfängt Bart van den Brink, Minister für Asyl und Migration in den Niederlanden.

Verkehr: Die Verkehrsminister von Bund und Ländern beraten in Lindau am Bodensee über Maßnahmen zum Schutz des Bahnpersonals, eine Führerschein-Reform und die Zukunft des Deutschlandtickets. Anschließend Pressekonferenz mit Patrick Schnieder. 13 Uhr

Verteidigung: Mark Rutte stellt den Nato-Jahresbericht 2025 mit aktualisierten Zahlen zu den Verteidigungsausgaben der Alliierten vor. Brüssel, 13 Uhr

Landespolitik I: Die Spitzen von CDU und SPD in Rheinland-Pfalz beginnen mit den Sondierungsgesprächen.

Landespolitik II: Pressekonferenz zu den Ergebnissen der 56. Ost-MPK. Mit Friedrich Merz, Katherina Reiche, Kai Wegner, Manuela Schwesig und Elisabeth Kaiser. Berlin, 16 Uhr

Bildung: Bildungsministerkonferenz in Berlin. Anschließend Pressekonferenz mit Karin Prien und BMK-Präsidentin Anna Stolz. 12:45 Uhr

Gesundheit: Das Aktionsbündnis Psychotherapie ruft zu einer Kundgebung vor dem BMG gegen die Kürzung der Honorare in der ambulanten Psychotherapie auf. Mit Christina Jochim (Deutsche Psychotherapeutenvereinigung), Heidi Reichinnek und Ricarda Lang. 14 Uhr

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Must-Reads

Taz: Prien verteidigt Reform von Demokratie leben. Sie wolle die „stille Mitte erreichen, die sich von der Demokratie abzuwenden droht“, sagte Karin Prien im Interview. So sollen künftig kulturelle und Demokratiebildung, Jugendsport und -feuerwehren sowie Extremismusprävention im Strafvollzug stärker im Fokus stehen. In der Vergangenheit sei der Eindruck entstanden, das Förderprogramm habe eine linke Schlagseite. („Vielfalt sehe ich nicht als staatliches Förderziel“)

Guardian: Habeck über den Iran-Krieg. In der neuen geopolitischen Weltordnung würden Autokraten weniger von Ideologie und mehr von der „berauschenden Vorstellung ihrer eigenen historischen Größe“ angetrieben, schreibt Robert Habeck in einem Gastbeitrag. Europa müsse sich auf das Szenario eines langen Krieges vorbereiten und auf erneuerbare Energien setzen. („Like Putin, Trump is a megalomaniac. In Europe, we can shield ourselves, not look for rational motives“)

SZ: Rüstungsproduktion in VW-Werk? Dass der Einstieg des israelischen Iron Dome-Herstellers in Osnabrück so sicher ist, wie es ein FT-Bericht erscheinen lasse, sei zweifelhaft, so ein Autorinnenteam. VW will sich nicht dazu äußern. Es geht um die Zukunft von gut 3.000 Beschäftigten inklusive Leiharbeitern. Dazu kommen die Zulieferer, die sich in der Vergangenheit rund um das Werk angesiedelt haben. („Aufrüsten ist schwer“)

Welt/Politico: AfD-Verteidigungspolitiker drängen Sprecher zum Rücktritt. Die Kritiker von Rüdiger Lucassen werfen ihm unter anderem einen militärischen Führungsstil vor. Seine Unterstützer vermuten, dass vor allem die Thüringer mit ihm abrechnen wollen, weil er Björn Höcke kritisiert hat. Für Lucassens Abwahl bräuchte es eine Zweidrittelmehrheit in der Fraktion. („‚Ehre verletzt‘ – AfD-Abgeordnete wollen Rücktritt ihres wichtigsten Verteidigungspolitikers“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

phoenix runde, 22:15 Uhr: Ali Fathollah-Nejad, Marina Kormbaki, Thomas Jäger, Andreas Reinicke

Maischberger, 23:15 Uhr: Ralf Stegner, Bernd Baumann, Rüdiger von Fritsch, Urban Priol, Nena Brockhaus, Veit Medick

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Manfred Weber, Eva Quadbeck, Nico Lange, Ofer Waldman

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen: Klimaschutzprogramm

7:15 Uhr: Verena Hubertz, Bundesbauministerin (SPD): BauGB-Novelle

8:10 Uhr: Paul Ziemiak, CDU-Außenpolitiker: Lage im Südlibanon

rbb24–Inforadio

6:45 Uhr: Wolfgang Schubert-Raab, Zentralverband Deutsches Baugewerbe: Wohnungsbau-Tag 2026

7:25 Uhr: Ottmar Edenhofer, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Klimaschutzprogramm

RLT/ntv

7:30 Uhr: Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD): Reformagenda/Spritpreise

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Geburtstage von morgen

Hermann Färber, MdB (CDU), 63

Heiko Hain, MdB (CSU), 44

Lydia Hüskens, Infrastruktur- und Digitalministerin von Sachsen-Anhalt (FDP), 62

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute in Baschar al-Assads Foltergefängnis. In der Gedenkstätte Hohenschönhausen, dem früheren Stasi-Gefängnis, ist am Mittwoch die Ausstellung „Sednaya: Die Architektur von Repression und Tod in Syrien“ eröffnet worden. Sie dokumentiert anhand der Aussagen von Überlebenden, Fundstücken und virtuellen Rekonstruktionen die Folterherrschaft in dem nördlich von Damaskus gelegenen Gefängnis. Tausende Häftlinge kamen dort ums Leben. Am 8. Dezember 2024 stürzte al-Assad, und Sednaya wurde befreit – ein Tag, der den Direktor der Gedenkstätte, Helge Heidemeyer, an den 9. November 1989 erinnert. Wie in Ostdeutschland habe sich in Syrien „ein Volk die brutalen Stätten des diktatorischen Regimes aneignen“ können, sagte er Table.Briefings. Markus Bickel

Sednaya: Die Architektur von Repression und Tod in Syrien | Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Markus Bickel, Laura Block, Michael Bröcker, Daniel Friesen, Viktor Funk, Tim Gabel, Franziska Klemenz, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Bernhard Pötter, Tessa Pötter, Sven Siebert, Wilhelmine Stenglin und Markus Weisskopf mitgewirkt.

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