Berlin.Table – Ausgabe 765

Ideen für eine Steuerreform + Sanierung von Sportstätten + Boom bei Verteidigungs-Startups

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Talk of the Town

Grundlegende Steuerreform – Wie die Vorstellungen von CDU und SPD auseinandergehen

Union und SPD ringen vor dem Parteitag der CDU Ende dieser Woche in Stuttgart um eine grundlegende Steuerreform. Es müsse eine steuerliche Entlastung der Mitte geben, heißt es in beiden Parteien mit Verweis auf den Koalitionsvertrag. Die Gespräche dazu sollen unmittelbar nach den Landtagswahlen in der Koalition geführt werden. Allerdings gebe es bisher unterschiedliche Vorstellungen, wie die Entlastung finanziert werden soll, heißt es.

So könnten die Steuern sinken

In der CDU erinnert mancher an die Liste von Peer Steinbrück und Roland Koch zum Abbau von Subventionen aus dem Jahr 2003. „Wir brauchen eine grundlegende Steuerreform, die unterm Strich eine breite Entlastung bringt, aber auch die eine oder andere Sonderregelung streicht“, sagt der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Fritz Güntzler, Table.Briefings. Die Koalition müsse sich trauen, nach dem Vorbild der Koch/Steinbrück-Liste auch steuerliche Subventionen abzuschaffen. In der SPD werden dagegen ein höherer Spitzensteuersatz oder die Anhebung des Reichensteuersatzes favorisiert, um einen Teil der Entlastungen zu finanzieren.

Steuerzahler-Präsident Reiner Holznagel warnte vor zu hohen Erwartungen. Ein höherer Steuersatz für Einkommensmillionäre, etwa ein zusätzlicher Prozentpunkt, würde nur rund eine Milliarde Euro an zusätzlichen Einnahmen bringen. Dagegen würde eine breite Entlastung der Mitte, wie sie der Steuerzahlerbund vorschlägt, den Fiskus rund 35 Milliarden Euro kosten. Die Organisation hat zusätzlich auch die bisher vorliegenden Ideen von Union und SPD für eine Verschiebung des Steuertarifs (der Spitzensteuersatz greift erst bei 80.000 Euro bzw. 83.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen) durchgerechnet. Demnach würde eine vierköpfige Alleinverdiener-Familie mit zwei Kindern und einem Monatsbruttoeinkommen von 7.000 Euro beim SPD-Modell 370 Euro und beim CDU-Modell 526 Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen. Ein Single-Haushalt mit 5.000 Euro Monatsbrutto würde um 174 Euro (SPD) und 424 Euro (CDU) entlastet.

Parteikreisen zufolge bereitet die Mittelstandsunion zum Parteitag einen Antrag für eine umfassende Steuerreform vor. Er sieht eine Entlastung für die unteren und mittleren Einkommensbezieher und höhere Freibeträge vor. Ob sich die CDU auch oben beim Tarif für die Spitzenverdiener einen Aufschlag zutraut, wird intern diskutiert. In der zuständigen Kommission des Grundsatzprogramms war dies 2023 „für sehr hohe Einkommen” konsensfähig, doch war Friedrich Merz als Kanzlerkandidat im Wahlkampf mit der Aussage „keine Steuererhöhungen“ aufgetreten. Eine Kehrtwende bei der Steuerpolitik dürfte ihn Vertrauen kosten.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hatte unlängst eine Steuerreform angemahnt, über die man noch im Frühjahr mit dem Koalitionspartner SPD reden müsse. Konkret schlug er vor, die Schwelle für den Spitzensteuersatz von derzeit rund 69.000 Euro (zu versteuerndes Jahreseinkommen, Single) auf 80.000 Euro zu verschieben. Linnemann will so vor allem die für die Union unglückliche Debatte rund um Teilzeit-Anspruch und Kürzungen beim Zahnersatz in Richtung Arbeitsanreize lenken.

Doch der Koalitionspartner ist skeptisch. Zusätzlich zu den Vorschlägen für höhere Steuersätze bei Reichen will die SPD offenbar ihre Zustimmung zu einer Steuerreform an die Reform der Schuldenbremse knüpfen, wie Unionsfraktionschef Jens Spahn unlängst im Fraktionsvorstand berichtete. Immerhin muss Finanzminister Lars Klingbeil bis 2029 eine Lücke von 170 Milliarden Euro im Haushalt finanzieren, für großvolumige Steuersenkungen sieht er keinen Spielraum.

Intern wird auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer diskutiert. Ein Mitglied des Koalitionsausschusses hatte unlängst gemutmaßt, dass am Ende nur diese Option übrigbleibe, wenn die SPD weiter Einsparungen im Sozialstaat und die Union jede Steuererhöhung ablehnt. Schon einmal hatte eine große Koalition entgegen der Versprechen im Wahlkampf die Mehrwertsteuer deutlich erhöht. Das war 2005 - unter Angela Merkel.

Den Podcast Table.Today hören Sie ab 5 Uhr hier.

Table.Today mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski. "Kommt doch eine Steuererhöhung?"

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News

Urteil zu Mietpreisbremse: Unterschiedliche Interpretationen von Union und SPD. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Mietpreisbremse weiterhin verfassungsgemäß ist. Union und SPD leiten aus der Entscheidung allerdings unterschiedliche Arbeitsaufträge ab. Der wohnungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jan-Marco Luczak, sagte Table.Briefings, Karlsruhe erteile „überbordenden Regulierungsfantasien eine klare Absage.“ Demnach dürfe die Regulierung nicht so weit gehen, dass sich die ortsübliche Vergleichsmiete „völlig von den Marktmieten entkoppelt“. Damit bezieht sich der CDU-Politiker auf eine mögliche Verschärfung des Mietrechts, etwa eine Obergrenze für Mieterhöhungen oder die Verlängerung des sogenannten Betrachtungszeitraums bei Mietspiegeln.

Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat erst kürzlich eine Verschärfung des Mietrechts angekündigt. Allerdings enthält ihr Gesetzentwurf nicht die von Luczak genannten Punkte. Auch die Berliner SPD plant weitere Regulierungen des Wohnungsmarkts. Laut Steffen Krach, Spitzenkandidat für die Wahl im Herbst, ist ein Eingriff notwendig und gerechtfertigt. Das Urteil bestätige den Ansatz seiner Partei, „die Mieten in der gesamten Stadt dauerhaft zu regulieren und von einer entfesselten Marktdynamik zu entkoppeln.“ Zudem sieht Krach nun die Möglichkeit, die Mietpreisbremse, die derzeit nur bis 2029 gilt, zu entfristen. Laura Block

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Es ist Zeit für stabile, moderne Gesundheitssysteme in Europa. vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen.

Denn: Innovationen sind Europas beste Antwort.
Wir brauchen einen starken, solide finanzierten europäischen Arzneimittelmarkt mit innovationsfreundlichen Vergütungssystemen. Deutschland kann als Vorbild bei der GKV-Sicherung neue Wege aufzeigen. Machen wir uns bereit – am Pharmastandort EU und Deutschland.
Mehr beim vfa erfahren.

- Sponsor: Verband Forschender Arzneimittelhersteller e. V.
- Im Zusammenhang mit: EU Pharmapaket (COM 2023/193); BIOTECH (COM 2025/1022); GKV-Finanzreform; EU / Deutschland, national

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Förderung von Sportstätten-Sanierung: Viele Kommunen dürften leer ausgehen. Der Bund stellt erstmals Mittel für ein eigenständiges Programm zur Sanierung von Sportstätten bereit – der Andrang ist aber so groß, dass ein Großteil der Antragsteller wahrscheinlich leer ausgeht. Bis Mitte Januar konnten interessierte Kommunen und Landkreise eine Förderung beantragen. Mehr als 3600 Anträge gingen ein, teilte das BMWSB Table.Briefings auf Nachfrage mit. Das entspräche einem Fördervolumen von 7,5 Milliarden Euro. Das Problem: Für 2025 und 2026 stehen dem Ministerium jeweils nur 333 Millionen Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen zur Verfügung. Das Programm ist damit 21-fach überzeichnet. Bis Mitte April wird der Haushaltsausschuss in einem sogenannten Interessenbekundungsverfahren die zu fördernden Projekte auswählen. Erst danach werden die Kommunen informiert, die dann einen sogenannten Zuwendungsantrag stellen müssen, bevor das Geld fließt. Laura Block

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So stärken Privatversicherte die Arztpraxen auf dem Land. Die PKV-Regionalatlanten zeigen, dass Praxen in ländlichen Gegenden noch stärker von Privatpatienten profitieren als in der Stadt. Das liegt zum Beispiel daran, dass die ältere Bevölkerung auf dem Land öfter Behandlungen benötigt. Dieser PKV-Mehrumsatz wird durch aktuelle Daten aus Baden-Württemberg aufs Neue belegt. (mehr auf pkv.de)

Social-Media-Verbot: Staatliche Schutzfunktion nur mit Mindestalter realisierbar. Digitaltrainer und Gymnasiallehrer Daniel Wolff fordert: Jugendliche sollten erst ab 16 Jahren einen eigenen Social-Media-Account einrichten dürfen. Zwar sei ein Mindestalter kein Allheilmittel, „aber ein Anfang, der zeigt, dass wir den Schutz von Kindern ernst nehmen – ernster als die Geschäftsmodelle derer, die mit der industriellen Monetarisierung ihrer Aufmerksamkeit Milliarden verdienen“. Die Debatte um ein Social-Media-Verbot nimmt in Deutschland derzeit Fahrt auf. Welche Vorschläge Wolff dazu macht, lesen Sie in seinem Gastbeitrag im Bildung.Table. Vera Kraft

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Sondersitzung zu Gasspeichern: Regierung weist Grünen-Kritik zurück. Gut eine Stunde musste Katherina Reiche am frühen Dienstagabend dem Wirtschaftsausschuss Rede und Antwort stehen. Die Grünen hatten die digitale Sondersitzung verlangt, um über die mit 23 Prozent Füllstand ungewöhnlich leeren Gasspeicher zu sprechen. „Unsere Speicher waren vor Beginn dieser Heizperiode geringer befüllt, Ministerin Reiche hat ihre Wetter-Wette verloren“, hatte der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, vor der Sitzung erklärt. Das wiesen Vertreter der Regierungsfraktionen zurück. „Die Grünen kritisieren etwas, was sie selbst beschlossen haben“, sagte Andreas Lenz (CSU). Tatsächlich war die Absenkung der Füllstandsvorgaben für die Gasspeicher noch unter Reiches Vorgänger Robert Habeck beschlossen worden.

Reiche bekräftigte nach Teilnehmerangaben, dass sie keinen Grund zur Besorgnis sehe. Durch den Bau von LNG-Terminals und Verstärkungen im Gasnetz sei die Versorgung auch bei niedrigen Speicherständen gesichert. Eine staatliche Befüllung der Speicher sieht die Ministerin kritisch. Auch SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer wies entsprechende Forderungen der Grünen zurück. „Wenn ohne Not und Bedarf preistreibende Vorsorge eingefordert wird, bleibt unweigerlich ein populistischer Anschein“, sagte sie Table.Briefings. Dagegen betonte Kellner nach der Sitzung, dass die LNG-Terminals keine Sicherheit böten, weil ein großer Teil des Flüssiggases aus den USA stammt und diese Lieferungen von Donald Trump gestoppt werden könnten. „Die Ministerin ist die Antwort schuldig geblieben, wie diese Abhängigkeit verringert werden kann“, sagte er. „Das halte ich für kurzsichtig gefährlich.“ Malte Kreutzfeldt

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Rüstungsindustrie: Boom bei Verteidigungs-Startups. Bereits vergangenes Jahr sammelten europäische Verteidigungs-Startups mit 8,7 Milliarden Euro eine Rekordsumme an Wagniskapital ein. Der Wert werde dieses Jahr nochmal steigen, sagt Patrick Schneider-Sikorsky vom Nato Innovation Fund (NIF). Der Risikokapitalfonds verwaltet ein Budget von rund einer Milliarde Euro. Geldgeber sind 24 europäische Nato-Staaten. In welchem Defense-Bereich die Investoren besonders großes Potenzial sehen, lesen Sie im Security.Table. Robert Wallenhauer

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Raumfahrt in NRW: Land will mehr Geld bereitstellen. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) will die Raumfahrt im Land deutlich stärken. Raumfahrt sei „kein Nice-to-have mehr, sondern zentrale Infrastruktur für Sicherheit und Unabhängigkeit“, sagt sie Table.Briefings. Nordrhein-Westfalen verfüge bereits über 83 Raumfahrtunternehmen und 22 Forschungseinrichtungen. Diese Strukturen wolle sie nun gezielt vernetzen und ausbauen.

Finanziell plant Neubaur einen deutlichen Aufschlag. Die Mittel für das NRW-Raumfahrtcluster sollen 2027 um 50 Prozent steigen. Zudem sollen KMU und Startups gezielt gestärkt werden. Aus dem Sondervermögen des Bundes steht dem Land eine Milliarde Euro für Hightech-Themen zur Verfügung; ein signifikanter Teil davon soll in die Raumfahrt fließen. Im Wettbewerb der Länder setzt Neubaur auf klare Positionierung und Kooperation mit dem Bund. Wie das gelingen kann, lesen Sie im Space.Table. Nicola Kuhrt, Ralf Nestler

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ESG-Backlash: Wie Donald Trump die Deutsche Börse attackiert. Die US-Regierung geht gegen Stimmrechtsberater vor, weil diese nachhaltige Themen vorantreiben würden. Ins Visier ist damit auch die Deutsche Börse AG geraten, weil deren Tochtergesellschaft ISS Stoxx zu den weltweit größten Stimmrechtsberatern gehört. Einen geplanten Börsengang von ISS Stoxx sagte die Deutsche Börse Ende letzter Woche überraschend ab – offenbar war der Druck aus den USA zu groß geworden. Stimmrechtsberater unterstützen Fondsgesellschaften bei der Vorbereitung von Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften – und äußern sich damit auch zu ESG-Themen. Der US-Regierung zufolge sind das „radikale, politisch motivierte Themen“. Was die Deutsche Börse zu den Vorwürfen der US-Regierung sagt, lesen Sie im ESG.Table. Marc Winkelmann

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Autoindustrie in Ostdeutschland: IG Metall fordert Vorgaben für heimische Produktion. Ohne aktive Industriepolitik werde ein guter Wandel für ostdeutsche Regionen nicht gelingen, sagt IG-Metall-Chefin Christiane Benner Table.Briefings. Wer in Europa Autos verkaufen will, muss aus ihrer Sicht „einen relevanten Teil der Produktionsarbeit hier durchführen“ – und zumindest zum Teil Materialien und Komponenten aus deutscher und europäischer Fertigung nutzen. Der Bund müsse Ansiedlungen von Zukunftstechnologien deutlicher fördern, entscheidend seien auch Erhalt und finanzielle Unterstützung von kleineren Zulieferern. Benner nimmt auf Einladung der Ostbeauftragten Elisabeth Kaiser am Mittwoch am „Branchendialog Ost“ zur Zukunft der Autoindustrie teil. Bei dem Treffen im BMF sind neben Autobauern und Zulieferern auch Carsten Schneider sowie mehrere Wirtschaftsministerien dabei, wie aus der Teilnehmerliste hervorgeht.

Die EU geht in die von Benner geforderte Richtung. Wer ab 2029 ein staatlich gefördertes Elektroauto kauft oder least, muss ein Modell wählen, das hauptsächlich aus europäischer Produktion stammt. Das geht aus einem Leak des Industrial Accelerator Act hervor. In sechs Punkten legt die EU-Kommission dar, wie viel von welcher Technologie von europäischen Herstellern kommen muss. Welche Komponenten im Fokus stehen, lesen Sie im Europe.Table. Okan Bellikli, Manuel Berkel

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Russland-Sanktionen: Streit um Alleingang der EU. Die EU will mit einem umfassenden Dienstleistungsverbot für russische Ölexporte den Druck auf Moskau erhöhen. Doch unter den Mitgliedstaaten gibt es Vorbehalte gegen einen Alleingang. Insbesondere Griechenland argumentiert dafür, den sogenannten „maritime service ban“ aus dem 20. Sanktionspaket vorerst auszuklammern und die Strafmaßnahme mit den G-7-Staaten zu koordinieren. Die Wirkung des Dienstleistungsverbots wäre nach den Worten von EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis zwar gemeinsam besser. Doch die G-7-Staaten an Bord zu haben, sei keine absolute Bedingung. Umstritten sind auch Strafmaßnahmen gegen Häfen in Georgien und Indonesien, die als Umschlagplätze für russisches Öl gelten. Wer einer Einigung auf das 20. Sanktionspaket im Weg steht, lesen Sie im Europe.Table. Stephan Israel

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Bereit für den Spannungsfall? Wie es um Deutschlands Gesamtverteidigung steht und was wir tun müssen. Table.Forum.

Heads

Düzen Tekkal ist Menschenrechtsaktivistin, Sozialunternehmerin und Bestseller-Autorin. Der Genozid an den Jesiden durch den IS ab 2014 veränderte Tekkals Leben schlagartig. Die kurdisch-jesidische Journalistin berichtete, gründete eine Hilfsorganisation und wurde zu einer gefragten Beraterin zu Konflikten im Nahen Osten. Wer Tekkal in ihrer Schulzeit geprägt hat und was es mit ihrer Liebeserklärung an Deutschland auf sich hat, lesen Sie im Bildung.Table. Malte Neumann

Karin Prien stehe mit Blick auf den CDU-Parteitag vor einem „strategischen Dilemma“, schreiben Valerie Höhne und Henrike Roßbach. Schon 2022 und 2024 habe sie von allen Stellvertretern das schlechteste Wahlergebnis gehabt.
Dieses Mal könnte ihr Ähnliches drohen, so die Autorinnen: „Die einen nehmen ihr womöglich die Wandlung zur Merz-Unterstützerin noch immer übel, die anderen nehmen sie ihr nicht ab.“ (SZ)

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Best of Table

Security.Table: Russland verstärkt Raketenbeschuss vor Ukraine-Verhandlungen.Vor den Gesprächsrunden in Genf hat Moskau einen großflächigen Drohnen- und Raketenangriff gestartet. Weshalb der Druck auf Kyjiw derzeit zunimmt, lesen Sie hier.

Security.Table: Wadephul sorgt für Verärgerung in Frankreich. Die Forderung von Johann Wadephul, das Land solle seine Verteidigungsausgaben erhöhen, hat verärgerte Reaktionen hervorgerufen. Was ein französischer Vertreter Table.Briefings dazu sagte, lesen Sie hier.

Europe.Table: EU-Kommission geht gegen Shein vor. Insgesamt 16 Verfahren gegen Tech-Firmen laufen bereits – nun auch gegen den asiatischen Modehändler. Warum es weiterhin die Gefahr von politischer Einflussnahme gibt, lesen Sie hier.

Asia.Table: Paris landet Rüstungscoup. Frankreich will 114 Rafale-Kampfjets an Indien verkaufen. Doch während Hersteller Dassault jubelt, sorgt der Preis für hitzige Debatten auf dem Subkontinent. Warum das Geschäft die Wirtschaftsbeziehungen zu Europa belasten könnte, lesen Sie hier.

Space.Table: Sind verglühende Satelliten gefährlich? Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre hinterlassen sie Metalle wie Aluminium. Warum deren Menge künftig deutlich steigen dürfte, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Baden-Württembergs teuerstes Bildungsprojekt ist gestartet. Das Land will mit dem Programm SprachFit den Sprachförderbedarf von Vorschulkindern massiv reduzieren. Wie das Programm anläuft und welche Kritik es gibt, lesen Sie hier.

Bildung.Table: IG Metall rügt fehlendes Ausbildungsengagement. Die Zahl der Ausbildungsplätze in industriellen Kernberufen ist um 8,6 Prozent gesunken. Warum laut der Gewerkschaft eine Umlagefinanzierung die Ausbildung stärken könnte, lesen Sie hier.

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24/7x5. Vollsperrung 24/7 x 5 Monate von bedeutenden Streckenabschnitten. Auf der Straße undenbar – auf der Schiene bittere Realität. Rettet den kombinierten Verkehr. Hupac

- Sponsor: Initiative "Rettet den Kombinierten Verkehr", getragen von 1) Kombiverkehr KG, 2) Hupac SA, 3) TX Logistik AG
- Kontrolliert von: 1) Kombiverkehr KG, 2) Hupac SA, 3) TX Logistik AG
- Im Zusammenhang mit: Rahmenbedingungen für den Kombinierten Verkehr; Deutschland, national

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Time.Table

Parteien: Am Vormittag hält Markus Söder beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau eine Rede. Katharina Dröge und Lars Klingbeil sprechen bei den Veranstaltungen der bayerischen Landesverbände von Grünen und SPD in Landshut und Vilshofen. Am frühen Abend wird Friedrich Merz bei der CDU Rheinland-Pfalz in Trier erwartet.

Außenpolitik: Frank-Walter Steinmeier besucht in Jordanien das UN-Flüchtlingshilfswerk, die Deutsch-Jordanische Universität und das Forschungsprojekt SESAME, an dem neben arabischen Staaten auch der Iran und Israel beteiligt sind. Zudem trifft er König Abdullah II. zum Gespräch.

Digitales: Karsten Wildberger nimmt am AI Impact Summit in Neu-Delhi teil, der sich noch bis Freitag mit den neuesten KI-Anwendungen und deren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen befasst.

Verteidigung: Boris Pistorius besucht Soldaten, die an der Nato-Übung Steadfast Dart teilnehmen.

Verkehr: Verdi hat zu bundesweiten Warnstreiks bei der Autobahn GmbH aufgerufen. Bestreikt werden am Mittwoch Autobahnmeistereien im gesamten Netz.

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Must-Reads

Handelsblatt: Autobahn als Cybergefahr. Die Autobahn GmbH ist aus Sicht des Bundesrechnungshofs nicht auf hybride Angriffe vorbereitet. Dem Bericht zufolge gibt es nicht mal eine unternehmensweit einheitliche IT für den Betrieb der Fernstraßen. Ein Cyberangriff könnte den Verkehr zum Erliegen bringen und dadurch Lieferketten stören, so Daniel Delhaes. („Deutschlands Autobahnen – ungeschützt im Cyberkrieg“)

FAZ: Landesmedienanstalten-Chef offen für Social-Media-Verbot für Kinder. Wenn sich Plattformen weiterhin ihrer Verantwortung entziehen, dürften Verbote kein Tabu sein. Das sagt Thorsten Schmiege, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Anstalten. Er setze zuerst aber darauf, dass sich die Anbieter freiwillig bewegen. Zwischen dem Einfluss von Algorithmen und verbindlichen Verantwortlichkeiten klaffe zudem eine immer größere Lücke. Hier brauche es mehr Regulierung. („‚Plattformen müssen in die Verantwortung‘“)


SZ: Debatte um Personalien mit SPD-Bezug. Lars Klingbeil sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, er setze Parteifreundinnen auf lukrative Posten: Klara Geywitz als Vizepräsidentin des Bundesrechnungshofs, Jessika Wischmeier als Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation und Dorothee Martin als Vorstandsmitglied bei der Bima. Das BMF weist den Vorwurf zurück. Es betont, die Genannten würde die nötigen Erfahrungen mitbringen und alle rechtlichen Vorgaben seien eingehalten worden. („Drei pikante Personalien“)

Taz: Patrick Graichen für Gas-Kooperation mit Ukraine. Der ehemalige Staatssekretär plädiert für eine staatliche Gasreserve, die bei Engpässen oder Preisschocks 90 Tage reichen soll. Dafür seien in Deutschland aber nicht genügend Speicherkapazitäten vorhanden. Graichen, der Mitglied im Aufsichtsrat des ukrainischen Stromnetzbetreibers Ukrenergo ist, schlägt deshalb vor, Lagerstätten in der Ukraine zu nutzen, schreibt Anja Krüger. („Nicht genug Kapazitäten in Deutschland“)

Tagesspiegel: Viele Rechtsextremismus-Verdachtsfälle bei Jugendlichen. 2025 wurden 3.543 Fälle rechter Kriminalität unter 14- bis 17-Jährigen registriert. 2024 lag die Zahl der Tatverdächtigen in der Altersgruppe bei 3.854, 2023 bei 1.785. Die Zahlen korrespondieren mit der Gründung rechtsextremer Jugendgruppen, die überall im Land entstanden seien und sich teilweise etabliert hätten, schreibt Julius Geiler. („Jung, männlich, rechts: Tausende deutsche Teenager unter Rechtsextremismus-Verdacht“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Markus Lanz, 23 Uhr: Christoph Heusgen, Ben Hodges, Marina Kormbaki, Franz-Stefan Gady

phoenix runde, 22:15 Uhr: Jorma Mattila, Andrea Gawrich, Ralph Thiele, Christopher Schuetze

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Mirko Ross, Cybersicherheitsexperte: Deepfakes

7:15 Uhr: Karsten Wildberger, Bundesdigitalminister (CDU): AI-Gipfel in Neu-Delhi

8:10 Uhr: Kay Gottschalk, stellvertretender Bundessprecher (AfD): Vorwürfe der Vetternwirtschaft

ZDF

7:05 Uhr: Ingo Gerhartz, General: Verteidigungsfähigkeit der Nato

8:05 Uhr: Michael Kellner, Sprecher für Energiepolitik (Grüne): Füllstände der Gasspeicher

rbb24–Inforadio

6:45 Uhr: Bernhard Moser, Intendant des Feinschmeckerfestivals „eat! berlin“: Beginn des Festivals

7:25 Uhr: Nico Lange, Sicherheitsexperte: Ukraine-Verhandlungen in Genf

phoenix

9 Uhr: Michael Hüther, IW-Direktor: Risiken einer Mehrwertsteuererhöhung

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Geburtstage von morgen

Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses (CDU), 65

Klara Geywitz, ehemalige Bundesbauministerin (SPD), 50

Bettina Schausten, Journalistin, 61

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu „Deutschlands provokantestem Karnevalswagenbauer. So wird der Düsseldorfer Bildhauer Jacques Tilly in dieser Dokumentation genannt. Seine Figuren sorgen international für Aufsehen, wegen Darstellungen von Wladimir Putin wird ihm in Russland derzeit in Abwesenheit der Prozess gemacht. Das beschäftigt auch die Politik, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) rief zur Solidarität mit Tilly auf. Die Filmemacher begleiten ihn im Alltag, beim Rosenmontagsumzug und beim Gespräch mit einem Kirchenvertreter – der mit einem Lachen sagt, er und Tilly seien nicht die geborenen Freunde". Okan Bellikli

Holger Möllenberg/Christoph Simon: Jacques Tilly – Enfant terrible des Karnevals | WDR

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Manuel Berkel, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Damir Fras, Daniel Friesen, Stephan Israel, Vera Kraft, Nicola Kuhrt, Vincent Mikoteit, Malte Neumann, Ralf Nestler, Sven Siebert, Sara Sievert, Robert Wallenhauer und Marc Winkelmann mitgewirkt.

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