Wahl in Baden-Württemberg: Die Städte gehören den Grünen, die Fläche der CDU

09. März 2026
Landtagswahl Baden-Württemberg: So haben die Wahlkreise abgestimmt

Wahl in Baden-Württemberg: Die Städte gehören den Grünen, die Fläche der CDU. Prozentual haben die Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2,4 Prozent im Vergleich zu 2021 verloren. Und doch hat Cem Özdemir mit 1.623.156 Millionen Stimmen ein Rekordergebnis eingefahren – ganze 49 Stimmen mehr als Winfried Kretschmann bei seinem besten Ergebnis 2016. Nebenbei verdoppelte der Wahlsieger fast die grüne Stimmenzahl der Bundestagswahl 2025. Auffällig außerdem: Zum ersten Mal fand im Land eine personalisierte Verhältniswahl mit zwei Stimmoptionen statt – wovon die Wähler eifrig Gebrauch machten. So holte die CDU fast 250.000 mehr Erst- als Zweitstimmen, während die Grünen in sämtlichen Wahlkreisen mehr Zweit- als Erststimmen verzeichneten. Einzige Ausnahme: Stuttgart II, wo Özdemir neun Prozent mehr Erst- als Parteistimmen einsammelte. Auffällig bei der SPD: Sie holte knapp 300.000 Zweitstimmen, aber 450.000 Erststimmen. Die brachten ihr letztlich aber nichts ein. Im Gegensatz dazu haben die AfD-Anhänger konsequent durchgewählt: Erst- und Zweitstimmen halten sich fast exakt die Waage.

Einen Erdrutsch gab es bei den Wahlkreissiegern. 56 von 70 Wahlkreisen gingen direkt an die CDU, so viel, dass kein einziger Listenplatz mehr zog. Die Grünen eroberten nur noch 13 Wahlkreise, 2021 hatten sie sich noch in 58 Wahlkreisen durchgesetzt. Darüber hinaus haben die Grünen vor allem dort nochmals zugelegt, wo die Wahlbeteiligung hoch und sie ohnehin stark waren: In Heidelberg, Stuttgart, Freiburg und Tübingen. Im Wahlkreis Stuttgart I verbuchten sie mit 50,0 Prozent einen landesweiten Rekord. Die CDU legte in den ländlichen Regionen zu, und das vor allem im schwäbischen Südosten des Landes. In den großen Städten tut sie sich weiter schwer. Die AfD holte ihr einziges Direktmandat in Mannheim I, wo sich Bernhard Pepperl mit 22,3 Prozent durchsetzte. Darüber hinaus schnitt die AfD vor allem in eher strukturschwachen Regionen überdurchschnittlich ab. Horand Knaup

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Letzte Aktualisierung: 09. März 2026