Standpunkt: Russische Beteiligung an Atomfabrik in Lingen wäre großes Sicherheitsrisiko

23. April 2026

Standpunkt: Russische Beteiligung an Atomfabrik in Lingen wäre großes Sicherheitsrisiko. Vor dem 40. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl an diesem Sonntag warnt Vladimir Slivyak, Mitgründer der russischen Umweltorganisation Ecodefence und Träger des alternativen Nobelpreises, eindringlich vor einer Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosatom in der Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen. Der französische Betreiber Framatome möchte dort eine Kooperation mit einem Rosatom-Tochterunternehmen eingehen, um Brennelemente für AKWs russischer Bauart zu fertigen. Das würde nicht nur die Abhängigkeit von Russland verstärken, sondern wäre auch ein massives Sicherheitsrisiko, warnt Slivyak. „Wer dies zulässt, öffnet dem russischen Geheimdienst FSB die Tür zu hochkritischer Infrastruktur.“

Zuständig für die Genehmigung ist formal das niedersächsische Umweltministerium. Doch faktisch spielt durch die atomrechtliche Aufsicht und Weisungsbefugnis auch das Bundesumweltministerium eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Die Politik dürfe den Einstieg keineswegs erlauben, fordert Slivyak – und verweist auf Fehler der Vergangenheit: „Das Projekt erinnert fatal an den Umgang Deutschlands mit Nord Stream I und II oder den Verkauf der deutschen Gasspeicher an Gazprom.“ Auch diese Kooperationsprojekte, die sich spätestens mit Russlands Invasion in der Ukraine als weitreichende politische Fehlentscheidungen herausstellten, hätten vermeintlich harmlos angefangen. Warum die Gefahr bei Rosatom nach Ansicht von Slivyak noch größer ist, lesen Sie in seinem Standpunkt. Malte Kreutzfeldt

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Letzte Aktualisierung: 23. April 2026