Rentenreform: Die gesundheitsbedingte Frühverrentung muss leichter zugänglich werden

31. Mai 2026

Rentenreform: Die gesundheitsbedingte Frühverrentung muss leichter zugänglich werden. Zu diesem Schluss kommt ein noch unveröffentlichter „Altersübergangs-Report“ von Martin Brussig von der Universität Duisburg-Essen, der als Experte auch zu einem Hearing der Rentenkommission eingeladen war. Dem Bericht zufolge ist ein Teil der älteren Beschäftigten gesundheitlich so angeschlagen, dass er eigentlich in Frührente gehen würde. Weil die Voraussetzungen dafür in der Vergangenheit verschärft wurden, geht das aber nicht mehr so leicht. Es gebe also Leute, „die zu krank für versicherungspflichtige Arbeit, aber nicht krank genug für die Erwerbsminderungsrente sind“. Besonders bitter sei, dass dies besonders Geringqualifizierte trifft. Ihnen steht eine Rente wegen Berufsunfähigkeit nicht mehr offen, weil sie im Jahr 2000 abgeschafft wurde.

Viele Menschen arbeiten nicht bis zum regulären Eintrittsalter. Die aktuelle Lage konterkarieren laut Brussig die Bemühungen, mehr Menschen zu längerem Arbeiten zu bewegen. Er plädiert daher kurzfristig für einen erleichterten Zugang zur Frührente und langfristig für „deutlich verstärkte Präventionsbemühungen in der Arbeitswelt“. Beides sollte ihm zufolge noch vor einer weitergehenden Anhebung der Regelaltersgrenze berücksichtigt werden, wie sie die Kommission vorschlagen könnte. Brussigs Konzept einer „Berufsunfähigkeit im höheren Erwerbsalter“ war dort bereits Thema. Kürzlich hat er mit Johannes Geyer vom DIW geschätzt, wie viele Personen betroffen sein könnten. Bei einer engen Abgrenzung wären es demnach rund 20.000 Personen, bei einer weiten knapp 300.000. Okan Bellikli

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Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2026