Missbrauch bei Sozialleistungen: Bundesagentur für Arbeit sieht Anstieg

12. Mai 2026

Missbrauch bei Sozialleistungen: Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht Anstieg. 2025 stellten Jobcenter in 110.010 Fällen einen Leistungsmissbrauch oder den Verdacht darauf fest. Das steht in der Jahresbilanz der BA zur Bekämpfung entsprechender Fälle in der Grundsicherung und entspricht einem Anstieg von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die BA betont jedoch zugleich, dass wirklich schwerwiegende Missbräuche „eher selten“ vorkommen. Insgesamt 406 Fälle betrafen den sogenannten bandenmäßigen Missbrauch (2024: 421). Dabei wird von Zuwanderern aus dem EU-Ausland eine Festanstellung oder eine selbständige Tätigkeit vorgetäuscht, um zusätzlich Sozialleistungen zu beziehen.

Eine Aufteilung nach Nationalitäten gibt es in der Statistik nicht. Die Zahlen beziehen sich zudem nur auf jene 300 der 404 Jobcenter, die nicht in kommunaler Eigenverantwortung liegen. Wegen einer nicht quantifizierbaren Dunkelziffer seien keine verlässlichen Aussagen über Zahl und Umfang des tatsächlichen Missbrauchs und dadurch entstehende Vermögensschäden möglich, so die BA. Im Zuge der Reform der Grundsicherung startet im Juli ein zentrales „Kompetenzcenter Leistungsmissbrauch“ in Nürnberg, im Januar sollen fünf regionale Zentren dazukommen. Okan Bellikli

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 12. Mai 2026