Gehirn-Computer-Schnittstellen: Chinas nächste Technologiewette

10. Mai 2026

Gehirn-Computer-Schnittstellen: Chinas nächste Technologiewette. Die chinesische Regierung treibt den Ausbau einer neuen Industrie voran, die das menschliche Gehirn mit Robotik und Künstlicher Intelligenz verbindet. „Dieser Bereich ist zu einem wichtigen Feld für die tiefgreifende Integration von technologischer und industrieller Innovation geworden“, heißt es in einem chinesischen Regierungsdokument. Gemeint sind sogenannte Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer-Interface, BCI), womit beispielsweise Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen über das Gehirn Befehle an eine Prothese schicken können. Das Dokument zeichnet den Aufbau einer Pipeline von der Forschung bis zur Industrie vor.

China sieht in der Technologie Potenzial für einen riesigen kommerziellen Markt. Das sagt der Neurowissenschaftler Max Riesenhuber von der Georgetown Universität im Gespräch mit Table.Briefings. Er erinnert: „Wir wissen, dass China stark darin ist, Grundlagenforschung in praktische Anwendungen und Kommerzialisierung umzusetzen. Das haben wir in anderen Branchen gesehen, wie beispielsweise bei der Photovoltaik und bei Elektroautos.“ Der chinesische Neurobiologe Luo Minmin warnt jedoch davor, schon jetzt von einem Wettrüsten zu sprechen. „Die eigentliche Herausforderung ist nicht die nationale Vorherrschaft, sondern der enorme ungedeckte medizinische Bedarf von Millionen von Menschen weltweit“, sagt Luo. Welche ethischen Fragen die neue Technologie mit sich bringt, lesen Sie im China.Table. Angela Köckritz

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Letzte Aktualisierung: 10. Mai 2026